InSpace Magazin #077 vom 18. Mai 2003

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"In Space" Magazin

Ausgabe #077
ISSN 1684-7407


> Updates:
Updates / Umfrage

> News:
Nachrichten der Woche

> HotSpot:
Neptun im Frühlung

> Space Focus:
Kosmische Entfernungsskalen

> ISS Weekly Report:
Siebte Stammbesatzung schließt Einarbeitungsphase ab

> Impressum:
Disclaimer & Kontakt
 

      Intro von Karl Urban

Verehrte Leserinnen und Leser,
 
in unserer industrialisierten und technisierten Welt hat die Nacht ihre Düsternis und Bedrohlichkeit fast verloren. Jedenfalls lassen Straßenbeleuchtung, Gebäude- und Autoscheinwerfer sowie Flutlichtanlagen kaum noch den Unterschied zu einem trüben Regentag erscheinen. Jedenfalls fast.
Früher war das anders. Die Straßen waren nachts unsicher und vielerorts wurden sie in den dunklen Stunden von Räubern und Banditen beherrscht, die achtlose Reisende und Wanderer ausplündern konnten. Ausnahmen bildeten höchstens die Vollmondnächte. Als ich in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag gegen 23 Uhr mit meinen Eltern auf einer Berliner Stadtautobahn unterwegs war, beschien der volle Mond die Fahrbahn fast besser als eine gewöhnliche Straßenbeleuchtung. - Umgeben von dünnen Wolkenschleiern strahlte er eine Erhabenheit über diesen kleinen unbedeutenden Planeten aus, gegen die jede menschliche Beleuchtungs-Funzel nichts auszurichten vermochte.

Nur wenige Stunde nach meiner nächtlichen Autobahnfahrt (nach der ich leider bereits hundemüde in meinem Bett schlummerte) verdunkelte der Erdschatten für längere Zeit die Mondscheibe - eine von Europa aus sichtbare totale Mondfinsternis kurz vor Sonnenaufgang nahm ihren Lauf.
Unsere Newsredaktion hat sich bei dem Vorab-Bericht Anfang dieser Woche übrigens leicht mit dem Datum des Ereignisses geirrt, wofür wir uns an dieser Stelle entschuldigen möchten.

Dass ein anderes astronomisch bedingtes Phänomen, die Jahrezeiten, nicht nur auf der Erde stattfinden sondern auch auf sehr viel weiter von der Sonne entfernten Gasriesen, können Sie im heutigen HotSpot lesen. Natürlich finden Sie wie immer viele andere Berichten und Artikel in der heutigen Ausgabe dieses Magazins.
 

            Karl Urban
            Chefredakteur Raumfahrer.net
 

 
 

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Umfrage: Sollte Europa nach dem Columbia-Unglück mehr Verantwortung beim Ausbau der ISS übernehmen?

Ja
Nein
 
      Updates / Umfrage

» radio.raumfahrer.net
Sie können sich die aktuelle Sendung des Raumfahrer.net-Webradions InSound (Länge: 22.33 Minuten) noch immer direkt aus dem Internet anhören oder die Datei der Sendung downloaden.

» mars2003.raumfahrer.net
Raumfahrer.net hat eine Sonderseite zum neusten Marsprojekt der NASA gestartet: In wenigen Monaten sollen zwei baugleiche Rover zum Roten Planeten starten. Auf der Seite finden Sie neben Artikeln zu den Landern immer aktuelle Statusreports.

» mitarbeit.raumfahrer.net
Raumfahrer.net ist weiter auf der Suche nach neuen Mitarbeitern - hier erfahren Sie was Sie bei uns erwartet.
 

 
 

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      News

Sojus-Landung wird untersucht <mehr>
Immer mehr Amateurastronomen <mehr>
Europäische Technologie schärft Teleskopblick <mehr>
Mondfinsternis am 16. Mai <mehr>
Vorstellung neuer NASA Erkundungsroboter <mehr>



» Sojus-Landung wird untersucht
17. Mai 2003 - Mehr als eine Woche nachdem die russische Raumkapsel Sojus TMA-1 mit der zurückkehrenden ISS-Besatzung Expedition Six Crew weit entfernt von der angepeilten Landestelle niederging, haben nun Ingenieure eine Theorie für die Ursache formuliert.
Das Raumfahrzeug Sojus TMA-1 wurde durch sein Kontrollsystem zur Erde zurückgeleitet – jedoch wurde die dreiköpfige Besatzung sehr viel größeren Gravitationskräften ausgesetzt, als dies während des Eintritts erwartet worden ist.
Die Kapsel landete etwa 440 Kilometer entfernt von der angepeilten Landestelle in Kasachstan und die Rettungsmannschaften brauchten zwei Stunden, bis sie das Raumfahrzeug und seine Besatzung gefunden hatten: Den Kosmonauten Nikolai Budarin und die US-Astronauten Kenneth Bowersox und Donald Petit.
Die Untersuchungsmannschaft von der Rocket Space Corporation Energia, die das Raumfahrzeug konstruiert hat, wurde mit der Aufklärung des Ereignisses beauftragt. Diese berichtet, dass ein Fehler in einem der Instrumente des Abstieg-Kontrollsystems die Kapsel entlang einer veränderten ballistischen Flugbahn steuerte.
Eine Analyse der Daten von den Flugrekordern an Bord von Sojus TMA-1 deutet darauf hin, dass das Abstieg-Kontrollsystem nicht schnell genug reagierte, als eines der Gyroskope während der ersten Minuten des Wiedereintritts eine Störung feststellte. Gyroskope dienen der Lagekontrolle in Raumfahrzeugen.
Das Kontrollsystem hätte das Zünden des Raumfahrzeugantriebs veranlassen müssen, um eine weitere Störung zu verhindern, aber es tat es nicht. Dies jedenfalls ließ die Untersuchungsmannschaft verlauten.
Die Energija-Ingenieure simulierten in einer Testanlage die speziellen Bedingungen, denen Sojus TMA-1 während des Abstiegs ausgesetzt war. Dabei versuchten sie erneut den Fehler im Abstieg-Kontrollsystem zu verursachen, die eine starke Abweichung von der geplanten Flugbahn auslösen könnte.
Indessen ließ die NASA verlauten, dass eine Kommentierung des Vorfalls ausbleiben werde, da es sich dabei um ein von Russland gefertigtes Raumfahrzeug handele. Allerdings hoffe man, dass der aufgetretene Fehler einmalig sei.
Das Unternehmen Energija entwickelte und baute das Raumfahrzeug Sojus TMA, dass bessere Computer und neue Komponenten im Kontrollsystem benutzt, als sein Vorgänger Sojus TM. Die Mission Sojus TMA-1 war der erste vollständige Flug für das neue Equipment.
(ku - Quelle: Space.com)


» Immer mehr Amateurastronomen
16. Mai 2003 - ange Minuten, bevor das NASA-Kontrollzentrum oder sogar die Astronauten selbst wussten, das es Schwierigkeiten gab, begann ein Geschäftsmann in Ruhestand Beweise von Verschwinden der Raumfähre Columbia aufzuzeichnen.
Lange Minuten, bevor das NASA-Kontrollzentrum oder sogar die Astronauten selbst wussten, das es Schwierigkeiten gab, begann ein Geschäftsmann in Ruhestand Beweise von Verschwinden der Raumfähre Columbia aufzuzeichnen.

Sie waren Amateurastronomen, deren Möglichkeiten der Beobachtungen in den letzten Jahren dank neuer Techniken stark gestiegen ist und es zum ihren Hobby gemacht haben, die Space-Shuttles bei ihren Flug aufzuzeichnen. „Ich denke nicht, dass einige von uns in seinen wildesten Träumen gedacht hätten, dass die Öffentlichkeit so viele Videos vom Unglück aufgenommen haben, sagte Paul Hill. Flugdirektor bei der NASA.

Amateurastronomen selbst wissen es besser. Jack Horkheimer, Direktor des Miami Planetariums erklärt:“ In den früheren Jahren gab es nur einige Menschen von Spezialisten in Richtung Amateurastronomie. Viele Leute wollten ihren eigenen Teleskopspiegel schleifen. Heute tut das niemand mehr. Denn dazu müssten sie ein gewisses Maß an technischer Sachkenntnis haben“.

Der Klub-Präsident von St.Petersburger Astronomieclub in Florida, 500 Mitglieder, Dennis Farr, lernte die Himmelskunde noch durch das Studieren des Himmels durch das Kennenlernen der Sternenbilder. Heute braucht man mit einem 6000 Euro teuren Teleskop die Sternenbilder nicht mehr zu kennen. Ein einfaches eingeben des Objekts am Teleskop vorhandenen Computer steuert das Teleskop dann automatisch auf das gewünschte Objekt. „Wenn Sie den Computer abgeben, wissen sie dann nicht, wo sie sind oder was sie suchen. Das Kennenlernen der Sternenbilder um den Himmel zu erkunden wie früher wollen die Leute nicht mehr“, sagte Farr.
(la - Quelle: CNN)


» Europäische Technologie schärft Teleskopblick
16. Mai 2003 - Eine neue so genannte Adaptive Optik ermöglicht den großen Teleskopen der Europäischen Südsternwarte in Chile bis zu einhundert Mal schärfere Aufnahmen als bisher, indem atmosphärische Turbulenzen kompensiert werden.
Erdgebundene Teleskope waren bis zur Entwicklung der so genannten "Adaptiven Optik" in der erreichbaren Schärfe und Auflösung immer durch die Turbulenzen in der Erdatmosphäre begrenzt. Solche Systeme korrigieren die Störungen, die von kosmischen Objekten ausgehende Lichtstrahlen auf ihrem Weg durch unsere Atmosphäre erfahren. Schon seit einiger Zeit sind die Teleskope des Paranal-Observatoriums der Europäischen Südsternwarte in Chile mit einem solchen System ausgestattet, um ihre Beobachtungsgenauigkeit zu verbessern.

Mitte April ist nun ein zweites, neues System in Betrieb gegangen. Die so genannte MACAO-VLTI Adaptive Optics Facility wurde von der multinationalen, europäischen Organisation ESO (= European Southern Observatory) entwickelt, die die Europäische Südsternware in Chile betreibt. Insgesamt sollen vier dieser Systeme entwickelt werden, wobei jeweils ein System für eines der vier 8,2-Meter-Teleskope des Paranal-Observatoriums zuständig ist. Die Korrektursysteme werden in Räumen unterhalb der Teleskope installiert und korrigieren die Störungen in den von den riesigen Teleskopspiegeln kommenden Lichtstrahlen, bevor sie zu den elektronischen Auswertungssystemen gelangen.

Die mit dem neuen Korrektursystem erzielten Verbesserungen sind schlicht revolutionär zu nennen: Wenn erst einmal alle vier Systeme in Betrieb sind wird die Empfindlichkeit bei der Beobachtung von kosmischen Himmelskörpern um den Faktor 100 steigen - es wird dann also möglich sein, einhundert Mal schwächere Objekte als bisher auszumachen! Auch die Auflösung der Teleskope wird enorm gesteigert werden, so dass beispielsweise Doppelsternsysteme optisch aufgelöst werden können, die bisher nur als ein Lichtpunkt wahrgenommen werden.

Mit dieser neuen Entwicklung nähern sich die Teleskope der Europäischen Südsternwarte ihren theoretischen Möglichkeiten an; selbst wenn es also möglich wäre, diese Teleskope in den Weltraum zu verfachten, würde sich die erzielbare Empfindlichkeit und Auflösung dadurch kaum noch steigern lassen.
(ms - Quelle: ESO)


» Mondfinsternis am 16. Mai
12. Mai 2003 - Vom 15. auf den 16. Mai gibt es wieder eine Mondfinsternis. Alles über das Naturereignis gibt es hier.
Viele Details werden bei einer Mondfinsternis oft aufgrund mangelnder Vorbereitung übersehen. Deshalb gibt es hier nun einen kurzen Zeitabriss der Finsternis. Zwar ist jede Finsternis anders, aber wenn man weiß wo man hinschauen muss, wird die Möglichkeit schon wahrscheinlicher, dass man Sachen entdeckt, die man sonst übersehen hätte.
Um 1.05 Uhr (GMT) tritt der Mond in den äußeren Erdschatten. Bei diesem Vorgang kann man noch nichts Besonderes beobachten. Um 2.56 Uhr ist dann ungefähr 75% des Mondes mit dem inneren Schatten bedeckt und fängt an eine metallisch rote Farbe anzunehmen. Um 3.10 Uhr (GMT) sind es noch etwa 5 Minuten bis zur totalen Bedeckung. Vor und nach der totalen Bedeckung kann man den Kontrast zwischen den braun-roten und, den noch silbrig leuchtende Gebiete des Mondes beobachten, was einen wunderschönen Anblick wiedergibt.
3.10 Uhr (GMT) die totale Phase ist erreicht und der Mond ist völlig bedeckt. Wie der Mond dabei erscheinen wird, weiß man nicht. Bei manchen Finsternissen erscheint er in einem orangenen Licht und beim anderen Mal ist es nur ein mattes Schwarz-grau. Der Grund dafür liegt in der Erdatmosphäre. Denn wenn ein Astronaut um diese Zeit auf dem Mond stehen würde, würde er einen roten Ring um die Erde sehen. die Helligkeit dieses Ringes hängt vom Wetter auf der Erde ab. Eine klare Atmosphäre bedeutet eine helle Finsternis, und je schmutztiger und dichter die Atmosphäre, desto dunkler die Finsternis. So spielen auch Vulkanausbrüche eine Rolle. 3.40 Uhr (GMT): Die Mitte der Finsternis. Um 4.07 Uhr (GMT) ist das Ende der totalen Bedeckung erreicht und der Mond bewegt sich wieder langsam aus dem inneren Schatten der Erde. 6.15 Uhr (GMT): die Finsternis ist offiziell zu Ende.
Und Falls das Wetter nicht mitgespielt haben sollte, keine Panik. Am 9. November gibt es wieder eine Mondfinsternis!
Ausführlicher Zeitplan (englisch)
(ak - )


» Vorstellung neuer NASA Erkundungsroboter
11. Mai 2003 - Die NASA stellt neue Erkundungsroboter in der "Mars at the Mall" vor. Sie sind ergiebiger, präziser und effektiver
Ein Teil des Merrit Square Mall in Merritt Island wird durch die zwei Mars at the Mall-Tage einen interplanetarischen Touch bekommen. Am 9. und 10. Mai wird die NASA Floridas Rolle als Tor zum Mars feiern.
Das Ereignis soll Wissenswertes über die zwei neuen Rover-Missionen vermitteln, die im Juli von Cape Canaveral zum Mars starten sollen. Einen Vorgeschmack bot ein 3D Wandgemälde von einem der Roboter.
Die neuen Erkundungsroboter sollen länger forschen können und Felsen besser untersuchen können als der Sojourner Roboter, der 1997 eine Seite des Marses erkundete. Mars at the Mall wird sowohl Sojourner als auch die neuen Mars Roboter ausstellen. Um einen unvergesslichen Einduck davon zu übermitteln, wie die Roboter mit Stößen zurechtkommen, wird ein leichtgewichtiger Roboter über Kinder rollen, die am Boden liegen.
Die Startmöglichkeit des ersten Erkundungs-Rovers beginnt am 5. Juli. Der 2. Rover könnte am 25. Juli starten. Beide werden Mars im Januar 2004 erreichen, allerdings an zwei gegenberliegenden Punkten. Die eine Stelle ist ein Krater, der früher vielleicht ein See war, die andere Stelle befindet sich an einem Materialniederschlag, der normal nur unter feuchten Bedingungen entsteht. Mehr Informationen finden bei der NASA sowie auf unserer Sonderseite zu der Rovermission 2003.
(dp - Quelle: NASA)



 
 

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      HotSpot: Neptun im Frühlung von Karl Urban 

Der Frühling ist auf Neptun ausgebrochen!

Dies mag wie ein Widerspruch klingen, weil Neptun der am weitesten entfernte und kälteste der großen Gasplaneten ist. Das Hubble Weltraumteleskop hat kürzlich eine Zunahme der Helligkeit von Neptun in seiner südlichen Hemisphäre registriert, die ein Anzeichen von jahreszeitlichen Veränderungen darstellen könnte, sagen Astronomen.


Neptun-Beobachtungen einer Gruppe von Astronomen der Universität Wisconsin-Madison sowie dem NASA Jet Propulsion Laboratory (JPL) für mehr als sechs Jahre offenbaren eine deutliche Veränderung der Helligkeit der Wolkenbänder des Planeten, die sich fast nur in der südlichen Hemisphäre finden.

"Neptuns Wolkenbänder werden größer und heller", sagt Lawrence A. Sromovsky, Wissenschaftler von der Universität Wisconsin-Madison und eine leitende Persönlichkeit bei der Erforschung der Neptunatmosphäre. "Diese Veränderung scheint eine Reaktion auf die jahreszeitliche Variation der Sonneneinstrahlung zu sein, wie wir sie von der Erde her kennen."

Neptun, der von der Sonne aus gesehen achte Planet, ist bekannt für seine seltsamen und gewaltigen Wetterphänomene. Er offenbart massive Sturmsysteme mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 1.500 Kilometern pro Stunde. Aber die neuen Hubble-Beobachtungen zeigen erstmalig eine jahreszeitliche Veränderung.

Mithilfe des Weltraumteleskops machte das Team aus Wisconsin drei Beobachtungsreihen von dem Gasriesen. In den Jahren 1996, 1998 und 2002 wurde jeweils eine volle Umdrehung von Neptun aufgezeichnet. Die entdeckte Helligkeitszunahme der Wolkenbänder deckt sich auch mit Aufnahmen von G.W. Lookwood, der dieses Phänomen bereits seit 1980 beobachtete.

"In den Aufnahmen von 2002 ist Neptun sehr viel heller als er es 1996 und 1998 war", sagt Sromovsky, "und er ist sehr viel heller im nahen Infrarot-Bereich."

Ähnlich wie die Erde könnte Neptun vier Jahreszeiten haben: "Jede Hemisphäre könnte einen warmen Sommer haben und einen kalten Winter, mit Frühling und Herbst als Übergang, die spezifische dynamische Besonderheiten haben könnten - oder auch nicht", erklärt der Wissenschaftler.

Anders als bei der Erde dauern die Neptun-Jahreszeiten aber Jahrzehnte und nicht nur Monate. Eine einzelne Jahreszeit auf dem Planeten, der insgesamt 165 Erdjahre für eine Umdrehung um die Sonne benötigt, könnte mehr als 40 Jahre dauern. Wenn das, was die Wissenschaftler beobachtet haben, tatsächlich ein Jahreszeitenwechsel ist, dürfte der Planet für weitere 20 Jahre seine Helligkeitszunahme fortsetzen.

Wie die Erde dreht sich Neptun um eine Achse, die in Richtung der Sonne geneigt ist. Die Neigung der Erdachse um 23,5° ist der Auslöser für den Jahrezeiten-Wechsel auf unserem Planeten. Während der Rotation um die Sonne innerhalb eines Jahres ändert sich die Jahrezeit aufgrund der Neigung der Einfallswinkel der Sonnenstrahlung auf die Erde.
Ganz ähnlich dürfte dies auf Neptun passieren: Der Gasriese ist um 29° gegen seine Rotationsachse geneigt und die nördliche und südliche Hemisphäre ändern ihre Positionen gegenüber der Sonne.

Was nach Sromovsky so bemerkenswert an dieser Entdeckung ist, ist dass Neptun Anzeichen von Jahrezeiten offenbart, obwohl die Sonne von dem Planeten aus gesehen 900 mal leuchtschwacher ist als von der Erde aus. Der sehr geringe Betrag der eintreffenden Sonnenenergie ist der Auslöser der Jahreszeit.

"Wenn die Sonne Wärmeenergie abgibt, löst dies eine Reaktion aus. Wir würden dann auch Hitze in der Atmsphäre erwarten, die Ereignisse wie Kondensation und vergrößerte Wolkenbildung zur Folge hat", bemerkt Sromovsky.

"Es sieht dort so aus, sagt der Astronom, dass bereits ein belangloser Energiebetrag ausreicht, die Maschine in Neptuns Atmosphäre auszulösen. Es muss eine gut geschmierte Maschine sein, die viel Wetter aus wenig Energie erzeugen kann."
 

 
 

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      Space Focus: Kosmische Entfernungsskalen von Tilman Kaiser 

Die Hubble-Konstante wird aus Messungen der Rotverschiebung und der jeweiligen Entfernung von fernen Galaxien berechnet. Rotverschiebungen von Galaxien konnten in den 30-ern schon sehr genau bestimmt werden. Anders sieht es mit der Entfernungsbestimmung von Galaxien aus, die auf der korrekten Kalibration der Entfernungsskala für nähere Objekte beruht.

1913 hatte der Däne Ejnar Hertzsprung mittels trigonometrischer Methoden (z.B. der statistischen Parallaxentechnik) die Entfernung zu den wenigen nahen Cepheiden bestimmt.

Die Cepheiden gehören zu den pulsierenden Sterntypen, deren Helligkeit aufgrund einer Pulsation (periodische Größenveränderung) des Sterns variiert. Im Falle der Cepheiden war die Entfernungsbestimmung durch Hertzsprung außerordentlich wichtig für die Kalibration der Entfernungsskala, denn ein Jahr vorher hatte die Amerikanerin Henrietta Leavitt bei Cepheiden in der Kleinen Magellanische Wolke (Small Magellanic Cloud - SMC) eine relative Periode-Leuchtkraft-Beziehung nachgewiesen. Je heller ein Cepheidenstern, desto langsamer wird der Zyklus seiner Helligkeitsvariation durchlaufen.

Die Leuchtkraft oder absolute Helligkeit stellt wiederum einen Schlüssel bei der Entfernungsbestimmung dar.
Wenn das Licht auf dem Weg zur Erde nicht durch dazwischen liegende Staubwolken oder Ähnliches abgeschwächt wird, so kann aus der scheinbaren Helligkeit eines Sterns (Helligkeit, die der Beobachter auf der Erde wahrnimmt) und seiner Leuchtkraft (die vom Beobachter unabhängige physikalische Größe) die Entfernung des Sterns berechnet werden. Umgekehrt kann für den Fall, dass die Entfernung des Sterns bekannt ist, auch seine Leuchtkraft bestimmt werden.

Eine essentielle Voraussetzung für die Herstellung von Leavitts Beziehung war, dass sie an Objekten untersucht wurde, die von der Erde mehr oder weniger gleich weit entfernt waren, da sie sich alle in der SMC befanden. Solange keine absolute Entfernung zu Cepheiden zur Verfügung stand, konnte Leavitt keine Aussagen über die absoluten Leuchtkräfte der Cepheiden machen, sondern immer nur von Relativleuchtkraft in Bezug auf die Leuchtkraft der Cepheiden in der SMC sprechen. Leavitts Periode-Leuchtkraft-Beziehung war noch nicht auf eine absolute Leuchtkraft, sondern nur auf eine relative Leuchtkraft geeicht und konnte deshalb nur zur Ermittlung von relativen Abständen benutzt werden. Als Hertzsprung die Entfernung der nächsten Cepheiden ermittelt hatte, konnte daraus deren wahre Leuchtkraft bestimmt werden. Dadurch wurde aus der relativen Leavitt-Beziehung eine absolute Periode-Leuchtkraft-Beziehung, die für die absolute Kalibration der kosmischen Entfernungsskala dienen konnte.

Literatur
- John Gribbin: "In Search of the Big Bang", Penguin Books 1998
- Karttunnen, Kröger, Oja, Poutanen, Donner: "Fundamental Astronomy", Helsinki, 1996
 

 
 

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      ISS Weekly Report: Siebte Stammbesatzung schließt Einarbeitungsphase ab von Michael Schumacher 

Der Kommandant der siebten Stammbesatzung Juri Malentschenko und der National Aeronautics and Space Administration (NASA) International Space Station (ISS) Science Officer (SO) Edward Lu schlossen ihre zwei Wochen dauernde Orientierungsphase an Bord der Raumstation ab und sind bereit, den regelmäßigen Betrieb gewissenhaft zu beginnen.

Jede Stammbesatzung, so auch die siebte Stammbesatzung, unterzieht sich Orientierungssitzungen, um sich während den ersten zwei Wochen der Mission an ihr neues Zuhause zu gewöhnen. Diese Woche gingen Malentschenko und Lu zusammen mit Flugkontrolleuren auf der Erde außerdem die Feuer- und Notevakuierungsverfahren durch.

Malentschenko und Lu führten zudem Wartungsarbeiten an verschiedenen Stellen der Raumstation durch. Sie konzentrierten sich auf das russische Service Module "Swjesda", indem sie Lüftungsschläuche reinigten und eine Bestandsliste von der Ausrüstung des russischen Kommunikationssystems machten. Lu arbeitete außerdem an der amerikanischen Defibrillatoreinheit und überprüfte das System.

Lu arbeitete im amerikanischen Laboratory Module "Destiny" an den täglichen Statusüberprüfungen der wissenschaftlichen Nutzlast und es ist geplant, dass nächste Woche die Arbeit mit der Microgravity Science Gloveboxy (MSG) aufgenommen wird. Am Montag, dem 19. Mai 2003 wird Lu das Experiment Investigating the Structure of Paramagnetic Aggregates from Colloidal Emulsions (INSPACE) aktivieren. INSPACE untersucht neue Flüssigkeiten, die dabei helfen könnten, Bremssysteme, Roboter, Flugzeugfahrwerke und Vibrationsdämpfungssysteme zu verbessern. Am Donnerstag, dem 15. Mai 2003 fertigte Lu Fotografien von der Mondfinsternis an.

Unterdessen bleibt die sechste Stammbesatzung nach ihrer Landung in Kasachstan am 03. Mai 2003 im Sternenstädtchen in Russland, dem russischen Kosmonautentrainingszentrum nahe Moskau. Kommandant Kenneth Bowersox, Bordingenieur Nikolai Budarin und NASA ISS SO Donald Pettit unterziehen sich Abschlussbesprechungen und körperlicher Rehabilitation. Es ist vorgesehen, dass Bowersox und Pettit nächste Woche zum Johnson Space Center (JSC) in Houston, Texas zurückkehren.
 

 
 

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"In Space" Magazin #077
ISSN 1684-7407


Erscheinungsdatum:
18. Mai 2003
Auflage: 1104 Exemplare
 
 
Chefredaktion:
Karl Urban

Herausgeber:
TrekZone e.V.
 
Redaktionsleitung:
David Langkamp
 
Redaktion:
Birger Böning
Sven Flock
Jan Großmann
Britta Hermes
Tilman Kaiser
Raphael Kallensee
Andreas Kopp
Clemens Mach
Sebastian Mateja
Dominik Mayer
Thomas Pallmann
Dominik Puckert
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Michael Schumacher
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MannedSpaceflight.de
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