InSpace Magazin #081 vom 14. Juni 2003

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Raumfahrer.net

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Das Email-Magazin von Raumfahrer.net.   

 

"In Space" Magazin

Ausgabe #081
ISSN 1684-7407


> Updates:
Updates / Umfrage

> News:
Nachrichten der Woche

> HotSpot:
Nozomi - hoffentlich zum Mars

> Space Focus:
Die zauberhafte Vergrößerung des Universums

> ISS Weekly Report:
Progress M1-10 erreicht Raumstation

> Surftipp:
Surftipp: Internationale Raumfahrt

> Impressum:
Disclaimer & Kontakt
 

      Intro von Karl Urban

Verehrte Leserinnen und Leser,
 
Raumfahrt ist gefährlich. - Sie denken jetzt wahrscheinlich sofort an die Toten des Columbia- oder Challenger-Unglücks. Jedoch birgt die Raumfahrt auch Gefahren für "normale" Menschen, die sich nur ein bisschen für sie interessieren. Sie glauben mir nicht? Passen Sie mal auf:

Am 2. Juni startete die erste europäische Marssonde Mars Express zum Roten Planeten. Mein Raumfahrer.net-Kollege Michael Stein fuhr gemeinsam mit mir von Berlin nach Darmstadt zum europäischen Weltraum-Kontrollzentrum ESOC. Eine Tagestour: 500 Kilometer hin und 500 Kilometer zurück. Über Resultat der Veranstaltung im ESOC schrieb ich ja bereits letzte Woche in einem Artikel. Gegen 23 Uhr verließen wir das ESOC wieder in Richtung Berlin in dem Wissen: Wir sind im südlichen Hessen und wir müssen noch diese Nacht zurück nach Berlin.

Anfänglich verlief die Fahrt ganz locker (so lange, wie noch dunkelblaue Lichtstreifen am Himmel zu sehen waren, die einen angenehmen Kontrast zum Schwarz der Straße bildeten). Aber ab Mitternacht waren Straße, Wald, Feld und Himmel nur noch pechschwarz. Gegen 4 Uhr erreichten wir Berlin mit einer gewissen Erleichterung, dass Sekundenschlaf und Co. in dieser Nacht gnädig mit uns gewesen waren.

Um zu meiner Anfangsthese zurückzukommen: Unsere Reise und ihre Risiken haben wir natürlich für Raumfahrer.net und die Raumfahrt in Kauf geommen - und wir hoffen, dass Sie an unseren Artikeln zu Mars Express sowie der Beitrag in unserem Webradio InSound, das am kommenden Montag erscheint, Gefallen finden.

Erst einmal wünsche ich Ihnen aber viel Spaß beim Lesen dieser neuen Ausgabe des InSpace Magazins.
 

            Karl Urban
            Chefredakteur Raumfahrer.net

 
 

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Umfrage: Sollte Europa nach dem Columbia-Unglück mehr Verantwortung beim Ausbau der ISS übernehmen?

Ja
Nein
 
      Updates / Umfrage

» marsexpress.raumfahrer.net
Europas erste Mission zum Roten Planeten ist sogleich eine sehr aufwändige. Neben dem Orbiter ist auch das Landefahrzeug Beagle 2 mit auf der Reise. Wir informieren Sie ständig über den aktuellsten Stand der Mission.

» mars2003.raumfahrer.net
Raumfahrer.net hat eine Sonderseite zum neusten Marsprojekt der NASA gestartet: In wenigen Monaten sollen zwei baugleiche Rover zum Roten Planeten starten. Auf der Seite finden Sie neben Artikeln zu den Landern immer aktuelle Statusreports.

» radio.raumfahrer.net
Sie können sich die aktuelle Sendung des Raumfahrer.net-Webradions InSound (Länge: 22.33 Minuten) noch immer direkt aus dem Internet anhören oder die Datei der Sendung downloaden.

» mitarbeit.raumfahrer.net
Raumfahrer.net ist weiter auf der Suche nach neuen Mitarbeitern - hier erfahren Sie was Sie bei uns erwartet.
 

 
 

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      News

NASA gibt "Go" für Nuklear-Projekt Prometheus <mehr>
Mars-Rover: Spirit in guter Verfassung <mehr>
Neue Gefahr für die Shuttle-Flotte <mehr>
Ariane 5 feiert weiteren Erfolg <mehr>
ISS: Progress-Transporter bringt Nachschub <mehr>
Reaktivierung der Shuttle-Flotte bis Dezember? <mehr>
Maßnahmen nach Columbia-Absturz <mehr>
Erleichterung: Erster NASA-Marsrover auf dem Weg zum Roten Planeten <mehr>
Marsrover: Auch zweiter Anlauf gestoppt <mehr>
Start des ersten NASA-Marsrovers verschoben <mehr>
Progress-Frachter startet zur ISS <mehr>
Erster Mars-Rover vor dem Start <mehr>



» NASA gibt "Go" für Nuklear-Projekt Prometheus
14. Juni 2003 - Schon bald könnten nuklear-getriebene Sonden unser Sonnensystem durchqueren und dabei die gängigen Antriebs-Methoden überflüssig machen.
Der Traum der Erforschung der tiefen Weiten unseres Sonnensystems mit automatischen Sonden könnte schon bald in Erfüllung. Die NASA ist diesem Ziel nun einen Schritt näher gekommen, schließlich stellte man dem US-amerikanischen Aerospace-Konzern Lockheed Martin nun mehrere Millionen Euro zur Verfügung, um ein neuartiges Antriebskonzept zu entwickeln und zu realisieren. Dabei soll es sich um einen so genannten Nuklearantrieb handeln. Bisherige Pläne für das Vordringen zu den äußeren Planeten unseres Sonnensystems scheiterten an den gängigen chemischen Antrieben. Selbst modernere Ionenantriebe eignen sich für derartige Deep Space-Missionen nur bedingt, denn der gelieferte Schub ist vergleichsweise gering und die gewonnene Energie - Solarpaneele arbeiten in weiter Entfernung zur Sonne ineffektiv - reicht nicht, um anspruchsvolle Gerätschaften zu betreiben. Aus diesem Grunde setzt die NASA nun auf ein neues Pferd, das Projekt Prometheus.
Das Ziel jenes Projektes ist die Entsendung einer entsprechend manövrierbaren automatischen Sonde bis an den Rand unseres Sonnensystems. Besonders über die äußeren Planeten, also Uranus, Neptun und Pluto, ist der Wissenschaft nicht wirklich viel bekannt. Angetrieben von einen Miniatur-Kernreaktor könnte eine solche Sonde binnen kurzer Zeit und unter Verzicht aufwendiger Swing By-Manöver jene Planeten ansteuern. Dort angekommen könnten umfangreiche Daten zurück zur Erde übermittelt werdeb. Dabei wäre es nicht, wie etwa bei den beiden Voyager-Sonden, nötig, auf Sparflamme zu fliegen, denn die Sonde würde ihre Energie selbst gewinnen und könnte so auch energieaufwendige Anlagen die ganze Zeit über betreiben. Dies, so blicken NASA-Techniker bereits kühn in die Zukunft, könne auch weit außerhalb unseres Sonnensystems funktionieren. Die Signale derer Raumflug-Körper, die bisher unser Planetensystem verlassen haben, z.B. die Pioneer-Sonden, beschränken sich auf ein Lebenszeichen in Form eines Radiosignals, welches nur noch sporadisch und früher oder später mangels Energie gar nicht mehr ausgesendet wird. Der wissenschaftliche Nutzen ist hier natürlich gleich null.
Ein erstes Ziel des Prometheus-Projekts sollen Jupiter-Monde Callisto, Ganymed und Europa sein. Alle drei Monde gelten auf Grund ihrer eisigen Oberflächenbedingungen als möglicher Hort niederen Lebens. Ein jahrelanger Flug durch das Sonnensystem um bei Swing By-Manövern erst eine entsprechende Bahn-Geschwindigkeit zu gewinnen entfiele ebenso wie die bisherigen sehr strikten Massebeschränkungen. Statt dessen könnten dann auf dem Jupiter Icy Moons Orbiter (Jimo) auch aufwendigere wissenschaftlichere Anlagen transportiert und ohne Unterbrechung betrieben werden. Alles ist abhängig von der Menge des mitgeführten spaltbaren Materials. Laut NASA wird der geplante Minireaktor äußerst effektiv arbeiten können. "Die Verbesserung der Leistung von Raumsonden heißt nicht nur schneller und weiter reisen zu können, sonden bedeutet auch mehr Effizienz und größeren wissenschaftlichen Nutzen", sagten NASA-Vertreter gestern.
Allerdings existieren auch Gefahren, die von Kritikern vor allem in der Startphase nuklear-getriebener Sonden erkannt werden. Bereits in der Vergangenheit verteilte sich in Ost wie West bei Fehlschlägen radioaktives Material in der Atmosphäre. Dies sei zwar stets gefahrlos gewesen, doch die Explosion eines gesamten Reaktors könnte weit folgenreicher sein. Die NASA beschwichtigt: der Reaktor wird durch die Bodenkontrolle erst im Orbit, also außerhalb der Atmosphäre, eingeschalten. Hinzu kommt, dass die gesamte Sonde nach Beendigung der Mission auf eine Bahn fern ab jener der Erde bugsiert werden soll. Eventuell auch auf einen Kurs, der diese aus dem Sonnensystem herausführt. Hier kann eine entsprechende Mission ihr Revival erleben, wenn sie nämlich außerhalb des Sonnensystems weiter Daten sammelt.
Bis dahin ist es noch ein langer Weg und die technischen Anlagen existieren derweilen nur auf dem Reißbrett. Der geplante Reaktor wird laut NASA 10.000-fach kleiner sein als vergleichbare Experimental-Anlagen auf der Erde. Gleichzeitig wird aber 100-mal mehr Energie erzeugt, als dies entsprechende Solaranlagen leisten können. Der Start von Jimo ist für 2011 geplant. Ein erfolgreicher Verlauf wird den Wissenschaftlern neue Möglichkeiten der Erforschung unseres Sonnensystems, aber auch des tiefen Raumes einräumen. Eine neue Phase der Raumfahrt würde eingeläutet.
Mehr zum Europa-Orbiter finden Sie in einem aktuellen Artikel auf Raumfahrer.net.
(fx - Quelle: independent.co.uk/nuclearspace.com)


» Mars-Rover: Spirit in guter Verfassung
13. Juni 2003 - Alle Systeme des ersten amerikanischen Mars-Rovers Spirit funktionieren dem ersten Statusbericht zufolge planmäßig.
In ihrem ersten Statusbericht für den am letzten Dienstag gestarteten Mars Exploration Rover A ("Spirit") berichtet das Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA weiterhin, dass die Drallrate des Raumfahrzeugs wie geplant reduziert und die Sternenkamera aktiviert worden ist.
 
Nach Abtrennung von der dritten Stufe der Delta II-Trägerrakete rotierte Spirit noch mit 12,03 Umdrehungen pro Minute um die eigene Längsachse. Die dritte Raketenstufe und Spirit hatten vor der Abtrennung von der zweiten Delta II-Stufe einen Drall erhalten, um ihre Lage im Raum zu stabilisieren. Mit Hilfe kleiner Steuerdüsen der so genannten Cruise Stage wurde einen Tag nach dem Start diese Eigendrehung auf ungefähr zwei Umdrehungen pro Minute reduziert. Diese Drallrate wird nun für den gesamten Flug bis zur Ankunft beim Mars beibehalten werden, um eine einseitige Erwärmung des Raumfahrzeugs durch die Sonneneinstrahlung zu verhindern.
 
Nach erfolgter Reduzierung der Drallrate konnte der Sternenscanner der Cruise Stage damit beginnen, die genaue Lage des Raumfahrzeugs im All durch Erkennung von Sternenkonstellationen zu bestimmen.
 
In Kürze wird das JPL-Navigationsteam auch den Zeitpunkt sowie die genauen Parameter für die erste Kurskorrektur von Spirit festlegen. Während der knapp siebenmonatigen Reise zum Roten Planeten sind mehrere solcher TCMs (= Trajectory-Correction Maneuvers) geplant, um Abweichungen vom geplanten Kurs zu korrigieren.
 
48 Stunden nach dem Start hat Spirit bereits eine Wegstrecke von rund 5.630.000 Kilometer zurückgelegt und sich dabei 610.000 Kilometer von der Erde entfernt. Die Landung des ersten amerikanischen Mars-Rovers auf unserem äußeren Nachbarplaneten ist für den 4. Januar 2004 geplant, der baugleiche Zwillingsbruder Opportunity soll dann - sofern sein für Ende Juni geplanter Start ohne Probleme gelingt - Ende Januar auf der entgegengesetzten Seite des Mars niedergehen.
(ms - Quelle: NASA)


» Neue Gefahr für die Shuttle-Flotte
13. Juni 2003 - Vier Monate nach der Columbia-Katastrophe ist eine neue Gefahr entdeckt worden.
Die Kommission, die die Unglücksursache der Raumfähre Columbia ermittelt, hat am Donnerstag eine neue mögliche Gefahr für die gesamte Shuttle-Flotte der NASA entdeckt.
Die beiden Außenraketen sind mit großen, schweren Schrauben mit dem Treibstofftank verbunden. Kurz nach dem Start werden die abgebrannten Zusatzraketen mit Hilfe von Sprengbolzen abgesprenkt. Die Schrauben werden dabei von einem Auffangsmechanismus festgehalten. Eine Schraube wiegt 18 Kilogramm.

Und genau dieser Mechanismus hält die Kommission für nicht sicher. Denn das Auffangsmechanismus könnte beim Start zerbrechen. Dadurch könnten die Schrauben beim Absprengen der Zusatzraketen von dem Treibstofftank nicht mehr festgehalten werden und viel größere Schäden am Shuttle verursachen als ein Stück Isolierschaum, das beim Start der Columbia abbrach und gegen die Flügel prallte.
(la - Quelle: NASA)


» Ariane 5 feiert weiteren Erfolg
12. Juni 2003 - Die europäische Trägerrakete Ariane 5 hat heute erfolgreich zwei Satelliten in eine geostationäre Transferbahn gebracht.
Die Ariane 5 in der Basiskonfiguration startete um 00:38 Uhr (MESZ) vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana aus, nachdem der Start wegen Regen und einer dichten Wolkendecke zunächst um knapp eine Stunde verschoben werden musste. Rund 28 Minuten nach dem Start wurde der australische Satellit Optus and Defence C1 ausgesetzt, sieben Minuten später der japanische Kommunikationssatellit BSAT-2c. Der Ariane-Flug 161 war die zwölfte erfolgreiche Mission der Ariane 5-Basisversion.
 
Der 4.725 Kilogramm schwere Satellit Optus and Defence C1 wird durch den australischen Kommunikationsanbieter Optus genutzt und kommerzielle Kommunikationsdienste für Australien, Neu Seeland, Ostasien und Hawaii anbieten. Der zweite Nutzer dieses Satelliten wird das australische Verteidigungsministerium sein. Der japanische Satellit BSAT-2c mit einer Masse von 1.275 Kilogramm wird Fernsehprogramme für die japanische Insel ausstrahlen.
 
Ende August steht der nächste Flug einer Ariane 5 auf der Agenda. Außer zwei kommerziellen Satelliten soll dann als dritter Passagier auch der europäische Forschungssatellit Smart-1 auf den Weg zum Mond gebracht werden. Dieser Start war ursprünglich bereits vor einigen Monaten vorgesehen, wurde jedoch aufgrund des Fehlstarts der ersten Ariane 5 ESA-A und der nachfolgenden Untersuchung verschoben.
(ms - Quelle: Arianespace)


» ISS: Progress-Transporter bringt Nachschub
12. Juni 2003 - Ein unbemannter Progress-Transporter mit Versorgungsgütern und Experimenten an Bord hat gestern erfolgreich an der Internationalen Raumstation (ISS) angedockt.
Der Transporter war am vergangenen Sonntag an Bord einer Sojus-Trägerrakete von Baikonur aus gestartet und dockte um 13:15 Uhr (MESZ) am russischen Pirs-Modul mit Hilfe des vollautomatischen Andocksystems Kurs an. Rund zwei Stunden später öffnete die aus Juri Malenschenkow und Ed Lu bestehende Expedition 7-Crew die Luftschleuse und begann mit dem Entladen des Transporters.
 
Der Progress-Transporter bringt Wasser, Kleidung, Nahrungsmittel und Ersatzteile zur Raumstation. Weiterhin befinden sich zwei Experimentier-Kits der ESA an Bord, die der spanische ESA-Astronaut Pedro Duque bei seinem Aufenthalt auf der ISS im Oktober dieses Jahres nutzen soll. Duque wird zusammen mit der achten Stammbesatzung an Bord von Sojus TMA-3 zur Internationalen Raumstation fliegen und wenige Tage später mit Sojus TMA-2 und der Expedition 7-Crew zur Erde zurückkehren.
 
Insgesamt sind mittlerweile drei Raumschiffe an der ISS angedockt: Zwei Progress-Transporter sowie die als "Rettungsboot" fungierende Sojus TMA-2, mit der wie oben erwähnt die jetzige ISS-Besatzung im Oktober auch wieder zur Erde zurückkehren wird.
(ms - Quelle: NASA)


» Reaktivierung der Shuttle-Flotte bis Dezember?
11. Juni 2003 - Die NASA blickt der Zukunft des Space Shuttles wieder optimistisch entgegen. Diverse Modifizierungen sollen die Sicherheit steigern und eine Rückkehr zum bemannten Flugregime bis Ende des Jahres ermöglichen.
Noch während der endgültige Untersuchungsbericht des CAIB (Columbia Investigation Board) vorbereitet wird, denkt man nun bei der NASA wieder lauter über eine Wiederaufnahme von Shuttle-Flügen nach. Voraussetzung dafür ist die vollständige Aufklärung der Verunglückung des Space Shuttles Columbia bei der Mission STS-107 am 1. Februar dieses Jahres, bei der auch sechs US-Raumfahrer sowie der erste israelische Astronaut, Ilam Ramon, auf tragische Art und Weise ums Leben kamen. Entsprechend der noch eindeutig zu identifizierenden, definitiven Unglücksursache müssen ebenso sämtliche potentiellen Fehlerquellen im und am Shuttle beseitigt werden. Keine leichte Aufgabe: nachdem anfangs seitens aller Experten Konfusion über die Unglücksursache herrschte und sich Ende Mai bzw. Anfang Juni durch entsprechende Tests und Simulationen ein beim Start gelöstes Schaumstoff-Teil als Verursacher der Katastrophe zu bestätigen schien, gab das CAIB unter Leitung des ehemaligen Navy-Admirals Hal Gehman wiederholt zu bedenken, dass man womöglich niemals zu einem klaren Ergebnis über die Geschehnisse am Start- bzw. Unglückstag kommen wird.
Eine erste direkte Konsequenz aus den bisherigen Untersuchungen ist die Veränderung einiger wesentlicher Hardware-Komponenten des Space Shuttles. So sollen künftig zum Beispiel Design-Veränderungen am externen Tank das erneute Ablösen von Bruchstücken in der Startphase, wie es auch bei der Columbia geschah, verhindern. Jede Veränderung, und diese wird es bis zur Wiederaugfnahme der Shuttle-Flüge en masse geben, wird allerdings Konstruktions-Probleme mit sich führen. Diese sind nun rasch zu lösen und möglicherweise gilt es, technische Kompromisse einzugehen. Einer dieser wird sein, dass Shuttle-Flüge nur noch am Tag durchgeführt werden sollen, was NASA-Administrator Sean O'Keefe heute gegenüber der Presse verkündete. Grund hierfür: Kamerasysteme können Schäden am Shuttle tagsüber wesentlicher Besser aufzeichnen. Im Tageslicht gefertigte Bilder sind demnach besser zu Analysen möglicher Fehlerquellen zu gebrauchen, als es bei Nachtstarts möglich ist. Eben diese Schäden gilt es, so früh wie möglich aufzuspüren.
Sollte bei künftigen Missionen tatsächlich ein entsprechender Schaden vermutet werden, so soll es den Raumfahrern ermöglicht werden, im Orbit umfangreichere Außenbord-Einsätze zur Inspektion der Raumfähre durchzuführen. Auch hierfür müssen technische Neuerungen die bisherigen Shuttle-Systeme ergänzen. Auf der Agenda der Techniker und Ingenieure der NASA steht aus diesem Grund auch die Entwicklung von entsprechenden Roboterarmen, da ein Umfliegen des Shuttles ohne ausgeklügelte Sicherheitssysteme als riskant gilt. Strittig ist allerdings, ob dies den Astronauten der Columbia hätte helfen können, schließlich muss bezweifelt werden, dass ein Haarriss mit nur wenigen Millimetern Länge überhaupt rein optisch detektiert werden kann. Trotzdem sind Tendenzen hin zu mehr Sicherheit ein Schritt in die richtige Richtung. Schritte, die in den vergangenen Jahren auf Grund einer andauernden Finanzmisere und Sparzwängen der NASA nie getan wurden.
O'Keefe betonte in diesem Zusammenhang noch einmal, dass eine Wiederaufnahme des bemannten Flugregimes die einzige Option ist, die der NASA bleibt. Ein pauschaler und dauerhafter Stopp aller Missionen würde auf kurz oder lang auch den Abbruch des weiteren Aufbaus der ISS nach sich ziehen. "Wenn wir aufgeben, können wir gleich einfach in unsere Höhlen zurückkehren", bemerkte O'Keefe lapidar gegenüber kritischen Stimmen, die gar die Einstellung des gesammten bemannten Raumfahrt-Programmes fordern. Intern ist bereits von einem konkreten Datum die Rede, ab dem Shuttles wieder mehr oder minder regelmäßig ins All fliegen sollen. Laut Mike Greenfield, Chief of technical activities bei der NASA, sei der 18. Dezember der Stichtag. Ab dann sollen alle Shuttle-Missionen - mit Ausnahme einer noch ausstehenden Reparatur-Mission des Hubble Space Telescopes (HST) - nur noch zur ISS führen. Angedockt an die Internationale Raumstation sollen Wartungsarbeiten im Orbit erleichtert und sogar routinemäßig durchgeführt werden.
Die am 1. Februar verunglückte Columbia flog nicht zur ISS; sie führte eine der letzten Einzelmissionen durch. Ein Mangel an Raumanzügen an Bord der Fähre hätte eine Rettung der Crew im Notfall in Form eines Umstiegens in ein anderes Shuttle (wir berichteten über dieses denkbare Szenario) unmöglich gemacht, ganz zu schweigen davon, dass eine Verifizierung des Schadens im Orbit mangels technischer Möglichkeiten unwahrscheinlich scheint. Inwieweit dies in der Zukunft möglich sein wird muss sich hoffentlich nie unter Beweis stellen. Aber ebenso muss gehofft werden, dass es sich bei den angekündigten Veränderungen der Shuttle-Hardware nicht nur um halbherzige Versprechungen handelt, um die nun aufgeflammten Sicherheits-Bedenken zu beruhigen. Experten rechnen unabhängig von den NASA-Schätzungen mit einer Aufnahme der Shuttle-Flüge frühestens im Frühjahr 2004. Im Laufe den Sommers 2003 steht zunächst die Veröffentlichung des engültigen Untersuchungsberichtes der Columbia-Untersuchungs-Kommission an.
Mehr zum Columbia-Unglück können Sie auf der Raumfahrer.net-Sonderseite nachlesen.
(fx - Quelle: Reuters/UPI)


» Maßnahmen nach Columbia-Absturz
11. Juni 2003 - Die NASA erwägt, eine Schlüsselkomponente des Space Shuttles zu modifizieren, um die Fehler während des Columbia-Starts bei zukünftigen Flügen minimieren zu können.
Das zu modifizierende Bauteil befindet sich während des Starts nahe dem Befestigungspunkt zwischen externem Tank und dem Orbiter.
Nachdem die Untersuchungsmannschaft des Columbia-Unglücks festgestellt hatte, dass ein Schaumstoffteil vom externen Tank den Hitzeschild des Orbiters beschädigt hatte, den er zum Wiedereintritt benötigt, setzen hier auch die Maßnahmen zur Vermeidung eines neuerlichen Unglücks dieser Art an. Mike Greenfield, Chief of technical activities bei der NASA, sagte, dass das neue Design des Bauteils verhindern soll, dass in die fragliche Region während des Starts noch Schaumstoff eindringen könne.
Bei einem Treffen des NASA-Beirats im Hauptquartier am 10. Juni sagte Greenfield, dass die Maßnahme, den Schaumstoff generell fernzuhalten, favorisiert würde, es aber eine von mehreren Möglichkeiten sei, das Problem zu lösen. Der aktuell favorisierte Vorschlag wurde dem NASA-Program Control Review Board zur finalen Bestätigung zugesandt.
"Ich glaube, dass der Vorschlag ziemlich bald in die Konstruktion umgesetzt wird", sagte Greenfield gegenüber Reportern nach dem Treffen im NASA-Hauptquartier. "Durch das Entfernen des Schaumstoffs wird auch die Gefahr beseitigt."
Aber die Veränderung des Space Shuttle-Systems führt auch eine Verkomplizierung mit sich: Um den Schaumstoff fernzuhalten benötigt das Bauteil elektrische Heizungen, um es am Gefrieren zu hindern. Während das Shuttle an Bord mehrere Heizungen besitzt, führt die geplante Modifizierung mit neuen elektrischen Geräten dazu, dass ein weiteres neues Teil in den Stunden und Minuten vor dem Start überwacht werden muss, damit es nicht ausfällt.
Greenfield merkte an, dass das neue Design innerhalb der Planungen der NASA, die Flüge bis zum 18. Dezember 2003 wieder aufzunehmen, zu verwirklichen sei.
Weitere Informationen zum Columbia-Absturz und seinen Folgen, Hintergründen und Auswirkungen finden Sie auf der Raumfahrer.net-Sonderseite.
(ku - Quelle: Space.com)


» Erleichterung: Erster NASA-Marsrover auf dem Weg zum Roten Planeten
10. Juni 2003 - Lift-off in Cape Canaveral - nach der europäischen Sonde Mars Express ist nun auch der erste von zwei amerikanischen Beiträgen auf dem Weg zum Mars. Zuvor hatte man vor Ort mit unfreundlichem Wetter zu kämpfen.
Ungeachtet der beiden Startabbrüche der vergangenen Tage - der stark bewölkte Himmel über Cape Canaveral ließ Böses ahnen, Wind und Regen sorgten für denkbar schlechte Bedingungen - startete so eben um exakt 19:58:47 Uhr (MESZ) der erste von zwei Marsrovern der NASA auf der Spitze einer Delta II-Trägerrakete ins All. Bereits knapp 45 Minuten vor dem Start gab die Missions-Kontrolle ihr "Go" für den Start. Damit befindet sich nach der bereits am 2. Juni gestarteten europäischen Marssonde Mars Express nun auch der US-amerikanische Beitrag zum Marsjahr 2003 auf seinem Weg zum Roten Planeten. Ergänzung wird der erste Mars Exploration Rover, der vorgestern medienwirksam auf den Namen Spirit (Geist) getauft wurde, frühestens am 25. Juni durch seinen baugleichen Bruder Opportunity finden. Nicht zu vernachlässigen ist auch der japanische Beitrag zur Erforschung des Roten Planeten: die Sonde Nozomi soll nur wenig später ihren Kurs in Richtung Mars einschlagen. Mit dem heutigen Start steht das Mars-Quartett damit trotz nervenaufreibender Verzögerungen der letzten 48 Stunden auf amerikanischer Seite bislang unter einem guten Stern.
Rund 36 Minuten nach dem nun erfolgten Start wird sich Spirit mitsamt der so genannten Cruise Stage von der Oberstufe der Delta II lösen. Diese wird den Rover dann auf seinen geplanten Kurs zum Mars bugsieren. Die Ankunft ist für den 4. Januar 2004 geplant - damit folgt Spirit nur kurz auf sein europäisches Pendant, welches am 25. Dezember 2003 sein Ziel erreichen soll. Läuft bis zu jenem Zeitpunkt alles klar, so werden beide Lander unabhängig voneinander an einem riesigen Fallschirm hängend und geschützt durch ein Airbag-System, welches 1997 bereits bei der Pathfinder-Mission Anwendung fand, im Gusev-Krater bzw. im Meridiani Planum niedergehen. Beide Gebiete gelten als frühere Wasserbecken bzw. Seen-Landschaften und potentielle Reservoirs dieses lebensspendenden Stoffes. Durch die Arbeit der beiden Rover erhoffen sich die Wissenschaftler denn auch entsprechende Hinweise auf vergangenes oder noch existierendes niederes Leben auf unserem Nachbarn im Sonnensystem.
 
Bis dahin stehen Spirit und Opportunity noch eine lange Reise bevor. Besonders die NASA fiebert der Ankunft entgegen, schließlich hatte man in der Vergangenheit eine Reihe von Rückschlägen hinnehmen müssen, zuletzt Ende 1999 mit dem unvermittelt verschollenen Mars Polar Lander sowie dem wenige Monate zuvor aufgrund eines Berechnungsfehlers in der Marsatmosphäre verglühten Mars Climate Orbiter. Wir fiebern mit und werden über den weiteren Fortgang der Mission berichten. Bis dahin heißt es "Daumen drücken" für die beiden Marsrover auf ihrem Weg zum Roten Planeten!
(fx - Quelle: eig. Bericht)


» Marsrover: Auch zweiter Anlauf gestoppt
09. Juni 2003 - Bei etwa T -150 Minuten wurde der zweite Startversuch wegen widrigen Wetters gestoppt und der Lift-off des ersten NASA-Rovers erneut um 24 Stunden verschoben.
Nachdem bereits gestern der für 20:05 MESZ angesetzte Start des ersten, auf den Namen Spiritgetauften Marsrovers der NASA auf Grund anhaltend schlechten Wetters um 24 Stunden verschoben wurde, hat die Missionskontrolle nun auch den Abbruch des für heute um etwa die gleiche Zeit angesetzten Startversuchs angeordnet. Entgegen den Hoffnungen der NASA verbesserte sich die Wettersituation am Cape Canaveral jedoch nicht - noch immer ist das Startzentrum wolkenverhangen und Regen sowie starker Wind sorgen für alles andere als Bilderbuch-Wetter.
Laut Aussagen der NASA sind die Wetteraussichten für den morgigen Tag wesentlich besser als gestern und heute, es bestünde eine 70-prozentige Chance auf akzeptablere Umstände. Zwar wäre ein Start auch heute möglich, doch birgt dies einige Risiken, zumal man bei einem derart wichtigen und teuren Unternehmen keinerlei Risiko eingehen will. Für den Startzeitpunkt heute erwartet man heftige Stürme, was den Kurs der aufsteigenden Rakete beeinflussen könnte, nicht zu vernachlässigen auch die möglichen Auswirkungen auf die empfindliche Flugelektronik.
Der dritte - und hoffentlich finale - Startanlauf soll morgen um 19:58:47 Uhr MESZ zum Lift-off der Delta II-Rakete führen. Die Verzögerungen, welche sich laut NASA noch in einem akzeptablen Toleranz-Raum abspielen, haben derweilen keine Einwirkung auf den weiteren Verlauf der Mission, d.h. die Flugroute zum Mars und die Landung auf dem Roten Planeten im Januar 2004. Der Start des zweiten Rovers, der erst gestern auf den Namen Opportunity getauft wurde, soll frühestens am 25. Juni stattfinden und seinem baugleichen Bruder folgen.
(fx - Quelle: space.com; eig. Ber.)


» Start des ersten NASA-Marsrovers verschoben
08. Juni 2003 - Spirit unter keinem guten Stern: Startabbruch des US-amerikanischen Marsrovers.
Aufgrund anhaltend schlechten Wetters am Cape Canaveral - Wolken bedeckten den Himmel Floridas seit heute Morgen und Wind sowie Regen sorgen derzeit für äußerst widrige Umstände - wurde soeben der für heute Abend um 20:05 Uhr MESZ angesetzte Start des ersten Mars Exploration Rovers der NASA um 24 Stunden verschoben. Der Lift-off sollte mit einer Delta II-Rakete erfolgen, womit nun auch die NASA ihren Beitrag zum Marsjahr 2003 geleistet hätte. Laut NASA gibt es allerdings keinen Grund zur Besorgnis: die Wetteraussichten für den morgigen Tag sähen weitaus positiver aus und der Landetermin für den heute öffentlichkeits-wirksam auf den Namen Spirit getaufte Rover verschiebt sich dadurch nicht. Dessen Ankunft am Roten Planeten ist für den 6. Januar 2004, nur kurz nach der europäischen Sonde Mars Express, geplant. Gemeinsam mit dem zweiten, baugleichen Rovers namens Opportunity soll dann nach Spuren von Wasser und Indizien für niederes Leben auf unserem Nachbarn im Sonnensystem gefahndet werden.
Besuchen Sie auch unser Mars Rover-Special, das Sie ständig über den Fortgang der Mission aktuell informiert. Die Sonderseite zu Mars Express finden Sie hier.
(fx - )


» Progress-Frachter startet zur ISS
08. Juni 2003 - Zwei Tonnen Nachschub auf dem Weg zu Internationalen Raumstation
Ein mit frischen Nahrungsmitteln, Wasser, Treibstoffen und Experimentier-Anlagen beladener unbemannter Progress-Frachter startete heute gegen 12:34 Uhr MESZ vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur aus in Richtung Internationale Raumstation. An Bord von Progress M1-10 befindet sich mehr als 2,4 Tonnen Nachschub-Fracht für die derzeit zweiköpfige Besatzung der ISS. Diese ist durch die Zwangspause der gesamten Shuttle-Flotte in Folge der Columbia-Katastrophe vom 1. Februar diesen Jahres in einen Versorgungs-Engpass geraten. Die Ankunft des mit einer Rakete des Typs Sojus U gestarteten Frachters wird deshalb von der 7. Stammbesatzung, bestehend aus dem Russen Juri Malentschenko und dem Amerikaner Ed Lu, sehnlichst erwartet. Eine Lösung der Versorgungs-Probleme steht erst für 2004 in Aussicht: dann werden die Shuttles ihre Flüge hoffentlich wieder aufnehmen und das europäische Automated Transfer Vehicle (ATV) das russische Progress-Raumschiff unterstützen können.
Mit dem heute erfolgten Start erhält die ISS-Besatzung damit zum ersten Mal seit ihrer Verabschiedung der vorhergehenden Besatzung "Besuch" von der Erde. Wahrscheinlich werden sie noch bis Ende Oktober oder Anfang November auf ihrem Außenposten ausharren müssen. Erst dann soll die achte ISS-Expedition starten, wobei deren Besatzung noch unbenannt ist und die Anzahl der Crew-Mitglieder vorerst nicht festgelegt wird. Bis zur Lösung aller logistischen Probleme wird die Raumstation somit weiter auf Sparflamme arbeiten müssen, obwohl die ISS an sich für sechs bis sieben permanent arbeitende Raumfahrer ausgelegt ist. Die Kopplung des Frachters ist in einigen Tagen geplant, während ein weiterer unbemannter Versorgungsflug im Spätsommer durchgeführt werden soll.
(fx - )


» Erster Mars-Rover vor dem Start
08. Juni 2003 - Sofern es die Wetterbedingungen zulassen wird heute um 20:05 Uhr (MESZ) der erste der beiden amerikanischen Mars Exploration Rover seine Reise zum Mars beginnen.
Eine zweite Startmöglichkeit bietet sich knapp 40 Minuten später. Allerdings ist es möglich, dass der Start um einen oder mehrere Tage verschoben werden muss, da die Meteorologen der US Air Force für den heutigen Nachmittag in Florida mit sechzigprozentiger Wahrscheinlichkeit Gewitter verbunden mit Kumulus- oder Ambossgewitterwolken vorhergesagt haben. Da der zweite mögliche Starttermin am heutigen Sonntag nur wenig später um 20:44 Uhr (MESZ) liegt würden schlechte Wetterbedingungen höchstwahrscheinlich gleich zu einer Verschiebung auf den morgigen Tag führen.
 
Sollte der Start um 20:05 Uhr (= 14:05 Uhr Ortszeit) jedoch stattfinden, dann wird sich der Mars Exploration Rover A (MER-A) mitsamt der so genannten Cruise Stage (die sämtliche notwendigen Steuerungs-, Energieversorgungs- und Kommunikationssysteme für den Flug zum Mars beherbergt) rund 37 Minuten später von der dritten Stufe der Delta II-Trägerrakete lösen und Mars Express auf dem Weg zum Roten Planeten folgen. Die Ankunft beim Mars ist für den 4. Januar 2004 geplant; dieser Termin ist übrigens unabhängig vom Startdatum, d.h. er wird auch dann eingehalten werden können, wenn MER-A nicht heute starten sollte.
 
Der zweite Mars-Rover der NASA wird frühestens am 25. Juni seinem Zwillingsbruder folgen und Ende Januar 2004 beim Mars eintreffen. Im gleichen Monat soll voraussichtlich auch die japanische Mars-Sonde Nozomi nach jahrelanger Reise durch unser Sonnensystem in einen Orbit um den Roten Planeten einschwenken.
 
Wenige Stunden vor dem Start um 16:00 Uhr (MESZ) beginnt eine Veranstaltung, auf der die Gewinner des Namenswettbewerbs für die beiden Mars Exploration Rover der NASA bekannt gegeben werden. Diese Veranstaltung wie auch der für heute geplante Start von MER-A werden live im Internet übertragen. Da das Interesse am Start des ersten Mars-Rover sehr groß sein dürfte ist es ratsam, bereits einige Zeit vor dem Start die Verbindung zu einem der Streaming-Server der NASA aufzubauen. Unter der Adresse http://www.jpl.nasa.gov/webcast/mer sind verschiedene Server aufgelistet, die ab 18:15 Uhr (MESZ) NASA-TV mit der Sondersendung rund um den Start im Internet streamen werden. Die Übertragung ist im ESA-TV auch per Satellit live zu verfolgen. Nähere Informationen hierzu finden sich auf der Seite http://television.esa.int.
 
Besuchen Sie auch unser Mars Rover-Special, das Sie ständig über den Fortgang der Mission aktuell informiert.
(ms - Quelle: NASA)



 
 

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      HotSpot: Nozomi - hoffentlich zum Mars von Lutz Growalt 

Während alles in die staubige kasachische Steppe oder zum tropischen Cape Canaveral schaut, die jüngsten Starts der High-Tech-Lander zum Mars mit Daumendrücken oder Stirnrunzeln begleitet, kämpft sich nunmehr schon im fünften Jahr eine kleine, unspektakuläre Forschungsmission zum Mars: Nozomi.

Es ist unklar, welcher weise fernöstliche Denker die Eingebung zu diesem Namen hatte - Nozomi ist das japanische Wort für "Hoffnung" - doch gibt es unter all den Mariners, Vikings, Pathfinders und Mars Expresses wohl keine Mission, die mit einem treffenderen Namen aufwarten könnte.

Dabei hat alles so hoffnungsvoll angefangen. Damals vor fast fünf Jahren, als Nozomi am 4. Juli 1998 - auf den Tag genau ein Jahr nach der erfolgreichen Ladung von Pathfinder und dem unvergessenen Sojourner - vom japanischen Weltraumbahnhof Kagoshima seine Reise zum Mars antritt. Die erste Mission der Japaner zu den Planeten - eine planetare Forschungsmission, ausgerüstet mit 15 Experimenten und einem klaren Auftrag: Erforschung der Ionosphäre des Mars und seiner Wechselwirkungen mit dem Sonnenwind.

Der Schub der japanischen Trägerrakete reicht nicht für den direkten Schuß des 540 kg-Pakets zum Mars. So müssen zwei Ehrenrunden um Erde und Mond gedreht werden, um Schwung zu holen. Aber das tut der Hoffnung keinen Abbruch, die Verabredung Nozomis mit dem Mars steht: CU am 11. Oktober 1999.

Ende Dezember 1998, nach dem zweiten Vorbeiflug an der Erde, schlägt die freudige Erwartung zum ersten Mal in banges Hoffen um: Nach Missionsplan soll Nozomi durch eine Zündung des Bordtriebwerks auf den endgültigen Marskurs gebracht werden. Ein Ventil in der Treibstoffversorgung klemmt, das Triebwerk liefert nicht genug Beschleunigung, um den Mars zu erreichen. Zwei am folgenden Tag durchgeführte Korrekturzündungen verbrauchen dann weit mehr Treibstoff als im Budget vorgesehen - Japans Reise zum Mars scheint beendet, bevor sie richtig begonnen hat.

Bis Mitte Januar 1999 knobelt die japanische Missionskontrolle eine Notplan aus: Der fehlende Triebwerksschub soll bei Sir Isaac Newton besorgt werden, im Klartext: Nozomi fliegt auf einer Umlaufbahn um die Sonne zweimal haarscharf an der Erde vorbei und nutzt die dabei auftretende Beschleunigung, um doch noch den Weg zum Mars zu finden. Die Ankunft am Mars wird sich dadurch allerdings um vier Jahre verzögern.

Im April 2002 gerät Nozomi - diesmal völlig unverschuldet - wieder in Schwierigkeiten. Eine besonders starke Sonneneruption trifft den wackeren Kämpfer mit voller Wucht. Sechs Stunden liegt Nozomi unter heftigem Partikelbeschuß. Es kommt zu Beschädigungen an Bord: einer der beiden Bordsender kann dem Bombardement nicht standhalten und fällt aus. Durch eine unvorhergesehene Abschaltung im Energieversorgungssystem fällt ein Heizelement aus, das die Temperatur des Treibstofftanks regelt. Der Treibstoffvorrat friert daraufhin völlig ein. Zeitweise ist die Datenverbindung zur Erde stark beeinträchtigt, so daß keine Statusmeldungen von Bord mehr empfangen werden können.

Im September 2002 die erlösende Nachricht: Nozomi steht wieder im Ring. Die japanischen Flugingenieure haben die Kontrolle über Nozomi wiedergewonnen. Der verbleibende Bordsender funktioniert gut und die Ausrichtung Nozomis wird so verändert, daß der Treibstoff auftauen kann und für die unverzichtbare Kurskorrektur beim ersten Erdvorbeiflug der neuen Kursführung im Dezember 2001 zur Verfügung steht.

Vorbeiflug und Kurskorrektur gelingen, Nozomi zieht am 21. Dezember 2002 in 30.000 Kilometern Entfernung an der Erde vorbei und macht sich auf die zweite Runde um die Sonne. Das nächste Treffen mit der Erde und gleichzeitig das Lebewohl soll am 19. Juni 2003 stattfinden. Wenn alles glatt geht - und wer will daran zweifeln? - kommt Nozomi als letzter Vertreter des "Mars Trecks 2003" im Januar 2004 am Mars an.

Und diese Rangfolge - Nozomi zuletzt - könnte sich als Vorteil herausstellen. In der internationalen Marssonden-Fliegergemeinde gibt es den Schnack vom "Great Galactic Ghoul", einem Weltraummonster, das hinter dem Mars lauert und einen unstillbaren Appetit auf Raumsonden hat. Wer's nicht glaubt, der sei an das knappe Dutzend russischer Mars-Missionen erinnert, das (unter manchmal ziemlich dubiosen Umständen) sang- und klanglos verschwand. Und an den Polar Lander. Und an den Climate Orbiter. In diesem Jahr ist der Tisch für den Ghoul wieder reichlich gedeckt. Da kann es nicht von Nachteil sein, der letzte Ankömmling zu sein. Denn wenn sonst nichts bleibt, dann bleibt immer noch die Hoffnung ...

Related Links
- MDC (Mars Dust Counter) - Startseite, TU München (deutsch)
- Nozomi beim NSSDC (Goddard Space Flight Center; englisch)
- Übersicht über Mission und Leidensgeschichte (englisch)

- Raumfahrer.net-Sonderseite: Mars Express
- Raumfahrer.net-Sonderseite: 2003 Mars Rover

 

 
 

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      Space Focus: Die zauberhafte Vergrößerung des Universums von Tilman Kaiser 

Baade konnte mit seinen Beobachtungen in den 40-ern zwei verschiedene Sterntypen in Galaxien ausmachen.

Die Sterne vom Typ der Population I sind relativ junge, heiße Sterne, die in blauem Licht scheinen und sich eher in den Spiralarmen einer Galaxie befinden.

Bei der Population II, mit der Baade Sterne in Galaxien klassifizierte, handelt es sich um alte, kühlere Sterne, die im roten Licht erscheinen und eher im Zentrum einer Galaxie lokalisiert sind.

Dies ist ein typisches Muster, das in allen Spiralgalaxien anzutreffen ist. Als in Los Angeles nach dem Krieg wieder die Lichter angingen und Baades Kollegen aus ihren militärischen Projekten zurückkehrten, dürfte Baade seine Arbeit 1949 sogar an dem neuen 5m Hale-Teleskop auf dem Mount Palomar fortsetzen, das seit 1948 zur Verfügung stand. 1952 konnte Baade zeigen, dass beide Sternpopulationen ihren eigenen Cepheiden-Typ besitzt. Die Population I enthält die klassischen Cepheiden, Bei den Cepheiden der älteren Population II (W Virginis Sterne) stellte Baade fest, dass deren Leuchtkraft bei einer gegebenen Periode um einen bestimmten Betrag schwächer war als die Leuchtkraft der klassischen Cepheiden. Beide Cepheiden-Typen haben also eine eigene Periode-Leuchtkraft Beziehung.

Hubble hatte grundsätzlich für alle Cepheiden die Periode-Leuchtkraft-Beziehung der älteren W Vir Sterne benutzt. Dieser Cepheiden-Typ kommt auch im Halo der Milchstraße vor, so dass die Entfernungsskala in unserer eigenen Galaxis ungefähr stimmte.

Fälschlicherweise war diese Beziehung bis dato auch für die heißen Cepheid I Veränderlichen in der Andromeda-Galaxie angewandt worden. Die kälteren Cepheid II Variablen hatte Hubble mit dem 2,5m Hooker nicht auflösen können. Die klassischen Cepheiden wurden somit als leuchtschwächer eingestuft, weswegen für sie eine nähere Entfernung. berechnet wurde. Als Baade nun die Entfernung zur Andromeda mit der korrekten Periode-Leuchtkraft-Beziehung berechnete , kam er auf 2 Millionen Lichtjahren an Stelle der 800.000 Lichtjahre, die Hubble für diese Entfernung geschätzt hatte.

Da aber die Entfernung zur Andromeda-Galaxie ein wesentlicher Anhaltspunkt Für Hubbles Kalibration der kosmischen Entfernungsskala war, wurden durch Baades neue Berechnungen sämtliche Entfernungen zu anderen Galaxien mit einem Schlag mehr als verdoppelt und die Hubble-Konstante im gleichen Atemzug um mehr als die Hälfte reduziert.

Natürlich vergrößerte sich dadurch nicht nur die Entfernung aller bisher vermessenen Galaxien, sondern auch ihr Ausmaß, wodurch sich herausstellte, dass unsere eigene Galaxis im Vergleich zu anderen Galaxien keine Riesengalaxie, sondern eine ganz gewöhnliche Galaxie darstellte.

Mancherorts sorgten Zeitungsmeldungen zu Baades Entdeckung für allgemeine Belustigung durch die Schlagzeile, dass sich die Größe des Weltraums verdoppelt habe.

Das hinterließ bei manchen Lesern den absurden Eindruck, alles in diesem Weltall sei nun doppelt so groß wie vorher. Für Kosmologen war die Schlußfolgerung in Bezug auf das Alter des Universums noch wichtiger. Mit der neuen Hubble-Konstante war das Universum mit 5 Milliarden Jahren mehr als doppelt so alt wie vorher und damit immerhin älter als unser Sonnensystem.

In den darauffolgenden 30 Jahren wurde die Entfernungsskala u.a. durch Alan Sandage am Hale-Observatorium weiter nach oben korrigiert. Viele Astrophysiker nehmen inzwischen an, dass das Universum zwischen 13 und 14 Milliarden Jahren alt ist.

(vgl. z.B. MPA-Garching.mpg.de: S. White et al: "Intergalactic Medium Reionization after WMAP Observations", Max Planck Institute for Astrophysics, Mai 2003)

Literatur
- J. Gribbin: "In Search of the Big Bang", Penguin Books 1998
- Karttunnen, Kröger, Oja, Poutanen, Donner: "Fundamental Astronomy", Helsinki, 1996
- http://www.mpa-garching.mpg.de/HIGHLIGHT/2003/highlight0305_e.html
 

 
 

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      ISS Weekly Report: Progress M1-10 erreicht Raumstation von Michael Schumacher 

Ein unbemanntes russisches Versorgungsraumschiff hob am Sonntag, dem 08. Juni 2003 um 05.34 Uhr Eastern Standard Time (EST) vom Baikonur Kosmodrom in Kasachstan ab. An Bord von Progress M1-10 befanden sich etwa 2,4 Tonnen Nahrungsmittel, Treibstoff, Wasser, Versorgungsgüter und wissenschaftliche Geräte für die siebte Stammbesatzung an Bord der International Space Station (ISS), die aus Kommandant Juri Malentschenko und National Aeronautics and Space Administration (NASA) ISS Science Officer (SO) Edward Lu besteht und sich zum Zeitpunkt des Starts 386 Kilometer nahe dem Äquator vor der Westküste Afrikas befand. Weniger als neun Minuten nach dem Start von Progress M1-10 befand sich das Raumfahrzeug in seiner Erdumlaufbahn und Augenblicke später waren seine Solarzellenflügel und Navigationsantennen entfaltet.

An Bord von Progress M1-10 sind Ersatzteile für die Lebenserhaltungssysteme sowohl im amerikanischen als auch im russischen Segment der Raumstation, Bürobedarf, zwei Trinkwassertanks sowie einige Kleidungsstücke für die zwei Besatzungsmitglieder. Zudem befinden sich zwei Experimentgeräte für den Kosmonauten der European Space Agency (ESA) Pedro Duque, der im Oktober 2003 an Bord von Sojus TMA-3 zusammen mit der achten Stammbesatzung, bestehend aus Kommandant Alexander Kaleri und NASA ISS SO Michael Foale, für etwa eine Woche zur wissenschaftlichen Forschung an Bord der Raumstation unter einem Vertrag zwischen der ESA und der Russian Space Agency (RSA) starten wird. Duque wird mit Malentschenko und Lu an Bord von Sojus TMA-2 zur Erde zurückkehren, das zurzeit an die Raumstation angekoppelt ist.

Am Mittwoch, dem 11. Juni 2003 um 06.15 Uhr EST koppelte Progress M1-10 über Zentralasien automatisch an das Docking Compartment (DC) 1 "Pirs" an, das am Service Module "Swjesda" befestigt ist. Während sich Progress M1-10 "Pirs" annäherte, beobachteten Malentschenko und Lu seinen Anflug von "Swjesda" aus. Zum Zeitpunkt der Ankopplung befand sich die ISS in einer Höhe von 386 Kilometer über Zentralasien. Nach der Durchführung von Undichtigkeitsüberprüfungen um eine hermetische Abdichtung zu gewährleisten, öffneten Malentschenko und Lu gegen 07.40 Uhr EST die Luke zu dem Raumfahrzeug und begannen damit, die Fracht zu entladen. Die Ankunft von Progress M1-10 erhöht die Anzahl der an die ISS angekoppelten russischen Raumfahrzeuge auf drei. An den hinteren Kopplungsstutzen von "Swjesda" ist Progress M-47 angekoppelt, das am 04. Februar die Raumstation erreichte. An das Control Module "Sarja" ist Sojus TMA-2 angekoppelt, das am 28. April 2003 Malentschenko und Lu zur ISS brachte.
 

 
 

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      Surftipp: Surftipp: Internationale Raumfahrt von Jan Oertlin 

Internationaleraumfahrt.de versucht in Text und Bild dem Besucher einzelne Raumfahrtprojekte nahe zu bringen. Es gibt die Rubrik der europäischen und chinesischen Raumfahrt, sowie der amerikanischen und der russischen Raumfahrt, wobei die chinesische noch im Aufbau ist.

Neben den täglichen News aus der Raumfahrt werden auch jeden Monat einzelne Themen etwas genauer unter die Lupe genommen, wie diesen Monat Mars Express und Mars Exploration Rover.

Internationaleraumfahrt.de bietet nicht nur Texte und Bilder zum durchlesen, sondern auch einige Quiz um sein Raumfahrtwissen zu testen.
 

 
 

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"In Space" Magazin #081
ISSN 1684-7407


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