In Space - The Raumfahrer.net Newsletter #057 vom 28. Dezember 2002

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In Space - The Raumfahrer.net

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Der Raumfahrtnewsletter des TrekZone Networks.   

 

"In Space Newsletter"

Ausgabe #057
ISSN 1684-7407


> Updates:
Updates / Umfrage

> News:
Nachrichten der Woche

> Space Focus:
Quarksterne

> History Special:
Die Vogelfänger (3)

> HotSpot:
Das Jahr 2002

> Media Review:
Megacities

> ISS:
Weekly Report

> Surftipp:
Raumfahrt-Aufsätze

> Impressum:
Disclaimer & Kontakt
 

      Intro von Karl Urban

Verehrte Leserinnen und Leser,
 
beinahe könnte man, journalistisch betrachtet, die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr als "kleines Sommerloch" betrachten - beinahe. Denn arbeiten tun die wenigsten in diesem Zeitraum. Die meisten sitzen gemütlich vor ihrem Tannenbaum - so auch Politiker, Wissenschaftler und andere Personen öffentlichen Interesses, die ansonsten für die Presse Skandale produzieren würden.
Aber zum Glück ist dann die Woche zwischen dem 24. Dezember und 1. Januar doch kein "kleines Sommerloch": Die Zeitungen und Nachrichtenmagazine sind voll von Rückblicken, Vorausblicken und guten Vorsätzen fürs neue Jahr.

Raumfahrer.net möchte dabei natürlich nicht hinten anstehen: Der heutige HotSpot beschäftigt sich mit dem schon fast beendeten Jahr 2002, die nächste Ausgabe bringt Ihnen dann einen Blick ins kommende Jahr. Wir beschränken uns dabei selbstverständlich auf die Ereignisse rund um das Weltall, doch auch das ist schon genug.

In dieser Ausgabe können sie zudem Zeuge der Geburt einer neuen Rubrik des InSpace Newsletters werden. Das Media Review stellt Ihnen jede Woche ein interessantes Buch, eine interessante CD-Rom oder eine interessantes Video vor. In dieser Woche beginnen wir mit einem Bildband mit Satellitenbildern von Städten, der von der ESA herausgegeben wurde. Wie immer freuen wir uns über Kommentare und Meinungen Ihrerseits.

Bleibt mir nur noch, das Jahr 2002 zu verabschieden und Ihnen einen guten Rutsch in das Jahr 2003 zu wünschen - denn erst dann werden sie diesen Newsletter wieder lesen.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen
 

            Karl Urban
            Chefredakteur Raumfahrer.net

              

 
 

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      News

Bruchstücke im Erdorbit antworten nicht <mehr>
Shuttle-Nachfolger ohne Bergsteigen <mehr>
Deep Space 1 schläft 1000 Jahre <mehr>



» Bruchstücke im Erdorbit antworten nicht
28. Dezember 2002 - Die NASA-Kometensonde Contour, die keine Signale mehr von sich gab, zählt nun als verloren.
Nichts desto weniger wird das Vehikel selbst nur ein Teil eines komplexen Puzzels sein, in dem die NASA mit ihren nationalen Partnern in den kommenden acht Jahren fünf fluggeprüfte Raumfahrzeuge bauen wird, die bisher nur in eindrucksvollen Plänen der Partner existieren.
"Alle Versuche mit Contourendeten heute kurz nach Mittag ohne ein Signal von dem NASA-Raumfahrzeug zu empfangen." Dies vermeldete die offizielle Projekt-Webseite der kleinen Kometensonde Contour der NASA. Zudem wollen die Missionsmanager "nicht noch einmal Kontakt zu der stillen Sonde aufnehmen." Damit sind wohl alle Hoffnungen, das im Sommer gestartete Raumfahrzeug intakt wiederzufinden endgültig erloschen. "Wegen dem vermuteten Zustand von Contour und der Tatsache, dass wir nach vielen Kontaktversuchen keine Antwort erhielten, gehen wir nicht davon aus, dass die Sonde wiederherstellbar ist," sagt auch Edward Reynolds, Contour Projektmanager am John Hopkins Applied Physics Laboratory (APL), das die Countour-Mission für die NASA leitet. "An diesem Punkt empfehlen wir der NASA, dass die Versuche die Sonde zu erreichen beendet werden sollten und das Projekt formell eingestellt wird."
Nach dem Start am 3. Juli 2002 war Contour still geworden, als die Schubdüsen an Bord gezündet wurden. Bei diesem Manöver am 15. August sollte das Raumfahrzeug den Parkorbit um die Erde verlassen. Bodengestützte Teleskope hatten danach drei Objekte nahe der vermuteten Contour-Position entdeckt, die den Schluss nahelegten, die Sonde sein in mehrere Teile zerbrochen. Mit dem Ausbleiben jeglicher Daten, konnte das Missionsteam nur vermuten, dass Contour irreparabel beschädigt war. Alle darauf folgenden Kontaktversuche waren erfolglos geblieben. Das Team hatte den letzten Kontaktversuch für diese Woche festgelegt, da sie davon ausgingen, dass das die Antenne des Raumfahzeugs dann am besten ausgerichtet sein würde, Signale von der Erde zu empfangen. Am 17. Dezember sendeten die Mitarbeiter erneut Signale über das Deep Space Networkder NASA an die vermutete Position des größten Bruchstücks im Erdorbit, das aus dem Rumpf von Contour zu bestehen scheint. Nach 16 Stunden des Datensendens und Lauschend, kam jedoch kein Signal zurück.
(ku - Quelle: Contour Missionshomepage)


» Shuttle-Nachfolger ohne Bergsteigen
27. Dezember 2002 - Die NASA-Gruppe, die den Nachfolger des Space Shuttles entferfen und bauen wird, hält kein "technologisches Bergsteigen" für notwendig, das noch beim Transport der ersten Menschen ins All oder auf den Mond vonnöten war.
Nichts desto weniger wird das Vehikel selbst nur ein Teil eines komplexen Puzzels sein, in dem die NASA mit ihren nationalen Partnern in den kommenden acht Jahren fünf fluggeprüfte Raumfahrzeuge bauen wird, die bisher nur in eindrucksvollen Plänen der Partner existieren.
Die Ingenieure und Verantwortlichen in diesem Projekt sagten, dass die Zeit ebenso knapp bemessen ist wie bei der Entwicklung des ersten Shuttles. Ein eher geringer Einsatz neuer Technologien soll ein Scheitern wie bei den X-Vehikeln des letzten Jahrzehnts verhindern.
In Interviews mit NASA-Managern, Vertragspartnern und außenstehenden Spezialisten und selbst in Dokumenten der Bush-Administration, die an die Budgetschreiber im US-Kongress geschickt wurden, wird ein frischer Wind in dem Projekt gesehen, so dass wie in den Zeichnungen im Jahr 2010 der Shuttlenachfolger an die Internationale Raumstation angedockt sein könnte.
"Die Zeitfenster, so glauben wir, sind erreichbar - andernfalls machen wir sie dazu," sagt Dan Dumbacher, stellvertretender Manager für das Space-Plane-Programm beim NASA Marshall Space Flight Center, von wo das Programm zur Entwicklung des Shuttle-Nachfolgers mit dem Titel Orbital Space Plane koordiniert wird. "Wir fangen hier nicht von null an."
Mehr zum Shuttle-Nachfolger finden Sie hier.
(ku - Quelle: Space.com)


» Deep Space 1 schläft 1000 Jahre
22. Dezember 2002 - Nach mehr als erfolgreich getaner Arbeit wird DS1 abgeschaltet, um vielleicht in 1000 Jahren wiederentdeckt zu werden.
"Wir haben etwas an unserem Traktorstrahl, Doktor!" berichtet der Pilot. "Es ist ein kleines Raumschiff, ein sehr altes, wie es aussieht."
"Etwa tausend Jahre alt, wenn ich mich nicht irre," antwortet der Archäologe. "Passt es in den Frachtraum? Beamen Sie es an Bord, ich möchte einen Blick darauf werfen."
Die Luft scheint zu schimmern und das Raumfahrzeug materialisiert. Es hat die Form eines eckigen Zylinders in der Größe einer Person mit "Flügeln" von 10 Metern auf jeder Seite.
"Primitive Solarzellen," murmelt der Experte. Die Wände des Raumschiffs sind schwarz geworden durch die sehr lange Einwirkung von Weltraumstrahlung. Es stecken zudem mehrere größere Gesteinsbrocken in der Hülle, als wäre das Schiff einmal einem aktiven Kometen sehr nahe gekommen. Viele tausend Mikrometeoriten haben die Wände stark zugerichtet.
Ein echtes Schiff aus dem frühen Weltraumzeitalter!
Dann entdeckt der Archäologe eine hervorgehobene Stelle in der Isolierung, eine Tasche. Etwas war darin gewesen. Er fasst vorsichtig hinein und zieht eine kleine Kunststoffscheibe heraus. Mit einem Textmarker-Stift sind folgende Wort daraufgekritzelt worden: Deep Space 1.

"Ich stelle mir vor, dass es so passieren wird," sagt Mark Rayman, Projektmanager bei der Mission Deep Space 1 (DS1) der NASA, der die CD in der Sonde verstaute, bevor sie 1998 ins All startete (siehe dem Artikel: "Deep Space 1: Das Ende einer (erfolgreichen) Odyssee"). "Die CD ist eine Zeitkapsel," erklärt er. "Sie enthält Informationen über das Raumschiff und seine Mission, einige persönliche Botschaften von unserem Team und mehr als 800 Zeichnungen von Schulkindern, die aufmalten, wie sie sich das Leben in 1000 Jahren vorstellen."
Mit dem nächsten Millennium, sagte er, könnten Grundschüler bereits Sonden zu anderen Sternen schicken. In einer solch fortgeschrittenen Ära, "werden Archäologen sehr interessiert daran sein, zu erfahren, wie wir unsere technischen Probleme im späten 20. Jahrhundert gelöst haben."
Die Sonde Deep Space 1 ist eine einzige Problemlösung:
Ihre Mission, gesponsert vom New Millenium Program der NASA, war es, 12 bahnbrechende Zukunftstechnologien zu testen. Darunter war auch ein experimenteller Ionenantrieb, hocheffektive Solarzellen und ein Autopilot mit 'künstlicher Intelligenz'. "Die Chancen standen gut, dass DS1 gar nicht funktionieren würde; es waren so viele unerprobte Technologien an Bord," erinnert sich Rayman.
Trotzdem bewährten sich alle Systeme. Sie arbeiteten so gut, dass die NASA die Mission sogar verlängerte, wovon Rayman und seine Kollegen seit dem Verlassen der Erde von DS1 geträumt hatten: Sie durfte einen Kometen besuchen. Im September 2001, als alle Technologien erfolgreich getestet waren und nichts mehr zu verlieren war, näherte sich DS1 dem schnell verdampfenden Kern des Kometen Borelly. "Wir dachten, dass das Raumfahrzeug pulverisiert werden würde," erinnert sich Rayman, aber DS1 überstand auch dies, verrückterweise. Es wurden die besten jemals gemachten Bilder des "Herzens" eines Kometen aufgezeichnet und die Sonde entfloh ihm intakt.
Nach dem Zusammentreffen mit dem Kometen, führte das DS1-Team weitere Technologie-Tests durch. (Rayman beschreibt diese Phase als "hyper extended mission".) Aber die Zeit lief ab. Im Dezember 2001 hatte DS1 die dreifache Zeitspanne gearbeitet, als ursprünglich geplant und hatte zudem beinahe seinen Vorrat an Hydrazin verbracht, dem Treibstoff der Düsen, die die Solarzellen auf die Sonne ausrichteten. So hatten das Missionsteam auf der Erde keine andere Wahl, als sie Sonde zu deaktivieren.
Die Mission war vorüber..., war sie es wirklich?
"Ich denke dabei eher an den Anfang... der Archäologie-Mission," lacht Rayman. "DS1 umkreist weiterhin die Sonne in einem nahezu kreisförmigen Orbit zwischen Erde und Mars - perfekt für eine Zeitkapsel."
Die meisten interplanetaren Weltraumsonden können niemals zurückerlangt werden. Die Voyager 1-Sonde beispielsweise verließ das Sonnensystem nach dem Zusammentreffen mit Jupiter und Saturn, ebenso wie Pioneer 10 und 11. Galileo tritt im nächsten Jahr in die Jupiter-Atmosphäre ein - ein absichtlicher Schritt, der eventuelles Leben auf dem Jupitermond Europa von terrestrischen Einflüssen beschützen soll. Und die Mars-Orbiter wie Viking 1 und 2 werden vielleicht in der Planetenatmosphäre zerstört.
Im Vergleich zu den anderen ist der Orbit von Deep Space 1 stabil und leicht erreichbar.
Gravitative Zusammenstöße mit Mars und Erde, die sich alle paar Jahre ereignen und der leichte Schub durch die Sonnenstrahlung werden den Orbit mit der Zeit verändern, aber nicht stark," sagt Jon Giorgini von der JPL solar system dynamics group. "Durch die Verwendung eines simplen Models des solaren Strahlungsdrucks, habe ich den Orbit des Jahres 3002 n.Chr. bestimmt. Seine Exzentrität, Perihel-Distanz und Inklination werden ganz ähnlich sein, wie sie heute sind."
"Ich kann nicht sagen, auf welcher Seite der Sonne sich das Raumfahrzeug 3002 aufhalten wird, so dass der Archäologe etwas danach suchen muss." Vielleicht genug, um den Nervenkitzel der Entdeckung hinzuzufügen.
Und wenn es gefunden wird? "Ich denke, es wird direkt in den Smithsonian wandern," prognostiziert Rayman. "Die einzige reale Frage ist diese: Der Smithsonian-Ableger auf der Erde... oder auf dem Mars?"
(ku - Quelle: NASA)



 
 

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      Space Focus: Kompakte Objekte (5) - Quarksterne von Tilman Kaiser 

Kompakte Objekte IV (Tilman Kaiser) Quark Stars: In diesem Jahr gibt es aufgrund von Beobachtungen mit dem Röntgenteleskop Chandra und dem optischen Hubble-Space-Telescope erstmals empirische Hinweise auf kompakte Objekte, die aus noch dichterer Materie bestehen als Neutronensterne aber noch keine Schwarzen Löcher sind. Es gibt inzwischen schon mehrere Veröfflichungen zu diesem Thema.

Diese kompakten Objekte könnten aus einer Ansammlung von Quarks bestehen, die auf der Erde nur in gebundener Form z.B. im Dreierpack in Protonen oder Neutronen auftreten. Auch wenn es derart stabile Teelöffel nicht gibt und der daraus entstehende Quarktee nicht geniessbar wäre, würden mehrere Milliarden Tonnen dieser Quarkmaterie auf einen solchen Teelöffel (gestrichen?) passen.

Theoretische Verhersagen von statischen Quarksternen wurden schon in den 70-ern gemacht. Rotierende Quarksterne sind erst in den späten 90-ern berechnet worden. In Neutronensternen liegt die Materie noch in baryonischer Form vor. Das bedeutet, dass die drei Quarks und ihre Austauschteilchen, die Gluonen, die für das "Zusammenkleben" (Glue - Klebstoff) des Nukleons sorgen, noch in einem Nukleon zusammengefasst sind. Wie die starke Wechselwirkung zwischen den Quarks funktioniert, wird in der Quantenchromodynamik beschrieben.

Die Gluonen wirken als Kraftüberträger zwischen den Quarks, in dem sie die sogenannten "Farbladungen" der Quarks ändern. Die Farbe ist einfach eine weitere abstrakte Eigenschaft von Quarks, was nebenbei zum Namen Quanten-Chromo-Dynamik beigetragen hat (In der Quanten-Elektro-Dynamik sind die Photonen die Austauschteilchen der elektromagnetischen Wechselwirkung zwischen geladenen Teilchen).
Im Gegensatz zu den Farben, die wir mit den Augen wahrnehmen, gibt es in der Quantenchromodynamik nur 3 Farben und die korrespondierenden "Antifarben" (per def.: Rot, Grün, Blau, Antirot, Antigrün, Antiblau). Quarks bzw. Antiquarks besitzen des weiteren -1/3 oder 2/3 einer Elektronen- bzw. Positronenladung. Die Quarks sind im Nukleon so vereint, dass dieses wiederum "farblos" (rot + grün + blau ist per def. farblos) ist und ganzzahlige Elektronenladungen besitzt (Neutron: +2/3e -1/3e -1/3e = 0 , Proton: +2/3e +2/3e -1/3e = 1e).

Der Quarktheorie wurde 1964 unter anderem von dem theoretischen Physiker Murray Gell-Mann 1964 entwickelt. Unabhängig und gleichzeitig formulierte George Zweig eine ähnliche Theorie zur Erklärung des Nukleonenaufbaus.
Den Begriff "Quark" entnahm Gell-Mann dem nicht ganz einfach zu lesenden Roman "Finnegans Wake" von James Joyce und nicht der gleichnamigen Speise, die in den USA nicht verbreitet ist.

Die Energien bei der Entstehung der Quarkmaterie in Quarksternen muss so groß sein, dass es zu einer "Baryonen-Schmelze" kommt. Nach dem hierbei entstehenden Quark-Gluon-Plasma wird auch in den großen Beschleuningeranlagen auf der Erde, wie zum Beispiel am Collider des Europäischen Kernforschungszentrum in Genf (CERN), gesucht. Ob die Astrophysiker oder die Teilchenphysiker diese Form der Materie zuerst nachweisen werden, ist derzeit noch offen. Dieses Beispiel zeigt auch wieder einmal deutlich, dass in der Astrophysik sowohl die makroskopische als auch die mikroskopische Physik eine wichtige Rolle spielt.

Literatur

- Emilio Segrè: "Die großen Physiker und ihre Entdeckungen", Band 2, Piper Verlag GmbH (1981)

- J.W. Rohlf: "Modern Physics from alpha to Z" Brookline, Massachusetts 1994

- Jeremy J. Drake (1), Herman L. Marshall (2), Stefan Dreizler (3), Peter E. Freeman (1), Antonella Fruscione (1), Michael Juda (1), Vinay Kashyap (1), Fabrizio Nicastro (1), Deron O. Pease (1), Bradford J. Wargelin (1), Klaus Werner (3) :"Is RXJ1856.5-3754 a Quark Star?"
(1) Smithsonian Astrophysical Observatory, MS-3, 60 Garden Street, Cambridge, MA 02138
(2) MIT Center for Space Research, Cambridge, MA 02139
(3) Institut für Astronomie und Astrophysik, Astronomie, Universität Tübingen, Sand 1, D-72076 Tübingen, Germany
Preprint B/02 to appear in: "The Astrophysical Journal" 20.06.2002

- A&A 381, L21-L24 (2002) Marginally stable orbits around Maclaurin spheroids and low-mass quark stars, P. Amsterdamski (1) - T. Bulik (2) - D. Gondek-Rosinska (3,2) - W. Kluzniak (1,4)
(1) Institute of Astronomy, Zielona Góra University, ul. Lubuska 2, 65265 Zielona Góra, Poland
(2) Nicolaus Copernicus Astronomical Center, ul. Bartycka 18, 00716 Warszawa, Poland
(3) Département d'Astrophysique Relativiste et de Cosmologie UMR 8629 du CNRS, Observatoire de Paris, 92195 Meudon Cedex, France
(4) - NORDITA, 17 Blegdamsvej, 2100 Copenhagen, Denmark

 
 

 
 

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      History Special: Die Vogelfänger (3) von Tilman Kaiser 

Als sich Mamageno schließlich beruhigt hatte, bemerkte er, daß auf dem höchsten Turm des Tempels ein Fenster geöffnet war. Dort stand ein greiser Mann mit Rauschebart am Fenster und schien Mamageno eindeutig zu fixieren, was Mamageno beschämt zu Boden blicken ließ, da der Alte die Flüche offenbar vernommen hatte und nun zurecht wissen wollte, was es mit dieser sonderbaren Gestalt vor den Mauern des Tempels auf sich hatte. Vielleicht hatte er ihn auch schon nachts entdeckt?

Auf jeden Fall beeilte sich Mamageno, eine Entschuldigung für die Störung der Mittagsruhe zu formulieren - er wollte schliesslich in den Weisheitstempel gelangen und so war ihm keine Erniedrigung zu viel. Der Alte erwiderte etwas missmutig, daß er selten schlafe, er schreibe gerade an einem dicken Buch. Nun wollte er noch Mamagenos Namen und Berufsstand wissen und entgegnete, daß Mamageno fast so bescheuert wie Papageno klinge, aber er wolle ob Mamagenos Passion für die Sterne ein Auge zudrücken. Er selbst begnügte sich bei der kurzen Vorstellungszeremonie mit der Mitteilung, dass er nicht Papageno heiße aber dass sein Name immerhin mit einem P beginne und durch seine Werke in der Nachwelt sicherlich noch lange ehrfürchtig zitiert würde. Der Alte wollte nun wohl doch noch etwas genauer in Erfahrung bringen, was einen Vogelfänger, der die Sterne beobachtet, sonst noch so umtreibt. Als Mamageno auf die Schleifenbewegung des rötlichen Wandelsterns zu sprechen kam, bekam der Alte leuchtende Augen und meinte er, müsse sich unbedingt mit ihm in seinem Studierzimmer treffen.

Daß dieser Dialog vom allwissenden Erzähler frei erfunden wurde, ist dem aufmerksamen Leser sicherlich nicht entgangen. Wie hätte der vor den Mauern stehende Mamageno die leuchtenden Augen des Alten bemerken können? Dem kann entgegnet werden, daß der allwissende Erzähler alles, aber auch wirklich alles weiß. Viel schwerwiegender ist offensichtlich die Sprachbarriere, denn wir wissen das Mamageno weit aus dem Osten angereist war und jetzt wohl kaum über mehrere Zinnen hinweg einen netten Plausch mit einem schwerhörigen Alten in seiner Landessprache halten konnte. Dieses Phänomen ist aber hinreichend aus den Indianerfilmen der fünfziger Jahre bekannt und irgenwie mußte ein Zusammentreffen der beiden Kulturen in diesem Studierzimmer arrangiert werden, obwohl es nachweislich schon viel früher an einem mir unbekannten Ort stattfand.

Der Rest ist schnell erzählt. Die beiden unterhalten sich über die seltsamen Schleifenbewegungen des rötlichen Wandelstern. Ich weiß nicht, wie ihn der Alte genannt hat, vielleicht Ares. Auf jeden Fall war der Alte schon lange dabei, geometrische Modelle für die Bewegung der Wandelsterne zu suchen. Er wollte unbedingt alles mit Kreisen machen und da die Wandelsterne ab und zu diese dumme Schleifenbewegung machten, musste er für sie Kreise einführen, die wiederum auf anderen Kreisen kreisten.

Der Alte erklärte ihm, daß die Kreisbewegung die einzige Bewegung sei, die für die göttlichen Planeten in Frage käme, weil sie bis in alle Ewigkeit fortgesetzt werden könnte. Außerdem müßte die Bewegung auf den Kreisen gleichförmig sein. Alles göttliche sei unveränderlich, so sei die gleichförmige Kreisbewegung in jedem Fall vorzuziehen.

Diese Gedanken stammten von sehr großen Philosophen aus dem Norden (...und er meinte damals nicht die Germanen, die derzeit nicht wegen ihrer Schöngeistigkeit, sondern wegen ihres "Furor teutonicus" gefürchtet waren). Der wichtigste Naturphilosoph dieser Kultur war der Erzieher des Mannes, nach dem dieser Ort benannt ist. Auf den fragenden Blick Mamagenos erwiderte der Alte : " Ich spreche vom großen A., ja richtig gehört, nicht vom kleinen A., der große A. ist so groß, daß ich seinen Namen in diese Gemäuern nicht ausspreche und ihn manchmal nach seiner Geburtsstadt Stagirit nenne". Mamageno entgegnete, daß er sich Gedanken über die Schönheit von Kreisen und Kugeln auch schon während seiner langen philosophischen Wartephase vor dem Tempel gemacht hätte. Nun reagierte der Alte etwas säuerlich : " Der ganze Tempel steht voll mit Werken des großen A. und Du kannst Dich gerne von der Originalität seiner Gedanken überzeugen. Übrigens hat er auch Bücher über die Tierwelt, also auch über Deine Vögel geschrieben. Damit kennst Du Dich vielleicht besser aus! " Dann zeigte der Alte Mamageno seine neuesten geometrischen Modelle, mit der er die Position von Ares am Himmel zu jedem Zeitpunkt genau vorhersagen konnte.

Die ersten Schwierigkeiten hätten seine Vorgänger aus dem Norden gemeistert. So gäbe es im Sonnenjahr zwei Tage, in denen Tag und Nacht genau gleich wären. Die Anzahl der längeren Tage wäre aber etwas größer als die Anzahl der kürzeren Tage. Dieses Problem konnte dadurch behoben werden, daß man die Erde nicht ganz ins Zentrum der Sonnenkreisbahn, sondern in eine leicht exzentrische Position setzte, so daß die Sonne bei gleichförmiger Geschwindigkeit für den einen Teil der Bahn mehr Zeit benötigte.

Mamageno wollte nun wissen, ob es den unbedingt notwendig sei, die Erde ruhen zu lassen. Nach seinen Erfahrungen mit der Luna-Finsternis hatte er eine wilde Theorie aufgestellt. Was wäre, wenn der rötliche Schatten von der Scheibe der Muttererde selbst käme, denn war es nicht viel wahrscheinlicher, daß er mit seinem Gebet diese Scheibe bewegt hatte, als eine so weit entfernte Luna ? ? ? (Nun gut, knapp daneben ist auch vorbei).

In jedem Fall hat Mamageno sich bei dem Alten jetzt richtig in die Nesseln gesetzt. Der wollte wissen, ob er ein Anhänger des ketzerischen kleinen A.s aus Samos sei.

Nein, das sei er gewiss nicht, er kenne das kleine A. gar nicht . Seine Liebe zu den Sternen sei durch seine Verbannung in den Wald und aus der Sehnsucht nach einer Vogelfängerin entstanden. Der Alte gab ein nilpferdartiges Schnauben von sich ... und murmelte etwas in seinen Bart, wovon Mamageno nur die Fetzen " niedere Wesen ", " göttlichen Sterne " und " Zusammenhang??? " verstand. Der verbitterte Alte hatte ihn nun wohl völlig abgeschrieben.

Auch eine weitere Zwischenbemerkung Mamagenos, ob den nicht zwei Kreise für eine Planetenschleife genügten, war wohl so unangebracht, daß der Alte ihn umgehend zu mehreren Jahren Geometriestudium verdonnerte. Die Zeit für ein zweites Gespräch wäre wohl frühestens reif, wenn Ares die nächste Schleife durchlaufen würde. Mamageno studierte also fleißig die hohe Kunst der Geometrie ohne dabei Ares über länger Zeit aus den Augen zu verlieren. (Wie es weiter geht, erfahrt Ihr nächste Woche)

(Wie es weiter geht, erfahrt Ihr nächste Woche. Rutscht gut ins Neue Jahr!)
 
 

 
 

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      HotSpot: Das Jahr 2002 von Karl Urban
und Michael Schumacher
 

Weniger spektakulär als 2001 aber nicht weniger ereignisreich war das Weltraumjahr 2002. Im März 2001 versank die russische Raumstation nach dem kontrollierten Absturz im Pazifik - mit einem ähnlich spektakulären Ereignis kann das nun zurückliegende Jahr tatsächlich nicht aufwarten, jedoch sind viele kleine und große Forschritte in Raumfahrt und Astronomie zu verzeichnen. Neben dem Fehlstart der neuen Ariane 5 konnte vielleicht auch eine größere Katastrophe bei einer Shuttlemission verhindert werden, denn nachdem im Sommer Haarrisse an allen Orbitern der NASA entdeckt worden waren, musste das Programm des Transporters monatelang ausgesetzt werden.

Astronomie
Das Very Large Telescope (VLT) der europäische Südsternwarte macht bereits mehrere Jahre lang die besten Bilder, die bisher erdgebundene Teleskope erreichen können. Auch 2002 konnte die Qualität weiter gesteigert werden. So machte das VLT sogar dem Hubble Weltraumteleskop Konkurrenz, das nicht durch eine sich bewegene Atmosphäre gestört wird. Erst Mitte Dezember wurde vermeldet, dass zwei der vier Spiegel des VLT erfolgreich zusammengeschlossen worden waren, was eine vielfache Verbesserung der Beobachtungsqualität darstellt.
Doch auch das Hubble Teleskop konnte sich in diesem Jahr steigern: Ende Februar startete der Space Shuttle Columbia zu einer Hubble-Servicemission. Dabei wurde neben vielen Beobachtungs-Instrumenten auch die Stromversorgungs-Einheit sowie die die Solarpaneele des Weltraumteleskops ausgewechselt. Die Erfolge der Mission ließen sich daraufhin an den Aufnahmen mit gesteigerter Qualität ablesen.
Sogar für Hobbyastronomen hatte das Jahr etwas zu bieten: Im April zog der Komet Ikeya-Zhang an der Erde vorbei und näherte sich dabei am Nachthimmel scheinbar der Andromeda-Galaxie, was ein interessantes Schauspiel lieferte. Im November schließlich lieferten die Leoniden ein Meer von Sternschnuppen, die in dieser Form erst wieder in vielen Jahrzehnten zu beobachten sein dürften.

Zuletzt ging 2002 natürlich auch die Suche nach Planeten außerhalb unseres Sonnensystems weiter. Dafür wurde bei NASA und ESA auch der Weg zu neuen Teleskopprojekten gewidmet, die bald aus dem Erdorbit nach den begehrten Objekten Ausschau halten und vielleicht irgendwann eine "zweite Erde" entdeckten werden. Immerhin vermeldete man im Juli, dass nun über 100 extrasolare Planeten gefunden worden waren - alle jedoch von der Größe des Jupiters, die kein Leben beherbergen können.

Raumfahrt in Europa
Es sollte das Jahr der Ariane-Rakete werden: Die letzten Starts der alten aber zuverlässigen Ariane 4 liefen dieses Jahr problemlos ab. Im Februar startete der acht Tonnen schwere ESA-Umweltsatellit Envisat erfolgreich mit der Ariane 5 - die schwerste Last für eine europäische Rakete bisher. Obwohl der Start des Kommunikationssatelliten Artemis 2001 nur zum Teil gelungen war, da die Ariane 5 ihn damals nicht in eine ausreichende Höhe befördert hatte, konnte er mithilfe seines Ionentriebwerks seiner Zielposition in diesem Jahr sehr viel näher kommen. Nach einem weiteren erfolgreichen Ariane 5-Start im Juli hob am 17. Oktober das Gammastrahlen-Observatorium Integral vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur mit einer Proton-Rakete ab. Damit wäre das erfolgreiche Jahr für die europäische Raumfahrt fast zuende gewesen - fast. Am 26. November misslingt der Start einer russischen Proton-Rakete von Baiknonur aus, als sie nicht die korrekte Umlaufbahn erreicht: Die Fracht war der europäische Großsatellit ASTRA 1Kist. Zuvor war bereits eine ebenfalls russische Sojus-Rakete mit einem französischen Experimentalsatelliten nach dem Start abgestürzt, was Menschenleben gefordert hatte. Ein runder Ausklang für die europäische Raumfahrt ist aber letztlich nicht wegen der Fehlstarts in Russland sondern aufgrund der bereits erwähnten Notsprengung der neuen Ariane 5 kaum möglich: Diese sollte eine neue Ära für das Betreiberunternehmen Arianespace einleiten, da sie erstmals bis zu zehn Tonnen, was der Masse zweier großen Satelliten entspricht, ins All transportieren konnte. Der Fehlstart bedeutet für Arianespace vor allem eine Vergrößerung des Konkurrenzdrucks durch die Unternehmen in den USA, Russland und Japan.

Die ISS - ein ruhiges Jahr?
Die ersten Höhepunkte bei den Geschehnissen an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) im Jahr 2002 bildeten zwei Extravehicular Activities (EVAs) der vierten Stammbesatzung, die Kommandant Juri Onufrijenko jeweils mit einem der Bordingenieure Carl Walz und Daniel Bursch am 14. und 25. Januar unternahm. Die Aufgaben beinhalten das Versetzen des Krans Strela 2 vom Pressurised Mating Adapter (PMA) 1 zum Docking Compartment (DC) 1 Pirs und die anschließende Montage, so dass Pirs die zwei Kranarme Strela 1 und 2 besitzt, die zum Bewegen schwere Lasten gemeinsam eingesetzt werden können sowie die Installation von Deflektoren um die Steuerdüsen des Servicemoduls Swjesda, damit die beim Feuern der Triebwerke entstehenden Abgase von empfindlichen Experimenten und Sensoren ferngehalten werden.

Am 04. Februar kam es zu einem Computerausfall in Swjesda, so dass es sechs Stunden lang nicht möglich war die ISS exakt zu steuern, was wegen der nicht auf die Sonne ausgerichteten Solarflügel zu Problemen bei der Stromversorgung führte. Die dritte EVA, die die beiden Bordingenieure durchführten, diente der Vorbereitung der Montage der Integrated Truss Structure (ITS) Starboard 0 (S0) zusammen mit dem Mobile Transporter (MT), die zwischen dem 10. und 17. April im Rahmen der Mission STS-110 durch den Space Shuttle Atlantis mit seiner Besatzung aus Kommandant Michael Bloomfield, Pilot Stephen Frick sowie den Missionsspezialisten Rex Walheim, Ellen Ochoa, Lee Morin, Jerry Ross und Steven Smith durchgeführt wurde.

Erneuten Besuch bekam die vierte Stammbesatzung vom 27. April bis zum 05. Mai von Sojus TM-34 und seiner Besatzung aus Kommandant Juri Gidsenko, Bordingenieur Roberto Vittori und Weltraumtourist Mark Shuttleworth die ein neues Rettungsraumschiff zur ISS brachten und im Gegenzug mit dem alten Rettungsraumschiff Sojus TM-33 zur Erde zurückkehrten.
Der Space Shuttle Endeavour besuchte im Rahmen der Mission STS-111 mit der Besatzung aus Kommandant Kenneth Cockrell, Pilot Paul Lockhart sowie den Missionsspezialisten Franklin Chang-Díaz und Philippe Perrin vom 07. bis zum 15. Juni die ISS, brachte mit der fünften Stammbesatzung aus Kommandant Waleri Korsun, Bordingenieur Sergej Trestschow und Wissenschaftsoffizierin Peggy Whitson die Ablösung für die vierte Stammbesatzung, die nach einer Dauer von 196 Tagen zur Erde zurückkehrte, womit Walz und Bursch einen neuen amerikanischen Dauerflugrekord aufstellten, und lieferten das Multi Purpose Logistics Module (MPLM) Leonardo sowie das Mobile Base System (MBS), das auf dem MT installiert wurde. Am 16. und 26. August führte Korsun jeweils mit Whitson beziehungsweise mit Trestschow eine EVA durch, die der Umsetzung von Schutzabdeckungen gegen Mikrometeoriten und Weltraumtrümmer vom PMA-1 zu Swjesda, wo sie anschließend montiert wurden beziehungsweise dem Austausch von Materialproben eines japanischen Experimentes, das dem Weltraum ausgesetzt wurde und eines russisches Experimentes an der Außenhülle von Swjesda, das die Rückstände von Triebwerkszündungen der Steuertriebwerke misst, dienten.

Feinste Haarrisse im Bereich der Wasserstoffzuleitungen zu den Haupttriebwerken bei der gesamten Space Shuttle-Flotte verhinderten einen planmäßigen Weiterausbau der ISS, so dass erst vom 09. bis zum 16. Oktober der Space Shuttle Atlantis mit seiner Besatzung aus Kommandant Jeffrey Ashby, Pilotin Pamela Melroy sowie den Missionsspezialisten David Wolf, Sandra Magnus, Piers Sellers und Fjodor Jurtschichin im Rahmen der Mission STS-112 die ITS Starboard 1 (S1) installieren konnte.
Vom 01. bis 09. November erhielt die fünfte Stammbesatzung Besuch von Kommandant Sergej Saljotin sowie den Bordingenieuren Frank de Winne und Juri Lontschakow, die mit Sojus TMA-1 ein neues Rettungsraumschiff zur ISS brachten und danach mit dem alten Rettungsraumschiff Sojus TM-34 zur Erde zurückkehrten. Vom 25. November bis zum 02. Dezember koppelte der Space Shuttle Endeavour mit seiner Besatzung aus Kommandant James Wetherbee, Pilot Paul Lockhart sowie den Missionsspezialisten Michael Lopez-Alegria und John B. Herrington an die ISS an und brachte im Rahmen der Mission STS-113 neben der ITS Port 1 (P1) mit der sechsten Stammbesatzung aus Kommandant Kenneth Bowersox, Bordingenieur Nikolai Budarin und Wissenschaftsoffizier Donald Pettit auch die Ablösung für die fünfte Stammbesatzung, die nach einer Dauer von 185 Tagen zur Erde zurückkehrte.

Fazit
Trotz europäischer Verluste und dem längeren Ausfall der Shuttleflotte war 2002 ein gutes Jahr für Raumfahrt und Astronomie. Das kommende Jahr verspricht zudem zum Beispiel mit dem Start der europäischen Kometensonde Rosetta interessant zu werden. In einer Woche werden wir uns ausführlich den bevorstehenden Ereignissen 2003 widmen.
 
Related Links:
HotSpot-Archiv
 
 

 
 

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      Media Review: Megacities von David Langkamp 

Im Jahre 2005 werden zum ersten mal in der Geschichte etwa zwei Drittel der Menschheit in Städten leben. Das dieser Prozess der Verstädterung nicht nur purer Stoff aus Schulbüchern ist, sondern einen erheblichen Einfluß auf die Umwelt unseres Planet hat, zeigt das Buch "Megacities".

Innerhalb der letzten Jahrhunderte nahm die Bedeutung der Städte in den Industrienationen immer mehr zu. Sie kristalisierten sich als Zentren des politischen, sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Handelns heraus. Diese Konzentration an KnowHow, Kapital und Macht bildete eine der treibenden Kräfte des Fortschritts. Mit dem Ende der Kolonisierung setzte dieser Prozess auch verstärkt in den Entwicklungsländern ein.

Während es noch vor hundert Jahren mit "New York" nur eine Millionenstadt auf diesem Planeten gab, ist die Zahl der Millionenstädte bis heute regelrecht explodiert. Unter den Großstädten der Erden tun sich die "Megacities", etwa 50 an der Zahl, besonders hervor. Sie stellen eine Bevölkerungskonzentration in noch nie dagewesenem Ausmaß dar. Ob eine Stadt eine "Megacity" ist, hängt je nach Definition von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen von einer hohen Bevökerungsdichte und zum anderen von einer bestimmten Einwohnerzahl. Als Megastädten werden oft auch sehr dicht besiedelte Gebiete, welche aus mehreren Zentren hervorgingen, angesehen. Ein Beispiel hierfür wäre das Ruhrgebiet.

Aufgrund ihrer Dimensionen sind, Megacities für Versorgungs und Infrastrukturprobleme anfällig. Sie bilden ein komplexes Gebilde, entfalten aber auch ihre eigene Dynamik. Ohne eine gute Verwaltung ist es schwer, diese Probleme in den Griff zu bekommen und beispielsweise mit Naturkatastrophen, Versorgungsengpässen oder sozialen Problemen zurecht zu kommen.

Angesichts dieser komplexen Zusammenhänge ist es verständlich, dass noch neuen Mitteln und Wegen gesucht wird mit den bestehenden und zukünftigen Herausforderungen der Megacities fertig zu werden. Ein Ansatz hierbei ist die Weltraumtechnologie. Satelliten der ESA und anderer Organisationen liefern Informationen über das Wettergeschehen, warnen rechtzeitig vor Naturkatastrophe und zeigen bei der Entwicklung der Infrastruktur sowie der städtebaulichen Entwicklung schnell, worauf es ankommt. Die Weltraumtechnologie kann die intelligente Verwaltung der Städte unterstützen und somit den Menschen auf der Erde von Vorteil sein.

Das Buch "Megacities", welches mit Unterstützung der ESA im Geospace Verlag herausgegeben wurde, behandelt sowohl die Problematik als auch die interessanten Aspekte dieser Städte und stellt dem Leser 42 von ihnen einzeln vor.

Eingeleitet wird das Buch unter anderem mit einem Vorwort des Generaldirektors der ESA. Außerdem geht es auf die Entwicklung der Städte sowie deren globale Bedeutung gezielt ein.

Auf 264 farbigen Seiten in Hochglanz werden die 42 "Megacities" der Welt vorgestellt. Dabei ist für mich eine Besonderheit der faszinierende Einsatz von Satellitenbildern. Denn zu jeder Stadt sind große Satellitenaufnahmen in einer hohen Auflösung abgebildet. Oft wird auch anhand von Satellitebildern die Veränderung der Stadt oder des Gebiets sehr deutlich und einprägsam gezeigt. Man sieht die Städte, wie man sie noch nie gesehen hat.

Dass das Thema der Megastädte auch in Zukunft noch brisant bleiben wird, ist sicher. Das Buch zeigt die Dinge aus einer interessanten Perspektive. Und es zeigt einmal mehr: Raumfahrt ist längst nicht nur eine nutzlose Spielerei von Technik-Freaks. Raumfahrt kann helfen, unser Leben hier auf der Erde zu verbessern.

Megacities, Lothar Beckel, Geospace Verlag, ISBN: 3-85313-061-5
 

 
 

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      ISS Weekly Report von Michael Schumacher 

Weihnachten in der Erdumlaufbahn
Die Mitglieder der sechsten Stammbesatzung, Kommandant Kenneth Bowersox, Bordingenieur Nikolai Budarin und National Aeronautics and Space Administration (NASA) International Space Station (ISS) Science Officer (SO) Donald Pettit begannen am ersten Weihnachtsfeiertag ihren zweiten Monat an Bord der Raumstation. Obgleich sie sich um einige Dinge kümmern mussten, beispielsweise das Environmental Control System (ECS) und den Status von Nutzlasten im amerikanischen Labormodul "Destiny" zu überprüfen, war es für sie im Grunde ein freier Tag.

Die Besatzungsmitglieder bekamen einen Weihnachtsanruf vom NASA Administrator Sean O'Keefe, der mit ihnen fast 15 Minuten plauderte. Jedes Besatzungsmitglied hatte auch ein 15minütiges privates Gespräch mit den Familienmitgliedern zu Hause und natürlich die täglichen 2 Stunden körperliche Ertüchtigung. Da sie kein spezielles Weihnachtsessen an Bord hatten, wählte jeder seine Lieblingsspeise für ihr Festtagsessen. Auch öffneten sie Geschenke, die schon vorher zur Raumstation gebracht worden sind.

Zu Beginn der Woche befand sich die rechte Seite der ISS in Flugrichtung voraus und das 50 Zentimeter im Durchmesser messende Fenster im Boden von "Destiny" zeigte ununterbrochen auf die Erde. Das Manövrieren in diese Lage, das früher als geplant kurz vor dem Datumswechsel vom 21. zum 22. Dezember stattfand, war notwendig geworden, da an einigen Stellen der Raumstation zu hohe Temperaturen herrschten. Am Abend des ersten Weihnachtsfeiertages wurde die ISS wieder in ihre gewohnte Lage mit den ständig auf die Sonne gerichteten 73 Meter langen Solarzellenflügel gebracht.

Was die Wissenschaft angeht, so arbeitete Bowersox am Montag, Dienstag und Donnerstag mit dem Experiment Foot/Ground Reaction Forces During Spaceflight (FOOT). Das Experiment soll zeigen, wie sich die Gelenke in den Hüften, Beinen und Füßen bewegen und welche Veränderungen in ihren Knochen und Muskeln bei fehlender Schwerkraft stattfinden. Am Dienstag trug Bowersox eine Strumpfhose mit 20 Sensoren. Die aufgezeichneten Informationen wurden zum Computerarbeitsplatz der ISS zur Übertragung an die Wissenschaftler am Boden gesendet.

Budarin arbeitete unter der Woche an einem russischen Experiment, das sich mit Pflanzenwachstum befasst, während Pettit seine Arbeit mit den Experimenten in "Destiny" fortsetzte. Am Freitag reichte jedes Besatzungsmitglied vor dem Frühstück eine Blutprobe und eine regelmäßige Einschätzung zum Gesundheitszustand ein.

Am Montag wurde die Nominierung der Ersatzmannschaft für die zehnte Stammbesatzung bekanntgegeben. Sie besteht aus Kommandant Jeffrey Williams sowie den Bordingenieuren Sunita Williams und Konstantin Kosejew. Jeffrey Williams und Konstantin Kosejew verfügen bereits über die Raumflugerfahrung von einem Raumflug. Williams war Missionsspezialist bei der Mission STS-101 im Jahr 2000 und Kosejew diente als Bordingenieur bei der Mission Sojus TM-33 im Jahr 2001. Die Flugmannschaft der zehnten Stammbesatzung besteht aus Kommandant Leroy Chiao sowie den Bordingenieuren John Phillips und Salishan Scharipow. Sie verfügt durchweg über Raumflugerfahrung. Chiao war Missionsspezialist bei den Missionen STS-65 im Jahr 1994, STS-72 im Jahr 1996 und STS-92 im Jahr 2000. Phillips diente als Missionsspezialist bei der Mission STS-100 im Jahr 2001 und Scharipow ebenfalls als Missionsspezialist bei der Mission STS-89 im Jahr 1998.

Im kommenden Jahr wird sich bei der Montage der ISS alles hauptsächlich um die stromerzeugenden Systeme drehen, deren Kapazität sich während der nächsten 12 Monate nahezu verdreifachen wird. Zudem werden drei neue Forschungsanlagen für "Destiny" geliefert, was die Anzahl auf insgesamt zehn erhöht. Die Besatzungsmitglieder werden ungefähr 30 Experimente in den Bereichen Biologie, Physik, Chemie, Ökologie und Medizin an Bord der Raumstation durchführen und zudem die langfristigen Auswirkungen von Raumflügen auf Menschen untersuchen.

2003 soll auch das letzte komplette Jahr im Zeichen der Montage der Kernstruktur der Raumstation sein. Fünf Space Shuttle-Missionen sollen mehr als 36 Tonnen an Komponenten, Versorgungsgütern und Experimenten zur Raumstation bringen. Sie werden vier neue Teile der Integrated Truss Structure (ITS), dem Rückgrat der Raumstation starten, um ihre Länge von gegenwärtig 41 Meter auf 95 Meter am Ende des Jahres auszuweiten. Die neuen Gitterstrukturen werden zwei riesige Paare Solarzellenflügel für die Raumstation sowie mächtige rotierende Gelenke einschließen, die es den Enden der Gitterstruktur erlauben sich ununterbrochen zu bewegen, wenn die massiven Solarzellenflügel die Sonne verfolgen. Die Zunahme der Stromversorgung wird es in den kommenden Jahren ermöglichen die wissenschaftlichen Experimente an Bord der Raumstation auszudehnen, wobei alle vorherigen Forschungsfähigkeiten im Weltraum bei weitem übertroffen werden.

Die Planungen sehen für die Astronauten vor, die Weltrekordzahl von 24 Extravehicular Activities (EVAs) für die Montage der Raumstation im nächsten Jahr durchzuführen. 18 davon während ein Space Shuttle an die Raumstation angekoppelt ist und die restlichen sechs wenn die Raumstation alleine fliegt. Somit wird 2003 das dritte Jahr in Folge sein, in dem ein Rekord für die Anzahl von Ausstiegen in einem einzigen Jahr aufgestellt wird. Die Montage der neuen Teile der ITS und das Entrollen der Solarzellenflügel erfordert zudem noch nie da gewesene Arbeiten mit den Roboterarmen der Raumstation und des Space Shuttle. Diese Arbeiten werden stark an die Fähigkeiten des Schienenweges der Raumstation gebunden sein, der es dem Roboterarm der Raumstation ermöglicht, sich zur Positionierung der neuen Komponenten entlang der Gitterstruktur zu bewegen.

Drei Stammbesatzungen einschließlich der jetzigen sechsten Stammbesatzung, die das neue Jahr beginnen wird, werden während des kommenden Jahres an Bord der ISS leben. Weitere 31 Personen aus mindestens fünf Ländern werden die Raumstation an Bord der Space Shuttles und der Sojus Raumschiffe besuchen. Der letzte Teil der ITS soll im Januar 2004 gestartet werden. Er wird die Länge der vollendeten Gitterstruktur auf 108 Meter erhöhen. Die Masse der Raumstation wird sich 227 Tonnen nähern.
 
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Internationale Raumstation
 
 

 
 

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      Surftipp: Raumfahrt-Aufsätze von Clemens Mach 

Im heutigen Surftipp möchte ich sie auf die Seite von Bernd Leitenberger einladen. Er hat ein sehr grosses Angebot an Informationen über Raketen - Amerikas und Russlands, aber auch anderer Nationen - und Sonden. So findet man zum Beispiel Datenbanken aller Flüge seit 1958, Bilder von Ariane-Raketen, die Geschichte der Entdeckung Plutos und vieles, vieles mehr. Für Surfer, die kaum Wissen über Raumfahrt und die Technik dieser haben gibt es eine Grundlagenseite, auf der vom Treibstoff über Satellitenbahnen bis hin zu elektrischen Antrieben alles einfach und gut verständlich erklärt ist.
Bei den Quellen findet man auch eine Liste von Büchern, von denen einige sicherlich auch ganz interessant sind. Wer also mal etwas längere Zeit im Internet verbringen will, ist auf dieser Seite gut aufgehoben, da sie einen sehr umfangreichen Inhalt, auch über andere Themen neben der Raumfahrt, bietet.
 

 
 

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"In Space Newsletter" #057
ISSN 1684-7407


Erscheinungsdatum:
28. Dezember 2002
Auflage: 769 Exemplare
 
 
Chefredaktion:
Karl Urban

Supervising:
Lorenz Ulrich
 
Redaktionsleitung:
David Langkamp
 
Redaktion:
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(Space-Weltraum.de)

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