| InSpace Magazin #065 vom 22. Februar 2003
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» In Space Magazin « Raumfahrer.net
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Das Email-Magazin von Raumfahrer.net.
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"In Space Magazin"
Ausgabe #065
ISSN 1684-7407
> Updates:
Updates / Umfrage
> News:
Nachrichten der Woche
> HotSpot: Energieversorgung im All: Radioisotopengeneratoren
> Special: Planetary Society
> Space Focus: Charakteristika von Quasaren
> ISS Weekly Report: Wartungsarbeiten und Wissenschaft an Bord der Raumstation
> Surftipp: STS-107 "Columbia" Loss FAQ
> InDetail: Weltraumwetter
> Impressum:
Disclaimer & Kontakt
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Verehrte Leserinnen und Leser,
die "Deutsche Raumfahrt" - dieser Terminus ist wohl bald nicht mehr glaubwürdig oder wird bei seinem Gebrauch eher ironisch gehaltene Beiträge in Satiremagazinen als seriöse Tageszeitungen zieren. Auslöser dieser möglichen Entwicklung ist die Politik: Der Bundestag beschloss in dieser Woche die Streichung von 14 Prozent des nationalen Raumfahrtbudgets. Dies sind zwar weitaus weniger, als ursprünglich geplant - zusätzlich werden aber auch 20 Millionen Euro aus dem Beitrag für die Europäische Raumfahrtagentur ESA gestrichen. Scheinbar hat man in der Politik vergessen, dass insbesondere die Raumfahrt mit ihren hochinnovativen Technologien und Lösungen das Potential hat, eine Nation aus der Krise zu führen: Nicht umsonst brachten die immensen Investitionen in das amerikanische Mondprogramm letztlich einen technologischen Vorsprung der Vereinigten Staaten, der bis heute anhält. Schade ist nur, dass dies in Deutschland nicht erkannt wird.
Die heutige Ausgabe des Magazins bringt Ihnen diesmal interessante Artikel zu atomaren Generatoren auf Weltraummissionen, Quasaren sowie dem größten amerikanischen Raumfahrtverein. Auch die anderen Rubriken können Sie sich gern zu Gemüte führen.
Karl Urban
Chefredakteur Raumfahrer.net
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Umfrage: Glauben Sie, dass Europa in den nächsten 20 Jahren eigene bemannte Raumflüge durchführen kann?
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• Neuester Stand zum Unglück der Raumfähre Columbia <mehr>
• Exoplaneten-Forschung in Deutschland <mehr>
• NASA will neuartiges Raumfahrzeug für Crewtransporte bauen <mehr>
• ESA hat Vorsitz in internationalem Sonnenforschungsprogramm <mehr>
• Ein richtig toller Komet <mehr>
• Europa auf dem Weg ins Sonnensystem <mehr>
• ESA-Satellit ARTEMIS auf geostationärer Bahn <mehr>
» Neuester Stand zum Unglück der Raumfähre Columbia 21. Februar 2003 - Die zur Klärung der Ursachen des "Columbia"-Absturzes eingesetzte Untersuchnugskommission (CAIB) unter dem Vorsitz von Admiral a.D. Harold Gehman hat die volle Verantwortung für die Ermittlungen übernommen, bei denen ihr mehrere Berater und Fachgremien zur Seite stehen. Sie hat dem Johnson Space Center, dem Kennedy Space Center, dem Marshall Space Flight Center und dem Werk in Michoud (Louisiana), wo die Außentanks für den Raumtransporter gefertigt und zusammengebaut werden, bereits Besuche abgestattet. Die CAIB hat berichtet, daß die während des Wiedereintritts gemessenen Temperaturen im linken Radschacht der "Columbia" vorläufigen Analysen zufolge auf das Eindringen von Plasma hindeuten. Unter Plasma ist das sehr stark aufgeheizte Gas zu verstehen, das die Raumfähre beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre umgibt. Nach Auffassung der CAIB dürfte der Wärmedurchgang durch die Struktur, wie er bei Fehlen einer Hitzeschutzkachel auftreten könnte, allein nicht ausreichen, um den in den letzten Flugminuten registrierten Temperaturanstieg zu erklären. Weitere Analysen würden zu anderen Szenarien unter Annahme eines Durchbruchs durch den Hitzeschild angestellt, der zum Eindringen von Plasma in den Radschacht oder andere Tragflächenbereiche geführt hätte. Flugdaten z.B. über die Position des Fahrwerks sowie der gemessene Luftwiderstand zeigten, daß ein verfrühtes Ausfahren des Fahrwerks unwahrscheinlich ist. Nach dem Abriß der Sprechverbindung zur "Columbia" traten anscheinend zwei zusätzliche Lageregelungstriebwerke in Aktion, wie aus Daten der anschließenden Sekunden hervorgeht. Es ist bekannt, daß vorher zwei andere Giersteuerungstriebwerke zündeten, um die Kontrolle über die Fluglage wiederherzustellen. Einer der fünf Hauptcomputer der "Columbia" befand sich unter dem Trümmerteilen, die zum Kennedy Space Center gebracht wurden. Der Rechner ist stark beschädigt und seine Batterie unauffindbar. Dieser Rechnertyp hat kein Festplattenlaufwerk, so daß nach Ansicht der Ermittler wenig Aussicht besteht, aus dem Computer zusätzliche Informationen herauszuholen. Stand der ISS und kurzfristige Planung Die NASA hat Gespräche mit Rosaviakosmos über die künftige Nachschub- und Mannschaftsablösungsstrategie sowie mit der ESA über eine mögliche Umplanung der Taxi-Flüge mit ESA-Astronauten aufgenommen. Diese Gespräche sind noch nicht abgeschlossen und gehen weiter. Inzwischen setzte die Manschaft, die bei der nächsten Raumtransportermission zur ISS fliegen sollte, ihre Ausbildung fort; parallel dazu wird eine Mannschaft für die nächste Sojus-Flug (im April) auf den Fall vorbereitet, daß sie als nächste Expeditionsmannschaft eingesetzt werden soll. Die gegenwärtige Mannschaft auf der Internationalen Raumstation ist wohlauf und war zuletzt mit folgenden Arbeiten beschäftigt: - Gegen Ende der ersten drei Monate an Bord der Raumstation führte die 6. Expeditionsmannschaft wissenschaftliche Experimente durch, verstaute Gerät und sprach mit den Medien. Am 11. Februar wurden die Triebwerke des angedockten Progress-Fahrzeugs 22 Minuten lang gezündet, womit die durchschnittliche Bahnhöhe der Station um rd. 9,2 km angehoben wurde. - ISS-Wissenschaftler Don Pettit von der NASA nahm unter Anleitung durch Bodeningenieure einen Eingriff am Handschuhkasten der ESA für Schwerelosigkeitsexperimente vor. Letzte Woche wurde ein Stromunterbrecher ausgelöst, als Pettit Ersatzteile einbaute, die das Progress-Fahrzeug angelieferte hatte. Das Gerät ist nun abgeschaltet, bis Fachleute der ESA und der Industrie einen Plan für seine Wiederingangsetzung ausgetüftelt haben. - Am 13. Februar aktivierten Pettit und Kommandant Ken Bowersox den kanadischen Manipulatorarm (Canadarm2) der Station und führten eine Reihe komplexer Manöver zur Überprüfung seiner Funktionstüchtigkeit durch. (la - Quelle: ESA)
» Exoplaneten-Forschung in Deutschland 21. Februar 2003 - Astronomen und Planeten-Experten treffen sich momentan in Weimar, um ihr Wissen über die Entstehung und Entwicklung von Planeten zu vertiefen. Thüringen ist seit der Aufklärung ein bedeutender Astronomie-Standort: In Gotha fand vor etwa 200 Jahren die weltweit erste Astronomentagung statt. Die beiden astronomischen Einrichtungen des Landes Thüringen, die Thüringer Landessternwarte Tautenburg (TLS) und das Astrophysikalische Institut und Universitäts-Sternwarte (AIU) der Friedrich-Schiller-Universität Jena, schreiben diese lange Tradition fort. Sie laden jetzt nach Weimar zu einer Fachtagung ein mit dem Titel „Planetenbildung: Das Sonnensystem und extrasolare Planeten“. Im Vordergrund steht der gegenseitige Austausch zwischen jenen Astronomen, die die Planeten unseres Sonnensystems erforschen, und denen, die nach Exo-Planeten suchen, also nach Planeten, die um ferne Sonnen kreisen. Bestandteil der Konferenz ist auch die so genannte Astrobiologie. Sie untersucht die Bedingungen für mögliches Leben auf anderen Planeten und im All. Bis heute sind sich die Wissenschaftler nicht sicher, wie die neun Planeten unseres Sonnensystems nebst vielen Monden und Asteroiden entstanden sind. Seit einigen Jahren werden nun auch Planeten außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt, die sich jedoch wesentlich von „unseren“ Planeten unterscheiden. Die bisher entdeckten Exo-Planeten sind alle viel massereicher als unsere Erde – eher vergleichbar mit Jupiter. Diese neuen Funde werfen viele Fragen über die Entstehung von Planetensystemen auf, zum Beispiel: – Wie lange dauert die Entstehung von Planeten? – Ist unser Sonnensystem typisch oder eine Ausnahme? – Könnte es auch auf anderen Planeten Leben geben? Diesen und viele anderen Fragen gehen die Astronomen in Weimar nach und präsentieren aufregende neue Forschungsergebnisse. Einer Gruppe um Martin Kürster, Wissenschaftler an der TLS, gelang es beispielsweise, die Nachweismethode für Exo-Planeten so zu verfeinern, dass damit bald erdähnliche Planeten aufgespürt werden können. Johny Setiawan vom Freiburger Kiepenheuer-Institut für Sonnenphysik stellt in Weimar einen neuen Riesenplaneten um einen Riesenstern (26-mal größer als unsere Sonne) vor. Günther Wuchterl vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching bei München berichtet über neue theoretische Rechnungen, die zeigen, bei welchen Sternen es am wenigsten schwierig sein sollte, Planeten erstmals direkt abzubilden. Die Ausrichtung dieser Fachtagung ist die erste gemeinsame Aktion des neuen Kompetenzzentrums namens exoplanet.de, das ebenfalls am 19. Februar 2003 der Öffentlichkeit präsentiert wird. Es soll die Forschungsaktivitäten des AIU Jena und der TLS Tautenburg bündeln und mit dem Portal exoplanet.de der deutschen Forschergemeinde, interessierten Laien und den Medien ein Diskussions- und Informationsforum über die Fachtagung hinaus bieten. (ku - Quelle: Exoplanet.de)
» NASA will neuartiges Raumfahrzeug für Crewtransporte bauen 20. Februar 2003 - Die NASA hat die ersten Voraussetzungen zur Konzeption eines neuen Raumfahrzeugs, dem "Orbital Space Plane" (OSP), veröffentlicht. Das Fahrzeug soll Crews zur ISS und zurück zur Erde befördern. Die Anforderungen, die an das Fahrzeug in technischer und äußerlicher Hinsicht gestellt werden, sind erarbeitet worden, um die Entwicklungen in eine klare Richtung zu lenken.
"Dies ist ein wichtiger, erster Schritt, um den 'Integrated Space Transportation'-Plan zu realisieren", so Frederick Gregory, NASA. "Das 'Orbital Space Plane'-System wird uns die benötigte Flexibilität geben, um die Crew sicher und effizient zur Station und zurück zu bringen und damit einen logistischen Beitrag zur Station zu leisten."
So soll das spätestens 2010 realisierte System nicht weniger als vier ISS-Crews transportieren, als Rettungsboot eingesetzt werden können und dabei sicherer und besser als die derzeit verwendeten "Soyuz"-Kapseln sein. Der Start soll innerhalb kürzester Zeit vollzogen werden können, sodass lange Vorbereitungszeiten eingespart werden können. Außerdem muss zumindest ein begrenzter Stauraum für den Transport wissenschaftlicher Geräte vorhanden sein.
Die komplette Liste der Forderungen an das Fahrzeug können Sie bei der NASA nachlesen. (rk - )
» ESA hat Vorsitz in internationalem Sonnenforschungsprogramm 20. Februar 2003 - Die ESA hat den ersten Vorsitz im "International Living With A Star"-Programm (ILWS), welches Auswirkungen von Veränderungen in der Sonne auf unsere Erde und andere Planeten erforschen soll. Das Programm selbst will sich in der Forschung auf die Aspekte konzentrieren, die Sonne und Erde betreffen und die Menschheit sowie die Gesellschaft betreffen.
Die Sonne ist ein sehr variabler Stern. Die abgegebene Strahlung ändert sich ständig, vor allem in Wellenlängen, die wir Menschen nicht sehen, wie beispielsweise UV-Licht. Außerdem schleudert die Sonne Partikel von sich weg, die weitläufig als Sonnenwind bezeichnet werden. Diese Sonnenwinde beeinflussen das Magnetfeld der Erde, können die Funktion von Kommunikationssatelliten beeinträchtigen, Kraftwerke auf der Erde behindern sowie auf Passagiere in Flugzeugen einwirken.
Selbst kleine Veränderungen in der Menge der abgegebenen Strahlung der Sonne sowie der Sonnenwinde können Klimaveränderungen begünstigen. Deshalb ist es wichtig, mehr über dieses Phänomen zu wissen.
Auch Hermann Opgenoorth, neuer Leiter der Forschungsabteilung Sonne-Erde der ESA und Leiter des ILWS-Programms, ist von der Notwendigkeit des Programms überzeugt. "Es besteht ein klarer Bedarf, die Sonne und ihre Interaktion mit der Erde zu untersuchen. Diese Aufgabe ist für eine Weltraumbehörde allein zu groß." Das Programm ist hingegen nicht ganz neu. Im Prinzip stellt das ILWS eine Neuauflage des "International Solar Terrestrial Physics"-Programms (ISTP) dar, welches nun aber mit mehr Partnern fortgeführt wird. Dabei sind die Raumfahrtbehörden "National Aeronautics and Space Administration" (NASA), die "European Space Agency" (ESA), Japans "Institute for Space and Astronautical Science" (ISAS), die Russische "Aviation and Space Agency" (Rosaviacosmos) und die "Canadian Space Agency" (CSA).
In diesem Jahr sollen noch einige Missionen starten, das Programm soll etwa über eine Dauer von zehn Jahren geführt werden. (rk - )
» Ein richtig toller Komet 19. Februar 2003 - Der Komet NEAT -was soviel bedeutet wie toll- macht seinem Spitznamen alle Ehre, indem er viele Wissenschaftler durch seine Leuchtkraft erfreut. Der Komet C/2002 V1 (auch genannt NEAT) führt weiter eine tolle Show für das Sonnen- und Heliospherenobservatorium (SOHO) für Weltraumuntersuchungen auf. Dadurch, dass der Komet näher bei der Sonne wendet, ist er heller geworden. Jetzt ist er der hellste je mit den LASCO-Instrumenten von SOHO beobachtete Komet.
Die Show wurde in den Morgenstunden des 18. Februars noch spektakulärer, als auf der Sonne einen Sturm aus geladenen Partikeln, auch bekannt unter dem Namen Coronal Mass Ejection (CME), ausbrach. Es sah so aus, als wenn dieser Ausbruch den Kometen frontal traff. Astronomen versuchen herauszufinden, ob eben jenes stattgefunden hat. Der Komet wird im Sichtfeld des LASCO Feldes bis Donnerstag, den 20. Februar 2003 verbleiben. Das erste Mal in den 70er Jahren beobachtet, spielen CMEs eine wichtige Rolle im Weltraumwetter. Sie treten auf, wenn das Magnetfeld der Sonne wie eine Peitsche ausschlägt, sie senden eine Wolke superheißer gasförmiger Trümmer aus, die ins All fliegen. Wenn ein CME sehr schnell und energiereich auftritt und es sich in die Richtung unseres Planeten ausstreckt, dann kann das eine Reihe von Effekten zur Folge haben. Was kann passieren? Die Auswirkungen können Satelliten im Orbit beeinflussen, Traffostationen auf der Erde durchbrennen lassen und im Weltall kreisende Astronauten gefährden. Das Erforschen von CMEs und ihren Auswirkungen ist ein wichtiges Ziel der modernen Wissenschaft. (lz - Quelle: ESA )
» Europa auf dem Weg ins Sonnensystem 18. Februar 2003 - Die Europäische Weltraumagentur (ESA) ist auf der Suche nach innovativen und einfallsreichen Ideen, Konzepten und Technologien, um das Langzeit-Programm Aurora für die Erforschung von Mond, Mars und Asteroiden durch Roboter und Menschen. Studententeams aus Universitäten in Europa und Kanada sind dazu eingeladen, an diesem Programm mitzuwirken und der Aurora Student Design Competition beizutreten. Die Studententeams sollen mit ihren Professoren und Tutoren Projekte entwickeln, die Einfluss auf das Aurora-Programm haben. Jede Universität kann einen Themenvorschlag der folgenden Kategorien einreichen: 1. Flagschiff-Mission Dies ist eine bedeutende Mission, um die wichtigen technologischen und wissenschaftlichen Ziele des Aurora-Programms zu erreichen. Dazu gehört die weiche Landung auf einer planetaren Oberfläche oder der Rücktransport von einem Himmelskörper zur Erde. Vorbereitungsmissionen Dies sind Missionen mit begrenzten Kosten, die neue Missionen demonstrieren und testen sowie neue "Flagschiff-Missionen" vorbereiten sollen. Sie können technologisch wie wissenschaftlich spätere Missionsformen einschränken. Bemannte Missionen Dies sind Missionen mit Menschen weiter als in einen niedrigen Erdorbit, zum Beispiel weit hinter die Internationale Raumstation. Ein solches Missionskonzept kann die Erforschung des Mondes, des Mars' oder von Asteroiden beinhalten. Zudem können dabei spätere Missionen vorbereitet werden, wie durch die Montage von Infrastruktur, die weitaus ambitioniertere Projekte einleiten. Oberflächenroboter Dies sind Robotersysteme, die Mobilität oder Interaktion eines gelandeten Raumfahrzeugs mit der Oberfläche ermöglichen. Sie sollten Strom erzeugen können und gut entwickelte "Überlebensfunktionen" bereitstellen. Zudem können solche Roboter alternative Fortbewegungsarten anwenden, neue Ressourcen benutzen oder Ähnliches. Neue fortschrittliche Technologien Innovative Konzepte sind die Grundvoraussetzung für die Bereitstellung von neuen Robotern und der menschlichen Erforschung des Sonnensystems. Einige Schlüsseltechnologien sind Energiegewinnung und -management, Antriebe, Atmosphären-Eintritte, Abstieg und Landung sowie Kommunikation.
Die ESA vergibt Preise für die besten Projekte. Mehr Informationen dazu finden Sie hier. (ku - Quelle: ESA)
» ESA-Satellit ARTEMIS auf geostationärer Bahn 18. Februar 2003 - Wie aus einem Quasi-Verlust ein voller Erfolg wurde Freitag, den 31. Januar 2003, am späten Nachmittag: Nach einem letzten Korrekturmanöver erreicht der ESA-Nachrichtensatellit ARTEMIS seine vorgesehene Position in der geostationären Umlaufbahn. Damit wurde eine spektakuläre Rettungsaktion nach 18 Monaten erfolgreich zum Abschluß gebracht. Die ungewöhnliche Route, die ARTEMIS letztlich auf seine Einsatzposition führte, war lang, schwierig und von unerwarteten Problemen gesäumt. Jedoch konnte dank des Sachverstands eines Teams aus Ingenieuren und anderen Fachleuten der ESA, des Hauptauftragnehmers Alenia Spazio, des für die Entwicklung des Ionenantriebssystems verantwortlichen Unternehmens Astrium und des Betreibers der Kontrollstation in Fulcino, Telespazio, sowie des Einsatzes eines hierfür nicht vorgesehenen experimentellen Systems die Mission gerettet werden. Das Ionenantriebssystem, mit dem ARTEMIS eigentlich ausgestattet ist, um eine etwaige Abdrift aus der Zielbahn korrigieren zu können, wurde zum Schlüssel für die Überwindung der letzten 5 000 km des Satelliten bis zu seiner geostationären Einsatzbahn. Wegen eines Funktionsfehlers in ihrer Oberstufe hatte die Ariane-5 den Satelliten in einer zu niedrigen elliptischen Umlaufbahn ausgesetzt: Das Apogäum (größte Entfernung von der Erde) lag lediglich bei 17 487 km und damit weit entfernt von dem der anvisierten geostationären Übergangsbahn, d.h. 35 853 km. Spezialisten der ESA und der Industrie reagierten unverzüglich mit einer Reihe innovativer Steuermanöver: Unter Verwendung fast seines gesamten chemischen Treibstoffs konnte ARTEMIS bereits wenige Tage nach dem Start der anfänglichen Umlaufbahn, die ihn durch die tödlichen Van Allen-Strahlungsgürtel führte, entfliehen und unversehrt eine kreisförmige Parkbahn in 31 000 km Höhe erreichen. Ein langer Weg bis zur geostationären Umlaufbahn Seither gingen die Rettungsbemühungen unter Verwendung der in redundanten Paaren an dem Satelliten angebrachten vier Ionentriebwerke unvermindert weiter. Diese neuartigen Triebwerke funktionieren nicht mit herkömmlichem chemischem Treibstoff, sondern mit ionisiertem Xenongas. Ursprünglich sollten sie lediglich dazu dienen, mit Impulsen senkrecht zur Bahnebene die Neigung des Satelliten zu regeln. Das Rettungsverfahren erforderte jedoch Impulse in der Bahnebene, um den Satelliten auf seine Endbahn zu hieven. Ermöglicht wurde dies dadurch, daß der Satellit in der Bahnebene um 90° gegenüber seiner normalen Lage gedreht wurde. Unter optimaler Nutzung der Flugkonfiguration des Satelliten wurden neue Strategien entwickelt, um nicht nur die Bahnhöhe anzuheben, sondern auch der natürlichen Erhöhung der Bahnneigung entgegenzuwirken. Um diese neuen Strategien umzusetzen, waren neue Bahn- und Lageregelungsverfahren, ein neues Stationsnetzwerk und neue Flugkontrollverfahren notwendig. Das neue Verfahren zur Steuerung der Ionentriebwerke schloß völlig neue Regelmethoden, die noch nie auf einem Nachrichtensatelliten verwendet wurden, sowie neue Nahtstellenfunktionen zur Verarbeitung von Fernsteuerungs-, Telemetrie- und anderen Daten ein. Insgesamt mußten rund 20 % der ursprünglichen Satellitenkontrollsoftware umgeschrieben werden. Dank des umprogrammierbaren Bordkontrollkonzepts konnten diese Änderungen in Form von Software-Paketen per Datenaufwärtsverbindung zum Satelliten gefunkt werden - insgesamt 15 000 Wörter und damit die umfangreichste Neuprogrammierung von Flugsoftware, die je bei einem Nachrichtensatelliten vorgenommen wurde. Ende Dezember 2001 war die Arbeit an der neuen Software abgeschlossen; für ihre Validierung wurde der Simulator des Satelliten als Prüfstand genutzt. Mit der Charakterisierung der vier Ionentriebwerke waren sämtliche Vorbereitungsarbeiten abgeschlossen, worauf am 19. Februar 2002 die Bahnanhebungsmanöver mit dem Ionenantriebssystem eingeleitet wurden. Seit Beginn der Manöver mußten die Satellitenlotsen auf zahlreiche unvorhergesehene Situationen reagieren, da ein realistischer Test der neuen Strategie nur am Satelliten selbst möglich war. Anders als bei herkömmlichen Flugabnahmeprüfungen stand für die detailgetreue Erprobung dieses Szenarios kein Prüfstand zur Verfügung. Dank der hohen Flexibilität und Redundanz des Systementwurfs konnte die Bahnanhebung stetig fortgesetzt werden, wenn auch langsamer als theoretisch möglich. Mit dem bescheidenen Schub seiner Ionentriebwerke von nur 15 Millinewton - etwa so, als wolle man ein großes Frachtschiff mit einem Außenbordmotor antreiben - hat ARTEMIS durchschnittlich 15 km pro Tag zurückgelegt. Nutzlasterprobung und Leistungsprüfung Zwischen der Ankunft in der Parkbahn und dem Beginn der Bahnanhebungsmanöver vergingen mehrere Monate, die für Versuche mit den Nutzlasten zur Überprüfung ihrer Leistungen genutzt wurden. Die Nutzlastversuche erstreckten sich über den Zeitraum November/Dezember 2001. Sie konnten nur alle fünf Tage durchgeführt werden, nämlich wenn der Strahl der für die Aufwärtsverbindung bestimmten Antenne auf ARTEMIS die Teststation der ESA in Redu (Belgien) "ausleuchtete". Weitere Einschränkungen ergaben sich aus der Tatsache, daß einige Nutzlastfrequenzen nur benutzt werden können, wenn sich ARTEMIS auf oder in der Nähe seiner nominalen Bahnposition befindet. Dennoch wurden genügend Gelegenheiten gefunden, um den Nachweis zu erbringen, daß alle Nutzlasten (S-Band-, Ka-Band- und optische Datenrelaisnutzlast, Navigations- und L-Band-Mobilfunknutzlast) einwandfrei arbeiten und ihre Leistungen den Testergebnissen vor dem Start entsprechen, d.h. die Spezifikationen voll erfüllen. Nachgewiesen wurde auch, daß das im geschlossenen Regelkreis arbeitende System zur Nachführung der Ka-Band-Antenne für Satellit-zu-Satellit-Verbindungen plangemäß funktioniert. Die Antenne erfaßte ein von der Station in Redu ausgesandtes Signal und hielt die Verbindung automatisch aufrecht, während ARTEMIS langsam über den Himmel driftete. Weltpremiere noch vor dem Ziel Am spektakulärsten war jedoch der Nachweis der SILEX-Relaisfunktion. Nach einer ersten erfolgreichen Funktionsprüfung unter Einsatz der optischen ESA-Bodenstation auf Teneriffa konnte zwischen ARTEMIS und dem französischen Fernerkundungssatelliten SPOT-4 eine optische Verbindung hergestellt werden. Am 30. November 2001 wurden weltweit zum ersten Mal Bilddaten eines niedrig fliegenden Raumfahrzeugs mittels Laser zu einem (nahezu) geostationären Satelliten übertragen und von diesem zum Datenverarbeitungszentrum in Toulouse weitergeleitet. Insgesamt wurden 26 Versuche zum Aufbau der optischen Verbindung unternommen, die alle erfolgreich verliefen. In keinem Fall brach die Verbindung vor dem geplanten Zeitpunkt ab. Die Übertragungsgüte war nahezu vollkommen: Die gemessene Bitfehlerrate betrug 1:109, was bedeutet, das von 1 Milliarde gesendeten Bits nur eines fehlerhaft empfangen wurde. Ionenantrieb als Retter in der Not Im Vergleich zu dem hektischen Betrieb in den Tagen unmittelbar nach dem Start, in denen ARTEMIS möglichst rasch auf eine sichere Parkbahn befördert werden mußte, war es nicht leicht, sich an den langsamen Anstieg mit dem Ionenantrieb zu gewöhnen, und Außenseitern mag diese Phase als monoton und langweilig erschienen sein. Ganz anders empfanden dies die Techniker und Ingenieure, die für die Aufrechterhaltung einer gleichmäßigen Steiggeschwindigkeit verantwortlich waren. Ab Februar 2002, als das neue Lageregelungsverfahren zum Einsatz kam und die Ionentriebwerke den Satelliten mit fast unmerklichem Schub emporzuhieven begannen, standen sie ständig unter hohem Arbeitsdruck. Fast jede Woche brachte neue Probleme mit sich, die zwar meist nur kleinere Anomalien betrafen, aber geklärt werden mußten und manchmal auch eine Schubunterbrechung zur Folge hatten. Neben der sorgfältigen Überwachung und Optimierung der Leistung der Ionentriebwerke erprobten die Satellitenlotsen auch verschiedene Lageregelungstechniken, um ARTEMIS so auszurichten, daß der Impuls der Ionentriebwerke so effizient wie möglich genutzt werden konnte. Die Planung und Steuerung des Satellitenbetriebs einschließlich der regelmäßigen Feineinstellung kritischer Parameter und das Management der Bodenstationskontakte stellten eine ständige Herausforderung dar. Im Oktober ließ ARTEMIS die dritte und letzte Eklipsenperiode seit dem Start hinter sich. Während der Eklipse verbirgt der Erdschatten die Sonne während zwei Stunden pro Umlauf, in denen der Satellit aus Gründen der Energieversorgung und Lageregelung auf die Erde ausgerichtet und der Ionenantrieb abgeschaltet werden muß. Diese Manöver kosteten Zeit und Arbeit. Endanflug Nachdem sie all diese Schwierigkeiten gemeistert hatten, mußten die Satellitenlotsen sich auf die Planung für die Positionierung des Satelliten auf der geostationären Bahn und für seinen anfänglichen Einsatz konzentrieren. Auf Höhen, die nur wenige hundert Kilometer unter dem geostationären Ring liegen, dauert es mehrere Wochen, bis der Satellit einmal um die Erde gedriftet ist. Um das Ziel nicht zu verpassen, muß die Driftgeschwindigkeit deshalb so eingestellt werden, daß der Satellit auf dem anvisierten Längengrad (21,5° Ost) genau dann ankommt, wenn er die geostationäre Höhe erreicht. Die erforderlichen Bahnanpassungen wurden unter Verwendung kleiner chemischer Triebwerke vorgenommen, die erstmals seit dem Start gezündet wurden. Das erste Manöver fand im Dezember 2002 statt, dem im Januar 2003 zwei weitere folgten. So wurde die Driftgeschwindigkeit auf einige Grad pro Tag gedrosselt, als der Satellit seinen letzten Durchgang über Europa absolvierte und schließlich seine Einsatzposition in der geostationären Bahn einnahm. Nach dem letzten Manöver am 31. Januar war die Freude groß. Aus seiner für den Ionenantrieb optimalen Fluglage konnte der Satellit nun für den normalen Betrieb zur Erde ausgerichtet werden, und der Ionenantrieb wurde als Retter in der Not gefeiert. Endlich konnten auch die Satellitenlotsen das für die Steuerung des Satelliten eingesetzte weltweite Bodenstationsnetz für andere Aufgaben freigeben. Jetzt, da ARTEMIS am Ziel angelangt ist, wird er den geplanten zehnjährigen Betrieb aufnehmen, für den er noch über einen ausreichenden Vorrat an chemischem Treibstoff verfügt. Auf die Inbetriebnahme von ARTEMIS wartet bereits ein breiter Kreis von Nutzern. In den ersten Wochen auf der Einsatzbahn wurden seine Nutzlasten von der für die orbitale Erprobung zuständigen Einrichtung in Redu (Belgien) eingehenden Funktionsprüfungen unterzogen, die ergaben, daß sämtliche Nutzlasten einwandfrei arbeiten. Dabei wurde erneut eine optische Verbindung mit SPOT-4 hergestellt. Der Satellit kann nun für seine ersten Nutzer eingesetzt werden: SPOT-4, ENVISAT, EGNOS und EUTELSAT/Telespazio. Ein vorbereitender Versuch soll außerdem mit dem japanischen Erdbeobachtungssatelliten ADEOS-II der NASDA unternommen werden. Künftig soll ARTEMIS auch als Relaisstation für das Automatische Transferfahrzeug der ESA und die Columbus-Elemente der Internationalen Raumstation dienen. Nach seiner Rettung, in deren Verlauf ARTEMIS eine Reihe technischer Pionierleistungen - erste optische Relaisverbindung zwischen Satelliten, erste umfassende Umprogrammierung eines Nachrichtensatelliten, erster Transfer auf den geostationären Orbit mittels Ionenantrieb, bisher längste planmäßige Driftphase eines Satelliten - vollbrachte, steht er nun zur Erprobung grundlegender Technologien und zur Förderung künftiger europäischer Datenrelaisdienste zur Verfügung. Eine vielversprechende Zukunft für diese unglaubliche Mission! (dm - Quelle: esa)
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HotSpot: Energieversorgung im All: Radioisotopengeneratoren
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von David Langkamp | |
Computer, Kühlschränke, Mikrowellen. Alle haben eines gemeinsam: Ohne Strom geht gar nichts. Ohne Energie könnten wir nicht im Internet surfen, keine E-Mails versenden und uns noch nicht einmal mehr oder minder schmackhaftes Mikrowellenessen zubereiten. Sprich: Ohne Energie wäre die moderne Welt schlichtweg lahmgelegt.
Doch was auf der Erde gilt, gilt im Weltraum erst recht. Missionen zu anderen Planeten wären ohne Energie für die Kommunikation, die wissenschaftlichen Geräte, die Steuerung usw. absolut nicht denkbar. Der Energiebedarf ist hierbei nicht unbeträchtlich. So braucht beispielsweise die Europäische Kometensonde Rosetta, deren Start kürzlich aufgrund der Ariane 5 Probleme verschoben wurde, zur Durchführung ihrer Mission eine elektrische Leistung von 300 Watt - weit mehr als ein Akku über diese Zeit hinaus liefern könnte.
Im Falle von Rosetta wird die benötigte Energie durch Solarzellen bereitgestellt. Oft bietet sich diese zuverlässige und erprobte Methode an. So beziehen praktisch alle Satelliten im Erdorbit ihre Energie von der Sonne. Neben den modernen Hochleistungsphotovoltaikzellen, welche auch auf der Internationalen Raumstation (ISS) im Einsatz sind, wären auch Solargeneratoren denkbar.
Während wir auf der Erde die Möglichkeit haben, Strom aus der Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle oder Erdöl zu beziehen, besteht diese Möglichkeit im Weltall nicht. Die Versorgung längerer Weltraummissionen mit fossilen Energieträgern wäre ein schier hoffnungsloses Unterfangen.
Schließlich bleibt als Möglichkeit neben der Sonnenenergie nur noch die nukleare Alternative. Kernreaktoren, welche im Weltall arbeiten können, befinden sich bei der NASA im Rahmen ihrer Nuklearinitative Prometheus in Entwicklung. Bei der Energieversorgung von Deep Space Missionen kommen RTGs, sogenannte Radioisotopengeneratoren, zum Einsatz.
RTGs sind leichte, kompakte und zuverlässige Energiequellen für Raumfahrzeuge. Sie sind aber keine Kernreaktoren im eigentlichen Sinne. Zur Stromerzeugung nutzen sie den natürlichen radioaktiven Zerfall von Plutonium 238. Die entstehende Abwärme des Zerfalls wird von wird dann von thermoelektrischen Energiewandlern in Strom umgewandelt. Das Plutoniumisotop 238 ist nicht waffentauglich.
Viele Raumfahrtmissionen stützten sich schon auf RTGs als Energiequellen. So zum Beispiel die amerikanische Viking-Sonde, welche nach Leben auf dem Mars suchte. Auch Missionen, wie die Voyager-Sonden und die Pioneer-Flüge zu Jupiter und Saturn wurden erst durch RTGs als Energiequellen möglich.
Doch die Verwendung Radioaktiven Materials zur Energieversorgung von Raumsonden ist nicht unumstritten. Beim Start der Cassini-Sonde Ende der 90er liefen Umweltschützer Sturm. Auf ihrer Mission zum Saturn führte die Sonde einen Swing-By an der Erde durch um genug Schwung für ihre lange Reise zu gewinnen. Umweltschützer fürchteten im Falle eines Scheiterns eine radioaktive Verseuchung der Erde durch das Plutonium des RTGs. Jedoch hatte die NASA die Manöver sehr genau berechnet und alles verlief nach Plan.
Related Links:
Artikel: Cassini-Huygens
RTGs von Cassini-Huygens
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Die Planetary Society wurde 1980 von Carl Sagan,Bruce Murray und Louis Friedman gegründet, um die Erforschung fremder Welten und sie Suche nach außerirdischem Leben zu fördern. Sie ist die größte nichtstaatliche, profitlose Vereinigung von Raumfahrt-Enthusiasten der Welt, mit über 100.000 Mitgliedern aus
über 140 Ländern. Der bekannteste Gründer ist sicherlich Carl Sagan: ein amerikanischer Astronom, der zahlreiche populärwissenschftliche Bücher geschrieben hat; darunter die Romanvorlage zu dem fantastischen Film "Contact". Zur Liste der Mitglieder gehören auch so prominente Personen wie Steven Spielberg (Regisseur), Buzz Aldrin (Apollo 11 Astronaut), Arthur C. Clarke (Author) und Frank Drake (SETI-Forscher).
Die vielfältige Arbeit der Planetary Society wird finanziert aus den Mitgliedsbeiträgen und Sponsorengeldern. Dabei versucht der Verein eine Balance zu finden zwischen bemannter und unbemannter Raumfahrt, Astronomie, SETI und eigenen Projekten. Im Heimatland USA kümmert sich die Society auch besonders um Aufklärung in Schulen und Fortbildung von Lehrern. Die zentralen Informationsorgane sind einerseits die Mitgliedszeitung Planetary Report sowie die Webseite planetary.org. Im folgenden möchte ich ein paar Projekte und Aspekte der Planetary Society vorstellen.
Der Planetary Report erscheint alle zwei Monate und wird auch ausländischen Mitgliedern zugestellt. Das vierfarbige, 24-seitige Magazin informiert über aktuelle Trends und Entdeckungen aus Raumfahrt und Astronomie. Dabei wird sehr in die Tiefe gegangen und man erfährt viele wissenschaftliche Details, die in gängigen Tageszeitungen und Magazinen übergangen werden. Alleine das fantastische Bildmaterial und die detaillierten Schaubilder sind einen Blick wert.
Wer kennt nicht das SETI@home-Projekt, der mittlerweile leistungsfähigste verteilte Computer der Welt? Ohne eine Finanzspritze der Society wäre dieses Projekt gar nicht erst angelaufen. Die Society unterstützt seit 1995 mehrere große SETI-Projekte, die mit Radioteleskopen und optischen Instrumenten nach außerirdischen Signalen ausschau halten.
Natürlich sitzt ein Fokus auch auf der Erforschung und Besiedelung des Mars. Auf der leider verloren gegangenen Sonde Mars Polar Lander flog 1999 das selbstentwickelte Mars Microphone mit, das erstmalig Tonaufnahmen von Windgeräuschen der Marsoberfläche hätte liefern sollen. Es gibt eine neue Chance für das Mars
Microphone, denn mit der europäischen Mission NetLander sollen 2007 gleich vier Stereomikrofone ihren Weg zu unserem roten Nachbarplaneten finden.
In Zusammenarbeit mit Spielzeughersteller Lego entstand das Red Rover goes to Mars Projekt. Die NASA will 2003 zwei neue Rover zum Mars schicken. Schülern aus der ganzen Welt wird von der
Planetary Society die Möglichkeit geboten, im Vorfeld der Mission sich mit dem Rover zu beschäftigen und mit NASA-Wissenschaftlern zusammenzuarbeiten. Jeder Rover wird eine DVD-Rom tragen, auf der Millionen von Namen gespeichert sind. Leider ist der Einsendeschluss bereits im November 2002 abgelaufen, aber es wurden über 3,5 Millionen Namen gesammelt.
Das ehrgeizigste Projekt ist sicherlich Cosmos 1: eine Raumsonde im Erdorbit, die zeigen soll, dass Segeln mit Sonnenwind möglich ist. Die Mission wurde von zahlreichen kostspieligen Rückschlägen während den Tests gebeutelt, aber Mitglieder wie ich hoffen, dass noch was draus wird. Der Start der kompletten Cosmos 1-Sonde ist nun für September 2003 vorgesehen. Ironischerweise wird diese wissenschaftliche Mission mit einer umgebauten Volna-Rakete von einem russischen U-Boot aus gestartet. Früher wurden diese Raketen für einen Atomkrieg gebaut - wie sich doch die Zeiten ändern. Das Sonnensegel besitzt keinen
eigenen Antrieb, sondern wird alleine durch Reflektion von Lichtteilchen fortbewegt. Bisher existiert diese Idee nur auf dem Papier, und die Planetary Society möchte zeigen, dass man damit tatsächlich Lasten transportieren kann, z.B. um Nachschub zu einer Marskolonie zu schicken. Sonnensegeln ist zwar sehr langsam, was bei Frachttransport aber nicht stört.
Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Programm der Planetary Society. Weitere Aktivitäten sind: Rettung der Pluto-Mission, Erforschung von Asteroiden und near-earth-objects, Erforschung von extrasolaren Planeten, die internationale Raumstation ISS, eine Mars-Forschungs-Kolonie in der Antarktis, diverse wissenschaftliche Reisen auf der Erde jedes Jahr, das wöchentliche Planetary Radio und vieles mehr! Der jährliche Mitgliedsbeitrag für Ausländer beträgt US$ 45 bzw. für Studierende US$ 35. Zahlreiche Informationen gibt es kostenlos auf der Webseite http://planetary.org. Wenn du Raumfahrtenthusiast bist und dein Hobby mit anderen teilen möchtest, lohnt sich die Mitgliedschaft!
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Space Focus: Charakteristika von Quasaren
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von Tilman Kaiser | |
Das Wort Quasar kommt eigentlich von quasistellare Radioquelle und manche Astronomen bevorzugen die Bezeichnungsweise QSO (quasistellares Objekt), da nicht alle Quasare Radiostrahlung emittieren.
Optisch erscheinen Quasare fast wie Punktquellen, obwohl es sich mit verbesserten Beobachtungsmethoden gezeigt hat, dass eine wachsende Anzahl von Quasaren in mehr oder weniger normalen Galaxien lokalisiert sind.
Obwohl die ersten Quasare durch Beobachtungen im Radiobereich entdeckt wurden, sind nur ein kleiner Bruchteil von optisch identifizierbaren Quasaren helle Radioquellen. Die meisten Radioquasare sind Punktquellen aber manche haben auch Doppelstruktur. Die Rotverschiebungen der erste Quasare waren mit 0,16 und 0,37 noch so gering, dass die genäherte Dopplerformel bei hinreichend kleinen Geschwindigkeiten eine Galaxiengeschwindigkeit von ca. 16 bzw. 37 % der Lichtgeschwindigkeit ergab.
Inzwischen sind aber auch Quasare entdeckt worden, deren Rotverschiebung bei 4 liegt, so dass diese Näherung nicht mehr möglich ist. Diese Quasare sind von uns so weit entfernt, dass ihr heute hier ankommendes Licht sie verlassen haben muss, als das Universum ungefähr ein 1/10 seines jetzigen Alters erreicht hatte. Dass wir bei diesen großen Entfernungen noch Licht von Quasaren mit optischen Teleskopen einfangen können, bedeutet, dass diese Objekte enorm leuchtkräftig sein müssen. Typische Werte liegen bei 10^38 - 10^41 Watt.
Viele Astrophysiker halten Quasare für die gleichen Objekte, die Seyfert im Zentrum von Galaxien beobachtet hatte, mit dem Unterschied, dass diese noch mehr Leuchtkraft besitzen als Seyferts "blaue Kerne".
Die Helligkeit eines Quasars kann abrupt innerhalb von wenigen Tagen variieren. Das Kausalitätsprinzip berechtigt unter bestimmten Bedingungen, die bei vielen Quasaren erfüllt sind, zu der Annahme, dass dann in diesem Fall das Ausmaß der Region, die das Licht aussendet, nicht größer als ein paar Lichttage sein kann. Das Kausalitätsprinzip besagt, dass eine Ursache zeitlich vor ihrer Wirkung liegt. Da eine Information sich nicht schneller als mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten sollte, kann aus der Zeit, in der die Schwankung der Helligkeit des Objekts auftritt, eine obere Grenze für die Größenordnung des Objekts angegeben werden (bei Objekten wie Jets, die sich u.U. mit relativistischen Geschwindigkeit auf uns zu bewegen, ist eine solche einfache Abschätzung nicht mehr zulässig).
Dass aktive Galaxien, in denen Quasare sitzen, oftmals ein nicht-thermisches Spektrum besitzen, wurde schon in einem früheren Newsletter (In Detail: AGN) berichtet.
Bei Anwesenheit von Magnetfeldern ist dieses Strahlungsspektrum meist auf Synchrotron-strahlung zurückzuführen (siehe Newsletter zu nicht-thermischen Strahlungsmechanismen).
Die Verbreiterung der Emissionslinien läßt sich mit dem Dopplereffekt erklären. Die sich von uns weg- bzw. auf uns zu bewegenden Gasteilchen sorgen für eine Rot- bzw. Blauverschiebung der eigentlichen Emissionslinie. Aus der Dopplerverbreiterung der Linie läßt sich die maximale Geschwindigkeit des Gases berechnen. Typischerweise erreicht die
mit dieser Methode abgeleitete Gasgeschwindigkeit 10% der Lichtgeschwindigkeit.
Literatur:
- Karttunnen, Kröger, Oja, Poutanen, Donner: "Fundamental Astronomy", Helsinki, 1996
- K.S. Thorne: "Black Holes and Time Warps: Einstein's Outrageous Legacy", In: "The Common Wealth Fund Book Programme" hrsg.:Lewis Thomas, Bd. 9, 1993
- M. Begelman, M. Rees: "Gravity's Fatal Attraction" Scientific American Library, New York 1996
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ISS Weekly Report: Wartungsarbeiten und Wissenschaft an Bord der Raumstation
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von Michael Schumacher | |
Der 21. Februar 2003 war für die sechste Stammbesatzung, die aus Kommandant Kenneth Bowersox, Bordingenieur Nikolai Budarin und National Aeronautics and Space Administration (NASA) International Space Station (ISS) Science Officer (SO) Donald Pettit besteht, der 90. Tag in der Erdumlaufbahn.
Zu Beginn dieser Woche entnahm die Besatzung Proben von der Wasserversorgung der Raumstation, um sicherzustellen, dass die Reinheit des Wassers weiterhin gewährleistet ist. Dazu gehörte auch, dass Budarin über eine Dauer von drei Tagen die Ausrüstung des russischen Wasserversorgungssystems desinfizierte. Er benutzte Materialien, die von dem momentan an die Raumstation angekoppelten Versorgungsraumschiffes des Typs Progress angeliefert wurden. Beide Aktivitäten sind Teil routinemäßiger Wartungsverfahren an Bord der Raumstation.
Über die Woche schloss die Besatzung eine Reihe medizinischer Tests ab, um sicherzustellen, dass sie bester Gesundheit sind und um Daten hinsichtlich der Anpassung des menschlichen Körpers an die Schwerelosigkeit zu sammeln. Dazu zählten ein russisches Experiment, das sich mit den Herzgefäßen befasste sowie die Überprüfung von Urin- und Blutproben. Bowersox und Pettit schlossen zudem ein auf Computern basierendes Auffrischungstraining hinsichtlich ihrer Pflichten als Medizinoffiziere der Besatzung ab.
Die Wartungsarbeiten an der Raumstation befassten sich diese Woche mit dem Ausbau und Austausch eines automatischen Stromkontrollmoduls im amerikanischen Laboratory Module ?Destiny? durch Pettit, das einen fehlerhaften enthielt Stromschalter enthielt, der für die Stromversorgung des Videorekorders in einer der Robotics Workstations (RWS) verantwortlich war. Der Austausch war erfolgreich und der Videorekorder funktioniert nun wieder. Bowersox führte die monatliche Wartung des Fahrradergometers durch, das von Besatzung zur Aufrechterhaltung ihrer körperlichen Fitness benutzt wird. Die Laufband der Raumstation wurde bereits vergangenes Wochenende der regelmäßigen Wartung unterzogen. Am 20. Februar 2003 führten Bowersox und Pettit eine Inventur der kompletten Ausrüstung im Joint Airlock Module (JAM) ?Quest? durch, um sicherzustellen, dass sie mit den Daten im Inventory Management System (IMS) der Raumstation übereinstimmt.
Das Hochladen neuer Software auf die Command and Control (C&C) Computer der Raumstation wurde am 21. Februar 2003 abgeschlossen, genauso wie das Hochladen der neuen Software auf die Guidance, Navigation and Control (GN&C) Computer.
Für den 24. Februar 2003 ist vorgesehen, dass Bowersox und Pettit die amerikanischen Raumanzüge ohne Hilfe von Budarin anlegen, um Techniken zu üben, die benutzt werden könnten, wenn sich nur zwei Besatzungsmitglieder an Bord der Raumstation aufhalten.
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Surftipp: STS-107 "Columbia" Loss FAQ
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von Dominik Mayer | |
Vor 3 Wochen stürzte die Columbia beim Landeanflug ab. Seitdem wurde viel berichtet. Raumfahrer.net hat eine Sonderseite angelegt und beschäftigt sich in der aktuellen Sendung #002 des Webradios InSound mit dem Thema.
Die englischsprachige Seite STS-107 "Columbia" Loss FAQ beantwortet alle Fragen zum Thema. Detailliert wird die Columbia und ihre Mission untersucht und hinterfragt wie das Unglück passieren konnte und wie es jetzt weitergeht. Das Dokument liegt als formatierte HTML- und reine Textdatei vor.
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Text-Version
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InDetail: Weltraumwetter
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von Jan Großmann | |
Unser irdisches Wetter wird von der Sonne beeinflusst, soweit weiß jeder Mensch bescheid. Doch das dieser Einfluss nicht nur durch die uns sichtbare Strahlung, also das Licht der Sonne, sondern durch ein großes Spektrum der elektromagentischen Strahlung und auch durch elektrisch geladene Teilchen hervorgerufen wird ist vielen unbekannt. Der offensichtlichste Einfluss ist sicher das Nordlicht, das durch sogennante CME´s (chromosphärischen Eruptionen) entsteht. Diese Eruption bestehen aus Ladungen von Elektronen und Protonen die auf die oberen Atmosphäre treffen und diese zum Leuchten anregen.
Doch auch nicht sichtbare Einflüsse liegen vor. So kommt es zum Beispiel oft zu Störungen im internationalen Funkverkehr durch Radiostrahlen aus dem All, die in großem Maße ebenfalls von der Sonne kommen.
2 bis 3 Tage nach einem CME kann es zu einem enormen Bombardement der Ionosphäre mit geladenen Teilchen kommen. Diese elektromagnetischen Stürme haben katastrophale Folgen auf der Erde. Sie können teilweise riesige Stromausfälle verursachen, so legte einer dieser Stürme 1989 die gesamte kanadische Provinz Quebec lahm, wodurch 6 Millionen Menschen ohne Strom waren und ein Schaden von 500 Millionen Dollar entstand.
Man sieht also das unser Wetter nicht das einziege ist was von der Sonne beinflusst wird. Neben der Sonne können auch noch andere kosmische Strahlungsquellen ähnliche Konsequenzen haben.
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"In Space Magazin" #065 ISSN 1684-7407
Erscheinungsdatum:
22. Februar 2003
Auflage: 1014 Exemplare
Chefredaktion:
Karl Urban
Supervising:
Lorenz Ulrich
Redaktionsleitung:
David Langkamp
Redaktion:
Jan Großmann
Britta Hermes
Tilman Kaiser
Raphael Kallensee
Clemens Mach
Sebastian Mateja
Dominik Mayer
Dominik Puckert
Sabine Rossburg
Franz Schmied
Michael Schumacher
Michael Stein
Mark Weimar
Lorenz Zistler
Meik Lampmann (Space-Weltraum.de)
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