| InSpace Magazin #062 vom 01. Februar 2003
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» In Space Magazin « Raumfahrer.net
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Das Email-Magazin von Raumfahrer.net.
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"In Space Magazin"
Ausgabe #062
ISSN 1684-7407
> Updates:
Updates / Umfrage
> News:
Nachrichten der Woche
> HotSpot: Eine Chronik des Unglücks
> Space Focus: Supermassive Schwarze Löcher im Zentrum von Galaxien 3
> ISS Weekly Report: Progress M1-9 auf Abkopplung vorbereitet
> Surftipp: Space Museum
> Impressum:
Disclaimer & Kontakt
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Verehrte Leserinnen und Leser,
heute ist mit sicherheit ein dunkler Tag für die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA, denn die Columbia, das dienstälteste Space-Shuttle der NASA, ist abgestürzt. Beim Absturz des Shuttles sind alle sieben Besatzungsmitglieder ums Leben gekommen. Nach der Challenger-Katastrophe im Jahre 1986 ist das Columbia Unglück das schrecklichste Unglück in der Geschichte der bemannten Raumfahrt.
Zum jetztigen Zeitpunkt ist noch unklar warum die Raumfähre abgestürzt ist und ob das Projekt der ISS jetzt gefährdet ist, da das Space Shuttle eines der Haupttransportgeräte zur ISS ist. Zwar hat die NASA noch drei weitere Space Shuttles, aber es ist unklar ob in den nächsten Jahren überhaupt ein Shuttle starten wird.
Zum Columbia-Unglück haben wir eine Sonderseite mit allen Informationen und Nachrichten eingerichtet. Zudem finden Sie im heutigen HotSpot die Chronik des Unglücks.
Die Redaktion von Raumfahrer.net trauert um die sieben Opfer an Bord der Columbia.
Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen
Mark Weimar und Karl Urban
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Umfrage: Glauben Sie, dass Europa in den nächsten 20 Jahren eigene bemannte Raumflüge durchführen kann?
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» mitarbeit.raumfahrer.net
Raumfahrer.net ist weiter auf der Suche nach neuen Mitarbeitern - hier erfahren Sie was Sie bei uns erwartet.
» columbia.raumfahrer.net
Auf unserer Sonderseite zum Columbia Unglück informieren wir Sie über die Einzelheiten und Hintergründe zum Absturz des Space Shuttles.
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• Space Shuttle Columbia verunglückt (Update: 19:47 Uhr) <mehr>
• Neues NASA-Webportal <mehr>
• Artemis endlich auf Einsatzposition <mehr>
• Neues Ziel für Rosetta <mehr>
• Kometen-Show im Internet <mehr>
• Jules Verne unter Konstruktion <mehr>
• Ersetzt Paraffin bald herkömmliche Raketentreibstoffe? <mehr>
• NASA gedenkt Raumfahrt-Katastrophen <mehr>
• Beobachten Sie Kudo-Fujikawa im Internet <mehr>
» Space Shuttle Columbia verunglückt (Update: 19:47 Uhr) 01. Februar 2003 - Beim Landeanflug der Columbia brach der Kontakt zum Kontrollzentrum ab. Nach Augenzeugen-Berichten fielen nach einer Explosion Trümmer zur Erde. Die NASA bestätigte das Unglück. Die eigentlich für 15.16 Uhr (MEZ) geplante Landung des Space Shuttles Columbia endete in einem Desaster: Augenzeugenberichten zufolge ereignete sich an Bord kurz nach 15.00 Uhr (MEZ) eine Explosion. Daraufhin zeigte sich eine dicke Rauchfahne hinter der Raumfähre und Trümmer fielen zur Erde. In dieser Phase des Flugs befand sich die Columbia in etwa 61.000 Metern Höhe und war etwa 20.000 Kilometer pro Stunde schnell. An Bord befanden sich sieben Astronauten, darunter der erste israelische Raumfahrer Ilan Ramon. Es besteht kaum noch eine Chance, dass die Besatzung das Unglück lebendig überstanden haben könnte. Wegen der Teilnahme eines Israelis an dem Flug kann auch eine terroristische Ursache nicht ausgeschlossen werden. Allerdings wird diese Möglichkeit derzeit für recht unwahrscheinlich gehalten, da für den Flug der Columbia die höchste Sicherheitsstufe galt. Die Katastrophe an Bord des ältesten Space Shuttles der NASA passiert genau 17 Jahre und vier Tage nach der Explosion der Challenger. Allerdings war diese bereits kurz nach dem Start verunglückt. Daraufhin hatte man den Shuttleverkehr für mehrere Jahre eingestellt und die Sicherheitsstandards stark verbessert. Bei der Landung gab es in den über 100 zurückliegenden Flügen bisher kaum ernsthafte Probleme. Raumfahrer.net wird Sie in den News, sowie in der heutigen Ausgabe des InSpace Magazins weiter über das Unglück der Columbia informieren. Außerdem können Sie sich auf unserer Sonderseite zur Katastrophe informieren. (ku - Quelle: NASA, CTV, Washingtonpost)
» Neues NASA-Webportal 01. Februar 2003 - Die Website der NASA ist völlig erneuert und sehr viel multimedialer und benutzerfreundlicher geworden. Den überraschten Surfer erwartet beim Aufruf der altbekannten Adresse http://www.nasa.gov nicht etwa die relativ textlastige Webseite der NASA sondern ein kleines Einführungsvideo (im Flashformat), das schnell zum neuen Portal der amerikanischen Weltraumbehörde weiterleitet. Das neue Webportal der NASA hat kaum noch etwas altes an sich: Aufbau, Inhalte und Aufmachung weisen auf einen modernen und multimedialen Portalcharakter, auf den nun auch die NASA setzen möchte. Durch animierte Elemente im Flashformat und bebilderten Links zu den verschiedenen Bereichen des Portals erhält der Besucher schnell einen Überblick über die verfügbaren Funktionen und Informationen. Ähnlich wie die europäische Weltraumbehörde ESA weist nun auch die NASA unmissverständlich mit ihrer Webseite die wichtigsten Ziele der Organisation hin: Dem Schutz des Lebens auf der Erde, der menschlichen Erforschung des Universums sowie der Suche nach außerirdischem Leben. (ku - Quelle: NASA)
» Artemis endlich auf Einsatzposition 31. Januar 2003 - Der fortschrittlichste Nachrichtensatellit der ESA Artemis ist nun auf seiner geostationären Position angelangt, von wo aus er die ihm zugedachte Rolle bei der Erprobung neuer Satelliten-Funksysteme wahrnehmen kann. Diese Nachricht wurde eigentlich schon vor 18 Monaten nach dem Start von Artemis am 12. Juli 2001 erwartet. Wegen einer Funktionsstörung in der Oberstufe der Trägerrakete Ariane-5 war aber Artemis in einer zu niedrigen Umlaufbahn abgesetzt worden, sodass der Verlust der Mission zu befürchten war. Dank des Einfallsreichtums und Sachverstands eines europäischen Teams aus Fachleuten der ESA, des Hauptauftragsnehmers Alenia Spazio, des für die Entwicklung des Ionenantriebs verantwortlichen Unternehmens Astrium und des Betreibers der Kontrollstation in Fucino, Telespazio, konnte Artemis dann unter Nutzung eines experimentellen Antriebssystems doch noch gerettet werden. Zu Versuchszwecken war Artemis nämlich mit einem Ionenantriebssystem ausgestattet worden, das für Manöver zur Korrektur einer etwaigen Abdriften aus der Zielbahn verwendet werden sollte. In Wirklichkeit wurde dieses System eingesetzt, um den Satelliten von 31.000 km auf 36.000 km Höhe anzuheben. Dies nahm natürlich sehr viel mehr Zeit als mit einem normalen Apogäumsmotor in Anspruch - der Einsatz eines Ionenantriebs für diese Aufgabe war etwa so, als wollte man ein großes Frachtschiff mit einem Außenbordmotor antreiben - doch letzlich zählt nur das Ergebnis: Artemis ist nun am Ziel! Für diese Rettungsmission mußten große Teile des Flugprogramms umgeschrieben und sogar neue Software-Module entwickelt werden. So konnte Artemis, nachdem er mit Hilfe des vorhandenen chemischen Antriebssystems auf eine Parkbahn gebracht worden war, den Anflug auf die Endbahn dank seiner zwei kleinen Ionentriebwerke fortsetzen. Die Bahnanhebungsmanöver begannen im Februar 2002 und gestatteten Artemis, sich durchschnittlich um 15 km pro Tag zur geostationären Bahn emporzuschrauben. Dabei blieben Zwischenfälle und böse Überraschungen nicht aus, was durchaus verständlich ist, wurde doch der Ionenantrieb für eine Aufgabe eingesetzt, für die er nicht konzipiert war. Langsam aber sicher hat Artemis den Anstieg zur Zielbahn bewältigt und damit sein fortschrittliches Konzept und auch schon den Nutzen von Satelliten dieser Art für die Erprobung neuer Technologien und Dienste unter Beweis gestellt. In der letzten Phase des Endanflugs wurde das chemische Triebwerk noch dreimal kurz gezündet, um den Satelliten genau auf die gewünschte Geschwindigkeit zu bringen. Nachdem Artemis die Einsatzposition erreicht hat, werden die während der Rettungsphase abgeschalteten Nutzlastsysteme in Betrieb genommen. Bemerkenswert ist aber, daß mit diesen bereits eine Weltpremiere gelungen ist, denn parallel zur Vorbereitung der Bahnanhebung war bei der vom Boden aus durchgeführten Funktionsprüfung der Kommunikationsnutzlasten ein vom Erdbeobachtungssatelliten SPOT-4 des CNES aufgenommenes Bild über eine Laser-Verbindung zu Artemis übertragen worden, der es seinerseits per Funk an das Verarbeitungszentrum von SPOT Image in Toulouse weiterleitete. Eine bisher einmalige Verbindung zwischen Satelliten im All! Nach dem Abschluß der Reaktivierung wird Artemis den eigentlichen Betrieb aufnehmen, der zehn Jahre dauern könnte, also praktisch genau so lange, wie ursprünglich vor den unvorhergesehenen Problemen geplant, die für die Zukunft im Grunde sehr lehrreich sind. Das Funktionsprinzip jedes Antriebs im Weltraum besteht darin, Moleküle zu beschleunigen und sie mit möglichst hoher Geschwindigkeit auszustoßen. Herkömmliche Triebwerke nutzen eine chemische Reaktion zwischen Brennstoff und Sauerstoffträger, um ein Gas aufzuheizen und seine Moleküle auf eine Geschwindigkeit von typischen 1 km/s zu beschleunigen. Bei elektrischen Antriebssystemen werden zunächst die Moleküle eines Arbeitsgases (zum Beispiel Xenon) ionisiert (d.h. elektrisch aufgeladen), worauf das ionisierte Gas durch elektrische Felder beschleunigt und mit einer Geschwindigkeit von rund 30 km/s ausgestoßen wird. (la - Quelle: ESA)
» Neues Ziel für Rosetta 31. Januar 2003 - Europa bleibt auf Kometenjagd. Nach der anfänglichen Enttäuschung über den Startstopp der Ariane-Trägerrakete sieht man bei der ESA die Startverschiebung der Mission Rosetta inzwischen als eine in überschaubarer Zeit zu realisierende Herausforderung. Ein neues Ziel für Rosetta soll, so ESA-Wissenschaftsdirektor David Southwood, bis Mai gefunden sein. Rosetta ist tot - es lebe Rosetta. Das ist die aktuelle Quintessenz eines der ehrgeizigsten und teuersten Weltraumvorhaben der Europäer. Mit Rosetta soll eine Raumsonde zum ersten Mal auf eine Umlaufbahn um einen Kometen gebracht und ein Lander auf ihm abgesetzt werden. Dabei geht es um die Urmaterie des Sonnensystems und die Frage, ob Kometen das Leben einst auf die Erde gebracht haben. Die 700 Millionen Euro teure Rosetta-Mission der Europäischen Raumfahrtagentur ESA ist so einzigartig und bedeutsam wie die erste bemannte Mondlandung. Es steht deshalb außer Frage: Nach der schweren Ariane-Panne im Dezember wäre ein Start im Januar zu risikoreich gewesen. Doch nur ein pünktlicher Start bis zum Monatsende hätte Rosetta zu dem bisher vorgesehenen Kometen Wirtanen gebracht. Dieses Ziel, für das die Wissenschaftler über ein Jahrzehnt gearbeitet haben, ist damit unerreichbar geworden. Der Stopp bedeutet also lediglich ein "Aus" für Wirtanen, nicht jedoch für die anspruchsvolle Mission. Das Rosetta-Team ist gegenwärtig auf der Suche nach einem neuen Ziel für die Kometensonde. Als Starttermin wird ein Zeitraum zwischen 2004 bis 2006 anvisiert. Kriterien für die Auswahl sind der zu erwartende wissenschaftliche Ertrag, die Risiken für die Raumsonde (Flugroute) sowie die zusätzlichen Geldmittel. Beim nächsten Meeting des Science Programme Committee der ESA am 25./26. Februar 2003 will die Europäische Raumfahrtagentur die Liste geeigneter Ziel-Kometen vorstellen und entsprechende Vorschläge unterbreiten. Bereits Ende Mai sollen Auswahl und Ausarbeitung der neuen Rosetta-Mission abgeschlossen sein. Die Kosten für die Startverschiebung werden auf etwa 50 bis 100 Millionen Euro geschätzt. "Über ein Jahrzehnt haben wir bei der Entwicklung und beim Bau von Rosetta so manche Hürde genommen", berichtete Gerhard Schwehm, Projektwissenschaftler für Rosetta. "Diese neue Herausforderung werden mit der gleichen Energie sowie mit dem gleichen Enthusiasmus angehen und sie so zum Erfolg führen." Bis zum neuen Starttermin wird die Sonde nun "in die Garage gefahren" und sicher verwahrt. Dazu müssen die Batterien entnommen, der Treibstoff abgelassen und die Harpunen des Landers demontiert werden. "Dieselbe Sorgfalt, die wir beim Bau der Sonde aufgewandt haben, werden wir nun investieren, um Rosetta sicher zu verwahren, damit sie im allerbesten Zustand ist, wenn es soweit ist", erklärte Rosetta-Projektmanager John Ellwood. Zwar ist das Rendezvous zwischen Rosetta und Wirtanen geplatzt, aber in Kürze wird ein neuer Schweifstern gefunden sein, dessen Name den europäischen Kometenforschern bald ebenso geläufig sein wird wie Wirtanen. (la - Quelle: ESA)
» Kometen-Show im Internet 31. Januar 2003 - Internet-Nutzer sitzen bei der Kometenbeobachtung in der ersten Reihe. Am Freitagvormittag könnten die Internet-Benutzer quasi live miterleben, wie der im Dezember 2002 entdeckte Komet "Kudo-Fujikawa" um die Sonne fliegt. Die Bilder kamen vom Sonnenobservatorium SOHO, das von der Europäischen Weltraumorganisation ESA gemeinsam mit der NASA betrieben wird. SOHO beobachtet seit 1996 die Aktivität unseres Zentralgestirns. Nach der Sonnenumrundung verschwindet Kudo-Fujikawa dann aus dem Blickfeld des Sonnenspähers. "Jeder, der einen Internet-Anschluss hat, könnte das spektakuläre Ereignis zu Hause mitverfolgen", erklärte Paal Breeke, der als Projektwissenschaftler der ESA für die SOHO-Mission mitverantwortlich ist. SOHO beobachtete den Kometen mit den Kameras seines Weitwinkel-Koronographen LASCO. Mit einer kleinen Abdeckscheibe wird in den Kameras eine Art künstliche Sonnenfinsternis erzeugt. So kann man die Sonnenkorona beobachten, die sonst von der Sonne selbst überstrahlt wird. Und nur durch diese künstliche Sonnenfinsternis ist auch der Schweif von Kudo-Fujikawa zu erkennen, der sich als weißer Punkt um unser Zentralgestirn bewegt. SOHO als Sonnenspäher, Wetterfrosch und Kometenjäger Das am 2. Dezember 1995 gestartete europäisch-amerikanische Sonnenobservatorium SOHO (Solar and Heliospheric Observatory) ist 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt in dem so genannten Langrange-Punkt L1 positioniert, wo sich die Anziehungskräfte von Erde, Sonne und Mond gegenseitig aufheben. Von dort aus beobachtet die Sonnensonde rund um die Uhr unser Zentralgestirn mit zwölf Spezialinstrumenten in verschiedenen Spektralbereichen. SOHOs Beobachtungen tragen wesentlich dazu bei, den Aufbau des Sonneninneren, die Mechanismen der Koronabildung sowie die Entstehung und Beschleunigung des Sonnenwindes verstehen zu können. Daten über die Intensität des Sonnenwindes werden auch genutzt, um das Weltraumwetter vorherzusagen, beispielsweise Sonnenstürme, deren Partikel mit dem Magnetfeld und der Gashülle der Erde in Wechselwirkung treten und große Schäden anrichten können. Quasi "nebenbei" wurden auf den spektakulären SOHO-Aufnahmen bis heute annährend 500 unbekannte Kometen entdeckt. Viele dieser Weltraumvagabunden lösen sich kurz nach ihrem Outing in den Gluten unseres Zentralgestirns auf. Nicht so Kudo-Fujikawa. Zwar verdampft durch die Sonnenhitze ein Teil seiner Hülle, aber der Komet setzt seine Reise durch unser Sonnensystem fort. Ende Februar wird er dann am Nachthimmel über der Erde auftauchen. (la - Quelle: ESA)
» Jules Verne unter Konstruktion 30. Januar 2003 - Leben im Weltraum: 2003 - ein herausforderndes Jahr für den Bau von Jules Verne. Jetzt ist schon über 90 Prozent der Hardware für Jules Verne, Europas erstes automatisches Transportfahrzeug (ATV) Raumschiff, das im September 2004 zur ISS fliegen soll, fertig gestellt. Mehr dazu: ESA (sr - Quelle: esa)
» Ersetzt Paraffin bald herkömmliche Raketentreibstoffe? 29. Januar 2003 - Paraffin könnte in Zukunft den Treibstoff, der in Feststoffboostern verwendet wird, ersetzen. Während Alan Shepard in seiner Mercury Kapsel auf das Signal wartete, dass den Countdown starten würde und ihn zum ersten Amerikaner im Weltall machen würde, schrie er ungeduldig: "Lasst uns diese Kerze anzünden!" Diese Worte könnten prophetischer werden als Shepard beabsichtigt hatte. Seit 2001 testet das Ames Research Center der NASA einen neuen Raketentreibstoff. Glaub es oder nicht, es ist Kerzenwachs. Es ist sicherer zu handhaben und besser für die Umwelt als der zur Zeit verwendete feste Raketentreibstoff, diese moderne Umwandlung eines alten Treibstoffs könnte eines Tages beeindruckende Raketen antreiben und kommerzielle Nutzlastraketen ins All befördern. Es könnte sogar das Herz einer neuen Generation von Feststoffboostern für Shuttles sein, da ein entscheidendes Sicherheitsmerkmal hat, das heutigen Feststoffboostern fehlt: Einen "Aus"-Schalter. Dies scheint ein schockierend primitiver Treibstoff für die Raketentechnologie des 21 Jahrhundert zu sein. Schließlich benutzen Menschen Kerzen schon seit fünftausend Jahren. Warum dachte dann keiner früher daran es für Raketen zu benutzen? Da jeder der eine Kerze entzündet weiß, dass Paraffin ziemlich ruhig brennt und es schwierig ist, es ohne Docht zum brennen zu bringen. Bei seiner äußeren Erscheinung betrachtet, war es einfach nicht die Art von hoch energetischen, explosiven Treibstoff, der gebraucht wird um eine Rakete vom Planeten zu schießen. Mann erreichte aber, dass es dreimal schneller verbrannte als jemals zuvor - schnell genug um als Raketentreibstoff zu dienen. Man erreichte dies, indem man das flüssige Paraffin mit purem Sauerstoff "aufschäumte" und dann erst verbrennt und somit eine höhere Verbrennungstemperatur erreicht wird. Mehr als 40 Tests haben gezeigt, dass die Idee wie erwartet funkioniert. Das sind gute Nachrichten für die Raketenindustrie, weil der Paraffintreibstoff viel einfacher und sicherer zu handhaben sein wird als der heutzutage gebräuchliche giftige und explosive Treibstoff. Ein Grund für die milde Natur von Kerzenwachs ist, dass der Oxidator der für die Verbrennung gebraucht wird vom Wachs selbst getrennt ist: Luft im Falle von Kerzen Purer Sauerstoff für Raketen Diese Art von Raketen, mit festen Treibstoff und einem seperatem gasförmigen oder flüssigen Oxidator, nennt man Hybridraketen. Im Gegensatz dazu sind bei den heutigen Raketen die beiden Stoffe schon vermischt, bevor sie in den Booster gefüllt werden, nicht gerade eine ungefährliche Mischung und außerdem nicht gut für die Umwelt. Mit der Kontrolle des Flusses des oxidierenden Gases können Hybridraketen außerdem über einen weiten Bereich hinweg gedrosselt werden, was die Kontrolle über ein Abschalten und einen Neustart auch beinhaltet. Dies ist ein weiterer Grund dafür, dass sie die jetzigen Booster ablösen könnten, denn diese kann man nach dem anzünden nicht mehr ausschalten. Aber dennoch, dieser Hybridantrieb befindet sich noch in der Testfase und wenn er überhaupt eingesetzt wird, dann dauert dies sicherlich noch einige Jahre. (lz - Quelle: NASA )
» NASA gedenkt Raumfahrt-Katastrophen 28. Januar 2003 - Der Brand im Apollo-1-Raumschiff und die Explosion des Spaceshuttles Challenger jähren sich - und mahnen für die Zukunft. Am 27. Januar 1967 bricht auf einer Routine-Übung im Modell des Apollo-Raumschiffs von Apollo 1 ein Brand aus. Die Rettungsmannschaften können die Luke nicht rechtzeitig öffnen und die drei Astronauten Roger Chaffee, Ed White und Gus Grissom ersticken in der Kapsel. Genau 19 Jahre und einen Tag später, am 28. Januar 1986 explodiert etwa zwei Minuten nach dem Start der Spaceshuttle Challenger und an Bord sterben die sieben Insassen: Ronald McNair, Ellison Onizuka, Judith Resnick, Dick Scobee, Michael Smith, Greg Jarvis und Christa McAuliffe. Die NASA erinnert in diesen Tagen an die größten Katastrophen der amerikanischen Raumfahrt. Die Verluste an Menschenleben sollen zudem mahnen, dass eine möglichst günstige Kosten-Kalkulation in der bemannten Raumfahrt nicht ohne weiteres möglich ist - auch in Zeiten von Budgetproblemen. (ku - )
» Beobachten Sie Kudo-Fujikawa im Internet 28. Januar 2003 - Ein kürzlich entdeckter Komet umrundet die Sonne und begeistert Internetsurfer. Dort wird er am Freitag Morgen zu sehen sein. Die Bilder werden von der Sonde SOHO (Sun-watching Solar and Heliospheric Observatory) zur Erde gesandt. Nach Meldungen von Space.com sind die besten Aufnahmen zwischen Dienstag und Mittwoch zu erwarten. "Jeder der einen Internetanschluss hat, kann diesen eindrucksvollen Moment zu Hause verfolgen," erklärt Paal Brekke, der SOHO Deputy Project Scientist, der Europäischen Raumfahrtagentur ESA. Brekke arbeitet im Goddard Space Flight Center der NASA. SOHO, das gemeinsame Projekt der beiden Organisationen, wird primär zur Analyse und Vorhersage des Weltraumwetters verwendet. Regelmäßig aktualisierte Bilder zeigen den Kometen, der nach seinen beiden Entdeckern Kudo-Fujikawa genannt wurde, bei seiner Annäherung an den Zentralstern unseres Sonnensystems. Er kann zur Zeit nicht von der Erde aus beobachtet werden, da er sich so nahe an der Sonne befindet, dass das von ihm reflektierte Sonnenlicht im allgemeinen Leuchten untergeht. SOHO befindet sich auf halbem Weg zwischen Sonne und Erde und verdeckt die Sonnenscheibe um verwertbare Bilder der Energie und Materie um sie herum zu erhalten. Wie Brekke, gegenüber Space.com erwähnte, sollte der Komet bis ungefähr 9 Uhr ET (1400 UT) am Freitag, 31. Januar 2003 auf SOHO Bildern zu sehen sein. Kudo-Fujikawa passiert innerhalb des Merkurorbits. Am Mittwoch wird er am nähesten bei der Sonne sein (in einer Entfernung von etwa 28,4 Millionen Kilometern) bevor er seine Reise durch das Sonnensystem fortsetzen wird. Viele Kometen bewegen sich auf solchen elliptischen Bahnen und benötigen von einigen wenigen bis zu mehreren Hundert Jahren für eine komplette Umrundung. SOHO wurde bisher verwendet um andere Kometen zu entdecken, ungefähr 500. Die meisten davon wurden kurz nach ihrer Entdeckung von der Sonne geschluckt. "Er wird sich nicht wie viele andere in einen glühenden Tod stürzen," so Brekke über Kudo-Fujikawa. Trotzdem wird die Sonne Teile der äußeren Hülle des Kometen zum Verdampfen bringen. Dieses Material glüht mit reflektiertem Sonnenlicht und erzeugt so den glühenden Schweif, oder Koma, in den SOHO Bildern. Der Schweif ist immer von der Sonne abgewandt, und wird durch gewaltige energetische Partikel, die den den Stern verlassen, in den Raum "geblasen". Seit seiner Entdeckung im Dezember war der, auch C/2002 X5 bezeichnete, Komet auch mit Ferngläsern und kleineren Teleskopen zu sehen gewesen. Nach seiner Umrundung der Sonne wird er Ende Februar am Nachthimmel zu sehen sein, allerdings nur für Beobachter auf der südlichen Hemisphäre. Ein- oder zweimal pro Jahr durchfliegt ein Komet das Sichtfeld der Sonde. Einer der bekanntesten war Hyakutake 1996. Dieser Komet war meistens sogar mit bloßem Auge von der Erde aus klar zu erkennen. Kudo-Fujikawa ist zur Zeit auf Bildern der SOHO Kamera LASCO C3 zu sehen. Die besten Bilder werden erwartet, wenn der Komet von LASCO C2 erfasst wird. Das wir fünf Stunden lang innerhalb eines noch nicht näher definierten Zeitrahmens geschehen. Gareth Lawrence, ein LASCO Forscher, gibt die grobe Zeit folgendermaßen an: 18 Uhr ET am 28. Januar (2300 UT) bis nach Mitternacht ET (oder 0500 UT am 29. Januar). Wir halten Sie natürlich auch weiterhin auf dem Laufenden. Related Links: Verfolgen Sie den Kometen im Internet Details zu mehrern Raumsonden Die Ausgabe #001 unseres Radios InSound beinhaltet einen Beitrag zum neuen Forschungsprogramm der ESA. (dm - Quelle: Space.com)
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HotSpot: Eine Chronik des Unglücks
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von David Langkamp | |
Die National Aeronautics and Space Administration (NASA) verlor den Funkkontakt mit dem Space Shuttle "Columbia" und das Orbiter Vehicle (OV) 102 erschien nicht am Himmel über Zentralflorida wie es während des Wiedereintritts am Samstagmorgen zu erwarten war. Fernsehbilder einer Station in Texas zeigen wie der Space Shuttle auseinander bricht.
Die NASA empfing den letzten Funkkontakt mit dem Space Shuttle gegen 09.00 Uhr Eastern Standard Time (EST) beziehungsweise 15.00 Uhr Mitteleuropäischer Zeit (MEZ) als das OV-102 über Texas flog. An Bord der "Columbia" befanden sich sieben Astronauten: Kommandant Rick Husband, Pilot William McCool, die Missionsspezialisten Kalpana Chawla, Laurel Clark, Michael Anderson und David Brown sowie der israelische Nutzlastspezialist Ilan Ramon.
NASA Flugdirektor Leroy Cain rief im Mission Control Center (MCC) in Houston den Notfallalarm aus. Die Zündung zum Verlassen der Erdumlaufbahn fand wie geplant um 08.15 Uhr EST, 14.15 Uhr MEZ statt und alles schien beim Wiedereintritt gut zu verlaufen bis der Kontakt über dem Norden von Zentraltexas verloren ging.
Während der routinemäßigen Überprüfung einen Tag vor der Landung am Freitag wurden keine technischen Probleme mit dem Space Shuttle gemeldet. Auf der Pressekonferenz vor der Landung beantwortete der Flugdirektor für den Wiedereintritt Fragen zu der möglichen Beschädigung der Hitzeschutzkacheln der "Columbia", die von Isolierschaum herrührt, der sich beim Start vom External Tank (ET) des Space Shuttle gelöst hatte.
Cain sagte, dass Ingenieure die Situation untersucht haben und nicht beunruhigt seien. Wir haben die Situation mit der Hitzeschutzkachel am linken Flügel sehr gründlich untersucht und wir haben überhaupt keine Bedenken", sagte Cain am Freitag. "Daher haben wir nichts in Hinsicht auf unsere Flugbahngestaltung geändert."
Sollte die Beschädigung schwerer gewesen sein, ist es möglich, dass ein Durchbrennen jeglicher Art eine Reihe von katastrophalen Ereignissen auslösen kann."
Im Folgenden sehen sie eine chronologische Auflistung der letzten 60 Minuten des Space Shuttle "Columbia", alle Zeiten EST, um auf MEZ zu kommen addieren Sie sechs Stunden:
Um 08.09 Uhr erhält die Besatzung vom Flugdirektor für den Wiedereintritt das "Go" für die Zündung zum Verlassen der Erdumlaufbahn. Die Zündung soll um 08.15:30 Uhr erfolgen und zwei Minuten und 38 Sekunden. Die Landung auf dem Kennedy Space Center (KSC) in Florida ist für 09.16 Uhr geplant, 16 Tage nach dem Start.
Um 08.11 Uhr aktiviert Pilot William McCool eine der drei Auxiliary Power Units (APUs) zwei Minuten vor der Zündung zum Verlassen der Erdumlaufbahn. Die beiden anderen APUs werden später während des Abstiegs gezündet, um den Druck im Hydrauliksystem aufzubauen, um die Flügelklappen, die Ruder und die Luftbremse zu steuern, das Fahrwerk auszufahren und das Bugrad zu steuern. Die NASA stellt sicher, dass mindestens eine APU vor der Durchführung der Zündung zum Verlassen der Erdumlaufbahn funktioniert, da der Space Shuttle nur eine einzige APU für eine sichere Landung benötigt.
Um 08.15 Uhr findet die Zündung zum Verlassen der Erdumlaufbahn als sich die "Columbia" 283 Kilometer über dem Indischen Ozean westlich von Australien befindet. Die "Columbia" fliegt mit dem Heck voraus und verkehrt herum.
Um 08.18 Uhr ist die Zündung zum Verlassen der Erdumlaufbahn erfolgreich abgeschlossen. Die "Columbia" befindet sich auf ihrem Weg nach Hause.
Um 08.23 Uhr manövriert das Führungssystem die Columbia von der Konfiguration für die Zündung zum Verlassen der Erdumlaufbahn, Köpfe nach unten, Heck voraus in die Konfiguration für den Wiedereintritt, Köpfe nach oben und mit der Nase voran. Die Nase wird um 40 Grad angehoben. In dieser neuen Position werden die schwarzen Hitzeschuldkacheln am Bauch der Raumfähre das Raumschiff während des feurigen Sturzes durch die Erdatmosphäre schützt. Die "Columbia" wird in 20 Minuten auf die oberen Schichten der Atmosphäre über dem Pazifischen Ozean treffen.
Um 08.31 Uhr befindet sich die "Columbia" in einer Höhe von 235 Kilometern, noch 45 Minuten bis zum geplanten Aufsetzen.
Um 08.32 Uhr werden die verbleibenden zwei APUs aktiviert. Sie werden nur während den Start- und Landephasen einer Space Shuttle-Mission aktiviert. Zusätzlich wird überflüssiger Treibstoff des vorderen Reaction Control System (RCS) abgelassen.
Um 08.42 Uhr befindet sich die Columbia in einer Höhe von 145 Kilometern über dem Pazifischen Ozean.
Um 08.44 Uhr trifft die "Columbia" trifft auf die äußeren Schichten der Erdatmosphäre und beginnt den Wiedereintritt. Diese Periode wird als Entry Interface bezeichnet. Die Geschwindigkeit beträgt Mach 25.
Um 08.46 Uhr GMT sind es noch 30 Minuten bis zum Aufsetzen. Die Höhe beträgt 103 Kilometer. Die "Columbia" wird das amerikanische Festland über Kalifornien nördlich von San Francisco erreichen. Der Kurs führt den Raumgleiter über Nevada, Arizona, New Mexico, Texas und dann entlang der Golfküste nach Florida.
Um 08.49 Uhr beginnt die "Columbia" die erste einer Reihe von Kurven zum Abbau der Geschwindigkeit während sie durch die Erdatmosphäre absteigt. Diese Manöver bauen die Energie ab, die die "Columbia" während des Starts aufgebaut hat. Diese erste Kurve geht nach rechts.
Um 08.51 Uhr befindet sich die "Columbia" in einer Höhe von 76 Kilometern mit einer Geschwindigkeit von 26.389 Kilometern pro Stunde.
Um 08.53 Uhr kreuzt die "Columbia" die Küstenlinie von Kalifornien.
Um 08.55 Uhr befindet sich die "Columbia" über dem südlichen Teil von Nevada. 20 Minuten bis zum Aufsetzen.
Um 08.56 Uhr beträgt die Geschwindigkeit 24.135 Kilometern pro Stunde als sich die "Columbia" über dem Norden Arizonas befand.
Um 08.57 Uhr befindet sich die "Columbia" 69 Kilometer über New Mexico. Sie kurvt nun nach links um Geschwindigkeit abzubauen.
Um 08.59 Uhr befindet sie sich 64 Kilometer über Texas.
Um 09.01 Uhr verlieren die Flugkontrolleure den Funkkontakt mit der "Columbia". 15 Minuten bis zur Landung.
Um 09.04 Uhr wird von Trümmerteilen hinter der Plasmaspur des Space Shuttle während des Wiedereintritts.
Um 09.05 Uhr gibt es immer noch keinen Funkkontakt mit der "Columbia".
Um 09.06 Uhr gibt es immer noch keine Bahnverfolgungsdaten. Gleichzeitig wird von Trümmern am Himmel berichtet.
Um 09.09 Uhr gibt es immer noch keinen Kontakt mit der "Columbia".
Um 09.10 Uhr sucht die NASA immer noch nach Bahnverfolgungsdaten. Der Funkkontakt brach vor ungefähr 10 Minuten ab.
Um 09.14 Uhr weist der Flugdirektor für den Wiedereintritt seine Flugkontrolleure an ihre Notfallpläne hervorzuholen.
Um 09.15 Uhr gibt es weiterhin keine Bahnverfolgungsdaten.
Um 09.19 Uhr treten die Notfallpläne im Missionskontrollzentrum in Kraft.
Um 09.27 Uhr gibt die NASA bekannt, dass sich die "Columbia" zum Zeitpunkt des Verlustes des Funkkontaktes mit einer Geschwindigkeit von 20.113 Kilometern pro Stunde in einer Höhe von 60.960 Metern befand.
Columbia Sonderseite
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Space Focus: Supermassive Schwarze Löcher im Zentrum von Galaxien 3
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von Tilman Kaiser | |
Entdeckung der Quasare:
Der erste Quasar wurde 1963 entdeckt, als der 32-jährige Niederländer Maarten Schmidt am Caltech (California Institute of Technology) die optischen Emissionslinien der bekannten Radioquelle 3C273 als die um 16% rotverschobenen Balmerlinien des Wasserstoffs erkannte.
Die Position der Radioquelle 3C273 war mit dem neuen Parkes-Radioteleskop in Australien auf wenige Bogensekunden genau festgelegt worden, so dass eine Identifizierung dieses Objekts mit optischen Teleskopen und eine damit einhergehende Untersuchung des optischen Spektrums möglich war.
Die großen Rotverschiebungen sind die erstaunlichsten Merkmale von Quasaren. Die Rotverschiebung hat hier nichts mit Energieverlusten der elektromagnetischen Strahlung (z.B. durch Abbremsung der Photonen) zu tun, sondern ist ein Folge des Dopplereffekts, der uns allen schon im akustischen Wellenlängenbereich durch die abrupt abfallende Tonlage einer vorbeifahrenden Sirene begegnet ist. Kommt eine Schallquelle auf unser Ohr zu, so empfindet es die Frequenz des Tones höher als bei der sich entfernenden Schallquelle. Gleichermaßen vergrößert sich die Wellenlänge bei sich entfernenden Lichtquellen. Die in Richtung längerer (roter) Wellenlängen verschobenen optischen Wasserstoffspektren eines Quasars deuten also darauf hin, dass sich dieser von uns entfernt.
Übrigens hat dieser Effekt nichts mit Verdopplung zu tun, sondern ist auf seinen Entdecker, den Salzburger Christian Doppler (1803-1853) zurückzuführen, der ihn 1842 in seinem Buch "Das farbige Licht der Doppelsterne" aufstellte. Die Rotverschiebung ist definiert als Wellenlängenverschiebung geteilt durch die ursprüngliche Wellenlänge. Wenn die Geschwindigkeit klein genug gegenüber der Lichtgeschwindigkeit ist, läßt sich Dopplers Formel vereinfachen und die Rotverschiebung entspricht der Geschwindigkeit pro Lichtgeschwindigkeit v/c. Eine Rotverschiebung von 16 % bedeutet dann, dass sich das Objekt mit 16 % der Lichtgeschwindigkeit von uns entfernt.
Die Astronomen hatten schon seit 1960 über das Wesen der nahezu punktförmigen Radioquelle 3C48 (die 48ste Quelle in der dritten Version des in Cambridge erstellten Katalogs der Radioastronomischen Arbeitsgruppe um Martin Ryle) gerätselt. Allerdings hatten Spektralanalysen von optischen Aufnahmen dieses Objekts gezeigt, dass die Anordnung der Spektrallinien von 3C48 ganz untypisch für Sterne oder heiße Gase war. Der Astronom Jesse Greenstein der in den 50ern versuchte, die Radioastronomie in den USA zu fördern und mit der englischen und australischen Radioastronomie konkurrenzfähig zu machen, war inzwischen Professor am Caltech. Nachdem Martin Schmidt ihm von seiner Entdeckung erzählte, stellte Greenstein eine 37%ige Rotverschiebung im Spektrum von 3C48 bei den Linien von Magnesium, Sauerstoff und Neon fest.
Literatur:
K.S. Thorne:
"Black Holes and Time Warps: Einstein's Outrageous Legacy",
In: "The Common Wealth Fund Book Programme"
hrsg.:Lewis Thomas, Bd. 9, 1993
M. Begelman, M. Rees:
"Gravity's Fatal Attraction" Scientific American Library, New York 1996
M.S. Longair: "Our Evolving Universe", Cambridge University Press 1996
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ISS Weekly Report: Progress M1-9 auf Abkopplung vorbereitet
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von Michael Schumacher | |
Am Sonntag, dem 26. Januar sollte das neue Fenster in die Steuerbordluke des Node 1 „Unity“ eingebaut werden und somit die Platte, auf der die Antenne des frühen Kommunikationssystems angebracht war, ersetzen. Allerdings wurde diese Prozedur auf Montag verlegt, da die ersten beiden Stunden der Druckmessungen nach dem Ausbauen und Ersetzen in die Schlafperiode der sechsten Stammbesatzung hineinragen, die aus Kommandant Kenneth Bowersox, Bordingenieur Nikolai Budarin und National Aeronautics and Space Administration (NASA) International Space Station (ISS) Science Officer (SO) Donald Pettit besteht. Das Fenster ermöglicht dann eine Sicht in das Joint Airlock Module (JAM) “Quest“ während Extravehicular Activities (EVAs).
Am Montag, dem 27. Januar um 08.40 Uhr Eastern Standard Time (EST) wurde die Lagekontrolle der ISS zwischenzeitlich an die Steuerdüsen des russischen Motion Control System (MCS) übergeben, um mit dem Programm des automatischen Kopplungssystems die Lagekontrolle durch das Mission Control Center (MCC) in Moskau zu testen. Später wurde die Raumstation in eine geneigte Kopplungsposition und danach kurz in den Abdriftmodus gebracht, um das Ankoppeln eines Versorgungsraumschiffes vom Typ Progress mit dem manuell gesteuerten telerobotisch gesteuerten Rendezvoussystem zu testen. Dabei befanden sich die Solarzellenflügel des Service Module „Swjesda“ und des Control Module „Sarja“ zwischenzeitlich in starrer Position.
Um 12.36 Uhr EST kommunizierte die sechste Stammbesatzung mit den Besatzungsmitgliedern des Space Shuttle “Columbia“, die gegenwärtig die Forschungsmission STS-107 durchführen. Daran nahm allerdings nur die Rote Mannschaft bestehend aus Kommandant Rick Husband, den Missionsspezialisten Kalpana Chawla und Laurel Clark und Nutzlastspezialist Ilan Ramon teil. Die Blaue Mannschaft, die aus Pilot William McCool und den Missionsspezialisten David Brown und Michael Anderson besteht befand sich in ihrer Schlafperiode.
Eine dreiseitige Liste mit Hardware und Abfällen, die in Progress M1-9 geladen werden müssen, zusammen mit genauen Ladeanweisungen wurde an die sechste Stammbesatzung übertragen. Das Versorgungsraumschiff soll am Samstag, dem 01. Februar um 10.59 Uhr EST abkoppeln und um 14.47 Uhr EST beim Wiedereintritt verglühen. Zuvor wird die ISS um 10.29 Uhr in die korrekte Lage zum Abkoppeln manövriert. Die dreiminütige Zündung zum Verlassen der Erdumlaufbahn soll um 14.10 stattfinden. Aus Gründen der Flugstabilität und der Kontrolle über das automatische und vorprogrammierte Raumfahrzeug muss das Beladen mit großer Sorgfalt in vorgeplanten Stufen nach einem Plan durchgeführt werden, der das Innere des Versorgungsraumschiffes in Ebenen und Reihen unterteilt. Eine richtige Masseverteilung ist zwingend, um einen akzeptablen mittleren Masseschwerpunkt und Trägheitsmomente der Masse zu erhalten. Deshalb werden zum Beispiel die Container an Bord in Reihen und nicht parallel verstaut. Die Beladung wird mit Video festgehalten, das dann von Spezialisten im MCC in Moskau angeschaut wird, bevor das Schließen der Luke genehmigt wird. Die Videoaufnahme wurde um 12.20 Uhr EST zum Boden übertragen.
Am Dienstag, dem 28. Januar jährte sich zum 17. Mal der Verlust des Space Shuttle ”Challenger” mit seiner siebenköpfigen Besatzung aus Kommandant Francis Scobee, Pilot Michael Smith, den Missionsspezialisten Ellison Onizuka, Judith Resnik und Ronald McNair sowie den Nutzlastspezialisten Christa McAuliffe und Gregory Jarvis 73 Sekunden nach dem Start zur Mission 51-L. Am Tag zuvor vor 36 Jahren kam die Besatzung von Apollo 1, die aus Kommandant Virgil Grissom, Senior Pilot Edward White und Pilot Roger Chaffee bestand, bei einem Feuer in ihrer Raumkapsel bei der Generalprobe des Countdowns ums Leben.
Die Mitglieder der sechsten Stammbesatzung schlossen den geplanten Test, ob sie in ihre drei aufschlagabsorbierenden Konturensessel im Re-entry Compartment von Sojus TMA-1 passen, ab. Dazu mussten sie ihre Sokol Druckanzüge anlegen, in ihren Sesseln Platz nehmen und den Abstand zwischen ihrem Kopf und der oberen Ecke der Struktur mit einem Lineal messen. Die Ergebnisse wurden dem MCC in Moskau mitgeteilt. Die Konturensessel sind so entworfen, dass sie den G-Kräften währen dem Start und dem Einschuss in die Erdumlaufbahn genauso wie beim Wiedereintritt und bei der durch Bremsraketen unterstützen Landung standhalten. Jeder Sessel hat zwei Positionen, eine aufgerichtete und flache Position. In der aufgerichteten Position werden die Sessel erhöht, um es den Aufschlagabsorbierern zu ermöglichen während des Aufsetzens zu funktionieren. Die Überprüfung, ob sie noch in ihre Sessel passen, stellt sicher, dass die Besatzung, deren Körperlänge während langen Aufenthalten in der Schwerelosigkeit zunimmt, im Falle einer Notrückkehr immer noch ausreichend durch die Konturensessel geschützt ist.
Um 10.05 Uhr EST begann das MCC mit der geplanten Vakuumreinigung der Treibstoff- und Oxydatorleitungen von Progress M1-9. Dies geschieht um Treibstoffreste in den Rohrleitungen zwischen Progress M1-9 und „Swjesda“ in den Weltraum abzulassen. Die Reinigung der Treibstoffleitung von Unsymmetrischem Dimethylhydrazin (UDMH) begann um 10.10 Uhr EST und die Reinigung der Oxydatorleitung von Stickstofftetroxyd (N2O4) begann um 11.40 Uhr EST und dauerte ungefähr 13 Minuten.
Der Test des automatischen Rendezvoussystems für die Ankopplung von Progress M-47 am vorherigen Tag war erfolgreich. Er beinhaltete eine neue Prozedur, die nur eine der beiden Antennen des Rendezvoussystems an der Spitze der beiden Solarzellenflügel von „Swjesda“ nutzt, und zwar Antenne Nummer 1. Die zweite Antenne am Solarzellenflügel Nummer 2 arbeitet zwar aber funktioniert nur mit periodisch auftretenden Unterbrechungen. Die Auswahl der Antenne erfolgt automatisch durch die Avionik des Rendezvoussystems und der gestrige Test zeigte, dass die Ankopplung nur mit der Antenne Nummer 1 durchgeführt werden kann. Dies ist aufgrund der momentanen Fluglage möglich, da der Solarzellenflügel Nummer 1 immer zu dem sich annähernden Raumfahrzeug ausgerichtet ist. Sollte das automatische Rendezvoussystem versagen, ist das alte manuell gesteuerte telerobotisch gesteuerte Rendezvoussystem weiterhin verfügbar. Der Start von Progress M-47 vom Baikonur Kosmodrom in Kasachstan ist weiterhin für Sonntag, den 02. Februar um 07.59 Uhr EST vorgesehen. Die Ankopplung an die ISS soll am Dienstag, dem 04. Februar um 09.48 Uhr EST stattfinden. An Bord des Versorgungsraumschiffes befinden sich unter anderem zwei Teile für die Microgravity Science Glovebox (MSG). Da die Solarzellenflügel der ISS während dem zweistündigen Kopplungsfenster nicht die Sonne verfolgen, hat die Abnahme der Stromerzeugung zur Folge, so dass einige Systeme kurzzeitig runtergefahren werden müssen.
Am Mittwoch, dem 29. Januar ging das Beladen von Progress M1-9 weiter. Unter den verstauten Gegenständen befinden sich vier Batterien vom Typ 800A, zehn alte Rauchdetektoren, Filter, Flüssigkeitsbehälter, alter Kaugummi, getragene Anzüge und andere Kleidungsstücke sowie dutzende persönliche Hygieneartikel.
Am Donnerstag, dem 30. Januar installierten Bowersox und Budarin den Kopplungsmechanismus des Versorgungsraumschiffes. Neben der strukturellen und mechanischen Verbindung, die einen Transferweg für Besatzung und Fracht bietet, besitzt er auch Anschlüsse für den Transfer von Strom, Daten, Gasen und Flüssigkeiten.
Am Freitag, dem 31. Oktober fuhr das MCC in Moskau die Verbindungseinheit runter und Budarin trennte das Telemetriesystem. Zusammen mit Bowersox verstaute er die Verbindungseinheit in ihrem Container. Die Verbindungseinheit und die dazugehörige Umwandlungsausrüstung stellen das elektronische Interface zwischen „Swjesda“ und Progress M1-9 sicher. So wird zum Beispiel das Antriebssystem des Versorgungsraumschiffes während dem Anheben der Erdorbithöhe durch die Computer von „Swjesda“ kontrolliert. Die Avionik wird bei anderem Versorgungsflug entsorgt. Die Kontrolle über Progress M1-9 bei der Abkopplung und danach wird von einem vorprogrammierten automatischen Sequenzsystem übernommen. Budarin aktivierte das Versorgungsraumschiff und entfernte den Luftschlauch zwischen dem Raumfahrzeug und dem Transfertunnel des Servicemoduls. Die Luke wurde um 09.30 Uhr EST geschlossen. Dies diente als Entscheidungspunkt für die letzten unwiderruflichen Startvorbereitungen für Progress M-47 auf dem Baikonur Kosmodrom in Kasachstan.
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Das Centre Spatial Guyanais befindet sich in Kourou(Französisch-Guayana).
Auf seinem Gelände befindet sich z.B. das Space Museum.
Dieses zeigt unter anderem die Entwicklung der europäischen Raumfahrt
insbesondere der französischen von seinen Anfängen bis heute.
Als Besucher kann man sehr viel entdecken: unter anderem aus
Legobausteinen eine Ariane-
Rakete zusammenbauen und Aufnahmen der Erde aus dem Weltall bewundern.
Dieses Raumfahrtmuseum weckt Begeisterung für den Weltraum und seine
Homepage lädt ein,
es einmal wirklich zu besuchen.
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"In Space Magazin" #062 ISSN 1684-7407
Erscheinungsdatum:
01. Februar 2003
Auflage: 829 Exemplare
Chefredaktion:
Karl Urban
Supervising:
Lorenz Ulrich
Redaktionsleitung:
David Langkamp
Redaktion:
Jan Großmann
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Tilman Kaiser
Raphael Kallensee
Clemens Mach
Sebastian Mateja
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Dominik Puckert
Sabine Rossburg
Franz Schmied
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