In Space - The Raumfahrer.net Newsletter #058 vom 5. Januar 2003

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In Space - The Raumfahrer.net

Inhalt

Der Raumfahrtnewsletter des TrekZone Networks.   

 

"In Space Newsletter"

Ausgabe #058
ISSN 1684-7407


> Updates:
Updates / Umfrage

> News:
Nachrichten der Woche

> History Special:
Die Vogelfänger (4)

> HotSpot:
Raumfahrt 2003

> Media Review:
Das unsichtbare Universum

> ISS:
Weekly Report

> InDetail:
Die Kleinplaneten

> Impressum:
Disclaimer & Kontakt
 

      Intro von Karl Urban

Verehrte Leserinnen und Leser,
 
ich hoffe sie hatten einen guten Rutsch ins neue Jahr und frohe Feiertage.
In dieser Ausgabe unseres Newsletters stellen wir ihnen das Raumfahrtjahr 2003 vor und was es alles zu bieten hat. Außerdem erwartet sie ein weiterer Teil des ornithologischen Märchens.
Ich hoffe, dass sie auch dieses Jahr wieder genau so viel Interesse an unserem Newsletter haben wie im letzten und dass wir ihnen auch in diesem Jahr wieder viele spannende und infromative Berichte über Raumfahrt und Astronomie liefern können.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen
 

            Mark Weimar
            

              

 
 

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      News

Spinnenroboter sollen Planeten erkunden <mehr>
Weltraumtechnik hilft Blinden <mehr>
China steht kurz vor bemanntem Raumflug <mehr>
Rosetta wird um einige Tage verschoben <mehr>
Ein unbekannter Ringplanet <mehr>
ISS bleibt besetzt <mehr>



» Spinnenroboter sollen Planeten erkunden
03. Januar 2003 - Eine unbemannte Mission zu einem Planeten ist immer riskant. Wenn ein Instrument ausfällt, ist die gesamte Mission gefährdet. Um das zu verhindern, haben die Forscher am Jet Propulsion Laboratory (JPL) einen spinnenartigen Roboter entwickelt.
Das Ziel der Forscher ist es, hunderte dieser Spinnenroboter zu Planeten, Kometen, Asteroiden oder auf den Mond zu schicken. Jeder dieser Roboter sammelt Daten von der Umgebung und schickt sie sofort an den nächsten Spinnenroboter. Somit ist gewährleistet, dass bei einem Ausfall eines Spinnenroboters die Mission nicht gefährdet wird. Die Spinnenroboter haben die Größe einer Handfläche und besitzen sechs Beine. Dadurch sind sie unabhängig von der Beschaffenheit der Umgebung.

Als nächstes sollen die beiden Vorderbeine mit Werkzeugen ausgerüstet werden. Dadurch sind sie in der Lage, Grabungs- und oder Reparaturarbeiten auszuführen. Die Spinnenroboter sind auch für andere Aufgaben geeignet. So könnten sie zum Beispiel bei der Instandhaltung und bei Reparaturen auf der ISS helfen. Auf der Erde könnten sie für Menschen gefährliche Materialen untersuchen.

Zukünftige Spinnenroboter werden je nach Art der Arbeit, die sie ausführen müssen, acht, zwölf oder sogar 50 Beine haben. "Wir könnten hunderte oder tausende von ihnen als eine Einheit verwenden, um ein Ziel zu erreichen", so Robert Hoog von JPL.
(la - Quelle: JPL NASA)


» Weltraumtechnik hilft Blinden
01. Januar 2003 - Zukünftig werden Blinde mit Hilfe aus dem Weltraum wie ganz normale Menschen durch Städte marschieren.
Ein neues Navigationsgerät, welches blinden Menschen helfen soll auf den Straßen einer Stadt ihren Weg zu finden wird in kürze unter ESA Aufsicht getestet. Das tragbare Gerät vereinigt die neue Satelliten Navigations Technologie der ESA, EGNOS und SISNET, mit dem persönlichen Navigator für blinde Menschen, welcher erst kürzlich von GMV Sistemas und ONCE, der nationalen Organisation Spaniens für Blinde, entwickelt wurde. Zum heutigen Zeitpunkt ist die auf GPS basierende Satelliten Navigation ohne das nutzen von trägen Systemen, besonders in Städten, nicht genau genug um Fußgänger zu führen. Wenn sich nur wenige GPS Satelliten empfangen lassen, weil sich zum Beispiel große Gebäude im Sichtfeld befinden, kann die Positionsbestimmung nicht genauer als auf 30 bis 40 Meter geschehen. Das EGNOS System der ESA verbessert jedoch die Genauigkeit der GPS Position auf einige wenige Meter, was es empfindlich genug macht um Hindernisse auf den Straßen zu lokalisieren. EGNOS bewerkstelligt dies durch das senden von Informationen die von geostationären Satelliten stammen, was Empfänger auf der Erde in die Lage versetzt Fehler im GPS Signal zu korrigieren. Bei einem Fußgänger in einer Stadt mit großen Gebäuden jedoch ist es noch unwahrscheinlicher, dass er in direkter Sichtlinie zu einem EGNOS Satelliten steht, als zu einem GPS Satelliten. Deshalb hat die ESA eine ergänzende Technologie entwickelt, SISNET, welche die Übertragung des EGNOS Signals in Echtzeit über das Internet ermöglicht.
GMV passt währenddessen TORMES, der Name steht für den persönlichen Navigator für blinde Menschen, an, um die Signale von EGNOS über das Internet und schnurlose Netzwerke in Echtzeit zu empfangen. TORMES beinhaltet bereits einen GPS Empfänger, so dass das verbesserte Model in der Lage sein wird die Position des Benutzers mit einer viel höheren Genauigkeit zu bestimmen. Basierend auf der Sonobraille Plattform, welche eine Tastatur für Blinde und eine Spracherkennung beinhaltet, versorgt TORMES Benutzer nicht nur mit ihrer Position, sondern auch mit Lotsen- und Führerdiensten.
Von TORMES wird erwartet, dass es für Test bis Anfang Februar zur Verfügung steht. Durch die Verbesserung der Genauigkeit des GPS Signals demonstriert EGNOS neue Gerbrauchsmöglichkeiten für Satellitennavigation. Jedoch sind die Möglichkeiten noch viel größer, wenn in ein paar Jahren Galileo, ein von Europa selbständig entwickeltes Satellitennavigationssystem, zum Einsatz kommen wird. Bestehend aus 30 Satelliten im mittleren Erdorbit, plus einem mit ihnen in Verbindung stehendem Netzwerk an Bodenstationen, wird Galileo die Auslieferung eines unabhängigen und Zivil kontrolliertem weltweiten Positionsservices mit einer Genauigkeit im Meterbereich garantieren.
(lz - Quelle: ESA)


» China steht kurz vor bemanntem Raumflug
31. Dezember 2002 - Am Montag startete eine Shenzhou 4-Raumkapsel vom chinesischen Weltraumbahnhof in der Gobi-Wüste.
Der Präsident der Volksrepublik China, Jiang Zemin, lobte den erfolgreichen Start als "großen Erfolg", der das Wachstum der technologischen Möglichkeiten seines Landes verdeutliche.
Die Raumkapsel Shenzhou 4 transportierte nach Angaben der Regierung die komplette Ausrüstung für einen bemannten Raumflug. Danach sollten vor allem die Systeme zur Lebenserhaltung und andere wichtige Systeme für eine bemannte Mission getestet werden.
Jiangs Lob war vor allem an zwei Organisationen gerichtet, die an dem Start maßgeblich beteiligt waren. Er ist als Vorsitzender der kommunistischen Partei Chinas auch militärisches Oberhaupt des Landes. Das chinesische Raumfahrtprogramm ist mit dem Militär eng verbunden - wie genau ist aber unklar.
Jiang ermutigte alle am Projekt Beteiligten, "ihre Bemühungen zu verdoppeln und mit Pioniergeist zu arbeiten, um etwas zur friedlichen Erschließung des Weltalls beizutragen."
Seine Bemerkung reflektiert den Enthusiasmus der chinesischen Regierung bezüglich des Weltraumprogramms, das als Symbol des nationalen Stolzes ebenso wichtig zu sein scheint, wie die Apollo-Flüge der NASA während des Rennens gegen die Sowjetunion in den 1960er Jahren.
China hat bisher kein Datum für den ersten bemannten Flug bekanntgegeben, jedoch lenkte die extensive Berichterstattung in den staatlich kontrollierten Medien den Blick der Öffentlichkeit darauf.
Zhang Qingwei, Präsident der staatlich betriebenen China Aerospace Science and Technology Corp., welche die Kapsel gebaut hat, sagte, dass ein bemannter Flug "um die nächste Ecke liegt", wenn während des aktuellen Flugs in dieser Woche keine Probleme gemeldet werden.
Nach Medienangaben wird Shenzhou 4 sieben Tage im Erdorbit bleiben. Es ist der vierte Flug einer solchen Kapsel, deren Name übersetzt "heiliges Schiff" bedeutet, innerhalb von 10 Monaten.
Die zukünftigen Taikonauten, wie die chinesischen Raumfahrer neben westlichen Astro- und russischen Kosmonauten heißen sollen, sind Offiziere der chinesischen Luftwaffe. Mehrere trainieren bereits für Chinas ersten Flug ins All.
(ku - Quelle: Space.com)


» Rosetta wird um einige Tage verschoben
31. Dezember 2002 - Der für den 12. Januar 2003 geplante Start von Rosetta - der ESA-Kometen-Suchmission - wurde um einige Tage verschoben, während Ingenieure weiterhin das Scheitern einer Ariane 5 untersuchen.
Die mit einer stärkeren Oberstufe und einem verbesserten Haupttriebwerk ausgestattete, neue Ariane 5 explodierte während ihres ersten Fluges vom Guiana Space Center in Südamerika am 11. Dezember 2002. In der 600 Millionen Dollar teuren Katastrophe wurden die Satelliten HotBird 7 und Stentor verloren. Rosetta wird mit dem gleichen, neueren Modell fliegen.
Der Untersuchungsausschuss wird seinen Endgültigen Bericht am 6. Januar 2003 vorlegen. Bis dahin wurden Arianespace zufolge "unwiderruflich mit Rosetta verknüpfte Operationen eingestellt." In einer am Montag veröffentlichten Erklärung vermutete Arianespace "eine Startverschiebung um einige Tage" mit einem vorraussichtlichen neuen Starttermin am 11. Januar 2003. Rosetta muss bis zum 31. Januar 2003 gestartet werden um in acht Jahren den Kometen Wirtanen zu erreichen. Das knappe planetarische Startfenster wird dadurch bedingt, dass Rosetta zur Kursänderung einmal am Mars und zweimal an der Erde Schwung hohlen muss, da die Gravitation die Manöver erleichtert. "Die kosmische Uhr des Sonnensystems legte unser Startdatum fest, als der Komet Wirtanen vor zehn Jahren zum Ziel der Sonde gewählt wurde," erklärte John Ellwood, Projektmanager der Mission, im September. "Obwohl bei einem exakten, ziemlich kurzen Startfenster Risiken bestehen, hatte es den Vorteil, dass jeder wusste, dass kein Platz für Diskussionen war - Sie mussten fertig sein," so Ellwood.
Wenn alles gut geht wird Rosetta auf seinem Weg zum Kometen Wirtanen, wo er im November 2011 ankommen soll, zwei Asteroiden in geringer Entfernung passieren - Otawara und Siwa. Im Laufe seiner Zweijahresmission soll er auf der Oberfläche des Kometen landen.
(dm - Quelle: Space.com)


» Ein unbekannter Ringplanet
30. Dezember 2002 - Das Very Large Telescope in Chile beobachtete kürzlich einen Ringplaneten, jedoch nicht den Saturn.
Es ist nicht etwa eine Amateuraufnahme, die auf der Website eines der größten Teleskope der Welt - dem europäischen Very Large Telescope (VLT) - veröffentlicht wurde. Denn der abgelichtete Ringplanet ist für den wohl bekanntesten seiner Art, den Saturn, viel zu lichtschwach.
Tatsächlich hat das VLT den Uranus anvisiert, der in durchschnittlich 3000 Kilometern Entfernung die Sonne umkreist - das entspricht dem 20fachen Abstand Erde-Sonne.
Das Foto zeigt Uranus, der von seinen Ringen und einigen Monden umkreist wird. Es wurde mithilfe einer Infrarotkamera am 19. November mithilfe des VLT aufgenommen.
Die Ringe des Uranus wurden erst 1977 durch zwei Astronomenteams aus Australien entdeckt, als dieser einen Stern bedeckte und daher sehr gut zu erforschen war. Fotos der NASA-Sonde Voyager-2 zeigten schließlich 1986 eine Vielzahl von dünnen Ringen. Sie sind von der Erde aus im sichtbaren Spektralbereich nicht zu entdeckten.
Uranus besitzt im Vergleich zu anderen Planeten des Sonnensystems eine eigentümliche Rotationsachse, die in Richtung der Ebene des Sonnensystems geneigt ist (und nicht aus ihr heraus, wie die Rotationsachsen der anderen Planeten). Während des Zusammentreffens mit Voyager-2 1986, war der Südpol des Gasriesen in Richtung Erde gerichtet. Heute, 16 Jahre später, sehen wir Uranus so wie Saturn, wenn sein Ringsystem am stärksten "geöffnet" ist.
Die VLT-Daten und -Aufnahmen finden Sie hier.
(ku - Quelle: ESO)


» ISS bleibt besetzt
29. Dezember 2002 - Trotz russischen Einspruchs bleibt die ISS besetzt, und ist damit seit über 2 Jahren ununterbrochen bewohnt, wie der NASA-Chef O'Keefe in seiner Rede bekanntgab.
Die Internationale Raumstation (ISS) wird weiterhin eine Langzeitbesatzung beherbergen, wie der NASA-Chef Sean O'Keefe am Freitag bekanntgab.
O'Keefe diskutierte über den Fortschritt der ISS in "Talk of the Nation: Science Friday", einer beliebten amerikanischen Wissenschafts-Talkshow.
"Wir drehen die Sache um" sagte O'Keefe in seiner Stellungsnahme zu den überzogenen Kosten der NASA für die ISS. "Wir werden handeln". O'Keefe erklärte, die ISS sei immer noch ein laufendes Bauprojekt. Innerhalb der nächsten 13 Monate - d.h. bis Februar 2004 - soll die ISS die dominierende Weltraumforschungsplattform werden.
Zur Zeit ist es schwierig, Forschung für den mega-teuren Komplex zu gewinnen. "Momentan ist es wie wenn man versucht, in einem Labor Experimente zu machen, welches erst noch gebaut wird."
O'Keefe lehnte russische Berichte ab, dass die ISS in Zukunft ohne Crew gelassen wird. Die verschuldete russische Raumfahrtbehörde zog diese Möglichkeit schon oft in Erwägung, ebenso gar einen Austritt aus der Space Partnerschaft mit der NASA.
Die Russen seien ein wichtiger und starker Partner, so O'Keefe, und er sehe keine Änderung der Aktivitäten seit der Gründung des Projektes.
(dp - Quelle: Space.com)



 
 

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      History Special: Die Vogelfänger (3) von Tilman Kaiser 

So saß Mamageno tagein tagaus über den trigonometrischen Wälzern des Alten und überprüfte Nacht um Nacht dessen Epizykeltheorien mit den Bewegungen von Ares am Himmel, in der Hoffnung den Greis eines Tages eines Besseren belehren zu können.
Doch es sollte ganz anders kommen, als Mamageno eines Tags von einem griesgrämigen , einbeinigen Bibliothekar, dem die rechte Hand fehlte, in seiner Arbeit unterbrochen wurde. Der Bibliothekar hatte außer seinen wortlosen Aufforderung zur "Silencio" keinen Umgang mit Mamageno gepflegt und war ihm nie behilflich gewesen, was vielleicht auch mit seinen Gebrechen zusammenhing. Jetzt aber hatte er sich von hinten an ihn herangeschlichen (mit einem Bein !) und ihm seine verbliebene linke Hand auf die Schulter gelegt:
" Ef ift Pfeit ! Der Alte ift tod. Die Perfer kommen! Überfepfe fein Werk inf Arabife und nenne ef Almageft ". Daß der Bibliothekar auch noch lispelte, war des Guten zu viel. Mamageno stand ruckartig auf, wobei der Bibliothekar auf seinem Bein das Gleichgewicht verlor und nun etwas hilflos in einem Haufen von schwergewichtigen poetischen, philosophischen und historischen Werken lag, die er in seiner Suche nach Halt im letzten Augenblick aus der H-Reihe eines nahen Bücherregals mit sich gerissen hatte - sicherlich ein guter Moment für eine Standpauke: " Es reicht, ich habe das Werk des Alten lange genug studiert und mit den Planetenbewegungen am Himmel verglichen. Das ganze Theater mit den Kreisen ist unnötig. Er hätte sich wirklich einige Kreise sparen können, wenn er die Sonne ins Zentrum setzt. Die Erde bewegt sich einmal im Jahr um die Sonne - nicht umgekehrt und außerdem rotiert sie jeden Tag um ihre Achse, so daß der Fixsternhimmel jede Nacht an uns vorüberzieht.
Die Schleifen des Ares - oder besser des Mars, die Römer haben inzwischen sowieso die Weltherrschaft - sehen wir dann, wenn die schnellere Erde auf ihrer inneren Bahn den Mars auf seiner äußeren Bahn überrundet. So ist die Schleifenbewegung nichts anderes als die auf die Fixsternsphäre projizierte Bewegung der Erde auf ihrer Bahn. Nun da der Alte tot ist, werde ich mich einen feuchten Kehricht scheren, sein Epizykelwerk zu übersetzen. Im übrigen kann ich das moderne Arabisch nicht. Such Dir einen anderen Perser ! ! Ich werde mir in jedem Fall jetzt eine Frau suchen und zwar nicht in den Sternen, sondern hier auf der Erde. Damit die Auswahl größer wird, muß sie nicht einmal Mamagena heißen und dem Vogelfang nachgehen! Dieses platonische Gesülze hilft ja nicht wirklich weiter!" Sprach´s und verschwand ... (Our hero is leaving the story - wave good bye !)

Die Dinge, die jetzt kommen, werden meistens im Kino als Text oft viel zu schnell auf der Leinwand runtergerattert, ausgeblendet oder durch Leute, die aufstehen, um das Kino zu verlassen, weil sie nicht lesen können, verdeckt. Hier ist aber genug Zeit. Die Lektüre kann sogar am nächsten Tag fortgesetzt werden.

Nachdem sich der einbeinige Bibliothekar aufgerappelt, Krücken geschnitzt und die gesamte Bibliothek auf den Rücken geschnallt hatte (zum Glück war der größere Teil mit über 700.000 Buchrollen in einem Krieg rund 200 Jahre vorher abgebrannt), machte er sich zum nächsten Persischen Fürstenhof auf. Aufgrund des schweren Gepäcks, der Gehbehinderung und des Sprachfehlers, dauerte es entsprechend lange, bis sich der große A. bei den Perfern ausgebreitet hatte und ein arabischer Almageft im Buchhandel zu erstehen war. Bis dieses Machwerk des Alten in unsere Breitenkreise in eine für christliche Mönche verständliche Sprache übertragen wurde dauerte es nahezu 1000 Jahre.
Bleibt noch zu erwähnen, daß Mamageno in seiner letzten Standpauke die Ereignisse um mehr als 1300 Jahre vorwegnimmt. Aber denkbar wäre eine solche Erkenntnis durchaus gewesen. Er war schließlich nach mehreren Jahren des Studiums gut mit dem großen A. und der Geometrie vertraut. Er hatte ein Studierzimmer, in dem er nicht gestört wurde und konnte die Sterne mit einfachen Instrumenten beobachten. Viel mehr stand einem anderem Vogelfänger, der mit diesen Erkenntnisse später in besagter Zeit nicht nur eine ornithologische Revolution auslösen sollte, auch nicht zu Verfügung. Außerdem verspürte er das Verlangen, dem Alten noch eins auszuwischen, indem er ihm ein paar Kreise stahl. Daß er allerdings auch ein bisschen ungerecht gegenüber dem Alten in seinem Wutausbruch war, hätte er gesehen, wenn er seine Theorie mit genauen Beobachtungen verglichen hätte. In gewisser Hinsicht waren nämlich beide Theorien gleichermaßen ungenau. Es fehlten letztendlich doch die genauen Beobachtungen, was nicht wundert, da Mamageno ein Träumer und Theoretiker war. Auf der anderen Seite war er in der Bibliothek so in die Geometrie der Sphären vertieft gewesen, dass er die Vogelwerke des großen A. nicht anrührte. In der Zeit, als die Werke des großen A. in unsere Breitenkreise gelangten, erlaubte sich ein Herrscher, über den die Welt nicht staunte, weil er mit kleinen Vögeln große Vögel fing, an den Vogelbüchern des großen A. zu zweifeln. In der Mars-Angelegenheit sollte es allerdings noch länger dauern.
Knapp eineinhalb Jahrtausende später, noch vor der Erfindung des Fernrohrs, standen jede Menge genauerer Beobachtungsdaten des Mars zur Verfügung, so daß wiederum ein anderer Vogelfänger in mehrjährigen Forschungsarbeiten herausfand, daß der Mars sich nicht auf einer Kreisbahn, sondern auf einer elliptischen Bahn bewegt. Die Sonne befand sich auch nicht im Zentrum der Ellipse, sondern leicht exzentrisch in einem der Brennpunkte der Ellipse. Diese Tatsache erklärte auch die ungleiche Länge der Jahreszeiten auf der Erde. Er stellte auch ein Gesetz auf, das genau beschrieb, wie die Planeten sich um die Sonne bewegen. Näherten sie sich der Sonne, so wurden sie schneller. Am schnellsten waren sie im sonnennächsten Punkt der Ellipsenbahn, um dann wieder auf dem Weg zum sonnenfernsten Punkt auf der anderen Seite der Ellipse am langsamsten zu werden. Die Planetenbewegung verhielt sich genau so, daß ein Fahrstrahl von der Sonne zum Planeten in gleichen Zeiten gleiche Flächen überstrich. Letztendlich hatte dieser Vogelfänger also das über Jahrtausende vorherrschende Dogma der Bevorzugung von gleichförmigen Kreisbahnbewegungen überwunden. Hinzu kommt, daß er sich in seinem bahnbrechenden Werk "Ornithologia Nova" im Unterschied zu seinen antiken Vorgängern fragte, was die physikalische Ursache dieser Bewegung sei und sorgte damit für neue Fragestellungen in der Ornithologie (dieser Zweig heißt heute Orni-Physik).
Auf der Suche nach einer Weltharmonik (vielleicht suchte er auch in den Weiten des Universums seine Vogelfängerin ?), stieß er sogar auf ein Gesetz, das das Verhältnis der Umlaufzeiten einzelner Planeten in Verbindung mit dem Verhältnis der großen Halbachsen ihrer Ellipsenbahnen setzte. Genauer gesagt handelte es sich hier um eine Potenz von 3/2, die ihm aus seinen Überlegungen zur Musiktheorie als Quint schön harmonisch zugeflogen kamen. Aus diesem Gesetz sollte später ein anderer Meister der theoretischen Orni-Physik, der in einer Hochkultur des Vogelfangs auf einer nördlichen Insel lebte, die Ursachen der Planetenbewegung richtig beschreiben und letztendlich mit der Kraft identifizieren, die auf der Erde Albatrosse ins Wasser fallen ließ. Von da an war die ganze Sache ein Selbstläufer, denn auch wenn viele Vogelfänger bzw. Orni-Physiker inzwischen gestorben sind, so leben viele andere heute noch, da sie nicht unbedingt eine Vogelfängerin benötigen, um sich fortzupflanzen. Die Orni-Physiker sind in unserer heutigen Zeit sogar inzwischen so weit, dass sie ihre selbst gebastelten Vögel, die sie in zärtlichen Stunden liebevoll als ihre Babies bezeichen, zu den Sternen schicken.
(Nächste Woche erscheint ein Anhang zum historischen Hintergrund des ornithologischen Märchens)
 
 

 
 

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      HotSpot: Raumfahrt 2003 von Michael Stein 

Auch zu Anfang 2003 wollen wir Ihnen wieder einen kurzen Überblick über die wichtigsten Starts des vor uns liegenden Jahres geben. Vollständig kann und will dieser Überblick natürlich nicht sein, und auch die genannten Starttermine werden sich in einigen Fällen sicher noch ändern (was grundsätzlich bedeutet: nach hinten verschieben). In dieser Übersicht können die aufgeführten Missionen nur kurz angerissen werden, tiefergehende Informationen sind über die Links zu erreichen. Ach ja: Neben den hier genannten Missionen wird das Jahr 2003 wahrscheinlich auch den Start des ersten chinesischen Taikonauten an Bord eines chinesischen Raumschiffs erleben - aber das ist Stoff für einen separaten Artikel.
 
Internationale Raumstation (ISS)
Nachdem die ISS wieder in etwas ruhigeren Fahrwassern zu sein scheint geht der Ausbau der so genannten "US Core Structure" auch 2003 wie geplant weiter - sofern die Shuttle-Flotte nicht wieder aufgrund technischer Mängel für längere Zeit "geerdet" sein wird, sollte man nach den Erfahrungen des vergangenen Jahres vielleicht vorsichtigerweise hinzufügen. Wie bereits im vergangenen Jahr wird sich für die Besatzungen der Internationalen Raumstation auch in den kommenden zwölf Monaten der ihnen zur Verfügung stehende Lebens- und Arbeitsraum nicht vergrößern. Dennoch stehen erhebliche Erweiterungen an, denn im Rahmen der fünf geplanten Shuttle-Flüge zur ISS werden vier neue Segmente an die zentrale Trägerstruktur der Station montiert (das letzte Trägersegment soll dann voraussichtlich im Januar 2004 montiert werden). Weiterhin wird das bereits vorhandene Solarpaneel-Set der Raumstation durch zwei weitere Bauteile gleichen Typs ergänzt werden, wodurch sich die ISS-Energieerzeugungskapazität gegenüber dem jetzigen Stand verdreifachen wird. Bei den Montagearbeiten zur Installation der neuen Solarpaneele wird der kanadische Roboterarm der Station und seine Fähigkeit, sich entlang der zentralen ISS-Trägerstruktur entlang zu bewegen, übrigens eine wichtige Rolle spielen.
 
Im Inneren der Station wird das amerikanische Labormodul Destiny drei neue Experimentschränke erhalten, so dass dann insgesamt zehn solcher Schränke dort eingebaut sein werden. Die drei ISS-Besatzungen, die sich über das Jahr verteilt in der Station aufhalten, werden im Labormodul rund 30 verschiedene Experimente durchführen.
 
Für März und Juli 2003 ist ein Besatzungswechsel vorgesehen, dann werden die ISS-Crews Sieben beziehungsweise Acht in der Raumstation ihre Arbeit aufnehmen. Ende April und Mitte Oktober 2003 werden turnusmäßig auch wieder die als "Rettungsboot" permanent an der ISS angedockten Sojus-Kapseln durch so genannte "Taxi-Crews" ausgetauscht, so dass zusammen mit den fünf geplanten Shuttle-Flügen insgesamt ein reges Kommen und Gehen im All stattfinden wird.
 
Space Shuttle-Flüge
Für das kommende Jahr sind sechs Space Shuttle-Flüge vorgesehen, wovon wie bereits erwähnt fünf Flüge dem weiteren Aufbau und der Versorgung der Internationalen Raumstation dienen. Für den 16. Januar ist der einzige Flug einer Raumfähre geplant, der nicht die ISS zum Ziel hat: Die Raumfähre Columbia wird mit einer siebenköpfigen Besatzung und dem SPACEHAB-Forschungsmodul als Ladung an Bord für knapp 16 Tage im Rahmen einer Forschungsmission um die Erde kreisen. Während dieses Zeitraums sollen im Zwei-Schicht-Betrieb mehr als 80 Experimente aus den Bereichen Erd- und Weltraumwissenschaften, Technologieentwicklung und Gesundheit durchgeführt werden. (Ursprünglich sollte diese Forschungsmission bereits im vergangenen Jahr starten.)
 
Die Raumfähre Discovery wird 2003 nicht zum Einsatz kommen, da sie routinemäßig überholt und modifiziert wird.
 
Missionen mit Forschungszielen im Erde-Mond-System
Gleichsam ein Nachzügler aus dem vergangenen Jahr ist die Mission ICESat (= Ice, Cloud, and land Elevation Satellite), deren Starttermin aufgrund technischer Probleme bei der Delta II-Trägerrakete um gut drei Wochen auf den 12. Januar verlegt werden musste. Von einer für Erdbeobachtungssatelliten typischen polaren Umlaufbahn in rund 600 km Höhe aus soll er vor allem Veränderungen der grönländischen und antarktischen Eismassen messen und die damit verbundene Frage, welche Auswirkung eventuelle Veränderungen auf den globalen Meeresspiegel haben, beantworten helfen. Über fünf Jahre hin soll ICESat Messwerte hierzu sowie Informationen über die Wolkendichte und -höhe über den arktischen und antarktischen Eismassen liefern. Hierzu wird von einem Laserinstrument an Bord des Satelliten permanent die Entfernung zur (Erd- bzw. Eis-) Oberfläche und verschiedenen Wolken gemessen. Zusätzlich wird ICESat auch topographische Daten von der Landoberfläche der Erde liefern. Bereits in der Planung sind verbesserte Nachfolger für ICESat, um während der nächsten 15 Jahre permanent Daten über die Veränderungen der polaren Eismassen erheben zu können.
 
Bereits in unserer Jahresübersicht für 2002 war die ESA-Mission Smart-1 aufgeführt, nun aber ist ein Starttermin im ersten Halbjahr 2003 anvisiert. (Ein genaueres Datum lässt sich nicht angeben, da die Raumsonde als Sekundärnutzlast bei einem noch zu bestimmenden Ariane 5-Flug gestartet werden soll - zumal der Flugplan der Ariane 5 für das vor uns liegende Jahr durch den Fehlschlag von Flug 157 im Dezember 2002 in Frage gestellt worden ist.) Bei dieser Mission soll ein Ionen-Antrieb getestet werden, der die kleine Raumsonde auf einer sich ausweitenden spiralförmigen Flugbahn um die Erde während eines Zeitraums von ca. 15-17 Monaten schließlich von einem Erd- in einen Mondorbit bringen soll. Ist dieses Ziel erreicht, soll Smart-1 anschließend mindestens sechs Monate lang den Mond mit verschiedenen, hoch-innovativen wissenschaftlichen Instrumenten untersuchen. Diese Mission stellt den Beginn des ESA-Programms "Small Missions for Advanced Research in Technology" (SMART) dar, mit dessen Hilfe neue Technologien für zukünftige Raumfahrtmissionen im Rahmen preiswerter Kleinsonden getestet werden sollen.
 
Doch Smart-1 wird in diesem Jahr nicht alleine zum Mond starten, denn die japanische Raumsonde LUNAR-A macht sich ebenfalls in der ersten Jahreshälfte dorthin auf den Weg. Ähnlich wie die europäische Raumsonde wird sie mehrere Monate benötigen, um den gewünschten Mondorbit mit einer Höhe von rund 200 km über Grund zu erreichen, nachdem sie zuvor noch zwei so genannte Penetratoren Richtung Mondoberfläche geschickt hat. Diese projektilartigen Miniatursonden sollen je nach Beschaffenheit der Oberfläche im Zielgebiet zwei bis drei Meter tief in den Boden eindringen und von dort aus rund ein Jahr lang seismische Daten zum weiterhin um den Mond kreisenden Orbiter senden, von wo aus sie dann zur Erde weitergeleitet werden sollen. Ziel dieser Mission ist die Gewinnung neuer Erkenntnisse über die innere Struktur und Beschaffenheit des Mondes.
 
Missionen zur Erforschung unseres Sonnensystems
Das Jahr 2003 steht eindeutig im Zeichen des Mars - zumindest dann, wenn man einen Blick auf die geplanten planetaren Forschungsmissionen der kommenden zwölf Monate wirft. Doch es gibt einige weitere Missionen in dieser Kategorie mit anderen Reisezielen, so zum Beispiel den Dauerläufer Cassini-Huygens. Bereits seit Oktober 1997 ist das europäisch-amerikanische Raumsonden-Duo auf dem Weg zum Saturn, und wenn auch das Einschwenken in einen Saturn-Orbit erst für Mitte des nächsten Jahres geplant ist, so werden wir mit abnehmender Distanz zum Ziel sicherlich schon in diesem Jahr interessante Bilder des Planeten und seiner Begleiter von Cassini erwarten können. Richtig aufregend wird es aus europäischer Sicht dann im Januar 2005 werden, wenn die in Europa entwickelte und gebaute Sonde Huygens in die dichte Atmosphäre des größten Saturnmondes Titan hinabsinkt.
 
Zunächst jedoch heißt es Daumen drücken, dass die europäische Kometensonde Rosetta voraussichtlich Mitte Januar an Bord einer Ariane 5-Rakete zu ihrer zehnjährigen Forschungsmission aufbrechen kann. Aufgrund des Fehlschlags beim letzten Flug einer Rakete dieser Trägerfamilie im Dezember 2002 hat sich der eigentlich für den 13. Januar geplante Start bereits um einige Tage verschoben. Aufgrund des überaus verschlungenen Pfades, den Rosetta auf ihrem Weg zum Kometen Wirtanen entlang fliegen wird, ist das so genannte Startfenster nur rund drei Wochen groß - danach ist die Mission in der geplanten Form nicht mehr durchführbar. Sofern der Start aber innerhalb dieser Zeitspanne erfolgen sollte (und davon sei jetzt einfach ausgegangen) steht Rosetta eine interessante Reise bevor: Bis zur Ankunft bei dem Kometen Wirtanen im November 2011 wird die Raumsonde einen Mars- und zwei Erdvorbeiflüge absolviert sowie zwei Asteroiden besucht haben. Den krönenden Abschluss der Forschungsmission soll dann das Aufsetzen des mitgeführten Landers auf der Kometenoberfläche und die einjährige Begleitung des Kometen bei seinem Flug durch das innere Sonnensystem durch Rosetta bilden.
 
Ein vergleichbar ehrgeiziges Ziel hat sich die japanische Mission MUSES-C gesetzt. Voraussichtlich im Mai 2003 soll die Sonde zum Asteroiden 1998 SF36 fliegen, um dort wissenschaftliche Beobachtungen durchzuführen und Proben des Asteroiden zu sammeln, die dann zurück zur Erde gebracht werden sollen. Nach der Zielankunft im Sommer 2005 beginnt eine fünfmonatige Beobachtungsphase, in der die Raumsonde unter anderem auch auf dem Asteroiden landen und winzige Gesteinsproben sammeln soll, bevor sie den Rückweg zur Erde antritt. Wenn MUSES-C unseren Planeten erreicht hat löst sich eine kleine Kapsel mit den gesammelten Gesteinsproben und sinkt - nach starker Abbremsung durch die Erdatmosphäre - an einem Fallschirm zur Erde, wo die Proben dann im Labor untersucht werden sollen. Im Rahmen dieser beeindruckenden Mission werden verschiedene technologische Innovationen wie beispielsweise ein Ionen-Antrieb, ein in großen Teilen autonomes Navigationssystem und eben auch das Probensammel- und Rückkehrsystem getestet werden.
 
Mitte des Jahres bricht dann die große Zeit der Mars-Missionen an, wenn beinahe im Wochenrhythmus Raumsonden Richtung Mars starten. Den Anfang wird am 23. Mai die europäische Sonde Mars Express mitsamt dem britischen Lander Beagle 2 machen, schon am 30. Mai gefolgt vom ersten der beiden identischen amerikanischen Mars-Rover. Der zweite Rover folgt dann am 25. Juni, und Ende des Jahres bzw. im Januar 2004 kommt es dann "vor Ort" zum großen Treffen, wenn sich auch noch der aufgrund eines Triebwerkproblems verspätet eintreffende japanische Mars-Orbiter Nozomi dazugesellt.
 
Missionen zur Erforschung kosmischer Phänomene
Gemeinsam mit dem Satelliten ICESat soll am 11. Januar auch der Forschungssatellit CHIPS (= Cosmic Hot Interstellar Plasma Spectrometer Satellite) gestartet werden. Von einer niedrigen Erdumlaufbahn aus wird dieser relativ kleine Satellit während der geplanten einjährigen Missionsdauer heiße interstellare Gase beobachten, wovon sich die Wissenschaftler Informationen über die räumliche Verteilung dieser Gase in der Umgebung unseres Sonnensystems (d.h. bis zu einer Entfernung von rund 100 Parsec) erhoffen. Außerdem soll mit Hilfe dieser Mission unter anderem auch die Frage geklärt werden, in welchen Spektralbereichen die thermische Energie von diesen Gasen hauptsächlich abgestrahlt wird und welche physikalischen Prozesse bei der Abkühlung ablaufen.
 
Die NASA-Mission GALEX wird voraussichtlich am 31. März vom Kennedy Space Center aus starten und in den folgenden 28 Monaten UV-Bilder und UV-Emissionsspektren von nahen und entfernten Galaxien aufnehmen. Dadurch sollen für jede beobachtete Galaxie globale Parameter wie beispielsweise die Sternenbildungs- und vernichtungsrate ermittelt und in Beziehung zu anderen bekannten Daten wie Leuchtstärke, Galaxientyp, Galaxienumgebung etc. gebracht werden. Letztendlich sollen mit den von GALEX gewonnenen Daten kosmologische Modelle der Galaxienentwicklung überprüft und ggf. verbessert werden. Daneben soll diese Mission Hinweise auf kosmische Objekte liefern, die später dann mit dem Weltraum-Teleskop Hubble beziehungsweise dem zur Zeit in Planung befindlichen Hubble-Nachfolger James Webb Space Telescope weiter beobachtet werden sollen.
 
Nur wenige Tage später wird voraussichtlich am 15. April das Infrarot-Weltraumteleskop SIRTF (= Space Infrared Telescope Facility - dieses kaum auszusprechende Akronym soll vernünftigerweise im Rahmen eines Namenswettbewerbes demnächst durch einen eingängigeren Namen ersetzt werden) starten. Auf der selben Umlaufbahn wie die Erde wird es um die Sonne kreisen und von dort aus - durch einen Sonnenschild vor der Strahlungswärme unseres Zentralgestirns geschützt - mit einem 85 cm durchmessenden Teleskop das Weltall im infraroten Spektralbereich beobachten. Die Astronomen erwarten während der auf mindestens 2,5 Jahre angesetzten Betriebsdauer von diesem bisher größten und leistungsstärksten Infrarot-Weltraumteleskop eine Fülle neuer Daten über die verschiedensten Phänomene des Weltalls. Die Zusammenarbeit von SIRTF mit anderen leistungsstarken Weltraumteleskopen wie Hubble, INTEGRAL und Chandra wird beispielsweise auch die simultane Beobachtung interessanter kosmischer Objekte in vier verschiedenen Spektralbereichen erlauben und mit Sicherheit in den nächsten Jahren zu einer Vielzahl neuer Erkenntnisse führen. Eine Mission im Bereich der Grundlagenforschung stellt die Gravity Probe B dar, eine kleine Sonde, die nach ihrem für Ende April geplanten Start rund 16 Monate lang die Erde umkreisen und während dieser Zeit die Allgemeine Relativitätstheorie von Albert Einstein experimentell bestätigen soll. Hierzu sind vier kleine, ultrapräzis gearbeitete Gyroskope an Bord des Satelliten untergebracht, deren Rotationsachse aufgrund der von der Erde verursachten Krümmung der Raum-Zeit minimal verändert werden sollten - zumindest der Allgemeinen Relativitätstheorie zufolge. Da die zu messenden Effekte aber nur unfassbar klein sind darf man gespannt sein, ob die Projektwissenschaftler letztendlich die erhoffte experimentelle Bestätigung bekommen.
 
Gegen Ende des Jahres schließlich wird am 5. Dezember die Mission SWIFT starten. Dieser Forschungssatellit soll von einer niedrigen Erdumlaufbahn aus Ausschau nach den so genannten Gammaray-Bursts (GRBs) halten, extrem energiereichen und kurzen Gammastrahlenblitzen, die regelmäßig aber unsystematisch auftauchen. Astronomen vermuten als Ursache für diese "Blitze" gewaltige Prozesse wie beispielsweise Kollisionen von Neutronensternen in gigantischen Entfernungen, bisher aber gibt es noch mehr Vermutungen als Gewissheiten über die Quellen dieser Gammastrahlen.
 
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HotSpot-Archiv
 
 

 
 

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      Media Review: Das unsichtbare Universum von Mark Weimar 

Für einen interessierten Hobbyastronomen gibt es nichts schöneres als sich die Galaxien, die Nebel oder einfach nur die Sterne anzuschauen. Verständlich, dass ein gutes Bild eines Objektes das Herz eines Hobbyastronomen höher schlagen lässt.
In dem Buch Das unsichtbare Universum werden Bilder von David Malin, einem der besten Astrofotographen der Welt, veröffentlicht.
Seine Bilder sind so detailliert wie man es von einem Erdgebundenen Teleskop kaum erwarten würde. In diesem 128 Seiten langem Buch werden nun einige der besten seiner Bilder gezeigt und auch erklärt.
Dieses Buch sollte man sich allerdings nur kaufen wenn man wirklich starkes Interesse an Astronomie hat, da das Buch nicht gerade billig ist.

Das unsichtbare Universum, David Malin, Komet-Verlag, ISBN: 3-89836-250-7
 

 
 

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      ISS Weekly Report von Michael Schumacher 

Arbeit an Bord der Raumstation wieder aufgenommen

Das Jahr 2003 begann ruhig für die sechste Stammbesatzung der Internationalen Raumstation. Kommandant Kenneth Bowersox, Bordingenieur Nikolai Budarin und National Aeronautics and Space Administration (NASA) International Space Station (ISS) Science Officer (SO) Donald Pettit überquerten die Datumsgrenze 15 mal am letzten Tag des Jahres 2002 und begrüßten das neue Jahr offiziell um Mitternacht Greenwich Mean Time (GMT) während ihre Schlafperiode. Der erste Tag im neuen Jahr beinhaltete nur wenige routinemäßige Wartungsaufgaben, körperliche Ertüchtigung und Freizeit.

Die Arbeit an Bord wurde am 02. Januar wieder aufgenommen. Höhepunkte waren eine Brandübung, das Einstellen der Ultraschallausrüstung verbunden mit der Human Research Facility und einer Überprüfung der Luftschleuse Quest auf Lecks. Die Ultraschallausrüstung stellt vergrößerte dreidimensionale Bilder des Herzens und anderer Organe, Muskeln sowie Blutgefäßen sowohl zu Forschungs- als auch Diagnosezwecken zur Verfügung.

Der nächste Tag war dann der Messung des Geräuschniveaus in den verschiedenen Modulen der Raumstation gewidmet, als Teil einer andauernden Bemühung den Lärmpegel innerhalb der Raumstation zu charakterisieren. Außerdem wurde an dem Experimente Zeolite Crystal Growth gearbeitet, bei welchem Wissenschaftler versuchen größere Kristalle als auf der Erde möglich zu züchten. Größere, reinere Zeolithkristalle könnten die Menge an Benzin vergrößern, die aus einem Barrel Öl produziert werden kann, was die petrochemische Industrie wirtschaftlicher machen würde.

Budarin arbeitete mit einem russischen Experiment zum Pflanzenwachstum und fertigte eine Bestandsliste der russischen Medizinausrüstung, Versorgungsgüter und Videobänder an Bord der Raumstation an. Er inspizierte auch den hinteren Kopplungsstutzen des Servicemoduls "Swjesda", an den im Februar ein Versorgungsraumschiff vom Typ Progress ankoppeln soll.

Die Besatzung soll ein ziemlich erholsames Wochenende mit der wöchentlichen Haushaltsführung und routinemäßigen Konferenzen mit der Familie und den Ärzten genießen. Bowersox soll am Montag die Arbeit mit dem Experiment Foot/Ground Reaction Forces During Spaceflight (FOOT) fortführen, das zeigt, wie sich die Gelenke in den Hüften, Beinen und Füßen bewegen und welche Veränderungen in ihren Knochen und Muskeln bei fehlender Schwerkraft stattfinden. Dazu wird eine spezielle Strumpfhose mit 20 Sensoren tragen.
 
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Internationale Raumstation
 
 

 
 

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      InDetail: Die Kleinplaneten von Mark Weimar 

Als Kleinplaneten werden in erster Linie die Asteroiden bezeichnet, da sie, genau wie die richtigen Planeten um die Sonne kreisen. Allerdings unterscheiden sie ich in mehreren Merkmalen erheblich von den restlichen Planten in unserem Sonnensystem. Ihre Masse ist viel geringer als die der Planeten und ihre Form ist vollkommen irregulär. Doch auch die Zusammensetzung der Kleinplaneten unterscheidet sich manchmal von der Zusammensetzung der Planeten.
 

 
 

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"In Space Newsletter" #058
ISSN 1684-7407


Erscheinungsdatum:
5. Januar 2003
Auflage: 764 Exemplare
 
 
Chefredaktion:
Karl Urban

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Lorenz Ulrich
 
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Dominik Puckert
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Michael Stein
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Lorenz Zistler
 
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(Space-Weltraum.de)

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