InSpace Magazin #074 vom 26. April 2003

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Raumfahrer.net

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Das Email-Magazin von Raumfahrer.net.   

 

"In Space" Magazin

Ausgabe #074
ISSN 1684-7407


> Updates:
Updates / Umfrage

> News:
Nachrichten der Woche

> HotSpot:
Neutrinoteleskope

> Space Focus:
Kandidaten für Dunkle Materie

> ISS Weekly Report:
Siebte Stammbesatzung unterwegs zur ISS

> Surftipp:
Weltraumforschung.de

> Impressum:
Disclaimer & Kontakt
 

      Intro von Karl Urban

Verehrte Leserinnen und Leser,
 
es ist doch eigentlich merkwürdig: Viele bedeutende Ereignisse der Geschichte fallen immer wieder und wieder auf bestimmte Daten. Genau heute vor einem Jahr zum Beispiel, am 26. April 2002, erschoss ein Erfurter Schüler mehrere Menschen in seiner Schule und richtete ein grausames Blutbad an. Genau 16 Jahre davor, am 26. April 1986 explodiert Block vier des sowjetischen Atomkraftwerks Tschernobyl in der Ukraine und richtet die größte atomare Katastrophe in der Menschheitsgeschichte an.
Ein weiteres sehr oft mit neuen Ereignissen belegtes Datum ist der 9. November: 1918 dankt der deutsche Kaiser ab und die Weimarer Republik hält Einzug, in der Nacht des 9. November 1938 werden im nationalsozialistischen Deutschland Progrome gegen die jüdische Bevölkerung verübt und schließlich wird 1989 die Berliner Mauer niedergerissen.

Auch interessant: Die NASA hatte bis heute jeden Start rund um das Datum der Explosion der Raumfähre Challenger am 28. Januar 1986 untersagt. Ironischerweise stürzt nur drei Tage danach, am 1. Februar 2003 die Columbia ab. Fügung des Schicksals oder bloß selektive Wahrnehmung..?

Um sie nicht noch länger mit meinen verqueren Verschwörungstheorien zu konfrontieren, überlasse ich Sie jetzt aber lieber voll und ganz der aktuellen Ausgabe des InSpace Magazins. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen.
 

            Karl Urban
            Chefredakteur Raumfahrer.net

 
 

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Umfrage: Sollte Europa nach dem Columbia-Unglück mehr Verantwortung beim Ausbau der ISS übernehmen?

Ja
Nein
 
      Updates / Umfrage

» radio.raumfahrer.net
Sie können sich die aktuelle Sendung des Raumfahrer.net-Webradions InSound (Länge: 22.33 Minuten) noch immer direkt aus dem Internet anhören oder die Datei der Sendung downloaden.

» mars2003.raumfahrer.net
Raumfahrer.net hat eine Sonderseite zum neusten Marsprojekt der NASA gestartet: In wenigen Monaten sollen zwei baugleiche Rover zum Roten Planeten starten. Auf der Seite finden Sie neben Artikeln zu den Landern immer aktuelle Statusreports.

» mitarbeit.raumfahrer.net
Raumfahrer.net ist weiter auf der Suche nach neuen Mitarbeitern - hier erfahren Sie was Sie bei uns erwartet.
 

 
 

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      News

Hubble erforscht Sternenwiege <mehr>
ISS: Station erhält neue Besatzung <mehr>
Aus dem All: Die glitzernde Stadt <mehr>
Auf der Suche nach erdähnlichen Planeten <mehr>
Ritt auf dem fliegenden Teppich <mehr>
Columbia-Untersuchung macht Fortschritte <mehr>
Ariane erhält neue Verträge <mehr>
Vorbereitung des Galaxy Evolution Explorer <mehr>



» Hubble erforscht Sternenwiege
26. April 2003 - Ähnlich den hohen und wilden Wellen des Meeres zeigt sich ein Gasnebel auf einer neuen Aufnahme des Hubble-Teleskops. Seine Veröffentlichung passt zu dem historischen Datum.
Auf der Aufnahme von Hubble ist eine Gaswolke aus glühendem Wasserstoff, Sauerstoff und Schwefel zu erkennen. Diese befindet sich in dem extrem großen und hell leuchtenden Gasnebel Messier 17 (M17).
Die Aufnahme von Hubble enthält jedoch nur einen kleinen Teil des Objekts M17, einer Brutstätte von Sternen. M17, der auch unter den Namen Omega- und Schwannebel bekannt ist, befindet sich etwa 5.500 Lichtjahre entfernt von uns im Sternbild Schütze. Die Veröffentlichung des Bildes fällt mit dem 13. Geburtstag des Starts des Hubble-Teleskops am 24. April 1990 zusammen.
Die wellenartigen Muster aus Gas wurden von sehr jungen, heißen Sternen im Innern des Gasnebels modelliert und zum Leuchten gebracht. Diese erzeugen durch ultraviolette Strahlung die Erhitzung und die Formung der Oberflächen von kalten Wasserstoffgas-Wolken. Das Leuchten dieser Gasstrukturen ermöglicht den dreidimensionalen Effekt, den das Bild hervorruft.
Die aufgeheizten Gaswolken-Oberflächen leuchten in diesem Bild in orange und rot. Intensive Hitze und hoher Druck bewirken, dass Material von der Oberfläche wegströmt und dabei grün leuchtende Schleier aus noch heißerem Gas hervorruft, welches Strukturen im Hintergrund völlig verbirgt. Der Druck an den Spitzen der Wellen könnte auch Auslöser neuer Sternen-Entstehungen sein.
Die Aufnahme, die etwa drei Lichtjahre umfasst, wurde am 29. und 30. Mai 1999 mit der Wide Field Planetary Camera 2 von Hubble aufgenommen. Die Farben in dem Bild stehen für verschiedene Gase: Rot für Schwefel grün Wasserstoff und blau Sauerstoff.
Weitere Informationen zu Hubble finden Sie in unserer Rubrik zum Weltraumteleskop.
Nach mehr faszinierenden Bilder aus dem All können Sie unser Bilderarchiv durchstöbern.
(ku - Quelle: ESA)


» ISS: Station erhält neue Besatzung
26. April 2003 - Am frühen Morgen startete eine Sojus-Rakete mit einer neuen Besatzung zur ISS. Es ist der erste bemannte Start seit dem Columbia-Absturz.
Der Kommandant der Expedition Seven Crew der Internationalen Raumstation (ISS) Yuri Malenchenko und NASA-Wissenschaftsoffizier Ed Lu sind auf dem Weg zur Station. Sie starteten um 5.54 Uhr (MESZ) vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur im Kasachstan.
Sie werden zwei Tage dafür benötigen, zu dem orbitalen Außenposten zu gelangen, bevor sie an ihm andocken können. Das Dockingmanöver ist für 7.56 Uhr (MESZ) am Montag geplant. Nach der Ankunft an Bord der ISS werden Malenchenko und Lu etwa eine Woche lang mit ihren derzeitigen Bewohnern die Übergabe vorbereiten. Derzeit befindet sich noch die Expedition Six Crew bestehend aus Kommandant Ken Bowersox, Fluginginieur Nikolai Budarin und NASA-Wissenschaftsoffizier Don Pettit an Bord.
Am 3. Mai wird die Expedition Six Crew schließlich die Raumkapsel Sojus TMA-1 besteigen, um zur Erde zurückzukehren.
Sie hatte sich seit November 2002 im Orbit aufgehalten. Malenchenko und Lu werden sechs Monate auf der ISS bleiben.
Eine Verkleinerung der ständigen Stationsbesatzung von drei auf zwei war notwendig geworden, nachdem nach dem Absturz der Columbia vorübergehend nur noch von russischen Raumfahrzeugen Versorgungsmissionen durchgeführt werden können. Die NASA hatte bis auf weiteres alle Shuttle-Flüge gestrichen.
Der heutige Start zur ISS stellt auch einen symbolischen Akt dar: Immerhin war es der erste Start eines bemannten Raumfahrzeugs seit dem tragischen Columbia-Absturz am 1. Februar, der am Image der bemannten Raumfahrt stark gerüttelt hatte. Der Start von Sojus zeigt aber auch ein Signal auf: Die bemannte Raumfahrt muss trotz der Tragik aller Fehlschläge weitergehen.
Related Links
    Rubrik: Internationale Raumstation
    Sonderseite: Columbia-Unglück

(ku - Quelle: NASA)


» Aus dem All: Die glitzernde Stadt
25. April 2003 - Das DLR erstellte kürzlich eine besonderes Radar-Bild von Las Vegas mit Hilfe von zwei ESA-Satelliten im Erdorbit.
Der Titel "glitzerndste Stadt der Welt" gebührt mit Sicherheit Las Vegas: Mit seinen Neonröhren-geschmückten Casinos ist die Stadt an Buntheit wohl kaum zu schlagen. Allerdings bekommen diese nun Konkurrenz: Zwei Augen im Erdorbit machten eine ganz andere Art von Glitzern sichtbar.
Die ersten gemeinsamen Radar-Aufnahmen der ESA-Satelliten Envisat und ERS-2 wurden vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gemacht. Sie wurden kombiniert, um eine topografische Analyse rund um Las Vegas zu erstellen.
Die Analyse verband Aufnahmen des synthetic aperture radar (SAR) an Bord von ERS-2 aus dem Jahr 1999 und der weiterentwickelten Version des SAR an Bord von Envisat aus dem letzten Jahr.
Das dabei entstandene Interferogramm macht auf den ersten Blick den Anschein, dass es eher an die Wand einer Studentenwohnung gehöre, als zur wissenschaftlichen Forschung zu dienen. Ein Interferogramm ist ein Bild, das aus Aufnahmen der gleichen Region zweier Radarinstrumente kombiniert wird. Die dabei aufgezeigten Unterschiede sind dabei das Interessante.
Das aktuellen Interferogramm betrachtet ein Gebiet von 30 mal 35 Kilometern rund um Las Vegas. Die Stadt ist im Zentrum der Aufnahme als ein Gebiet von hellen Farben zu erkennen mit Straßen, die als dunkle dünne Linien erscheinen. Das Bild wurde nach einem Auftrag der ESA vom Institut für Methodik der Fernerkundung des DLR erstellt, um den Nutzen von Gemeinschaftsaufnahmen von ERS und Envisat zu untersuchen.
Jeder Farbkreis in dem Bild, von blau über rot bis zu gelb, repräsentiert einen Höhenunterschied von 8,4 Metern. Das entstandene Muster aus Farben gibt daher die Topografie der Stadt und ihrer Umgebung wieder.
Die Erstellung eines Interferogramms mit Hilfe von Daten dieser beiden Satelliten war anfangs scheinbar kaum durchführbar. Die Erstellung von Interferogramm-Aufnahmen mit der ERS-Satelliten war aber nichts Neues.
Das wirklich Außergewöhnliche an dem aktuellen Bild ist nach Nico Adam, DLR-Wissenschaftler und Leiter dieses Projekts, dass Envisat und ERS-2 mit völlig unterschiedlichen Frequenzen arbeiten und das unterschiedlich genug, um die Zusammenführung der Bilder der beiden Satelliten stark zu komplizieren.
"Dies war das erste Mal, dass wir Envisat- und ERS-Daten kombiniert haben, da dafür spezifische geometrische Vorarbeiten geleistet werden mussten", sagte Adam.
ERS-1 startete 1991 und arbeitete bis 1999. ERS-2 befindet sich seit 1995 im Erdorbit und arbeitet bis heute. Envisat startete erst vor einem Jahr und trägt eine Sammlung von zehn Instrumenten, um die unterschiedlichsten Aspekte der Umwelt der Erde aufzeichnen zu können.
Wir haben für Sie eine Envisat-Sonderseite eingerichtet, auf der Sie sich über den Satelliten in Bild und Text informieren können.
(ku - Quelle: ESA)


» Auf der Suche nach erdähnlichen Planeten
25. April 2003 - In diesen Tagen ist Heidelberg das Mekka der Planeten-Jäger. Hier findet Ende April die erste Konferenz zur Vorbereitung der sehr anspruchsvollen Missionen Darwin (ESA) sowie Terrestrial Planet Finder (NASA) statt, in deren Mittelpunkt die Suche nach bewohnbaren erdähnlichen Planeten steht.
Noch hält unser blauer Planet als Oase des Lebens eine Ausnahmestellung im unendlich großen Universum ein. Doch das Bild von der Einmaligkeit bröckelt. In den letzten Jahrzehnten wurden immer mehr organische Moleküle im Weltall entdeckt. Sie gelten als grundlegende Bausteine des Lebens. Von den weit über 120 bekannten Molekülen dürften viele auch von der Erde eingefangen worden sein und möglicherweise als Initial gewirkt haben. Selbst in den lebensfeindlichsten irdischen Umgebungen wurden immer wieder neue bizarre Organismen entdeckt. Sie erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass auch auf anderen Planeten niedere Lebensformen unter extremen Bedingungen von Temperatur, Druck und veränderter Atmosphäre existieren könnten. Als 1995 der erste Planet entdeckt wurde, der einen anderen Stern umkreist, verlor die Erde den Status der planetaren Einmaligkeit. Heute, acht Jahre später, sind bereits mehr als 100 extrasolare Planeten bekannt, allesamt ausschließlich mit bodenständigen Teleskopen ausgespäht. Und es gibt eine Reihe weiterer Kandidaten außerhalb unseres Sonnensystems. Bei allen bisher bekannten Körpern handelt es sich jedoch um riesige Gasplaneten, ähnlich unserem Jupiter, die ihren jeweiligen Zentralstern auf einer sehr engen Bahn umkreisen. Ihre Größe erleichtert zwar ihre Entdeckung, aber auf ihnen dürfte E.T. kaum anzutreffen sein.

Fahndung nach der zweiten Erde
Noch streiten sich die Wissenschaftler über den Ursprung des Lebens auf unserer blauen Insel im All. Kam es von einem fernen Planeten, einem Asteroiden, einem Kometen, entwickelte es sich völlig eigenständig oder wirkten mehrere Faktoren zusammen? Astrobiologen erwarten außerirdisches Leben - wenn überhaupt - auf kleinen erdähnlichen Planeten. Doch bislang ist noch kein derartiger Planet außerhalb unseres Sonnensystems gefunden worden. Der Nachweis ist zudem sehr schwierig. Das Hauptproblem, einen schwach leuchtenden kleinen Planeten neben einem riesigen hellen Stern zu identifizieren, ist vergleichbar mit einer Kerzenflamme hinter einem grellen Scheinwerfer. Zudem macht die Erdatmosphäre den Forschern das Leben schwer: Einerseits wirkt sie als Filter und läßt einen großen Teil der elektromagnetischen Strahlung ferner Gestirne nicht durch, andererseits verzerrt sie durch Luftturbulenzen das sichtbare Licht. Der Ausweg: Raumsondengestützte Spezialteleskope. Sowohl die Europäische Raumfahrtorganisation ESA als auch die amerikanische Weltraumbehörde NASA haben diese Herausforderung angenommen und mit der Vorbereitung von zwei höchst anspruchsvollen internationalen Weltraum-Missionen begonnen: Darwin (ESA) und Terrestrial Planet Finder TPF (NASA). Der Start beider Raumsonden ist etwa für das Jahr 2014 vorgesehen.

Erste internationale Vorbereitungskonferenz in Heidelberg Zahlreiche Wissenschaftler und Ingenieure der verschiedensten Fachgebiete sind an der Vorbereitung beider Missionen beteiligt. Sie arbeiten in internationalen Konsortien zusammen. Zur Koordination ihrer Projekte ist eine Serie multidisziplinärer Konferenzen geplant. Die erste Tagung dieser Art veranstaltet das Max-Planck-Institut für Astronomie (MPIA) in Heidelberg. Vom 22. bis zum 25. April diskutieren namhafte Wissenschaftler und Raumfahrtexperten aus den ESA-Mitgliedsstaaten sowie aus Australien, Chile, Russland, Ungarn und den USA über Methoden der Suche nach extrasolaren Planeten, der Entstehung und Entwicklung von Planeten sowie über die technologische Entwicklung der Raumfahrtprojekte Darwin und TPF. Zudem gilt es, beide Raumsondenmissionen aufeinander abzugleichen und Synergien optimal zu nutzen.

ESA-Planetenjäger Darwin Ein Ansatzpunkt zur Auffindung extrasolarer Planeten ist ihre thermische Eigenstrahlung im Infrarotbereich. Diese Infrarotstrahlung läßt sich klar abgrenzen, obwohl der Planet von seiner Sonne milliardenfach überstrahlt wird. Um auch die störende Infrarot-Eigenstrahlung der Erde ausschließen zu können, müssen die Raumsonden weit jenseits der Mondbahn stationiert werden. Das Konzept der Darwin-Mission sieht deshalb ein Geschwader von sechs großen Infrarot-Weltraumteleskopen vor, die in einem Abstand von 1,5 Millionen Kilometern von der Erde im so genannten Lagrange-Punkt 2 zu einem Interferometer zusammengeschaltet werden, um eine heute noch unvorstellbar hohe Trennschärfe zu erreichen. In diesem L2-Punkt heben sich zudem die gegenseitigen Anziehungskräfte von Erde und Sonne auf. Die Flotte wird durch zwei weitere Raumsonden ergänzt: Nummer sieben bündelt das Licht der Sechsergruppe und Nummer acht hält als Zentralstation den Kontakt mit dem blauen Planeten aufrecht. Das mag noch einfach klingen, doch die Sonnenwinde lassen die Späher immer wieder abdriften. Wenn die sechs Teleskopsonden ihre Lichtsignale zur Zentralstation übertragen, müssen deren unterschiedliche Weglängen ständig ausgeglichen werden. Das wiederum verlangt eine Justiergenauigkeit im Bereich von tausendstel Millimetern.

Deutschland an Planetensuche aktiv beteiligt
Die ESA-Mission wird nicht nur nach erdähnlichen Planeten bei anderen Sternen suchen, sondern auch nach Zeichen von Wasser und Sauerstoff (Ozon) in ihrer Atmosphäre - also nach Hinweisen auf lebensfreundliche Bedingungen oder sogar von Leben auf diesen Planeten. Dazu soll Darwin die Infrarot-Strahlung dieser Planeten in ihre verschiedenen Wellenlängen zerlegen. Da Gase wie Sauerstoff oder Kohlendioxid bestimmte Wellenlängen dieser Strahlung absorbieren, kann das Fehlen dieser Wellenlängen auf das Vorhandensein der lebensnotwendigen Gase hindeuten und damit möglicherweise auf Leben. Das Max-Planck-Institut für Astronomie beteiligt sich an Darwin mit einem sehr wichtigen Gerät, dass das von den sechs Teleskopen eingefangene Licht in einer solchen Weise zur Interferenz bringt, dass das Licht des gleißend hellen Zentralsterns nahezu vollständig ausgelöscht wird. Erst dadurch kann ein schwach leuchtender Planet sichtbar werden. Das MPIA wird im nächsten Jahr gemeinsam mit der Firma Kayser-Threde GmbH in München einen ersten Labor-Prototypen entwerfen und testen.
(la - Quelle: ESA)


» Ritt auf dem fliegenden Teppich
25. April 2003 - Mit ihrer 34.Parabelflugskampagne brachte die Europäische Weltraumorganisation ESA im April wieder hochkarätigen Wissenschaftlern das Schweben bei.
Zwölf internationalen Forscherteams bot sich die Gelegenheit, an Bord des Spezial-Airbus A300-B2 der ESA in freien Fall zu experimentieren. In dem größten "Zero-G"-Flugzeug der Welt wurden diesmal auf insgesamt drei Flügen sechs physikalische, vier lebenswissenschaftliche und zwei studentische Experimente durchgeführt.

Seit 1984 betreibt die ESA ein eigenes Parabelflug-Programm, das Forschern breitester Couleur wissenschaftliches Arbeiten in der Schwerelosigkeit ermöglicht. Neben der Grundlagenforschung testen die ESA-Spezialisten während der zweimal jährlich stattfindenden Flug-Kampagnen auch Weltraum-Equipment und bereiten Experimente vor, die später an Bord einer Plattform - wie der Internationalen Raumstation ISS - eingesetzt werden. Damit später im Orbit alles so perfekt funktioniert, wie es sich die unter der irdischen Gravitation lebenden Wissenschaftler einst ausgedacht hatten.

Wenn der mit Experimenten voll gepackte Spezial-Airbus "Zero G" vom Rollfeld des Flughafens Bordeaux-Mérignac abhebt, steht den Forschern ein anstrengender Trip bevor: Während des Himmelsritts erleben sie Schwerelosigkeit und doppelte Erdschwere im Wechsel. Und das im Minutentakt.

Himmelsrodeo im Dienst der Wissenschaft
Der Airbus steigt zunächst mit einer Geschwindigkeit von 810 km/h auf etwa 6000 Meter Höhe. Dann zieht der Pilot die Maschine mit Vollschub steil hoch. Eine knapp zweifache Erdschwere presst nun die Passagiere in die Polster. In etwa 8500 Meter Höhe drosselt der Pilot die Triebwerke. Durch den Eigenschwung getragen beschreibt das fast antriebslose Flugzeug eine Parabel und geht dann in den Sturzflug über. In dieser Flugphase herrschen nun an Bord jene magischen 20 Sekunden Schwerelosigkeit, in der die Wissenschaftler an ihren Experimenten arbeiten können. Schließlich fängt der Pilot die Maschine in 6000 Meter Höhe wieder ab und die Schwerkraft kehrt mit doppelter Wucht zurück. Nach kurzem "Normalflug" beginnt die Berg- und Talfahrt aufs Neue.
Während des rund zweieinhalbstündigen Rodeos am Himmel absolviert das fliegende Labor 31 solcher Parabeln. Die Forscher an Bord haben also insgesamt etwa 10 Minuten Zeit, im freien Fall ihre Versuche durchzuführen. Dabei müssen sie ihre Arbeit in 20-Sekunden-Häppchen einteilen. "20 Sekunden pro Parabel sind eine sehr kurze Zeit. Wenn man aber gut genug vorbereitet ist, kann das auch eine relativ lange Zeit sein", so Vladimir Pletser, der ESA-Koordinator für die Parabelflug-Kampagne.

Feuer in der Schwerelosigkeit
Gut vorbereitet waren alle, die an der 34. Flugkampagne der ESA teilgenommen haben. Monatelang hatten die Teams darauf hingearbeitet, ihre sehr unterschiedlichen Experimente endlich frei vom Störfaktor Schwerkraft durchführen zu können. Ein niederländisches Team versuchte beispielsweise zu klären, warum es in so genannten HID-Gasentladungslampen immer wieder zu Störungen kommt. Mittels Spektroskopie beobachteten die Wissenschaftler, wie das Gas in den Lampen unter veränderten Schwerkraftbedingungen reagiert. Die extrem energieeffizienten HID-Lampen werden unter anderem in Autoscheinwerfern und zur Beleuchtung von Sportstadien eingesetzt. Ein Team aus Frankreich hatte eine kleine Brennkammer an Bord installiert, um zu untersuchen, wie sich Flammen in der Schwerelosigkeit verhalten. Das Experiment soll helfen, die Feuergefahren an Bord bemannter Raumfahrzeuge besser einschätzen zu können.

ESA-Astronauten als Testobjekt
Neben den physikalischen standen auch mehrere biomedizinische Experimente auf dem Programm. Eine Forschungsgruppe aus Belgien untersuchte, wie sich Herzfrequenz und Blutdruck durch wechselnde Schwerkrafteinwirkung verändern. Die gewonnen Erkenntnisse können helfen, aus dem All zurückgekehrte Astronauten zu betreuen, aber auch Patienten auf der Erde zu behandeln. Den Belgiern stand während des Parabelfluges mit Frank de Winne eine weltraumerfahrene Testperson zur Seite. Der ESA-Astronaut de Winne war im Oktober 2002 mit der Taximission Sojus TMA 1 "Odissea" zur Internationalen Raumstation ISS gestartet und hatte das belgische Experiment auf diesem Flug schon einmal absolviert. Im Herbst diesen Jahres soll das Experiment dann zum zweiten Mal auf einer Sojus-Mission mitfliegen.
Erprobt wurde auch das Lungenfunktionssystem PFS, das voraussichtlich ebenfalls in Kürze ins All startet. Das Gerät, das beim Parabelflug zum ersten Mal im freien Fall getestet wurde, soll an Bord der Internationalen Raumstation ISS installiert werden. Es analysiert die Gasmischung im Atem der Astronauten. Mit ihm lässt sich feststellen, wie sich die Lungenfunktion des Menschen in der Schwerelosigkeit verändert.

Dass auch der Humor in der Schwerelosigkeit nicht zu kurz kommen muss, bewiesen die Forscher auf dem abschließenden Flug. Während der letzten Parabeln dieser 34. Kampagne wagten sie sich an ein ganz besonderes Experiment: Sie probierten höchst amüsiert aus, ob es im freien Fall möglich ist, auf einem fliegenden Teppich zu reiten.

Übrigens. Wer sich einen besseren optischen Eindruck von der letzten Parabelflugkampagne verschaffen will, sollte am Samstag, dem 26. April um 11.35 Uhr das ZDF einschalten. Der Moderator der Kindersendung PuR, Jo Hiller hat mit seinem Team die Forschungsarbeiten an Bord des Flugzeuges dokumentiert und wird sie den jungen Zuschauern des ZDF am Samstag vorstellen. Weitere Informationen zur Sendung können auf der Internetseite des Kindermagazins abgerufen werden:

www.tivi.de/PUR
(la - Quelle: ESA)


» Columbia-Untersuchung macht Fortschritte
24. April 2003 - Ein Zwischenbericht der NASA zum Columbia-Unglück zeigt bereits die vorläufige Unglücksursache auf. Shuttle-Programm-Manager kündigt Rücktritt an.
Pioniere des Space Shuttle-Programms machten dem Untersuchungsteam des Columbia-Absturzes klar, dass die Flügel des Orbiters nie dafür konzipiert worden seien, von irgend etwas getroffen zu werden. Sie hätten geglaubt, die NASA werde dieses potenzielle Problem sehr viel ernster nehmen.
Weder das Challenger-Unglück 1986 noch der tragischen Absturz der Columbia im Februar "benötigt Professoren der Physik, um verstanden zu werden", sagte Robert Thomson, der das Shuttle-Programm in den 1970er Jahren leitete und bei beim Entwurf des Raumfahrzeugs mitarbeitete.
"In Wirklichkeit braucht man nur High School-Physiker um es zu verstehen."
Erst vor wenigen Tagen war ein Zwischenbericht der NASA veröffentlich worden, nach dem tatsächlich ein Stück Schaumstoff des Haupttanks der Columbia für das Unglück verantwortlich gewesen sei. Dieses habe beim Start eine Isolierung des Fahrwerks des Orbiters beschädigt. Einen Tag später soll sich diese Beschädigung im All sogar noch ausgeweitet haben. Beim Wiedereintritt sei die ultraheiße Luft durch die Reibung an der Unterseite der Columbia zuerst ins Fahrwerk eingedrungen und habe schließlich die gesamte Raumfähre zerrissen. Der Abschlussbericht zum Unglück wird aber trotzdem frühestens im Sommer erwartet.
Unterdessen teilte Ron Dittemore, Manager des Space Shuttle-Programms, am 23. April seinen Rücktritt an. Dittemore war für mehr als vier Jahre beim Space Shuttle-Programm und wartet nun nur noch auf den Abschluss der Untersuchungen des Columbia-Absturzes und die Wiederaufnahme der Flüge, bevor er von seinem Posten zurücktritt.
Meine Entscheidung das Space Shuttle-Programm zu verlassen, war sehr schwierig für mich, aber es war eine Entscheidung, mit der ich bereits lange vor dem Columbia-Unglück gerungen habe", sagte Dittemore.
"Das Timing meines Rücktritts ist so gewählt, wie ich glaube, am glattesten die Umstrukturierung des Managements und so schnell wie möglich die Wiederaufnahme der Shuttleflüge zu unterstützen."
Related Links
    Sonderseite zum Columbia-Absturz
    Die Challenger

(ku - Quelle: NASA, Space.com)


» Ariane erhält neue Verträge
20. April 2003 - Nach der erfolgreichen Ariane 5-Mission, auf der neben einem amerikanischen auch der indische Satellit Insat 3A ins All geschossen wurde, hat Arianespace nun erneut Aufträge aus Indien erhalten.
Der Flug 160 der europäischen Trägerraketenfamilie Ariane fand erst am 10. April 2003 statt. Nun unterzeichneten der Vorsitzende der Indischen Weltraumforschungs-Organisation (ISRO) Dr. Kasturirangan und Jean-Yves Le Gall, Vorsitzender von Arianespace, einen Startvertrag für zwei weitere Nutzlasten: Insat 4A und 4B.
Dies wären dann bereits der 12. und 13. Satellit der ISRO, die mit europäischen Trägern starten. Seit dem Ariane-Flug L03 mit dem des experimentellen Satelliten Apple im Jahr 1981, hat Arianespace bereits zehn indische Satelliten gestartet. Gefolgt durch den erfolgreichen Start von Insat 3A ist das Unternehmen nun auch dafür bestimmt worden, den ISRO-Satelliten Insat 3E noch in diesem Jahr zu starten.
Die Satelliten Insat 4A und 4B wurden von der ISRO gebaut und wiegen beim Abheben je etwa 3,2 Tonnen. Sie sind zu Telekommunikationszwecken über Indien bestimmt, wofür sie auf geostationäre Umlaufbahnen geschossen werden sollen.
Arianespace-Vorsitzender Le Gall sagte zu den neuen Verträgen mit der ISRO:
"Ich möchte der angesehen indischen Weltraumforschungs-Organisation meinen Dank ausdrücken für ihre Treue zur Ariane in den vergangenen 22 Jahre. Diese beiden gewonnenen Verträge weisen auf das erneuerte Vertrauen in unser Trägersystem trotz des schwachen Marktes.
(ku - Quelle: Arianespace)


» Vorbereitung des Galaxy Evolution Explorer
20. April 2003 - Techniker bereiten den Start des Galaxy Evolution Explorer vor, der am 28. April von Cape Canaveral starten soll. Die Mission soll die Entwicklung der Sterne zurückverfolgen.
Der Galaxy Evolution Explorer (GALEX) ist ein Weltraumteleskop, das im ultravioletten Lichtbereich bis zu 10 Milliarden Jahre alte Sterne untersuchen wird. Solche Untersuchungen geben Wissenschaftlern Aufschluss über die Entwicklung und Veränderung der Grundstruktur unseres Universums. Außerdem soll GALEX die Ursache der Sternformation, wie wir sie heute kennen, erforschen.
 
Ziele
Welche Geschichte hat die Sternformation im All?
Wie sehen nahe gelegene Galaxien im ultravioletten Licht aus?
Wann und wo haben die heutigen Sterne ihren Ursprung?

 
GALEX soll die Entwicklung der heutigen Konstellationen zurückverfolgen und wird dabei 80 Prozent der Strecke zum Urknall zurückblicken können.
 
Orbit
690 km Höhe, Inklinationswinkel von 29° zum Äquator
Gewicht
280 kg
Teleskop
f/6.0 Richey-Chretien Design, Primärspiegel 50 cm, Sekundärspiegel 22 cm
(dp - Quelle: NASA)



 
 

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      HotSpot: Neutrinoteleskope von Jan Großmann 

Dieser Artikel handelt von einer neuen und innovativen Technologie den Weltraum zu erforschen - den Neutrinoteleskopen. Warum aber öffnet diese Art von Teleskopen neue Möglichkeiten?

Um diese Frage zu beantworten, muss man sich zuerst anschauen was wir heutzutage messen um Ereignisse im Weltall zu enträtseln. Unsere heutigen Teleskope messen eine Vielzahl elektromagnetischer Strahlung, so zum Beispiel Gammastrahlen, Radiowellen und natürlich das uns sichtbare Licht. Diese Strahlen haben jedoch einen strategischen Nachteil: Sie können relativ leicht durch Materie gestoppt werden.

Und genau an diesem Punkt kommen die Neutrinos ins Spiel. Diese Teilchen sind zunächst nur eine Hypothese, die entstand, als sich der Physiker Wolfgang Pauli einen Energieverlust beim Zerfall eines radioaktiven Elements nicht erklären konnte. Da sich Energie, wie jeder Physiker weiß, nicht in nichts auflösen kann, erschuf er kurzerhand die Neutrinos. Er bezeichnete sie als Teilchen, die entstehen, wenn ein Element zerfällt, die jedoch keine Ladung besitzen und sich mit Lichtgeschwindigkeit vom Reaktionsort entfernen. Auch beschrieb er die Teilchen als so klein, dass sie jegliche Materie durchdringen könnten.

Jahre später griffen Wissenschaftler diese Theorie wieder auf, um sie für die Erforschung des Weltraums zu nutzen. Denn wenn es uns möglich wäre, Teilchen zu messen, die jede andere Materie fast mühelos durchdringen können und nicht durch magnetische Felder abgelenkt werden, würde uns das Einblicke in Bereiche des Universums geben, die uns keine andere messbare Strahlung ermöglicht.

Nun fragt man sich, wie misst man neutrale Teilchen die fast jede Materie durchdringen? Mit dieser Frage quälten sich Wissenschaftler lange Zeit herum. Heute weiß man, dass Neutrinos, die zufällig auf einen Atomkern prallen, zu sogenannten Myonen werden, einer Art schwerer Elektronen. Diese Myonen bewegen sich in der gleichen Richtung und mit annährend gleicher Geschwindigkeit weiter. Sie haben jedoch einen entscheidenden Vorteil: Sie senden bläuliche Lichtblitze aus! In diesen blauen Lichtblitzen haben Wissenschaftler die Möglichkeit die Richtung und die Menge der Neutrinos zu messen. Jedoch ergeben sich auch hier Probleme. Zunächst ist die Rate, in der sich solche Lichtblitze zeigen, sehr gering. Auf Grund der Eigenschaft der Neutrinos, fast jede Materie zu durchdringen, stoßen sie nur selten mit einem Atomkern zusammen.

Weiterhin sind die Lichtblitze, die auf diese Art erzeugt werden, extrem schwach. Sie müssen durch sogenannte Photomultiplier verstärkt werden, damit sie überhaupt messbar sind. Man müsste also eine Vielzahl höchst empfindlicher Fotozellen verteilen, die jeden nur noch so geringen Lichtblitz registrieren.

Hierdurch ergibt sich das dritte Problem, das als am schwersten überwindbar erscheint: Das Hintergrundrauschen. Je empfindlicher man die Photomultiplier macht, desto wahrscheinlicher ist es auch, dass sie durch andere Strahlung beeinträchtigt werden. Man versuchte also, die Detektoren in tiefen Tunneln oder tief im Erdreich zu positionieren, um diese Störgrößen möglichst klein zu halten. Diese Versuche waren jedoch weniger erfolgreich und ihnen waren von Anfang an praktische Grenzen gesetzt.

Jedoch hatte ein russischer Wissenschaftler in den früher sechziger Jahren bereits die Idee, den Ozean als Filter für jene kosmische Störstrahlung zu verwenden. Dieser Vorschlag wurde jedoch als Utopie abgetan und ihm wurde keine weitere Beachtung geschenkt. Erst Jahrzehnte später wurde diese Idee wieder aufgegriffen - mit dem DUMAND Projekt.

Dieses Projekt beinhaltet ein in 5.000 Metern versenktes Neutrinoteleskop vor der Küste Hawaiis. Dieses Teleskop nutzt das extrem klare Wasser dieser Gegend um das schwache Leuchten der Neutrinos zu messen. Man kann sich vorstellen, dass der Bau eines in 5000 Metern tiefen Teleskops Komplikationen mit sich bringt.

Daher entschloss man sich für ein noch innovativeres Projekt, das AMANDA Projekt, das am Südpol stattfindet. Hier werden mit Hilfe von heißem Wasser Schächte bis zu tausend Metern Tiefe in das antarktische Eis gebohrt und in diesen Reihen von Detektoren angebracht, die die Myonenstrahlung messen sollen. Aufgrund des extrem klaren Eises in diesen Tiefen ist dies möglich. Jedoch beschweren sich heute schon Eisforscher darüber, mit welchen Methoden hier vorgegangen wird. Denn anstatt das Eis wie üblich mit Bohrern aus der Tiefe zu holen, wird es mit dem heißen Wasser einfach aufgelöst und es gehen somit wichtige Forschungsobjekte verloren.

Noch erwähnenswert ist, dass diese Teleskope nicht wie üblich vom Erdball direkt ins Weltall schauen. Sie blicken vielmehr durch die Erde hindurch ins All, wodurch sie die Erdmassen als Filter für die Hintergrundstrahlung benutzen. Die Neutrinos, die also letztendlich ins Netz der Wissenschaftler gehen, sind nicht nur durch die halbe Galaxie geflogen, sondern haben als letzte Grenze auch noch unseren Heimatplaneten durchquert.

Momentan ist die Neutrinoforschung noch am Anfang ihres Erfolges, es ist jedoch auf Grund der oben genannten Vorteile zu erwarten, dass sie eine entscheidende Rolle bei der Erforschung des Weltalls spielen wird.
 

 
 

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      Space Focus: Kandidaten für Dunkle Materie von Sven Flock 

Es hat also allem nach den Anschein, dass der Materiebestandteil des Universums aus fast 90% Dunkler Materie bestehen muss. Als sich mehr und mehr die Idee der Dunklen Materie durchsetzte, machte man sich Gedanken, um was für besondere Materie es sich hierbei handeln könnte.

Baryonische Materie:
Unter dieser Form der Materie versteht man Materie, die aus Protonen und Neutronen aufgebaut ist, aber dennoch nicht sichtbar ist: dazu zählen Überbleibsel und Relikte von Sternen ? braune Zwerge, die nach ihrem Erlöschen in sich zusammenfielen und kein Licht mehr emittieren. Aktuellen Messungen zu Folge macht diese Form etwa 10 % des Defizits aus.

Neutrinos:
Vor kurzem wurde experimentell bestätigt, dass das Neutrino eine Masse hat, wenn auch eine sehr sehr geringe (Im Bereich von mehreren eV). Neutrinos hängen mit der schwachen Wechselwirkung zusammen und bleiben daher von Licht unangetastet. In genügen hoher Konzentration scheint dieser Kandidat viel versprechend zu sein.

Supersymmetrische Teilchen:
Bewegt man sich auf der zeitlichen Achse immer weiter Richtung Urknall, stellt man fest, dass das Universum immer heißer und heißer wird. Die Theorie sagt, dass es eine Zeit (genannt Planckzeit, etwa 10hoch-43 Sekunden nach dem Urknall)gibt, zu der man zwischen den vier fundamentalen Wechselwirkungen nicht mehr unterscheiden kann. Es existiert nur noch eine Urkraft. Auch der Unterschied zwischen Materieteilchen und Kraftteilchen verschwindet, es herrscht vollkommene Symmetrie im Teilchenzoo ? man spricht hier von Supersymmetrie. Demnach müsste es für das Elektron zum Beispiel ein Gegenspieler geben, sowie zu jedem anderen Elementarteilchen. Auch in der Namensgebung dieser exotischen Materie war man äußerst kreativ: Elektron <-> Selektron, Proton <-> Sproton, Quark <-> Squark, Photon <-> Photino, usw. Viele dieser Teilchen sind sehr massereich und könnten für die dunkle Materie in Frage kommen.

Kosmische Strings:
Kosmische Strings sind Überbleibsel einer weiteren Symmetriebrechung 10hoch-35 Sekunden nach dem Urknall. Das besondere an diesen Strings ist, dass diese ganze Galaxienhaufen und sogar Superhaufen durchziehen. Diese Objekte können also eine Ausdehnung von über 1 Milliarde Lichtjahren haben. Im Laufe der Zeit konnte sich dann an diese Fäden Materie konzentrieren. Die gängige Theorie sagt voraus, dass diese kosmischen Strings nicht sehr beständig sind und zum gegenwärtigen Zeitpunkt schon längst zerfallen sind. Diese waren also die eigentlichen Keime der Galaxien.


Eine Alternative?

Die Theorie der dunklen Materie ist eine elegante Variante, um das Verhalten von Galaxien, sowie die Strukturen des Universums, als auch die Geometrie des Universums selbst, zu beschreiben. Aber ist dies die einzige Möglichkeit, das Dilemma der klassischen Theorie zu lösen?

Eine Alternative ohne dunkle Materie lässt sich in den neueren Theorien der Kosmologie finden ? die Rede ist von der String/M-Theorie. Diese Theorie könnte für die Vereinheitlichung der Quantenmechanik mit der Allgemeinen Relativitätstheorie ? die beiden großen Theoriengebäude des 20. Jahrhunderts - ausschlaggebend sein. Denn der heilige Gral der Physik ist die Suche nach einer Weltformel ? eine Theorie, mit der sich sowohl Mikro- als auch Makrokosmos beschreiben lassen. Ein wichtiger Punkt dieser Theorie, mit der man die Existenz der Dunklen Materie leicht umgehen kann, ist Beschaffenheit der Raumzeit selbst. Die Stringtheorie revolutioniert die Vorstellung von Raum und Zeit, so wie es Einstein schon vor fast einem Jahrhundert in der speziellen und allgemeinen Relativitätstheorie vorgemacht hatte. Das Konstrukt eines 4-dimensionalen Raumzeitgefüges wird durch Zusatzdimensionen ergänzt, so dass es in der aktuellsten Theorie bis auf 11 ansteigt.
Nun kommt noch eine besondere Eigenschaft der Schwerkraft in dieser Theorie dazu: Im Gegensatz zu den anderen fundamentalen Wechselwirkungen (Elektromagnetische Kraft, schwache und starke Kernkraft) ist die Schwerkraft nicht auf 3 Raumdimensionen beschränkt und kann ungehindert die eingrollten Zusatzdimensionen passieren. Die Schwerkraft kann also Abkürzungen benutzen und somit verstärkt an mehreren Orten wirken, ganz so, als hätte es den Anschein, als befände sich an dieser Stelle Materie, die man nicht sieht ? Dunkle Materie. Als Analogie zu diesem Phänomen stelle man sich ein Blatt Papier vor, dem man die Form eines flachen langestreckten S verpasst. Will man nun von Ende zu Ende gehen, muss man, wie das Licht, die Krümmung des Universums berücksichtigen und den langen Weg gehen. Gravitonen (so werden die Botenteilchen genannt, die die Schwerkraft übertragen ? ganz analog die Photonen für das Licht) dagegen passieren die verschiedenen Raum-?Schichten?. Die perfekte Illusion ist geboren.

Abschließende Bemerkungen
Natürlich gibt es noch mehr Alternativen zur Dunklen Materie, aber weder die hier angesprochenen Theorien noch deren Alternativen lassen sich zum heutigen Stand der Technik nicht 100% bekräftigen. Die Theorie bleibt solange bestehen, bis sie an ihre Grenzen stößt oder falsche Vorhersagen macht, was wiederum Platz macht, neue atemberaubende Theorien zu entwickeln ? Der ewige Kreislauf der modernen Physik?
 

 
 

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      ISS Weekly Report: Siebte Stammbesatzung unterwegs zur ISS von Michael Schumacher 

Die siebte Stammbesatzung bestehend aus Kommandant Juri Malentschenko sowie Bordingenieur und National Aeronautics and Space Administration (NASA) International Space Station (ISS) Science Officer (SO) Edward Lu, starteten am Freitag, dem 25. April 2003 um 22.54 Uhr Eastern Standard Time (EST) beziehungsweise am Samstag, dem 26. April 2003 um 06.54 Uhr Moskauer Zeit an Bord von Sojus TMA-2 vom Baikonur Kosmodrom in Kasachstan (siehe auch News). Sie sind nun unterwegs zur Raumstation und werden am Montag, dem 28. April 2003 um 12.58 Uhr EST beziehungsweise um 20.58 Uhr Moskauer Zeit am hinteren Kopplungsstutzen des Control Module "Sarja" ankoppeln. Nach der Übergabe der Verpflichtungen an Bord der Raumstation über eine Dauer von sechs Tagen, werden Malentschenko und Lu den Dienst der sechsten Stammbesatzung übernehmen, die aus Kommandant Kenneth Bowersox, Bordingenieur Nikolai Budarin und NASA ISS SO Donald Pettit besteht und sich gegenwärtig seit 154 Tagen in der Erdumlaufbahn befinden.

Bowersox, Budarin und Pettit werden am Samstag, dem 03. Mai 2003 um 17.40 Uhr EST beziehungsweise am Sonntag, dem 04. April 2003 um 01.40 Uhr Moskauer Zeit vom russischen Docking Compartment (DC) 1 "Pirs" abkoppeln und am selben Tag um 21.03 Uhr EST beziehungsweise um 05.03 Uhr Moskauer Zeit in Kasachstan landen. Sie werden an Bord von Sojus TMA-1 zur Erde zurückkehren, das seit sechs Monaten an die Raumstation angekoppelt ist. Malentschenko und Lu werden bis Oktober an Bord de Raumstation bleiben und eine Reihe wissenschaftlicher und pädagogischer Aktivitäten durchführen.

Am Freitag, dem 25. April 2003 beendete die sechste Stammbesatzung das erste von zwei geplanten On-Board Trainings (OBTs) in Sojus TMA-1 nach einer Dauer von drei Stunden. Während des OBT besetzte Bowersox den linken Sitz, Budarin den mittleren und Pettit den rechten Sitz im Descent Module (DM). Während dieser Simulation wurde Sojus TMA-1 aktiviert, die Übergangsluke geschlossen, die Dichtigkeit der Übergangsluke geprüft, die Abkopplung vorbereitet, die Dichtigkeit der Luke überwacht, eine automatische Abkopplung durchgeführt, die Einstellungen überprüft und das Abstiegsprogramm gestartet. Im Normalfall laufen Wiedereintritt und Landung vollkommen automatisch ab, wobei sich Budarin nur bei einem technischen Notfall manuell darüber hinwegsetzt. Das zweite OBT mit den beiden Stammbesatzungen soll am Freitag, dem 02. Mai 2003 stattfinden, wobei dann Malentschenko den Platz von Pettit einnehmen wird.

Als die sechste Stammbesatzung am 23. November 2002 an Bord des Space Shuttle "Endeavour" im Rahmen der Mission STS-113 zur Raumstation startete, sollte sie ursprünglich am 13. März 2002 an Bord des Space Shuttle "Atlantis" im Rahmen der Mission STS-114 zur Erde zurückkehren, aber nach dem Flugverbot für die Space Shuttles aufgrund des Verlustes des Space Shuttle "Columbia" am 01. Februar 2003 wurde ihr Aufenthalt verlängert. Vor dem Unglück bereitete sich die dreiköpfige siebte Stammbesatzung, die damals aus Kommandant Malentschenko, Bordingenieur Alexander Kaleri und NASA ISS SO Lu bestand, darauf vor, die sechste Stammbesatzung abzulösen. Während die achte Stammbesatzung noch nicht offiziell nominiert wurde, wird davon ausgegangen, dass die Ersatzmannschaft der siebten Stammbesatzung, Kaleri und Michael Foale, diese bilden wird. Der Start dieser Mission ist für den 18. Oktober 2003 geplant. Ein Rettungsraumschiff vom Typ Sojus befindet sich immer an die Raumstation angekoppelt, um der Stammbesatzung im Notfall eine Rückkehr zur Erde zu ermöglichen. Die Rettungsraumschiffe sind für sechs Monate im Weltraum zugelassen, so dass Besuchsbesatzungen regelmäßig ein neues Raumschiff zur Raumstation bringen und das alte zur Erde zurückführen. Kommandant Gennadi Padalka und Bordingenieur Pedro Duque bereiteten sich zum Zeitpunkt des Verlustes der "Columbia" auf den heutigen Austauschflug vor und wurden später durch Malentschenko und Lu ersetzt.

Mit dem Start an Bord von Sojus TMA-2 ist Lu der dritte Astronaut der NASA, der an Bord eines russischen Raumschiffes in die Erdumlaufbahn startete. Zuvor waren dies Norman Thagard am 14. März 1995 an Bord von Sojus TM-21 zur russischen Raumstation Mir und William Shepherd am 31. Oktober 2000 an Bord von Sojus TM-31. Zu Ehren seiner ums Leben gekommen Freunde an Bord der "Columbia" trug Lu beim Start am rechten Arm seines Raumanzuges das Missionsemblem der Mission STS-107.
 

 
 

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      Surftipp: Weltraumforschung.de von Karl Urban 

Die private Homepage von Adam Kotyczka überrascht unter dem Menüpunkt "Wissenschaft" mit einer Vielzahl von Artikel, Meldungen und Bildern zum Thema Astronomie und Raumfahrt. Der Webmaster liefert einen umfassenden Überblick über viele aktuelle Raumsonden- und Satelliten-Projekte zu Forschungszwecken, über astronomische Beobachtungsevents, wie der Sonnenfinsternis 1999, und über astronomische Grundlagen.

Obwohl Weltraumforschung.de schon seit längerem nicht aktualisiert wurde, stellt die Seite eine Vielzahl an Informationen bereit und ist einen Besuch wert.
 

 
 

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"In Space" Magazin #074
ISSN 1684-7407


Erscheinungsdatum:
26. April 2003
Auflage: 1081 Exemplare
 
 
Chefredaktion:
Karl Urban

Herausgeber:
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