| InSpace Magazin #082 vom 21. Juni 2003
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» In Space Magazin « Raumfahrer.net
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Das Email-Magazin von Raumfahrer.net.
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"In Space" Magazin
Ausgabe #082
ISSN 1684-7407
> Updates:
Updates / Umfrage
> News:
Nachrichten der Woche
> HotSpot: Cheops auf Planetenjagd
> Space Focus: Kosmische Hintergrundsstrahlung
> ISS Weekly Report: Erster Space Shuttle Start im Dezember möglich
> Surftipp: Cosmic Mirror
> InDetail: Shenzou
> Impressum:
Disclaimer & Kontakt
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Verehrte Leserinnen und Leser,
Europa ist auf dem Weg zum Mars. Und mittlerweile ist es auch der erste der beiden Exploration Rovers der NASA. In dieser Woche konnten auch japanische Bodenmannschaften vermelden, dass ihre bereits 1998 gestartete Sonde Nozomi nun endlich in Richtung des Roten Planeten fliegen wird. Ein letztes Manöver dicht an der Erde vorbei zum "Schwung holen" dürfte in Kürze abgeschlossen sein.
Ich hörte vor wenigen Tagen, wie jemand Zweifel daran äußerte, dass alle Sonden, die in diesem Jahr zum Mars fliegen, auch heil dort ankommen werden. Die "marsianische Flugabwehr" sei doch bisher recht erfolgreich gewesen. Tatsächlich sind bereits erstaunlich viele Sondenmissionen zu unserem dichtesten Nachbarplaneten gescheitert. Wenn Sie mit uns über dieses Thema diskutieren möchten, schauen Sie doch einmal in unserem Forum Raumcon vorbei.
Einen zusammenfassenden Bericht über das Marsjahr 2003 können Sie neben vielen weiteren in der Juni-Ausgabe unseres Webradios InSound hören. Die Sendung können Sie rund um die Uhr von unserem Server anhören.
Jetzt wünsche ich Ihnen aber erst einmal viel Spaß beim Lesen dieser Ausgabe des InSpace Magazins.
Karl Urban
Chefredakteur Raumfahrer.net
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Auswertung: Sollte Europa nach dem Columbia-Unglück mehr Verantwortung beim Ausbau der ISS übernehmen? (170 gezählte Stimmen)
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» radio.raumfahrer.net
Sie können sich die aktuelle Sendung des Raumfahrer.net-Webradions InSound (Länge: 24.04 Minuten) noch immer direkt aus dem Internet anhören oder die Datei der Sendung downloaden.
» marsexpress.raumfahrer.net
Europas erste Mission zum Roten Planeten ist sogleich eine sehr aufwändige. Neben dem Orbiter ist auch das Landefahrzeug Beagle 2 mit auf der Reise. Wir informieren Sie ständig über den aktuellsten Stand der Mission.
» mars2003.raumfahrer.net
Raumfahrer.net hat eine Sonderseite zum neusten Marsprojekt der NASA gestartet: In wenigen Monaten sollen zwei baugleiche Rover zum Roten Planeten starten. Auf der Seite finden Sie neben Artikeln zu den Landern immer aktuelle Statusreports.
» mitarbeit.raumfahrer.net
Raumfahrer.net ist weiter auf der Suche nach neuen Mitarbeitern - hier erfahren Sie was Sie bei uns erwartet.
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• Spirit: Erste Kurskorrektur erfolgreich <mehr>
• Das ATV-Programm nimmt langsam Formen an <mehr>
• Erst der Mond, dann der Mars - China greift nach den Sternen <mehr>
• Galileo wird endgültig gestartet <mehr>
• Russland will wieder Touristen ins All bringen <mehr>
• Russland und ESA werkeln an gemeinsamem Kosmodrom <mehr>
• Start des zweiten US-Marsrovers verschoben <mehr>
• Mars - alles andere als eine tote Wüste! <mehr>
• China: erster bemannter Flug im Dezember <mehr>
• Neues Ziel für Rosetta <mehr>
• Mängel am Shuttle waren bekannt <mehr>
» Spirit: Erste Kurskorrektur erfolgreich 21. Juni 2003 - Der am 10. Juni gestartete amerikanische Mars-Rover Spirit hat gestern planmäßig die erste Kurskorrektur absolviert. Das so genannte Trajectory Correction Maneuver 1 (TCM-1) bestand aus mehreren Zündungen der insgesamt acht Steuerdüsen, die einmal durchgehend für 28 Minuten und danach noch einmal über einen Zeitraum von 22 Minuten verteilt 264 Mal kurz feuerten. Im Ergebnis wurde durch dieses Manöver die Geschwindigkeit von Spirit um 14,3 Meter pro Sekunde erhöht. Am Ende des Korrekturmanövers wurde die Ausrichtung des Raumfahrzeugs so geändert, dass eine optimale Kombination zwischen der für die Energieerzeugung erforderlichen Ausrichtung der Solarzellen zur Sonne und der für die Kommunikation mit der Bodenstation notwendigen Ausrichtung der Niedriggewinn-Antenne zur Erde erreicht wurde. Die nächste Kurskorrektur ist für den 1. August geplant, die nächste Anpassung der Lage von Spirit im Raum, um die beiden zuvor genannten Bedingungen weiterhin möglichst optimal zu erfüllen, für den 22. Juli. Im Statusbericht der NASA wird darüber hinaus berichtet, dass sich alle Systeme der Raumsonde in guter Verfassung befinden. Die Entfernung von Spirit zur Erde betrug am 29. Juni um 15:00 Uhr (MESZ) bereits 2.660.000 Kilometer. Die am 2. Juni gestartete europäische Forschungssonde Mars Express eilt Spirit rund zwei Millionen Kilometer voraus, und der durch eine gewaltige Sonneneruption angeschlagene japanische Mars-Orbiter Nozomi hat erst vorgestern um 16:43 Uhr (MESZ) die Erde in rund 11.000 Kilometer Entfernung während seines letzten Swing-by-Manövers auf dem Weg zum Mars passiert und begonnen, den anderen beiden Raumsonden Richtung Mars zu folgen. Der Reigen der Mars-Sonden wird voraussichtlich am 26. Juni komplettiert werden, wenn sich auch der zweite amerikanische Mars-Rover Opportunity auf dem Weg zum Roten Planeten macht. Raumfahrer.net wird sie natürlich über den Fortgang aller Mars-Missionen auf dem Laufenden halten. (ms - Quelle: NASA)
» Das ATV-Programm nimmt langsam Formen an 20. Juni 2003 - Anfang Juni 2003 erreichte das ATV Automated Transfer Vehicle) der ESA einen neuen Meilenstein, denn ca. 140 internationale Raumfahrtexperten sprachen ihr volles Vertrauen im Design des ATV aus, nachdem sie die technischen Unterlagen (55.000 Seiten) analysiert hatten. "Die erfolgreiche Beendigung des Design-Berichts für das ATV ist ein extrem wichtiger Meilenstein für Europas Beitrag zur ISS. Damit ist der Bau des ersten ATV mit dem Namen Jules Verne und seines Erstflug zur ISS im September 2004 freigegeben", so Jörg Feustel-Büechl, Direktor des ESAs Human Spaceflight. Der Zweck dieses Design-Berichts war, zu bestätigen, dass das ATV-Design und die Konzepte den Anforderungen wie Leistung, Zuverlässigkeit und der Sicherheit erfüllt. "Die Mitglieder der externen Gruppen wie die NASA und die CNES warfen einige gute Fragen auf", sagte Robert Laine, ATV-Projektmanager. "Wie das ATV sich von der ISS abkoppeln kann, wenn die Raumstation in einer kritischen Lage ist. Diese Anmerkungen sind sehr vorteilhaft, weil sie uns helfen, an Lösungen zu den möglichen Problemen zu arbeiten". Im Jahr 2000 musste die Einleitung des Design-Bericht um bis zu sechs Monate verlängert werden, da das gesamte Konzept der Navigation sowie einige Spezifikation neu geschrieben werden musste und einige Änderungen an Kleinteile vorgenommen werden musste. So wurde zum Beispiel ein anderer Satz optischer Sensoren für das Ankoppeln genommen. Es kann eine Nutzlast bis zu 9 t befördern und anschließend entweder direkt an der ISS ankoppeln oder aber in ihrer Nähe parken, wo dann die Nutzlast per Manipulatoram übernommen wird. Schließlich soll das ATV bis zu 6 Monate lang angedockt bleiben und mit Hilfe seiner Triebwerke die Umlaufbahn der Internationalen Raumstation zu korrigieren. Mehr zum ATV finden Sie auch im entsprechenden Artikel. (la - Quelle: ESA)
» Erst der Mond, dann der Mars - China greift nach den Sternen 19. Juni 2003 - Die Visionen der Chinesen reichen weit. Bereits in wenigen Monaten soll ein Taikonaut ins All fliegen und in einigen Jahre möchte man sogar Mond und Mars bezwingen. Parallel zu dem energisch vorangepeitschten Projekt, bis zum Ende dieses Jahres einen eigenen Raumfahrer mit dem selbst entwickelten Shenzhou-System ins All zu bringen, plant China offenbar die Erforschung des Marses als einen der nächsten Schritte in seinem Weltraum-Programm. "China ist noch Lichtjahre von der Marsforschung entfernt", sagte Liu Zhenxing, führender chinesischer Raumfahrtwissenschaftlicher der Akademie der Wissenschaften in Peking, heute gegenüber der chinesischen Tageszeitung China Daily. Allerdings liefen derzeit umfangreichere Vorbereitungen für ein solches Vorhaben. "Wir haben noch keinen festen Zeitplan", so Zhenxing, "aber ein solches Projekt würde von den voranschreitenden Bemühungen unseres Landes, den Mond auf einer unbemannten Mission zu erforschen, profitieren." Und der Ertrabant wird laut chinesischen Angaben schon bald Besuch aus dem Reich der Mitte bekommen. Die Exploration zum Mond kann laut China Daily bereits in einigen Jahren beginnen. Die chinesischen Raumfahrtaktivitäten für dieses Jahrhundert nachzeichnend betonte Luan Enjie, Direktor der chinesischen Raumfahrtbehörde, dass die Ziele einer Mondlandung und der Teilnahme an der internationalen Marsforschung oberste Priorität hätten. Den Einstieg dafür möchte man mit einer Mondsonde bis 2010 geschafft haben. Offenbar hat man sich hierbei viel vorgenommen. Im Rahmen des breit angelegten Forschungsprogramms sollen nicht nur die vergangenen Jahrzehnte eingeholt werden, in denen China nur eine untergeordnete Rolle in der Raumfahrt spielte. Vielmehr sollen technische Innovationen zum Einsatz kommen um das Endziel einer bemannten Marslandung zu ermöglichen. Zuvor jedoch, so Liu Zhenxing, müssen noch Grundlagen gesammelt werden. Dies zunächst auf unserem Begleiter, dem Mond. Das dabei gewonnene Wissen soll in zukünftige Mars-Missionen fließen. Eine erste dieser Art wird aus einem schlichten Mars-Orbiter zur Erforschung des Roten Planeten bestehen. Später dann sollen Mars-Rover und komplexere Lander folgen. In der dritten Phase soll auch eine Rückkehr von Sonden vom Mars möglich werden - die Voraussetzung für eine bemannte Marslandung. Auch hier möchte man mitmischen, und es bleibt abzuwarten, ob die chinesische Euphorie wieder den reellen Problemen des eigenen Landes weichen muss oder ob China als dritte Weltraummacht den großen Siegeszug davontragen wird. Wie auch immer, wir wünschen viel Erfolg! (fx - Quelle: chinadaily.com)
» Galileo wird endgültig gestartet 18. Juni 2003 - Mit der Ernennung des Deutschen Rainer Grohe zum Direktor des Gemeinsamen Unternehmens Galileo hat für das erste zivile weltweite Satellitennavigationsprogramm eine neue Ära begonnen. ESA-Generaldirektor Antonio Rodotà begrüßte die Berufung Grohes an die Spitze des ersten gemeinsamen Unternehmens zwischen der ESA und der Europäischen Kommission: "Seine Erfahrungen aus der Industrie werden bei diesem Programm, das nun im Dienste aller europäischen Bürger verwirklicht werden kann, äußerst wertvoll sein." Der Verwaltungsrat des Gemeinsamen Unternehmens Galileo hatte der Ernennung Grohes am Montag, den 16. Juni in Brüssel zugestimmt. Das gemeinsame Unternehmen kann nun die verschiedenen Etappen zur Konkretisierung von Galileo einleiten, um den Europäern und der ganzen Welt ein präzises und sicheres satellitengestütztes Ortungssystem zur Verfügung zu stellen. Hauptaufgabe des gemeinsamen Unternehmens ist die Vorbereitung der Errichtungs- und Betriebsphase des Programms und der Auswahl der künftigen Galileo-Betreibergesellschaft. Dieses privatwirtschaftliche Unternehmen wird an die Stelle des Gemeinsamen Unternehmens Galileo treten, um die Errichtung der Konstellation im All und der notwendigen Infrastruktur am Boden abzuschließen, und danach die Verantwortung für den weiteren Betrieb übernehmen. Kurzfristig, d.h. noch im Rahmen der Entwicklungs- und Validierungsphase, ist die ESA für den im September 2005 geplanten Start eines ersten Versuchssatelliten zuständig. Dieser Start dient einem doppelten Zweck, nämlich zu gewährleisten, daß die bei der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) für das Galileo-System angemeldeten Frequenzen erhalten bleiben - sie würden im Juni 2006 verfallen -, und neue Technologien im All zu erproben. Um die Risiken so gering wie möglich zu halten, sollen bis Anfang Juli dieses Jahres zwei Industrieaufträge für den Bau von zwei unterschiedlichen Satelliten vergeben werden. Anschließend werden im Zeitraum 2006-2007 drei oder vier Satelliten zur orbitalen Validierung des Galileo-Systems gestartet. Mit dem Gemeinsamen Unternehmen Galileo stellen sich die ESA und die Europäische Kommission also der außergewöhnlichen Herausforderung, Europa auf dem strategischen Gebiet der Satellitennavigation, das eine Vielfalt von wirtschaftlichen Möglichkeiten bietet, unabhängig zu machen. Das Galileo-System wird insgesamt 30 Satelliten (27 aktive und 3 Reservesatelliten) umfassen, die die Erde auf drei verschiedenen Kreisbahnen in 23 616 km Höhe mit einer Neigung von 56° zum Äquator umlaufen und damit eine ausgezeichnete Abdeckung unseres Planeten gewährleisten werden. Zwei Galileo-Kontrollzentren in Europa sollen den Betrieb der Satelliten überwachen und die Leitung des Navigationssystems wahrnehmen. (la - Quelle: ESA)
» Russland will wieder Touristen ins All bringen 18. Juni 2003 - Unter Protest der NASA sollen demnächst wieder zahlende Gast-Kosmonauten ins All fliegen können. Sogar eine eigene Touristen-Mission zur ISS ist geplant. Um die finanziell schwer angeschlagene russische Raumfahrt wieder etwas auf Vordermann bringen zu können, plant man nun offiziell die Wiederaufnahme von Touristen-Flügen in russischen Sojus-Raumschiffen zur Internationalen Raumstation. Hierzu schlossen die russische Raumfahrt-Behörde Rosaviakosmos, der traditionsreiche Raketenhersteller RKK Energija sowie ein amerikanischer Veranstalter für Abenteuer-Reisen, Space Adventures, heute einen ihrer Meinung nach "historischen" Vertrag ab. Die Vereinbarung sieht den Start einer speziellen Touristen-Mission vor. Dabei wird es sich um ein Sojus-Raumschiff handeln, in welchem zwei der drei Sitze an zahlende Hobby-Raumfahrer und gut betuchte Space-Fans verkauft werden sollen. Der Flug wird eine außerplanmäßige Mission zusätzlich zum normalen Flugregime zur ISS darstellen und soll gegen Ende 2004 oder Anfang 2005 starten. Mit diesen Plänen wurde eine neue Stufe des Weltraum-Tourismus erreicht. Flogen die beiden Gast-Kosmonauten Dennis Tito, USA, und Mark Shuttleworth, Südafrika, im April 2001 bzw. im April 2002 noch auf Grundlage individueller Vereinbarungen mit den zuständigen russischen Behörden unter Beratung eben jener Firma Space Adventures für je rund 20 Millionen US-Dollar zur ISS, soll nun ein eigenes Marktsegment für diese Form der Kommerzialisierung der Raumfahrt entstehen. Interesse ist laut Ansicht der Initiatoren des Vertrages reichlich vorhanden, in der Vergangenheit nahmen gleich mehrere zahlende westliche Gäste mit Aussicht auf einen Sojus-Flug ihr Training im Sternenstädtchen bei Moskau auf. Allerdings handelte es sich dabei häufig um schlichte PR-Aktionen oder die Missionen wurden aus verschiedenen Gründen wieder abgesagt. Einer diese Faktoren ist die NASA. Debra Rahn, NASA-Sprecherin, äußerte sich heute der Presse gegenüber verwundert über die amerikanisch-russische Vereinbarung. Zwar seien Verhandlungen seitens Space Adventures bekannt gewesen. Doch erfuhr man nun aus der Presse vom Abschluss des Vertrages und zeigt sich allgemein besorgt, dass über die Köpfe der internationalen Partner hinweg entschieden wurde. In der Vergangenheit legte die amerikanische Raumfahrt-Behörde wiederholt in Fragen der Öffnung der ISS für Touristen ihr Veto ein. Offenbar ist man besorgt, dass die "ungelernten" Raumfahrer im Vergnügungs- und Freudentaumel die Arbeit der eigenen Astronauten behindern oder wissenschaftliche Anlagen gar zerstören könnten. Das Hauptargument der Russen sind dagegen die durch die intensive Vermarktung ihrer Systeme gewonnenen finanziellen Mittel. Die russische Raumfahrt leidet seit Jahren an einem akkuten Geldmangel und viele in diesem Bereich tätige, ehemals staatliche Firmen arbeiten auf Sparflamme oder nur auf Abruf. Von der einstigen Fließband-Produktion kosmischer Anlagen blieb in den post-sowjetischen Zeiten nicht viel übrig. Allerdings betonte ein Sprecher von Space Adventures, dass die Details des Vertrages, insbesondere die Modalitäten des Geldflusses, vertraulich seien. Derzeitig sind zehn Aspiranten für einen Touristenflug im Training für eine solche Mission. Ihre Namen sollen in einigen Monaten bekannt gegeben werde. Bis dahin wird wohl auch auf politischer Ebene eine rege Diskussion über den Sinn und Unsinn solcher Vorhaben entbrannt sein - verärgert man die NASA gefährdet man mehr als nur die eigenen Finanzen. (fx - Quelle: space.com)
» Russland und ESA werkeln an gemeinsamem Kosmodrom 18. Juni 2003 - Schon 2006 könnten russische Sojus-Raketen vom europäischen Weltraum-Bahnhof Kourou abheben. Die Weichen hierfür wurden nun gestellt. Juri Koptew, Chef der russischen Raumfahrt-Agentur Rosaviakosmos, betonte im Rahmen der Pariser Air Show gegenüber Reportern von Itar-TASS das Voranschreiten der Bestrebungen, in Vereinbarung mit der europäischen Weltraum-Behörde ESA russische Sojus-Raketen vom europäischen Raketenbahnhof Kourou in Französisch-Guayana aus ins All zu starten. "Die Arbeiten an der Infrastrukur und den Raketen-Systemen, welche sich einem kompletten Upgrade unterziehen müssen, werden Ende 2005 abgeschlossen sein", so Koptew. Die ersten Starts erwartet man im Jahr 2006. Die in diesem Rahmen zu tätigenden Arbeiten werden Schätzungen zu Folge rund 250 Millionen Euro verschlingen. Die eine Hälfte der Summe wird von Arianespace, dem europäischen Konzern zur Organisation von Weltraunstarts, getragen, die andere geht auf die Rechnung der ESA selbst. Den Bärenanteil hiervon trägt Frankreich. Eine Schaffung einer entsprechenden Startplattform in Kourou für russische Systeme und damit die Portierung bewährter Start-Systeme auf europäische Infrastruktur war schon länger geplant. Bisher lagen die Verhandlungen auf Eis, da Russland die Mitfinanzierung der Umbauarbeiten in Kourou auf Grund der eigenen finanziellen Situation negieren musste. Den Gegenwert sieht man im Sojus-System, einer über Jahrzehnte hinweg bewährten Trägerrakete für mittlere Nutzlasten. In wie weit es der ESA gestatten sein wird, im Tausch selbst auf die Sojus zurückzugreifen, wurde unterdessen nicht bekannt gegeben. Hauptgrund für den "Umzug" der Russen ist die günstigere Lage von Kourou. Das europäische Startzentrum liegt im Vergleich zum russischen Kosmodrom Baikonur näher am Äquator, Starts lassen sich also mit weniger Energieaufwand und damit effizienter und kostensparender durchführen. Allerdings will man Baikonur nicht aufgeben: der auf 20 Jahre ausgelegte Pachtvertrag mit Kasachstan, denn Baikonur liegt für die Russen seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion im Ausland, soll demnächst auf 50 Jahre ausgedehnt werden. Das weiter nördlich gelegene Plessetzk soll dagegen auf Grund seiner ungünstigen Lage und der vornehmlich militärischen Auslegung weniger intensiv genutzt werden als bisher. Durch die Verlagerung erhofft man sich zudem einen direkteren Zugang zum Markt der Satellitenstarts, zumal die im Vergleich sowieso schon günstigen russischen Systeme durch Ersparnisse beim Start für Investoren und Auftraggeber noch attraktiver werden. (fx - Quelle: russiajournal.com)
» Start des zweiten US-Marsrovers verschoben 17. Juni 2003 - Geringfügige Verzögerung im Flugplan strapazieren die Nerven der NASA, gefährden die Mars-Mission jedoch nicht. Das Wetter ist wohl derzeit kein Freund des US-amerikanischen Mars-Programmes. Vor einigen Tagen, am 8. Juni, musste bereits der Start des auf den Namen Spirit getauften Mars Exploration Rover A von Cape Canaveral aus zwei mal um jeweils 24 Stunden verschoben werden, da die Wetterbedingungen am Startort zu kritisch waren. Erst am 10. Juni klappte dann der Start problemfrei. Die Region rund um das Cape wird zur aktuellen Jahreszeit trotz subtropischen Klimas häufig von wolkenbruch-artigen Regenfällen und schweren Stürmen heimgesucht. Um in der Planung nicht ganz und gar durcheinander zu geraten, wurde das Startdatum des zweiten Marsrovers namens Opportunity wie von Experten erwartet nun ebenfalls einen Tag nach hinten verlegt. Dadurch wird den Technikern vor Ort außerdem mehr Zeit für abschließende Integrations-Tests gegeben. Geplant war der Lift-off für den 25. Juni um 06:38 Uhr MESZ mit einer Delta II-Trägerrakete. Dieser Termin verschiebt sich laut NASA nun offiziell um 24 Stunden. Die Startvorbereitungen laufen unterdessen wie geplant weiter, Trägerrakte wie Sonde sind also "reisefertig". Der Gesamtverbund wurde heute in aller Frühe zur Startplattform (Pad 17B) gerollt. Den derzeitigen Planungen zu Folge soll der Start in gut einer Woche, genauer gesagt in aller Frühe des 26. Juni gegen 06:27 Uhr MESZ erfolgen. Eine kurzfristige Ausweichmöglichkeit ergibt sich am selben Tag um 7:08 Uhr. Während Opportunity noch auf seinen Missions-Auftakt warten muss, befindet sich sein baugleicher Bruder Spirit bereits 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Die Ankunft beider Rover ist für Anfang 2004 geplant und wird durch die Startverzögerungen nicht angetastet. Für alle Interessierten stellt die NASA hier ein Live-Tracking von Spirit zur Verfügung. Der Count-down geht weiter! (fx - Quelle: spaceflightnow.com)
» Mars - alles andere als eine tote Wüste! 17. Juni 2003 - Die Auswertung von Infrarotemissionen der Marsoberfläche durch ein Instrument des amerikanischen Mars-Orbiters 2001 Mars Odyssey zeigt eine überraschend vielfältige und immer noch aktiven Veränderungen unterworfene Planetenoberfläche. Seit Anfang 2002 registriert THEMIS (= "Thermal Emission Imaging System") an Bord der im April 2001 gestarteten NASA-Sonde 2001 Mars Odyssey in zehn verschiedenen Spektralbereichen die Wärmestrahlung, die von der Marsoberfläche emittiert wird. In einem Artikel, der demnächst im Wissenschaftsmagazin Science erscheinen wird, berichten Wissenschaftler der Arizona State University in einem ersten Überblick über die wichtigsten Erkenntnisse, die sie nach dem ersten Beobachtungsjahr gewonnen haben. Die Auswertung der von THEMIS gewonnenen Daten zeigt eine erstaunlich vielfältige und dynamische Planetenoberfläche, die auch heute noch ständigen Veränderungen unterworfen ist. Infrarotaufnahmen der Marsoberfläche wurden in der Vergangenheit auch schon durch ein vergleichbares Instrument an Bord der Raumsonde Mars Global Surveyor (MGS) gemacht, allerdings liefert THEMIS Aufnahmen mit 30-fach höherer Auflösung als der Thermal Emission Spectrometer an Bord des MGS. "Die Kamera von Mars Global Surveyor macht hervorragende Aufnahmen, die Schichten zeigen, aber sie verrät mir nichts über die Zusammensetzung - ist es eine Gesteinsschicht mit einer Schicht Sand darüber? Mit den Temperaturdaten von THEMIS kann ich eine Vorstellung davon bekommen, da die Schichten variieren - und jede Schicht hat bemerkenswert verschiedene physikalische Eigenschaften", erläutert Philip Christensen, Geologieprofessor und Principal Investigator des THEMIS-Instruments. Die Beobachtung der Tag- und Nachttemperaturen ermöglicht es den Wissenschaftlern, zwischen massivem Gestein und verschiedenen Arten losen Materials wie Felsbrocken, Sand und Staub zu unterscheiden. An jedem Strand unserer Erde lässt sich beispielsweise beobachten, dass sich feiner Sand viel schneller als ein massiver Felsbrocken erhitzt, aber auch deutlich schneller wieder abkühlt. Genau diese unterschiedlichen Temperaturkurven machen es den Wissenschaftlern möglich, mit Hilfe von THEMIS auch da unterschiedliche Zusammensetzungen der Planetenoberfläche zu erkennen, wo eine Aufnahme im sichtbaren Licht keine Differenzierungen sichtbar werden lässt. Eine der wichtigsten Erkenntnisse ist die Entdeckung von Schichten in der Marsoberfläche, die auf große Veränderungen der früheren Umweltbedingungen hinweisen. "Wir haben in Gebieten wie Terra Meridiani Schichten beobachtet, jede mit dramatisch unterschiedlichen physikalischen Eigenschaften", so Christensen. "Warum ändern sich die physikalischen Eigenschaften in den verschiedenen Schichten? Sie ändern sich, weil die Umwelt, in der diese Gesteine abgelagert worden sind, sich veränderte. Es ist sehr schwierig genau zu sagen was an jedem einzelnen Ort geschehen ist, aber wir haben herausgefunden, dass an vielen Stellen auf dem Mars nicht Jahr für Jahr über Milliarden Jahre hinweg immer das Gleiche passiert ist." Unter anderem wurden kilometerweit reichende Gebiete entdeckt, an denen das nackte Gestein des Untergrunds zutage tritt. Angesichts der staubigen Marsatmosphäre ist das natürlich eine überraschende Entdeckung und legt den Schluss nahe, dass immer noch Kräfte am Werk sind, die Sedimente aus früheren Zeiten wie auch den allgegenwärtigen Staub von diesen Gesteinsformationen "herunterschmirgeln". Genauso unerwartet war die Entdeckung, dass marsianische Hänge oft mit losen Felsbrocken bedeckt sind - ohne das Vorhandensein von Verwitterungsprozessen wären sie schon lange von Staub bedeckt worden. "Das zeigt einen dynamischen Mars - es ist ein aktiver Platz", so hebt Christensen hervor. Eine weitere wichtige Entdeckung von THEMIS ist das Vorhandensein von Anzeichen dafür, dass an vielen Stellen des Planeten Wasser bei der Entstehung der beobachteten geologischen Strukturen wahrscheinlich keine Rolle gespielt hat. So wurde beispielsweise eine aus Olivinen (Mischkristalle aus der Gruppe der Silikate) bestehende Schicht nahe des Grundes der viereinhalb Kilometer tiefen Ganges Chasma-Schlucht entdeckt. Olivine allerdings - und das macht diese Entdeckung interessant - lösen sich in Wasser sehr schnell auf, es kann also an diesem Ort niemals größere Wassermengen gegeben haben. Angesichts der Tatsache, dass es an anderen Stellen des Mars sehr wohl Wasser gegeben hat - und immer noch gibt - ist dies natürlich eine erstaunliche Entdeckung. Zusammenfassend lassen diese neuen Erkenntnisse das Bild eines überaus vielfältig strukturierten Planeten entstehen, der für zukünftige Forschungsmissionen mit Sicherheit noch viele Überraschungen bereithält. Ausführliche Informationen über diese Forschungsmission finden Sie auf den Seiten unseres 2001 Mars Odyssey-Specials. (ms - Quelle: NASA/JPL)
» China: erster bemannter Flug im Dezember 16. Juni 2003 - Die Volksrepublik sieht sich bereits mit einem Bein im Orbit und kündigt eine bemannte Mission für das Ende des laufenden Jahres an. Im fernen Osten scheint man nun in Sachen Raumfahrt Nägel mit Köpfen zu machen. China ist ganz offensichtlich gewillt, bis Dezember einen eigenen bemannten Raumflug durchzuführen. Als Termin wurde hierzu nun offiziell der Dezember genannt, obwohl bisher der Oktober auf Grund des Feiertages am ersten Tag des Monats zu Ehren der Gründung der Volksrepublik als wahrscheinlicher Startermin gehandelt wurde. "Wir werden am Ende des Jahres starten", sagte Liu Youguang, Vertreter der chinesischen Great Wall Industry, zuständig für Raumfahrtsysteme, gegenüber AFP im Rahmen der Pariser Air Show. "Es könnten womöglich zwei Astronauten sein", fügte er an und betonte, dass daneben auch einige wissenschaftliche Instrumente und Experimental-Anlagen zur Nutzlast gehören werden. Dem Start von Shenzhou 5 ("Gottesschiff"), so die Bezeichnung des Raumfahrzeuges, stünde somit nicht mehr entgegen. Die am 5. Januar dieses jahres nach einem 162-stündigen Flug gelandete Kapsel Shenzhou 4 gilt unterdessen als Generalprobe einer ersten bemannten Mission. In der vergangenen Zeit gab es im Westen wieder und wieder Verwirrung um eben jenes Raumfahrzeug. Äußerlich und in den physikalischen Parametern gleicht es dem russischen Sojus-System erheblich. Doch Liu verneint konsequent: "Dieses Raumschiff wurde ausschließlich von China gebaut." Ähnliche Zweifel werden an der verwendeten Trägerrakete Chang Zheng (CZ)-2F gehegt. Auch hier zeigen sich in der Drittstufe gewisse Parallelen zum russischen Pendant. Bislang bleibt somit unklar, ob ein Technologie-Transfer aus der GUS stattgefunden hat und es kann nicht abschließend bewertet werden, inwieweit China auf eigenem Know-how aufbaut. Immerhin hat man Visionen: in etwa 10 Jahren will man eine eigene Raumstation starten. Das Engagenement der Volksrepublik China in der Raumfahrt ist alt und hat Tradition. Nicht nur, dass die Chinesen als die Erfinder der Pulverrakete gelten, auch verfügt das Riesenreich im fernen Osten über eine reichhaltige Erfahrung im Bereich von Forschungs-Satelliten und eine breite Palette von Trägerraketen, die mittlerweile bereits kommerzielle Erfolge feiern konnten. Das Bestreben, einen Chinesen, einen eigenen so genannten Taikonauten ins All zu bringen, ist mindestens ebenso alt wie die Ursrünge der chinesischen Raumfahrt selbst. Derweilen standen diesem Vorhaben politische wie praktische Probleme entgegen: weder lässt die angeschlagene Wirtschaft des sich kommunistisch nennenden Staates große Sprünge zu, noch war es nach dem Bruch mit der Sowjetunion in den 60'er Jahren möglich, Technologie aus der UdSSR zu importieren. Das Angebot der Amerikaner, einen Chinesen auf dem Space Shuttle mitfliegen zu lassen, wurde zu Gunsten eines prestige-trächtigen nationalen Programms ausgeschlagen. Dieses verbirgt sich hinter der kryptischen Bezeichnung 921. Erste direkte Schritte hin zu einem eigenen Raumfahrtsystem unternahm mann ab Anfang der 90'er: eine kleine Gruppe chinesische Raumfahrer trainierte im Sternenstädtchen bei Moskau und das Shenzhou-System wurde geschaffen. Jene Kapsel flog seit 1999 vier mal unbemannt ins All, jeweils mit großen Erfolg. Glückt die Mission im Dezember, so steigt China nach der ehemaligen Sowjetunion bzw. Russland und den USA zur dritten Weltraummacht auf. Wir drücken die Daumen - Go, Taikonauts, Go! (fx - Quelle: SpaceDaily.com)
» Neues Ziel für Rosetta 16. Juni 2003 - Die ESA-Raumsonde Rosetta hat ein neues Ziel. Sie wird im Februar 2004 zu dem Kometen Tschurjumow-Gerassimenko aufbrechen und ihn im November 2014 erreichen. Ursprünglich sollte Rosetta im Januar 2003 zum Kometen Wirtanen fliegen. Nach dem Fehlstart der neuen Ariane-5-Trägerrakete im Dezember 2002 wurde aus Sicherheitsgründen der geplante Start von Rosetta verschoben. Die ESA-Raumsonde Rosetta hat ein neues Ziel. Sie wird im Februar 2004 zu dem Kometen Tschurjumow-Gerassimenko aufbrechen und ihn im November 2014 erreichen. Ursprünglich sollte Rosetta im Januar 2003 zum Kometen Wirtanen fliegen. Nach dem Fehlstart der neuen Ariane-5-Trägerrakete im Dezember 2002 wurde aus Sicherheitsgründen der geplante Start von Rosetta verschoben. Die Rosetta-Mission der Europäischen Weltraumorganisation ESA ist so einzigartig und bedeutsam wie die erste bemannte Mondlandung. Zum ersten Mal soll eine Raumsonde auf eine Umlaufbahn um einen Kometen gebracht und ein Lander auf ihm abgesetzt werden. Es geht um die Urmaterie des Sonnensystems und die Frage, ob Kometen das Leben einst auf die Erde gebracht haben. Die Entscheidung für Rosetta als eines von vier Hauptprojekten im ESA-Langzeitprogramm „Horizont 2000“ fiel bereits 1985. Seitdem durchlief die anspruchsvolle Mission mehrere Modifikationen, die letzte davon vor 5 Monaten. Im Januar 2003 hätte Rosetta ihre über achtjährige Reise zum Kometen Wirtanen antreten sollen. Doch der Fehlstart der leistungsstärkeren Ariane 5 ECA am 12. Dezember 2002 stoppte – vorerst – den visionären Flug von Rosetta. Die Verantwortlichen der ESA wollten kein Risiko eingehen und erst mehr über die Ursachen des Ariane-5-Fehlschlags wissen, bevor sie dem europäischen Träger neue wertvolle Nutzlasten anvertrauen. Aufgrund des nur bis zum 31. Januar 2003 gehenden Startfensters musste das ursprüngliche Ziel, Wirtanen, schließlich aufgegeben werden. Zur Rettung der aufwendigen Mission bekamen die Wissenschaftler die Aufgabe, alternative Kometen-Ziele zu finden. Nach intensiver Suche wurde auf der letzten Sitzung des ESA-Wissenschaftskomitees im Mai nun die Entscheidung gefällt: Tschurjumow-Gerassimenko heißt das neue Ziel für Rosetta. Im Februar 2004 soll der Start vom Europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana erfolgen. Träger wird eine Ariane 5 G+ sein, eine Variante der vielfach erfolgreich geflogenen Basisversion der Ariane 5. Nach einer interplanetaren Raumreise von 10 Jahren und 10 Monaten wird Rosetta dann im November 2014 sein neues Ziel erreichen. Die ESA-Wissenschaftler untersuchen derzeit auch noch einen Reservestarttermin im Februar 2005 zu dem neuen Zielkometen. Für das Landemanöver auf Tschurjumow-Gerassimenko muss der Lander jedoch noch angepasst werden, denn der neue Zielkomet ist etwas größer als Wirtanen und hat damit ein anderes Schwerefeld. Um ein Höchstmaß an Informationen über den Himmelskörper zu erhalten, werden sowohl irdische als auch kosmische Späher zur Aufklärung der genauen Flugbahn und zur Gewinnung weiterer Daten eingesetzt. Dazu gehört das Hubble Space Telescope sowie das Very Large Telescope VLT der Europäischen Südsternwarte in den Bergen Chiles. Die zusätzlichen Kosten der Startverschiebung in Höhe von etwa 70 Mill. Euro sollen im Rahmen des ESA-Etats aufgebracht werden. Auf der Ministerratstagung in Paris am 27. Mai ist die Entscheidung zur Finanzierung der Mehrkosten bestätigt worden. (ak - Quelle: ESA)
» Mängel am Shuttle waren bekannt 15. Juni 2003 - Nach neuesten Informationen wusste die NASA über mehrere potentielle Fehlerquellen am Space Shuttle bescheid - und tat nichts. Nachdem vor einigen Tagen das CAIB (Columbia Investigation Board), also das mit den Ermittlungen im Unglücksfall der Raumfähre Columbia beauftragten Gremium, am Space Shuttle eine weitere potentielle Unglücksursache ausmachen konnte, scheint es nun so, als seien diese und weitere potentielle Fehlerquellen der NASA lange Zeit vor dem Tod der sieben Columbia-Raumfahrer, die am 1. Februar dieses Jahres ihr Leben auf tragische Weise verloren, bekannt gewesen. Erst vor einigen Tagen, am vergangenen Donnerstag, sprach das CAIB von zwei großen Verankerungen, mit denen die beiden Feststoff-Booster des Shuttles mit dem externen Tank verbunden sind. Diese Stahl-Verankerungen werden in einer gewissen Höhe mit Hilfe spezieller Sprengbolzen abgelöst, um die beiden ausgebrannten Booster abwerfen zu können. Die beiden Niete werden dabei von einem Auffangmechanismus festgehalten - doch eben dies sei laut CAIB extrem fehleranfällig, immerhin wiegt jede Stahlniet rund 18 Kilogramm. Ein Aufschlag dieser auf der Außenhaut des Shuttle-Orbiters oder dem externen Tank hätte eine fatale Wirkung. Auch wenn dieser potentielle Fehler ausdrücklich nicht im Zusammenhang mit der Columbia-Katastrophe steht, so geht von ihm doch eine andauernde Gefahr für jeden Shuttle-Start aus. Die Firma Hi-Shear Technology Corp., einst Hersteller der Verankerungen, wies die NASA bereits vor gut einem Jahr auf mögliche Sicherheitsmängel ihrer neuen Systeme hin. Elf Monate vor dem Unglück selbst wurde sogar ein Brief an den US-Kongress verfasst, in dem ausdrücklich vor einer weiteren Shuttle-Katastrophe gewarnt wird. Die Unglücks-Mission STS-107 wurde schließlich zum ersten Flug, auf dem der neue Mechanismus Verwendung fand, der nun auch ins Feld der Ermittler geriet. Laut CAIB wurde das neu eingeführte System allerdings nie ausreichend getestet und könnte z.B. den Flügel des Shuttles beschädigen, wie es beim Start der Columbia durch ein Stück Schaumstoff geschah. Der Aufschlag einer oder zweier 18 Kilogramm schwerer Metalltrümmer könnte das Shuttle bereits beim Aufstieg komplett in Stücke reißen. Die NASA reagierte auf die besorgten Hinweise nicht, der Brief an den Kongress blieb unbeantwortet und die neuen Systeme ungetestet. Solche Vorwürfe musste sich die NASA in letzter Zeit häufiger anhören. So seien ihr die Gefahren sich beim Start lösender Isolier- und Schaumstoffteile vom externen Tank ebenso bekannt gewesen wie instabile Reaktion des Materials der Flügelvorderkante bei einem Impakt, also dem Aufschlag von Material, wie es im Weltall vor allem durch Mikro-Meteoriten ständig geschieht. Immer mehr scheint sich zu bestätigen: die NASA hat schlicht und einfach geschlampt. (fx - Quelle: wesh.com)
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HotSpot: Cheops auf Planetenjagd
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von Michael Stein | |
Wissenschaftler des Max-Planck-Institut für Astronomie (MPIA) wollen ab 2008 im Rahmen des Projekts CHEOPS mit bodengestützten Großteleskopen der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile Planeten in anderen Sonnensystemen entdecken und abbilden.
Das Vorhaben klingt zunächst fantastisch: Ein noch zu entwickelndes Instrument soll in einem Radius von bis zu 300 Lichtjahren um unser Sonnensystem herum mit Hilfe des europäischen Very Large Telescope (VLT) in Chile Jupiter-ähnliche Planeten entdecken können. Anders als bisherige Verfahren sollen damit auch und vor allem Planeten entdeckt werden können, die weit von ihrem Zentralgestirn entfernt ihre Kreise (oder genauer: Ellipsen) drehen. Bei CHEOPS geht es jedoch nicht nur um die bloße Entdeckung von extrasolaren Planeten, gleichzeitig sollen auch einzelne Bestandteile der Planetenatmosphäre identifiziert werden (was bisher noch nie gelungen ist) - und das nicht mit Hilfe eines Satelliten, sondern von der Erdoberfläche aus!
Das in Heidelberg ansässige MPIA wird in einem ersten Schritt zusammen mit weiteren zehn Instituten aus fünf europäischen Ländern zunächst eine Machbarkeitsstudie durchführen, die im Ergebnis nachweisen soll, dass ein derartig verwegenes Vorhaben mit Aussicht auf Erfolg in reale Technologie umgesetzt werden kann - denn "ideas are cheap", wie es Dr. Jakob Staude vom MPIA im Gespräch mit Raumfahrer.net formulierte. Die Aussichten auf eine anschließende Realisierung von CHEOPS sind nicht schlecht, da für das Projekt Kosten in der vergleichsweise geringen Höhe von sieben Millionen Euro vorgesehen sind - angesichts der dreistelligen Millionenbeträge, die für satellitengestützte Forschungsmissionen mit derselben Zielrichtung einzukalkulieren sind (wie die ESA-Mission DARWIN oder der Terrestrial Planet Finder der NASA), ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis von CHEOPS nur schwer zu schlagen.
Bis in fünf oder sechs Jahren vielleicht tatsächlich von den ersten Entdeckungen CHEOPS zu berichten sein wird müssen die Wissenschaftler und Ingenieure der beteiligten Institute noch einige Klippen meistern. Zunächst einmal wird CHEOPS auf die Hilfe der leistungsfähigsten Großteleskope angewiesen sein, die die Europäische Südsternwarte in Chile zu bieten hat: Einer der vier gigantischen, 8,2 Meter durchmessenden Spiegel des Very Large Telescope (VLT) wird das Licht der Sterne unserer kosmischen Nachbarschaft auffangen und sammeln.
Vom MPIA wird für CHEOPS ein neues so genanntes "Adaptives Optiksystem" entwickelt, um die Störungen, die das Sternenlicht auf dem Weg durch unsere Atmosphäre aufgrund der allgegenwärtigen Luftturbulenzen erfährt, zum größten Teil auszugleichen; das bei den Auswertungsinstrumenten von CHEOPS ankommende Sternenlicht wird dann beinahe so ruhig und unverzerrt sein, als ob das Teleskop auf einem Satelliten außerhalb der Erdatmosphäre platziert wäre! Da aufgrund der enormen kosmischen Entfernungen die Abstände zwischen den Sternen und den gesuchten Planeten extrem gering sind (weniger als eine Winkelsekunde) und darüber hinaus die Planeten von ihren jeweiligen Zentralgestirnen mit bis zu einhundertmillionenfacher Helligkeit (!) überstrahlt werden ist eine derartig präzise Abbildung notwendig, um die Suche mit Aussicht auf Erfolg aufnehmen zu können.
Doch das ist nur der erste Schritt: Danach steht die schwierige Aufgabe an festzustellen, ob das vom Teleskop eingefangene Sternenlicht "reiner" Natur oder aber die gesuchte Mélange ist - eine Mélange, bestehend aus einem großen Teil reinen Sternenlichts und ein wenig Licht, das von einem fremden Planeten reflektiert worden ist, bevor es den weiten Weg zur Erde antrat. Glücklicherweise ist Licht nicht gleich Licht - zumindest dann nicht, wenn man es mit den richtigen Instrumenten betrachtet. Der Name des Projekts, CHEOPS, ist eine Abkürzung für "Charakterisierung Extrasolarer Planeten durch Opto-infrarote Polarimetrie und Spektroskopie" und verrät damit schon wo die Wissenschaftler ansetzen werden, um das von extrasolaren Planeten reflektierte Licht vom dem ihrer Heimatsonnen zu unterscheiden: Die verschiedenartige Polarisation und das unterschiedliche Spektrum sind die Schlüssel für das Auffinden extrasolarer Planeten.
Das direkt von dem beobachteten Stern zu uns gelangte Licht ist nicht polarisiert, während das von einem Planeten zurückgestrahlte Licht eine Polarisation aufweist, so Dr. Staude. Von der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich soll für CHEOPS ein so genannter Polariemeter entworfen werden der in der Lage sein wird, die einzelnen Photonen des vom Teleskop aufgefangenen Sternenlichts nach ihrer Polarisation zu sortieren. Auch das Spektrum des Sternenlichts, das von einem extrasolaren Planeten reflektiert worden ist, unterscheidet sich deutlich von dem Sternenlicht, das ohne Umwege den Weg zum Teleskop gefunden hat, und bietet sich damit ebenfalls als Unterscheidungsmerkmal an. Hierfür wird das Observatorium von Padua einen Spektrometer liefern, der diese Aufgabe bewältigen soll.
Das Ziel dieser enormen Anstrengungen sollen dann Abbildungen von Planeten sein, die um fremde Sonnen kreisen. Die Wissenschaftler halten es aufgrund der bisher angestellten Berechnungen für realistisch, mit Hilfe von CHEOPS Planeten bis zu einer Entfernung von etwa 50 Lichtjahren entdecken zu können. Bei relativ jungen Sternensystemen, deren Planeten aufgrund ihres geringen Alters noch vergleichsweise heiß sind und wegen ihrer damit einhergehenden intensiveren Infrarotemissionen leichter entdeckt werden können, hofft man sogar noch bis in eine Entfernung von 300 Lichtjahren Planeten ausmachen zu können!
Die bisher gut einhundert entdeckten Planeten außerhalb unseres Sonnensystems sind alle mit indirekten Verfahren gefunden worden: Sie verrieten sich, weil sie entweder von der Erde aus gesehen direkt vor ihrem Zentralgestirn entlangwanderten und dadurch die sichtbare Helligkeit des Sterns um einen winzigen Faktor reduzierten, oder weil sie aufgrund ihrer eigenen Schwerkraft während des Umlaufs um ihren Zentralstern diesen leicht hin- und herschwanken ließen - natürlich wieder nur in extrem geringem Maße, aber genug, um mit der heutigen, unsere Vorstellungskraft beinahe übersteigenden Technologie moderner Observatorien registriert zu werden.
Mit CHEOPS hingegen werden extrasolare Planeten erstmals auf direktem Wege entdeckt werden können. Vor allem ist es dabei nicht notwendig, dass die Planeten sehr nahe um ihren Heimatstern kreisen (ganz im Gegenteil) - und da bei der Suche nach Planeten außerhalb unseres Sonnensystem unausgesprochen immer auch die Suche nach anderen Lebensformen im Hintergrund steht ist ein fremdes "Sonnensystem", dessen Planeten in gebührendem Abstand um ihren Zentralstern kreisen, natürlich interessant.
Vollends faszinierend wird der Ansatz von CHEOPS dadurch, dass erstmals auch spektrale Informationen über die Atmosphäre extrasolarer Planeten gewonnen werden sollen. Damit eröffnet sich die Möglichkeit, nach einzelnen chemischen Elementen in der Atmosphäre fremder Planeten zu suchen - "und man wird vor allem nach freiem Sauerstoff suchen", so Dr. Staude gegenüber Raumfahrer.net. Das ungebundener Sauerstoff für die Forscher so interessant ist liegt daran, dass es sich dabei um ein äußerst reaktionsfreudiges chemisches Element handelt; freier Sauerstoff bleibt also nie lange alleine, da er in kurzer Zeit Verbindungen mit anderen Elementen eingehen wird (wie beispielsweise beim Eisen, und das Ergebnis dieser Verbindung kennen wir alle: Rost). Wenn also CHEOPS Spuren von freiem Sauerstoff bei der spektralen Analyse von Sternenlicht finden sollte, das zuvor von einem extrasolaren Planeten reflektiert worden ist und damit gewissermaßen den "Stempel" der Atmosphäre dieses Planeten aufgedrückt bekommen hat, dann würde dies, dann muss dies bedeuten, dass dort ständig neuer Sauerstoff gebildet wird - ansonsten würde er in ungebundener Form aus dem zuvor geschilderten Grund nicht vorkommen.
Diese Bedingung gilt natürlich auch für die Erdatmosphäre. Wir wissen alle, wodurch auf unserem Planeten ständig neuer ungebundener Sauerstoff gebildet wird: Durch die Pflanzen, die ständig Sauerstoff ausscheiden. Das Vorhandensein von freiem Sauerstoff in der Atmosphäre ist also ein starkes Indiz für pflanzliches Leben, wie wir es kennen.
Das wäre dann wohl das spektakulärste Ergebnis, was sich die Wissenschaftler von CHEOPS erhoffen können - einen Hinweis auf einen fremden Planeten, dessen Atmosphäre durch lebende Organismen mit Sauerstoff angereichert wird, einen Hinweis auf Leben außerhalb unserer Erde, ein Indiz das besagt: Ihr seid nicht allein.
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- Rubrik: Beobachtung
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Space Focus: Kosmische Hintergrundsstrahlung
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von Tilman Kaiser | |
Wie in den letzten Beiträgen zur Kosmologie deutlich wurde,
hat sich in der Astrophysik die Lehrmeinung etabliert, dass
sich das Universum nach seiner Entstehung im Urknall ausdehnt.
Bei dieser Expansion kühlt sich das Universum ab.
Das Universum war in seinem frühesten Stadium sehr heiß und dicht.
Ausgehend von der Annahme, dass der Wärmestrahlung des
Universums das Spektrum der Planckschen Hohlraumstrahlung
(vgl. Newsletter vom 9.11.2002 über thermische Strahlungsmechansimen)
oder Schwarz-Körperstrahlung zugrunde liegt, kann aus der
Wellenlänge der kosmischen Hintergrundsstrahlung die
Temperatur des Universums bestimmt werden.
In der Tat wurde 1990 durch den Satelliten COBE (Cosmic Background Explorer) für die Hintergrundsstrahlung des Universums mit hoher Genauigkeit
ein derartiges Wärmestrahlungs-Spektrum festgestellt.
Die thermische Strahlung des Universums ist nahezu isotrop, d.h. fast
gleich für alle Raumrichtungen und entspricht der Strahlung eines
"Schwarzen Körpers" mit der Temperatur von 2,74 Kelvin,
also fast 3 Grad über dem absoluten Temperaturnullpunkt von - 273 °C.
Eine noch genauere Durchmusterung des Himmels im Mikrowellenbereich
von 22 bis 94 GHz erfolgten in jüngerer Zeit mit dem Satelliten
W-MAP (Wilkinson Microwave Anisotropy Probe),
die im Februar 2003 z.B. mit der genauen Altersbestimmung des Universums
von 13,7 +/- 0,2 Milliarden Jahre Aufsehen erregte.
Eine Hintergrundsstrahlung im Mikrowellenbereich mit dem Temperaturäquivalent
von ca. 3 Kelvin war schon vor mehr als 30 Jahren gemessen und
als thermische Reststrahlung des heißen Urknalls interpretiert worden.
Die Geschichte der Entdeckung dieser Hintergrundsstrahlung ist
interessant, weil sie ein Beispiel dafür ist, dass ein Naturphänomen
oftmals nicht durch die Pioniersarbeit von einzelnen
Naturwissenschaftlern entdeckt und propagiert wird, sondern eher umgekehrt,
dass eine Entdeckung erst gemacht wird, wenn die fortgeschrittene
theoretische Einsicht bei der entsprechenden wissenschaftlichen Gemeinschaft
nach der Existenz des Naturphänomens verlangt.
Dies gilt natürlich andererseits nur unter der Bedingung,
dass die technische Möglichkeit besteht, dieses Phänomens zu beobachten.
Will heißen, das Phänomen wird in diesem Fall entdeckt,
weil die Zeit für seine Entdeckung reif ist.
So erscheint die Vergabe des Nobelpreises zur Ehrung der Physiker,
die die 3K-Strahlung 1965 mehr oder weniger durch Zufall entdeckten aus der
Sicht der Wissenschaftler, die "den Finger am Drücker hatten, aber einfach
nicht schnell genug abdrückten" vielleicht nicht ganz gerecht.
Es ist zumindest schön, wenn die Wissenschaftler, die leer ausgingen zumindest posthum eine Ehrung bekommen. David Wilkinson war einer der Physiker, die in der vierköpfigen Arbeitsgruppe von Bob Dicke in Princeton dem Phänomen der Hintergrundsstrahlung auf der Spur war und mit Dickes Worten "Boys, we've been scooped" mit der Realität konfrontiert wurde, von anderen Wissenschaftlern "ausgestochen" worden zu sein. Allerdings ist vielleicht auch dieser Zurücksetzung zu verdanken, dass der im letzten September verstorbene Wilkinson Initiator und treibende Kraft des COBE und des MAP-Satellitenprojekts wurde.
Literatur
- J.W. Rohlf: "Modern Physics from alpha to Z" Brookline, Massachusetts 1994
- Intergalactic Medium Reionization after WMAP Observations
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ISS Weekly Report: Erster Space Shuttle Start im Dezember möglich
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von Michael Schumacher | |
Die siebte Stammbesatzung, bestehend aus Kommandant Juri Malentschenko und National Aeronautics and Space Administration (NASA) International Space Station (ISS) Science Officer (SO) Edward Lu, verbrachte ihre nunmehr achte Woche an Bord der Raumstation damit, etwa zwei Tonnen Nahrungsmittel, Wasser, Kleidungsstücke, Bürobedarf, Ersatzteile für das Lebenserhaltungssystem sowie Geräte zur Durchführung von Experimenten aus dem unbemannten russischen Versorgungsraumschiff Progress M1-10 zu entladen. Dieses koppelte am Mittwoch, dem 11. Juni 2003 automatisch an das Docking Compartment (DC) 1 "Pirs" an und sein Entladen durch die siebte Stammbesatzung begann am Freitag, dem 13. Juni 2003. Der Transfer von Wasser wurde durch den Gebrauch von Schläuchen und einer tragbaren elektrischen Pumpe bewerkstelligt, die etwa 210 Liter Trinkwasser von Progress M1-10 in ein Sammelgefäß im Service Module "Swjesda" bewegte. Jedes Besatzungsmitglied benötigt pro Tag etwa zwei Liter Wasser. Zusätzlich wurden die Treibstoffventile zwischen dem Treibstoffsystem von "Swjesda" und demjenigen von "Pirs" geöffnet, um den Treibstofftransfer von Progress M1-10 in die Treibstofftanks von "Swjesda" zu ermöglichen.
Am Dienstag, dem 17. Juni 2003 widmete sich Lu der Microgravity Science Glovebox (MSG) um die Arbeit mit dem Experiment Investigating the Structure of Paramagnetic Aggregates from Colloidal Emulsions (INSPACE) fortzuführen. INSPACE untersucht Flüssigkeiten, von denen sich die Forscher erhoffen, dass sie dabei helfen werden, Brems- und Vibrationsdämpfungsdämpfe zu verbessern. Lu übertrug Videoaufnahmen vom Aufbau und der Deaktivierung des Experimentes sowie Aufnahmen von der leuchtenden grünen Flüssigkeit innerhalb der Experimentierkammer zur Erde. Wissenschaftler im Payload Operations Center (POC) am Marshall Space Flight Center (MSFC) in Huntsville, Alabama überwachten das Experiment und die dazugehörige Videoaufnahmen.
In der nächsten Woche wird die siebte Stammbesatzung mit dem Entladen von Progress M1-10 und dem Treibstofftransfer in die Treibstofftanks von "Swjesda" fortfahren. Geplant ist außerdem ein Gespräch von Schiff zu Schiff zwischen der siebten Stammbesatzung und Peggy Whitson, der NASA ISS SO der fünften Stammbesatzung, die eine 14tägige Unterwasserforschungsmission befehligt, die zum Projekt National Aeronautics and Space Administration Extreme Environment Operations (NEEMO) gehört. Whitson hielt sich vom 05. Juni 2002 bis zum 07. Dezember 2002 zusammen mit dem Kommandant der fünften Stammbesatzung Waleri Korsun und dem Bordingenieur der fünften Stammbesatzung Sergej Trestschow insgesamt 184 Tage, 22 Stunden, 14 Minuten und 23 Sekunden im Weltraum auf.
Die NASA erwartet, dass sie ihre Pläne zur Wiederaufnahme der Space Shuttle Flüge bald nach den Berichten des Columbia Accident Investigation Board (CAIB) diesen Sommer bekannt geben kann und die Space Shuttle Missionen und die Montage der Raumstation realistisch schon im Dezember und sicher zu Beginn des kommenden Jahres fortführen kann. Dies würde die Ausführung der Empfehlungen des CAIB erforderlich machen, darunter die Neukonstruierung der Bipod Ramp des External Tank (ET), von der sich das Stück Isolierschaum löste, das die linke Tragfläche der "Columbia" während des Aufstieges in die Erdumlaufbahn traf und, wovon ausgegangen wird, dem Space Shuttle zum Verhängnis wurde.
Anfangs werden die Space Shuttle Missionen auf Starts bei Tageslicht beschränkt sein, so dass die Bahnverfolgungskameras Nahaufnahmen von jeglichem Stück Isolierschaum machen können, das sich vom ET des Space Shuttle lösen könnte. Die Abtrennung des leeren ET wird ebenfalls bei Tageslicht erfolgen, um es den Astronauten zu ermöglichen, ihn zu fotografieren und jegliches unerwartetes Ablösen von Isolierschaum aufzuzeichnen. Dies begrenzt zusammen mit den lang andauernden Beleuchtungseinschränkungen für die Raumstation in der Erdumlaufbahn die Anzahl der Startgelegenheiten. Im Dezember wäre ein Start nur zum 18. oder 19. möglich, wobei dies außerdem eine Veränderung der Erdorbithöhe der Raumstation erforderlich machen würde. Im Januar, Februar und März hingegen würden mehrere Startgelegenheiten zur Verfügung stehen. Sobald die Probleme mit dem Isolierschaum gelöst sind, könnten auch die Nachtstarts wieder aufgenommen werden, was wiederum eine Vielzahl weiterer Startfenster öffnen würde.
Der dringendste Grund zur Wiederaufnahme der Space Shuttle Flüge liegt darin, die abnehmende Nahrungsmittel- und Wasserversorgung der Raumstation wieder aufzufüllen. Es wird erwartet, dass die Wasserreservoire der Raumstation Anfang nächsten Jahres erschöpft sind. Ersatzteile sind ebenfalls von großer Wichtigkeit. Zum Glück sind bis jetzt noch keine ernsthaften Probleme mit der Ausrüstung aufgetreten, die es erforderlich gemacht hätten, Ersatzteile zur Raumstation zu transportieren. Einige austauschbare Einheiten sind zu groß, um in den unbemannten russischen Versorgungsraumschiffen des Typs Progress untergebracht werden zu können und selbst kleinere Ersatzteile können wertvollen Platz einnehmen, der für Nahrungsmittel und Wasser benötigt wird.
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Surftipp: Cosmic Mirror
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von Michael Stein | |
Die bereits seit mehreren Jahren von Daniel Fischer betriebene und ständig aktuell gehaltene Internetsite ist gewissermaßen eine Meta-Seite, die einen schnellen und sehr ausführlichen Überblick über die neuesten und interessantesten Entwicklungen und Entdeckungen aus den Bereichen Astronomie und Raumfahrt gibt. Das Layout der Seiten wirkt auf den Betrachter nicht unbedingt musterhaft aufgeräumt, einen Layout-Preis wird der Cosmic Mirror in seiner jetzigen Form wohl kaum gewinnen. Auch Abbildungen und Fotos sucht man hier vergebens.
Doch mehr als auf anderen Seiten gilt hier der oft bemühte Spruch "Auf den Inhalt kommt es an!". Wenn es darum geht, sich schnell einen kompletten Überblick über die wichtigsten Ereignisse zu verschaffen, dann ist der Cosmic Mirror nur schwer zu schlagen. Von hier aus werden zu jedem aufgeführten Thema meistens gleich mehrere Links angeboten, die zu Internetseiten führen, auf denen das jeweilige Thema ausführlicher behandelt wird - in der Regel sind sind dies Seiten der großen Raumfahrt- und Forschungsorganisationen, Internetportale und auch Online-Ausgaben von Zeitschriften und Zeitungen verwiesen, wenn sie denn Artikel zu dem behandelten Thema im Internet veröffentlicht haben.
Der Cosmic Mirror ist in englischer Sprache gehalten und verlinkt überwiegend auch auf englischsprachige Internetseiten, aber Daniel Fischer bietet auch eine deutschsprachige Ausgabe seiner Internetsite an, die allerdings weniger umfassend und nicht immer gleich aktuell ist. Alles in allem lohnt sich ein regelmäßiger Besuch beim Cosmic Mirror, denn oft gibt es hier auch Hinweise auf interessante Themen zu entdecken, die bei den großen Portalen wie space.com oder Spaceflight Now keine Beachtung finden.
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InDetail: Shenzou
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von Jan Oertlin | |
Wir danken Jan Oertlin und InternationaleRaumfahrt.de für die freundliche Bereitstellung dieses Artikels.
Shenzou bedeutet "magisches Schiff". Es ist ein sojusähnliches Raumschiff
von China, welches mit der Trägerrakete CZ-2F in den Orbit gebracht wird.
Die Shenzou-Kapsel besteht aus der größeren Orbitalsektion und der Kommando-und Landesektion und kehrt mit Hilfe eines Fallschirms auf die Erde zurück. Unter dem Namen "Projekt 921" wurde Shenzou ab 1973 entwickelt. Die Kosten stiegen aber in das Unermessliche und das Projekt musste eingestellt werden.
1992 wurde die Entwicklung wieder aufgenommen und in der Provinz Gansu
entstand eine Startanlage. Der unbemannte Erstflug der Shenzou fand am 20.November 1999 statt. Der Flug dauerte 21 stunden, dabei absolvierte sie 14. Orbits.
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"In Space" Magazin #082 ISSN 1684-7407
Erscheinungsdatum:
21. Juni 2003
Auflage: 1150 Exemplare
Chefredaktion:
Karl Urban
Herausgeber:
TrekZone e.V.
Redaktionsleitung:
David Langkamp
Redaktion:
Birger Böning
Sven Flock
Jan Großmann
Britta Hermes
Tilman Kaiser
Raphael Kallensee
Andreas Kopp
Clemens Mach
Sebastian Mateja
Dominik Mayer
Thomas Pallmann
Dominik Puckert
Sabine Rossburg
Franz Schmied
Michael Schumacher
Michael Stein
Mark Weimar
Lorenz Zistler
Freie Mitarbeiter:
Lutz Growalt
Felix Korsch - MannedSpaceflight.de
Meik Lampmann - Space-Weltraum.de
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