InSpace Magazin #063 vom 08. Februar 2003

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"In Space Magazin"

Ausgabe #063
ISSN 1684-7407


> Updates:
Updates / Umfrage

> News:
Nachrichten der Woche

> HotSpot:
Krankenstation im All

> Special:
Columbia - eine Woche danach

> Space Focus:
Die Entdeckung von Radiogalaxien

> ISS Weekly Report:
Ablösung der Stammbesatzung wird diskutiert

> Surftipp:
Centre Spatial Guyanais

> Impressum:
Disclaimer & Kontakt
 

      Intro von Karl Urban

Verehrte Leserinnen und Leser,
 
nach dem Verlust der Columbia vor einer Woche war für wenige Tage die gesamte Medien-Berichterstattung auf das Unglück, das Schicksal der ISS-Crew und der Station sowie die Zukunft der bemannten Raumfahrt gerichtet. Doch spätestens in den letzten zwei bis drei Tagen ist die Columbia längst wieder auf die vierte Seite, wenn nicht gar auf die Vermischtes-Seiten der Tageszeitungen gewandert. Und das, obwohl die Untersuchungen der Unglücksursache noch nicht einmal richtig begonnen haben: Space Shuttle-Programmanager Ron Dittemore sagte am Freitag, das die Trümmersuche noch keine Erkenntnisse erbracht habe und das man weiterhin in alle Richtungen ermittle. Eines der schwersten Katastrophen in der Raumfahrt scheint also noch einige Wochen - wenn nicht Monate - unaufgeklärt zu bleiben. Lesen Sie mehr zum aktuellen Stand im Special.

Auch bei einem medizinischen Notfall im All, z.B. auf der ISS, ist man bis dato nur sehr unzureichend vorbereitet. Der heutige HotSpot berichtet von einem Projekt aus München, bei dem an Krankeneinrichtungen für die Schwerelosigkeit geforscht wird.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen

            Karl Urban
            Chefredakteur Raumfahrer.net

 
 

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Umfrage: Glauben Sie, dass Europa in den nächsten 20 Jahren eigene bemannte Raumflüge durchführen kann?

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      Updates / Umfrage

» columbia.raumfahrer.net
Auf unserer Sonderseite zum Columbia Unglück informieren wir Sie über die Einzelheiten und Hintergründe zum Absturz des Space Shuttles.

» Raumcon: Schwerpunktthema Columbia
Diskutieren Sie in unserem Forum Raumcon über den Absturz der Columbia und seine Folgen für die Raumfahrt.
 
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      News

Columbia-Aufnahme vor dem Unglück <mehr>
Kommission untersucht Columbia-Absturz <mehr>
Neue Unglücks-Ursache? <mehr>
Ins Bett für die Weltraummedizin <mehr>
Tragischer Verlust für die Wissenschaft <mehr>
Trauerfeier und Stand der Ermittlungen <mehr>
ESA lädt ein: Jugend forscht 2003 <mehr>
Fortschritte bei der Trümmersuche <mehr>
Stellungnahme der Angehörigen <mehr>
Risse im Flügel als Ursache für die Katastrophe? <mehr>



» Columbia-Aufnahme vor dem Unglück
08. Februar 2003 - Eine Militärkamera in New Mexico zeigt vielleicht eine Beschädigung des linken Flügels des Space Shuttles vor seinem Zerbrechen.
Fast eine Woche nach dem Absturz der Columbia und seiner Besatzung über Texas, beginnt nun eine Phase in der Untersuchung, in der es vorerst kaum neue Informationen gibt.
"Anfang dieser Woche erhielten wir große Mengen an Daten und Informationen, aber jetzt habe ich nicht mehr vieles Neues, was ich Ihnen berichten könnte", sagte Shuttle-Programmmanager Ron Dittemore am Freitag. "Wir sind nun in einer relativ zähen Phase der Untersuchungen angelangt, in der die Hinweise wieder und wieder überprüft und alle verfügbaren Daten und Informationen aufs Genauste erforscht werden. Dies ist ein Prozess, der sehr sorgfältig durchgeführt werden muss."
Während der NASA-Pressekonferenz am Freitag drehte sich die Diskussion größtenteils um ein Foto der landenden Columbia, das von einer Air Force-Kamera in New Mexico aufgenommen wurde. Dieses zeigt, dass scheinbar der linke Flügel des Shuttles schon einige Zeit vor dem Zerbrechen stark beschädigt sein könnte.
Die Aufmerksamkeit der Untersuchungsteams wurde aber schon vorher auf den linken Flügel der Raumfähre gerichtet, da die dortigen Sensoren entweder fehlerhaft arbeiteten oder unnormale Hitzewerte maßen, die darauf schließen lassen, dass etwas nicht stimmte.
Während etliche Theorien über die Hitzeschutzkacheln, die versagt haben sollen, fortlaufen, wies Dittemore am Freitag weiter darauf hin, dass bis jetzt noch nichts feststeht. Auch die Möglichkeit, dass beim Start gelöster Isolier-Schaumstoff vom externen Tank den Hitzeschild der Columbia beschädigt haben könnte, wird noch nicht ausgeschlossen.
Weitere Informationen zum Absturz der Columbia finden Sie auf unserer Sonderseite unter columbia.raumfahrer.net.
(ku - Quelle: NASA / Space.com)


» Kommission untersucht Columbia-Absturz
07. Februar 2003 - Eine unabhängige Kommission soll herausfinden, was zu der Zerstörung der Raumfähre "Columbia" und dem Verlust der sieben Astronauten geführt hat.
Die Arbeit der Kommission beginnt heute im Johnson Space Center, Houston. Suchteams suchen weiterhin nach Trümmerteilen.
Unter der Führung des ehemaligen Vizeadmirals Harold Gehman wird die Untersuchungskommission erste Gespräche mit Verantwortlichen des Raumfahrt-Programms im Johnson Space Center, Houston beginnen. Die NASA sicherte der Kommission jede erdenkliche Unterstützung zu. Auch die Partner wollen der NASA bei der Suche nach der Ursache helfen, damit die Wiederaufnahme der Flüge zur ISS so schnell wie möglich wieder beginnen können.

Bisher wurde mehr als 1000 Trümmerstücke der Raumfähre "Columbia" sichergestellt. Gefundene Teile westlich von Forth Worth in Texas werden gegenwärtig analysiert, um zu sehen, ob die Gegenstände von der Columbia stammen.
"Bisher haben wir keine Shuttletrümmer westlich von Forth Worth identifiziert", sagte Ron Dittemore, Leiter des Shuttle-Programm der NASA.
Die sichergestellten Trümmerteile werden als erstes im Barksdale Air Force, LA, analysiert, bevor sie dann an das Kennedy Raumfahrtzentrum zwecks Rekonstruktion übergeben werden.

Die Mannschaft auf der ISS ist in Moment dabei, die Ladung der Progress auf die ISS umzuladen. Die Ladung enthält insgesamt eine Tonne an Nahrung, Treibstoff und Versorgungsgütern.
(la - Quelle: NASA)


» Neue Unglücks-Ursache?
06. Februar 2003 - Die NASA wirft ihr Netz bei der Untersuchung des Shuttle-Unglücks nun sehr viel weiter aus. Dabei entfernt sie sich auch von der Theorie, wonach eine Beschädigung durch Isoliermaterial des Außentanks Ursache für das Unglück gewesen ist.
Andere Möglichkeiten - von einem versehentlichen Entweichen explosiver Stoffe an Bord bis zu einer Kollision mit Weltraummüll oder gar einem Defekt in einem der Flügel - könnten die Ursache für den Verlust der Kontrolle über die Raumfähre sein, die nun erforscht werden.
Space Shuttle-Programmmanager Ron Dittemore sagte, dass jede Theorie geprüft werde.
"War es etwas, was nach dem Start passierte? War es etwas, das während der Landung eintrat? Oder war es etwas, was während der Aufstiegsphase passierte, das wir nicht gesehen haben? Dies sind alle Möglichkeiten", sagte Dittemore auf der Pressekonferenz am Mittwoch.
Am Donnerstag arbeiteten in starkem Regen weiter Suchteams, um in Texas und Louisiana nach Trümmerteilen zu suchen, die Hinweise auf die Ursache des Unglücks liefern könnten. In Washington wird unterdessen eine Erinnerungsveranstaltung zum Gedenken der sieben Opfer in der National Cathedral vorbereitet.
Vier Tage lang hatten sich die Untersuchungen nach der Ursache des Auseinanderbrechens der Columbia auf ein etwa ein Kilogramm schweres Stück der Isolierung konzentriert, das sich kurz nach dem Start von dem externen Tank der Raumfähre gelöst hatte und mit einer Tragfläche kollidiert war. Nach dieser Theorie wären die Hitzkacheln an dieser Stelle so stark beschädigt worden, dass sie das Shuttle beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre nicht mehr richtig schützen konnten und so das Unglück einleiteten.
Aber Dittemore sagte, dass dieser Einschlag nicht stark genug gewesen sein kann, den Shuttleabsturz zu verursachen: "Es macht für uns keinen Sinn, dass ein umherfliegendes Stück der Isolierung der Hauptgrund für den Verlust der Columbia und ihrer Besatzung gewesen ist", sagte Dittemore. "Es muss einen anderen Grund geben."
In einem von mehreren Faktoren, die untersucht werden, entdeckte das Untersuchungsteam, dass das automatische Kontrollsystem des Shuttles beim Wiedereintritt Probleme hatte, den korrekten Winkel für die sichere Rückkehr auf die Erde beizubehalten.
Der Autopilot löste daraufhin die schnelle Bewegung der Ruder-Klappen aus und eventuell auch die Aktivierung von Manöverdüsen, um die Columbia - vergeblich - auf der richtigen Bahn zu halten.
Dittemore sagte, da sei etwas auf dem linken Flügel gewesen, "das wir noch nicht wissen", und dass sich so am Wind rieb, dass es das Raumfahrzeug nach links zog. Der Autopilot startete "mehr und mehr 'Muskeln' zur Flugkontrolle" in dem Versuch, die Columbia auf Position zu halten, sagte er, aber kurz bevor uns die letzten Signale den Boden erreichten, wurde es klar, "dass wir begannen, diese Schlacht zu verlieren".
Dittemore nimmt an, dass der Luftwiderstand durch eine raue Oberfläche, fehlende Teile oder einem Fehler am Flügel ausgelöst worden sein könnte. Zudem erforschten Ingenieure die Frage, ob der Anstieg der Temperatur auf der linken Seite Auslöser für den Verlust der Kontrolle über den Shuttle und seinem Auseinanderbrechen gewesen ist.
(ku - Quelle: Space.com)


» Ins Bett für die Weltraummedizin
06. Februar 2003 - Bettruhe ist in. Zumindest unter Weltraummedizinern. In Berlin laufen derzeit die letzten Vorbereitungen für die BedRest-Studie, die Mitte Februar beginnt.
Und in Toulouse wurden jetzt erste Ergebnisse der längsten und komplexesten europäischen Bettruhestudie vorgelegt, die 2001 und 2002 stattfand. Die Studie wurde von der Europäischen Raumfahrtagentur ESA in Zusammenarbeit mit den Agenturen Frankreichs (CNES) und Japans (NASDA) im französischen Institut für Weltraummedizin (MEDES) in Toulouse durchgeführt.
Wie wirkt sich – in Abhängigkeit von der Aufenthaltsdauer im Kosmos – Schwerelosigkeit auf den menschlichen Organismus aus? Das ist die entscheidende Frage. Sie zu beantworten ist unter terrestrischen Gravitationsbedingungen nicht ganz leicht. Mit einer Ausnahme: Das Bettruhemodell ist bestens geeignet, um jene schleichenden Veränderungen zu beobachten, wie sich Schwerelosigkeit auf den menschlichen Körper auswirken kann. Mit anderen Worten: Bettruhestudien stellen ideale Möglichkeiten dar, um kosmische Langzeitaufenthalte in der Schwerelosigkeit unter terrestrischen Schwerebedingungen zu simulieren. Der wochenlange Aufenthalt im Bett hat in vielerlei Hinsicht nahezu dieselben physiologischen Folgen wie ein langer Weltraumflug. Ganz besonders gilt dies für die Veränderungen in der Muskulatur und in den Knochen. Hier zeigt sich bei Astronauten auf Langzeitmissionen und bei bettlägerigen Patienten dasselbe Phänomen: Durch mangelnde Beanspruchung der Muskulatur kommt es zu Muskelschwund. Und die biomechanische Unterforderung des Skeletts führt dann zu Knochenschwund. Das Hauptziel der Langzeit-Bettruhestudie in der Raumfahrtklinik in Toulouse bestand daher zum einen darin, die typischen Veränderungen in Muskeln und Knochen zu ermitteln, die bei langen Raumflügen auftreten. Zum anderen sollten Methoden getestet werden, mit denen man diesen Veränderungen begegnen kann.
Ein Vierteljahr in der Horizontalen
725 Männer zwischen 25 und 45 hatten sich beworben, um in Toulouse für die Zukunft der Raumfahrt das Bett zu hüten. Nach intensiven psychologischen und medizinischen Check-ups wurden schließlich 25 Testpersonen ausgewählt. Die Studie, an der mehr als 60 europäische und japanische Wissenschaftler beteiligt waren, bestand aus zwei viermonatigen Versuchskampagnen. Die erste Kampagne mit 14 Probanden lief von August bis Dezember 2001, die zweite mit 11 Probanden von März bis Juli 2002.
Den Testpersonen wurde strikte Bettruhe verordnet: 90 Tage lang mussten sie – weitgehend isoliert von der Außenwelt – permanent das Bett hüten. Dabei lagen die Füße etwas höher als der Kopf. Mit dieser Kopftieflage von -6° können bestimmte Effekte der Schwerelosigkeit noch besser simuliert werden, beispielsweise die Flüssigkeitsverteilung im Körper.
Trotz Bettruhe volles Programm
Die Studienteilnehmer wurden in drei Gruppen unterteilt. Eine Gruppe trainierte – selbstverständlich liegend – mit einem neuen Fitnessgerät, dem so genannten Flywheel, das im Auftrag der ESA entwickelt wurde. Eine weitere Gruppe erhielt Medikamente (Biphosphonate), die den Abbau von Knochensubstanz aufhalten. Und eine Kontrollgruppe schließlich hütete einfach nur das Bett. So konnten die Wissenschaftler Vergleiche zwischen den Gruppen anstellen und die Wirksamkeit der Maßnahmen beurteilen.
Daneben erwartete die Versuchspersonen ein anspruchsvoller Untersuchungsmarathon: Neben Belastungstests, Knochendichtemessungen mittels moderner Computertomographie und Magnetresonanzaufnahmen standen Muskelbiopsien und umfangreiche biochemische Analysen auf dem Programm.
Erste Ergebnisse Wie die ersten Ergebnisse der Langzeit-Bettruhestudie belegen, haben die Testpersonen insgesamt an Muskel- und Knochenmasse verloren. Bei der medikamentös behandelten Gruppe war ein geringerer Knochenschwund zu beobachten. Mit dem Flywheel-Fitnessgerät wurden beim Muskeltraining bemerkenswerte Erfolge erzielt: Diejenigen, die nur zwei bis drei Mal wöchentlich wenige Minuten trainiert hatten, verfügten nach dreimonatiger Bettruhe noch über 90 Prozent ihrer Sprungkraft. Die Probanden der anderen beiden Gruppen hingegen hatten mehr als 70 Prozent ihrer Sprungkraft verloren. Einen Knochenabbau konnte aber auch das Flywheel-Training nicht unterbinden.
Ein Resultat hat die Wissenschaftler überrascht: Bei einigen Versuchspersonen war unabhängig von der Behandlungsmethode kein Knochenschwund zu beobachten. Offenbar ist Bettruhe nicht zwangsläufig mit Knochenabbau verbunden, ein Ergebnis, das auch mit Blick auf die Behandlung bettlägeriger Patienten auf der Erde interessant ist.
Fortsetzung folgt
Die anstehende Berliner BedRest-Studie soll nun unter anderem klären helfen, weshalb manche Menschen Knochenmasse verlieren und andere nicht. Außerdem soll ein neues Trainingsgerät auf seine Tauglichkeit für den Einsatz im Weltraum überprüft werden, das möglicherweise auch dem Knochenschwund besser entgegenwirkt. Die Studie wird im Auftrag der ESA vom Zentrum für Muskel- und Knochenforschung (ZMK) am Universitätsklinikum Benjamin Franklin in Berlin durchgeführt. Bereits am 14. Februar sollen dort die ersten „terrestrischen Astronauten“ ihren achtwöchigen Dienst in den Betten der Versuchsstation antreten.
(ku - Quelle: ESA)


» Tragischer Verlust für die Wissenschaft
05. Februar 2003 - Trotz des Desasters: Wissenschaftler wissen den Status der Wissenschaftsdaten der STS-107 zu schätzen.
Der Start des Space Shuttles Columbia am 16. Januar 2003 stellte eine aufregende Zeit für die internationale Wissenschaftsgemeinde dar. Die Columbia führte mehr als 80 Experimente auf ihrer 16-tägigen Mission, die vollständig der Wissenschaft gewidmet war, mit.
Die NASA und ihre Forscher arbeiten daran exakt herauszufinden, wie viele Daten mit der Columbia Crew verloren gingen. Einige der wissenschaftlichen Daten wurden während der Mission an Wissenschaftteams auf der Erde übertragen. Die verwertbaren Daten wurden von Ermittlern beschlagnahmt, die wegen des Unglücks am Samstag ermitteln. Deshalb wird es einige Zeit dauern, um die Ergebnisse auszuwerten. Forscher heben bereits die Leistungen der Columbia-Astronauten und der Wissenschaftler am Boden, die sie unterstützt haben, hervor. Dies beinhaltet:
Die Shuttleastronauten erzeugten und beobachteten die schwächste je erzeugte Flamme. Qualitativ hochwertige Bilddaten dieses SOFBALL (Structure of Flame Balls at Low Lewis-Number) Experiments existieren und ,im Bezug auf den Hauptermittler dieses Projektes, kann es Wissenschaftlern helfen Modelle der Verbrennungschemie zu entwickeln, die für sauber-brennende Motoren sorgen.
Das Laminar Soot(Ruß) Processes Experiment sorgte auch für Flammenphenomene die nie zuvor auf oder weg von der Erde erzeugt wurden. Ruß ist beides eine bedeutende Gefährdung für die Gesundheit und für die Leistung von Maschinen auf der Erde und unter kontrollierten Umständen ein nützliches industrielles Produkt.
Das MIST (Water Mist Fire Suppression) Experiment, welches entwickelt wurde um den Nutzen von feinem Wassernebel für die Brandbekämpfung zu erforschen, erreichte dass man mehr von den verschiedenen Wasserkonzentrationen versteht.
Das israelische Mittelmeerstaub Experiment, oder MEIDEX, untersuchte die Auswirkungen von Wüstenstaub und Rauchfeder auf das Klima und bekamen wichtige Bilder und Videos, die noch in der Zukunft studiert werden müssen. Das MEIDEX Experiment brachte auch das erste zentrierte Bild eines Atmospherischen Phänomens, bekannt als ein "elf, " oder eine elektrische Lichtkrone die über dem Gipfel von Sturmwolken glüht hervor.
Ein Lebenslanges wissenschaftliches Experiment über Prostatakrebs an Bord der Columbia dokumentierte ein größeres als erwartetes Gesamtwachstum von Tumoren im All.

Jedoch gingen die meisten der anderen Experimente der STS-107, wie die der Lebenswissenschaften, die hauptsächlich auf Proben, Beispielen und anderen Daten basierten mit der Columbia verloren. Die NASA bleibt aber der dem Streben der Wissenschaft im All verpflichtet, im Bewußtsein, dass die einzigartige Umgebung etwas nie zuvor erreichbares in der Geschichte der Menschheit bietet:
Einen Blick zu erhaschen wie unser Leben in einer Welt mit einer unterschiedlichen Gravitation sein könnte.
"Alle sieben Columbia Astronauten strebten danach menschliche Erforschung des Weltalls voranzutreiben", sagte Mary Kicra, eine Mitarbeiterin der NASA. "Sie widmeten ihr Leben der NASA und ihrem Land und halfen uns Wissen zu enthüllen, dass helfen könnte das Leben aller Menschen zu verbessern."
(lz - Quelle: NASA Spaceresearch)


» Trauerfeier und Stand der Ermittlungen
05. Februar 2003 - Die Europäische Raumfahrtbehörde ESA hat heute folgende Presseinformation veröffentlicht.
Gedenkfeiern
Gestern, am 4. Februar, fand im Johnson Space Center der NASA eine Trauerfeier statt, an der US-Präsident George W. Bush, die Angehörigen der beim "Columbia"-Absturz ums Leben gekommenen sieben Astronauten, zahlreiche Persönlichkeiten sowie Vertreter der internationalen Partner der NASA teilgenommen haben. Für die ESA waren der Leiter des Europäischen Astronautenzentrums, mehrere Astronauten, Vertreter des ESA-Büros in Houston und für Nutzlasten der Mission STS-107 verantwortliche ESA-Bedienstete anwesend.
Am Donnerstag, den 6. Februar, findet in der National Cathedral in Washington D.C. ein Gedenkgottesdienst statt, dem Vertreter der internationalen Partner bei der ISS und anderen Weltraumprogrammen sowie hochrangige Repräsentanten mehrerer europäischer Regierungen beiwohnen werden. Die ESA wird bei diesem Gottesdienst von ihrem Generaldirektor, Antonio Rodotà, und ihrem Direktor für Bemannte Raumfahrt, Jörg Feustel-Büechl, vertreten.
Neuester Stand der technischen Ermittlungen
Der Direktor des Raumtransporterprogramms der NASA, Ron Dittemore, gab auf einer Pressekonferenz folgende Einzelheiten zur Rekonstruktion der letzten Flugminuten der "Columbia" bekannt:
Um 14.52 Uhr MEZ zeigten drei Temperatursensoren in der Bremsdruckleitung des linken Fahrwerks einen ungewöhnlichen Temperaturanstieg im linken Fahrwerkschacht an (zu diesem Zeitpunkt näherte sich die Raumfähre der kalifornischen Küste).
Um 14.53 Uhr MEZ zeigte ein vierter Temperatursensor in der Bremsdruckleitung der linken Fahrwerksstrebe über einen Zeitraum von fünf Minuten einen Temperaturanstieg um 17 bis 22° C an (die "Columbia" befand sich über Kalifornien).
Um 14.55 Uhr MEZ zeigte ein fünfter Temperatursensor in der Bremsdruckleitung des linken Fahrwerks einen starken Temperaturanstieg an.
Um 14.57 Uhr MEZ fielen die Temperatursensoren der linken Tragfläche aus, so daß am Boden keine Daten mehr empfangen wurden (die "Columbia" befand sich zu diesem Zeitpunkt über Arizona).
Um 14.59 Uhr MEZ schließlich, unmittelbar vor Abbruch des Funkkontakts zur Raumfähre, wurde verstärkter Luftwiderstand an der linken Tragfläche registriert, worauf zwei von vier Gier-Steuerungsdüsen auf dieser Seite rund 1,5 Sekunden lang zündeten, um den erhöhten Widerstand auszugleichen. Die "Columbia" war nach wie vor unter Kontrolle, doch änderten sich die Bahnparameter rascher, als normalerweise zu erwarten war.
Dittemore gab ferner bekannt, daß es noch einige Zeit in Anspruch nehmen werde, bis die nach Abbruch des Funkkontakts von den Bodencomputern aufgezeichneten Daten weiterer 32 Sekunden ausgewertet und auf ihre Relevanz für die Ermittlungen überprüft sind.
Das Stück Hartschaumisolierung, das sich rund 80 Sekunden nach dem Start vom Außentank gelöst hatte, maß nach den Worten Dittemores etwa 40 cm x 50 cm x 15 cm und dürfte 1,2 kg gewogen haben.
Die Ermittlungen stützen sich nicht nur auf die Bilder von der Mission STS-107, sondern auch auf Aufnahmen eines ähnlichen Zwischenfalls beim Flug der Raumfähre "Atlantis" im Oktober 2002 (STS-112), bei dem die Mannschaft die Trennung des Außentanks von der Fähre beim Start gefilmt hatte. Damals war man zu dem Schluß gelangt, daß das losgelöste Teil keine Gefahr für die Sicherheit von Mannschaft und Fähre darstellte. Diese Analysen werden nun weitergeführt, um herauszufinden, ob und inwieweit der Zwischenfall möglicherweise zu der Katastrophe beigetragen hat.
Unterdessen geht die Sammlung und Zusammenstellung der Trümmerteile der "Columbia" weiter, wobei den Teilen, die Daten und Aufzeichnungen enthalten, besondere Aufmerksamkeit zukommt. Jedes Teil wird auf nützliche Hinweise untersucht.
Darüber hinaus führt die NASA eine Reihe von Untersuchungen durch, um die genaue Unglücksursache zu ermitteln. Dabei wird abgeschätzt, in welchem Umfang eine Tragfläche beschädigt sein muß, damit die beim Wiedereintritt der "Columbia" festgestellten asymmetrischen Luftwiderstandswerte auftreten. Auch soll festgestellt werden, bei wieviel Hitzeschutzverlust eine Raumfähre schrittweise auseinanderbricht, wie es bei der "Columbia" der Fall war.
Stand der ISS und kurzfristige Planung
Die NASA und ihre internationalen Partner bei der ISS haben bereits erste Besprechungen zur Beurteilung des Stands der ISS und der weiteren Planung abgehalten.
Die Bordmannschaft setzt ihre Arbeit planmäßig fort und entlädt zur Zeit den Progress-Frachter, der wie vorgesehen gestern, am 4. Februar, um 15.49 Uhr MEZ erfolgreich an die Station angedockt hat.
Sämtliche Partner wollen sicherstellen, daß die ISS ständig besetzt bleibt. Es werden verschiedene Vorschläge und Optionen im Hinblick auf die bestmögliche Versorgung der Station mit Sojus- und Progress-Fahrzeugen erörtert. Dabei spielen auch die für April und Oktober dieses Jahres geplanten Flüge zur Auswechslung der Sojus-Kapseln mit Beteiligung von ESA-Astronauten eine Rolle.
Europäische Wissenschaftsdaten der Mission STS-107
In ersten Stellungnahmen haben die Betriebs- und Wissenschaftsteams für die drei ESA-Instrumente, deren Telemetrie- und Videodaten vollständig empfangen werden konnten, ihre große Trauer über das tragische Ende der Mission STS-107 bekundet. Gleichzeitig brachten sie ihre Zufriedenheit mit den wissenschaftlichen Daten zum Ausdruck, die der ausgezeichneten Arbeit der Mannschaft zu verdanken seien.
Die Anlage für Adsorptions- und Oberflächenspannungsmessungen (FAST), die erstmals während der Mission STS-95 im Oktober 1998 (bei der der Veteran der US-Astronauten, John Glenn, und ESA-Astronaut Pedro Duque dabei waren) mitgeführt wurde, hat hervorragend funktioniert. Mit ihr wurden drei Experimente in Folge für ein deutsches und zwei italienische Experimentatorenteams durchgeführt.
Die Einrichtung "Com2Plex" bestand aus drei Kreislauf-Wärmerohren, die von drei Unternehmen aus Belgien, Frankreich und Deutschland beigestellt worden waren. Die empfangenen detaillierten Daten lassen erhebliche Verbesserungen der Wärmetransportfähigkeit erkennen.
Für alle sieben Flugexperimente mit dem Verbesserten Atmungsüberwachungssystem (ARMS), die für Experimentatorenteams aus Dänemark, Deutschland, Italien und Schweden durchgeführt wurden, liegen exzellente Daten vor.
(dm - Quelle: ESA)


» ESA lädt ein: Jugend forscht 2003
05. Februar 2003 - Das Europäische Raumfahrtkontrollzentrum ESOC in Darmstadt ist Gastgeber der ersten Austragungsrunde des bundesweiten Wettbewerbes "ugend forscht 2003"
Zur Auftaktveranstaltung der Region Hessen-Süd am 13. Februar sind alle Teilnehmer und ihre Begleitpersonen in das ESOC in Darmstadt, Robert-Bosch-Str. 5, eingeladen.
"Geträumt. Gedacht. Gemacht." – unter diesem Motto starten in wenigen Tagen die Wettbewerbe der 38. Runde von Jugend forscht. Der seit 1966 stattfindende bundesweite Concours richtet sich an junge Menschen bis 21, die sich für Naturwissenschaften, Mathematik und Technik – darunter Raumfahrt – interessieren. Teilnehmen kann jeder, der mit einem selbst gewählten originellen Forschungsprojekt in eines der sieben Jugend-forscht-Fachgebiete passt, in der Bundesrepublik wohnt oder eine deutsche Schule besucht. Neben Fachwissen sind Kreativität und Phantasie der Teilnehmer gefragt. Der Wettbewerb wird dreistufig ausgetragen: auf Regionalebene (Februar), Landesebene (April) sowie auf Bundesebene (Mai). Er ist mittlerweile europaweit der größte Wettbewerb in Naturwissenschaften, Mathematik und Technik. Die Veranstaltung zur ersten Wettbewerbsrunde für die Region Hessen-Süd findet am 13. Februar 2003, von 9.00 bis 18.00 Uhr, im Europäischen Raumfahrtkontrollzentrum ESOC statt. Nach der Eröffnung um 9.00 Uhr wird eine hochkarätige Jury alle ausgestellten Arbeiten begutachten und bewerten. Ab 12.00 Uhr können Interessenten die Wettbewerbsarbeiten besichtigen und mit ihren geistigen Schöpfern in Kontakt treten. Um 15.00 Uhr wird ESA-Astronaut Thomas Reiter über die Arbeits-, Lebens- und Forschungsbedingungen auf der Internationalen Raumstation ISS sprechen und dabei einen Ausblick auf den bemannten Flug zum Mars geben, auf den sich die Europäische Raumfahrtagentur ESA vorbereitet.
Darüber hinaus bietet das ESOC sowohl den Jungforschern, als auch ihren Begleitpersonen Sonderführungen durch die ESOC-Kontrollräume an. Vielfältige Kontaktmöglichkeiten zu Raumfahrtwissenschaftlern sind an diesem Tag gegeben.
Ab 16.00 Uhr werden in einer Feierstunde die besten Arbeiten prämiert. Die nach Fachsparten und Altersgruppen ermittelten Sieger der ersten Wettbewerbsrunde werden Hessen-Süd auf dem im April in Darmstadt stattfindenden Landeswettbewerb vertreten. Deren Sieger wiederum werden Hessen im Mai beim Bundeswettbewerb vertreten. Ein langer Weg also. Auf jeder Ebene winken den Siegern attraktive Geldpreise, aber auch Forschungsaufenthalte und Studienreisen. Für bestimmte Themen oder besonders gelungene Arbeiten werden Sonderpreise vergeben.
Die Geschichte des nunmehr fast vier Jahrzehnte laufenden Wettbewerbs hat wiederholt gezeigt, dass aus erfolgreichen Teilnehmern von einst bekannte Wissenschaftler oder Ingenieure geworden sind. Und vielleicht wird einer der heute prämierten Jungforscher einmal als Astronaut im Erdorbit oder auf der neu errichteten Mondbasis arbeiten? Oder gar Mitglied der ersten internationalen Mars-Crew sein, die als Abgesandte des Planeten Erde unseren roten Nachbarn betreten wird. Altersmäßig hätten jedenfalls alle Jugend-forscht-Teilnehmer dieser Veranstaltung hervorragende Chancen, sich als Kandidat an dem historischen Flug zum roten Nachbarplaneten zu bewerben.
(ku - Quelle: ESA)


» Fortschritte bei der Trümmersuche
04. Februar 2003 - Eine Untersuchungs-Mannschaft des Shuttle-Unglücks fand kürzlich zwischen den in Texas niedergegangen Bruchstücken die "Nase" der Columbia.
Eine Bergungsmannschaft kehrte kurz darauf an den Ort zurück, um das größte bisher gefundene Bruchstück des Raumfahrzeugs aus dem fast sechs Meter breitem Loch zu heben, das durch die Wucht es Aufpralls entstanden war.
"Es ist hauptsächlich die Front der Shuttle-Nase", sagte Warren Zehner von der Environmental Protection Agency (EPA). "Es ist noch ziemlich intakt."
Die "Nase" des Shuttles ist bis heute eines der größten Fundstücke. Obwohl bei der Suche nach Teilen der Columbia bereits mehrere tausend Funde zur Folge hatte, könnte der aktuelle aufgrund des relativ guten Zustands Hinweise auf die Destabilisierung des Space Shuttles und dem Tod der sieben Astronauten an Bord liefern.
Das zerbrochene Raumfahrzeug muss aus Bruchstücken, die auf einem über tausend Quadratkilometer großen Gebiet verstreut liegen, zusammengesetzt werden, um die Unglücksursache herauszufinden. Die Brocken werden zum Teil mit Sonargeräten gesucht.
Allein 12 000 Trümmerteile wurden bis Montagabend in der Region eingesammelt. Die Suche war zum Teil grausam, als auch menschliche Überreste der Besatzung der Columbia gefunden wurden.
Die Shuttle-Nase wurde einige Kilometer von der Kleinstadt Hemphill gefunden. Hemphill liegt etwa 200 Kilometer von Housten und dem dortigen Johnson Space Center entfernt.
Die EPA, welche die Trümmersammlung überwacht, hat ein Flugzeug mit Infrarotsensoren ausgestattet, die nach Fragmenten suchen, die mit gefährlichen Chemikalien verseucht sind.
Die Fundorte markiert ein unabhängiges Untersuchungsteam, geleitet vom pensionierten Admiral Harold W. Gehman Jr. und ein NASA-Team mit Reißzwecken auf einer Karte im vorübergehenden Kommandostützpunkt der Suchoperation, der Louisiana's Barksdale Air Force Base.
NASA Shuttle-Programmmanager Ron Dittemore sagte, dass die amerikanische Raumfahrtbehörde an allen Teilen, die vom Himmeln heruntergekommen sind, interessiert ist. In Arizona beteiligte sich auch das FBI an der Suche nach Trümmerteilen.
"Es scheint die Suche der Nadel im Heuhaufen zu sein", sagt Dittemore in Anspielung auf gefundene 15 mal 15 Zentimeter große Bruchstücke des Hitzeschildes der Columbia. "Aber das hält uns nicht davon ab, es zu tun."
(ku - Quelle: Space.com)


» Stellungnahme der Angehörigen
03. Februar 2003 - Heute veröffentlichte die NASA folgende Stellungnahme der Angehörigen der Columbia Astronauten. Lesen Sie eine Deutsche Übersetzung.
"Am 16. Januar sahen wir die Menschen, die wir so liebten, in einen strahlenden und wolkenfreien Himmel aufbrechen. In ihren Herzen trugen sie Enthusiasmus, Stolz auf ihr Land, das Vertrauen auf Gott und die Bereitschaft Risiken einzugehen um Wissen zu erwerben - Wissen, welches die Lebensqualität der ganzen Menschheit steigern könnte.
Die 16-tägige Forschungsmission der Columbia war ein großer Erfolg, der in nur wenigen Minuten zunichte gemacht wurde. Doch er wird in unseren Gedanken für immer weiterleben. Wir wollen der NASA-Familie und den Leuten von überall auf der Welt für ihre überwältigende Liebe und Unterstützung danken.
Doch auch obwohl wir tief trauern, wie schon die Familien der Apollo 1 und Challenger-Astronauten vor uns, muss die Erforschung des Weltalls weiter gehen. Sobald der Grund für diese Tragödie gefunden und korrigiert worden ist, muss die Hinterlassenschaft der Columbia weitergehen - für unsere Kinder und die Eurigen."
(dl - )


» Risse im Flügel als Ursache für die Katastrophe?
03. Februar 2003 - Israelischen Zeitungsberichten zufolge wurden bereits fünf Tage nach dem Start der US-Raumfähre "Columbia" zwei Risse im linken Flügel entdeckt.
Bei einer Liveschaltung, während der der Israels Staatspräsident Ariel Sharon mit dem ersten israelischen Astronauten Ilan Ramon sprach, wurde ein Bild der Tragfläche übermittelt, auf dem deutlich zwei Risse zu sehen sind. Sie könnten laut Expertenberichten die Ursache für den Absturz sein; es wird allerdings vor voreiligen Schlussfolgerungen gewarnt. Der Manager des Shuttleprogramms der US-Raumfahrtbehörde NASA, Ron Dittermore, gab bekannt, dass Augenzeugen gesehen haben wollen, wie sich Teile des Shuttles lösten. Kurz vor dem Ausfall der Sensoren der Raumfähre war ein starker Temperaturanstieg gemessen worden. Anschließend brach der Kontakt ab.
Führende Experten betonten, dass es unmöglich gewesen wäre die defekten Kacheln zu reparieren, da die Astronauten für einen derart riskanten Einsatz nicht vorbereitet waren; auch das benötigte Werkzeug sei nicht vorhanden gewesen.
Ein Anflug der ISS wäre aufgrund der geringen Treibstoffreserven problematisch gewesen.
Nachtrag: Der deutsche Astronaut Ulrich Walter hat angeblich Zweifel an der Echtheit der Aufnahmen geäußert. Sie könnten zumindest nicht vom Flügel stammen, da dies der Blickwinkel der Kammeras verhindere.
Wir halten Sie natürlich auch weiterhin auf dem laufenden.
(dm - )



 
 

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      HotSpot: Krankenstation im All von David Langkamp 

Zero-G-Sickbay
Eine Person erleidet einen Herzinfarkt oder bricht sich ein Bein. Innerhalb weniger Minuten ist durch das ausgeklügelte Rettungssystem in den Industrieländern eine medizinische Versorgung garantiert. Rettungshelikotopter sind in der Lage Schwerverletzte in nur wenigen Minuten zur nächsten Spezialklink zu fliegen. Doch was passiert bei einem medizinischen Unfall im Weltall - möglicherweise abertausende Kilometer weg von jeglicher medizinischen Einrichtung?

Traurige Tatsache ist, dass die medizinischen Versorgungsmöglichkeiten im All derzeit noch äußerst begrenzt sind. Der Grund dafür liegt wohl darin, dass die Raumfahrtmissionen der letzten 40 Jahre oftmals nur recht kurze Vorstöße ins All waren. Die Astronauten wurden gesundheitlich perfekt durchgecheckt. Einen medizinischen Notfall sah man als unwahrscheinliches "Worst Case" Szenario an, welches man als akzeptables Risiko aus den Überlegungen ausklammerte.

Doch mit der russischen Raumstation MIR und schließlich mit der ISS wurde eine neue Ära der ständigen menschlichen Präsenz im All eingeleitet. Stets befinden sich Menschen in der Umlaufbahn um unseren Planeten. Wichtige Voraussetzung für diese permanenten Präsenz ist die Möglichkeit medizinischer Versorgung. Noch prekärer wäre die fehlende Möglichkeit einer Notfallmedizinischen Versorgung bei einer jahrelangen bemannten Mission zum Mars.

Mit dem Wandel in der Raumfahrt - auch hin zu mehr Weltraumtouristen - wird die medizinische Versorgung unverzichtbar. Die Herausforderungen bei der Entwicklung der Versorgungsmöglichkeiten liegen in den stark geänderten Rahmenbedingungen des Weltalls. Vor allem die Abwesenheit der Schwerkraft stellt die Entwickler vor eine Reihe großer Probleme. Diese reichen von der Tatsache, dass eine Infusion in der Schwerelosigkeit nicht alleine fließt bis zu der Notwendigkeit eine Herzdruckmassage anders durchzuführen als gängig. Alle beteiligten Personen und Geräte müssten ständig fixiert sein um ein vernünftiges Arbeiten zu ermöglichen.
Daneben müsste die Ausrüstungen allgemeine Kriterien der Raumfahrt wie beispielsweise eine geringe Masse, außerordentliche Zuverlässigkeit sowie eine einfache und sichere Handhabung erfüllen.

Jetzt hat sich ein junges Team werdender Ingenieure der technischen Universität München rund um Prof. Eduard Igenbergs, dem Leiter des Fachgebiets Raumfahrttechnik, zur Aufgabe gemacht, sich diesen Herausforderungen zu stellen und eine geeignete Krankenstation für das Weltall zu entwickeln. Im Rahmen ihres Zero-G-Sickbay Projekts, zu Deutsch "Schwerelosigkeits-Krankenstation", sollen folgende vier Schwerpunkte bearbeitet werden:

- Ergonomisch gestaltetes Krankenbett
Da der menschliche Körper in der Schwerelosigkeit ein andere Haltung (0 - G Position) annimmt, als auf der Erde, muss ein Krankenbett auch nach entsprechenden ergonomischen Gesichtspunkten konzipiert sein. Außerdem ist es unerlässlich, den Patienten in seinem Bett zu fixieren, damit dieser auch dort bleibt.
Ein eigens für die 0 - G - Sickbay entwickelte Gurt - System ermöglicht zudem, Gurte an zu versorgenden Körperpartien zu öffnen, ohne die Fixierung des Patienten negativ zu beeinflussen. Des Weiteren ist die Integration eines Life Pack vorgesehen, dass die Versorgung und Stabilisierung von Wunden, Brüchen und sonstigen Verletzungen (toxikologische Unfälle o.ä.) sicherstellt.

- Fixierung des Ersthelfers
Eine gute Fixierung des Ersthelfers ist ein weiterer entscheidender Punkt bei der medizinischen Notversorgung in der Schwerelosigkeit, um zu gewährleisten, dass sich der Helfer nicht ständig mit einer Hand irgendwo festhalten muss, um nicht davon zu schweben. Dazu wurde das Konzept des Munich Space Chair übernommen, und für die konkrete Anwendung modifiziert.

- Integration einer Reanimations - Einheit
Bis dato sind die Möglichkeiten, eine Herzdruck - Massage bei Weltraum - Missionen auszuführen noch nicht gegeben, da der Ersthelfer, in Folge der fehlenden Schwerkraft, keinen Druck auf den Brustkorb des Patienten ausüben kann, und auch noch keine geeigneten Geräte an Bord von Raumstationen sind, beziehungsweise bei Raumflug - Missionen mitgenommen werden. Das zukunftsorientierte Konzept der 0 - G - Sickbay sieht daher die Integration einer Reanimations - Einheit vor. Diese Maschine führt parallel die Herzdruck - Massage und die künstliche Beatmung aus, sodass sich der Ersthelfer währenddessen um eventuell bestehende, weitere Verletzungen kümmern kann.

- Integration eines EKG
Das Konzept der 0 - G - Sickbay sieht außerdem die Integration eines EKG und eines Defibrilators vor, um Patienten mit Problemen des Herzkreislaufes (bis hin zum Herzstillstand) im Weltraum behandeln zu können.

Die Krankenstation müsste natürlich auch getestet werden. Ein echter Raumflug ist hierfür schlicht zu kostspielig. Doch es gibt verschiedene Verfahren, um zu experimentellen Zwecken Mikrogravitationsbedingungen zu schaffen. Dazu gehören in erster Linie die Verwendung von Falltürmen, sowie der raketengestützte und der flugzeuggestützte Parabelflug. Der flugzeuggestützte Parabelflug nimmt dabei eine besondere Stellung ein, da er als einziges die Möglichkeit bietet, Mikrogravitationsexperimente auch unter Einbeziehung des Menschen durchzuführen.

Die Studenten haben sich, im Rahmen der diesjährigen Parabelflugkampagne der Europäischen Weltraumbehörde (ESA) beworben ihr Projekt testen zu dürfen. Das Flugteam setzt sich aus vier Studenten der TU zusammen.

Die Realisierung dieses umfangreichen, multidisziplinären Konzepts ist nur durch die finanzielle Unterstützung seitens der Industrie möglich. Hierfür suchen die jungen Münchner noch Sponsoren. Mehr zum Sponsoring finden Sie auf der Internetseite des Projekts.

Das Zero-G-Sickbay Team erhofft sich Spin-Offs für Anwendungen auf der Erde. Die Stunden hoffen, dass sich das gewonnene Know-how vielleicht auch für die medizinische Versorgung unter extremen Bedingungen einsetzen ließe. So zum Beispiel bei der Seerettung oder bei der Versorgung in abgelegenen Gegenden.

Mehr zu diesem Projekt finden Sie auf dessen vorläufiger Internetseite
 

 
 

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      Special: Columbia - eine Woche danach von Lutz Growalt 

Eine Woche nach dem Verlust der Columbia verschwindet das Thema langsam aus der aktuellen Berichterstattung. Wer - vor allem hierzulande - mit schnellen Schlussfolgerungen zur Hand war, sieht sich enttäuscht:
Außer dem Verlust der Columbia, und ihrer jungen Besatzung ist nur eines sicher - es wird eine lange, mühsame Fehlersuche werden und es bleibt uns derzeit nur zu hoffen, dass die Fehlerursache überhaupt gefunden werden kann.


Nach einer Woche mit stundenlangen, sehr technisch geprägten Pressekonferenzen, mit anrührenden Trauerfeiern und einem in dieser Sache sehr einfühlsam agierenden George W. Bush erscheint es sinnvoll, das Wenige, was gesichert bekannt ist, nochmals zusammenzutragen.
Wie allerorten gemeldet, löste sich beim Start der Columbia am 16. Januar ein Stück Schaumstoffisolierung von dem großen Außentank und traf, vom Luftstrom beschleunigt, auf die Außenkante der linken Tragfläche. In dem darauffolgenden Tagen untersuchten mehrere Ingenieurteams der NASA diesen Vorgang. Nach Analysen und Beratungen kommt man zu dem Schluss, dass dies keine Gefahr für die Sicherheit von Besatzung, Orbiter und Mission darstellt. Grundlage dafür ist - neben einigen Videobildern mit geringer Auflösung - der Vergleich mit einer vorangegangen Mission, bei der dies ebenfalls passierte und drei Untersuchungen über mögliche Beschädigungen des Hitzeschilds des Shuttles aus den 1990er Jahren.

Beim Wiedereintritt der Columbia am 1. Februar kommt es dann zur Katastrophe. Der Orbiter bricht am wolkenlos blauen Himmel über Texas auseinander. Was am ersten Tag nach dem Unglück gesagt wurde, gilt auch noch heute: es gab bis siebeneinhalb Minuten vor dem Auseinanderbrechen so gut wie keine Anzeichen über die bevorstehenden Ereignisse. Eine Analyse der im Flugkontrollzentrum überwachten Daten erlaubt die Rekonstruktion dieser letzten Minuten [Link auf Timeline] - inwiefern diese direkt an den Anzeigen ablesbaren Hinweise für das Unglück relevant sind, ist nicht klar.

Bei der NASA hat sich inzwischen ein Berg von Foto- und Filmaufnahmen angesammelt, der zur Zeit noch ausgewertet wird. Dabei gilt es vor allem, den Schrott auszusortieren - wir erinnern uns an die vor einigen Tagen aufgetauchten, angeblichen Aufnahmen des israelischen Fernsehens, die "meterlange Risse" in den Tragflächen zeigen sollten. Neu hinzugekommen ist in den letzten beiden Tagen eine Aufnahme von einem hochauflösenden Kamerasystem der amerikanischen Luftwaffe (siehe News vom 8. Februar 2003). [http://spaceflight.nasa.gov/shuttle/investigation/sensors/107_bw_2_07.jpg]. Dieses Bild zeigt möglicherweise eine Beschädigung an der Vorderkante des linken Flügels der Columbia und eine Rauchspur an der Hinterkante der Tragfläche.

In den Computersystemen stecken noch insgesamt 32 Sekunden Daten aus der Zeit nach dem Abbruch der Verbindung zur Missionskontrolle - 32 Sekunden. Dies sind Daten, die wegen möglicher enthaltener Fehler automatisch von Software ausgefiltert wurden und die Monitore der Flight Controller in Houston nie erreichten. Inwiefern es überhaupt möglich ist, diese Daten zu extrahieren und ob diese Informationen dann bei der Suche nach Hinweisen auf die Ursache des Unglücks eine Rolle spielen, ist ebenfalls unklar.

Was bleibt, ist das mühselige Zusammensuchen der Trümmer. Der größte Teil ist über ein Gelände im westlichen Texas verteilt. Zwar wurden bisher über 1.000 Trümmerteile geborgen - ein zwingender Hinweis auf die Ursache der Tragödie war bislang nicht dabei.
Am Ende der ersten Woche wird klar, daß wir in keinem Fall die Lösung - und die möglichen Schuldigen - eindeutig auf dem Silbertablett serviert bekommen werden. Was die Schuldigen anbelangt, so stehen die Chancen gut, daß Columbia das war, was Apollo 1 und Challenger niemals waren: ein Unfall, wie sie in unserer Welt eben geschehen, ohne daß jemanden die Schuld trifft, ohne dass es Versäumnisse gegeben hätte, ohne daß "die Technik" schuld war. Vielleicht war es das Schaumstoffstück. Es ging bei einem Flug gut, bei der Columbia nicht. Vielleicht war es Weltraumschrott, vielleicht verlorene Kacheln.

Wir werden uns noch ein wenig gedulden müssen, soviel ist sicher.
 

 
 

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      Space Focus: Die Entdeckung von Radiogalaxien von Tilman Kaiser 

Während des zweiten Weltkriegs hatte sich die Technologie rund um den Empfang und das Senden von Radiowellen aufgrund der Wichtigkeit von Radar und Funk für militärischen Anwendungen enorm verbessert. Nach Ende des Krieges war die Zeit reif für die friedliche Nutzung dieser Technologie. In der Astronomie herrschte nach wie vor Unklarheit über die Verbindung zwischen den Entdeckungen der Radioastronomie und den optischen Beobachtungen von Galaxien.

Auch wenn Karl Seyfert am Mount Wilson Observatorium und sein armenischer Kollege Markarian wichtige Klassifizierung von Galaxien anhand Beobachtungen im optischen Wellenlängenbereich vorgenommen hatten, war es keineswegs klar, was das Besondere an diesen Galaxien und was die Ursache für die jeweils beobachtete Spektralklassifikation war. Der Radioastronomie fehlte es bis dahin noch an einer guten Ortsauflösung, um eine Bezug zur optischen Astronomie herzustellen. Die Schwierigkeit besteht in der vielen größeren Wellenlänge von Radiowellen. Aus diesem Grund ist das Auge viel geeigneter als das Ohr, eine entsprechende Quellen zu lokalisieren.

Um mit einem Radioteleskop eine Auflösung zu erreichen, die an die damaligen optischen Teleskope heranreichte, hätte dessen Schüssel schon bei cm-Wellen etwa 10000-mal größer sein müssen.

Es kristallisierten sich nun im wesentlichen drei Forschergruppen heraus, die eine wesentliche Verbesserung der Auflösung von Radioteleskopen erreichen und die internationale Führung in der Radioastronomie übernehmen sollten: Die Arbeitsgruppe von Bernard Lovell vom Jodrell-Bank Observatorium in Manchester, Martin Ryles Team von der Universität Cambridge, sowie die Gruppe um J.L. Pawsey und John Bolton in Australien. In den USA fand sich Reber nach wie vor nahezu allein in seine Bemühungen um die Radioastronomie. Während die US-Amerikanische Röntgenastronomie letztendlich auch von der deutschen V2-Raketentechnologie und ihren Ingenieuren profitierte, sollte die englisch-australische Radioastronomie ihren Nutzen aus der Vorherrschaft Großbritanniens in der Radartechnologie ziehen und von den Kenntnissen profitieren, die sich Experimentalphysiker auf diesem Gebiet während des zweiten Weltkrieg angeeignet hatten.

Mit Hilfe der Interferometrie gelang es der australischen Gruppe um Bolton, die Auflösung von Rebers Teleskop um den Faktor 100 zu übertreffen, ohne dass die Schüsseln wesentlich vergrößert werden mußten. Bei der Radiointerferometrie werden die Signale von mehreren auf bestimmte Art angeordneten Radioteleskopen, so überlagert, dass sie das Signal einer einzigen großen Schüssel simulieren. Auf diese Weise kann das Auflösungsvermögen einer 5 km großen Schüssel im Prinzip mit kleinen Antennen erreicht werden, die einen Abstand von 5 km haben. Erhöht man die Zahl der Antennen, die sich innerhalb eines Kreises von 5 km Durchmesser befinden, kann zusätzlich die Empfindlichkeit - also die Fähigkeit, schwache Objekte wahrzunehmen - verbessert werden.

Durch Interferenz des Signals mehrerer Radioantennen konnte die Position von Cyg A immerhin auf 1/3 des Sonnendurchmessers bestimmt werden. Weitere Verbesserung brachte die Ausnutzung der Erdrotation während einer 12-stündigen Aufnahme. Mit diesem Trick konnte die Gruppe um Ryle das Auflösungsvermögen von Radioteleskopen 1951 nochmals um den Faktor 10 steigern. Innerhalb von 12 Stunden beschreiben zwei Radioantennen wegen der halben Erdrotation (ähnlich wie ein Foucaultsches Pendel) einen virtuellen Kreis, dessen Durchmesser dem der Öffnung oder Apertur der simulierten Schüssel entspricht.

Mit dieser Methode der "Apertursynthese" konnte das Gebiet von Cyg A auf eine Bogenminute eingeschränkt werden. Als sich der Astronom Walter Baade seine mit dem 5m-Telskop auf dem Mount Palomar gemachte photographische dieses Gebiets anschaute, interpretierte er das Gebilde als zwei Galaxien auf Kollisionskurs. Heute wissen wir, dass sich Baade in seiner Interpretation von einet optischen Täuschung leiten ließ. Jennison und Das Gupta, zwei Radioastronomen am Jodrell-Bank-Interferometer bei Manchester stellten 1953 fest, dass das Maximum der Radiostrahlung nicht vom Zentrum der Radioquelle Cyg A kommt, sondern vielmehr von zwei Blasen stammt, die symmetrisch um die Galaxie in einer Entfernung von ca. 250000 Lichtjahren liegen. Mit dieser Entdeckung mehrten sich die Zweifel an Baades Interpretation. Heute wissen wir, dass der optische Eindruck, es handele sich bei Cyg A um zwei Galaxien, von einer verdunkelnden Staubschicht herrührt. Die zentrale Galaxie und die beiden symmetrisch angeordneten Radioblasen wurden später als Radiogalaxie bezeichnet. Es war klar, dass der Zusammenhang zwischen Radioblasen und Zentralgalaxie erst erklärt werden konnte, wenn mehr über die Natur des Zentralobjekts bekannt sein würde.

Literatur

- K.S. Thorne: "Black Holes and Time Warps: Einstein's Outrageous Legacy", In: "The Common Wealth Fund Book Programme" hrsg.:Lewis Thomas, Bd. 9, 1993
- M. Begelman, M. Rees: "Gravity's Fatal Attraction" Scientific American Library, New York 1996
 

 
 

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      ISS Weekly Report: Ablösung der Stammbesatzung wird diskutiert von Michael Schumacher 

Am 02. Februar 2003 startete um 15.59.40 Uhr Moskauer Zeit vom Baikonur Kosmodrom in Kasachstan das unbemannte russische Versorgungsraumschiff Progress M-47 an der Spitze einer Rakete vom Typ Sojus U. In der Auftanksystemsektion des Raumfahrzeuges befinden sich 870 Kilogramm Treibstoffe für die Raumstation, 50 Kilogramm Sauerstoff und 70 Kilogramm Trinkwasser. Die Frachtsektion enthält 1.328 Kilogramm Stückgut, darunter Hardware und Ausrüstung für Systeme der Raumstation, die den Temperaturhaushalt der Raumstation, die Stromversorgung, Messungen an Bord sowie Bewegungs- und Instrumentierungskontrollen unterstützen. Weiterhin befinden sich Ausrüstung für Wartungs- und Reparaturarbeiten, Feuerlösch- und Sicherheitsausrüstung, medizinische Ausrüstung, Arzneimittel, Nahrungsmittel, Büroartikel, Video- und Fotoausrüstung, Pakete für die Besatzungsmitglieder, Konstruktionselemente sowie Ausrüstung und Materialien für die Ausführung von Experimenten im Weltraum an Bord. Die Tanks des Antriebsystems sind mit 880 Kilogramm Treibstoffen gefüllt. Das Versorgungsraumschiff wurde in eine Erdumlaufbahn mit einem Perigäum von 193 Kilometern und einem Apogäum von 259 Kilometern bei einer Inklination von 51,6 Grad eingeschossen.

Zwei Tage später koppelte Progress M-47 um 17.49 Uhr Moskauer Zeit automatisch an den hinteren Kopplungsstutzen des Service Module ?Swjesda? an. Die sechste Stammbesatzung, die aus Kommandant Kenneth Bowersox, Bordingenieur Nikolai Budarin und National Aeronautics and Space Administration (NASA) International Space Station (ISS) Science Officer (SO) Donald Pettit besteht, wird nun die Fracht aus dem Versorgungsraumschiff entladen und verstauen sowie im Gegenzug Abfallmaterial und gebrauchte Ausrüstung im Versorgungsraumschiff deponieren. Zum Zeitpunkt der Ankopplung befand sich die ISS in einer Erdumlaufbahn von 385 mal 408 Kilometern.

Unter der Ausrüstung an Bord von Progress M-47 befinden sich auch zwei Energiebausteine, die für die Wiederinbetriebnahme der Wissenschaftsarbeiten in der Microgravity Science Glovebox (MSG), die sich im amerikanischen Laboratory Module ?Destiny? befindet, kritisch sind. Die MSG, die von der European Space Agency (ESA) in Zusammenarbeit mit dem Marshall Space Flight Center (MSFC) der NASA in Huntsville, Alabama entwickelt wurde, ist seit Ende November 2002 nicht mehr funktionsfähig, als eine Kontrolleinrichtung zur Stromverteilung und ein austauschbares Elektronikbauteil versagte. Die Bauteile wurden mit dem Space Shuttle ?Endeavour? zur Erde zurückgebracht, der die ISS im Rahmen der Mission STS-113 besuchte, der ESA zur Reparatur übergeben und nach der Zertifizierung durch das MSFC im Versorgungsraumschiff verstaut.

Die Flugkontrolleure diskutieren eine mögliche Anhebung der Erdorbithöhe der ISS mit den Triebwerken von Progress M-47 am 11. Februar 2003. Wenn dem Manöver zugestimmt wird, erhöht es die durchschnittliche Erdorbithöhe von gegenwärtig 385 Kilometern auf 396 Kilometer. Damit würde die ISS in die richtige Erdorbithöhe für den Start des neuen Rettungsraumschiffes Sojus TMA-2 gebracht, dessen Start für den 26. April 2003 angesetzt ist.

Pettit installierte die neuen Komponenten in der MSG am 05. Februar 2003, aber als er den Wissenschaftsschrank aktivierte, versagte ein Unterbrecher. Die Nutzlastkontrolleure berichteten, dass die Reaktion auf die Aktivierung der ähnelte, die kurz vor dem Versagen der MSG im November 2003 auftrat. Daher wiesen sie Pettit an, die MSG herunterzufahren, um die neuen Komponenten zu schützen. Die Problembehebung durch Spezialisten der ESA und dem Payload Operations Center (POC) am MSFC wird über das Wochenende andauern.

Die Planer der ISS debattieren die Möglichkeit eine zwei- oder dreiköpfige Interimsbesatzung Ende April 2003 oder Anfang Mai 2003 an Bord eines russischen Raumschiffes von Typ Sojus zu starten, um die gegenwärtige Stammbesatzung abzulösen und so die Raumstation bis zur Wiederaufnahme der Space Shuttle-Missionen ständig besetzt zu halten. Die gegenwärtige sechste Stammbesatzung sollte ursprünglich im März 2003 nach einem 114tägigen Aufenthalt im Weltraum an Bord des Space Shuttle ?Atlantis? nach Hause zurückkehren. So sahen die Planungen aus bevor der Space Shuttle ?Columbia? am 01. Februar 2003 am Himmel über Texas auseinanderbrach und dadurch die gesamte Space Shuttle-Flotte auf unbestimmte Zeit an den Boden fesselte.

Die Russen planten bereits die Mission Sojus TMA-2 am 26. April 2003 zu starten, um ein neues Rettungsraumschiff zur Raumstation zu starten. Rettungsraumschiffe des Typs Sojus werden alle sechs Monate durch Besuchsbesatzungen zur ISS gebracht, die anschließend mit dem alten Rettungsraumschiff zur Erde zurückkehrt. Die Raumschiffe sind für sechs Monate in der Erdumlaufbahn ausgewiesen und müssen regelmäßig ersetzt werden. Der russische Kommandant Gennadi Padalka und der Bordingenieur der ESA Pedro Duque bilden gegenwärtig die nominierte Besuchsbesatzung. Der dritte Sitz in der Raumkapsel ist unbesetzt.

Die sechste Stammbesatzung hat genügend Versorgungsgüter an Bord um im schlimmsten Fall bis Ende Juni 2003 an Bord zu bleiben. Aber die amerikanischen und russischen Planer untersuchen eine Reihe von Optionen um die Raumstation durch so genannte Interimsbesatzungen bemannt zu halten bis die Space Shuttles die Flüge wieder aufnehmen können. Ein Beispiel ist, die Austauschbesatzung an Bord des Taxifluges im April 2003 zu starten. Nach diesem Szenario würde die sechste Stammbesatzung im gegenwärtig an die ISS angekoppelten Raumschiff Sojus TMA-1 zur Erde zurückkehren. Vor dem Flug trainierte die sechste Stammbesatzung zwar an den Systemen des Rettungsraumschiffes, aber es war nie geplant, dass sie an Bord eines solche zur Erde zurückzukehren. Dafür wäre zusätzliches Training erforderlich.

Da es Sorgen gibt, wie viel Trinkwasser an Bord der Raumstation vorhanden ist und der Space Shuttle der primäre Lieferant von frischem Trinkwasser ist, könnte die Größe der Interimscrew auf zwei Besatzungsmitglieder begrenzt sein. Der Kommandant müsste ein russischer Kosmonaut sein, der mit den Systemen des Sojus-Raumschiffes vertraut ist und ein amerikanischer Astronaut, der vermutlich gebraucht wird, um die Systeme in den Modulen der NASA zu bedienen und zu warten. Aber wenn die Raumstation eine dreiköpfige Interimsbesatzung unterstützen kann, könnte die ESA ihren ersten Vertreter für einen Langzeitaufenthalt in der Erdumlaufbahn sehen.

Die NASA plante ursprünglich die sechste Stammbesatzung durch die siebte Stammbesatzung zu ersetzen, die aus Kommandant Juri Malentschenko, Bordingenieur Alexander Kaleri und NASA ISS SO Edward Lu besteht. Aber die siebte Stammbesatzung wurde speziell trainiert, um wissenschaftliche Forschung und Montagearbeiten an der Raumstation durchzuführen. Die NASA will das hineingesteckte Training nicht für einen Aufenthalt verschwenden, der wahrscheinlich keine zusätzlichen Konstruktionen sehen wird.

Der Start von Padalka und wer auch immer ihn begleiten wird, ist für den 26. April 2003 angesetzt, aber der Flug könnte abhängig von den Erfordernissen für das Besatzungstraining noch auf den 10. Mai 2003 rutschen. Der nächste Taxiflug danach ist für den 18. Oktober 2003 geplant.
 

 
 

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      Surftipp: Centre Spatial Guyanais von Sabine Rossburg 

Das Centre Spatial Guyanais befindet sich in Kourou(Französisch-Guayana). Im letzten Surftipp wurde das Space Museum als ein Bestandteil dieses Zentrums vorgestellt.

Heute soll die sich auf obiger Homepage befindende allgemeine Präsentation einen Überblick über die Geschichte und die Aufgaben und Tätigkeiten dieses Weltraumzentrums geben. Auf seinem Gelände befinden sich u.a. die Ariane-Startanlagen.

Der Besucher dieser Internetseite erfährt z.B. wie diese Anlagen aufgebaut sind, welche verschiedenen Arianetypen es gibt und bekommt einen Einblick wie so ein Start (Launch) abläuft.

Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden-erkunden sie es selbst,wahlweise in Englisch oder Französisch.
 

 
 

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"In Space Magazin" #063
ISSN 1684-7407


Erscheinungsdatum:
08. Februar 2003
Auflage: 958 Exemplare
 
 
Chefredaktion:
Karl Urban

Supervising:
Lorenz Ulrich
 
Redaktionsleitung:
David Langkamp
 
Redaktion:
Jan Großmann
Britta Hermes
Tilman Kaiser
Raphael Kallensee
Clemens Mach
Sebastian Mateja
Dominik Mayer
Dominik Puckert
Sabine Rossburg
Franz Schmied
Michael Schumacher
Michael Stein
Mark Weimar
Lorenz Zistler
 
Meik Lampmann
(Space-Weltraum.de)

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