| InSpace Magazin #070 vom 29. März 2003
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» In Space Magazin « Raumfahrer.net
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Das Email-Magazin von Raumfahrer.net.
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"In Space" Magazin
Ausgabe #070
ISSN 1684-7407
> Updates:
Updates / Umfrage
> News:
Nachrichten der Woche
> HotSpot: Hubble: Ein spektakulärer Außenseiter-Stern?
> Space Focus: Gibt es ein Schwarzes Loch in unserer Milchstraße?
> ISS Weekly Report: Microgravity Science Glovebox wieder in Betrieb
> Surftipp: ESA: European Space Agency
> Impressum:
Disclaimer & Kontakt
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Verehrte Leserinnen und Leser,
persönliche wichtige Ereignisse im Leben passieren oft an geschichtsträchtigen Daten. Das glauben Sie nicht? Nun ja: In meiner noch kurzen Existenzdauer ist auch noch nicht so viel passiert, aber immerhin feierte meine Mutter gerade ihren 42. Geburtstag, als zwei Flugzeuge das World Trade Center rammten.
Während am 20. März amerikanische und britische Soldaten den Irak angriffen und tausende meiner Mitschüler gegen die Politik der beteiligten Regierungen auf die Straße gingen, war ich leider verhindert: Ich absolvierte [erfolgreich] meine praktische Fahrprüfung. Die überwältigenden Proteste in Berlin bewirkten immerhin, dass mein Prüfer durch weniger befahrende Straßen fahren musste, um dem Verkehrschaos auszuweichen. Und sie bewirkten vielleicht auch ein Stück weit ein Signal - ein Signal, weiterzumachen und trotz der scheinbaren Nutzlosigkeit der Proteste nicht aufzuhören.
Der Krieg im Irak ist nach meiner bescheidenen Auffassung falsch. Viele Millionen Menschen werden ins Unglück gestürzt, damit wenige einflussreiche Menschen ihre Macht verteidigen und ausweiten können. Ich bin mit Amerikanern befreundet und ich bin bewundere die Zuversicht dieses Volkes. Ich bin mit amerikanischer Kultur aufgewachsen und sie hat mich in die Richtung gelenkt, die heute alles für mich bedeutet: Raumfahrt und Astronomie. Ich bin absolut bestürzt über die massive Einschränkung der Bürgerrechte in den USA, die das Wort Demokratie dort immer hohler klingen lässt und das durch die "Vaterlandsliebe" mehr und mehr übertönt wird.
Ich hoffe, dass ich Sie mit meiner persönlichen politischen Meinung im Intro dieses Magazins nicht überrannt habe. Meine Meinung spiegelt natürlich nicht die Auffassung der Redaktion von Raumfahrer.net wider. Nichts desto trotz wünsche ich Ihnen, dass Sie die Lektüre dieser Ausgabe genießen können.
Karl Urban
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Umfrage: Sollte Europa nach dem Columbia-Unglück mehr Verantwortung beim Ausbau der ISS übernehmen?
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» mars2003.raumfahrer.net
Raumfahrer.net hat eine Sonderseite zum neusten Marsprojekt der NASA gestartet: In wenigen Monaten sollen zwei baugleiche Rover zum Roten Planeten starten. Auf der Seite finden Sie neben Artikeln zu den Landern immer aktuelle Statusreports.
» columbia.raumfahrer.net
Auf unserer Sonderseite zum Columbia Unglück informieren wir Sie über die Einzelheiten und Hintergründe zum Absturz des Space Shuttles.
» mitarbeit.raumfahrer.net
Raumfahrer.net ist weiter auf der Suche nach neuen Mitarbeitern - hier erfahren Sie was Sie bei uns erwartet.
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• Zwischenbericht zum Unglück der Columbia <mehr>
• Fünfmal mehr Wasser auf dem Mond <mehr>
• ESA prüft Missionen zum Schutz der Erde <mehr>
• ESA und DLR unterzeichnen historischen Vertrag <mehr>
• ESA sammelt Ideen: Leben auf dem Mars <mehr>
• Schwere Wissenschaft: Schwarzes Loch <mehr>
» Zwischenbericht zum Unglück der Columbia 28. Maerz 2003 - Die Untersuchungskommission (CAIB) setzt ihre Arbeit zur Klärung der Ursachen des "Columbia"-Absturzes fort und führt nun eine Reihe öffentlicher Anhörungen durch. Der Vorsitzende der von der NASA zur Unterstützung der CAIB eingesetzten "Columbia Task Force" hat der ESA und den anderen ISS-Partnern vor einigen Tagen über den Stand der Ermittlungen ausführlich Bericht erstattet. Inzwischen wurden Trümmerstücke im Umfang von mehr als 20 t geborgen, was rd. 20 % der "Columbia"-Gesamtmasse entspricht. Bisher wurde jedoch westlich von Texas noch nichts gefunden, obwohl Filmaufnahmen zeigen, daß bereits über Kalifornien Teile der Raumfähre niedergingen. In diesem Gebiet geht die Suche nach Überresten weiter. Als bisher wichtiges Bauteil konnte das Experimentaufzeichnungsgerät geborgen werden. Dieses Magnetbandgerät dient der Aufzeichnung der Daten verschiedener Sensoren während des Aufstiegs und Wiedereintritts, die nicht direkt zum Boden übertragen werden können. Das geborgene Gerät wird gegenwärtig im Kennedy Space Center eingehenden Analysen unterzogen. Es gilt jetzt als gesichert, daß sich am zweiten Flugtag ein 30 x 15 cm großes Teil von der "Columbia" löste und drei Tage später in die Atmosphäre eintrat. Dies wurde bei der Auswertung von Radaraufzeichungen nach dem Unglück festgestellt. Ferner deutet alles darauf hin, daß es 2 bis 3 Minuten vor dem Abbruch des Funkkontaktes zu einer sehr viel größeren Beschädigung gekommen ist. In diesem Zeitpunkt rollte die "Columbia" entgegen dem Uhrzeigersinn um die Längsachse und führte eine Gierbewegung nach links aus. In Winkelkanalversuchen und thermischen Analysen wurde nachgewiesen, daß Stoßwellen-Wechselwirkungen an einer beschädigten linken Tragfläche ähnliche Temperaturen hervorrufen können, wie sie die Sensoren der "Columbia" angezeigt hatten, und daß Plasmaströme durch die Flügelhohlräume und dann im Hauptfahrwerksschacht zu Temperaturausschlägen der dort gemessenen Höhe führen können. Als wichtiger beitragender Faktor wird nach wie vor der Umstand gewertet, daß sich beim Start ein Stück Isolierschaum vom Außentank gelöst hat und gegen die linke Tragfläche gestoßen hat. Noch nicht gefunden wurde das an der linken Tragfläche aufgehängte Hauptfahrwerksbein, wogegen alle sechs Reifen und die beiden anderen Fahrwerksbeine geborgen werden konnten. Das für den Außentank verantwortliche Team untersucht z.Zt. Möglichkeiten zur Sicherstellung einer besseren Haftung des Isolierschaums und zur orbitalen Inspektion und Reparatur der Außenflächen der Raumfähre bei künftigen Einsätzen. Untersucht werden auch eine verbesserte photographische Erfassung kritischer Missionsabläufe sowie alternative Flugbahnen zur Minimierung der Aufheizung beim Wiedereintritt. Stand der ISS und kurzfristige Planung Alle ISS-Partner sind sich darin einig, daß die Raumstation ständig bemannt bleiben soll. Gegenwärtig werden Überlegungen zur Wiederaufnahme der Raumtransporterflüge angestellt, wofür die NASA eigens ein „Flugwiederaufnahmeteam“ gebildet hat. Grundsätzlich wurde vereinbart, daß die Raumstationsmannschaft auf zwei Mitglieder beschränkt werden soll, solange die Raumfähren Flugverbot haben. Dies soll ab April 2003 verwirklicht werden, wenn der nächste Sojus-Flug zur Ablösung der Mannschaft genutzt wird. Zwischen der ESA und Rosaviakosmos wurde Einvernehmen über die umgeplanten Sojus-Flüge der ESA-Astronauten Pedro Duque und André Kuipers erzielt. Duque soll nun im Oktober/November dieses Jahres und Kuipers im April/Mai 2004 zur ISS reisen. Die jetzige dreiköpfige ISS-Mannschaft ist mit der weiteren Routinewartung der Stationssysteme und einer Inspektion der ISS mit Hilfe des Roboterarms Canadarm2 beschäftigt. Der von der ESA entwickelte Handschuhkasten für Experimente unter Schwerelosigkeit ist wieder in Betrieb. Er ermöglicht den Mannschaftsmitgliedern die Durchführung einer Vielfalt von Versuchen auf verschiedenen wissenschaftlichen Gebieten einschließlich der Werkstoff- und Fluidwissenschaften, Verbrennung, Kristallwachstum und Biotechnologie. Zur Versorgung der Raumstation im weiteren Verlauf dieses Jahres sowie im Jahr 2004 wurde ein ausführlicher Logistikplan aufgestellt, der auch den Einsatz des Automatischen Transferfahrzeugs (ATV) der ESA vorsieht. Das ATV soll im September 2004 zu seinem Jungfernflug gestartet werden, um Nachschub zur ISS zu befördern und deren Bahn anzuheben. (la - Quelle: ESA)
» Fünfmal mehr Wasser auf dem Mond 28. Maerz 2003 - Der Mond hat wahrscheinlich fünfmal mehr Wasser als bisher angenommen. Diese Neuigkeit gibt neue Hoffnung für eine menschliche Kolonisation des Mondes. Das Mondeis könnte einer Kolonie Wasser liefern und mit Hilfe der Solarkraft könnte man aus Eiswasser Raketentreibstoff herstellen. Das wird auch dem US-Raumfahrtprogramm neuen Schwung geben und man könnte auf dem Mond nach wertvollen Mineralien suchen beziehungsweise graben. Die Sonde "Luna Prospector" der NASA entdeckte 1998 riesige Mengen an Eis, vielleicht Hunderte von Millionen Tonnen, im Schattenbereich der Kratern an den Polen des Mondes. Dieser Befund bestätigte die Analyse des Mondprogramms "Clementine". Ben Bussey von der Universität Hawaii glaubt sogar, das eine Milliarde Tonnen von Wasser auf dem Mond geben könnte. Die durchschnittliche Temperatur an der Oberfläche des Mondes beträgt minus 23 Grad Celsius. Im direkten Sonnenlicht ist es auf der Oberfläche natürlich viel wärmer. Aber in permament beschatteten Regionen liegen die Temperaturen niemals über minus 230 Grad Celsius. Hier könnte eine Menge von Wasser in gefrorenen Zustand geben. In der frühen Geschichte des Mondes brachten Kometen und Meteoriden das Wasser. Busseys Team hat den Bereich des Kraterbodens berechnet, der in Schatten liegt. Dies ist aber nicht so leicht, weil es keine vollständigen, detallierten Landkarten von der Oberfläche des Mondes gibt. Sie schätzen, das um den Nordpol etwa 7,500 Quadratkilometer permament in Schatten liegen und um den Südpol sind es etwa 6500 Quadratkilometer. (la - Quelle: nature.com)
» ESA prüft Missionen zum Schutz der Erde 27. Maerz 2003 - Was ist zu tun gegen die akute Bedrohung durch Gesteinsbrocken aus dem All, die das Leben der Erde gefährden können? Die ESA sucht nach Antworten. In den frühen Morgenstunden des 30. Juni 1908 wurde es über den ausgedehnten Wäldern Westsibiriens plötzlich taghell: Am wolkenlosen Himmel tauchte ein längliches, weißglühendes Objekt auf, das auf die Erde zuraste. Etwa 8 km über der Erdoberfläche explodierte der Eindringling, wodurch unter anderem in einem Gebiet von 2 000 Quadratkilometern sämtliche Bäume flachgelegt wurden. Das Explosionszentrum lag in der spärlich besiedelten Taiga, weshalb die Detonation von einer geschätzten Stärke von 10 Megatonnen TNT (etwa 500mal die Energie der Atombombe, die Hiroshima zerstörte), wenn überhaupt, nur wenige Opfer zur Folge hatte. Wäre das „Tunguska-Objekt“ - benannt nach dem Fluß, in dessen Nähe sich die Explosion ereignete -, bei dem es sich wahrscheinlich um einen Asteroiden von der doppelten Größe eines Tennisplatzes handelte, über London oder Paris explodiert, wäre die Zahl der Opfer wohl in die Millionen gegangen. Glücklicherweise finden Verheerungen durch herabstürzende erdnahe Objekte (NEOs) selten und in großen zeitlichen Abständen statt. Gegenwärtige Schätzungen gehen davon aus, daß eine Kollision eines 50-Meter-Objekts vom Tunguska-Typ mit der Erde etwa alle 100 bis 300 Jahre stattfindet. Der Aufprall eines Objekts von 1 km Durchmesser - ein Szenario, mit dem alle paar hunderttausend Jahre zu rechnen ist - könnte ein ganzes Land auslöschen; glimpflicher würde es auch beim Sturz eines solchen Objekts in den Ozean nicht ablaufen, da hierbei Flutwellen gigantischen Ausmaßes, sogenannte Tsunamis, entstünden, die noch in mehreren tausend Kilometern Entfernung ganze Küstenstriche verwüsten würden. Ein zunehmendes Bewußtsein der möglicherweise desaströsen Folgen solcher Einschläge hat dazu geführt, daß in jüngster Zeit Anstrengungen unternommen wurden, die größeren erdbedrohenden Objekte zu erfassen und zu kategorisieren. Um jedoch die zahllosen Tunguska-ähnlichen Objekte aufzuspüren und zu katalogisieren, muß weit mehr geschehen. Nur dann sind rechtzeitige Warnungen vor drohenden Einschlägen sowie Maßnahmen zur Eindämmung der Gefahr möglich. Zwar sind an verschiedenen Orten der Erde immer ausgefeiltere Suchprogramme im Einsatz, aber die Suche nach Objekten, die sich in unsere Richtung bewegen, muß in den Weltraum ausgedehnt werden. Nur weltraumgestützte Observatorien sind in der Lage, die notwendigen Rundumbeobachtungen durchzuführen und so potentiell gefährliche Objekte zu entdecken, die von der Erde aus wegen des grellen Sonnenlichts unsichtbar sind. Im Juli 2002 wurden aus dem Programm für Allgemeinen Studien der ESA Mittel für vorläufige Studien zu sechs Weltraummissionen bereitgestellt, die unser Wissen über NEO bedeutend erweitern könnten. „Die sechs Vorschläge wurden ausgewählt, weil ihr Missionskonzept dazu beitragen dürfte, grundlegende Fragen zur Bedrohung durch NEOs zu beantworten, etwa in bezug auf ihre Zahl, ihre Größe und Masse und ob es sich um kompakte Körper oder eher lose Gesteinsansammlungen handelt“, erklärt Andrés Gálvez, der Leiter des Teams für fortschrittliche Konzepte im Europäischen Weltraumforschungs- und technologiezentrum (ESTEC) der ESA im niederländischen Noordwijk. „Diese und andere Informationen sind nötig, um geeignete Abwehrmaßnahmen entwickeln zu können.“ Gálvez weiter: „Die Missionen können zwei Kategorien zugeordnet werden. Die Observatoriumsmissionen sind in der Lage, weit mehr NEOs zu entdecken und zu beobachten, als dies von der Erde aus möglich wäre. Dies gibt Astronomen die Möglichkeit, ihre Bahnen zu berechnen und langfristig vorherzusagen, ob sie eines Tages eine Gefahr für die Erde darstellen könnten. Die Vorbeiflug- oder Begegnungsmissionen dienen dazu, eine kleine Zahl vonNEOs genau unter die Lupe zu nehmen und Daten über ihre Größe, Zusammensetzung, Dichte, interne Struktur usw. zur Erde zu schicken. Dies ist insofern wichtig, als wir so genau wie möglich wissen müssen, wie sie sich verhalten würden, falls wir versuchen sollten, sie aus einer Kollisionsbahn mit der Erde zu werfen.“ Die überprüften sechs Missionen waren folgende: Don Quijote: Dieser Vorschlag sieht zwei Raumfluggeräte zur Erprobung von Technologien vor, die nötig sind, um einen Asteroiden aus einer Kollisionsbahn mit der Erde zu werfen. Dabei soll „Hidalgo“ mit einer Geschwindigkeit von 10 km/s auf einem Ziel-Asteroiden mit einem Durchmesser von 500 m aufschlagen, während das zweite Gerät, „Sancho“, mehrere Sensoren zur Oberfläche des Asteroiden schicken und das Geschehen während und nach dem Aufschlag aus sicherer Entfernung beobachten soll. Hierdurch sollen wertvolle Erkenntnisse über den inneren Aufbau des NEO gewonnen werden. Earthguard 1: Ein Teleskop würde als Passagiernutzlast bei einer Mission ins innere Sonnensystem, z.B. beim Start des Merkur-Orbiters BepiColombo der ESA, mitfliegen. Es würde sich der Erde nähernde Asteroiden von mehr als 100 m Durchmesser entdecken, was mit Bodenteleskopen sehr schwierig oder sogar unmöglich ist. EUNEOS: Ein mittelgroßes Teleskop auf einer eigenen Satellitenplattform würde von seiner Warte innerhalb der Venusbahn die gefährlichsten NEOs ausfindig machen. Hauptziel wäre das Aufspüren von 80 % der potentiell bedrohlichen Objekte mit Durchmessern von bis zu wenigen hundert Metern. Dies könnte in fünf Jahren erreicht sein; durch das anschließende systematische Wiederaufspüren der Objekte könnten dann ihre Bahnen mit großer Genauigkeit errechnet werden. ISHTAR: Hierbei würde neben der Masse, der Dichte und der Beschaffenheit der Oberfläche eines NEO sein Inneres sondiert, um seinen Aufbau und seine innere Stärke in Erfahrung zu bringen. Dies würde mittels Radar-Tomographie geschehen, einer neuen Technologie, die ein Bodendurchdringungsradar zu Aufnahmen des Inneren eines festen Körpers nutzt. SIMONE: Eine Flotte von fünf kostengünstigen Kleinsatelliten würde an einer Reihe verschiedener NEOs vorbeifliegen bzw. ihnen begegnen. Jeder dieser Satelliten wäre mit einer Reihe wissenschaftlicher Instrumente ausgerüstet, die wertvolle Erkenntnisse über die Beschaffenheit großer Asteroiden (zwischen 400 und 1 000 m Durchmesser) mit unterschiedlichen physikalischen Eigenschaften und unterschiedlicher Zusammensetzung liefern würden. Für die Begegnungen mit den Zielobjekten würden schubschwache Ionentriebwerke eingesetzt. Fernbeobachtung von NEOs aus dem Weltraum:Mit einem weltraumgestützten Observatorium sollen Fernbeobachtungen durchgeführt und die physikalischen Eigenschaften von NEOs wie Größe, Zusammensetzung und Oberflächenbeschaffenheit bestimmt werden. „Wir haben nun eine Reihe hervorragender Vorschläge, die sowohl durchführbar als auch finanzierbar sind“, freut sich Franco Ongaro, der Leiter der ESA-Abteilung für fortschrittliche Konzepte und Studien. „Diese von der Industrie und Universitäten durchgeführten Phase-A-Studien, die im Januar abgeschlossen wurden, liefern einen wertvollen Rahmen für die Entwicklung künftiger Missionen. Nun soll in Beratungen innerhalb der ESA und mit ihren internationalen Partnern die weitere Vorgehensweise abgestimmt werden.“ Related Links Rubrik: Raumsonden (ku - Quelle: ESA)
» ESA und DLR unterzeichnen historischen Vertrag 27. Maerz 2003 - Am 31. März unterzeichnen das DLR und die ESA einen Vertrag zum Columbus-Kontrollzentrums - für Europas Modul der Internationalen Raumstation. Der Direktor der ESA für Bemannte Raumfahrt, Jörg Feustel-Büechl, wird am 31. März in Oberpfaffenhofen bei München mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) einen Vertrag im Wert von 37,7 Millionen Euro über die Entwicklung des Columbus-Kontrollzentrums für das europäische Labormodul Columbus auf der Internationalen Raumstation (ISS) unterzeichnen. Columbus ist ein europäisches Wissenschaftslabor, das entwickelt wurde, um die europäische Forschung im Weltraum zu fördern. Es stellt den Eckstein des europäischen Beitrags zum ISS-Vorhaben dar und macht Europa zu einem der Hauptakteure des Raumstationsprogramms. Die ESA plant, das Labor im Oktober 2004 zu starten. Die wichtigsten Funktionen des Columbus-Kontrollzentrums werden die Steuerung und Kontrolle der Columbus-Laborsysteme, die Bereitstellung und der Betrieb des europäischen Bodenkommunikationsnetzes für die Einrichtung und die Betriebskoordinierung für die europäischen Nutzlasten an Bord der ISS sein. „Das Columbus-Labor und das Columbus-Kontrollzentrum sind grundlegende Elemente der europäischen Beteiligung an der Internationalen Raumstation“, betont Feustel-Büechl. „Die Unterzeichnung des Vertrags über das Columbus-Kontrollzentrum mit dem DLR zeigt das Engagement Europas im Raumstationsprogramm.“ Sobald das Columbus-Kontrollzentrum in den Räumlichkeiten des Deutschen Raumfahrtkontrollzentrums (GSOC) des DLR in Oberpfaffenhofen errichtet ist und ab 2004 seinen Betrieb aufnehmen kann, wird das DLR im Rahmen eines weiteren Vertrags mit der ESA die Verantwortung für seine Verwaltung übernehmen und für die ESA den gesamten orbitalen Betrieb des Columbus-Labors koordinieren und unterstützen. Für den für Oktober 2004 geplanten Columbus-Montageflug und den anfänglichen Betrieb des Labors wird ein integriertes Flugkontrollteam aus Bediensteten des DLR, der Firma Astrium und der ESA unter der Leitung eines ESA-Flugdirektors zuständig sein. Der weitere Betrieb wird dann unter die Verantwortung eines vom DLR geführten Flugkontrollteams für das Columbus-Labor mit bis zu 90 Mitarbeitern fallen. Das Team wird für den gesamten Betrieb des Labors gegenüber der NASA und den anderen ISS-Partnern im Namen der ESA handeln. Das Columbus-Kontrollzentrum muß rechtzeitig betriebsbereit sein, um Bodenkommunikationsdienste für das ESA-Kontrollzentrum für das Automatische Transferfahrzeug (ATV) im französischen Toulouse bereitstellen zu können. Das erste ATV soll im September 2004 mit einer Ariane-5 von Kourou in Französisch-Guayana gestartet werden, um die ISS mit Nachschub zu versorgen und sie wieder in eine höhere Umlaufbahn zu bringen. Mit der Vergabe dieses Vertrags würdigt die ESA die langjährige Erfahrung und Kompetenz des DLR in Oberpfaffenhofen beim Management des bemannten Raumflugbetriebs. Das DLR ist seit 35 Jahren im Betrieb von Raumfahrzeugen und seit der ersten europäischen Spacelab-Mission im Jahr 1983 auch im Management bemannter Weltraummissionen tätig. Seit 1998 arbeiten außerdem DLR-Fachleute am Entwurf und an der Vorbereitung des Columbus-Kontrollzentrums mit. Related Links Rubrik: Internationale Raumstation Das ATV Bildergalerie: ISS (ku - Quelle: ESA)
» ESA sammelt Ideen: Leben auf dem Mars 25. Maerz 2003 - Sind wir allein im Universum, oder gibt es außerirdisches Leben? Gab es einmal Leben auf dem Mars? Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) bietet Wissenschaftlern nun die seltene Gelegenheit, diesen grundlegenden Fragen, die die Menschheit seit Jahrhunderten beschäftigen, auf den Grund zu gehen. Um herauszufinden, ob auf dem Mars jemals Leben entstehen konnte, will die ESA im Jahr 2009 eine Exobiologiemission mit der Bezeichnung ExoMars zum Roten Planeten starten. Im Rahmen dieser Mission, die Teil des Langzeitprogramms Aurora der ESA zur Vorbereitung künftiger bemannter Missionen ist, soll ein äußerst mobiler Roboter („Rover“) auf der Marsoberfläche aufsetzen. Schlüssel des Erfolgs dieses wissenschaftlichen Spürvorhabens wird die Nutzlast des Rovers, Pasteur, sein, eine umfassende Zusammenstellung von Instrumenten, die die biologische Umgebung des Mars unter die Lupe nehmen sollen. Um sicherzugehen, daß die Startgelegenheit im Jahr 2009 genutzt wird, beginnt die ESA bereits jetzt mit der Festlegung der Experimente, aus denen sich die Nutzlast zusammensetzen wird. Dementsprechend hat das Aurora-Programmbüro für die ExoMars-Mission kürzlich einen Ideenwettbewerb für Wissenschaftler veröffentlicht. Dieser Wettbewerb ist der erste Schritt in dem Prozeß, der für ExoMars und seine Pasteur-Nutzlast Forschung von allerhöchster Qualität gewährleisten soll. Ferner soll er die internationale Zusammenarbeit zwischen fachübergreifenden Wissenschaftlerteams fördern und die Mehrfachdurchführung von Projekten verhindern. „Ich hoffe sehr, daß wir wie bereits in der Vergangenheit mit einem bedeutenden Beitrag der Wissenschaft zur Festlegung dieser spannenden Mission rechnen können“, meint Jorge Vago, der Studienwissenschaftler für ExoMars. Die Nutzlastgelegenheit für ExoMars-Pasteur steht Experimentatoren aus allen Ländern offen; allerdings muß der Teamkoordinator für jeden Vorschlag in einem der ESA-Mitgliedstaaten ansässig sein. Vorschläge werden außerdem nur dann angenommen, wenn wissenschaftliche Einrichtungen aus mindestens drei europäischen Ländern daran beteiligt sind. Wissenschaftler, die im Rahmen dieses Wettbewerbs Vorschläge einbringen wollen, werden gebeten, die auf der ExoMars-Pasteur-Webseite (siehe unten) angegebenen Hinweise zu befolgen. Interessensbekundungen müssen bis zum 28. März eingehen; die Frist für die Einreichung der eigentlichen Vorschläge läuft am 14. Mai ab. Hintergrund Die Mission ExoMars soll, wie ihr Name nahelegt, bedeutende neue Einblicke in die Oberflächenumgebung des Roten Planeten vermitteln. Schwerpunktbereich wird die Exobiologie sein, die Suche nach Anzeichen für vergangenes oder gar gegenwärtiges Leben auf dem Mars. An der genauen Konfiguration der Mission wird noch gearbeitet. Nach der jetzigen Planung soll der ExoMars-Orbiter ein Landemodul und einen Rover mit Solarantrieb auf der Marsoberfläche absetzen. Dieses mit einer Bohrvorrichtung und Werkzeugen für die Sammlung von Proben ausgerüstete, autonome Marsfahrzeug wird viele Monate damit verbringen, das rauhe Terrain zu erkunden und Bodenproben von Stellen zu analysieren, die für primitive Formen von Leben auf dem Mars in Frage kämen. Der Ausschuß der Teilnehmerstaaten für das Aurora-Programm hat vor kurzem eine Phase-A-Studie für ExoMars genehmigt, in der unter anderem die Möglichkeit einer Kombination des europäischen Vorhabens mit der französischen Mission Netlander geprüft werden soll. Den endgültigen Beschluß über ExoMars wird der ESA-Rat auf seiner Tagung auf Ministerebene Ende 2004 fassen. Related Links Rubrik: Planet Mars Pasteur: Ideenwettbewerb ESA: Aurora und Projekt Exomars (ku - Quelle: ESA)
» Schwere Wissenschaft: Schwarzes Loch 24. Maerz 2003 - Wissenschaftler ordneten ein Schwazes Loch vom Beginn unseres Universums in eine Beobachtungsskala ein. Das Objekt wiegt eine Quadrillion mal mehr als die Erde. Eine Quadrillion, das ist eine Eins gefolgt von 15 Nullen oder wie Astronomen denken: Drei Billionen mal schwerer als die Sonne. Nach den heutigen Angaben wissen Forscher nur wenig über die Masse von Schwarzen Löchern in der frühen Zeit des Universums, die in der Entstehungsgeschichte ein Schlüsselrolle gespielt haben dürften. Das ausgemessene Objekt befindet sich in einer Region, die kaum größer als unser Sonnensystem ist: Ein kompakter und heller Quasar, gesehen wie vor 13 Milliarden Jahren, als unser Universum gerademal sechs Prozent seines heutigen Alters erreicht hat. Quasare werden als sich sehr schnell entwickelte Prototypen von Galaxien betrachtet. Sie besitzen die tausendfache Leuchtkraft einer normalen Glaxie. Der Grund dafür ist, dass das Gas auf dem Weg in das Schwarze Loch auf nahezu Lichtgeschwindigkeit beschleunigt wird. Bei diesem Prozess geht Energie durch Radiowellen, Röntgenstrahlen und eben normales Licht verloren. Wenn wir die Quasare richtig verstehen, handelt es sich um die derzeit kleinsten Schwarzen Löcher, die wir beobachten können. Quasar-Schwarze Löcher verschlinegen ungefähr 10 bis 20 Sterne pro Jahr. Die Beobachtungen und Messungen wurden mit dem UK Infrared Telescope (UKIRT) auf Hawaii durchgeführt. Die Forscher maßen die Ionisierung von Magnesium, welches um das Zentrum kreist und verglichen die Werte mit näherliegenden Quasaren. Das Forscherteam will dieses Verfahren weiterhin bei nahen und entfernten Quasaren anwenden. Es gibt noch drei weitere Quasare in der 13 Milliarden Lichtjahre entfernten Region, die wegen ihrer Helligkeit ebenfalls Schwarze Löcher mit solch unglaublicher Masse haben dürften. Related Links Schwarze Löcher (ak - Quelle: Space.com)
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HotSpot: Hubble: Ein spektakulärer Außenseiter-Stern?
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von Thomas Pallmann | |
Im Januar 2002 wurde ein komischer Stern in einer versteckten Konstellation beobachtet, der 600.000-mal heller als unsere Sonne ist. Dies ließ ihn zeitweise zu dem hellsten Stern in unserer Milchstraße werden.
Der mysteriöse Stern hat sich seit dem lange wieder bis zur Nichtsichtbarkeit zurückgebildet, aber Beobachtungen des Hubble Space Teleskop (HST) eines Phänomens genannt "Licht-Echo" haben einige beeindruckende Details aufgedeckt. Diese Details könnten Astronomen eine Computerthomograph ähnlichen probe liefern der 3-dimensionalen Struktur der Staubhüllen, die einen alternden Stern umgeben. Die Resultate erscheinen morgen in der Zeitschrift Nature.
"Wie einige frühere Berühmtheiten, so hatte auch dieser Stern seine 15 Minuten des Ruhms" sagte Anne Kinney, Direktorin des Hauptquartier des Astronomie und Physik Programms der NASA in Washington. "Aber seine Legende wird fortgeführt, indem er eine unheimliche Lichtshow im All vorführt. Zum Glück hat Hubble einen Platz in der ersten Reihe bei diesem einzigartigen Spektakel in unserer Galaxie."
Licht von Sternexplosionen, das den umliegenden Staub widerhallen lässt, wurde das letzte Mal 1936 in unserer Milchstraße beobachtet, lange bevor Hubble zur Studie der Licht-Flutwelle aus dem All und zur Beobachtung der schwarzen Interstellaren Staubhölle zur Verfügung stand.
"Während das Licht weiterhin vom Staub, das den Stern umgibt, reflektiert wird, beobachten wir, wie sich ständig neue Kreuzungen von Staub entwickeln. Hubbles Sicht ist so scharf, dass wir eine Art "astronomische Computerthomographie" des Raums um den Stern machen können", sagte der leitende Astronom, Howard Bond des Space Telescope Science Institute in Baltimore.
Bond und sein Team benutzten die Hubblebilder dazu, um zu bestimmen, dass der betreffende Stern, genannt V838 Mon ocerotis (V838 Mon), etwa 20.000 Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Der Stern erzeugte genug Energie in einem kurzen Blitz, um den umgebenden Staub zu erleuchten, ähnlich wie ein Höhlenforscher Blitzlichtfotos von den Wänden einer unentdeckten Höhle schießt. Der Stern hat vermutlich die erleuchteten Staubhüllen in früheren Ausbrüchen abgeworfen. Das Licht des letzten Ausbruches wandert zu den Staubhüllen und wird dann zur Erde reflektiert. Wegen diesem indirekten Weg, erreicht das Licht die Erde erst Monate nachdem das eigentliche des Sternes die Erde schon erreicht hat.
Der Ausbruch von V838 Mon war in etwa ähnlich dem einer Nova, einem häufiger vorkommen Sternenausbruch. Eine typische Nova wird erzeugt, wenn ein normaler Stern seinen Wasserstoff an einen benachbarten kompakten weißen Zwerg abgibt. Der Wasserstoff reichert sich an und explodiert spontan in einer Fusionsreaktion ? wie eine gigantische Wasserstoffbombe. Dieser Vorgang legt einen ausgebrannten Sternenkern frei, der mehrere hunderttausend Grad heiß ist.
V838 Mon dagegen warf nicht seine äußeren Hüllen ab. Der Stern legte enorm an Größe zu und seine Oberflächentemperatur fiel auf eine Temperatur, die nicht heißer war als eine Glühbirne. Dieses Verhalten des Aufblähens ohne die Hülle zu verlieren, ist sehr ungewöhnlich und absolut untypisch für eine gewöhnliche Nova-Explosion.
"Wir haben ziemliche Schwierigkeiten diesen Ausbruch zu verstehen, welcher Eigenschaften gezeigt hat, die mit aktuellen Theorien nicht vorhergesagt werden können", sagte Bond. "Dies könnte eine seltene Kombination von Sterneigenschaften darstellen, die wir noch nie zuvor gesehen haben."
Der Stern ist so einzigartig, dass er eine Überbrückungsphase in der Sternevolution darstellen könnte, die man nur selten sieht. Der Stern hat einige Änlichkeiten mit hoch instabilen alternden Sternen, genannt Ausbruchsvariablen, die unvorhersehbar sind und plötzlich ihre Helligkeit steigern.
Das kreisförmige Lichtecho ist mittlerweile auf die doppelte Winkelgröße des Jupiter angewachsen. Astronomen erwarten eine weitere Ausdehnung, während Licht von den äußeren Staubhüllen die Erden erreichen. Bond sagt voraus, dass man dieses Echo für den Rest des Jahrzehnts beobachten könne.
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Space Focus: Gibt es ein Schwarzes Loch in unserer Milchstraße?
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von Tilman Kaiser | |
Mit den Theorien von Akkretionsscheiben und Jets gibt es inzwischen viele Modelle, die auf Schwarzen Löchern beruhen, mit denen Quasare und Radiogalaxien gut erklärt werden können. Es handelt sich hierbei aber nie um einen Beweis für Schwarze Löcher in Aktiven Galaxien.
Heutzutage gehen viele Astrophysiker darüber hinaus davon aus, dass sich auch im Zentrum ganz normaler Galaxien Schwarze Löcher befinden. Als der Pionier der Radioastronomie Karl Jansky 1932 Radiostrahlung vom Zentrum der Milchstraße empfing, hat er schon die Strahlung von einem möglichen Schwarzen Loch im Zentrum unserer Galaxis gemessen. Es verdichten sich heutzutage Hinweise auf die Natur des Objekts im Zentrum, von dem die hellste Radioquelle im Sternbild Schützen, Sagittarius A (Sgr A), ausgeht. Im Zentrum, dieser Quelle, die im Übrigen auch starke Röntgenstrahlung aussendet, befindet sich ein noch stärkerer Radioemitter vom Ausmaß unseres Sonnensystems. Falls das Zentrum ein Schwarzes Loch ist, dürfte es keine allzu große Akkretionsscheibe haben. Mit Hilfe von Infrarotaufnahmen konnte in den frühen 90-ern das Bewegungsverhalten von Gaswolken um das Zentrum der Milchstraße studiert werden. Aus diesen Bewegungen ließ sich berechnen, dass sich die Wolken um ein Objekt von 3 Millionen Sonnenmassen bewegen.
Am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching wurden unlängst mit Hilfe von Beobachtungen am Very Large Telescope des European Southern Observatory in Chile neuere Hinweise auf ein solches Schwarzes Loch gefunden. Die dort gemachten Infrarotaufnahmen eines Sterns und Daten von Radiobeobachtungen der letzten zehn Jahre ließen genaue Schlussfolgerungen auf dessen elliptische Bahn um das Zentrum zu. Sind Geschwindigkeit und Entfernungen des Sterns vom Zentrum zu verschiedenen Zeiten bekannt, so kann daraus im Prinzip die Zentralmasse berechnet werden, die mit ihrer Krümmung der Raumzeit-Metrik die Bewegung des Sterns bestimmt. Aber auch diese sehr hilfreichen Beobachtungen können noch keinen endgültigen Beweis für ein supermassives Schwarzes Loch im Zentrum der Milchstrasse geben.
Sollte es dort ein solches Schwarzes Loch geben, so wäre es nicht so massereich wie die Schwarzen Löcher in aktiven Galaxien. Es ist allerdings vollkommen sinnlos, sich wegen eines solchen Schwarzen Loches Sorgen um die eigene Zukunft zu machen. Hat das Schwarze Loch eine Masse von 3 Millionen Sonnenmassen, so hat es einen Schwarzschild-Radius von ca. 30 Lichtsekunden. Die Sonne befindet sich auf ihrer Umlaufbahn um das Zentrum der Galaxie mit 26000 Lichtjahren sehr weit entfernt von diesem Loch. Damit das Loch auf einen Radius von 2 Lichtmonaten anschwillt, müsste es den größten Teil der Galaxienmasse verschlucken. Das Schwarze Loch in der Milchstraße bräuchte eine viel längere Zeit, um einen so großen Masseanteil zu akkretieren, als die ca. 5 Milliarden Jahre, in denen der Sonne noch genug Brennstoff verbleibt, bevor sie sich zu einem Roten Riesen entwickelt.
Literatur:
- K.S. Thorne: "Black Holes and Time Warps: Einstein's Outrageous Legacy", In: "The Common Wealth Fund Book Programme" hrsg.:Lewis Thomas, Bd. 9, 1993
- M. Begelman, M. Rees: "Gravity's Fatal Attraction" Scientific American Library, New York 1996
- R. Schödel et al.: "Seeing a Star Orbit around the Supermassive Black Hole at the centre of the Milky Way", Veröffentlichung in Nature am 17. Oktober 2002, Näheres bei Prof. R. Genzel, Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching
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ISS Weekly Report: Microgravity Science Glovebox wieder in Betrieb
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von Michael Schumacher | |
Die Mitglieder der sechsten Stammbesatzung beendeten ihre 18. Woche an Bord der International Space Station (ISS), während der sie sich auf eine zweite Extravehicular Activity (EVA) und auf ihre Rückkehr zur Erde in einem russischen Raumschiff im Mai 2003 vorbereiteten. Kommandant Kenneth Bowersox, Bordingenieur Nikolai Budarin und National Aeronautics and Space Administration (NASA) ISS Science Officer (SO) Donald Pettit arbeiteten sich diese Woche in ihrem wissenschaftlichen Terminkalender weiter voran und nahmen den Betrieb der Microgravity Science Glovebox (MSG) nach wochenlanger Schwierigkeitsbehebung eines elektrischen Problems wieder auf.
Die MSG, die eine abgeschlossene Experimentierumgebung für empfindliche Mikrogravitationsexperimente zur Verfügung stellt, darunter Experimente mit Flüssigkeiten oder Flammen, schloss diese Woche einen Ausdauertest ab und wurde am Montag, dem 24. März 2003 zum normalen Betrieb freigegeben. Erstes Experiment ist das Experiment Investigating the Structure of Paramagnetic Aggregates from Colloidal Emulsions (INSPACE), das untersucht, wie Partikel und Partikelklumpen auf ein äußeres Magnetfeld reagieren. Dieses Experiment ist ein Schritt hin zur zukünftigen Herstellung von verbesserten Flüssigkeiten, die in Brems- und Vibrationsdämpfungssystemen sowie bei neuen Anwendungen genutzt werden, wie etwa Dämpfungseinrichtung gegen seismologische Schwingungen, um Hochhäuser und Wolkenkratzer standfester gegenüber Erdbeben zu machen. Die MSG wurde in Zusammenarbeit von der European Space Agency (ESA) und dem Marshall Space Flight Center (MSFC) der NASA in Huntsville, Alabama, dem Standort des Payload Operations Center (POC) der ISS, gebaut.
Diese Woche gingen die Vorbereitungen an Bord der ISS für die zweite EVA der sechsten Stammbesatzung mit einer Überprüfung der Werkzeuge, die von Bowersox und Pettit während des sechseinhalbstündigen Ausfluges am 08. April 2003 benutzt werden, weiter. Das Erfüllen der für diese EVA geplanten Aufgaben, darunter das Rekonfigurieren von Stromanschlüssen, das zur Verfügung stellen einer zweiten Stromquelle für einen der Control Moment Gyroscopes (CMGs) der Raumstation, das Sichern von Hitzeschutzabdeckungen an Quick Disconnect (QD) Fittings für das Thermal Control System (TCS) der Raumstation sowie das Losen eines Lichtmastes an einem der beiden Crew and Equipment Translation Aid (CETA) Carts, wird die Wahrscheinlichkeit verringern, dass die siebte Stammbesatzung eine EVA durchführen muss. Der Ausstieg am 08. April 2003 wird die 51. EVA im Rahmen des Raumstationsaufbaues sein und die 26. EVA sein, die von der Raumstation selbst ausgehen wird.
Die Mitglieder der sechsten Stammbesatzung widmen der Planung ihrer Rückkehr zur Erde an Bord von Sojus TMA-1 mehr Zeit, das zurzeit an das russische Docking Compartment (DC) 1 "Pirs" angekoppelt ist. Diese Woche besprachen sie Prozeduren und nächste Woche werden sie sich mit Spezialisten am Boden über die Prozeduren zum Verlassen der Erdumlaufbahn beraten. Die Besatzungsmitglieder über trugen Videobilder aus dem Inneren des Rettungsraumschiffes vom Typ Sojus, während sie ihre Vorbereitung für eine Landung in Kasachstan Anfang Mai 2003 beschrieben, die durch das Startverbot der Space Shuttle-Flotte nach dem Verlust des Orbiter Vehicle (OV) 102 "Columbia" notwendig wurde.
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von Sabine Rossburg | |
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"In Space" Magazin #070 ISSN 1684-7407
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29. März 2003
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