In Space - The Raumfahrer.net Newsletter #056 vom 21. Dezember 2002

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In Space - The Raumfahrer.net

Inhalt

Der Raumfahrtnewsletter des TrekZone Networks.   

 

"In Space Newsletter"

Ausgabe #056
ISSN 1684-7407


> Updates:
Updates / Umfrage

> News:
Astronomie- und Raumfahrtnews

> Space Focus:
Kompakte Objekte (4) - Schwarze Löcher

> History Special:
Die Vogelfänger (2)

> HotSpot:
Shuttle-Nachfolger nimmt endlich Formen an

> ISS:
Weekly Report

> Surftipp:
Rosetta-Homepage

> InDetail:
Frequenzbänder

> Impressum:
Disclaimer & Kontakt
 

      Intro von Mark Weimar

Verehrte Leserinnen und Leser,
 
in unserer heutigen Ausgabe können Sie den zweiten Teil der Weihnachtsgeschichte und den vierten Teil des Berichts über kompakte Objekte von Tilman Kaiser lesen.
Das Jahr neigt sich dem Ende und wir, die Raumfahrer.net-Redaktion, möchten sie recht herzlich dazu einladen mit uns über vergangenes zum Thema Raumfahrt zu chatten. Näheres dazu erfahren sie unter Updates.
Ich und das gesamte Team von Raumfahrer.net wünschen ihnen frohe und erholsame Feiertage.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen
 

            Mark Weimar
            

 
 

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Umfrage: Glauben Sie an erfolgreiche Zukunft von Arianespace nach dem Fehlstart der Ariane 5 am 11. Dezember?

Ja
Nein
 
      Updates / Umfrage

» advent.raumfahrer.net
Die Raumfahrer.net-Adventskalender bietet Ihnen jeden Tag bis Weihnachten ein "Türchen" mit den faszinierendsten Bildern.

» mitarbeit.raumfahrer.net
Raumfahrer.net ist weiter auf der Suche nach neuen Mitarbeitern - hier erfahren Sie was Sie bei uns erwartet.
 

» chat.raumfahrer.net
2002 war das Jahr des Starts großer ESA-Projekte (Envisat/Integral) aber auch das Jahr vieler Verluste, wie der neuen Ariane 5 oder der amerikanischen Kometensonde Contour. Wir laden Sie ein, am 2. Weihnachtsfeiertag (26.12.02) über das hinter uns liegende Jahr zu chatten. Beginn ist um 20.30 Uhr unter chat.raumfahrer.net.

 
 

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      News

Raumfahrt und die Rally Dakar <mehr>
Einschlag auf dem Mond nach 49 Jahren bewiesen <mehr>
Integrals erste Blicke auf Gammastrahlen Universum <mehr>
Vorletzter Ariane 4-Flug erfolgreich <mehr>
NASA startet Satelliten zur Erforschung der Eisdecken <mehr>
Global Surveyor beginnt drittes Marsjahr <mehr>



» Raumfahrt und die Rally Dakar
21. Dezember 2002 - Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) und das Motorsportteam Pescarolo Sport haben eine Partnerschaft geschlossen, die die Verwendung von Technologie und Know-how aus der Raumfahrt zunächst bei der Rally Dakar im Januar 2003 und später bei dem 24 Stunden von Le Mans vorsieht.
Das Projekt wird im Rahmen des Technologietransferprogramms der ESA durchgeführt, das der Förderung und Verwertung von Weltraumtechnik mit dem Ziel dient, sie für unser Alltagsleben auf der Erde nutzbar zu machen.

Am 1.Januar 2003 werden der französische Rallyfahrer Henri Pescarolo und sein belgischer Copilot Serge De Liederkerke bei der 25.Rally Dakar mit einem "weltraumtechnisch aufgerüsteten" Fahrzeug an den Start gehen und während des Wüstenrennens mehrere im Rahmen der europäischen Raumfahrt entwickelte Produkte testen. Pierre Brisson, Leiter des Technologietransferprogramms der ESA, bezeichnet das Vorhaben als "eine ausgezeichnete Gelegenheit, einmal mehr zu zeigen, daß für die Raumfahrt entwickelte Technologien zur Verbesserung unserer Lebensbedingungen auf der Erde beitragen können."

Mit Weltraumtechnik Fahrzeuge sicherer machen und zum Wohlbefinden und damit zur Leistungssteigerung der Fahrer beitragen - das ist die Herausforderung, der sich das Technologietransferprogramm und seine europäischen Industriepartner mit diesem Projekt stellen. Aus der Untersuchung, mit der die Firma Bertin Technologies und Partner beauftragt wurden, um die Möglichkeit der Nutzung bestimmter Technologien im Motorsport zu ermitteln, sind vier Produkte hervorgegangen, die sich für dieses Experiment eignen.

In Pescarolos Autos wurde ein neuartiges Wärmeisolationsmaterial eingebaut, das die Temperatur im Innenraum senken und die Brandgefahr eindämmen soll. Ein in die Helme integriertes Kühlsystem soll den Fahrern helfen, über die gesamte Rennstrecke einen kühlen Kopf zu bewahren. Ferner werden während der Rally selbstkühlende Getränkedosen, die mit für die ESA entwickelten digitalen Simulationstechniken entworfen wurden, sowie ursprünglich für Astronauten entwickelte Lebensmittelrationen getestet.

Weitere Produkte könnten hinzukommen, sobald die entsprechenden Untersuchungen abgeschlossen sind.
(la - Quelle: ESA)


» Einschlag auf dem Mond nach 49 Jahren bewiesen
19. Dezember 2002 - Eine erstaunliche Beobachtung aus den 50er Jahren ist nun scheinbar nachgewiesen: Ein Einschlag auf dem Erdtrabanten.
Im Jahr 1953 beobachtete der Amateurastronom Leon H. Stuart den Einschlag eines kleineren Gesteinbrockens auf der Mondoberfläche und veröffentlicht dies in der Zeitschrift Strolling Astronomer. Dieses damals umstrittene Ereignis scheint nach Aufnahmen der NASA-Sonde Clementine, die 1994 den Mond kartografierte, tatsächlich vonstatten gegangen sein: Da erdgebundene Teleskope heute noch nicht die Auflösungsstärken und Brennweiten für so detaillierte Beobachtungen besitzen, konnte erst Clementine den winzigen Krater des Einschlags entdecken.
Ein Forscherteam, das immer noch mit der Auswertung der vielen Bilder der NASA-Sonde beschäftigt ist, meint nun den durch den 1953 beobachteten Einschlag entstandenen Krater gefunden zu haben. Der eindeutig sehr unwahrscheinliche Zufall, einen solchen Einschlag direkt zu beobachten, scheint damit belegt zu sein.
Die Wissenschaftler Bonnie Buratti vom NASA Jet Propulsion Laboratory (JPL) und Lane Johnson vom Pomona College in Claremont entdeckten den "frischen" und mit 1,5 Kilometern Durchmesser relativ kleinen Einschlagskrater an der Stelle, an der vor 49 Jahren der Zusammenstoß beobachtet worden war. Spektralanalysen vom Krater zeigten zudem, dass er sehr viel jünger sein muss als alle anderen erforschten Krater.
(ku - Quelle: Space.com)


» Integrals erste Blicke auf Gammastrahlen Universum
18. Dezember 2002 - Integral, der neue Satellit zur Beobachtung von Gamma- und Röntgenstrahlung, liefert erste erfolgversprechende Bilder.
Der von der ESA eingesetzte Satellit, zur Beobachtung von Gammastrahlen, Integral (beachten Sie auch das Raumfahrer.net-Special zu Integral) ist nun völlig betriebsbereit. Heute wurden die ersten von Integral aufgenommenen bahnbrechende Bilder eines hoch-energetischen Universums vorgestellt. Astronomen bezeichnen solche Erstbeobachtung "Erst-Licht" Bilder. Das hoch-energetische Universum ist ein gewaltiger Platz voll von explodierenden Sternen und ihren kollabierenden Überresten, wie die hoch-kompriemierten Neutronen Sterne und, die extremsten, alles verschlingende Schwarze Löcher. Diese Himmelsobjekte erzeugen Röntgen- und Gammastrahlen die viele male stärker sind als die optischen Strahlen, die wir mit unseren Augen und optischen Teleskopen wahrnehmen können. Die Wissenschaftler die verantwortlich für die Instrumente an Bord sind erklären die entscheidende Rolle die hoch-Energie Missionen wie Integral in der Astronomie spielen so: Röntgen- und Gammastrahlen Astronomie ist der Wegbereiter zu ungewöhnlichen Objekten. In Bereich von optischen Wellenlängen ist die Zahl der Sterne entsetzend groß. Bei Röntgen- und Gammastrahlen Wellenlängen gibt es weniger Objekte, aber die die übrigbleiben sind die wirklich Besonderen.
Als ein erster Test beobachtete Integral die Cygnus Region des Himmels, insbesondere das rätselhafte Objekt Cygnus X-1. Seit den 60er Jahren, sind uns diese Objekte bekannt als konstante Erzeuger von hoch-energetischen Strahlen. Die meisten Wissenschaftler glauben das Cygnus X-1 der Platz eines Schwarzen Loches ist, der ungefähr die fünffache Masse unserer Sonne enthält und einen nahen Stern verschlingt. Das Beobachten von Cygnus X-1, der relativ nah bei unserer eigenen Galaxie liegt - "nur" 10000 Lichtjahre von uns entfernt - ist ein sehr wichtiger Schritt in Richtung zum Verständniss von Schwarzen Löchern. Dies wird auch helfen das monströse Schwarze Loch - drei Millionen mal die Masse unserer Sonne - im Zentrum unserer Galaxie zu verstehen. Während der ersten Untersuchungen wurden die Wissenschaftler angenehm überrascht als Integral seine ersten Gammastrahlenexplosionen erfasste. Diese außergewöhnlichen himmlischen Explosionen sind unvorhersehbar und treten von zufälligen Richtungen aus ungefähr zwei mal am Tag auf. Ihr genauer Ursprung ist umstritten:

sie könnten die Resultate von dem Zusammenbruch massiver Sterne in dem entfernten Universum sein


oder alternativ das Ergebniss des Zusammenstoß´ zweier Neutronen Sterne sein.

Integral verspricht entscheidende Hinweise zur Lösung dieses ungewöhnlichen himmlischen Mysteriums zu liefern. Um diese Eigenheiten zu beobachten trägt Integral zwei mächtige Gammastrahleninstrumente. Es hat eine Kamera, genannt IBIS, und ein Spektrometer, SPI. Spektrometer werden dazu benutzt um die Energie von Gammastrahlen zu empfangen. Gammastrahlenquellen sind oft extrem flexibel und können binnen weniger Minuten oder Sekunden schwanken. Deshalb ist es zwingend notwendig Daten gleichzeitig in verschiedenen Wellenlängen aufzuzeichnen. Um das zu erreichen trägt Integral auch einen Röntgenstrahlen und einen optischen Monitor mit sich (JEM-X und OMC). Alle vier Instrumente werden dieselben Objekte zur selben Zeit beobachten. Auf diese Weise können können sie flüchtige Ereignisse komplett erfassen. Integral sendet alle Daten der Instrumente zum Integral Science Data Centre (ISDC) in der Nähe von Geneva in der Schweiz, wo sie dann aufbereitet werden um sie eventuell der Wissenschaftsgemeinde bereitzustellen.
(lz - Quelle: ESA)


» Vorletzter Ariane 4-Flug erfolgreich
18. Dezember 2002 - Gestern Abend um 20:04 Uhr Ortszeit (bzw. 00:04 Uhr MEZ am 18. Dezember) ist die vorletzte Ariane 4-Trägerrakete erfolgreich mit dem amerikanischen Kommunikationssatelliten NSS-6 vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou aus gestartet.
Der Start von der ELA-2-Plattform in Kourou verlief ohne Probleme. Die mit vier Flüssigtreibstoff-Boostern ausgestattete Ariane 44L hob am gestrigen Abend (Ortszeit) ab und setzte den rund 4,5 Tonnen schweren Kommunikationssatelliten NSS-6 gut 21 Minuten nach dem Start in den vorgesehenen Transferorbit aus. Der erdnächste Punkt lag 199,4 Kilometer und der erdfernste Punkt 35.904 Kilometer über dem Erdboden bei einer Bahnneigung von 6,99° gegenüber dem Äquator - wieder einmal also ein Bilderbuchstart, bei dem alle Bahnparameter annähernd exakt bei den angepeilten Werten lagen.
 
Von diesem Transferorbit aus wird der Satellit in den nächsten Tagen mit seinem bordeigenen Triebwerk in die vorgesehene geostationäre Erdumlaufbahn wechseln. Der Kommunikationssatellit des Betreibers New Skies Satellites ist mit 50 Ku-Band- und 10 Ka-Band-Transpondern ausgestattet und wird Kunden im Mittleren Osten sowie in Fernost Internet-Services sowie die Ausstrahlung von Rundfunkprogrammen anbieten.
 
Nach dem Desaster beim ersten Start der leistungsfähigeren Ariane 5 Plus vor einer Woche ist dieser 73. erfolgreiche Start einer Ariane 4 in Folge zum Jahresende natürlich Balsam auf die Seelen der Arianespace-Mitarbeiter. Gleichzeitig markierte der Start der Arianespace-Mission 156 den vorletzten Flug dieser erfolgreichen Trägerrakete.
 
Insgesamt sind im Jahr 2002 zwölf Ariane-Starts erfolgt (davon vier Ariane 5-Missionen), von denen alle bis auf den Arianespace-Flug 157 in der letzten Woche erfolgreich verlaufen sind. Anfang des kommenden Jahres steht der letzte Flug einer Ariane 4-Rakete auf dem Programm, mit dem dann der Kommunikationssatellit Intelsat 907 in einen geostationären Orbit befördert werden soll.
 
Schon für den 13. Januar aber ist der nächste Start einer Ariane 5 (in der Standardversion) geplant, mit der die europäische Kometensonde Rosetta auf den Weg gebracht werden soll. Hinter diesem Starttermin steht jedoch noch ein Fragezeichen: Sollte die Untersuchungskommission, die den Ariane 5 Plus-Fehlstart der letzten Woche analysiert, in ihrem für den 6. Januar geplanten Abschlußbericht eine Absturzursache benennen, die auch die Standardversion der Ariane 5 betrifft, ist der Start von Rosetta zum geplanten Termin fraglich - die Mission kann aufgrund der überaus komplexen Reiseroute nur um maximal 20 Tage verschoben werden, so dass im ungünstigsten Fall ein Scheitern durch Nicht-Starten droht. Da dem ersten Anschein nach das neue Vulcain 2-Triebwerk den Fehlschlag des Ariane 5 Plus-Fluges in der letzten Woche verursacht hat ist die Gefahr, dass dieses Szenario eintritt, jedoch vor dem Hintergrund des heutigen Kenntnisstandes als eher gering einzuschätzen.
(ms - Quelle: Arianespace)


» NASA startet Satelliten zur Erforschung der Eisdecken
16. Dezember 2002 - NASA-Wissenschaftler erhoffen sich durch den Start eines mit Lasern ausgerüsteten Satelliten, welcher die Zu- und Abnahme der größten Eisplatten des Planeten messen soll, neue Einsichten in die Zukunft des globalen Meeresspiegels.
Der Ice, Cloud and Land Elevation Satellite (Icesat) wird in dieser Woche starten und mindestens drei Jahre lang ununterbrochen die Höhe der Eisplatten, welche Grönland und die Antarktis bedecken, messen. Das wird helfen die Frage zu klären, ob diese Eisschichten, die bis zu drei Kilometer dick sind und schätzungsweise 8 Millionen Kubikmeilen Süßwasser enthalten, wachsen oder schrumpfen. "Sehr einfach, wir wissen es nicht," erklärt Jay Zwally, der zuständige Wissenschaftler am Goddard Space Flight Center der NASA in Greenbelt, MD. "Wir sind uns nicht nur darüber im Unklaren was heute abläuft, wir wissen auch nicht was in der Zukunft passieren wird."
Icesat wird vorraussichtlich am Dienstag mit einer Delta II Rakete von der Vandenberg Air Force Base an der Zentralkalifornischen Küste starten. An Bord der Delta II befindet sich ebenso der 16 Millionen Dollar teuere Cosmic Hot Interstellar Plasma Spectrometer Satellite (Chipsat), der das Glühen des interstellarer Mediums, das Gas, welches den Raum zwischen den Sternen auffüllt, beobachten wird.
Die Frage, die das 282 Millionen Dollar Projekt Icesat beantworten soll ist wichtig: wenn mehr Eis von den Platten schmilzt als durch Schnee wieder darauf zurückkommt würde das Wasser zu dem bereits meßbaren Anstieg des Meeresspiegels beitragen. Wissenschaftler befürchten, dass der der Anstieg ganze Küstenregionen fluten könnte und die Wasserzirkulation der Ozeane, die entscheidend zum Klima beiträgt, durcheinanderbringt. Zur Zeit steigt der Meeresspiegel in einem Jahrzehnt um etwa zwei Zentimeter. Ungefähr die Hälfte davon ist auf das Abschmelzen kleinerer Gletscher und die Erwärmung der Ozeane zurückzuführen, was sich in einer Temperaturerhöhungen ausdrückt. Die Ursache für die andere Hälfte ist unbekannt, obwohl das Schmelzen des Eises vermutet wird.
Das Klimawechsel-Podium, bestehend aus mehreren Regierungen, schätzt, dass der Meeresspiegel während des nächsten Jahrhunderts um 46 Zentimeter (+/- 35 Zentimeter) ansteigen könnte. Die Messungen von Icesat sollen laut Zwally, diese Unklarheiten minimieren. Auf einem kürzlich stattgefundenen Treffen der American Geophysical Union, sagten Wissenschaftler, dass die Grönländ-Platte und das Eis auf dem Arktischen Ozean in seit Jahrzehnten unerreichten Maßen schmelzen. In der Antarktis steigt die durch Meereseis bedeckte Fläche zumindest im Winter. Icesat wird die Erdoberfläche 40 mal pro Sekunde mit einem Laserstrahl abtasten. Sollte jemand die Gelegenheit haben den Satelliten bei seinem Überflug mit 26.000 km/h zu sehen, würde der 330-Watt-Laser, Wissenschaftlern zufolge, als grüner Stern erscheinen. Wenn er die Erde erreicht wird er weniger Energie als der Blitz einer Kamera haben und keine Gefahr darstellen.
Die über ein Jahr verteilten wiederholten Messungen ermöglichen es dem Satelliten Veränderungen von nur einem Zentimeter in der Eisschicht festzustellen. Sollte dieser Anteil an Eis schmelzen, würde er den Meeresspiegel nur um einige hundertstel Zentimeter erhöhen. Icesat wird auch Eisdecken in Peru und der kanadischen Arktis messen, sowie Land- und Wolkenhöhen. Die Gletscher in Alaska sind zu klein um sie vom Weltraum aus zu beobachten.
(dm - Quelle: Space.com)


» Global Surveyor beginnt drittes Marsjahr
21. Dezember 2002 - Ein fast vergessene Raumsonde der NASA erforscht weiterhin den Mars - und hat noch viel vor.
Offiziell begann die Kartografierungs-Mission der NASA-Sonde Mars Global Surveyor am 9. März 1999, nachdem sie mehr als eineinhalb Jahre lang ihre Umlaufbahn von einer stark elliptischen in eine nahezu kreisförmige und polare verändert hatte - in einer Höhe von 380 Kilometern über der Oberfläche. Als dann endlich die Kartografierung begann, war in der nördlichen Marshemisphäre Sommer - und im Süden Winter. Eine der wichtigsten Aufgaben des Hauptinstruments des Global Surveyor, die Mars Orbiter Camera, war die Beobachtung des Roten Planeten für mindestens ein Jahr. Während dieses Zeitraums sollten die Wetterveränderungen dokumentiert werden, darunter auch das Wachstum und Schrumpfen der Polkappen. Am 24. Januar 2001 war das erste Marsjahr (mit einer Länge von 687 Erdtagen) schließlich zu Ende.
In dieser Woche läuft auch das zweite Marsjahr zusammen mit Global Surveyor in der Umlaufbahn aus, in dem der Mars erneut aufs genauste beobachtet und erforscht worden war. Am 12. Dezember 2002 erreichte der Rote Planet exakt die gleiche Position auf seiner Bahn um die Sonne, auf der er schon am 24. Januar 2001 und 9. März 1999 gestanden hatte, als die Mission der Raumsonde begonnen hatte.
Mit dem Beginn des dritten Marsjahres wird der Global Surveyor weiter seiner Aufgabe nachgehen. Dabei erwarten sich die Forscher viele hochaufgelöste Bilder von Landeorten für zukünftige Sonden. Vorher sollen unter anderem mit den Bildern des Orbiters die geologischen Voraussetzungen und andere Phänomene, wie Windböen, über längere Zeiträume erforscht werden.
Das derzeitige Ziel der NASA ist es, den Global Surveyor bis mindestens Oktober 2004 weiterzubetreiben. In diesem Zeitraum soll zudem die Kommunikation mit dem geplanten Mars Exploration Rover sichergestellt werden, der auf der Oberfläche des Roten Planeten landen wird. Besonders in der kritischen Phase des Eintritts in die Atmosphäre und der Landung ist der Orbiter als Relaisstation bei der Datenübertragung zur Erde wichtig. Auch in der Arbeitsphase des Landers soll der Global Surveyor weiter Daten übertragen. Dies wird unter anderem über einen Computer-Buffer mit dem Namen Mars Relay ausgeführt, der mit in Frankreich entwickelt wurde.
Der Orbiter könnte, wenn er dann noch arbeitsfähig ist, sogar die Marsmissionen der Jahre 2007 und 2009 der NASA unterstützen.
In der Zwischenzeit setzt der Global Surveyor täglich seine Aufgabe fort und macht Bilder der Oberfläche des Roten Planeten, die Sie hier finden können.
(ku - Quelle: Malin Space Science Systems)



 
 

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      Space Focus: Kompakte Objekte (4) - Schwarze Löcher von Tilman Kaiser 

In einem schwarzen Loch übertrifft die gravitative Wirkung vollständig jeden Gegendruck, der durch das atomare oder nukleare Material aufgebaut werden kann. Die Gravitationskraft wird das stellare Material zu unendlicher Dichte komprimieren. Diese sogenannte Singularität (Unendlich hohe Dichte in einem Punkt) wurde erstmals 1916 vom Göttinger Astrophysiker Karl Schwarzschild aus Einsteins Feldgleichungen zur Raumzeitkrümmung berechnet und war den Physikern noch in den 30-iger Jahren (darunter auch Albert Einstein selbst) ein Greuel, weswegen Schwarze Löcher lange als Naturphänomen ausgeschlossen wurden. Ihren Namen erhielten die Schwarzen Löcher durch die Tatsache, dass nicht einmal Licht von ihrer Oberfläche entweichen kann. Ende des 18. Jahrhunderts, als die Wellennatur des Lichts noch nicht bekannt war und die Newtonsche Korpuskeltheorie die Vorstellungen von Lichtteilchen prägte, gab es erstmals Vermutung zu solchen Phänomenen. 1783 berichtet John Mitchell der Royal Society von dieser Vermutung.
Er hatte mit Hilfe der Newtonschen Gravitationsgesetze berechnet, dass die Entweichgeschwindigkeit eines Körpers von einer Sternoberfläche proportional zur Wurzel aus der Sternmasse und antiproportional zur Wurzel des Sternradius ist. Da die Lichtgeschwindigkeit damals hinreichend bekannt war, konnte Mitchell für jede beliebige Sternmasse einen kritischen Umfang berechnen, bei dem Licht nicht mehr von der Oberfläche des Sterns entweichen konnte. Der französische Mathematiker Pierre Simone Laplace stellte bis zur dritten Auflage seines Werkes "Darstellung des Weltssystems" von 1808 ähnliche Überlegung an, die er aber wieder revidieren musste, als die Huygensche Wellentheorie des Lichtes durch den Engländer Thomas Young experimentelle Bestätigung fand.
Astrophysiker erkennen heutzutage nicht nur an, dass Schwarze Löcher eine theoretische Konsequenz der Allgemeinen Relativitätstheorie sind, sondern haben auch dank unzähliger empirischer Hinweise gelernt zu akzeptieren, dass Schwarze Löcher offensichtlich auch in der Natur vorkommen. Ein heisser Kandidat für ein Schwarzes Loch war die erste Röntgenquelle, die im Sternbild Schwan entdeckt wurde: Cygnus X-1. Hinter der mit einer irregulären Intensität abstrahlenden Röntgenquelle steckt ein binäres System, bestehend aus einem blauen Überriesen(HDE226868) und dem "unsichtbaren Schwarzlochkandidaten". 1974 schlossen die beiden theoretischen Physiker Kip Thorne und Steven Hawking eine Wette über die Natur von Cyg X-1 ab. Thorne plädierte für ein Schwarzes Loch und Thorne dagegen. 1990 verdichteten sich die Anzeichen, dass Cyg X-1 die Massenobergrenze für Neutronensterne überschreitet und Hawking gab geschlagen. Thorne schreibt über den langwierigen Prozess der Entdeckung Schwarzer Löcher in binären Systemen:
"Diese Zusammenarbeit zwischen Astronomen, Astrophysikern und Experimentalphysikern hat wesentlich zum Erfolg bei der Suche nach Schwarzen Löchern beigetragen, doch war sie nicht allein ausschlaggebend. Der Erfolg ist letztendlich das Ergebnis einer gemeinsamen Anstrengung von sechs verschiedenen Gruppen von Menschen. Jede Gruppe spielte dabei eine wichtige Rolle: Relativisten schlossen aufgrund der Gesetze der allgemeinen Relativität, dass Schwarze Löcher existieren müssen.
Astrophysiker schlugen eine Methode für die Suche nach solchen Objekten vor und gaben immer wieder entscheidende Hilfestellung bei der Durchführung der Suche. Beobachtende Astronomen identifizierten HDE 226868, den Begleiter von Cyg X-1. Sie benutzten die periodischen Verschiebungen seiner Spektrallinien zur Massenbestimmung von Cyg X-1 und waren mit Hilfe anderer Beobachtungen in der Lage, ihre Massenabschätzung zu untermauern. Experimentalphysiker schufen die Instrumente und Methoden, die eine Suche nach Röntgensternen erlaubten, und sie waren es, die schliesslich die Röntgenquelle Cyg X-1 identifizierten. Ingenieure und Angestellte der NASA entwickelten die Raketen und Raumfahrzeuge, die die Röntgendetektoren in eine Erdumlaufbahn beförderten. Und die amerikanischen Steuerzahler stellten Mittel in Höhe von mehrereb Millionen Dollar zur Verfügung, um Raketen, Raumfahrzeuge, Röntgenteleskope sowie die Gehälter von Technikern und Wissenschaftlern zu finanzieren. Dank dieser bemerkenswerten Zusammenarbeit können wir heute, in den neunziger Jahren, mit fast hundertprozentiger Sicherheit davon ausgehen, dass Schwarze Löcher nicht Galaxie existieren."
Schwarze Löcher, die millionen mal schwerer als die Sonne sind, existieren wahrscheinlich im Zentrum von Aktiven Galaxien.

Literatur:
1)
H. Voigt:
"Abriss der Astronomie",
Universitätssternwarte Göttingen, 1991

2)
Karttunnen, Kröger, Oja, Poutanen, Donner:
"Fundamental Astronomy",
Helsinki, 1996

3)
Kip S. Thorne:
"Black Holes & Time Warps.
Einstein's Outrageous Legacy"
In: "The Common Wealth Fund Book Programme"
hrsg.:Lewis Thomas, Bd. 9, 1993

 
 

 
 

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      History Special: Die Vogelfänger (2) von Tilman Kaiser 

Wie dem auch sei, Mamageno wollte endlich wissen, ob er mit Hilfe der Sterne etwas über Mamagena erfahren konnte und da lag es nahe, zu dem sagenumwobenen Weisheitstempel zu pilgern. Er hatte sich übrigens bei einer fahrenden Wahrsagerin versichert, daß Westen dort ist, wo die Sonne jeden Tag untergeht. Er war wirklich sehr naiv und die Reise dauerte dementsprechend lange. Aber er war felsenfest davon überzeugt, daß er mit Hilfe der Sterne etwas über sein Schicksal erfahren und damit die Frage klären könne, ob ihn eine liebe Vogelfängerin begleiten oder ob ihm ein intrigantes Weibsbild die Hölle heiß machen würde. Die letztere Sorte hatte er zu genüge am Hof der Königin kennengelernt. Die Königin selbst war manchmal unangenehm unbeherrscht gewesen, wenn er nach seinen Eltern fragte und hatte manchmal ihren Kummer an ihm und später nach seiner Verbannung in den Wald wahrscheinlich an seinen gefiederten Freunden ausgelassen, die er ihr über die drei eitlen Hofdamen regelmäßig überbringen ließ.
Um es kurz zu machen, der Abschied fiel nicht schwer, aber es dauerte mehrere Jahre bis er an die Tore des Weisheitstempels gelangte. Die Pforten öffneten sich leider nicht und sollten sich auch in den darauffolgenden Jahren nicht öffnen. Durch die lange Zeit des Wartens kam er immer mehr ins Grübeln kam.
Sicher, er sah den Weisheitstempel vor sich, konnte aber nicht in sein Inneres gelangen. Er konnte sich nur ausmalen, wie der Tempel von innen aussehen könnte. Er konnte vor allem nicht fassen, was in diesem Tempel vor sich ging, was die Sterndeuter dort ausheckten. Er konnte nur Vermutungen anstellen. So baute er sich in der langen Zeit des Wartens ein kleines Ideenreich auf.
Andererseits war das auch sehr müßig. Wenn er manchmal wieder nicht wusste, wo ihm der Kopf stand und er nicht mehr zwischen Idee und Wirklichkeit unterscheiden konnte, tat es sehr gut, etwas handfestes in den Händen zu haben. Immerhin konnte er die Mauern des Tempels anfassen und den Duft der exotischen Blumen riechen, die sich an den hohen Mauern emporrankten. Die Früchte, die an den Bäumen um den Tempel wuchsen, waren ihm zwar fremd, aber sie schmeckten vorzüglich und eine kleine Quelle befand sich unweit vom Tempel, so daß ihm nichts fehlte. Es war keine schlechte Zeit. Er musste nicht einmal Vögel fangen, sondern konnte mit ihnen um die Wette pfeifen. Natürlich fehlte ihm noch immer eine Vogelfängerin, mit der er jetzt viel Zeit gehabt hätte, andere Dinge zu treiben. Da er wieder mal schlaflose Nächte durchlitt, konnte er in aller Ruhe die Sterne betrachten. Er erkannte die einzelnen Sterne inzwischen wieder, indem er ihnen Sternbilder zuordnete. Er gab diesen Sternbildern meist Namen von Tieren, die er aus seiner Zeit im Zweistromland in Hof, Feld und Wald gesehen hatte. Natürlich bezeichnete er die Sternbilder in seiner Landessprache, so daß sie für uns Mitteleuropäer einen zauberhaften Klang haben würden. Als Vogelliebhaber sah er sehr viele Sternbilder, bei denen er sich Flügel vorstellen konnte und nannte einen sehr hellen Stern den "fliegenden Stern", da er sich in einem Sternbild befand, das ihn an einen Adler erinnerte. Der Fixsternhimmel erschien ihm wie eine verlässliche Konstante in seinem vergänglichen Leben (Er war nun auch nicht mehr der Jüngste und durch die vielen schlaflosen Nächte schon etwas gezeichnet). Besonders in den Nächten, in denen Luna abwesend war, konnte er die Sterne gut beobachten. In einer solchen klaren Nacht bemerkte er einmal, daß es sehr helle Sterne gibt, die nicht funkeln.
Da ihm diese Sterne gefielen, beobachtete er sie genauer. Durch nächtelange Beobachtungen stellte er fest, daß sie nicht immer die selbe Position unter den funkelnden Sternen einnehmen. Sie schienen ein Eigenleben zu führen und hinter der Bewegung des Fixsternhimmels zurückzubleiben. Er begann ihre Bewegung am Himmel auf den Erdboden mit einem spitzen Stöckchen zu übertragen, wie auch immer man sich dieses hilflose Unterfangen vorstellen mag. So stellte er eines morgens fest, daß er bei den Aufzeichnungen eines rötlichen Wandelsterns mit seinem Stöckchen in den letzten Nächten nicht mehr von rechts nach links, sondern von links nach rechts gezeichnet hatte. Er wollte sich zuerst ohrfeigen, doch fand er in den darauffolgenden Nächten die Bestätigung seiner Aufzeichnungen. Er notierte sich nun in seiner Papyrusmappe, in die er tagsüber seine Stöckchenzeichnungen eintrug (ich glaube, er benutzte irgendeine Entenfeder und etwas Harz dazu), daß sich der rötliche Wandelstern von der Sternbewegung aus nicht immer rückwärts, sondern auch vorwärts bewegte. Nach einigen Monaten musste er in diesen Satz für den rötlichen Wandelstern noch einfügen "für gewisse Zeit, um dann wieder die gewohnte Rückwärtsbewegung zu vollziehen".
Seit dem Schwenk in seiner Bewegungsrichtung stand Mamageno mit dem rötlichen Wandelstern auf Kriegsfuss, vielmehr, diese Angelegenheit war schon fast beängstigend gewesen. Nun war unser Vogelfänger schon fast ein bisschen erleichtert, daß der Stern wieder in seine gewohnte Richtung zurückgeschwenkt war. Er war eben doch ein Gewohnheitstier. Aus Ärger über die ganze Aufregung und vor allem wegen des Geschmieres, das dieser Wandelstern in seinen Papyrusmappe verursacht hatte, steigerte sich Mamageno in eine solche Gemütslage hinein, daß er mindestens eine Viertelstunde fluchte, lachte, meckerte, weinte. Er riss sich die Kleider vom Leib und wirbelte seinen Aufzeichnungen durch die Gegend. Sicherlich ein sehr komisches Schauspiel für jeden unbeteiligten Betrachter.
(Wie es weiter geht, erfahrt Ihr nächste Woche. Frohe Feiertage wünsche ich euch!)
 
 

 
 

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      HotSpot: Shuttle-Nachfolger nimmt endlich Formen an von Karl Urban 

Dieser Artikel erzählt von einem NASA-Projekt, das ein hochkomplexes Raumfahrzeug entwerfen und bauen soll. Der Name verrät bereits alles: next-generation reusable space transportation system - Wiederverwendbares Weltraumtransportsystem der nächsten Generation. Es geht also um den Nachfolger des amerikanischen Space Shuttles, das immerhin schon eines hat: Einen langen hochkomplexen Namen.

In den neunziger Jahren waren in diesem Bereich bereits viele Projekte angelaufen und auch teilweise realisiert worden, beispielsweise mit dem vielversprechenden Venture Star, der ein bemanntes Startvehikel mit nur einer Stufe in den Orbit bringen sollte. Dabei gelangte man schließlich zu der Einsicht, dass das Unterfangen schlicht weg zu teuer war - allein die Planungen und anfänglichen Tests verschlangen Milliarden US-Dollar. Doch eigentlich es war das Ziel von Venture Star und Co gewesen, billiger als das Space Shuttle zu werden: Die erste wiederverwendbare Raumfähre (mit dem first generation reusable space transportation system), von der insgesamt fünf voll funktionstüchtige Orbiter gebaut worden waren, kosten pro Start etwa 500-600 Millionen US-Dollar. Dieser Zustand ist aber auch heute nicht dauerhaft hinnehmbar, zumal Endeavour, Discovery, Atlantis und Columbia (die Challenger explodierte 1986) ständig älter und anfälliger für Fehler werden.

Besonders tragisch bei den vielen Konzepten zur Entwicklung eines neuen Startsystems, die die NASA aus Kostengründen stoppen musste, war das vorübergehende Ende für das X-38-Projekt, das in wenigen Jahren das Rettungsraumschiff der Internationalen Raumstation bilden sollte (siehe dazu: ISS: Ein Weg aus der Krise vom 7.12.02). Damit wurde auch das wissenschaftliche Ziel der Station durch eine Reduzierung der maximalen Besatzungsstärke von sieben auf drei in Frage gestellt.

Lichtblicke bei der NASA
Anfang November 2002 lässt der NASA-Administrator Sean O'Keefe nachträglich das Fünf-Jahres-Budget der Raumfahrtbehörde ändern, Raumfahrer.net berichtet:
"Im Budget der NASA für 2003 sind einige grundlegende Veränderungen geplant. So soll ein Plan zur Entwicklung eines neuen Weltraum-Transport-Systems zusätzlich aufgenommen werden. Damit möchte die NASA-Administration sicherstellen, dass gerade die wissenschaftlichen Zielsetzungen der Internationalen Raumstation (ISS) erreicht werden können. Die Amerikanische Raumfahrtbehörde ist seit vielen Monaten in der Kritik, da sie den Etat das Projekts zur Entwicklung des ISS-Rettungsvehikels CRV (Crew Return Vehicle ) eingefroren hatte. Das CRV ist jedoch für einen vollständigen Ausbau der Station zu einem internationalen Forschungslabor im All unabdingbar, da nur so bis zu sieben Raumfahrer auf ihr wohnen und arbeiten können. Aufgrund von extremen Kostenüberschreitungen musste das Projekt CRV (oder X-38) eingefroren werden.
Derzeit sind aufgrund der begrenzten Plätze im "Rettungsboot", der russischen Sojus-Kapsel, langfristig nur maximal drei Raumfahrer an Bord möglich. Kurzfristige Ausnahmen bilden lediglich die Besuche einer zweiten Sojus Kapsel oder des Space Shuttles für jeweils ein bis zwei Wochen.
Die NASA möchte mit den neuen Plänen ein kompaktes Startsystem schaffen, mit dem sich ein niedriger Orbit, auf dem sich auch die ISS befindet, erreichen lässt. Die Budgetveränderung sollen besonders die Glaubwürdigkeit der NASA sicherstellen, da der Beitrag zum ISS-Programm bereits vertraglich zugesichert worden war. Den Budgetänderungen muss aber erst der US-Kongress zustimmen." (Newsmeldung vom 12.11.2002)

Doch ebenso wie beim CRV ist auch beim Nachfolger des Space Shuttles Einiges in Bewegung geraten. Bereits im April 2002 berichtet die NASA über das Abwägen zwischen verschiedenen Vorschlägen von etwa 15 Unternehmen, wie das neue Shuttle aussehen könnte. Der Trend liegt dabei auf einem mehrstufigen System (nicht mehr einstufig wie bei den früheren Entwürfen), das zudem den konventionellen Treibstoff Kerosin und zum Teil flüssigen Sauerstoff benutzt. Viele der Vorschläge wollen außerdem zum Teil große Flugzeuge für die ersten Kilometer in Richtung Orbit benutzen, so dass das Vehikel gar nicht mehr wie eine Rakete starten muss bzw. dies erst aus größeren Höhen tut. Die größten Prioritäten aller Programme liegt auf einer maximalen Zuverlässigkeit und minimalen Betriebskosten, die das Space Shuttle untertreffen sollen.

Trotz aller aktuellen Bemühungen bei der NASA ist die Entwicklung eines völlig neuen wiederverwendbaren Weltraumtransportsystems eine Zeitfrage: Frühestens ab 2005 könnten nach NASA-Angaben die Planungen realisiert werden - und auch für die Erprobung des Vehikels und des Systems dürften viele Monate veranschlagt werden. Doch was zählt, ist, dass die Initiative wiederaufgenommen wurde und dies direkt vom Administrator Sean O'Keefe persönlich, der in der Vergangenheit eher den Eindruck erweckte, als Sparbeamter von Präsident Bush eingesetzt worden zu sein. Es ist noch Vieles zu schaffen, aber immerhin wurde nun ein solider Grundstein für ein neues moderneres Shuttle und Startsystem gelegt, das auch die Zukunft der ISS sichern könnte.
 
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      ISS Weekly Report von Michael Schumacher 

Neue Besuchsbesatzung noch unklar

Die sechste Stammbesatzung befindet sich nunmehr schon fast einen Monat an Bord der International Space Station (ISS). Am Montag prallten die Besatzungsmitglieder der sechsten Stammbesatzung buchstäblich von den Wänden der Raumstation ab. Der Kontakt mit den Wänden des Labors Destiny war allerdings zuvor gründlich geplant. Er erzeugte Vibrationen für eine Datengewinnung mit dem Internal Wireless Instrumentation System (IWIS). Die Software des IWIS wurde aufgerüstet und die Datengewinnung diente einem Strukturdynamikexperiment.

Kommandant Kenneth Bowersox, Bordingenieur Nikolai Budarin und National Aeronautics and Space Administration (NASA) ISS Science Officer (SO) Donald Pettit, die die sechste Stammbesatzung bilden, arbeiteten diese Woche an einer Vielzahl von wissenschaftlichen Experimenten, einschließlich biomedizinischer Tests und dem Experiment Zeolite Crystal Growth (ZCG). Zudem installierte Pettit noch den Laptop für das Express Rack Nummer 3, aktivierte und überprüfte das Gestell, das vor einigen Monaten zur Raumstation gebracht wurde.

Zusammen mit den russischen Bodenstationen testete die sechste Stammbesatzung den passiven Kurs-P Dockingring. Später rekonfigurierte Budarin das Kurs-P Radarsystem, das während automatischen Rendezvous- und Dockingmanövern benutzt wird. Außerdem testete die sechste Stammbesatzung am Donnerstag mehr als drei Stunden lang den Canadarm2. Die Test beinhalteten eine Reihe von Greifversuchen an einer Vorrichtung des Mobile Base System (MBS) während Daten mit dem Force Moment Sensor (FMS) gesammelt wurden.

Am Freitag arbeitete die sechste Stammbesatzung an der Einstellung des High Rate Communications Outage Recorder (HCOR). Der HCOR ist ein Datenaufnahmegerät, das Informationen zur späteren Übertragung zur Erde ansammelt, während die Raumstation keinen Kontakt zum Tracking and Data Relay Satellite System (TDRSS) hat. Er wird ein langsameres Aufnahmegerät ersetzen, was der Raumstation eine größere Kapazität hinsichtlich dem Aufzeichnen von Informationen der wissenschaftlichen Experimente verleiht und diese übertragen, sobald die Raumstation das TDRSS benutzen kann.

Die Flugkontrolleure in Houston und Moskau arbeiten weiterhin daran die einzige für die sechste Stammbesatzung geplante Extravehicular Activity (EVA), die gegenwärtig im Januar stattfinden soll, in den Missionsablauf einzufügen. Die Aufgaben der EVA umfassen die weitere Ausstattung der neuen Port 1 (P1) Integrated Truss Structure (ITS).

Im Gegensatz zu den letzte Woche nominierten Besatzungen für die kommenden Space Shuttle-Missionen ist die Zusammensetzung der Besatzung für die Mission Sojus TMA-2, deren Start vom Baikonur Kosmodrom in Kasachstan für den 26. April vorgesehen ist, noch weitgehend unklar. Momentan trainieren insgesamt vier russische Kosmonauten für diese Mission. Für den Posten des Kommandanten trainieren Pawel Winogradow und Gennadi Padalka. Die Reservebesatzung besteht aus Kommandant Wladimir Deshurow und Bordingenieur Oleg Skripotschka. Auch bei der Nominierung für somit den noch zu vergebenen dritten Platz gab es eine Umstellung. Ursprünglich sollte der Niederländer André Kuipers diesen Platz einnehmen. Doch durch den Regierungswechsel in seinem Heimatland verlor er seine Nominierung, da sich die neue Regierung weigerte die Flugkosten für die Mission zur ISS zu bezahlen. Deshalb rückte der Spanier Pedro Duque nach, der ursprünglich an der Mission Sojus TMA-3, deren Start vom Baikonur Kosmodrom für den 18. Oktober vorgesehen ist, teilnehmen sollte. Kuipers wurde dementsprechend für die Mission Sojus TMA-3 nominiert, so dass beide praktisch ihre Plätze tauschten.
 
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      Surftipp:Rosetta-Homepage von Michael Stein 

Rechtzeitig zum geplanten Beginn der Kometenmission Rosetta hat die europäische Raumfahrtbehörde ESA eine neue Internetsite online gestellt. Die neue Rosetta-Homepage glänzt mit einem ausführlichen Angebot an Informationen rund um diese ambitionierte Forschungsmission, die am 13. Januar nächsten Jahres starten soll.
 
Der Besucher wird zunächst von einer Flash-Animation begrüßt, die einen schnellen und anschaulichen Überblick über die wichtigsten Eckpunkte der Mission gibt. Bei tiefergehendem Interesse bietet die Rosetta-Homepage ein ganzes Bündel an Artikeln, die auf jeden Aspekt der wissenschaftlichen Mission wie auch auf die technischen Details der Raumsonde und des kleinen Landers genauer eingehen. Natürlich fehlt auch die obligatorische Bildergalerie nicht, die demnächst hoffentlich mit einem Video des gelungenen Starts erweitert werden wird.
 
Die Rosetta-Homepage ist bereits jetzt ein gut gemachter Anlaufpunkt für Informationen über diese Mission, der neugierig macht. Einziger kleiner Wehrmutstropfen: Auch diese Internetsite ist in englischer Sprache verfasst.
 

 
 

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      InDetail: Frequenzbänder von Michael Stein 

Bei den in Raumfahrt-Artikel immer wieder auftauchenden Ku- oder X-Bändern handelt es sich um Frequenzbereiche des elektromagnetischen Spektrums, die für die Datenübertragung von und zu Raumfahrzeugen und der Internationalen Raumstation (ISS) verwendet werden. Diese Frequenz-Bänder sind nicht einheitlich definiert, vielmehr können in verschiedenen Publikationen unterschiedlicher Branchen und Bereiche auch variierende Werte für die einzelnen Frequenz-Bänder genannt werden. Zu allem Überfluß sind auch die Buchstaben kein Hinweis auf die Frequenzbereiche, da die alphabetische Reihenfolge der Band-Bezeichnungen nicht mit einer an- oder absteigenden Frequenz der einzelnen Bänder korreliert. Allen in der Raumfahrt verwendeten Bändern ist gemein, dass sie im Bereich der so genannten Radio-Frequenzen (zwischen 10 kHz und 100 GHz) liegen, allerdings deutlich oberhalb der für terrestrische Radio- und Fernsehübertragungen verwendeten Frequenzen. Die einzelnen Bänder umfassen Frequenzen, die ähnliche Charakteristika aufweisen, und sind ihrerseits noch einmal in so genannte Kanäle unterteilt. Die Kommunikation mit interplanetaren und interstellaren Raumsonden findet häufig im S- (2 bis 4 GHz) und X-Band (8 bis 12 GHz) statt, also im so genannten Mikrowellen-Frequenzbereich. Für die Zukunft werden leistungsfähigere Kommunikationssysteme entwickelt, die im höherfrequenten K-Band (12 bis 40 GHz) senden sollen, wobei das Ku-Band den Frequenzbereich von 15 bis 17 GHz und das Ka-Band den zwischen 20 und 30 GHz einnimmt.
 

 
 

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"In Space Newsletter" #055
ISSN 1684-7407


Erscheinungsdatum:
21. Dezember 2002
Auflage: 759 Exemplare
 
 
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Redaktionsleitung:
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Franz Schmied
Michael Schumacher
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Lorenz Zistler
 
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