InSpace Magazin #067 vom 08. März 2003

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Das Email-Magazin von Raumfahrer.net.   

 

"In Space Magazin"

Ausgabe #067
ISSN 1684-7407


> Updates:
Updates / Umfrage

> News:
Nachrichten der Woche

> HotSpot:
Envisat feiert ersten Geburtstag im All

> Special:
Goodbye Pioneer 10 – ein Nachruf

> Space Focus:
Schwarze Löcher nicht nur als Theoriegebilde? Die BH-HB-Verbindung

> Media Review:
Das Inferno von Baikonur

> ISS Weekly Report:
Stammbesatzung inspiziert Trägerstruktur

> Surftipp:
Near Earth Objects

> Impressum:
Disclaimer & Kontakt
 

      Intro von Mark Weimar

Verehrte Leserinnen und Leser,
 
wieder ist eine Woche voller Ereignisse vergangen und wir berichten wie immer über die spannendsten. So zum Beispiel die neuen Jupitermonde, die man letzte Woche entdeckt hat.
In unserer heutigen Ausgabe möchten wir ihnen ganz besonders das Media Preview nahe legen, denn dieses handelt heute von einer Sendung die am Montag im ARD laufen wird. Außerdem können sie einen weiteren Teil von Tilman Kaisers Reihe über Supermassive Schwarze Löcher lesen und wie Envisat seinen Geburtstag feiert.
Viel Spaß beim lesen wünscht 

            Mark Weimar

 
 

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Auswertung:
Glauben Sie, dass Europa in den nächsten 20 Jahren eigene bemannte Raumflüge durchführen kann?


Ja: 67%

Nein: 33%

(107 gezählte Stimmen)

      Updates / Umfrage

» columbia.raumfahrer.net
Auf unserer Sonderseite zum Columbia Unglück informieren wir Sie über die Einzelheiten und Hintergründe zum Absturz des Space Shuttles.

» mitarbeit.raumfahrer.net
Raumfahrer.net ist weiter auf der Suche nach neuen Mitarbeitern - hier erfahren Sie was Sie bei uns erwartet.
 

 
 

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      News

Hubble untersucht Zwerggalaxie <mehr>
Neue Jupitermonde entdeckt <mehr>
ESOC-Riesenohr geht in Betrieb <mehr>
In Chile entsteht großes Radioteleskop <mehr>
NASA veröffentlicht Columbia-Video <mehr>
Europas erste Deep Space-Station ist online <mehr>
Erste Runde in "Jugend forscht 2003" <mehr>
Änderung der Sojus-Flüge zur ISS <mehr>
Künftig nur noch zwei Astronauten auf der ISS <mehr>
Luftfahrt in Afrika wird dank ESA sicherer <mehr>
Zurück zum Mond <mehr>
Kurzer Wochenrückblick der ISS <mehr>



» Hubble untersucht Zwerggalaxie
08. Maerz 2003 - Die zentrale Region der Galaxie NGC 1705 strahlt mit dem Licht von tausenden jungen und alten Sternen. Dies offenbart ein neues Bild des Hubble-Teleskops.
In 17 Millionen Lichtjahren Entfernung sind die einzelnen Sterne der Galaxie NGC 1705 für irdische Teleskope nicht mehr aufzulösen - jedoch nicht für das Hubble Teleskop, das aufgrund der nicht vorhandenen Atmosphäre im Erdorbit gestochen scharfe Bilder machen kann. NGC 1705 ist ein ideales Beobachtungsfeld zur Erforschung der Lebenszyklen von Sternen. Junge, blaue und heiße Sterne sind überwiegend im Zentrum der Galaxie konzentriert, während ältere, rote und demnach kältere Sterne weiter außen stehen. In dieser Galaxie bildeten sich schon so lange Sterne, wie sie existiert, jedoch kam es vor etwa 26 bis 31 Millionen Jahren zu einer großen "Entstehungswelle" neuer Sterne. Dieses explosive Wachstum ist auch der Grund, warum sich in den äußeren Gebieten des Galaxienkerns so viele junge Sterne befinden.
NGC 1705 wurde als irreguläre Zwerggalaxie klassifiziert, da sie sehr klein ist und kaum reguläre Strukturen zeigt. Viele Astronomen gehen nun davon aus, dass Zwerggalaxien wie NGC 1705 die ersten Systeme waren, in denen sich im jungen Universum die ersten Sterne bildeten. Sie stellen wohl jene Objekte dar, aus denen sich später massivere wie Spiral- und elliptische Galaxien bildeten. Kleine Galaxien in der Nähe von größeren sind zumeist ein Überbleibsel des Galaxienentstehungs-Prozesses.
Mehr zu Galaxien finden Sie in unserer Kosmologie-Rubrik.
(ku - Quelle: Hubble Institute)


» Neue Jupitermonde entdeckt
07. Maerz 2003 - Der Planet Jupiter ist in einer Beziehung der König im Sonnensystem, die Anzahl an Monden. Anfang März kamen nun 8 weitere bestätigte Monde hinzu.
Anfang Februar 2003 entdeckten die Astronomen Scott S. Sheppard und David C. Jewitt vom Institut für Astronomie an der Universität Hawaii zusammen mit Jan Kleyna von der Cambridge University die acht neuen Monde. Die Entdeckungen wurde mit Hilfe der zwei größten digitalen Kameras der Welt am Subaru-Teleskop gemacht und den Canada-Frankreich-Hawaii Teleskop (Mauna Kea, Hawaii).

Die ersten 7 Satelliten wurden am 4.März 2003 von der International Astronomical Union bestätigt. Der achte Satellit wurde am 6.März 2003 bestätigt. Die neu entdeckten Satelliten haben ein Durchmesser von 2 bis 4 Km.
Damit stieg die Zahl der Monde von Jupiter auf 48. Zwei der neuen Satelliten (S/2003 JI und S/2003 J6) haben die gleichen Rotationsrichtung wie Jupiter. Die anderen rotieren entgegengesetzt wie die Mehrheit der bekannten Monden von Jupiter.
(la - Quelle: University Hawaii)


» ESOC-Riesenohr geht in Betrieb
05. Maerz 2003 - Neues Riesenteleskop wird feierlich eingeweiht und nimmt seine Dienste auf.
In Zukunft müssen sich die Außerirdischen in Acht nehmen, wollten sie auch weiterhin unentdeckt bleiben, denn am 5. März wird an der Westküste Australiens die größte und leistungsfähigste Antenne des Europäischen Satellitenkontrollzentrums ESOC, die Deep Space Ground Station (DSGS) in New Norcia in einer feierlichen Zeremonie in Betrieb genommen. Europas Kronjuwel dient der Absicherung der anspruchsvollen interplanetaren Missionen der ESA. Die Herausforderungen bei der Realisierung waren gewaltig. Ein internationales Spezialistenteam der ESA und des Hauptauftragnehmers SED Systems aus Kanada löste alle Aufgaben mit Bravour. Die Ausrichtgenauigkeit der 35-Meter-Riesenschüssel ist weltweit einmalig. Technisches Meisterwerk Die technischen Daten dieses Meisterwerkes menschlicher Ingenieurkunst sind beeindruckend. 630 Tonnen bringt der Parabolspiegel mit einem Durchmesser von 35 Metern auf die Waage, 540 Tonnen entfallen dabei auf den drehbaren Teil. Für den Empfang der schwachen Signale von Millionen Kilometern entfernten Raumflugkörpern muss die Riesenschüssel auf Bruchteile einer Winkelsekunde exakt ausgerichtet und dann mit deren Flugbewegung nachgeführt werden. Die Metall-Späher im Weltraum haben aus Gewichtsgründen nur Sende- und Empfangseinrichtungen geringer Leistung an Bord. Deshalb ist auf der Erde ein umso größerer Aufwand erforderlich, um die schwachen Signale einzufangen. Bereits ein Ausrichtfehler der Antenne in Millimetergröße kann den Zusammenbruch der mühsam hergestellten Verbindung bewirken. Die Konstruktion der mechanischen Strukturen und der elektronischen Nachführ- und Regelungssysteme mußte deshalb auf eine weltweit einmalige Ausricht- und Nachführgenauigkeit des Systems ausgelegt werden. Beim Empfang von Signalen im X-Band (8 GHz) bedeutet das einen maximalen Winkelfehler von 0,011 Grad. Außerdem sind noch äußere Einflüsse, wie Wind oder Verformungen durch Temperatureinflüsse zu eliminieren. Das schwache Signal aus dem Parabolspiegel wird durch ein Labyrinth von verschiedenen Reflektoren zu den elektronischen Empfängern geleitet, wo die weitere Signalverarbeitung erfolgt. Diese kühlt man mit flüssigem Helium auf 15 Kelvin herunter, um das Rauschen der elektronischen Bauelemente zu unterdrücken. Anschließend filtern Nachfolge-Einrichtungen die gesendeten Daten aus dem Empfangssignal, welche dann nach Darmstadt zum ESOC weitergeleitet werden. Zum Senden von Daten an die metallenen Botschafter im Weltraum wurden schließlich leistungsstarke Sender von 20 Kilowatt entwickelt und in das Gesamtsystem integriert.
Hightech aus Deutschland
Aufgrund ihrer umfangreichen Erfahrungen im Großantennenbau wurde die Vertex Antennentechnik GmbH aus Deutschland als wichtigster Unterauftragnehmer mit der Fertigung der gesamten Mechanik der Antenne einschließlich des Parabolspiegels sowie den umfangreichen Nachführ- und Regelsystemen betraut. Was in der Fertigungsstätte in Duisburg zunächst wie grober Stahlbau aussieht, ist in Wirklichkeit Präzisionsarbeit vom Feinsten. Die mechanischen Elemente des Parabolspiegels und der Bewegungsmechanik mit teilweise gewaltigen Ausmaßen müssen dennoch an kritischen Stellen auf Bruchteile von Millimetern genau bearbeitet werden. Denn im Zusammenwirken mit modernsten Mess- und Antriebssystemen sind später 540 Tonnen Masse auf Milliwinkelsekunden exakt zu positionieren. Filigraner geht es in der Fertigungs-Abteilung der Steuer- und Regeleinrichtungen für die Antennenposition zu. Hier integrieren Hard- und Softwarespezialisten Verstärker, Computer und anderes Hightech-Equipment zu dem komplexen Steuer- und Regelsystem des Antennenriesen. Bei der Realisierung des anspruchsvollen Auftrags waren weitere deutsche Unternehmen eingebunden. So lieferte beispielsweise die Firma Heidenhain ein Schlüsselelement für die genaue Antennenpositionierung, einen optischen Drehgeber.
Erste Signale von Mars Express und SMART-1
DSGS-1, die erste Antenne für interplanetare Missionen der ESA, wird vom Bodenkontrollzentrum der Europäischen Raumfahrtorganisation, dem European Space Operations Centre (ESOC), in Darmstadt betrieben. Die ersten Signale im operativen Betrieb wird die Antennenanlage von New Norcia noch in diesem Jahr von Mars Express, der europäischen Marssonde und von der ESA-Mondsonde SMART-1 einfangen. Voraussichtlich Anfang 2004 wird dann als besondere technische Herausforderung die Kometensonde Rosetta hinzukommen. Nach umfangreichen Tests seit Mitte 2002 hat die Superschüssel des ESOC nachgewiesen, dass sie künftig alle an sie gestellten Aufgaben erfüllen kann. Dabei wurden u.a. Signale der amerikanischen Weltraum-Sonde Stardust in guter Qualität empfangen. Aber das ist erst der Anfang, denn die ESA plant in der Zukunft ein ganzes Antennen-Netzwerk für interplanetare Missionen zu errichten. So soll 2005 bei Cebreros in Spanien eine ähnliche Station errichtet werden und eine dritte Einrichtung ist für 2006 in Chile oder Südafrika vorgesehen.
(lz - Quelle: ESA)


» In Chile entsteht großes Radioteleskop
04. Maerz 2003 - Kürzlich beschlossen Vertreter aus Europa und den USA den Bau der gewaltigen Radioteleskop-Anlage ALMA in Chile.
Am 25. Februar 2003 unterzeichneten Vertreter der Europäischen Südsternwarte ESO und der US National Science Foundation (NSF) einen historischen Vertrag. Dieser beinhaltet den Bau und Betrieb des weltgrößten und leistungsfähigsten Radioteleskops im Millimeter- und Submillimeter-Bereich.
Die Anlage mit dem Namen Atacama Large Millimeter Array (ALMA) wird 64 Parabolantennen im Durchmesser von je zwöf Metern umfassen. Sie wird in großer Höhe in Chajnantor in der Region Atacama in Norden Chiles gebaut. Die Kosten betragen etwa 650 Millionen Euro und werden zu gleichen Teilen von den Partnern getragen.
Dr. Catherine Cesarsky, Generaldirektorin der ESO, sagte: "Dieser Vertrag begründet ein großes Projekt der modernen Astronomie und Astrophysik. [...] Mit ALMA können wir lernen, wie die ersten Galaxien im Universum wirklich aussahen - um nur eines der vielen erwarteten Möglichkeiten dieser großartigen Anlage zu nennen."
ALMA wird eines der leistungsstärksten Teleskope darstellen und bisher nicht erreichte Auflösungen und Lichtempfindlichkeiten in dem Wellenbereich der zu untersuchenden Radiostrahlung erreichen.
Die ALMA-Anlage wird aus 64 Einzelteleskopen bestehen, die zusammengeschaltet werden, um Millimeter- und Submillimeterbereich der elektromagnetischen Radiostrahlung aus dem All zu beobachten. Diese Strahlung durchkreuzt die kritische Grenze zwischen Infrarot und Mikrowellen. Damit enthält sie den Schlüssel zur Erforschung von Prozessen wie der Planeten- und Sternbildung, der Bildung sehr früher Galaxien und Galaxienhaufen und der Bildung von organischen und anderen Molekülen im All.
(ku - Quelle: ESO)


» NASA veröffentlicht Columbia-Video
03. Maerz 2003 - Die NASA veröffentlichte am Freitag ein Video der Columbia, das von Crew-Mitglieder während des Wiedereintritts am 1.Februar gedreht wurde.
Das Video ist ungefähr 13 Minuten lang, beginnt um ca. 7.35 a.m. CST und endet 11 Minuten bevor das Mission Control Center in Houston den Funkkontakt zur Columbia verlor. Das Video wurde auf dem Flugdeck gefilmt und zeigt Crewmitglieder bei Unterhaltungen und beim Durchgehen der Checkliste für den Wiedereintritt. Das Video wurde am 6. Februar in der Nähe von Palestine, Texas entdeckt.
Das Video sei stark beschädigt und gebe keine Hinweise auf die Unglücksursache. Die Wetterlage in Lufkin, Texas hat sich soweit verbessert, dass die Suchmannschaften wieder ihre Arbeit aufnehmen konnten.

Das Flugdeck-Video wird immer routinemäßig aufgenommen und dient Präsentationen und zu Ausbildungszwecken. Auf dem Video sind auch Blitze und Plasmaerscheinungen zu sehen, die aber völlig normal für einen Wiedereintritt bei Nacht sind. Bei einem normalen Flug wäre die Aufnahme bis zur Landung fortgeführt worden. Von den 250 Datenbänder ist dies das einzige, welches gefunden wurde.
STS-107 Video anschauen
Derzeitiger Untersuchungsstand des Unglückes (NASA englisch)
Mehr Infos auf der Sonderseite von Raumfahrer.net
(ak - Quelle: NASA)


» Europas erste Deep Space-Station ist online
01. Maerz 2003 - Um den Kontakt zu den neusten Raumsonden zu halten, baut die ESA ein eigenes Deep Space Network auf. Die erste Station eröffnete in Australien.
In Zukunft müssen sich die Außerirdischen in Acht nehmen, wollten sie auch weiterhin unentdeckt bleiben, denn am 5. März wird an der Westküste Australiens die größte und leistungsfähigste Antenne des Europäischen Satellitenkontrollzentrums ESOC, die Deep Space Ground Station (DSGS) in New Norcia in einer feierlichen Zeremonie in Betrieb genommen. Europas Kronjuwel dient der Absicherung der anspruchsvollen interplanetaren Missionen der ESA. Die Herausforderungen bei der Realisierung waren gewaltig. Ein internationales Spezialistenteam der ESA und des Hauptauftragnehmers SED Systems aus Kanada löste alle Aufgaben mit Bravour. Die Ausrichtgenauigkeit der 35-Meter-Riesenschüssel ist weltweit einmalig.  
Technisches Meisterwerk
Die technischen Daten dieses Meisterwerkes menschlicher Ingenieurkunst sind beeindruckend. 630 Tonnen bringt der Parabolspiegel mit einem Durchmesser von 35 Metern auf die Waage, 540 Tonnen entfallen dabei auf den drehbaren Teil. Für den Empfang der schwachen Signale von Millionen Kilometern entfernten Raumflugkörpern muss die Riesenschüssel auf Bruchteile einer Winkelsekunde exakt ausgerichtet und dann mit deren Flugbewegung nachgeführt werden. Die Metall-Späher im Weltraum haben aus Gewichtsgründen nur Sende- und Empfangseinrichtungen geringer Leistung an Bord. Deshalb ist auf der Erde ein umso größerer Aufwand erforderlich, um die schwachen Signale einzufangen. Bereits ein Ausrichtfehler der Antenne in Millimetergröße kann den Zusammenbruch der mühsam hergestellten Verbindung bewirken. Die Konstruktion der mechanischen Strukturen und der elektronischen Nachführ- und Regelungssysteme mußte deshalb auf eine weltweit einmalige Ausricht- und Nachführgenauigkeit des Systems ausgelegt werden. Beim Empfang von Signalen im X-Band (8 GHz) bedeutet das einen maximalen Winkelfehler von 0,011 Grad. Außerdem sind noch äußere Einflüsse, wie Wind oder Verformungen durch Temperatureinflüsse zu eliminieren.
Das schwache Signal aus dem Parabolspiegel wird durch ein Labyrinth von verschiedenen Reflektoren zu den elektronischen Empfängern geleitet, wo die weitere Signalverarbeitung erfolgt. Diese kühlt man mit flüssigem Helium auf 15 Kelvin herunter, um das Rauschen der elektronischen Bauelemente zu unterdrücken. Anschließend filtern Nachfolge-Einrichtungen die gesendeten Daten aus dem Empfangssignal, welche dann nach Darmstadt zum ESOC weitergeleitet werden. Zum Senden von Daten an die metallenen Botschafter im Weltraum wurden schließlich leistungsstarke Sender von 20 Kilowatt entwickelt und in das Gesamtsystem integriert.  
  Hightech aus Deutschland
Aufgrund ihrer umfangreichen Erfahrungen im Großantennenbau wurde die Vertex Antennentechnik GmbH aus Deutschland als wichtigster Unterauftragnehmer mit der Fertigung der gesamten Mechanik der Antenne einschließlich des Parabolspiegels sowie den umfangreichen Nachführ- und Regelsystemen betraut. Was in der Fertigungsstätte in Duisburg zunächst wie grober Stahlbau aussieht, ist in Wirklichkeit Präzisionsarbeit vom Feinsten. Die mechanischen Elemente des Parabolspiegels und der Bewegungsmechanik mit teilweise gewaltigen Ausmaßen müssen dennoch an kritischen Stellen auf Bruchteile von Millimetern genau bearbeitet werden. Denn im Zusammenwirken mit modernsten Mess- und Antriebssystemen sind später 540 Tonnen Masse auf Milliwinkelsekunden exakt zu positionieren.
Filigraner geht es in der Fertigungs-Abteilung der Steuer- und Regeleinrichtungen für die Antennenposition zu. Hier integrieren Hard- und Softwarespezialisten Verstärker, Computer und anderes Hightech-Equipment zu dem komplexen Steuer- und Regelsystem des Antennenriesen. Bei der Realisierung des anspruchsvollen Auftrags waren weitere deutsche Unternehmen eingebunden. So lieferte beispielsweise die Firma Heidenhain ein Schlüsselelement für die genaue Antennenpositionierung, einen optischen Drehgeber.  
Erste Signale von Mars Express und SMART-1
DSGS-1, die erste Antenne für interplanetare Missionen der ESA, wird vom Bodenkontrollzentrum der Europäischen Raumfahrtorganisation, dem European Space Operations Centre (ESOC), in Darmstadt betrieben. Die ersten Signale im operativen Betrieb wird die Antennenanlage von New Norcia noch in diesem Jahr von Mars Express, der europäischen Marssonde und von der ESA-Mondsonde SMART-1 einfangen. Voraussichtlich Anfang 2004 wird dann als besondere technische Herausforderung die Kometensonde Rosetta hinzukommen. Nach umfangreichen Tests seit Mitte 2002 hat die Superschüssel des ESOC nachgewiesen, dass sie künftig alle an sie gestellten Aufgaben erfüllen kann. Dabei wurden u.a. Signale der amerikanischen Weltraum-Sonde Stardust in guter Qualität empfangen.
Aber das ist erst der Anfang, denn die ESA plant in der Zukunft ein ganzes Antennen-Netzwerk für interplanetare Missionen zu errichten. So soll 2005 bei Cebreros in Spanien eine ähnliche Station errichtet werden und eine dritte Einrichtung ist für 2006 in Chile oder Südafrika vorgesehen.
(ku - Quelle: ESA)


» Erste Runde in "Jugend forscht 2003"
28. Februar 2003 - Das Europäische Raumfahrtkontrollzentrum ESOC in Darmstadt war Gastgeber der ersten Austragungsrunde des bundesweiten Wettbewerbes "Jugend forscht 2003".
Zur Auftaktveranstaltung der Region Hessen-Süd am 13. Februar waren alle Teilnehmer und ihre Begleitpersonen in das ESOC in Darmstadt, Robert-Bosch-Str.5, eingeladen.

"Geträumt. Gedacht. Gemacht." - das ist das Motto der Wettbewerbe der 38.Runde von Jugend forscht. Der seit 1966 stattfindende bundesweite Concours richtet sich an junge Menschen bis 21, die sich für Naturwissenschaften. Mathematik und Technik - darunter Raumfahrt - interessieren. Teilnehmen kann jeder, der mit einem selbst gewählten originellen Forschungsprojekt in eines der sieben Jugend-forscht-Fachgebiete passt, in der Bundesrepublik wohnt oder eine deutsche Schule besucht. Neben Fachwissen sind Kreativität und Phantasie der Teilnehmer gefragt. Der Wettbewerb wird dreistufig ausgetragen: auf Regionalebene (Februar), Landesebene (April) sowie auf Bundesebene (Mai). Er ist mittlerweile europaweit der grösste Wettbewerb in Naturwissenschaften, Mathematik und Technik.

Die Veranstaltung zur ersten Wettbewerbsrunde für die Region Hessen-Süd fand am 13.Februar 2003, von 9.00 bis 18.00 Uhr, im Europäischen Raumfahrtkontrollzentrum ESOC statt. 93 Jungforscher nahmen mit 45 Beiträgen an dem Wettbewerb teil.
Nach der Eröffnung um 9.00 Uhr bewertete die 22köpfige Jury die zum Teil hervorragenden Arbeiten. Ab 12.00 Uhr konnten interessierte Besucher die Wettbewerbsarbeiten besichtigen und mit ihren geistigen Schöpfern in Kontakt treten.

Darüber hinaus bot das ESOC sowohl den Jungforschern, als auch ihren Begleitpersonen und Gästen Sonderführungen durch die ESOC-Kontrollräume an, die vielfältige Kontaktmöglichkeiten zu Raumfahrtwissenschaftlern an diesem Tag gaben. Um 15.00 Uhr wurde das Programm durch einen Vortrag von ESA-Astronaut Thomas Reiter abgerundet, der über seinen 6-monatigen Aufenthalt auf der russischen Raumstation MIR und die Arbeits-, Lebens- und Forschungsbedingungen auf der Internationalen Raumstation ISS berichtete.

Ab 16.00 Uhr wurden in einer Feierstunde die besten Arbeiten prämiert. Die nach Fachsparten und Altersgruppen ermittelten Sieger der ersten Wettbewerbsrunde werden Hessen-Süd auf dem im April in Darmstadt stattfindenden Landeswettbewerb vertreten. Deren Sieger wiederum werden Hessen im Mai beim Bundeswettbewerb vertreten. Ein langer Weg also. Auf jeder Ebene winken den Siegern attraktive Geldpreise, aber auch Forschungsaufenthalte und Studienreisen. Für bestimmte Themen oder besonders gelungene Arbeiten werden Sonderpreise vergeben.

Die Geschichte des nunmehr fast vier Jahrzehnte laufenden Wettbewerbs hat wiederholt gezeigt, das aus erfolgreichen Teilnehmern von einst bekannte Wissenschaftler oder Ingenieure geworden sind. Und vielleicht wird einer der heute prämierten Jungforscher einmal Astronaut im Erdorbit oder auf der neu errichteten Mondbasis arbeiten? Oder gar Mitglied der ersten internationlaen Mars-Crew sein, die als Abgesandte des Planeten Erde unseren roten Nachbarn betreten wird.
(la - Quelle: ESA)


» Änderung der Sojus-Flüge zur ISS
28. Februar 2003 - ESA ändert mit ISS-Partnern Planung für europäische Beteiligung an Sojus-Flügen
Die Europäische Weltraumorganisation hat einem sechsmonatigen Aufschub der zwei ursprünglich für April und Oktober 2003 geplanten europäischen Sojus-Flüge zugestimmt. Die Terminverschiebung wurde zwischen der ESA, der russischen Raumfahrtagentur Rosaviakosmos und der NASA in enger Absprache mit den spanischen und niederländischen Behörden vereinbart, damit der im April vorgesehene Sojus-Flug zur Ablösung der Mannschaft auf der Internationalen Raumstation (ISS) genutzt werden kann.

"Wir haben diese Vereinbarung im Interesse einer lückenlosen Fortsetzung des Betriebs und der Nutzung der Raumstation getroffen", betont der ESA-Direktor für Bemannte Raumfahrt, Jörg Feustel-Büechl. "Sie ist als Zeichen der engen Zusammenarbeit und Solidarität zwischen den ISS-Partnern zu sehen".

Nach der ursprünglichen Planung sollte die gegenwärtige ISS-Mannschaft im März bei einem Einsatz der Raumfähre "Discovery" ausgewechselt werden. Im April war dann der vom spanischen Ministerium für Wissenschaft und Technologie geförderte Flug eines neuen Sojus-Fahrzeugs vorgesehen, der ESA-Astronaut Pedro Duque zu einem achttägigen Aufenthalt an Bord der ISS verhelfen sollte.

Wegen des Flugverbots für die US-Raumfähren muß nun der Sojus-Flug im April zur Ablösung der ISS-Mannschaft dienen. Nach der Zustimmung der ESA zur Verschiebung der zwei geplanten Flüge um sechs Monate wird Pedro Duques Sitz in der Sojus-Kapsel im April für ein Mitglied der neuen ISS-Mannschaft frei.

Die spanische Mission mit Pedro Duque ist nun für Oktober 2003 geplant. Bei dieser Mission wird Duque an Bord der Raumstation eine Reihe lebenswissenschaftlicher und physikalischer Experimente durchführen. Da er als sachkundiger Astronaut am Columbus-Team der ESA beteiligt ist, wird die von ihm auf der ISS gewonnene praktische Erfahrung unmittelbar der Integration und Flugvorbereitung des europäischen Columbus-Labormoduls, dessen Start gegenwärtig im Jahr 2004 vorgesehen ist, zugute kommen. Außerdem wird er an mehreren Bildungs- und Sensibilisierungsvorhaben teilnehmen mit dem Ziel, die breite Öffentlichkeit und vor allem die Jugend mit den europäischen Programmen für bemannte Raumfahrt und Forschung im Weltraum stärker vertraut zu machen.

André Kuipers, der aus den Niederlanden stammende ESA-Astronaut, wird auf einem Sojus-Flug im Frühjahr 2004 sein Weltraumdebüt geben. Sein vom Wirtschaftsministerium und vom Ministerium für Erziehung, Kultur und Wissenschaft der Niederlande geförderter Einsatz wird hauptsächlich der wissenschaftlichen Forschung dienen und umfangreiche Experimente mit Schwerpunkt auf den Gebieten Biologie, Humanphysiologie und Materialwissenschaft umfassen. Bei diesen wird Kuipers eine Reihe europäischer Versuchseinrichtungen wie die Einrichtung zur Untersuchung der Lungenfunktion - Beitrag der ESA zur Humanforschungseinrichtung der NASA - und den Handschuhkasten für Schwerelosigkeitsforschung benutzen. Auch zu seinem Arbeitsprogramm werden Bildungsvorhaben gehören.

Der schwedische ESA-Astronaut Christer Fuglesang, dessen Flug zur ISS mit einer Raumfähre ursprünglich im Juli 2003 geplant war, bleibt bis auf weiteres in Bereitschaft und setzt seine Ausbildung fort.
(la - Quelle: ESA)


» Künftig nur noch zwei Astronauten auf der ISS
28. Februar 2003 - NASA-Administrator Sean O'Keefe teilte am gestrigen Donnerstag mit, dass aufgrund der Columbia-Katastrophe die Größe der ISS-Besatzung von drei auf zwei Crewmitglieder gesenkt werden soll.
Die an Bord der ISS befindliche, dreiköpfige "Expedition Six"-Crew soll gegen Ende April oder spätestens Anfang Mai gegen eine neue, allerdings eben nur zweiköpfige Crew ausgetauscht werden. Wegen den bis auf weiteres gestrichenen Shuttle-Flügen soll der Crew-Austausch mit russischen Soyuz-Kapseln geschehen.

Grund für die drastische Verringerung soll der Transport von Nahrungsmitteln sein. Russische Progress-Frachter fliegen zwar weiterhin zur Station und bringen Versorgungsgüter in den Orbit. Bei Shuttle-Missionen wurde bisher jedoch auch immer Fracht mitgenommen, diese Möglichkeit gibt es in den kommenden Monaten nicht.

Weiterhin wird der Ausbau der Station gestoppt, da kein Raumfahrzeug außer dem Space Shuttle die Bauteile ins All transportieren kann. Bleibt abzuwarten, wann die drei verbleibenden Shuttles "Endeavour", "Discovery" und "Atlantis" wieder fliegen.

Eine Verringerung der Crewstärke hat im Prinzip schwerwiegende Folgen: da die Unterhaltung und Wartung der Station allein bereits viel Zeit in Anspruch nimmt, wird bei zwei Besatzungsmitgliedern für die Forschung so gut wie keine Zeit mehr bleiben.

Die Rede O'Keefes, in der er auch über zukünftige Pläne der NASA sowie das Budget spricht, finden Sie hier.
(rk - )


» Luftfahrt in Afrika wird dank ESA sicherer
28. Februar 2003 - Die afrikanische Luftsicherheitsorganisation ASECNA hat sich dazu entschieden, mit der europäischen Raumfahrtagentur ESA, der europäischen Kommission und verschiedenen anderen europäischen Partnern zusammenzuarbeiten, um die Luftfahrt und Flugkontrolle zu modernisieren.
Zwischen dem 24. und 26. Februar wurden bereits einige Testflüge durchgeführt, die auf Basis des europäischen Navigationssystems EGNOS liefen. Diese Tests sollen zeigen, wie das geplante, zukünftige globale Navigationssystem GNSS über Zentralafrika eingesetzt werden soll.

Die Staaten Afrikas und des Indischen Ozeans (AFI) haben sich auf einen Dreistufen-Plan geeinigt, um die internationalen Navigations- und Flugkontrollsysteme einzuführen. Zunächst soll jedoch eine experimentelle Testphase folgen.
(rk - )


» Zurück zum Mond
25. Februar 2003 - Im Rahmen ihres Aurora-Langzeitprogramms sieht die ESA in den kommenden 25 Jahren auch die Rückkehr des Menschen zum Mond vor.
Ein spezieller Design-Workshop, der im Weltraumforschungs- und Technologiezentrum (ESTEC) der ESA sowie im Institut für Hochbau 2 der TU Wien stattfand, widmete sich dem Entwurf zukünftiger bemannter Mondstationen. Am 1. März werden die innovativen Konzepte der jungen Weltraumarchitekten und -ingenieure in Wien der Öffentlichkeit vorgestellt.  
Der von der ESA, der Österreichischen Weltraumagentur ASA, dem österreichischen Technologieministerium sowie von privaten Sponsoren finanzierte „Lunar Base Design Workshop 2002“ war für Studierende unterschiedlicher Fachrichtungen bestimmt. 40 Fachstudenten aus 13 Ländern nahmen an diesem außergewöhnlichen Raumfahrt-Workshop teil. Ziel der in spezielle Teams integrierten angehenden Architekten und Ingenieure war die Konzeption einer innovativen Generation permanenter Habitate (Wohneinrichtungen) auf dem Mond. Die Stationen sollten einer mindestens sechsköpfigen Crew den mehrmonatigen Aufenthalt auf dem Erdtrabanten erlauben.
Entstanden sind Design-Studien für Mondbasen, die wissenschaftlichen, technischen sowie kommerziellen Zwecken dienen. Die Teams haben bei der Konzeption viele Anforderungen berücksichtigt. Hierzu gehören Konstruktion und Transport der Basisteile, die Lebenserhaltungs- und Energieversorgungssysteme, der Schutz vor kosmischer Strahlung, das menschliche Zusammenleben unter Extrembedingungen und die Besonderheiten des Lebens in geringer Schwerkraft. Unterstützt und betreut wurden sie bei ihrer Arbeit von Experten der ESA, der NASA sowie von verschiedenen Raumfahrtunternehmen und Universitäten.  
Lunare Visionen
Die einzelnen Konzepte gehen von sehr unterschiedlichen Szenarien der Mondbesiedlung aus. Ein Entwurf des Studententeams „Kopernikus“ stellt beispielsweise Dienstleistungen in den Vordergrund. In einer Phase fortgeschrittener industrieller und touristischer Erschließung des Mondes soll die mit neun Mann besetzte Station die medizinische Versorgung der Basen in der näheren Umgebung sichern. Außerdem ist sie für Reparatur- und Wartungsarbeiten zuständig, übernimmt den Gütertransport auf dem Mond und bietet einen Raumhafen für Personal- und Frachtflüge zur Erde. Die Mondstation besteht aus aufblasbaren Segmenten, die an einem stählernen Rückgrat verankert sind. Die insektoiden Kopernikus-Oberflächentransporter können auch schwere Lasten befördern. Zu den Freizeitangeboten gehört eine Bar, die bis zu 30 Personen Platz bietet.  
Ein anderer Entwurf sieht eine Forschungsstation für sechs Personen vor, die ab etwa 2015 in Zusammenarbeit mit ESA und NASA in mehreren Schritten errichtet und ausgebaut werden soll. Ziel ist die Entwicklung von Methoden zum Abbau lunarer Rohstoffe, beispielsweise von Krater-Eis. Die Rohstoffe sollen vor Ort verarbeitet werden, um Wasser, Sauerstoff und Wasserstoff zu gewinnen. Ziel ist größtmögliche Autarkie der Station. Zwei riesige Gewächshäuser auf Hydro-Basis sichern die Nahrungsmittelversorgung. Verbrauchte Luft, Altwasser und Abfallprodukte werden wieder aufbereitet. Energie liefern Solaranlagen und Brennstoffzellen. Das Lebenserhaltungssystem des Habitats ist als geschlossener Kreislauf konzipiert. Andere Teams legten ihren Entwürfen Szenarien wie den Bau lunarer Teleskopanlagen in Kratern am Südpol oder die Helium-3-Gewinnung auf dem Erdtrabanten zugrunde. Helium-3, ein Isotop des Heliums kann auf dem Mond kostengünstig zur Erzeugung elektrischer Energie genutzt werden.
Mehr zum amerikanischen Mondprogramm in den 1960er und 1970er Jahren finden Sie hier.
(ku - Quelle: ESA)


» Kurzer Wochenrückblick der ISS
24. Februar 2003 - Am Freitag erreichte die Besatzung der ISS ihren 90sten Tag im All und schauen auf eine arbeitsreiche Woche zurück.
Kommandant Ken Bowersox, Flight Engineer Nikolai Budarin und NASA ISS Science Officer Don Pettit der Expedition 6 der ISS schauen auf eine weitere beschäftigungsreiche Woche an Bord der ISS zurück und erreichten am Freitag ihren 90sten Tag im Weltall.
Sie begannen die Woche mit Routineaufgaben wie z. B. Wasserproben entnehmen und anderen kleinen Tätigkeiten. Budarin begann damit das russische Wasserversorgungssystem zu desinfizieren. Pettit ersetzte erfolgreich einen defekten Energieschalter im Destiny Labaratory Module.
Am Donnerstag kümmerte sich Bowersox um den den Ausrüstung im Quest Airlock. Nächste Woche üben Bowersox und Pettit das Anziehen von Raumanzügen, wenn nur zwei Astronauten anwesend sind. Senden Sie ihre Fragen an die ISS-Crew
(ak - Quelle: NASA)



 
 

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      HotSpot: Envisat feiert ersten Geburtstag im All von Thomas Pallmann 

Vor einem Jahr am 28. Februar 2002 startete der hoch entwickelte und größte Erdbeobachtung Satellit mit fauchendem Schweif in den Nachthimmel von Französisch-Guyana und wurde zu einem weiterem glänzendem Stern in der Reihe von Satelliten in dem Erdbeobachtungsprogramm der ESA.

Der Satellit, genannt Envisat (environmental satellite - Umweltsatellit), nahm zehn fortschrittliche Sensoren mit sich, die dafür konzipiert wurden den Wissenschaftlern am Boden den komplettesten Überblick über die Erde zu geben, die je ein Beobachtungssatellit geliefert hat.

Getragen von einer Ariane 5, wurde nach dem Bilderbuchstart vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou der Satellit reibungslos in seine sonnensynchrone polare Umlaufbahn gebracht. Seit er seine endgültige Umlaufbahn am 3. April 2002 erreicht hat, umkreiste Envisat die Erde etwa 5000mal in einen endlosen Kreis, der es ihm ermöglicht dieselbe Stelle auf der Erde alle 35 Tage zu überfliegen.

Alle Systeme arbeiten einwandfrei
Nach dem erfolgreichen Start von Envisat und erreichen der Umlaufbahn war eines der stolzesten Errungenschaften des Envisat-Teams, dass alle zehn Instrumente wie geplant funktionierten.

Diese Einschätzung wurde nach einer langen und komplexen Phase der Inbetriebnahme getroffen, die zum Ziel hatte die einwandfreie Funktion der Instrumente an Bord von Envisat sicherzustellen. Diese Aufgabe wurde dadurch kompliziert, das viele der Sensoren in verschiedenen Einstellungen arbeiten. So arbeitet zum Beispiel das Bilderzeugungsradar ASAR in fünf verschiedenen Einstellungen und 37 verschiedenen Unterstufen.

Ein weiterer Teil der Inbetriebnahme des Satelliten beinhaltete die Kalibrierung der Instrumente mithilfe von Messungen und Beobachtungen, die andere Satelliten, Flugzeuge und Bodenstationen gemacht haben. Diese wurden mit Messungen von Envisat verglichen. Diese lohnende Arbeit der Kalibrierung zeigte, dass die Envisat-Mission höchstmögliche Qualität an zuverlässigen und akkuraten Daten für Wissenschaftler bereitstellt.

Die Kalibrierungs- und Überprüfungsprozeduren für jedes Envisat-Instrument haben das Envisat-Team und unabhängige Wissenschaftler, die als Unterstützung hinzugezogen wurden, die meiste Zeit des letzten Jahres beschäftigt. Verschiede Updates für die Instrumentensoftware wurden installiert um kleinere Fehler, die gefunden wurden, zu korrigieren. Ein Rückblick auf den Kalibrierungsprozess im September bestätigte, dass alle Instrumente des Satelliten einwandfrei funktionieren und eine gleichbleibende Leistung bieten.

Die späte Ankunft von Artemis in seine Umlaufbahn zwang Envisat dazu sich ausschließlich auf die Bodenstation Kiruna in Schweden zu verlassen. Dieses erzeugte einen sehr hohen Arbeitsaufwand und verlangsamte die Aufarbeitung und Verbreitung der Envisat-Daten. Um diesen Arbeitsaufwand wenigstens ein bisschen zu kompensieren, wurden Sende- und Empfangstechnik in einer weiteren Bodenstation in der Nähe von Svalbard in Norwegen installiert. Dieses verbesserte die Leistung der Arbeiten am Boden, während sich das Envisat-Team den Testaktivitäten von Artemis widmet, welche nun gestartet wurden und im Frühling abgeschlossen sein werden.

ESA Techniker stießen auf ein ähnliches Problem im Envisat-Payload Data Segment (PDS, Fracht-Datensegment). Das ist das Netzwerk um Daten von Envisat zu verteilen. Die anfängliche Leistung des PDS war nicht ausreichend genug um den ursprünglichen Zeitplan für die Verteilung der Daten an die einzelnen Instrumenten-Teams, die an der Kalibrierung und Überprüfung beteiligt waren, einzuhalten. Verschiedene Korrekturaktionen wurden unternommen, z.b. neue Versionen der PDS Subsysteme und neue Arbeitsprozeduren, die eine schrittweise Eröffnung des Envisat Datenservices, während des vierten Quartals des letzten Jahres, ermöglichten.

Envisat tritt in die erste Operationsphase ein.
Sobald Bilder von der Erde sowie andere Daten, die von den Envisat-Sensoren gesammelt wurden, zur Erde übermittelt wurden, ist es noch ein langer Weg bis die Daten für Wissenschaftler und anderen Forschern, die verschiedenste Aspekte der Umwelt der Erde studieren, zur Verfügung stehen. Die Daten müssen erst in kalibrierte technische Zahlen und dann in überprüfte geophysikalische Produkte umgewandelt werden. Dies war die Aufgabe der Kalibrierungs- und Überprüfungsteams, welche trotz der anfänglichen Probleme des Verteilungssystem genug Daten erhalten haben um Ergebnisse für die formale Beurteilung der Instrumente und Produkte die im September und Dezember gemacht wurden bereitzustellen.

„Dies bestätigt den Enthusiasmus der Geowissenschaftler-Gemeinschaft über die ersten Resultate der Envisat Instrumente“ sagte Prof. José Achache, ESA Direktor für Erdbeobachtung.

Basierend auf den Ergebnissen der Instrumenten-/Überprüfungs-Beurteilung von Envisat wurde die Phase der Inbetriebnahme Ende 2002 abgeschlossen und die ESA genehmigte formal den Übergang zur ersten Operationsphase.

Von den mehr als 800 möglichen wissenschaftlichen Envisat-Projekten können 500 nun fertig aufgearbeitete ASAR oder MERIS Datenpakete anfordern. Dies ist ein bedeutender Schritt für die beiden Hauptinstrumente von Envisat. Zusammen 73 Datenpakete wurden schrittweise seit September 2002 in den verschiedensten technischen „Spielarten" veröffentlicht und mittels verschiedensten Medien, wie z.b. Internet, Satellitenempfang, CD-ROM, Exabyte Datenpakte und bald auch DVD, verbreitet.

10 Augen auf natürliche und menschengemachte Ereignisse.
Während der letzten 12 Monate hat Envisat die Fantasie der Menschen und die Schlagzeilen der Zeitungen gefangengenommen, indem er überwältigende Bilder und wertvolle wissenschaftliche Daten von Ereignissen, sowohl natürlich wie auch von Menschen gemacht, die die Welt verändert haben zur Erde gefunkt hat. Einige der bemerkenswertesten Daten gehören:

- Den 150 km langen Ölteppich des sinkenden Ölfrachters Prestige, der von Envisats ASAR Sensor im November eingefangen wurde, welcher sehr stark die Ausmaße der Verschmutzung der spanischen Küste zeigt.
- ASAR Bilder der Flut an der Elbe im August in Deutschland, Österreich und der tschechischen Republik, die den Regierungen und Katastrophenschützern im Rahmen des internationalen Abkommens für Weltraum und Großkatastrophen zur Verfügung gestellt wurden.
- Die Geburt eines Eisberges in der Antarktis, die in einer Serie von Bildern die von Mai bis Oktober aufgenommen wurden.
- Spektakuläre MERIS Bilder, die die Oktober Eruption des Vulkans Ätna in Sizilien zeigen und Phytoplankton Blüten in den Ozeanen um Kanada, Norwegen und dem Senegal herum.

Andere Bilder oder Messungen mögen zwar nicht so visuell beeindruckend sein, waren aber trotzdem von großer Bedeutung für die Envisat-Forschergemeinde. Zum Beispiel wurden die Eruptionen des Vulkans Ätna nicht nur vom MERIS infrarot und optischen Spektrometer aufgenommen, sondern auch Folgeanalysen SCIAMACHY Instrument haben die Mengen von Schwefeldioxid die der Vulkan in die Atmosphäre geschleudert hat gezeigt und die Verteilung mithilfe des Windes in Richtung Afrika und östliches Mittelmeer. In einem anderen Beispiel wurden Daten, die vom GOMOS-Sensor aufgenommen wurden, zusammen mit Daten von anderen Satelliten benutzt um präzise das vorzeitige Ausbrechen des Ozonlochs vorherzusagen. Dank GOMOS gelang dies Monate früher als gewöhnlich.
 

 
 

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      Special: Goodbye Pioneer 10 – ein Nachruf von Lutz Growalt 

Letzten Mittwoch hat Pioneer 10 uns verlassen – die unscheinbare und etwas antiquierte Planetensonde ging, wie sie seit ihrem Vorbeiflug 1973 am Jupiter durchs All geflogen war: leise, unspektakulär und nur von wenigen gewürdigt. Eine jener seelenlosen, knochentrockenen Pressemeldungen der NASA informierte uns über das Ende der mehr als dreißigjährigen Mission.

„Seine Zukunft geht nun von der NASA auf Isaac Newton und Johannes Kepler über.“
(James Van Allen)

Mit Pioneer 10 verließ uns eine der wenigen, ganz großen Planetenmissionen. Pioneer 10 war – damals gab es noch treffende Bezeichnungen! – ein wirklicher Pionier der Erkundung unserer planetaren Nachbarschaft, wahrscheinlich der größte Pionier von allen.

Die Mission von Pioneer 10, der erste Vorstoß ins äußere Sonnensystem, war in ihrer Zeit kühn und atemberaubend. Als die Mission 1968 im Stillen geplant wurde, kannten wir nur den Mond, Venus und Mars aus der Nähe. Von den großen Gasplaneten des äußeren Sonnensystems gab es, wie die 150 Jahre vorher, nur verschwommene Teleskopbilder.

Von Beginn an war der Flug von Pioneer 10 ein Unternehmen der Superlative. Um einen Flugkörper von der Erde zum Jupiter zu schleudern, mußte eine (damals) unglaubliche Geschwindigkeit erreicht werden – Pioneer 10 hielt, mit den 52.000 km/h zu Beginn seiner Reise, lange Jahre den Weltrekord. In nur sechs Stunden war der Mond erreicht, Mars in (auch heute noch beachtlichen) 97 Tagen.

Dann ging es auf den Asteroidengürtel zu: ein 280 Millionen Kilometer breiter Todesstreifen, voll mit tödlichen Steinbrocken, von denen auch die Kollision mit dem kleinsten die Reise unwiderruflich beendet hätte. Über knapp sieben Monate war im heimischen Kontrollzentrum der Empfang jedes einzelnen Signals von Pioneer ein mit Erleichterung aufgenommenes Geschenk – noch ist es gut gegangen! Während der Passage wurde Pioneer 10 tatsächlich von einigen (sehr kleinen) Gesteinstrümmern getroffen, blieb aber wacker auf Kurs.

Im Februar 1973 endlich die erleichternde Meldung: Pioneer 10 verläßt den Asteroidengürtel. Diese Meldung wurde zwar in der breiten Öffentlichkeit nur am Rande beachtet, kommt in ihrer Bedeutung aber den kühnen Reisen von Heinrich dem Seefahrer gleich, der sich mit seiner Nußschale unter Segeln 1415 durch die Straße von Gibraltar traute, als der Rest der Menschheit noch annahm, daß dort die Welt zu Ende sei.

Anfang Dezember 1973, am Jupiter angekommen, geriet Pioneer 10 überraschend unter schweren Beschuß. Die energiereichen Partikel der Strahlungsgürtel um Jupiter prasselten auf Pioneer und seine empfindliche Elektronik ein. Die Partikelzähler erreichten den obersten Anschlag der Skala und die Intensität der Strahlung nahm noch weiter zu. Im Missionszentrum rechnete man fest damit, daß die Elektronik diesem Trommelfeuer nicht standhalten würde. Aber Pioneer 10 hielt auch das aus – mit einer Geschwindigkeit von sagenhaften 132.000 km/h und leicht verwirrtem Bordcomputer übertrug er weiter tapfer seine Meßdaten von der fremden und für ihn so feindlichen Welt.

Nicht nur das: auf Tuchfühlung mit Jupiter konnte der wackere Pionier erfolgreich ausführen, was ihm seine fernen Herren aufgetragen und in seine Speicherkreise geschrieben hatten: die ersten Nahaufnahmen des Gasplaneten und seiner großen (Galileischen) Monde.

Die Bilder waren damals eine Sensation – auch wenn sie sich heute, nach Galileos gestochen scharfen Nahaufnahmen, ausnehmen, als seien sie mit einer Pappkamera aufgenommen, die zu lange im Handschuhfach gelegen hat. Zieht man die Umstände und die bescheidenen Mittel, mit denen diese Aufnahmen zustande kamen, in Betracht, kann man vielleicht ermessen, welches Wunder sie 1973 darstellen.

Nach den historischen Tagen im Dezember 1973 wurde es still um Pioneer 10, vor Ort wie zu Hause. Das wissenschaftliche Team wurde stark reduziert, die für den Vorbeiflug am Jupiter vorgesehenen Voyager-Sonden wurden in aller Stille umkonstruiert, um den Erkenntnissen von Pioneer Rechnung zu tragen und das Kontrollzentrum wurde drastisch verkleinert. Am Ende waren es dann noch drei Computer, die Pioneers mit schwacher Stimme gesendeten Signale aufnahmen, in einer Büroecke aufgestellt, dazu einige nette, ältere Herren, die hin und wieder Kontakt mit Pioneer 10 aufnahmen – einfach nur um zu wissen, daß es ihm gut geht.

Wie es sich für einen ordentlichen Veteran gehört, diente der alternde Pionier in seinen späten Jahren der Ausbildung junger Flugkontrollingenieure. Mit Hilfe von Pioneer 10 wurde die Steuerung von Raumsonden in großen Entfernungen geübt. Wegen seiner vergleichsweise bescheidenen Bauweise, wurden Pioneers Dienste vor allem für die erste Schritte von Neulingen auf diesem Gebiet geschätzt.

Die wertvollste Fracht von Pioneer 10 ist die vergoldete Plakette mit dem vieltausendfach reproduzierten „Gruß der Menschheit“, ein Piktogramm, das wahrscheinlich jeder schon einmal gesehen hat. „The Plate“, Carl Sagans Geniestreich, enthält in naturwissenschaftlich-technischer Verklausulierung die Visitenkarte von uns Menschlingen – wer wir sind, wo wir sind und wie wir aussehen.

Das Ding war immer umstritten und ist vielfach, aber zu unrecht, kritisiert worden. Heute, nachdem Pioneer 10 aus unserem Blickfeld verschwunden ist, könnte diese glänzende Metallplatte in den vielen Millionen Jahren, die noch vor Pioneer 10 liegen zum Zeugnis unserer Zivilisation werden, auch wenn wir schon lange nicht mehr sind – wer weiß?

Für mich war Pioneer 10 immer etwas ganz besonderes. Ich entsinne mich eines Buches, in dem die Erlebnisse eines imaginären Piloten beschrieben wurden, der mit Pioneer 10 zum Jupiter flog, während des Vorbeiflugs atemlos aus dem Fenster seiner imaginären Kapsel auf die bunten Wolkenwirbel und den großen Roten Fleck sah. „Wo niemals zuvor ein Mensch war...“ und ich begriff zum ersten Mal, daß es dort draußen wirkliche Welten gibt, nicht die Lichter am Himmel, sondern leibhaftige Kugeln mit Eigenschaften, deren Fremdheit jeden Science-Fiction Autor in Bescheidenheit seinen Stift niederlegen lassen müßte.

Für Pioneer 10 reichte es sogar zu einer Statistenrolle im Film: In einem der frühen Star-Trek-Filme ist eine kurze Sequenz zu sehen, in der böswillige Klingonen, unter hämischem Gelächter, auf eine kleine Raumsonde schießen und sie natürlich in ihre Atome zerlegen ... das bedauernswerte Ziel war tatsächlich Pioneer 10 – und wir wollen hoffen, daß unserem Pionier auf seiner ungewissen Reise zumindest so etwas nicht passiert! Pioneer 10 war in den 31 Jahren seit seinem Start immer da, dort hinten, gleich hinter dem Jupiter. Als die Voyagers uns die ersten Bilder der fernen Planeten brachten, war Pioneer 10 schon viel weiter, suchte die Grenze des Sonnensystems. Als die neuen, instrumentenstarrenden Großsonden, die Magellans, Galileos und Cassinis uns mit einer Flut unglaublicher Bilder fremder Welten überschütteten, war der wackere Pionier Nummer 10 bereits unser fernster Außenposten, weiter als Menschen fliegen können – und immer noch wacker im Ring.

Eines ist sicher: Pioneer 10 ist nicht tot, wird uns am Ende alle überleben und hat seine große Reise gerade erst begonnen – dem Aldebaran, den Sternen entgegen, die er irgendwann in zwei Millionen Jahren erreichen wird.
 

 
 

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      Space Focus: Schwarze Löcher nicht nur als Theoriegebilde? Die BH-HB-Verbindung von Tilman Kaiser 

Es ist kein Zufall, dass John Wheeler, der den Namen "Black Hole" (BH) für Schwarze Löcher erfand, zu den führenden US-Amerikanischen Theoretikern zählte, die den Kollaps von Sternen untersuchten.
Wheeler hatte in den 50-ern mit umfangreichen Computerberechnungen zur Behandlung von ähnlich gewaltigen Effekten, wie sie lax gesprochen auf umgekehrte Weise bei der "Implosion" eines Sterns zu einem Schwarzen Loch auftreten, Erfahrungen gesammelt. Mit seiner Arbeitsgruppe in Princeton berechnete Wheeler die Eigenschaften der thermonuklearen Explosion in einer "Hydrogen Bomb" (HB), die auf einem 1951 von Edward Teller und Stanislaw Ulam vorgelegten Grundkonzept beruhte.
Obwohl Wheeler durch seine Berechnung bestens über das Verhalten von Parametern der kollabierenden Sternen wie Druck, Temperatur, etc. Bescheid wusste, glaubte er nicht an eine reelle Chance, "Schwarze Löcher" durch Beobachtungen nachweisen zu können, da diese die für eine Beobachtung ungünstige Eigenschaft haben, Licht von ihrer Oberfläche gravitativ gefangen zu nehmen. Wheeler war viel mehr an den theoretischen Erkenntnissen interessiert, die er sich bei der Untersuchung des Theoriegebildes Schwarzer Löcher auf dem Gebiet der Quantengravitation erhoffte, als zur Suche von realen Schwarzen Löchern beizutragen.
Auf der anderen Seite war der "Theoretiker" Wheeler mit seinem Rechnerteam durchaus in der Lage gewesen, aufbauend auf der "zündenden Idee" von Teller und Ulam einen detaillierten Plan für eine realisierbare Wasserstoffbombe zu erstellen. Weelers moralische Begründung für seinen Einsatz sah er im Schutz der USA vor möglichen sowjetischen Fusionsbomben, nachdem es den Sowjets 1949 immerhin gelungen war, eine Atombombe zu zünden.
Im November 1952 explodierte die erste „Fusions“-Bombe in Form einer Fabrikanlage auf dem Eniwetok-Atoll. Diese Bombe hatte 800-fache Sprengkraft der Hiroshima-Kernspaltungsbombe und mit der Fabrikanlage verschwand auch die Insel Elugelab im Pazifik. Im August 1953 zündeten die Sowjets in Semipalatinsk ihre „Fusions“-Bombe, die „immerhin“ die Stärke von 30-Hiroshima-Bomben besaß.
Im März 1954 wurde bei einem Test im Pazifik die Wasserstoffbombe mit der 1000-fachen Sprengkraft der Hiroshima-Bombe gezündet.Bei diesem Test wurden die gesamten nördlichen Marshallinseln (östlich des Bikini-Atolls) radioaktiv verseucht. Wegen einer zu klein berechneten Sicherheitszone und teilweise erst nach dem Asche-Regen vollzogenen Evakuierungsmaßnahmen weckt das Wort Bikini also nicht nur positive Assoziationen. Die Sowjets wollten sich angesichts dieser furchterregenden Sprengkraft nicht Lumpen lassen und ließen innerhalb von 18 Monaten eine Bombe entwickeln, die 10-mal stärker war als ihre Erste. Diese Bombe beruhte auf einer Idee von Sacharov und Seldowitsch, die der von Teller und Ulam in den amerikanischen Fusionsbomben ähnelte. Interessant ist wiederum, dass Wheelers Kontrahent in den sowjetischen Bombenprojekten, J. B. Seldowitsch (auch Zel'dovich) sich 1964 erstmals Gedanken zur Beobachtungs-möglichkeit von Schwarzen Löchern machte.

Literatur:
K.S. Thorne:
"Black Holes and Time Warps: Einstein's
Outrageous Legacy",
In: "The Common Wealth Fund Book Programme"
hrsg.:Lewis Thomas, Bd. 9, 1993

M. Begelman, M. Rees:
"Gravity's Fatal Attraction" Scientific American
Library, New York 1996
R. Kippenhahn: "Atom - Forschung zwischen
Faszination und Schrecken", München 1998

 

 
 

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      Media Review: Das Inferno von Baikonur von Karl Urban 

Menschen in einem Flammenmeer. Lebende Fackeln inmitten eines riesigen Feuerballs. Brennende Feuerwehrmänner, die irgendwie versuchen zu retten, was zu retten ist, aber selbst bereits hoffnungslos verloren scheinen inmitten von Rauch und Feuer...
Die Bilder stammen nicht aus einem Actionfilm. Es sind dokumentarische Filmbilder: Schlaglichter der schlimmsten Katastrophe in der Geschichte der Raumfahrt, festgehalten von Kameramännern, die eigentlich andere Bilder schießen sollten.


Am Montag, den 10. März zeigt die ARD um 21.45 Uhr eine Dokumentation des MDR über das wohl größte Unglück der Raumfahrt.

rt der Handlung: das sowjetische Raketenzentrum Baikonur. Vorgesehen waren im Oktober 1960 Erfolgsbilder vom Start der neuen sowjetischen Atomrakete R-16. Eine neue Superwaffe für den Kalten Krieg. Eine Interkontinentalrakete mit der die USA in Reichweite kam. Eines jener Meisterstücke sowjetischer Ingenieurskunst, die Staatsoberhaupt Nikita Chruschtschow gerade lauthals den "Weltimperialisten" unter die Nase gerieben hatte: "In der Sowjetunion gehen die Raketen wie Würstchen vom Fließband", hatte der Kremlchef geprahlt. Insider wussten es besser; selbst der Kremlchef war darüber im Bilde, dass seine atomare Raketenstreitmacht gegenüber den USA weit zurück lag. Um so stärker drängte er seine Spezialisten, endlich ebenbürtige Atomwaffenträger zu kreieren. Mit der neuen R16 sollte die Lücke geschlossen werden. Pünktlich vor dem anstehenden Revolutionsjubiläum sollte die Rakete Chruschtschow quasi als Geschenk präsentiert werden.

Welche Bedeutung die Verantwortlichen diesem Ereignis beimaßen, verdeutlicht die Anwesenheit vieler hochrangiger Gäste: leitende Funktionäre aus dem Verteidigungsministerium und der Industrie. Auch der Chef der strategischen Raketentruppen Marschall Mitrofan Nedelin war zugegen. Er war es schließlich auch, der durch sein Verhalten einer der Hauptschuldigen an dem Inferno von Baikonur werden sollte. Als die Arbeiten zu stocken drohten, ließ er sich demonstrativ einen Stuhl direkt neben die voll getankte Rakete stellen. Er wollte offenbar mit dieser Mut-Demonstration seine Untergebenen anstacheln, Druck machen, was dazu führte, dass sich ca. 250 Menschen in unmittelbarer Nähe der Rakete aufhielten - gegen alle Sicherheitsvorschriften. Der Countdown lief bereits, und noch immer herrschte reges Treiben an der Rampe als gegen 18.45 Uhr eine gewaltige Explosion das Startgelände erschütterte. Eine Fehlfunktion hatte unbeabsichtigt einen Raketenmotor ausgelöst, der schließlich die gesamte Rakete bersten ließ. In Sekundenschnelle schluckte der Feuerball alles, was sich in unmittelbarer Nähe befand. Bereits wenige Minuten nach der Explosion traf in Moskau die erste Schreckensbilanz ein. Vermeldet werden 100 Opfer. Unter den Opfern der Feuerhölle auch Marschall Nedelin. Der Öffentlichkeit freilich wird zwei Tage später eine andere Todesursache vermeldet: Flugzeugabsturz.

Was am 24. Oktober des Jahres 1960 in Baikonur passiert war, blieb über Jahrzehnte eines der best gehüteten Staatsgeheimnisse der Sowjetunion. Die Filmaufnahmen von dem Unglück wurden erst im Zuge von Glasnost und Perestroika zugänglich, ebenso Untersuchungsberichte, Stellungnahmen und Dokumente. Erst jetzt sind auch Zeitzeugen und Überlebende bereit, über Umstände, Hintergründe, Ursachen und Folgen der Katastrophe von Baikonur offen zu sprechen.
 

 
 

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      ISS Weekly Report: Stammbesatzung inspiziert Trägerstruktur von Michael Schumacher 

Am Dienstag, dem 04. März 2003 begutachteten Kommandant Kenneth Bowersox und National Aeronautics and Space Administration (NASA) International Space Station (ISS) Science Officer (SO) Donald Pettit die Integrated Truss Structure (ITS) Starboard 1 (S1) mit Hilfe der Kameras an "Canadarm2". Sie inspizierten die Hitzeschutzabdeckungen an den Quick Disconnects (QDs) der Ventile am Radiator sowie die Verbindungen zwischen der ITS Starboard 0 (S0) und der ITS-S1. Am Donnerstag, dem 06. März führten die beiden Besatzungsmitglieder der sechsten Stammbesatzung eine ähnliche Begutachtung der ITS Port 1 (P1) durch. Die ITS-S1 und die ITS-P1 sind an der ITS-S0 befestigt und dienen mit jeweils drei Radiatoren mit ihrerseits jeweils acht Panelen als strukturelle Stütze für das Active Thermal Control System (ATCS) der Raumstation.

Die wissenschaftlichen Arbeiten der sechsten Stammbesatzung konzentrierten sich diese Woche auf das Experiment Foot/Ground Reaction Forces During Spaceflight (FOOT), das von Bowersox durchgeführt wurde, und ein russisches Experiment zum Pflanzenwachstum, das von Bordingenieur Nikolai Budarin betreut wurde. FOOT misst die elektrischen Aktivitäten der Muskeln, die Bewegungswinkel der Hüft-, Knie- und Knöchelgelenke sowie die Kraft unter beiden Füßen durch die Nutzung eines mit Instrumenten bestückten Paar Lycra Radlerhosen mit 20 sorgfältig angebrachten Sensoren, die zur Aufzeichnung von Daten über eine Dauer von 14 Stunden genutzt werden können. Die Daten werden den Forschern dabei helfen, genauer zu bestimmen, wie Bowersox seine Arme und Beine verschiedenartig im Weltraum und auf der Erde bewegt.

Derweil verhandelt die NASA mit ihren Partnern, um einen Weg zu finden, wie man die Kosten für den Betrieb der ISS aufteilen kann, während die Space Shuttle-Flotte an den Boden gefesselt bleibt. Russland als einer dieser Partner pocht immer unnachgiebiger darauf, dass es bald Geldzahlungen benötigt. Mit den drei verbleibenden an den Boden gefesselten Space Shuttles ist Russland die einzige von 15 Nationen im Raumstationsprogramm, der ein Weg zur Verfügung steht, neue Besatzungen und Versorgungsgüter in die Erdumlaufbahn und zurück zu transportieren. Russland ist durch die Vereinbarung der Raumstationspartner dazu verpflichtet, eine begrenzte Nummer von Starts und Raumfahrzeugen für Raumstationsmissionen zur Verfügung zu stellen. Allerdings benötigt Russland Geld, das es von der eigenen Regierung nicht bekommt, um die neuen Raumfahrzeuge zu bezahlen, die anstelle der Space Shuttle-Flüge den Betrieb der Raumstation bis ins Jahr 2004 sicherstellen sollen. Normalerweise dauert es 18 Monate, bis die Raketen- und Raumfahrtkooperation Energija ein Versorgungsraumschiff des Typs Progress M von vorne aufzubauen. Dieser Produktionsarbeitsgang kann laut Energija auf 14 Monate verkürzt werden.

Russland ist verpflichtet im Jahr 2004 drei Versorgungsraumschiffe vom Typ Progress M zur Verfügung zu stellen. Bleibt die Space Shuttle-Flotte aber an den Boden gefesselt, werden im Jahr 2004 mindestens zwei weitere Progress Raumschiffe benötigt werden, sogar wenn die Stammbesatzungen wie gegenwärtig geplant auf zwei Besatzungsmitglieder verringert wird. Bei Energija befinden sich zurzeit weitere Versorgungsraumschiffe im Bau, allerdings sind die meisten von ihnen noch nicht weit fortgeschritten und zusätzliche Gelder werden dringend benötigt, um die zwei zusätzlichen Raumfahrzeuge für einen Start im nächsten Jahr fertig zu stellen. Während die NASA wahrscheinlich nicht in der Lage sein wird, Gelder beizusteuern, könnte die European Space Agency (ESA) bereit sein, zusätzlicher Gelder zu zahlen, falls ihr Astronaut Pedro Duque ein Mitglied einer Stammbesatzung würde. Duque soll im Mai 2003 als Besatzungsmitglied einer Besuchsmannschaft für zehn Tage zur ISS fliegen. Sollte er jedoch Mitglied einer Stammbesatzung werden und etwa sechs Monate an Bord der Raumstation als Teil der siebten Stammbesatzung verbringen, muss sich die ESA darauf gefasst machen, mehr Geld als ursprünglich vereinbart an Russland zu bezahlen. Duque bereitet sich weiterhin auf den Flug vor, genauso wie der russische Kosmonaut Juri Malentschenko und der amerikanische Astronaut Edward Lu.
 

 
 

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      Surftipp: Near Earth Objects von Britta Hermes 

Endzeitfilme wie „Deep Impact” oder „Armaggedon“ schüren die menschliche Angst vor kosmischen Katastrophen aus dem All. Wie groß ist aber die tatsächliche Gefahr, die von Near Earth Objects, sogenannten NEO’s, ausgeht? Gibt es überhaupt Objekte, die die Erde in näherer Zukunft akut bedrohen könnten?
Diese und andere Fragen beantwortet die englische Homepage des „Near Earth Objects Information Centre“. Hier werden Informationen für unterschiedliche Zielgruppen verständlich und spannend aufbereitet. Unterstützt wird die von Wissenschaftlern betreute Seite unter anderem vom National Space Center, von verschiedenen Universitäten, dem Natural History Museum und dem UK Astronomy Technology Centre.

Die Internetseite bietet die Möglichkeit sich die letzten Einschläge von „NEO’s“ auf der Erde anzuschauen, bzw. sich die Position von noch im Orbit befindlichen und der Erde regelmäßig nahekommenden Objekten interaktiv anzeigen zu lassen.
Außerdem hat der User Zugang zu einer virtuellen Ausstellung sowie einer „virtuellen Kratersimulation“. Detailliertere Informationen zu einzelnen „NEO’s“ können aus der proprietären Datenbasis abgefragt werden.
Brennen dem Leser weitere Frage zu NEO’s unter den Nägeln, so können diese in einem Forum mit anderen Interessierten diskutiert oder als direkte Anfrage an die Wissenschaftler gerichtet werden.

Die „Near Earth Object Information Centre-Homepage“ ist ihren Besuch wert!
 

 
 

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"In Space Magazin" #067
ISSN 1684-7407


Erscheinungsdatum:
08. März 2003
Auflage: 1024 Exemplare
 
 
Chefredaktion:
Karl Urban

Supervising:
Lorenz Ulrich
 
Redaktionsleitung:
David Langkamp
 
Redaktion:
Jan Großmann
Britta Hermes
Birger Böning
Tilman Kaiser
Raphael Kallensee
Clemens Mach
Sebastian Mateja
Dominik Mayer
Thomas Pallmann
Dominik Puckert
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Mark Weimar
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Freie Mitarbeiter:
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