InSpace Magazin #080 vom 07. Juni 2003

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Raumfahrer.net

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Das Email-Magazin von Raumfahrer.net.   

 

"In Space" Magazin

Ausgabe #080
ISSN 1684-7407


> Updates:
Updates / Umfrage

> News:
Nachrichten der Woche

> HotSpot:
Von Darmstadt zum Mars

> Special:
Die Erforschung des Roten Planeten

> Space Focus:
Nach dem Start von Mars Express...

> ISS Weekly Report:
Progress M1-10 vor dem Start zur Raumstation

> InDetail:
Nebel

> Impressum:
Disclaimer & Kontakt
 

      Intro von Mark Weimar

Verehrte Leserinnen und Leser,
 
am Montag startete die ESA-Sonde "Mars Express" von Baikonur und ist nun auf dem Weg zum Mars. Sie ist damit die erste in einem Wettlauf zum Mars, denn in diesem Jahr ist der Mars der Erde besonders nah. Das will man nun ausnutzen und deswegen schicken auch die Amerikaner, in naher Zukunft, gleich zwei Sonden zum Mars.
IN unserem heutigen Space Focus können sie nachlesen was nun nach dem Start von Mars Express passierte.

In der letzten Ausgabe dieses Magazins berichtete Felix Korsch von unserer Partnerseite MannedSpaceflight.de für Sie von der Deutschen Raumfahrtaustellung. Den Urheber hatten wir vergessen zu erwähnen, was wir an dieser Stelle nachholen.

Nun wünsche ich ihnen viel Spaß mit unserem Magazin und frohe Pfingsten.
 

            Mark Weimar

 
 

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Umfrage: Sollte Europa nach dem Columbia-Unglück mehr Verantwortung beim Ausbau der ISS übernehmen?

Ja
Nein
 
      Updates / Umfrage

» marsexpress.raumfahrer.net
Europas erste Mission zum Roten Planeten ist sogleich eine sehr aufwändige. Neben dem Orbiter ist auch das Landefahrzeug Beagle 2 mit auf der Reise. Wir informieren Sie ständig über den aktuellsten Stand der Mission.

» mars2003.raumfahrer.net
Raumfahrer.net hat eine Sonderseite zum neusten Marsprojekt der NASA gestartet: In wenigen Monaten sollen zwei baugleiche Rover zum Roten Planeten starten. Auf der Seite finden Sie neben Artikeln zu den Landern immer aktuelle Statusreports.

» radio.raumfahrer.net
Sie können sich die aktuelle Sendung des Raumfahrer.net-Webradions InSound (Länge: 22.33 Minuten) noch immer direkt aus dem Internet anhören oder die Datei der Sendung downloaden.

» mitarbeit.raumfahrer.net
Raumfahrer.net ist weiter auf der Suche nach neuen Mitarbeitern - hier erfahren Sie was Sie bei uns erwartet.
 

 
 

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      News

Mars Express: Erste Kurskorrektur erfolgreich <mehr>
Neue Sojus TMA freigegeben <mehr>
Mars Express lockert den Griff um Beagle 2 <mehr>
Nach dem Start von Mars Express <mehr>
ESA-Pressemitteilung zum Mars Express Start <mehr>
Bilderbuchstart für Mars Express <mehr>
Bemannte Mission zum Mars <mehr>
Die Rallye zum Mars beginnt heute! <mehr>
Teilweise Sonnenfinsternis <mehr>
Mars Express - der schnellste Weg zum Roten Planeten <mehr>
Trümmerteil verantwortlich für Shuttle-Unglück? <mehr>
Nachruf: Kosmonaut Makarow verstorben <mehr>



» Mars Express: Erste Kurskorrektur erfolgreich
07. Juni 2003 - Sechs Tage nach dem Start von Mars Express und Beagle 2 konnten bisher alle vorgesehenen Aktivitäten wie geplant durchgeführt werden.
Die für den Abend des 4. Juni vorgesehene erste Kurskorrektur ist wie geplant durchgeführt worden. Da die Sojus-Trägerrakete wie auch die Fregat-Oberstufe exakt nach Plan funktioniert haben war nur eine geringfügige Kurskorrektur erforderlich. Am Morgen des gleichen Tages schaltete das Kommunikationssystem der Raumsonde wie vorgesehen erfolgreich auf die Hochgewinnantenne um. Die 1,8 Meter durchmessende Parabolantenne erlaubt Übertragungsraten bis zu 256 KBit/Sekunde und ist unverzichtbar, um später vom Mars-Orbit aus die Beobachtungs- und Telemetriedaten von Mars Express und Beagle 2 zur Erde zu übermitteln sowie Kommandos vom European Space Operations Centre (ESOC) in Darmstadt zu empfangen.
 
Gestern morgen um 07:30 Uhr war Mars Express bereits eine Million Kilometer von der Erde entfernt (mehr als die doppelte Erde-Mond-Distanz). Die Marssonde entfernt sich mit rund drei Kilometern pro Sekunde von der Erde und wird am 25. Dezember in eine Umlaufbahn um den Mars einschwenken. Die Telemetriedaten zeigen das normale Funktionieren aller Bordsysteme an.
 
Offizielle Daten des Starts
Die ESA hat mittlerweile folgende Übersicht über offizielle Ereigniszeiten während des Startvorgangs am 2. Juni 2003 veröffentlicht:
 

Besuchen Sie auch die Raumfahrer.net-Sonderseite zu Mars Express.
(ms - Quelle: ESA)


» Neue Sojus TMA freigegeben
06. Juni 2003 - Das neue Raumfahrzeug des Typs Sojus TMA, das den ESA-Astronauten Pedro Duque im Oktober 2003 zur ISS und zurück bringen soll, ist voll für den Einsatz zugelassen worden.
Dies teilte Nikolai Selenschikow, Erster Stellvertretender Präsident von RSC Energija, am 26. Mai auf einer offiziellen Informationsveranstaltung in Moskau mit, auf der die Ergebnisse der von der Untersuchungskommission durchgeführten Ermittlungen über den ballistischen Wiedereintritt der Sojus TMA-1 im vergangenen Monat dargelegt wurden.
Der Jungfernflug dieser neuen Baureihe wurde am 30. Oktober 2002 mit der Sojus TMA-1 vom Kosmodron Baikonur in Kasachstan aus durchgeführt. Die Mannschaft bestand aus dem belgischen ESA-Astronauten Frank De Winne und den russischen Kosmonauten Sergej Salentin und Juri Lontschakow. Nach Abschluß seiner Missionsaufgaben auf der ISS kehrte Frank De Winne in der Sojus TM-34, einer Kapsel des vorherigen Typs, zur Erde zurück.

Die Sojus TMA-1 blieb an der ISS angedockt, um sechs Monate lang als "Rettungsboot" der Raumstation zu dienen, wonach sie am 4. Mai 2003 den ersten Wiedereintritt einer Sojus TMA bei ihrer Rückkehr zur Erde mit der sechsten ISS-Expeditionsmannschaft - dem russischen Kosmonauten Nikolai Budarin und den amerikanischen Astronauten Kenneth Bowersox und Donald Pettit - absolvierte, die 162 Tage auf der Raumstation verbracht hatten.

Trotz des ungeplanten Wiedereintritts nach dem sogenannten "ballistischen" Verfahren, funktionierten alle neuen Systeme der Sojus TMA-1 ordnungsgemäß. Hierzu zählt vor allem das neue System für eine weiche Landung, wozu neue Triebwerke und eine neue Zelle gehören und mit dem der Aufprall bei der Landung von 12 g bei den alten Sojus TM auf 5 g bei den Sojus TMA verringert werden soll. Die Fallschirme der Sojus TMA-1 funktionierten ebenfalls fehlerfrei.
Der Grund dafür, daß die Sojus TMA-1 den Wiedereintritt nach dem ballistischen Verfahren durchführte und 150 km nördlich von Baikonur, d.h. 400 km vor dem vorgesehenen Landeplatz niederging, war eine Fehlfunktion des BUSP-M-Lenkungssystems, das für einen gesteuerten Wiedereintritt benötigt wird. Dieses Lenkungssystem liest die Daten der Lageregelungskreisel und Beschleunigungsmesser und sendet entsprechende Befehle an die Lageregelungstriebwerke.

Hierbei lieferte der Giersteuerungskanal des BUSP-M unklare Meßwerte, was auf eine Fehlfunktion hindeutet. Daraufhin nahmen übergeordnete Steuerfunktionen das BUSP-M-System aus dem Regelkreis heraus und stellten auf das ballistische Wiedereintrittsverfahren um.
Bei diesem verläuft die Flugbahn steiler als bei einem gesteuerten Wiedereintritt, und die Kapsel dreht sich um ihre Flugbahnachse, um die Stabilität zu erhöhen. Die steilere Flugbahn verkürzt die Flugzeit und bewirkt eine verstärkte Abbremsung. Dies führte dazu, daß die Mannschaft der Sojus TMA-1 mit dem Achtfachen der Erdschwerkraft (8 g) belastet wurde, während bei einem gesteuerten Wiedereintritt die Belastung höchstens 6 g beträgt.

Das BUSP-M-System, in dem das Problem auftrat, gelangte erstmals 1979 auf der Kapsel Sojus T-5 zum Einsatz und hat seitdem 49mal fehlerlos einen gesteuerten Wiedereintritt absolviert. Versuche im Rahmen der offiziellen Ermittlungen, die von der nach der Rückkehr der Sojus TMA-1 eingesetzten Untersuchungskommission angestellt wurden, ließen keinerlei Störungen im Lenkungssystem erkennen. Das Problem konnte lediglich durch mathematische Simulationen nachgebildet werden, denen zufolge die Wahrscheinlichkeit, daß dieses Problem erneut auftritt, auf 1:7000 zu beziffern ist.

In der Geschichte des Sojus-Programms kam es erst dreimal zu einem Wiedereintritt dieser Art, obwohl der ballistische Abstieg eines von vier zulässigen Widereintrittsverfahren ist, von denen Sojus-Kapseln des Typs T, TM und TMA unter unterschiedlichen Bedingungen Gebrauch machen können; die anderen drei sind der automatisch und der manuell gesteuerte Wiedereintritt und ein ballistisches Ersatzverfahren.

Die Untersuchungskommission kam zu dem Schluß, daß die Sojus TMA-2 nicht geändert zu werden braucht. Die TMA-2 ist das "Rettungsboot", das gegenwärtig an die ISS angedockt ist und den spanischen ESA-Astronauten Pedro Duque am Ende seines diesjährigen Einsatzes zur Erde zurückbringen soll. Duque wird im Oktober an Bord der Sojus TMA-3 zur ISS reisen. An dieser Kapsel sollen auf Empfehlung der Untersuchungskommission bestimmte Änderungen vorgenommen werden.

Als erstes hat die Kommission eine Verbesserung der Kommunikationsmöglichkeiten durch Mitführung eines Satellitenmobiltelefons in der Rückkehrkapsel empfohlen. Dies soll bereits in der Sojus TMA-2 geschehen, weshalb ein solches Telefon mit einem unbemannten Progreß-Frachter zur ISS befördert werden soll. Längerfristig wird der Einbau einer Satellitenkommunikationskapazität wie COSPAS-SARSAT empfohlen.

Zweitens soll durch entsprechende Änderungen soweit wie irgend möglich verhindert werden, daß die Mannschaft falsche Steuerbefehle eingibt. Diese Änderungen werden für erforderlich gehalten, weil die sechste Expeditionsmannschaft während des Wiedereintrittsverfahrens aus Versehen das Rendezvous-/Andocksystem KURS einschaltete, obgleich dies nachweislich nicht den ballistischen Wiedereintritt ausgelöst hat.

Selenschikow ging auch auf die Frage ein, warum nach dem Wiedereintritt so viel Zeit verging, bevor die Sojus-Kapsel und ihre Besatzung gefunden wurden. Die Bergungsaktion dauerte zwar länger als erwartet, überschritt aber nicht den vorgeschriebenen Zeitraum von höchstens drei Stunden.

Dem russischen Missionskontrollzentrum in Moskau und der Besatzung des über dem vorausberechneten Landegebiet in Kasachstan kreisenden Suchflugzeugs war trotz des vor der Landung bestehenden Funkkontakts mit den Heimkehrern nicht bekannt, daß ein ballistischer Wiedereintritt stattgefunden hatte, weil die Astronauten dies in ihren Gesprächen mit den Teams am Boden nicht erwähnt hatten. Deshalb überflogen das Suchflugzeug und die Begleithubschrauber zunächst das erwartete Landegebiet und nicht das Gebiet, in dem die Kapsel nach einem ballistischen Wiedereintritt vermutet worden wäre.

Daß die Suche erfolglos blieb, veranlaßte die Suchmannschaft zu dem Schluß, daß ein solcher Wiedereintritt stattgefunden haben mußte, worauf sie sich in das entsprechende Gebiet in 400 km Entfernung begab. Nach der Landung kam es anscheinend bei bestimmten Abläufen zu Fehlern, was dazu geführt hat, daß die Bordantennen nicht ausgefahren wurden und anschließend, nachdem die Mannschaft außerhalb der Kapsel eine Antenne aufgestellt hatte, der Funkverkehr nicht auf ein externes Übertragungsgerät umgestellt wurde. All dies hat das Auffinden der Astronauten weiter verzögert. Als die Bergungsmannschaft schließlich eintraf, hatte die Sojus-Besatzung die Kapsel aus eigener Kraft verlassen können.

Um solche Pannen in Zukunft zu vermeiden, wird eine Überarbeitung der Borddokumentation zu den Missionsabläufen sowie eine weitergehende Ausbildung künftiger Sojus-TMA-Mannschaften empfohlen.

"Zwar wurden Empfehlungen im Hinblick auf Verbesserungen für künftige Flüge abgegeben, aber die Systeme der neuen Sojus-TMA-Baureihe sind davon nicht betroffen", stellte der ESA-Direktor für Bemannte Raumfahrt, Jörg Feustel-Büechl, in seinem Kommentar zu den Ergebnissen der russischen Untersuchungskommission fest. "Ich freue mich, daß der Weg nun frei ist für die nächste Sojus-Mission im Oktober, bei der ESA-Astronaut Pedro Duque mitfliegen wird. Diese Mission wird der Ablösung der ISS-Bordmannschaft, aber auch Wissenschafts-, Technologie- und Bildungsexperimenten dienen. Der genaue Starttermin wird von den orbitalen Parametern und dem Betriebszustand der ISS abhängen."
(la - Quelle: ESA)


» Mars Express lockert den Griff um Beagle 2
05. Juni 2003 - Ein für die Mission des britischen Mars-Landers Beagle 2 wichtiger Meilenstein ist heute erfolgreich passiert worden.
Heute vormittag um 10:10 Uhr (MESZ) wurde vom European Space Operations Centre (ESOC) in Darmstadt aus an Mars Express der Befehl zur Lösung der drei Klammern gesendet, die während des rauhen Startvorgangs den britischen Lander Beagle 2 sicher an der Raumsonde befestigten. Die Erleichterung bei allen Beteiligten war groß, als nach rund 30 Minuten die Bestätigung über den erfolgreichen Abschluß der Aktion bei der Bodenstation eintraf. Wäre diese Operation gescheitert, dann hätte sich Beagle 2 bei der Ankunft am Mars im kommenden Dezember nicht von Mars Express lösen können. "Die Beagle 2-Mission wäre zuende gewesen bevor sie begonnen hätte", so kommentierte Con McCarthy, der für die Landung zuständige ESA-Manager.
 
Die Klammern sollten gewährleisten, dass Beagle 2 auch während des mit starken Vibrationen verbundenen Startvorgangs von Mars Express sicher an der Raumsonde befestigt bleibt. Nach dem Start werden sie jedoch nicht mehr benötigt, da ein weiterer Mechanismus (der so genannte SpinUp and Eject Mechanism [SUEM]) während des fast siebenmonatigen Fluges zum Mars Beagle 2 an seinem Platz hält. SUEM ist übrigens - wie sein Name schon ausdrückt - auch dafür verantwortlich, dass sich Beagle 2 kurz vor der Ankunft beim Mars von seinem Mutterschiff lösen kann und dabei gleichzeitig in eine Drehbewegung versetzt wird, wodurch der Lander während seines fünf Tage dauernden Fluges zum Mars stabilisiert werden soll.
 
Der Mechanismus zur Lösung der Klammern ist ungewöhnlich. Üblicherweise werden für solche Aufgaben in der Raumfahrt kleine Sprengladungen verwendet, bei Mars Express jedoch kam ein sanfteres Verfahren zur Anwendung. Jede der drei Klammern zur Fixierung von Beagle 2 war durch einen Bolzen gesichert, und jeder dieser Bolzen wiederum wurde durch eine Manschette an seinem Platz gehalten. Um die Halteklammern zu lösen wurde ein elektrischer Strom durch die Manschetten geleitet, wodurch sie sich auf etwa 100° C erhitzten und gleichzeitig ausdehnten, so dass dadurch schließlich die Bolzen zurückschnappen konnten: Die Halteklammern lösten sich wie vorgesehen.
 
Damit ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zum Mars passiert worden, was vor allem beim Beagle 2-Team für große Erleichterung gesorgt haben dürfte.
Besuchen Sie auch die Raumfahrer.net-Sonderseite zu Mars Express.
(ms - Quelle: ESA)


» Nach dem Start von Mars Express
03. Juni 2003 - Nach dem erfolgreich verlaufenen Start von Mars Express und Beagle 2 stehen in den kommenden Tagen eine Reihe von Aktivitäten auf dem Programm.
In dem neuesten Artikel unseres Mars Express-Specials bekommen Sie einen Überblick, was in den nächsten Wochen und Monaten bis zur Ankunft der Raumsonde beim Mars die Missionsspezialisten in Darmstadt beim European Space Operation Centre beschäftigen wird.
 
Lesen Sie hier mehr über den Zeitraum während der Reise von der Erde zum Mars.
(ms - Quelle: Raumfahrer.net)


» ESA-Pressemitteilung zum Mars Express Start
03. Juni 2003 - Die Europäische Raumfahrtagentur ESA veröffentlichte kürzlich folgenden Text, in dem nochmals auf die Ziele der Mission Mars Express eingegangen wird.
Mars Express auf dem Weg zum Roten Planeten
Die europäische Raumsonde Mars Express wurde erfolgreich auf eine Flugbahn gebracht, von der aus sie das Schwerefeld der Erde verlassen und zum Mars fliegen wird, den sie Ende Dezember erreichen soll. Dann wird diese erste interplanetare Sonde der Europäischen Weltraumorganisation in eine Bahn um den Mars einschwenken und seine Oberfläche, die darunterliegenden Schichten und seine Atmosphäre genauestens unter die Lupe nehmen. Außerdem wird sie ein kleines autonomes Landegerät, Beagle 2, aussetzen, das auf dem Mars aufsetzen und seine Oberfläche erkunden sowie nach etwaigen Spuren vergangenen oder gar gegenwärtigen Lebens suchen soll.
Die europäische Raumsonde Mars Express wurde erfolgreich auf eine Flugbahn gebracht, von der aus sie das Schwerefeld der Erde verlassen und zum Mars fliegen wird, den sie Ende Dezember erreichen soll. Dann wird diese erste interplanetare Sonde der Europäischen Weltraumorganisation in eine Bahn um den Mars einschwenken und seine Oberfläche, die darunterliegenden Schichten und seine Atmosphäre genauestens unter die Lupe nehmen. Außerdem wird sie ein kleines autonomes Landegerät, Beagle 2, aussetzen, das auf dem Mars aufsetzen und seine Oberfläche erkunden sowie nach etwaigen Spuren vergangenen oder gar gegenwärtigen Lebens suchen soll.
Die 1 120 kg schwere, im Auftrag der ESA von einem europäischen Konsortium unter der Leitung von Astrium gebaute Sonde wurde von einem Sojus-Fregat-Träger der Firma Starsem auf die Reise gebracht. Dieser hob am 2. Juni um 23.45 Uhr Ortszeit (19.45 Uhr MESZ) vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan ab. Nach der ersten Zündung der Fregat-Oberstufe gelangte die Sonde zunächst auf eine Wartebahn um die Erde; die 92 Minuten später erfolgte zweite Zündung beförderte sie dann auf ihre interplanetare Bahn.
"Europa fliegt mit dem ehrgeizigen Ziel zum Mars, die bisher gründlichste und vollständigste Erkundung des Roten Planeten anzustellen. Wir können stolz sein auf dieses Vorhaben und auf die Schnelligkeit, mit der wir unser Ziel erreicht haben", erklärte David Southwood, der Direktor des Wissenschaftlichen Programms der ESA, während des Starts der Sonde von Baikonur. Anschließend nahm das ESA-Raumflugkontrollzentrum ESOC in Darmstadt, Deutschland, Funkkontakt zu Mars Express auf. Die Sonde hat sich planmäßig zur Sonne ausgerichtet und ihre Sonnenzellenflügel ausgefahren. Alle Bordsysteme arbeiten einwandfrei. Nach zwei Tagen wird ein Bahnkorrekturmanöver die Sonde auf Zielkurs zum Mars bringen, während sich die ihr folgende Fregat-Oberstufe in den Weiten des Weltraums verlieren wird, womit die Gefahr gebannt ist, daß sie auf der Marsoberfläche aufprallt und diese dadurch kontaminiert.
Danach wird Mars Express sechs Monate lang mit einer Geschwindigkeit von über 30 km/s durch das Sonnensystem rasen (von der Erde entfernt sich die Sonde mit einer Geschwindigkeit von 3 km/s) und dabei 400 Millionen km zurücklegen. Nach Überprüfung der Funktionstüchtigkeit der Nutzlast wird sie in einen "Ruhezustand" versetzt, in dem sie nur noch einmal pro Tag Kontakt zur Erde aufnehmen wird. Im September ist - nach halber Wegstrecke - eine weitere Kurskorrektur vorgesehen.
Ankunft voraussichtlich an Weihnachten
Ende November soll die Sonde "reaktiviert" und auf das Ausklinken von Beagle 2 vorbereitet werden. Die 60 kg schwere Kapsel mit dem Landegerät, die über kein eigenes Antriebssystem verfügt, soll am 20. Dezember auf einer Kollisionsbahn mit dem Mars ausgesetzt werden. Nach fünftägigem ballistischem Flug wird die Kapsel am Weihnachtstag in die Marsatmosphäre eintreten. Das Landegerät, das beim Abstieg durch die Atmosphäre zunächst durch einen Hitzeschild geschützt und anschließend durch zwei Fallschirme abgebremst wird, soll - dann nur noch 30 kg schwer - in der Region Isidis Planitia in der Nähe des Marsäquators aufsetzen. Der Aufprall wird durch drei Airbags gedämpft. Diese kritische Phase der Mission wird vom Eintritt in die Atmosphäre bis zur Landung gerade mal zehn Minuten dauern.
In der Zwischenzeit wird der Orbiter auf eine Bahn manövriert, auf der er vom Schwerefeld des Mars erfaßt werden kann. Die Zündung seines Haupttriebwerks wird ihn abbremsen und auf eine stark elliptische Marsumlaufbahn befördern. Für das Erreichen der endgültigen Einsatzbahn - eine quasi-polare Bahn mit einer Umlaufzeit von 7,5 Stunden, die den Orbiter bis auf 250 km an den Planeten heranführen wird - werden vier weitere Zündungen notwendig sein.
Mars unter der Lupe
Auf der Marsoberfläche wird das Landegerät "Beagle 2" - es wurde nach dem Forschungsschiff von Charles Darwin, dem Vater der Evolutionstheorie, getauft - seine Sonnenzellenpaneele entfalten und den Roboterarm PAW mit seinem Instrumentenpaket (zwei Kameras, ein Mikroskop und zwei Spektrometer) ausfahren. Mit diesen Instrumenten wird es dann die Umgebung erkunden und geologische und mineralogische Daten sammeln, die erstmals eine genaue Altersbestimmung der Gesteinsproben ermöglichen dürften. Mit Hilfe eines Kernbohr- und Mahlgeräts und des "Maulwurfs", eines drahtgesteuerten Miniroboters, der unter Felsbrocken kriechen und bis zu 2 m tief graben kann, werden Bodenproben entnommen und in dem automatisierten Mini-Labor GAP, das mit 12 Öfen und einem Massenspektrometer ausgerüstet ist, analysiert. Diesem Mini-Labor wird die Aufgabe zufallen, etwaige Spuren von Leben zu erkennen und das Alter der Gesteinsproben zu bestimmen.
Umfassende Beobachtungen des Planeten werden mit dem Orbiter, dem in der Umlaufbahn um den Mars verbleibenden Teil der Sonde, angestellt, der seine Instrumente eine halbe bis ganze Stunde pro Umlauf auf den Planeten richten und sich dann der Erde zuwenden wird, um seine Meßdaten und die von Beagle 2 übermittelten Daten an die Bodenstation weiterzuleiten.
Die sieben Instrumente an Bord des Orbiters sollen Informationen über den Aufbau und die Entwicklungsgeschichte des Mars liefern. Die hochauflösende Stereo-Kamera HRSC soll eine vollständige Kartografie des Planeten mit 10 m Auflösung durchführen und einzelne Regionen sogar mit einer Präzision von knapp 2 m fotografieren. Das Spektrometer OMEGA soll die erste mineralogische Karte des Mars mit einer Genauigkeit von 100 m erstellen. Mit dem Spektrometer PFS soll die mineralogische Untersuchung vertieft und darüber hinaus die Zusammensetzung der Marsatmosphäre kartiert werden, um ihre Dynamik zu bestimmen. Das mit einer 40 m langen Antenne ausgestattete Radargerät MARSIS wird die Oberfläche bis in 2 km Tiefe sondieren, um die Bodenstruktur zu ermitteln und insbesondere Wasservorkommen aufzuspüren. Das Analysegerät ASPERA soll die Wechselwirkungen zwischen der oberen Marsatmosphäre und dem interplanetaren Medium untersuchen und Aufschluß darüber geben, wie und über welchen Zeitraum das Fehlen eines Magnetfelds, das als Schild gegen den Sonnenwind gedient hätte, es letzterem gestattet hat, den Großteil der Marsatmosphäre im All zu zerstreuen. Auch das Spektrometer SPICAM und das Funkexperiment MaRS werden die Atmosphäre untersuchen, das erste durch Beobachtung von Sternbedeckungen und das zweite durch Messung der Funkwellenausbreitung.
Die Mission des Orbiters soll mindestens ein volles Marsjahr (687 Erdtage) dauern, während Beagle 2 auf der Marsoberfläche rund 180 Tage funktionsfähig bleiben soll.
Die Exploration des Mars fängt erst an
Diese erste europäische Mission zum Mars greift einen Teil der Ziele des Gemeinschaftsvorhabens Mars 96 mit Rußland wieder auf, das wegen einer Fehlfunktion der Trägerrakete Proton beim Start scheiterte. Bei Mars Express ist deshalb jedem Bordinstrument des Orbiters auch ein russischer Partner zugeordnet. Mars Express fügt sich in eine Reihe internationaler Missionen zur Exploration des Planeten ein, an der darüber hinaus die amerikanischen Sonden Mars Surveyor, Mars Odyssey und die zwei Mars Exploration Rovers sowie die japanische Sonde Nozomi beteiligt sind. Im Rahmen dieser Partnerschaft könnte Mars Express gegebenenfalls die Meßdaten der NASA-Landefahrzeuge und im Gegenzug Mars Odyssey bei Bedarf die Daten von Beagle 2 zur Erde funken.
Von Mars Express werden wissenschaftliche Erkenntnisse von höchster Bedeutung erwartet. Die Mission soll Antwort auf zahlreiche Fragen geben, die bei Vorgängermissionen aufgeworfen wurden und insbesondere die Entwicklung des Mars, die Geschichte der Aktivität im Marsinneren, Wasservorkommen unter der Oberfläche sowie die Möglichkeit betreffen, daß Mars einmal von Meeren bedeckt war, was zur Entstehung von Lebensformen geführt haben könnte, die vielleicht heute noch in "unterirdischen" Seen fortbestehen. Außerdem soll das Landegerät Beagle 2 den Boden und die Umwelt des Mars vor Ort analysieren, was Mars Express zu einer wirklich einzigartigen Mission macht.
Mars Express (eine Mission, für die in beträchtlichem Umfang Elemente genutzt wurden, die für die Kometensonde Rosetta entwickelt wurden, deren Start im kommenden Jahr ansteht) wird darüber hinaus den Weg für andere interplanetare Missionen der ESA - Venus Express im Jahr 2005, gefolgt von BepiColombo zum Planeten Merkur am Ende des Jahrzehnts - sowie für die Fortsetzung der Marsforschung im Rahmen des Programms Aurora ebnen, das der Exploration unseres Sonnensystems gewidmet ist.
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(dm - Quelle: ESA)


» Bilderbuchstart für Mars Express
02. Juni 2003 - Der Start ist geglückt - die europäische Marssonde ist auf dem Weg zum Roten Planeten.
Unter dem Jubel hunderter am Projekt beteiligter Wissenschaftler und begeisterter Raumfahrt-Fans vor Ort wie auch in den ESA-Niederlassungen und nicht zuletzt an den heimischen Bildschrimen startete soeben um exakt 19:45:30 MESZ eine Sojus FG-Rakete vom russisch Weltraumbahnhof Baikonur aus ins All. Es war buchstäblich ein Bilderbuchstart und somit ein gelungener Auftakt zur europäischen Marspremiere. Die Oberstufe vom Typ Fregat bugsiert das mehr als 350 Millionen Euro teure Projekt nun in den Ausgangs-Orbit. Rund 92 Minuten nach dem Start wird dann die Initialzündung eingeleitet, um das Gefährt auf einen direkten Kurs zum Mars zu bringen.
Eindeutiges Highlight der Mission ist neben der 1,3 Tonnen schweren Sonde an sich der an Bord befindliche Lander, eine hauptsächlich britische Entwicklung. Beagle 2, so der Name des Landers in Anlehnung an den Namen des Forschungs-Schiffes von Charles Darwin, wird sich zwei Tage vor der Ankunft von Mars Express vom Mutterschiff ablösen und in die Mars-Atmosphäre eintreten. Abgebremst von einem entsprechenden Fallschirm und gepolstert von einer Art Airbag, welcher bereits in ähnlicher Variante 1997 im Rahmen der Pathfinder-Mission Verwendung fand, wird Beagle 2 dann in Isidis Planitia, einer Region leicht nördlich des Äquators, welche als möglicher Hort früheren Lebens gehandelt wird, niedergehen und hier diverse Forschungen durchführen.
Raumfahrt-Fans auf der ganzen Welt fiebern nun der Ankunft entgegen. Doch erfahrungsgemäß hält auch der Flug an sich einige Risiken bereit. Statistisch gesehen erreichte nämlich noch nicht einmal jede zweite Marssonde in der Vergangenheit ihr Ziel. Die Freude über den europäischen Vorstoß soll aber hierdurch nicht gemindert werden und die beinahe euphorische Berichterstattung der Medien in den letzten Tagen spricht für sich. Angekommen am 20. März und in den Sojus-Träger am 24. Mai integriert wurde Mars Express startfertig bereits am vergangenen Donnerstag auf die Startrampe gerollt.
Wünschen wir der Mission also einen guten Verlauf und der Sonde einen guten Flug. Go, Mars Express, Go!
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(fx - Quelle: eig. Bericht)


» Bemannte Mission zum Mars
02. Juni 2003 - Während man mit vollem Einsatz den Mars Express vorbereitet, schauen europäische Ingenieure und Wissenschaftler nach vorn, in eine Zeit, wenn die Menschheit fähig sein wird ihren Fuß in den roten Staub unsers Nachbarn zu setzten.
Diese einleitende Planung für einen gigantischen Schritt in der Weltraumgeschichte ist bekannt als ESA's Aurora Programme. 60 Mitglieder aus Industrie, Raumfahrtorganisationen und ESA kamen am 14. und 15. Mai zusammen um einen Überblick über die derzeitigen Aktivitäten zu erhalten und um über den 'zukünftigen Weg zu diskutieren.
Beim ersten Treffen gaben die Repräsentanten von den beteiligten Fremdfirmen (EADS, Alenia Spazio, Astrium and Alcatel) einen kurzen Überblick über ihre laufenden Studien und Untersuchungen und der Ergebnisse anderer Firmen. Diese Ergebnisse in Verbindung mit den Erfahrungen von früheren bemannten Missionen geben der ESA schon vor dem Beginn der vorläufigen Missionsplanung, die wichtigsten Daten über Masse, Crewgröße, Dauer der Mission usw.
Die Firmen arbeiten zusammen, liefern der ESA die Ergebnisse und helfen mit schon vorhandenen Technologien. Loredana Bessone, ESA’s Human Mission Design Study/Manager sagt, das man viele wichtige Punkte einbeziehen müsse. Je höher die Masse ist, die man ins All befördert umso höher die Kosten. Die Dauer und die Crewgröße sind ebenso wichtige Punkte, da sie Auswirkung auf die Versorgung und Energie die benötigt werden haben.
Im zweiten Teil mit einem Vortrag des Weltraumveteranen Jean-Pierre Haigneré über die Wichtigkeit der bemannten Raumfahrt zur Erforschung des Sonnensystems, wurde noch über die Mission diskutiert, da man eine klare Vorstellung erlangen möchte.
Im zweiten Teil mit einem Vortrag des Weltraumveteranen Jean-Pierre Haigneré über die Wichtigkeit der bemannten Raumfahrt zur Erforschung des Sonnensystems, wurde noch über die Mission diskutiert, da man eine klare Vorstellung erlangen möchte.
(ak - Quelle: ESA)


» Die Rallye zum Mars beginnt heute!
02. Juni 2003 - Mit dem heutigen Start der europäischen Mission Mars Express beginnt eine wahre Rallye mehrerer Missionen zum Roten Planten.
Wenn der Start von Mars Express mit dem britischen Lander Beagle 2 an Bord heute abend um 19:45 Uhr (MESZ) vom Kosmodrom Baikonur aus glücken sollte, wird damit der Startschuss für eine ganze Flotte von Raumsonden abgefeuert sein, die allesamt gegen Anfang kommenden Jahres bei unserem äußeren Nachbarplaneten eintreffen werden. Rund 90 Minuten nach dem Start an Bord einer russischen Sojus-Trägerrakete wird sich Mars Express von der Fregat-Oberstufe der Rakete trennen und seinen Weg Richtung Mars einschlagen.
 
Doch eigentlich ist der Startschuss für diese "Mars-Rallye" schon im Juli 1998 gefallen. Damals startete der japanische Mars-Orbiter Nozomi seine Reise, die ihn eigentlich bereits im Oktober 1999 in eine Mars-Umlaufbahn führen sollte. Doch aufgrund der Fehlfunktion eines Triebwerkventils beim einem Swing-by-Manöver um die Erde im Dezember 1999, das die Raumsonde auf ihren Weg Richtung Mars bringen sollte, musste die Flugroute neu geplant werden. Nozomi hat mittlerweile ein zweites Swing-by-Manöver um die Erde hinter sich, ein weiteres derartiges Manöver Mitte dieses Monats soll den Orbiter dann endgültig auf den Weg bringen, so dass sich Nozomi im Januar 2004 zu den anderen drei aktiven Raumsonden gesellen wird, die zu diesem Zeitpunkt dann bereits den Mars umkreisen.
 
Am Ende dieser Woche wird der erste der beiden amerikanischen Mars-Rover seinem europäischen Kollegen folgen. Am 8. Juli soll er an Bord einer Delta II-Rakete starten, um voraussichtlich am 4. Januar des kommenden Jahres auf der Oberfläche des Mars zu landen. Sein "Zwillingsbruder", der baugleiche zweite Mars-Rover, wird ihm nur wenig später am 25. Juni folgen und Ende Januar 2004 an beinahe entgegengesetzter Stelle des Mars landen.
 
Wird werden Sie auf Raumfahrer.net natürlich zeitnah über den Verlauf aller Missionen und die wissenschaftlichen Ergebnisse informieren - seien Sie dabei!
(ms - Quelle: Raumfahrer.net)


» Teilweise Sonnenfinsternis
01. Juni 2003 - Samstag Morgen: Frühaufsteher bekamen die Möglichkeit, eine Teil-Sonnenfinsternis am Himmel zu beobachten - wenn doch das Wetter mitgespielt hätte.
Am Samstag in der Frühe konnte man vielerorts eine partielle Sonnenfinsternis miterleben. An der Küste war die Abdeckung mit fast 90 Prozent am intensivsten, nach Süden und vor allem Südwesten hin war die Verfinsterung geringer. Außerdem war die Sicht durch Wolken und Gewitter verdeckt, so hatten auch die Einwohner Islands kein Glück, die sichelförmige Sonne zu beobachten.
Zu den ersten, die die Teilfinsternis sehen konnten, gehörten kurz vor 5 Uhr die Mitarbeiter der Sternwarte Greifswald. "Besonders gut zu sehen waren die Sonnenflecken, die für die Polarlichter in den vergangenen Tagen verantwortlich waren", sagte Marcel Hähnel, Vorstand des Sternwartevereins.
br>Allerdings war der freie Blick auf das Spektakel durch Wolkendecken nur eingeschränkt. "Im Nordosten Mecklenburg-Vorpommerns und in einem Streifen von der Lüneburger Heide über Hessen und Thüringen war der Himmel bedeckt", erklärt Thomas Globig vom Wetterdienst meteomedia.
Hart traf es dabei besonders die weitgereisten Sonnenfinsternis-Touristen, die auf Empfehlung von Meteorologen und Astronomen zunächst an die Nordostspitze Islands gepilgert waren. Nach mehreren Wochen mit fast durchgängigem Sonnenschein hatte sich ausgerechnet am Tag vor dem astronomischen Ereignis die Wetterlage auf Island grundlegend geändert.
br>An der einsamen Nordwestküste Islands bei Olafsfjadurmuli versammelten sich in der hier weitgehend hellen Nacht vor der Sonnenfinsternis mehr als 500 Schaulustige. Während der dreieinhalb Minuten der eigentlichen Finsternis riss die Wolkendecke jedoch nur für kurze Augenblicke auf und gab den Blick auf den spektakulären Feuerring frei. "Die Stimmung ging dann eher in Richtung Enttäuschung", berichtete ein isländischer Fernsehreporter.
(dp - Quelle: AP)


» Mars Express - der schnellste Weg zum Roten Planeten
30. Mai 2003 - Die ESA-Mission Mars Express ist in mehrfacher Hinsicht ein Pioniervorhaben: Zum einen handelt es sich um die erste europäische Reise zum Mars, zum anderen wurde die Sonde zu außergewöhnlich niedrigen Kosten und in Rekordzeit gebaut.
Mars Express ist das erste Beispiel für das neue Konzept der ESA zur Entwicklung von Wissenschaftsmissionen: schneller, besser und kosteneffizienter, und das ohne Beeinträchtigung der Zuverlässigkeit und Qualität - denn gespart wurde weder bei den Erprobungen noch bei den Startvorbereitungen. Die Sonde wird während ihrer Reise zum Roten Planeten extreme technische Herausforderungen zu bewältigen haben, auf die sich die Ingenieure der ESA gründlich vorbereitet haben.

"Mit Mars Express erarbeitet sich Europa seine eigenen Fachkenntnisse auf zahlreichen Gebieten. Diese reichen von der Entwicklung von wissenschaftlichen Experimenten und für die europäische Industrie neuen Technologien bis zur Kontrolle einer Mission, zu der die Landung auf einem anderen Planeten gehört - was wir noch nie gemacht haben", sagt der Projektleiter für Mars Express, Rudi Schmidt.

Schneller, besser - und dabei sicher!

Die Entwurfs- und Entwicklungsphase für Mars Express hat etwa vier Jahre gedauert, verglichen mit rund sechs Jahren für ähnliche frühere Missionen. Vor allem jedoch kostet die Mission mit 300 Millionen Euro weitaus weniger als vergleichbare interplanetare Missionen. Der "Trick": ein neuer Managementansatz, der zum einen in der Wiederverwendung von vorhandenen Geräten und Instrumenten und zum anderen in der Entwicklung durch ein kleineres Team der ESA resultierte, das der Industrie mehr Verantwortung übertragen hat. Gebaut wurde die Sonde von einem Konsortium unter der Leitung des Hauptauftragnehmers Astrium, dem 24 Unternehmen aus den fünfzehn ESA-Mitgliedstaaten und den USA angehörten.
Dabei wurde die Sicherheit der Mission zu keinem Zeitpunkt vernachlässigt. "Obwohl wir gegen Ende des Projekts stark unter Druck standen, haben wir kein einziges Mal erwogen, aus Zeitgründen einen geplanten Test ausfallen zu lassen. Ich würde das Ganze eine schnelle Entwurfsphase mit anschließender gründlicher Testphase nennen", so Schmidt.

Diese neue, straffere Entwicklungsmethode soll auch bei Venus Express und voraussichtlich noch bei anderen künftigen Missionen zur Anwendung kommen.

Der Start

Mars Express wird am 2. Juni mit einem Sojus-Fregat-Träger vom Raumflugzentrum Baikonur in Kasachstan aus ins All befördert. Die Mission, die aus einem Orbiter und dem Landegerät Beagle 2 besteht, wird in der Konfiguration eines 1.223 kg schweren Aluminiumkastens mit den Abmessungen 1,5 x 1,8 x 1,4 m (ohne Sonnenzellenflügel) gestartet. Das seitlich an der Sonde befestigte Landegerät bleibt während des Flugs "zugeklappt" wie eine riesige Taschenuhr. Die Ankunft am Mars ist für Ende Dezember geplant:Dann wird Beagle 2 auf dem Mars landen, während der Orbiter in seine Umlaufbahn um den Mars einschwenkt.

Gegenwärtig läuft in Baikonur die Endphase einer umfangreichen Startkampagne. Die Sonde ist dort am 20. März eingetroffen. Mit 457 kg Treibstoff betankt, wurde sie am 24. Mai in den Sojus-Träger integriert - ein Vorgang, den die Russen "Hochzeit" nennen. Träger und Nutzlast wurden dann am 29. Mai, vier Tage vor dem Start, zum Startplatz gerollt.

Der schnellste Weg zum Roten Planeten

Einer der Gründe, weshalb die Wissenschaftler Mars Express in so kurzer Zeit entwickeln mußten, ist die derzeit außergewöhnlich günstige Konstellation zwischen der Erde und dem Mars. Zwar bietet sich eine Startgelegenheit zum Mars alle 26 Monate - nämlich dann, wenn Sonne, Erde und Mars in einer Geraden zueinander stehen -, aber so gering wie gerade jetzt ist die Entfernung zwischen Erde und Mars nur alle 15 bis 17 Jahre. Berechnungen ergaben zudem, daß die Kombination aus geringstem Treibstoffverbrauch und kürzester Reisedauer nur unter der Voraussetzung zu realisieren ist, daß der Start zwischen dem 23. Mai und dem 21. Juni erfolgt. Das Mars Express-Team hat alles daran gesetzt, dieses Startfenster nicht zu verpassen.

Als Zeichen des gegenseitigen Respekts zweier europäischer High-Tech-Organisationen wird Mars Express einen kleinen Behälter mit der roten Farbe der Ferrari-Rennwagen mitführen.

Nach dem Start

90 Minuten nach dem Start wird sich Mars Express von der Oberstufe der Sojus-Fregat lösen. Anschließend werden sich die Sonnenzellenflügel entfalten, worauf die Sonde Funkkontakt mit der ESA-Bodenstation in New Norcia, Westaustralien, aufnehmen wird.

Mars Express wird sich mit einer Geschwindigkeit von 3 km/s von der Erde entfernen. Ein wesentlicher Vorgang in diesem frühen Flugstadium wird die Abtrennung der Befestigungsklammern von Beagle 2 drei Tage nach dem Start sein. Diese Vorrichtungen, die dafür sorgen, daß das Landegerät während des Starts fest mit der Sonde verbunden bleibt, werden im Weltraum nicht mehr benötigt - und nicht nur das: Ihre Absprengung ist auch Voraussetzung dafür, daß sich Beagle 2 bei der Ankunft am Mars wie geplant vom Orbiter lösen kann.

Um sicherzustellen, daß alles planmäßig verläuft, wurden keine Mühen gescheut. Schmidt betont, daß "wir alle Aspekte der Mission gründlich genug getestet haben, um voller Zuversicht sagen zu können, daß keine Fehler, vor allem keine elementaren, auftreten werden. Mars Express wurde zwar in Rekordzeit entwickelt, aber bei den Tests wurden keine Kompromisse eingegangen, was auch für das Bodensegment gilt."

Eintritt in die Umlaufbahn und Landung auf dem Mars

Sechs Tage vor der Ankunft am Mars wird das Landegerät ausgeklinkt. Dieser Vorgang gilt als einer der komplexesten der gesamten Mission. Beagle 2 ist mit seinen 65 kg zu leicht, um einen Steuerungsmechanismus mitzuführen, und ist auch nicht für den Empfang von Befehlen während seines Abstiegs und seiner Landung ausgerichtet. Seinen geplanten Landeplatz kann es daher nur erreichen, wenn es vom Orbiter in die richtige Flugbahn gebracht und an einem ganz bestimmten Punkt mit einer ganz bestimmten Geschwindigkeit ausgesetzt wird. Für die Steuerung dieses Manövers wird das Bodenkontrollteam im Europäischen Raumflugkontrollzentrum (ESOC) in Darmstadt, Deutschland, zuständig sein. Mit Simulatoren, die ausgeklügelten Computerspielen ähneln, trainieren die Ingenieure seit Monaten für den Anflug auf den Mars und das Aussetzungsmanöver. Sie werden ihre Vorbereitung auch nach dem Start fortsetzen.

Nach dem Ausklinken des Landegeräts wird sich der Orbiter zunächst auf Kollisionskurs mit dem Roten Planeten befinden. In einem weiteren entscheidenden Manöver müssen die Bodenkontrolleure dann seine Flugbahn korrigieren und seine Geschwindigkeit auf 1,8 km/s drosseln. Bei dieser Geschwindigkeit kann die Schwerkraft des Mars den Orbiter erfassen und ihn auf seine Umlaufbahn lenken. Anschließend sind noch eine ganze Reihe von Manövern erforderlich, bevor der Orbiter seine endgültige Einsatzposition - eine stark elliptische polare Umlaufbahn - erreichen wird und die wissenschaftlichen Beobachtungen beginnen können.

Beagle 2 wird inzwischen auf dem Mars gelandet sein. Vorgesehen ist hierfür ein ausgedehntes elliptisches Gebiet von 300 km Länge und 150 km Breite in der Äquatorregion Isidis Planitia, das wegen der dort heftig wehenden Marswinde und der relativ ebenen Oberfläche ausgewählt wurde. Beagle 2 wird an Fallschirmen herabschweben und schließlich, geschützt durch große Luftkissen, auf der Marsoberfläche aufsetzen. Nach seiner Landung wird es den Betreibern in der britischen "Jodrell-Bank"-Radioteleskopstation mit einem Signal - einer Neun-Ton-Melodie, die von der britischen Popgruppe Blur für das Beagle 2-Team komponiert wurde - anzeigen, daß es sein Ziel sicher erreicht hat.

Mars Express soll mindestens zwei Jahre lang die Oberfläche, die Schichten unter der Oberfläche und die Atmosphäre des Mars erforschen. Das Landegerät wird etwa sechs Erdmonate lang die Oberfläche des Planeten erkunden und seine Daten über den Orbiter zur Erde senden.

Die europäische Mission Mars Express soll helfen, grundlegende Fragen über den Mars zu beantworten, darunter die, ob es auf ihm Wasser gibt und wieviel, und ob Anzeichen für vergangenes oder gar gegenwärtiges Leben zu finden sind. Ihr Name steht für die bisher umfangreichste Erforschung des Roten Planeten.
 
Raumfahrer.net wird während des gesamten Missionsverlaufs umfangreich auf einer eigenen Sonderseite über Mars Express und Beagle 2 berichten - unter anderem exklusiv mit der deutschsprachigen Fassung des Mars Express Tagebuchs.
(la - Quelle: ESA)


» Trümmerteil verantwortlich für Shuttle-Unglück?
30. Mai 2003 - Die jüngsten Untersuchungs-Ergebnisse stützen die These, dass das Schicksal der Columbia-Crew bereits beim Start besiegelt wurde.
Schon seit einiger Zeit werden im Auftrag des CAIB (Columbia Investigation Board), des für die Untersuchung des tragischen Zwischenfalls am 1. Februar dieses Jahres, bei dem durch die Verunglückung des Space Shuttles Columbia sieben Astronauten ums Leben kamen, zuständigen Gremiums Test durchgeführt, in deren Rahmen die genaue Unglücksursache geklärt werden soll. Im Vordergrund steht dabei die Evaluierung der Theorie, nach der beim Start durch ein abfallendes Isolationsteil des externen Tanks die linke Flügelvorderkante beschädigt worden sei.
Bisher herrschte darüber Streit, ob ein knapp zwei Kilogramm schweres Stück Schaumstoff überhaupt einen entsprechenden bleibenden Schaden hervorrufen kann. Die Simulationen der NASA, durchgeführt am Southwest Research Institute in San Antonio, Texas, in deren Rahmen ein äquivalentes Bruchstück auf eine dem betroffenen Flügel ähnliche Struktur geschossen wurde, scheinen aber eben dies nun zu bestätigen. Ohne auf weitere Details einzugehen, verkündete das CAIB, dass tatsächlich die befürchtete Beschädigung des Flügels eintrat, welche am 1. Februar dazu führte, dass heiße Gase in das Innere des Shuttles eindringen und dieses schließlich zerstören konnten.
Die Videoaufzeichnungen vom Start zeigen eindeutig ein entsprechendes Trümmerteil, welches sich 81 Sekunden nach dem Start am 16. Januar löste. An sich nichts Ungewöhnliches, denn bereits bei früheren Missionen konnte exakt dies beobachtet werden, ohne dass es Folgen für Crew oder Technik gehabt hätte. Nun scheint es so, als sei jenes nur briefumschlag-großes Isolationsteil doch für das Unglück verantwortlich. Tyrone Woodyard, Sprecher des CAIB, äußerte sich folgendermaßen zu den Testergebnissen: "Es gibt uns Hoffnung, dass wir bald Gewissheit haben werden." Allerdings mahnte er auch, die entsprechende wissenschaftliche Distanziertheit zu wahren: "Wir möchten noch keine Schlüsse ziehen, bevor wir zuätzliche Analysen durchgeführt haben."
Fraglich ist zum Beispiel, in wie weit die Testergebnisse überhaupt auf die Realität übertragbar sind. In der Simulation wurde ein Trümmerteil durch Gasdruck beschleunigt und mit 531 Meilen pro Stunde auf eine Fiberglas-Struktur geschleudert, welche in etwa der Struktur des Shuttle-Flügels entspricht, jedoch weitaus wiederstandsfähiger sein soll. Dabei entstand ein mehrere Zentimeter langer Riss mit einer Breite von nur wenigen Millimetern. Dieser Schaden würde in der Wirklichkeit jedoch bereits genügen, um heißen Gasen beim Wiedereintritt einen Angriffspunkt zu bieten.
Im kommenden Monat soll die Testreihe fortgesetzt werden. Dabei sollen erstmals auch reale Shuttle-Komponenten, in diesem Falle die der Discovery, auf deren Bruchfestigkeit und ihr Verhalten bei einem Impakt untersucht werden. Erst dann wird man mit relativer Sicherheit sagen können, in wie weit ein recht kleines Trümmerteil einen derart weitreichenden Schaden hervorrufen kann. Zweifel sind derzeit, und dies betonen alle Raumfahrt-Experten, gegenüber allen Varianten und Thesen des Unfallhergangs angebracht. Erst Ende des Sommers wird der finale Unfallbericht des CAIB erwartet.
(fx - Quelle: Floridatoday.com)


» Nachruf: Kosmonaut Makarow verstorben
30. Mai 2003 - Mit Oleg Makarow verstarb ein russischer Raumfahrt-Pionier. Er flog dreimal ins All und tranierte auch für die sowjetische Mondlandung.
Laut einer Meldung der russischen Raumfahrt-Agentur Itar-TASS ist der russische Kosmonaut Oleg Makarow bereits am Mittwoch an den Folgen eines Herzanfalls gestorben. Der am 6. Januar 1933 geborene Makarow war ein wirklicher Veteran der sowjetischen Raumfahrt: nach seinem Eintritt in das Kosmonauten-Korps im Jahre 1968 flog er dreimal ins All.
Am 27. September 1973 gab er mit Wassili Lassarew während der zweitägigen Mission Sojus 12 sein Debüt. Einige Jahre später, 1978, blickte er bei Sojus 18A dem Tod ins Auge, da es acht Minuten nach dem Start der Sojus-Trägerrakete vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur aus zu einer schweren Panne kam. Durch das Versagen eines Sprengbolzens trennte sich in einer Flughöhe von 120 Kilometern die ausgebrannte Hauptstufe nicht wie vorgesehen. Darauf hin begann die gesamte Rakete zu taumeln und wich erheblich vom Kurs ab. Um einer drohenden Katastrophe eines gestrandeten Raumschiffes im Orbit vorzubeugen, wurde in 190 Kilometern Höhe das Raumschiff abgetrennt und eine ballistische Landung eingeleitet. Dabei wirkten kurzzeitig Kräfte von bis zu 21 g, also die 21-fache Erdbeschleunigung, auf die beiden Raumfahrer ein. Die Landung erfolgte im tiefen Schnee des Altai-Gebirges nur wenige Kilomter von der chinesischen Grenze entfernt. Lasarew starb übrigens bereits 1990 an einer Vergifung durch selbst gebrannten Wodka.
Bei Sojus 27 am 10. Januar 1978 verlief dann alles wieder geplant. Gemeinsam mit Wladimir Dschanibekow wurde hierbei ein finaler Test der Systeme der Raumstation Salut 6 vor der Aufnahme der bemannten Interkosmos-Flüge durchgeführt. Dabei waren erstmals zwei Raumschiffe gleichzeitig an eine Raumstation angekoppelt: es kam zu einem kosmischen Rendezvous mit der Stammbesatzung von Salut 6, Juri Romanenko und Georgi Gretschko, welche schon am 12. Dezember der vorangegangenen Jahres zur Station aufbrachen. Auch Sojus T-3, sein dritter Weltraumflug, war eine Art Premiere, denn erstmals seit der für drei Kosmonauten tödlichen Mission Sojus 11 flogen nun wieder drei Raumfahrer in einem Sojus-Raumschiff ins All. Dabei wurde vom 27.11. bis 10.12.1980 die alternde Raumstation Salut 6 reaktiviert.
Mit Oleg Makarow verstarb ein weiterer russischer Weltraumpionier. Der 70-jährige Kosmonaut schied 1968 aus der sowjetischen Kosmonauten-Gruppe aus. Neben dem Sojus-System tranierte er in den 60'er Jahren auch für das gescheiterte sowjetische Mondflug-Programm als Konkurrenz zu Apollo.
(fx - Quelle: AFP/Spacedaily.com)



 
 

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      HotSpot: Von Darmstadt zum Mars von Karl Urban 

Im Jahr 1831 betritt Charles Darwin das britische Forschungsschiff Beagle und bricht damit auf eine Reise auf, auf der er Entdeckungen machen soll, die die Welt fundamental verändern. Nur 172 Jahre nach Darwins historischer Reise, die zur Entwicklung der modernen Evolutionstheorie führte, macht sich wieder ein Schiff mit dem gleichen Namen in wenig erforschte Gefilde auf: Das britische Landeraumschiff Beagle 2 sowie sein Mutterschiff Mars Express sind auf dem Weg in Richtung des Roten Planeten. Ihre Mission ist vergleichbar mit der Darwins: Sie sollen nach Anzeichen von Leben suchen und nach dem Lebenselexier überhaupt: Flüssiges Wasser.

Mars Express ist die erste Mission der ESA zum Roten Planeten und gleichzeitig die erste zu einem anderen Planeten überhaupt. Alle früheren interplanetarischen Missionen mit europäischer Beteiligung geschahen unter der Federführung einer anderen großen Raumfahrtmission: Dies gilt für die Saturnsonde Cassini-Huygens ebenso wie für die leider verunglückte russische Mission Mars 96.

Autonome Missionen im Sonnensystem stellen jedoch auch vielfältige Anforderungen an die Europäische Raumfahrtagentur ESA. Mit der Fertigstellung der ersten Deep Space Ground Station in New Norcia, Australien ist eine wichtige Voraussetzung erfüllt, um mit den weit entfernten Sonden in Kontakt zu bleiben. Die wissenschaftlichen Daten der Raumfahrzeuge werden von der neuen Antenne empfangen und direkt zum European Space Operations Centre (ESOC) in Darmstadt, Hessen weitergeleitet. Vom ESOC werden alle Raumfahrtmissionen mit europäischer Beteiligung koordiniert und überwacht.

Am 2. Juni 2003 startete vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur die Sonde Mars Express mit Beagle 2 an Bord ins All. Das Ereignis wurde in Fernsehen und Internet übertragen, für die Presse fanden im ESOC in Darmstadt und in anderen Standorten der ESA größere Veranstaltungen zum Start statt. Raumfahrer.net war durch Michael Stein und Karl Urban in Darmstadt vertreten.

Auf dem relativ großen Gelände des ESOC, das mehrere vier- bis fünfstöckige Gebäude umfasst, war für die Presse in einem modernen Bau aus Glas und Stahl ein Saal sowie ein großes Buffet vorbereitet worden, um den Start gut gestärkt auf einer von vier Großleinwänden verfolgen zu können. Im Zentrum des Saals waren auf einer sich drehenden Plattform Beagle 2 am Boden und Mars Express in der Luft schwebend montiert. Die Plattform diente gleichzeitig als Bühne für ein etwa vierstündiges Programm. Der Saal erhielt durch blaue und rote Scheinwerfer, Marsfolien auf dem Boden sowie anheizende Musik aus einem Science Fiction-Soundtrack das richtige Ambiente, um gespannt auf den Liftoff in Baikonur zu warten.

Bis zum Start der Sojus Fregat wurde die Zeit mit mehreren Interviews überbrückt, wie mit Mars Express-Projektmanagern und an der Mission beteiligten Wissenschaftlern. Wenig nervös zeigte sich life aus dem ESOC-Kontrollraum Mars Express Ground Segment Manager Mike McKay und drückte damit die kühle Professionalität der beteiligten ESA-Mitarbeiter aus, die direkt am Start beteiligt waren. Sehr viel Aufmerksamkeit der anwesenden Journalisten erhielt auch der deutsche Astronaut Ulf Merbold, der erneut über die Bedeutung der Mission und die Möglichkeit einer bemannten Marsmission sprach.

Trotz der großen Professionalität der gesamten Veranstaltung, störten kleinere Details den Gesamteindruck: Wenige Minuten vor dem Start wurde über die Videoleinwände direkt nach Baikonur geschaltet. Von dort moderierten zwei ESA-Mitarbeiter in einer schlechten Tonqualität den Start. Durch laute Atemgeräusche, ungewollte Mehrsprachigkeit (zum Teil gerieten die Kommentare ins Französische) sowie Rückkopplungen wurde so das Erlebnis des Starts der Rakete etwas gedämpft. Daneben verschwand noch wenige Sekunden vor dem Abheben der Countdown mehrmals, was die Anwesenden ebenso etwas irritierte. Ein letztes Mal spannend wurde es beim Abtrennen von der Fregat-Raketenstufe, nach welcher Mars Express völlig autonom auf dem Weg in Richtung Mars sein sollte. Der Moment wurde durch die ersten Signale direkt von der Sonde bestätigt und der Pressesaal im ESOC applaudierte zum gelungenen Auftakt Europas erster Mission zum Roten Planeten.

Mit dem Satz We have a mission. bestätigte auch Director of Science der ESA David Southwood den erfolgreichen Startvorgang von Mars Express und Beagle 2. Die erste europöische Sonde fliegt zum Mars und wird dort nach Wasser und Lebensspuren suchen und so einen Beitrag zu unserem Wissen über das Leben und das Universum leisten, wie es schon Charles Darwin mit seiner Reise auf der HMS Beagle tat.
 

 
 

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      Special: Die Erforschung des Roten Planeten von Sven Piper  

Wir danken Sven Piper und Extrasolar-Planets.com für die freundliche Bereitstellung dieses Artikels.

Bislang sind 34 Sonden zum Mars aufgebrochen, doch bislang waren nur zehn Missionen ein Erfolg. Lesen Sie in diesem Artikel etwas über die größten Erfolge und die tragischsten Misserfolge der unbemannten Raumfahrt. Des weiteren erfahren Sie, warum die "Beherrscher der Venus" bislang keine einzige Marsmission erfolgreich abschließen konnten.

Am Montag den 2. Juni 2003 ist die europäische Sonde Mars Express erfolgreich gestartet, es ist die erste eigenständige Mission der europäischen Raumfahrt in Zusammenarbeit mit Russland und schon an diesem Wochenende folgt, nach zwei Verschiebungen, endlich der Start des ersten der zwei Mars Exploration Rover der NASA.

Es ist fast 30 Jahre her, als die erste Sonde, nach zuvor mehreren gescheiterten Missionen, den Mars erreicht hat. Es war die amerikanische Sonde Mariner 4, die im Juli 1965 den Roten Planeten erreicht hat und die ersten Bilder zur Erde sendete. Dies war ein mit Spannung erwartetes Ereignis, gab es doch bis dato nur wenig gesicherte Fakten über Mars und unzählige Legenden und Mutmaßungen. Einige dieser Legenden handelten von Marsmenschen und künstlich angelegten Kanälen auf dem Mars.

Doch die ersten Bilder zeigten ein anderes Bild vom Mars. Sie zeigten eine mit Kratern gespickte Oberfläche mit einer dünnen Atmosphäre und einem niedrigen Druck. Des weiteren fand die Sonde heraus, dass die Atmosphäre zum Großteil aus Kohlendioxid besteht.

Doch dieser Erfolg blieb nicht einzigartig, denn auch Mariner 6 und 7 erreichten im Jahr der Mondlandung den Mars, auch wenn Mariner 7 mit widrigen Umständen zu kämpfen hatte, da eine Batterie explodiert war und die Stromversorgung kurz vor dem Ausfall stand. Nur der glückliche Umstand, das Mariner 7 mit einem neuartigen umprogrammierbaren Computer ausgestattet war, ermöglichte das Ablichten von über 100 Bildern der südlichen Hemisphäre des Planeten und führte so noch zum Erfolg der Mission.

Diese Erfolge der Amerikaner stellte die bislang erfolgreicheren Russen unter Zugzwang. Denn sie hatten es bislang trotz mehrerer Versuche nicht geschafft, den Mars zu erreichen. Schlimmer noch, die meisten Sonde verließen noch nicht einmal das Gravitationsfeld der Erde, da sie entweder beim Start explodierten oder im beim Zünden der Triebwerke im Erdorbit auseinanderbrachen.

Erst im Jahr 1971 erreichte die russische Sonde Mars 2 den Planeten und setzte einen Lander zur Oberfläche ab. Es war der erste Versuch eine kleine Sonde auf der Oberfläche zu platzieren. Die Sonde schaffte es durch die dünne Atmosphäre des Mars und hatte den ersten Bodenkontakt. Auch wenn sie keine brauchbaren Daten lieferte da sie eine Funktionsstörung hatte und auf der Oberfläche zerschellte.

Die baugleiche Sonde Mars 3 hingegen landete im Dezember 1971 auf dem Mars, doch nach zwei Minuten brach der Kontakt zur Sonde ab. Aber wenigstens die Orbiter von Mars 2 und 3 sendeten noch über 60 Bilder zur Erde, so war die Mission wenigstens noch ein Teilerfolg.

Weitere Versuche, eine Sonde auf der Oberfläche des Roten Planeten abzusetzen, scheiterten bis zum überaus erfolgreichen Viking Programm der Amerikaner. Beide Sonden landeten auf dem Mars und sendeten die ersten Bilder von der Oberfläche des Planeten. Viking 1 sollte eigentlich in der Chryse Planitia Region landen, doch die Wissenschaftler änderten das Ziel, da die Region zu rau war. Viking 2 landete hingegen am 3. September 1976 in der vorherbestimmten Region Utopia Planitia.

Die Viking Lander lieferten auch die ersten Bodenproben vom Mars, die aussagten, dass der Marsboden so steril ist, wie ein Operationstisch im Krankenhaus sein sollte. Keine Anzeichen von Mikroroben oder Spuren vom gegenwärtigen oder vergangenen Leben. Einige Wissenschaftler sehen darin einen Beweis dafür, dass auf dem Mars niemals Leben entstanden ist. Andere hingegen argumentieren, dass die Ergebnisse nur auf die Region, nicht aber auf den gesamten Planeten anwendbar sind. Welche Fraktion recht behält werden die zukünftigen Missionen zeigen.

1988 hatte dann die russische Raumfahrt ein kurzlebiges Erfolgsereignis. Die Sonde Phobos 2 erreichte den gleichnamigen Marsmond und untersuchte ihn auf die Möglichkeit, ihn für zukünftige bemannte Marsmissionen zu nutzen. Nach zwei erfolgreichen Monaten kam es dann wahrscheinlich zu einer Computerfehlfunktion und die Sonde war verloren.

Erst im Jahr 1996 erreichte wieder eine Sonde den Mars. Es war die amerikanische Sonde Mars Global Surveyor. Sie ist ebenfalls eine der erfolgreichsten Mission der unbemannten Raumfahrt und noch immer in einem Orbit um den Mars. Auch wenn es nach dem Start der Sonde nicht danach aussah, da ein Sonnesegel sich nicht entfaltet hatte.

Da die große Raumfahrtnation Russland bislang noch keine erfolgreich abgeschlossene Marsmission zu verbuchen hatte, folgte im November 1996 die Mission Mars 96. Doch auch diese Sonde erreicht den Mars nicht. Beim Start kam es zu einer Fehlzündung und die Sonde krachte in den Pazifik. Sie war bislang die letzte Mission der russischen Raumfahrt zum Roten Planeten und damit haben es die Bezwinger der Venus nicht geschafft, den Mars zu "erobern". Wobei anzumerken ist, dass eine Sonde auf der Venus abzusetzen und Bilder von der Oberfläche zur Erde funken zu lassen ungleich schwerer ist, als eine Sonde durch die dünne Marsatmosphäre zu steuern.

Aber auch die Amerikaner hatte einige Rückschläge zu verkraften, wobei der peinlichste Fehler sich bei der Mars Climate Orbiter-Mission ereignete, da die NASA Mitarbeiter Fehler bei Umrechnung von Einheiten machten und der Marsboden dann da war, wo er eigentlich nicht sein sollte.

Ein anderer tragischer Rückschlag traf die japanische Raumfahrtorganisation NASDA. Bei der bislang einzigsten japanischen Mission brachte eine Triebwerksfehlfunktion die Sonde auf einer Umlaufbahn um die Sonne. Aber noch ist noch nicht alles verloren, die Japaner hofften im Juni 2003 die Sonde mit Hilfe von einigen swing-by Manövern wieder auf den Kurs Richtung Mars zu bringen, doch während einiger starker Sonneneruptionen im April 2002 kam es zu Beschädigungen im Kommunikations- und Energieversorgungssystem der Sonde, so das ihre Zukunft ungewiss ist. Related Links:
Mars Express Sonderseite
2003 Mars Rover Sonderseite

Marsspecial von Extrasolar-Planets.com


 

 
 

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      Space Focus: Nach dem Start von Mars Express... von Michael Stein 

Der erste Schritt auf dem Weg zum Mars ist erfolgreich bewältigt worden. Lesen Sie hier, wie es nun bis zur Ankunft beim Mars im Dezember weiter geht.

Der Start von Mars Express verlief einwandfrei. Die Sojus-Trägerrakete hob von der Startplattform in Baikonur wie geplant um 19:45 Uhr (alle Zeiten: MESZ) bzw. 23:45 Uhr (Ortszeit) ab. Genau 01:58 Minuten (T+ 00:01:58) nach dem Start erfolgte die Trennung der ersten Raketenstufe, 04:14 Minuten nach dem Start wurde die Nutzlastverkleidung abgeworfen und bei T+ 00:08:49 erfolgte die Trennung der Fregat-Oberstufe von der dritten Sojus-Stufe. Eine Minute später zündete dann das Fregat-Triebwerk zum ersten Mal für 20 Sekunden und brachte Mars Express und Beagle 2 dadurch in einen vorübergehenden Parkorbit. Die "heiße Phase" des Starts hatte damit zunächst ihren Abschluss gefunden, und gemeinsam kreiste das Trio anschließend für über eine Stunde antriebslos in gut 180 Kilometern Höhe um die Erde.

Schließlich wurde es wieder spannend. Noch war der erste europäische Mars-Orbiter nicht mehr als ein Erd-Orbiter, noch hatten sich Mars Express und Beagle 2 nicht auf ihren Weg zum Mars gemacht - noch einmal also hieß es "Daumen drücken!". Erst die zweite, rund 14 Minuten dauernde Zündung des Triebwerks der Fregat-Oberstufe sollte die beiden Passagiere so stark beschleunigen, dass sie die Erdanziehungskraft verlassen und sich auf den Weg zum Mars machen konnten. Um T+ 01:17:47 zündete das Fregat-Triebwerk dann auch tatsächlich erneut zum vorher genau berechneten Zeitpunkt, um die korrekte Flugbahn Richtung Mars erreichen zu können. Wieder hieß es für die Teams von Mars Express und Beagle 2 warten, bis schließlich rund anderthalb Stunden nach dem Start um 21:17 Uhr (MESZ) die Nachricht vom Kontrollzentrum eintraf, dass der zweite Brennvorgang des Fregat-Triebwerks wie geplant stattgefunden hatte und die Abtrennung von Fregat und Mars Express bestätigt worden war.

Die letzte, endgültig erlösende Nachricht für alle Teammitglieder der beiden Missionen war dann um 21:45 Uhr die Bestätigung vom Mission Control Centre beim European Space Operation Centre (ESOC) in Darmstadt, dass eine erste Verbindung mit Mars Express hergestellt worden sei. Die von der Raumsonde empfangenen Daten bestätigten gleichzeitig, dass sich die beiden Solarpaneele des Mars-Orbiters geöffnet hatten und die Batterien der Sonde die vorgesehene elektrische Leistung lieferten.

Die Reise beginnt...
Nachdem der Kontakt mit Mars Express erfolgreich hergestellt worden ist, wird das Kommunikationssystem der Raumsonde am 4. Juni um 06:45 Uhr auf die große Parabolantenne des Orbiters umschalten, um eine höhere Datenübertragungsrate zu gewährleisten. Am Abend des gleichen Tages wird um 20:17 Uhr eine erste Kurskorrektur mit den Steuerdüsen der Raumsonde vorgenommen. Die Flugbahn von Mars Express sowie der Fregat-Oberstufe, die nach erfolgter Abtrennung auf gleichem Kurs hinter dem Mars-Orbiter her fliegt, würde beide Flugkörper ohne Korrektur knapp am Mars vorbeiführen - und genau das ist für die mittlerweile nutzlos gewordene Fregat-Oberstufe auch geplant, denn man möchte vermeiden, dass sie auf dem Mars aufschlägt und dabei möglicherweise Bakterien oder Sporen von der Erde einschleppt. Bei Mars Express liegen die Dinge natürlich etwas anders, und damit aus dem Orbit kein Vorbeiflug wird richtet diese erste Kurskorrektur die Flugbahn der Raumsonde auf den eigentlich angepeilten Kurs "Mars" aus.

Tags darauf, am 5. Juni, wird man vor allem auf der Britischen Insel ein erleichtertes Ausatmen hören, wenn die Haltebolzen, mit denen der britische Mars-Lander Beagle 2 während des rauhen Startvorgangs an Mars Express festgemacht ist, um 07:19 Uhr erfolgreich abgesprengt worden sind. Mit dem Umschalten der Datenübertragung zur Erde auf ein anderes Frequenzband (das so genannte "X-Band") am Abend des 8. Juni findet die so genannte LEOP (= "Launch and Early Operations Phase") und damit die Startphase im weiteren Sinne ihren Abschluss.

An die LEOP schließen sich dann fast sechs Wochen intensiver Tests an. In dieser Zeit vom 9. Juni bis 19. Juli werden sämtliche Systeme und Instrumente von Mars Express überprüft. Kurz darauf folgt am 25. Juli noch ein zweites Manöver, um den Kurs der Raumsonde zu justieren, bevor eine längere Phase der Inaktivität erfolgt. In dieser Zeit sind fast alle Systeme des Orbiters ausgeschaltet, und nur einmal täglich nimmt die Bodenstation kurz Kontakt mit der Sonde auf.

"Mars voraus!"
Anfang November ist es dann mit der Ruhe auf dem Orbiter wieder vorbei. Bei der für den 5. November anstehenden dritten Kurskorrektur geht es darum, Mars Express auf einen direkten Kollisionskurs mit dem Roten Planeten zu bringen. Dem gleichen Zweck dient eine weitere Kursjustierung am 16. Dezember, mit der dann die richtige Ausrichtung des Orbiters für die Abtrennung von Beagle 2 erreicht werden soll. Da der britische Mars-Lander über kein eigenes Antriebs- und Steuerungssystem verfügt ist der Zielanflug nur so zu realisieren, dass Mars Express so exakt wie möglich auf das geplante Landegebiet von Beagle 2 zusteuert, bevor sich der kleine Lander vom Mutterschiff löst und auf seine Landezone hinabstürzt (und dabei natürlich durch den Luftwiderstand beim Eintritt in die Marsatmosphäre, einen Fallschirm sowie mehrere "Airbags" soweit abgebremst wird, dass er den Aufprall auf die Marsoberfläche - hoffentlich - überlebt).

Am 19. Dezember schließlich erfolgt dann die Trennung von Mars Express und Beagle 2, bevor der Orbiter einen Tag später durch eine erneute Kurskorrektur wieder seine ursprüngliche Route fortsetzt. Kurz vor dem Eintritt in den Mars-Orbit wird am 23. Dezember noch einmal eine Feinanpassung der Flugbahn vorgenommen, und wenn alles gut geht wird Mars Express pünktlich zu Weihnachten am 25. Dezember in eine Umlaufbahn um den Roten Planeten einschwenken. Für denselben Tag ist auch die Landung von Beagle 2 geplant. Die ersten Lebenszeichen von der Mars-Oberfläche werden voraussichtlich mit Hilfe des seit Oktober 2001 den Mars umkreisenden amerikanischen Orbiters 2001 Mars Odyssey die Erde erreichen, der erste Kontakt zwischen Mars Express und Beagle 2 ist dann für den 6. Januar 2004 geplant.

Wie es danach weitergehen soll, wenn beide Manöver - der Eintritt von Mars Express in den Mars-Orbit und die Landung von Beagle 2 auf der Marsoberfläche - geglückt sein sollten, das können Sie in den jeweiligen Beiträgen auf unserem Mars Express-Special lesen.

Related Links:
Mars Express Sonderseite
2001 Mars Odyssey Sonderseite

Internetsite der ESA zum Mars Express-Start (englisch)
Mars Express-Homepage (englisch)
Internetsite der ESA zum Mars Express-Start (englisch)

 

 
 

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      ISS Weekly Report: Progress M1-10 vor dem Start zur Raumstation von Michael Schumacher 

Die siebte Stammbesatzung um Kommandant Juri Malentschenko und National Aeronautics and Space Administration (NASA) International Space Station (ISS) Science Officer (SO) Edward Lu verbrachten ihre sechste Woche in der Erdumlaufbahn damit, eine abwechslungsreiche Liste an wissenschaftlichen Experimenten durchzuführen, mit dem Roboterarm zu arbeiten sowie Vorbereitungen für die Ankunft eines neuen Versorgungsraumschiffes in der kommenden Woche zu treffen.

In dieser Woche schritten die Vorbereitungen für den Start und die Ankopplung des neuen unbemannten russischen Versorgungsraumschiff Progress M1-10 weiter voran, das etwa 2.404 Kilogramm Versorgungsgüter für die Besatzung der Raumstation transportiert. Am Freitag, dem 6. Juni 2003 rekonfigurierten Malentschenko und Lu die Gegenstände, die im Docking Compartment (DC) 1 Pirs, an die Progress M1-10 am kommenden Mittwoch, dem 11. Juni 2003 ankoppeln wird, verstaut sind. Zudem führte Malentschenko eine erfolgreiche Überprüfung eines Ersatzankopplungssystems durch, das es ihm ermöglichen würde, die Ankopplung von Progress M1-10 aus dem Innern der Raumstation für den unwahrscheinlichen Fall manuell zu steuern, dass das automatische Hauptankopplungssystem nicht zur Verfügung steht.

Am Freitagmorgen wurde die Sojus Rakete, die das neue Versorgungsraumschiff transportiert zur Startrampe auf dem Baikonur Kosmodrom in Kasachstan für ihren geplanten Start am Sonntag, dem 8. Juni 2003 gefahren.

Das insgesamt elfte Versorgungsraumschiff des Typs Progress, das zur ISS fliegt, soll am Sonntag um 05.34 Uhr Eastern Standard Time (EST) abheben und am Mittwoch um 06.17 Uhr EST an Pirs ankoppeln.

Zurzeit ist ein anderes Versorgungsraumschiff, Progress M-47 an den hinteren Kopplungsstutzen des Service Module Swjesda angekoppelt und das Rückkehrfahrzeug für die Besatzung, Sojus TMA-2 ist an den zur Erde gerichteten Kopplungsstutzen des Control Module Sarja angekoppelt.

Lu führte diese Woche zusätzliche Arbeiten mit dem Experiment Investigating the Structure of Paramagnetic Aggregates from Colloidal Emulsions (INSPACE) durch und nahm an einer Besprechung mit der Principal Investigator (PI) teil, um ihr einen Bericht aus erster Hand über die jüngsten Aktivitäten zur Verfügung zu stellen sowie über künftige Experimentdurchläufe zu diskutieren. INSPACE befindet sich in der Microgravity Sciences Glovebox (MSG) im amerikanischen Laboratory Module Destiny und untersucht, wie Partikel, die magnetisch aufgeladen werden können, auf ein pulsierendes Magnetfeld reagieren. Von den Ergebnissen wird erhofft, dass sie Einblicke gewähren, die zur Entwicklung besserer Flüssigkeiten für Systeme beitragen werden, die solchen Bedingungen auf der Erde ausgesetzt sind, wie zum Beispiel Bremssysteme in Kraftfahrzeugen und Vibrationsdämpfungssysteme.

Am Mittwoch, dem 4. Juni 2003 hatten beide Besatzungsmitglieder die Gelegenheit, etwas weiterreichende Erfahrung hinsichtlich des Manövrierens des Roboterarms Canadarm2 zu sammeln. Malentschenko und Lu führten den 17,7 Meter langen, mit Greifvorrichtungen an beiden Enden ausgestatteten Roboterarm jeweils durch das Ergreifen und Loslassen einer Festmachvorrichtung an der Außenhülle von Destiny. Diese Arbeiten dienten nicht nur zum Training für die Besatzung sondern stellten auch eine erfolgreiche Überprüfung einer Einstellung, die an der Software des Roboterarms vorgenommen worden war, dar, um sein Vorgehen beim Greifen, zu verbessern.

Am Samstag, dem 7. Juni 2003 kalibrierte die Besatzung auf Wunsch der Ingenieure, die mit den Planungen mit der Wiederaufnahme der Space Shuttle Flüge zu tun haben, die Kameras an Bord der Raumstation und stellten sie auf mehrere Orte der ISS scharf ein, um die Beleuchtungs- und Aufnahmebegebenheiten für eine zukünftige Inspektion des Thermal Protection System (TPS) des Space Shuttle zu überprüfen, wenn die Raumfahrzeuge sich der ISS zur Ankopplung nähern. Die Aufnahmen wurden den Flugkontrolleuren zur Analyse zur Erde übertragen. Die Inspektionsverfahrensweisen sollen in die Anforderungen für die Wiederaufnahme der Flüge eingebunden werden, die für zukünftige Space Shuttle Missionen zur Raumstation entwickelt werden
 

 
 

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      InDetail: Nebel von Mark Weimar 

Oft ist in der Astronomie die Rede von Nebeln. Aber was sind eigentlich diese Nebel. Sind es dieselben Nebel, die wir von einem nebligen Morgen kennen? Die Antwort hierfür lautet ganz klar nein.
Wenn wir in der Astronomie von Nebeln sprechen meinen wir damit eigentlich interstellare Materie, also Gas- und Staubwolken, die in einer Galaxie überwiegend um die Kernregion und in den Spiralarmen zu finden ist.
Nebel können das Licht der dahinter liegenden Sterne absorbieren und diese damit praktisch unsichtbar werden lassen, oder aber sie können durch Sterne die in ihrem inneren liegen selbst zum leuchten angeregt werden.
 

 
 

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"In Space" Magazin #080
ISSN 1684-7407


Erscheinungsdatum:
07. Juni 2003
Auflage: 1119 Exemplare
 
 
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