| In Space - The Raumfahrer.net Newsletter #054 vom 7. Dezember 2002
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Der Raumfahrtnewsletter des TrekZone Networks.
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"In Space Newsletter"
Ausgabe #054
ISSN 1684-7407
> Updates:
Updates / Umfrage
> News:
Astronomie- und Raumfahrtnews
> Space Focus:
Kompakte Objekte (2) - Weiße Zwerge
> HotSpot:
ISS - Ein Weg aus der Krise
> ISS:
Weekly Report
> Surftipp:
DLR - Galileo-Projekt
> InDetail:
Wandelsterne
> Impressum:
Disclaimer & Kontakt
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Verehrte Leserinnen und Leser,
Astronomen sind einsame Menschen. Sie sitzen Nacht für Nacht zumeist allein oder unter ihresgleichen unter dem gestirnten Himmel und erfreuen sich an kleinen blinkenden Lichtpünkchen. Tagsüber sind sie ebenso auf Achse - aber mit den verständlicherweise auftretenden Ermüdungserscheinungen.
Was aber machen diese einsamen Menschen an Weihnachten, dem Fest der Liebe, der Geselligkeit? Sie sinnieren über den Stern von Betlehem: War das eine ferne Supernova oder ein Komet, der gerade zur Geburt Jesus' über den Himmel zog..?
Schaut man zur Zeit in das Programm von Planetarien, bekommt man genau dieses Bild bestätigt: Stern von Betlehem hier und Stern von Betlehem dort. Im berliner "Planetarium am Insulaner" wechselt das Vortragsprogramm erst mitte Januar wieder zu Mars oder extrasolaren Planeten.
Um diese Durststrecke von interessanten astronomischen Vorträgen zu überstehen (denn den Stern von Betlehem kenne ich schon aus den letzten Jahren), werde ich wohl allein nach draußen gehen. Es ist zwar äußerst kalt, aber dafür sieht man selbst in Berlins Mitte einen beeindruckenden gestirnten Himmel. Und die ein oder andere Raumstation: Die soll nämlich weiter ausgebaut werden und schon 2006 oder 2007 ihre volle Größe und Besatzungsstärke erreichen, wie sie im heutigen HotSpot lesen können. Aber auch die anderen Artikel sind es natürlich wert, gelesen zu werden.
Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen
Karl Urban
Chefredakteur Raumfahrer.net
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Auswertung: Wird die Mission Integral Ihrer Meinung nach die Erwartungen zu vielen neuen Erkenntnissen über das Universum erfüllen?
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• Neue Marssonde sucht bald nach Leben <mehr>
• Die Technologie für Telemedizin schreitet voran <mehr>
• Gemeinsame Erklärung der Raumfahrt Agenturen zur ISS <mehr>
• 2003 fliegen drei weitere ESA-Astronauten zur ISS <mehr>
• Theorie über Proxima Centauri bestätigt? <mehr>
• Innovative Satelliten-Kommunikation mit ECS 4 geht zu Ende <mehr>
• Expedition Five auf dem Weg nach Hause <mehr>
• Galaktischer Teilchenbeschleuniger <mehr>
» Neue Marssonde sucht bald nach Leben 07. Dezember 2002 - Eine mögliche Mission der NASA zum Mars soll seine Atmosphäre ab 2007 nach Lebensspuren absuchen. Ein internationales Team, geleitet von Dr. Mark Allen, Atmosphären-Chemiker beim NASA Jet Propulsion Laboratory (JPL), entwickelte den Missionsvorschlag mit dem Namen Volcanic Emission and Life Scout, oder Marvel. Die NASA gab nun bekannt, dass Marvel zu den Favoriten gehört, die als Mission im Jahr 2007 zum Roten Planeten starten könnte. Die finale Entscheidung wird aber erst im Sommer 2003 fallen. "Eine der wohl spannendsten Fragen ist die nach außerirdischem Leben irgendwo im Universum," sagt Allen. "Viele bei uns im Team denken, dass es schon lange auf dem Mars existiert und wir haben gute Chancen es zu entdecken, wenn es dort Plätze gibt, die warm und feucht sind." Wissenschaftler entwickelten in den vergangenen Jahren Strategien, nach denen Lebensspuren auf anderen Planeten außerhalb unseres Sonnensystems nur mit Informationen über ihre Atmosphäre entdeckt werden könnten. Allens Team benutzt diese Ideen nun für die Marsforschung. So produzieren viele Mikrobenarten Methan - zum Beispiel im Kuhmagen. "Marvels Sensoren sind so empfindlich, dass selbst wenn wir nur drei Kühe auf dem Mars stehen würden, wir das entstandene Methan in der Atmosphäre nachweisen könnten," sagt er. Natürlich soll die Sonde keine Mars-Kühe finden. Allerdings wäre sie in der Lage, selbst kleinste Mengen an Mikroben aufgrund ihrer Abbauprodukte festzustellen. Für die Mission würde ein Marsorbiter mit zwei Instrumenttypen ausgestattet werden, die auch bei der Erdbeobachtung von Satelliten höchst erfolgreichen waren. Das eine ist ein spezielles Infrarot-Spektrometer, das in die Marsatmosphäre blickt, entgegengesetzt der auf- oder untergehenden Sonne, da hierbei die Bestandteile der Atmosphäre am intensivsten erforscht werden können. Das andere Instrument ist ein Submillimeter-Spektrometer, das nach Konzentrationen von für die Forscher interessanten Molekülen in der Marsluft Ausschau hält. "Gegen Ende des Jahrzehnts könnte Marvel zum einen geringe Lebensspuren und zum anderen aktiven Vulkanismus auf dem Mars entdeckt haben oder wenigstens direkte Hinweise auf deren Existenz," sagt Allen. Auch aktive Vulkane speien Methan aus. Ihre Hitze könnte auf dem sonst zu kalten Mars Leben begünstigen. Das Submillimeter-Spektrometer kann zudem dazu benutzt werden, Wasserdampf in der Atmosphäre zu finden, der die Stellen aufzeigen kann, an denen unterirdisches Wasser verdampft. Als völlig neuartiges Merkmal der Mission kann das Submillimeter Spektroskop außerdem von der Erde aus neu justiert werden, um Stoffe zu lokalisieren, die das erste Instrument nachgewiesen hat. Danach ließe sich eine globale Karte dieses Stoffes erstellen. Drei weitere Missionskonzepte stehen für 2007 zur Auswahl und konkurrieren mit Marvel: Sample Collection for Investigation of Mars, Aerial Regional-scale Environmental Survey und Phoenix. (ku - Quelle: NASA JPL)
» Die Technologie für Telemedizin schreitet voran 06. Dezember 2002 - Am 5.Dezember fand an Bord des französischen Hospitalschiffs "Sirocco" eine von der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) koordinierte Vorführung medizinischer Ferndiagnosemethoden statt. Bei dem von der ESA in Zusammenarbeit mit der Abteilung für raumfahrtmedizinische Physiologie der Universität Tours, dem Laboratoire de Vision et Robotique in Bourges, der Firma Sinters in Toulouse und dem CNES initiierten Vorhaben wurde erstmals in Echtzeit die Verwendung eines ferngesteuerten Roboterarms für eine echographische Ferndiagnose vorgeführt. Die Vorführung sollte zeigen, dass Patienten an entlegenen Orten erfolgreich einer solchen Diagnose unterzogen werden können. Ein Röntgenologe im Krankenhaus St. Anne in Toulouse hat einen Testpatienten an Bord des auf See befindlichen Schiffes mit dem ferngesteuerten Roboterarm untersucht. Der Roboterarm, Videokonferenzausrüstung und Satellitenkommunikation versetzten den Röntgenologen in die Lage, die Schwere von Gesundheitsproblemen aus der Ferne zu beurteilen. Für Raumflüge und die Weltraumforschung ist diese Entwicklung von größter Bedeutung: Astronauten an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) könnten künftig medizinisch untersucht werden, ohne zur Erde zurückkehren zu müssen. Auch für das Leben auf der Erde hat die Forschung auf dem Gebiet der Ferndiagnose erhebliche Auswirkungen. Durch sie wird das Feld der echographischen Ferndiagnose erweitert, was in beträchtlichem Maße zu einer effizienteren medizinischen Versorgung in kleinen Krankenhäusern in den ländlichen Gebieten Europas beitragen kann, in denen ein Röntgenologe nicht ständig präsent ist, und generell in Situationen von Nutzen ist, in denen ein zweiter Befund benötigt wird. Auch in entlegenen Gebieten, etwa in großen Teilen der Dritten Welt oder in den Polregionen und in Notfällen, beispielweise auf hoher See, kann die Ferndiagnose eine wichtige Rolle spielen. Die ESA finanziert dieses Vorhaben seit mehreren Jahren im Rahmen ihrer Programme zur Förderung von Anwendungen der Mikrogravitation und für Technologietransfer unter Mitwirkung der Direktion für technische und betriebliche Unterstützung. Das Projekt ist ein Beispiel für die nachhaltigen Bemühungen der ESA, Universitäten und Industrieunternehmen in die Weltraumforschung, deren Ergebnisse zur Verbesserung der Lebensqualität auf der Erde beitragen können, einzubeziehen. "Das Vorhaben steht im Zeichen des anhaltenden Engagements der ESA, die Raumfahrt für das Leben auf der Erde nutzbar zu machen", sagte Jörg Feustel-Büechl, Direktor für Bemannte Raumfahrt. "Ferner soll es zum weiteren Ausbau der Zusammenarbeit zwischen der Wissenschaft und der Industrie in Europa bei der telemedizinischen Forschung beitragen". (la - Quelle: ESA)
» Gemeinsame Erklärung der Raumfahrt Agenturen zur ISS 06. Dezember 2002 - Die Leiter der Raumfahrtagenturen der Vereinigten Staaten, Europas, Kanadas, Japans und Russlands kamen am 6. September 2002 in Tokio, Japan zusammen, um die Zusammenarbeit bei der Internationalen Raumstation (ISS) zu überprüfen und weiter zu fördern. Sie erörterten eingehend die erheblichen Fortschritte, die bei der Entwicklung und dem Zusammenbau der ISS-Elemente und bei der Durchführung des beim letzten Treffen im Juni 2002 beschlossenen Aktionsplan für das ISS-Programm erzielt wurden. Dieser Plan bildete den Rahmen für die Bemühungen der Partnerschaft in den letzten sechs Monaten, einen Lösungsweg zur Deckung des ISS-Nutzungs- und Ressourcenbedarfs zu finden. Bei diesem Treffen entschieden sich die Partner einstimmig für einen Lösungsweg, der im Zeitrahmen 2006/2007 durch verstärkten Einsatz von ISS-Forschungselemente eine optimale Nutzung der Station ermöglicht. Ein erweitertes wissenschaftliches Programm auf der Station wird sich auf ein schrittweises Wachstum der ISS-Kapazitäten und eine beträchtliche Vergrößerung der ständigen Mannschaft stützen, wobei die Rettung der Mannschaft im Notfall zunächst durch zusätzliche Sojus-Rettungsfahrzeuge und letztlich sowohl durch Sojus-Fahrzeuge als auch durch das Orbitale Raumflugzeug sichergestellt wird. Die einzigartige Forschungsstätte im All soll auch durch zusätzliche Einsätze des Raumtransporters und anderer Fahrzeuge weiter erschlossen werden. Die Teilnehmer einigten sich außerdem auf ein Verfahren zur Auswahl einer ISS-Konfiguration, die über den Anbau der verbleibenden Elemente der internationalen Partner hinausgeht. Hierzu sind weitere technische und programmatische Untersuchungen, Kostenschätzungen und eine Überprüfung der internen Haushaltsplanung durch jeden Partner vorgesehen. Ziel ist die Annahme einer Konfigurationsempfehlung im März 2003, die Auswahl einer geänderten ISS-Konfiguration im Juni / Juli 2003 und die endgültige Einigung auf eine Konfiguration im Dezember 2003. Die Partner würdigten die anhaltenden Erfolge beim Zusammenbau der ISS und bestätigen, dass die Entwicklung der verbleibenden ISS-Elemente wie geplant voranschreitet. Sie sehen der erfolgreichen Montage wichtiger ISS-Elemente der Partner bis Februar 2002 entgegen; hierzu gehören insbesondere die verbleibenden ISS-Nutzungs- und -Infrastrukturelemente der Partner. Dies dürfte bis 2006/2007 eine Verbesserung der wissenschaftlichen und technologischen Kapazitäten der Raumstation gewährleisten. Schließlich begrüßten sie den Beginn des dritten Jahres der ständigen Besetzung und wissenschaftlichen Nutzung der Station und den vor kurzem erfolgreich durchgeführten Start der Mannschaft "Expedition Six". Diese Mannschaft wird sich auf Montageaufgaben und wesentliche wissenschaftliche Experimente im Auftrag aller ISS-Partner konzentrieren, die das Leben auf der Erde verbessern und die Forschung im Weltraum vorantreiben sollen. Die Partner erwarten zunehmenden Nutzen aus dieser erstmals weltumspannenden Zusammenarbeit im Zuge des fortschreitenden Zusammenbau und Einsatzes dieser Forschungseinrichtung der Spitzenklasse. (la - Quelle: ESA)
» 2003 fliegen drei weitere ESA-Astronauten zur ISS 05. Dezember 2002 - Im kommenden Jahr sind drei weitere Flüge europäischer Astronauten zur Internationalen Raumstation vorgesehen. Seit Beginn der ständigen Besetzung der ISS im Oktober 2000 hatten bisher - in Zusammenarbeit mit den Raumfahrtorganisationen der USA und Russlands - fünf von ihnen Gelegenheit, die Station zu besuchen und auf ihr zu arbeiten. Der erste dieser Flüge ist für April geplant, wenn der spanische ESA-Astronaut Pedro Duque mit einer russischen Sojus zu einer 10-Tage-Mission startet. Im Juli nimmt der Schwede Christer Fuglesang an der US-Raumtransportermission STS-116 teil, bevor dann im Oktober der Niederländer André Kuipers in die Fußstapfen seines Kollegen Duque tritt und ebenfalls mit einer Sojus zu einer 10-tägigen Mission aufbricht. Die beiden ESA-Astronauten, die als Flugingenieure an den Sojus-Missionen teilnehmen, werden im Rahmen umfassender wissenschaftlicher Forschungsprogramme Experimente durchführen, die nach der Bekanntgabe von Forschungsgelegenheiten durch die ESA von europäischen Wissenschaftlern vorgeschlagen wurden. Außerdem dienen diese Missionen dem Austausch der Sojus-Kapsel, die jeweils für sechs Monate an der ISS angedockt ist und der Bordmannschaft für den Notfall als Rettungsfahrzeug dient. Bei der Raumtransportermission STS-116 - gleichzeitig der ISS-Montageflug Nr. 12A.1 -, an der Fuglesang teilnimmt, werden neue Segmente des Gerüsts der Station montiert. Darüber hinaus findet ein Mannschaftswechsel statt: Die Mitglieder der "Expedition 8" werden zur ISS, ihre Kollegen der "Expedition 7" zur Erde zurückgebracht. Während der Mission wird Fuglesang an drei Außenbordeinsätzen teilnehmen; diese Einsätze, die häufig als "Weltraumspaziergänge" bezeichnet werden, sind äußerst anspruchsvoll und alles andere als einfache Spaziergänge im All. Die geplanten Missionen dienen für die europäische Weltraumforschung einem doppelten Zweck. Zum einen ermöglichen sie europäischen Wissenschaftlern die Nutzung der Forschungseinrichtungen an Bord der ISS, zum anderen bereiten sie die europäischen Astronauten auf ihre künftige Rolle vor, wenn 2004 das europäische Columbus-Labor an der Station befestigt wird. "Diese Missionen setzen die enge Zusammenarbeit mit unseren russischen und amerikanischen Partnern erfolgreich fort und bringen die europäische wissenschaftliche Forschung an Bord der ISS weiter voran, bevor 2004 unser eigenes Columbus-Labor dort eintrifft", erklärt der Direktor der ESA für Bemannte Raumfahrt, Jörg Feustel-Büechl. Die ESA will außerdem Satellitenvideo- und 3D-Anzeigetechnologie einsetzen, um den Menschen auf der Erde, vor allem jungen Leuten, einen "hautnahen" Einblick in die Raumfahrt zu vermitteln. Im Rahmen des Bildungsprogramms der ESA sollen Kommunikationsexperimente durchgeführt werden. Pedro Duque, 1963 in Madrid geboren, hat Raumfahrttechnik studiert. Er gehört dem Europäischen Astronautenkorps seit 1992 an und wurde im August 1993 in der Sternenstadt in Russland für seine Teilnahme als Koordinator der Verbindungen mit der Flugmannschaft an der gemeinsam von der ESA und Russland durchgeführten Mission Euromir 94 ausgebildet, die vom 3. Oktober bis 4. November 1994 dauerte. Anschließend wurde er als Reservenutzlastspezialist für die spacelab-Schwerelosigkeits-Forschungsmission STS-78 ausgewählt und ausgebildet, die 1996 stattfand. 1998 nahm er als Missionsspezialist zusammen mit Amerikas Raumflugveteran John Glenn am Flug des Raumtransporters "Discovery" teil; bei dieser Mission war Duque für die fünf an Bord befindlichen wissenschaftlichen Einrichtungen der ESA und für das auf dem Raumtransporter verwendete Computersystem verantwortlich. Als einer von drei Astronauten erhielt er 1999 den Prinz-von-Asturien-Preis für internationale Zusammenarbeit. Christer Fuglesang wurde 1957 in Stockholm geboren. Der promovierte Teilchenphysiker wurde ebenfalls 1992 für das Europäische Astronautenkorps ausgewählt und ausgebildet. 1995 wurde er als Mitglied der Reservemannschaft für die Mission Euromir 95 ausgewählt. Später wurde er von der ESA als Hauptastronaut zur Betriebsabschnittsunterstützung der Mannschaft "Expedition 2" ans Johnson Space Center der NASA abgestellt. Die Mission STS-116 wird Fuglesangs Raumflugdebüt sein. André Kuipers wurde 1958 in Amsterdam geboren. Als Arzt hat er eingehende physiologische Forschung auf raum- und luftfahrtmedizinischem Gebiet betrieben. Von 1991 an war er für die Koordinierung und Durchführung der umfassenden Physiologieexperimente der ESA für Weltraummissionen verantwortlich. Ferner hat er lebenswissenschaftliche Experimente für die Parabelflugkampagnen der ESA koordiniert. Dem Europäischen Astronautenkorps gehört Kuipers seit 1999 an. Auch er wird zum ersten Mal an einem Raumflug teilnehmen. (ku - Quelle: ESA)
» Theorie über Proxima Centauri bestätigt? 04. Dezember 2002 - Vor Kurzem vorgenommene Messungen bestätigen die Theorie über massearme Sterne, wie Proxima Centauri. Viele Menschen denken, dass Alpha Centauri der Stern ist, der der Erde am nächsten ist. Tatsächlich ist Proxima Centauri der Erde am nächsten. Aber Proxima Centauri ist so klein, dass Astronomen nicht in der Lage waren ihn genau zu vermessen. Proxima Centauri ist ein sehr massearmer Stern, tatsächlich besitzt er aber genug Masse um in seínem Inneren Wasserstoff zu Helium zu verbrennen. Er ist ungefähr siebenmal kleiner als die Sonne und die Oberflächentemperatur beträgt "nur" 3000 Grad, was etwa der Hälfte der unserer Sonne entspricht. Folglich ist er auch viel schwächer - die immanente Helligkeit beträgt nur den 1/150 Teil unserer Sonne. Neue Software gepaart mit detailierter Beobachtung mit dem VLT Interferometer der Europäischen Süd Sternwarte erlaubten jedoch einige Berechnungen: Der Stern hat ungefähr ein siebtel der Masse und des Durchmessers unserer Sonne. Obwohl er 150 mal mehr Masse hat als der Jupiter ist er nur eineinhalb mal größer als dieser Planet. Massearme Sterne sind sehr interessante Objekte, unteranderem auch weil die physikalischen Bedingungen in ihrem Inneren viel gemeinsam haben mit denen von Riesenplaneten, wie dem Jupiter. Eine genaue Bestimmung der Größe der kleinsten Sterne ist bis jetzt unmöglich wegen ihrer allgemein schwachen Leuchtkraft und den Mangel an dafür ausgelegten Instrumenten. In astronomischen Größen ausgedrückt ist der vor kurzem gemessene harte Kern von Proxima Centauri 1.02 bis 0.08 Milliarcsekunden groß, das entspricht,wie Astronomen es ausdrückten, von der Erde aus betrachtet, ungefähr der Größe eines Astronauten auf der Oberfläche des Mondes, oder, wenn man es von der Internationalen Raumstation aus betrachtet, dem Kopf einer Stecknadel auf der Oberfläche der Erde. "Die gemessenen Größen stimmen gut mit den theoretisch Voraussagen überein, welche auf numerischen Modellen von Planeten und massearmen Sternen beruhen. Dasselbe gilt für die Größen einiger anderer Sterne mit mehr Masse, welche zur selben Zeit gemessen wurden. Dies gibt uns mehr Vertrauen in die Modelle dieser extremen Objekte." sagte Didier Queloz der Geneva Sternwarte. Proxima Centauri ist gerade noch massereich genug um die thermonukleare Fusion zu erzeugen die einem Stern die Energie gibt. Geringfügig masseärmere Objekte scheitern am erzeugen der Reaktion und werden braune Zwerge genannt. (lz - Quelle: Space.com)
» Innovative Satelliten-Kommunikation mit ECS 4 geht zu Ende 03. Dezember 2002 - Mit dem Abschalten des europäischen Telekommunikationssatelliten ECS-4 am 1. Dezember endet die Erfolgsstory der ersten Generation von Relaisstationen im Weltraum, die ausschließlich in Europa entwickelt und gebaut wurden. Die Federführung zur Realisierung dieser damals innovativen Raumflugkörper lag in den Händen der Europäischen Raumfahrtagentur ESA, die die Überwachung des Flugbetriebes über ihre Bodenstation in Redu, Belgien, für ECS-4 bis zum heutigen Tag übernommen hat. ECS-4 wurde unter der Bezeichnung Eutelsat I F4 vom internationalen Anbieter von Satellitenkommunikationslösungen Eutelsat betrieben. Mitte der 70er Jahre wurde von der ESA ein ehrgeiziges Programm zur Entwicklung eines fortschrittlichen Nachrichtensatellitensystems in Europa aufgelegt, das ECS/OTS-Programm. Bis dahin hatten amerikanische Unternehmen den Markt für derartige Satelliten beherrscht. Da aber bereits damals klar war, dass das Kommunikationsgeschäft in den nächsten Jahren überproportional wachsen würde, war es für die europäische Wirtschaft erforderlich, sich von dieser Abhängigkeit zu lösen und an dem rasanten Wachstumsmarkt zu partizipieren. Die Geschichte hat bewiesen, dass dies gelungen ist. Heute sind Firmen, wie Astrium oder Alcatel gleichwertige Satellitenproduzenten im weltweiten Geschäft, die bereits auch so manchen amerikanischen Kunden gewinnen konnten. Das Programm umfasste zwei Teile: Erstens den Bau mehrerer Testsatelliten und zweitens die Realisierung eines operationellen europäischen Kommunikationssatellitensystems, für dessen Betrieb später die zwischenstaatliche Organisation Eutelsat gegründet wurde. Inzwischen ist Eutelsat privatisiert und ein erfolgreicher weltweit agierender Dienstleister für modernste Satellitenkommunikation. Zunächst wurden die Testsatelliten unter der Bezeichnung OTS (Orbital Test Satellite) entwickelt. Sie waren für die geostationäre Umlaufbahn konzipiert, dreiachsenstabilisiert und beruhten auf einem damals revolutionären Konzept. Sie bestanden nämlich aus je einem so genannten Versorgungs- und einem Nutzlastmodul. Im Versorgungsmodul wurden alle für den Betrieb eines geostationären Satelliten nötigen Funktionen konzentriert. Dazu gehören u.a. die Energieversorgung sowie die Lage- und Bahnregelung des Raumflugkörpers. Zu diesem Grundbaustein kann relativ schnell und kostengünstig ein Nutzlastmodul mit den spezifischen Systemen zur Erfüllung der Aufgaben eines Satelliten hinzugefügt werden. Heute werden weltweit alle Kommunikationssatelliten nach diesem Baukastenprinzip gebaut. OTS besaß als erster Nachrichtensatellit Transponder (die elektronischen Sende- und Empfangsrelais an Bord des Nutzlastmoduls), die in den Frequenzbereichen 11 und 14 GHz arbeiteten und den Experimentatoren die Gelegenheit gaben, gleichzeitig digitale Breitbandübertragungen zwischen grossen Stationen und Schmalbandübertragungen zwischen kleinen Stationen zu erproben. Der Satellit besaß sechs Antennen, die Westeuropa, den Mittleren Osten, Nordafrika, die Azoren, die Kanarischen Inseln, Madeira und Island abdeckten. Nach einem Fehlstart des ersten Satelliten 1977 gelangte OTS 2 am 11. Mai 1978 in die Umlaufbahn und arbeitete mehrere Jahre erfolgreich. Nach den gesammelten Erfahrungen mit OTS folgte in den 80er Jahren die ECS-Serie (European Communications Satellite). Insgesamt wurden vier Satelliten in den Orbit befördert. Ein fünfter ging bei einem Fehlstart 1985 verloren. ECS-4 wurde am 16. September 1987 mit einer Ariane-Trägerrakete gestartet und nach seiner Inbetriebnahme an den künftigen Besitzer Eutelsat übergeben. Dort versah er als Eutelsat I F4 seinen Dienst. Die geplante Lebensdauer von 7 Jahren wurde weit überschritten, ein Indiz für das zukunftsweisende Konzept und die hohe Qualität europäischer Raumfahrtprodukte. Zusammen mit seinen Geschwistern versahen die 9 Transponder an Bord von ECS-4 zuverlässig ihren Dienst auf verschiedenen Positionen im geostationären Orbit. ECS-4 ist nun der letzte der europäischen ECS-Relaisflotte im All, der nach über 15 Jahren Dienst abgeschaltet wurde und auf eine so genannte Friedhofsposition über dem geostationären Arbeitsorbit befördert wird. Dieses Manöver ist erforderlich, um Platz für neue aktive Satelliten zu schaffen. Damit geht eine Ära in der europäischen Raumfahrt zu Ende, die zur Schaffung einer leistungsfähigen Infrastruktur und zu international erfolgreich aktiven Raumfahrtunternehmen in Europa auf dem Sektor der Telekommunikation geführt hat. (ku - Quelle: ESA)
» Expedition Five auf dem Weg nach Hause 02. Dezember 2002 - Die "Expedition Six"-Crew wird die Arbeiten an der Internationalen Raumstation fortsetzen. "Expedition Five"-Commander Valery Korzun, Flight Engineer Sergei Treschev und der NASA ISS Science Officer Peggy Whitson verließen die Internationale Raumstation heute zum letzten mal. Zusammen mit der STS-113-Mannschaft verabschiedeten sie sich von der "Expedition Six"-Crew, bevor die Luke zwischen der Station und dem Space Shuttle Endeavour um 17:57 GMT geschlossen wurde. Während des sechsmonatigen Aufenthalts der Expedition Five wurde die ISS um die Trägersegmente S1 und P1 erweitert. Außerdem führte die Besatzung zwei Weltraumspaziergänge durch und arbeitete an wissenschaftlichen Experimenten. Während das Shuttle die Microgravity Science Glovebox, welche Probleme mit ihrer Energieverteilungungs- und Konversationsanlage hatte, wieder zurück zur Erde bringt, wird die Crew der Expedition Six - Commander Ken Bowersox, Flight Engineer Nikolai Budarin und NASA ISS Science Officer Don Pettit - ihre Arbeit, die bis Ende März erledigt sein soll, aufnehmen. Related Links: Space Shuttle Endeavour auf dem Weg zur ISS ISS: Neues Trägersegment installiert (dm - Quelle: NASA Human Spaceflight)
» Galaktischer Teilchenbeschleuniger 01. Dezember 2002 - Das Universum ist ein turbulenter Raum - Indem Astronomen immer feinere und genauere Methoden zur Erkundung entwickeln, kommen sie geheimnisvollen Kräften auf die Spur. Aus größeren Teleskopen und hoch modernen Instrumenten werden neue Informationen über Himmelskörper und deren Verhaltensweisen gewonnen. Zu den faszinierendsten zählen die Radiogalaxien, die gewaltige Mengen Energie in Form von schnellen Teilchen und intensiver elektromagnetischer Strahlung freisetzen. Eine davon ist als 3C445 bekannt; sie befindet sich nahe dem himmlischen Äquator innerhalb des Aquarius-Sternbildes (Wassermann), mit einer Entfernung von ungefähr einer Billionen Lichtjahren. Sie hat wahrscheinlich ein schwarzes Loch im Zentrum, größer als das der Milchstraße. Die Galaxie wurde 1950 zuerst in Cambride (UK) gesichtet und nicht als Strahlungsquelle eingeschätzt. Spätere Untersuchungen ergaben einen starken Ausstoß aus dem Zentrum. Anhand von Strahlungskarten waren Plasmastrahlen durch sehr schnell fliegende Elektronen im Magnetfeld sichtbar. Jetzt hat ein 3-köpfiges Team von europäischen Astronomen am 8,2-Meter VLTANTU Teleskop zwei modernere Instrumente genutzt, um Nahaufnahmen zu gewinnen: ISAAC und FORSI. Wie man an dem Bild klar erkennen kann, verlaufen die am NRAO Very Large Array (VLA) aufgenommen Strahlen aus schnellen Teilchen von der Galaxiemitte in den umgebenden Raum. Dabei erzeugen sie eine Schockwelle, von denen jede 1,5 Millionen Lichtjahre vom Zentrum entfernt ist. Damit ist die Erscheinung gigantisch groß, die Entfernung der Milchstraße zum Andromedanebel beträgt 3 Millionen Lichtjahre. Die Stellen an denen die Schweife mit dem intergalaktischen Medium (meist Wasserstoff) zusammenstoßen, sind als "Hot spots" bekannt. Die größten Emission ist dort, wo der Plasmaschweif aus dem Zentrum dieses Medium trifft. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Elektronen dort weiter beschleunigt werden. Die neuesten Bilder bestätigen die Annahme, das in den sogenanten "Knoten" eine weitere Beschleunigung von statten geht, die man als "kosmische Teilchenbeschleuniger" bezeichnet. Die genauen physikalischen Umstände sind nicht bekannt, deshalb wird in Zukunft mehr darin investiert. (dp - Quelle: ESO)
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Space Focus: Kompakte Objekte (2) - Weiße Zwerge
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von Tilman Kaiser | |
Der erste Weisse Zwerg, der entdeckt wurde, war Sirius B, der äußerst lichtschwache aber massereiche Begleiter des scheinbar hellsten Sterns am Nordhimmel, Sirius. Friedrich Wilhelm Bessel hatte Sirius B wegen seiner gravitativen Wirkung auf Sirius 1834 als dessen Begleiter in diesem Doppelsternsystem ausgemacht. Seine ausserordenliche Natur wurde aber erst 1915 erkannt, als entdeckt wurde, dass seine effektive Temperatur sehr hoch war. Aufgrund seiner Lichtschwäche muss sein Radius etwas kleiner als der Radius der Erde.
Da bekannt war, dass die Masse von Sirius B ungefähr so groß wie die Masse der Sonne ist, musste seine Dichte extrem hoch sein. Die hohe Dichte von Sirius B wurde 1925 bestätigt als die gravitative Rotverschiebung seiner Spektrallinien vermessen wurde. Diese Messung sorgte auch für eine frühe Bestätigung der Einsteinschen Allgemeinen Relativitätstheorie, die einen Energieverlust des Photons bei Bewegungen gegen das Schwerefeld eines Sterns vorhersagt, der sich als Vergrößerung der Wellenlänge des Photons bemerkbar macht. Der Weisse Zwerg Sirius B besitzt weniger als die Hälfte der Masse des hellen Primärsterns Sirius. Es wird angenommen, dass Sirius B einmal der massereichere Stern in diesem binären System gewesen ist und sich deshalb schneller entwickelt hat. So wird angenommen, dass Sirius B während seiner Riesenphase einen Teil der Materie an seiner Oberfläche über einen stellaren Wind an Sirius übertragen hat.
Weisse Zwerge besitzen typischerweise ca. 60 % der Masse unserer Sonne und
einen durchschnittlichen Radius von 8000 km. Die Sonne hat einen Radius von 6,96*10^5 km, wird aber nachdem sie das Rote-Riesen-Stadium durchlaufen hat als Weisser Zwerg enden.
Da ein Weisser Zwerg keine interne Energiequellen besitzt, wird er langsam abkühlen und dabei seine Farbe ändern. Anfänglich macht er seinem Namen noch alle Ehre. Durch den Abkühlungsprozess verfärbt er sich rötlich und erscheint nach vollkommener Abkühlung schliesslich schwarz. Es sollte eine grosse Anzahl an unsichtbaren schwarzen Zwergen in der
Milchstrasse geben.
Literatur:
- H. Voigt: "Abriss der Astronomie", Universitätssternwarte Göttingen, 1991
- Karttunnen, Kröger, Oja, Poutanen, Donner: "Fundamental Astronomy", Helsinki, 1996
- Kip S. Thorne: "Black Holes & Time Warps. Einstein's Outrageous Legacy" In: "The Common Wealth Fund Book Programme" hrsg.:Lewis Thomas, Bd. 9, 1993
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HotSpot: ISS - Ein Weg aus der Krise |
von Karl Urban | |
Mitte der Neunziger verteilt die ESA auf der internationalen Luft- und Raumfahrtaustellung ILA in Berlin einen Hochglanz-Prospekt mit dem vielsagenden Titel "Europas Countdown für die Internationale Raumstation". Mehrere atemberaubende Bilder und viele Fakten und Daten zur Station und ihren Aufgaben verdeutlichen die Perspektiven des Projekts, unter anderem für Europa. Besonders ins Auge sticht die Tabelle mit der Überschrift "Kenndaten" auf der Rückseite der Broschüre: "Zusammenbau: 1998-2002", "Start des COF [europisches Modul Columbus]: Ende 2002" und "Routinebetrieb: 2003" steht da geschrieben. Die Daten stammen wohl noch frisch von der Konferenz auf der die USA, Europa, Russland, Japan und Kanada den Bau des größten zivilen internationalen Projekts aller Zeiten beschlossen. Denn heute ist die euphorische Aufbruchstimmung vom Zusammenbau der Station in weniger als fünf Jahren längst verflogen: Man kämpft eher darum, ihren Nutzen zu sichern, damit die Milliardenausgaben gerechtfertigt waren.
Die Sorgen sind gerechtfertigt. Kurz nach dem Amtsantritt von George W. Bush entdeckt man beim ISS-Anteil der NASA eine Budgetüberschreitung von fünf Milliarden Dollar. "Zuviel", sagt da die Regierung zurecht und friert alle Mittel für das Projekt ein. Mit dem Wechsel des NASA-Administrator wechselt auch die Politik: Überall wird der Sparstift angesetzt, auch oder gerade bei den NASA-Beiträgen zur ISS. Im Großen und Ganzen soll der weitere Aufbau der Station gewährleistet werden - dies hat die NASA vertraglich mit den Partner vereinbart - jedoch wird er gestreckt: Die Shuttle-Missionen werden auseinandergezogen, um Geld zu sparen, das ursprünglich anivisierte Jahr der Aufnahme des "Routinebetriebs" wird nach anfänglichen Verzögerungen auf der russischen Seite noch sehr viel weiter in die Zukunft verschoben. Besonders heikel sind die Budget für das von der NASA zu entwickelne Rettungsraumschiff CRV (Crew Return Vehicle). Nur mit dessen Hilfe kann die Stationsbesatzung von derzeit drei auf sieben erhöht werden. Das CRV war aber Hauptgrund für die Kostenüberschreitungen. Seine Fertigstellung ist nach wie vor fraglich. Mit nur drei Raumfahrern an Bord kann die Station betrieben werden, Forschung ist aber nur sehr bedingt möglich. Zudem kommen europäische wie japanische Astronauten nur sehr selten in den Genuss, die Kapazitäten der ISS zu nutzen.
Die ESA vermeldete in dieser Woche, dass die Partner des Projekts "die erheblichen Fortschritte eingehend erörterten, die bei der Entwicklung und dem Zusammenbau der ISS-Elemente und bei der Durchführung des beim letzten Treffen im Juni 2002 beschlossenen Aktionsplans für das ISS-Programm erzielt wurden.
Ein erweitertes wissenschaftliches Programm auf der Station wird sich auf ein schrittweises Wachstum der ISS-Kapazitäten und eine beträchtliche Vergrößerung der ständigen Mannschaft stützen, wobei die Rettung der Mannschaft im Notfall zunächst durch zusätzliche Sojus-Rettungsfahrzeuge und letztlich sowohl durch Sojus-Fahrzeuge als auch durch das Orbitale Raumflugzeug sichergestellt wird. Die einzigartige Forschungsstätte im All soll auch durch zusätzliche Einsätze des Raumtransporters und anderer Fahrzeuge weiter erschlossen werden. Die Teilnehmer einigten sich außerdem auf ein Verfahren zur Auswahl einer ISS-Konfiguration, die über den Anbau der verbleibenden Elemente der internationalen Partner hinausgeht. Hierzu sind weitere technische und programmatische Untersuchungen, Kostenschätzungen und eine Überprüfung der internen Haushaltsplanung durch jeden Partner vorgesehen. Ziel ist die Annahme einer Konfigurationsempfehlung im März 2003, die Auswahl einer geänderten ISS-Konfiguration im Juni/Juli 2003 und die endgültige Einigung auf eine Konfiguration im Dezember 2003."
Die Pressemeldung lässt wieder etwas Hoffnung erglimmen, dass die ISS wenigstens mit mehr als drei Raumfahrern bemannt werden wird. Bei der Nutzung mehrerer "zusätzlicher Sojus-Rettungsfahrzeuge" stellt sich jedoch die Frage nach deren Bezahlung. Bereits zweimal vermeldeten russische Raumfahrtbetriebe in diesem Jahr, dass bereits die Bezahlung der geplanten und zum Teil gebauten Raumschiffe nicht gesichert sei. Zudem müssen die Schiffe dieses Typs aus Sicherheitsgründen alle zwei bis drei Monate ausgetauscht werden. Es ist sehr fragwürdig, ob Russland diese zusätzlichen finanziellen Zwänge allein tragen kann und wird. Doch auch in Europa, Amerika und Japan sehen sich die Raumfahrtagenturen mit Bugdetkürzungen konfrontiert und Besserung ist nicht in Sicht.
Doch die neusten Meldungen über den weiteren Betrieb der ISS bedeuten trotz der dahinter stehenden Mehrausgaben Licht am Ende des Tunnels. Denn das hatte man in den letzten zwei Jahren aufgrund der amerikanischen Probleme kaum gesehen. Unter anderem wegen verstärktem europäischen Engagement für eine voll ausgebaute Station gibt es nun einen möglichen Lösungsweg, der innerhalb des kommenden Jahre detailiert ausgearbeitet werden soll. Vielleicht bedeutet der besondere europäische Einsatz sogar, dass bald mehr Europäer an Bord der Station forschen dürfen als ursprünglich geplant.
Die Internationale Raumstation ist und bleibt ein faszinierendes Projekt. Allein die aktuellen Bilder von ihr im Orbit entschädigen den Wirbel, der auf der Erde um ihre Zukunft veranstaltet wird. Mit etwas Glück und Optimismus wird die ISS früher oder später ihre Endkonfiguration erhalten. Und außerdem heißt es ja: "Der Weg ist das Ziel."
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ISS Weekly Report |
von Michael Schumacher | |
Sechste Stammbesatzung beginnt Aufenthalt
Nachdem der Space Shuttle Endeavour am Montag, dem 02. Dezember um 15.05 Uhr Eastern Standard Time (EST) von der International Space Station (ISS) abkoppelte, befinden sich nun die Mitglieder der sechsten Stammbesatzung, Kommandant Kenneth Bowersox, Bordingenieur Nikolai Budarin und National Aeronautics and Space Administration (NASA) ISS Science Officer (SO) Donald Pettit alleine an Bord der Raumstation. An Bord des Space Shuttle Endeavour befinden sich Kommandant James Wetherbee, Pilot Paul Lockhart sowie die Missionsspezialisten Michael Lopez-Alegria, John Herrington, Peggy Whitson, Waleri Korsun und Sergej Trestschow. Die drei letztgenannten bildeten bis zu ihrer Ablösung die fünfte Stammbesatzung, und zwar Korsun als Kommandant, Trestschow als Bordingenieur und Whitson als NASA ISS SO.
Vor ihrer Abreise führten Lopez-Alegria und Herrington am Samstag, dem 30. November ihre dritte und letzte Extravehicular Activity (EVA) durch. Dabei wurden sie durch Lockhart unterstützt, der den Ausstieg vom hinteren Flugdeck des Space Shuttle Endeavour aus koordinierte. Der Roboterarm der Raumstation, Canadarm2 wurde zu verschiedenen Zeiten von Whitson, Bowersox und Pettit bedient. Bevor die EVA begann sollten Whitson und Bowersox Canadarm2 das Kommando erteilen, sich von seiner damaligen Position am Labor Destiny auf den Mobile Transporter (MT) zu bewegen. Zuvor musste der MT von der Arbeitsstelle Nummer 4 auf der Starboard 0 (S0) Integrated Truss Structure (ITS) zur Arbeitsstelle Nummer 7 am Ende der kürzlich montierten Port 1 (P1) ITS bewegt werden.
Aber der MT blieb an einer verstauten Ultrahigh Frequency (UHF) Antenne hängen, kurz nachdem er sich auf die P1 ITS bewegt hatte. Herrington entfaltete später während der EVA die UHF Antenne, um den MT zu befreien, damit er seinen Weg in Richtung der Arbeitsstelle Nummer 7 fortsetzen konnte. Allerdings wurde die automatische Kontrollsequenz unterbrochen, als er auf die UHF Antenne auflief, so dass die Flugkontrolleure am Boden eine Reihe an Kommandos manuell eingeben mussten, damit der MT seine Bewegung fortsetzt. Als er sich schließlich an der Arbeitsstelle Nummer 7 festsetzte, indem er sich an die Energie- und Datenanschlüsse anschloss, war es zu spät, um entweder Canadarm2 wie geplant herüber zu bewegen oder den MT am Ende der EVA zurück zur Arbeitsstelle Nummer 4 zu bewegen. Zum Glück konnten Lopez-Alegria und Herrington alle ihre Aufgaben ohne den Roboterarm abschließen.
Der Ausstieg begann um 14.25 Uhr EST. Lopez-Alegria und Herrington installierten 33 Spool Positioning Devices (SPDs) an verschiedenen Stellen der Raumstation. Die klemmenartigen Vorrichtungen garantieren, dass sich die Quick Disconnect (QD) Einrichtungen in den Ammoniakkühlleitungen der Raumstation wie vorgesehen lösen. Eine andere Aufgabe bestand darin die Versorgungsanschlüsse der Ammonia Tank Assembly (ATA) zu verbinden und einen Unterbrecher an der Main Bus Switching Unit (MBSU) zu rekonfigurieren. Außerdem rekonfigurierten sie die Squib Firing Unit (SFU), eine pyrotechnische Vorrichtung, die dazu dient, die Radiatorflächen der P1 ITS zu lösen, wenn diese im nächsten Jahr entfaltet werden. Die EVA endete um 21.25 Uhr EST nach einer Dauer sieben Stunden. An Bord der Raumstation schlossen derweil Korsun und Trestschow ihre abschließenden Sitzungen in dem Lower Body Negative Pressure (LBNP) Anzug ab, einer russischen Vorrichtung, die den Kosmonauten hilft, sich auf die Erdanziehungskraft vorzubereiten.
Die Ingenieure ziehen es vor, zwischen den Einsätzen den MT an der Arbeitsstelle Nummer 4 abzustellen, weil ein langes Versorgungskabel, das er hinter sich herzieht, wenn er sich entlang der ITS bewegt, nicht dazu entworfen wurde, möglichen Einschlägen von Weltraumtrümmern standzuhalten. Dies stellt kein Problem dar, solange sich der MT an der Arbeitsstelle Nummer 4 befindet, da dann das Trailing Umbilical System (TUS) Kabel auf seiner Spule aufgerollt ist. Aber an der Arbeitsstelle Nummer 7 ist es ausgestreckt und den Einflüssen des Weltraums ausgesetzt. Folglich ist es einem geringfügig höheren Risiko ausgesetzt, beschädigt zu werden.
Am Sonntag, dem 07. Dezember leitete Wetherbee eine Reihe von Triebwerkszündungen des Space Shuttle Endeavour ein, um die Bahnhöhe der Raumstation um ungefähr 4,5 Kilometer anzuheben. Es handelte sich um das dritte derartige Manöver der Mission STS-113. Insgesamt wurde die Bahnhöhe um fast 10,5 Kilometer auf eine durchschnittliche Bahnhöhe von 397 Kilometer angehoben. Whitson und Pettit widmeten sich der Problembehebung an der Microgravity Science Glovebox (MSG). Die MSG erlaubt Experimente mit Flüssigkeiten, Feuer, Teilchen oder Dampf, die in einer abgeschlossen Umgebung durchgeführt werden können. Die Power Distribution and Conversion Box (PDC) der MSG fiel am 20. November aus. Sie wird an Bord des Space Shuttle Endeavour zur Erde zurückkehren und somit die MSG unbenutzbar zurücklassen.
Am darauffolgenden Tag wurden die Luken zwischen den beiden Raumfahrzeugen nach einem letzten Lebewohl unter den Besatzungen um 12.57 Uhr EST geschlossen. Nach einer Reihe von Druck- und Lecküberprüfungen erfolgte die Abkopplung über dem Nordwesten von Australien. Nachdem der Space Shuttle Endeavour die Raumstation eineinviertel Mal umflogen hatte, erfolgte um 16.01 Uhr EST mit einer Triebwerkszündung die endgültige Abreise von der Raumstation. Die sechste Stammbesatzung wird sich von nun an etwa vier Monate an Bord der ISS aufhalten. Auf ihrem Arbeitsprogramm stehen 20 Experimente, die sie entweder beginnen oder weiterführen sowie eine für sechseinhalb Stunden angesetzte EVA am 12. Dezember durch Bowersox und Budarin, während dieser sie zuvor gelieferte Hardware und Komponenten für die zukünftige Montage der Raumstation vorbereiten. Während ihres Aufenthaltes werden sie Besuch von zwei Raumfahrzeugen erhalten. Zum einem von dem neuen Versorgungsraumschiff Progress M-47, dessen Start für den 02. Februar vom Baikonur Kosmodrom in Kasachstan geplant ist, und zum anderen von dem Space Shuttle Atlantis. Im Rahmen der Mission STS-114 wird die jetzige sechste Stammbesatzung durch die siebte Stammbesatzung abgelöst werden. Diese bestand aus Kommandant Juri Malentschenko sowie den Bordingenieuren Sergej Mostschenko und Edward Lu. Allerdings wird Alexander Kaleri Mostschenko bei dieser Mission ersetzen. Eine offizielle Begründung hat es bisher nicht gegeben.
Genauso wie sich der Start des Space Shuttle Endeavour zur Mission STS-113 um mehrere Tage verzögerte, klappt auch die Landung nicht in den ersten Anläufen. Ursprünglich war diese für Mittwoch, den 04. Dezember vorgesehen. Es gab zwei Landegelegenheiten, die eine um 15.48 Uhr EST und die andere um 17.26 Uhr EST. Allerdings verhinderten niedrige Wolken am Kennedy Space Center (KSC) in Florida eine Landung. Daher wurde zunächst die Landung auf Donnerstag, den 05. Dezember verschoben. Die Landezeiten für die beiden Landegelegenheiten wären dann 14.54 Uhr EST und 16.30 Uhr gewesen. Aber auch dieses Mal verhinderten Regen, Wolken und Seitenwinde am KSC eine Landung. Die Landung wurde folglich um einen weiteren Tag auf Freitag, den 06. Dezember verschoben. Wieder boten sich zwei Landegelegenheiten um 13.57 Uhr EST und um 15.33 Uhr EST. Ähnlich schlechte Wetterbedingungen verhinderten wiederum eine Landung. Jetzt ist es geplant, die Landung am Samstag, dem 07. Dezember durchzuführen. An diesem Tag bieten sich vier Landegelegenheiten. Jeweils zwei auf dem KSC und der Edwards Air Force Base (EAFB) in Kalifornien. Für beide Landeorte wird akzeptables Wetter vorhergesagt, wobei am KSC die Möglichkeit auf eine Wolkendecke, aber allgemein verbesserte Wetterbedingungen besteht. Die beiden Landezeiten für Florida lauten 14.37 Uhr EST und 16.15 Uhr EST respektive 17.45 Uhr EST und 19.22 Uhr EST für Kalifornien. An Bord des Space Shuttle Endeavour befinden sich genug Vorräte um im schlimmsten Fall bis Sonntag, den 08. Dezember in der Erdumlaufbahn zu verbleiben. Allerdings befand sich freitags nur noch genug Treibstoff an Bord um fünf tatsächliche Versuche zum Verlassen der Erdumlaufbahn durchzuführen. Dies bedeutete jeweils zwei Versuche freitags und samstags sowie einen Versuch sonntags.
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Sicher werden sie alle gelesen haben, das sich die Raumsonde Galileo im September nächsten Jahres auf ihre letzte Reise begeben wird, und zwar in einen kontrollierten Absturz auf Jupiter. Diese Sonde hat erstaunliche Neuheiten über Jupiter und seine Monde herausgefunden und ist weit über ihr normales Pensum genutzt worden. Die bereits 1989 gestartete Sonde hat mehr als nur gute Dienste geleistet.
Hier kann man alles über die Mission, aber auch über die Tatsachen, die durch sie und vorhergehende Missionen über Jupiter und seine Monde bekannt sind, nachlesen. Dank der äußerst informativen Texte sicher einige Stunden Lesezeit wert.
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InDetail: Wandelsterne |
von Mark Weimar | |
In der Antike beobachte man schon interessiert den Nachthimmel. Schnell stellten die Menschen in der Antike fest, dass die Sterne ihre Position zueinander nicht veränderten und nannten diese deswegen Fixsterne. Bei den sogenannten Wandelsternen ist dies anders. Sie verändern ihre Position zueinander weswegen man sie auch Wandelsterne nannte. Bei den Wandelsternen handelt es sich allerdings nicht um wirkliche Sterne sondern um unsere Planeten.
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"In Space Newsletter" #054 ISSN 1684-7407
Erscheinungsdatum:
7. Dezember 2002
Auflage: 760 Exemplare
Chefredaktion:
Karl Urban
Supervising:
Lorenz Ulrich
Redaktionsleitung:
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Redaktion:
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Michael Schumacher
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