InSpace Magazin #083 vom 28. Juni 2003

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Raumfahrer.net

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Das Email-Magazin von Raumfahrer.net.   

 

"In Space" Magazin

Ausgabe #083
ISSN 1684-7407


> Updates:
Updates / Umfrage

> News:
Nachrichten der Woche

> HotSpot:
Ein Interview mit John Reddy

> Space Focus:
Alpha-Beta-Gamma: Am Anfang war ... ein Paper

> ISS Weekly Report:
Progress M-47 wird mit Abfällen beladen

> Surftipp:
Red Colony

> Impressum:
Disclaimer & Kontakt
 

      Intro von Karl Urban

Verehrte Leserinnen und Leser,

Deutschland steuert mit knapp 25 Prozent den größten Teil zum Haushalt der Europäischen Raumfahrtagentur ESA bei. Da möchte man doch meinen, dass auch ein entsprechend großer Anteil von deutschen Mitarbeitern bei der ESA tätig ist. Doch weit gefehlt: Nur etwa 20 Prozent des Personals der Organisation stammt aus Deutschland. Und die Bewerbungen aus Deutschland gehen zurück.

Es ist klar, dass diese Entwicklung bei ESA, der deutschen Raumfahrtindustrie und auch beim DLR Besorgnis hervorruft: Denn Deutsche, die bei der ESA Erfahrungen gesammelt haben, kommen oft als qualifizierte Fachkräfte ins Heimatland zurück. Doch auch der Bund hält seine investierten Gelder in die ESA für schlecht angelegt, wenn dort nur ein geringerer Teil eigener Bürger involviert ist.

Um auf diese Entwicklung hinzuweisen und Studienabgänger auf ihre Chancen hinzuweisen, veranstaltet derzeit die ESA in Zusammenarbeit mit Auswärtigem Amt, dem DLR und dem BDLI eine Vortragsreihe an zentralen Orten in Deutschland.

Aus eigenem Interesse besuchte ich am Donnerstag den entsprechenden Vortrag in der TU Berlin. Die Redner versuchten dort auch das Bild einer schwächelnden Raumfahrtwirtschaft nicht überzubewerten und eher Optimismus zu verbreiten. Mehr zu den Veranstaltungen finden Sie in den News.

Morgen früh gegen 6.00 Uhr (MESZ) startet voraussichtlich der zweite amerikanische Marsrover Opportunity. Wenn Sie zu dieser Zeit noch friedlich schlummern sollten, können Sie sich natürlich sofort nach dem Aufstehen auf Raumfahrer.net über den Verlauf des Starts informieren.

Bis dahin wünsche ich Ihnen viel Spaß bei der aktuellen Ausgabe des InSpace Magazins.


Karl Urban
Chefredakteur Raumfahrer.net

 
 

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Umfrage: Glauben Sie, dass nach der Ankunft der vielen Marssonden am Roten Planeten Anfang 2004 viele neue überraschende Erkenntnisse über diesen entdeckt werden?

Ja
Nein
 
      Updates / Umfrage

» radio.raumfahrer.net
Sie können sich die aktuelle Sendung des Raumfahrer.net-Webradions InSound (Länge: 24.04 Minuten) noch immer direkt aus dem Internet anhören oder die Datei der Sendung downloaden.

» marsexpress.raumfahrer.net
Europas erste Mission zum Roten Planeten ist sogleich eine sehr aufwändige. Neben dem Orbiter ist auch das Landefahrzeug Beagle 2 mit auf der Reise. Wir informieren Sie ständig über den aktuellsten Stand der Mission.

» mars2003.raumfahrer.net
Raumfahrer.net hat eine Sonderseite zum neusten Marsprojekt der NASA gestartet: In wenigen Monaten sollen zwei baugleiche Rover zum Roten Planeten starten. Auf der Seite finden Sie neben Artikeln zu den Landern immer aktuelle Statusreports.

» mitarbeit.raumfahrer.net
Raumfahrer.net ist weiter auf der Suche nach neuen Mitarbeitern - hier erfahren Sie was Sie bei uns erwartet.
 

 
 

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      News

NASA muss Sicherheits-Konzept überdenken <mehr>
Flugzeug der NASA abgestürzt <mehr>
Opportunity startbereit <mehr>
Neue Videos und Bilder der Columbia freigegeben <mehr>
Mars Odyssey: Noch mehr Wasser entdeckt <mehr>
Berufschancen in Luft- und Raumfahrt <mehr>
Kanadisches Team benennt XPrize-Astronauten <mehr>
Der Missing Link zwischen GRB und Hypernova <mehr>
Mars Express in bester Verfassung <mehr>
ESA löst neues Ticket zur ISS <mehr>
Magnetfeld eines Neutronensterns gemessen <mehr>
SOHO: Datenübertragung gefährdet <mehr>



» NASA muss Sicherheits-Konzept überdenken
27. Juni 2003 - Vor der Wiederaufnahme der Shuttle-Flüge steht die Herausforderung, mehrere technische Systeme auszubessern, um künftige Katastrophen zu verhindern.
Das CAIB (Columbia Investigation Board), welches mit der Untersuchung der Verunglückung des Space Shuttles Columbia am 1. Februar dieses Jahres beauftragt ist, veröffentlichte heute eine dritte Forderung an die NASA, welche zur allgemeinen Verbesserung der Sicherheits der gesamten Shuttle-Flotte ergriffen werden sollte. Demnach sei es notwendig, ein Szenarium zu entwickeln, welches es den Raumfahrern im Shuttle ermöglicht, ihr Gefährt durch einen Raumausstieg zu inspizieren und möglicherweise beschädigte Bestandteile des Hitzeschutz-Systems quasi im Baukasten-Prinzip kachelweise auszutauschen. Dies ist bisher nicht möglich und auftretende Schäden, beispielsweise in Form von Haarrissen in einzelnen Kacheln, wie sie relativ häufig auftreten, können erst auf der Erde repariert werden.
Die Anfälligkeit der Hitzekachel-Struktur ist im Grunde seit dem ersten Shuttle-Flug im Jahre 1981 bekannt. Damals ähnelte die Columbia nach ihrer Mission eher Fleckvieh als einem Raumfahrzeug, da sich viele Kacheln einfach gelöst hatten bzw. beim Widereintritt zerstört wurden. Praktische Umsetzung fanden die vielen schon damals unterbreiteten Vorschläge nicht, lediglich die Befestigung der Kacheln wurde durch neue Werk- und Klebstoffe verbessert. Laut CAIB soll künftig bis auf Weiteres bei jedem Shuttle-Flug eine umfangreiche Außenbord-Inspektion stattfinden, und eventuelle Schäden möglichst zeitig, d.h. gleich zu Beginn einer Mission, ausschließen oder entsprechend vorgehen zu können. Angedockt an die ISS gestaltet sich diese Prozedur durch vorhandene Greifarme und Arbeits-Plattformen noch recht trivial, für Einzelmissionen müsste jedoch ein neues System entwickelt werden. Ein solcher Flug unabhängig von der Internationalen Raumstation wird mindestens noch einmal, nämlich zur Wartung des Hubble Space Telescopes (HST) stattfinden.
Zwei erste auszubessernde Systeme wurden vom CAIB unter Leitung des Navy-Generals Hal Gehman bereits am 17. April genannt. Demnach sollte die Flügelstruktur, speziell die so genannte Carbon-Carbon-Verstrebung der Flügelvorderkanten überdacht und eventuell neu konzipiert werden, so dass Inspektionen künftig einfacher möglich und weitere Unfälle dieser Art ausgeschlossen werden können. Beim Start am 16. Januar beschädigte ein Stück Isolierstoff eben jene Region und sorgte dafür, dass heiße Gase beim Wiedereintritt eintreten und den Orbiter regelrecht zerreißen konnten. Die zweite Forderung kritisiert die Zusammenarbeit der NASA mit anderen staatlichen Institutionen. Laut CAIB wäre es ohne weiteres möglich gewesen, Bildmaterial der NIMA (National Imagery and Mapping Agency) anzufordern, um den Schaden am Orbiter durch hochauflösende Bilder zu verifizieren.
Alle drei bisher veröffentlichten Forderungen greifen dem endgültigen Untersuchungsbericht vor, welcher noch diesen Sommer erscheinen soll. Enthalten sein werden auch organisatorische Defizite, welche eine Rettung der Crew verhindert haben könnten, schließlich existierten durchaus Rettungs-Szenarien und viele untere NASA-Mitarbeiter waren sich der Gefahr für die Crew der Mission STS-107 bewusst. An eine Wiederaufnahme der Shuttle-Flüge seitens der NASA wird jedenfalls erst zu denken sein, wenn alle Mängel am Orbiter ausgebessert wurden. Die NASA strebt diesen Arbeiststand noch in diesem Jahr an, Experten halten den April 2004 jedoch für den frühesten wahrscheinlichen Termin.
(fx - Quelle: CAIB.us)


» Flugzeug der NASA abgestürzt
27. Juni 2003 - Ein Solarflugzeug der NASA ist in der Nacht zu Freitag vor Hawaii abgestürzt.
Das 15 Millionen Dollar teure Solarflugzeug Helios der NASA ist in der Nacht zu Freitag vor Hawaii 29 Minuten nach dem Start abgestürzt. Personen kamen dabei nicht zu schaden. Die Ursache des Unglücks ist noch nicht bekannt. Das ferngesteuerte Flugzeug der NASA mit einer Flügelspannweite von 74 Metern machte schon vor zwei Jahren Schlagzeilen, als es eine Höhe von 29.000 Meter erreichte, dreimal höher als normale kommerzielle Jets erreichen.
 
Das Ziel des Prototyps war es, die obere Atmosphäre der Erde für eine längere Zeit zu erforschen. Bei dem tragischen Testflug sollten die Brennstoffzellen an Bord getestet werden, die das Flugzeug bei Nacht mit der nötigen Energie versorgen. Im Anschluß an diesem Test sollte ein weiterer Test erfolgen, indem das Solarflugzeug Helios zwei Tage ununterbrochen fliegen sollte.
 
Die NASA hat eine Untersuchungskommission gebildet und wird dabei von der US-Marine unterstützt, um die genaue Ursache des Unglücks festzustellen.
Raumfahrer.net wird Sie über den weiteren Verlauf der Untersuchungen auf dem Laufenden halten.
(la - Quelle: NASA)


» Opportunity startbereit
27. Juni 2003 - Alle Zeichen stehen auf "Go" für den zweiten NASA-Marsrover, der am Sonntagmorgen zum Mars aufbrechen soll. Dabei will die NASA nichts dem Zufall überlassen.
Alle Blicke richten sich derzeit Richtung Cape Canaveral, Florida, denn vom dortigen Kennedy Space Center wird am Sonntagmorgen in aller Frühe der zweite US-Marsrover dieses Jahres seine lange Reise zum Roten Planeten antreten. Der Lift-off soll gegen 05:56 Uhr (MESZ) vom Launchpad 17B aus mit einer Boeing Delta II-Trägerrakete erfolgen. Die Startmannschaft zeigt wieder offen ihren Optimismus: alle wesentlichen Vorbreitungen wurden abgeschlossen und die Wetterprognosen für das Cape sind als gut zu bewerten. Dieser Ausblick erfreut schon auf den ersten Blick, denn der Start des ersten Rovers, auf den Namen Spirit getauft, musste wegen Stürmen und schweren Niederschlägen zweimal um jeweils 24 Stunden verschoben werden, ehe schließlich das "Go" zum Lift-off am 10. Juni gegeben werden konnte.
 
Zuletzt wurde der Start des zweiten Rovers um mehrere Tage verschoben, um Kork-Abdichtungen an der ersten Stufe der Trägerrakete auszubessern bzw. zu erneuern. Im Falle einer solch aufwendigen, medienwirksamen und natürlich teuren Mission möchte man eben keine Risiken eingehen. Die vorhandenen Probleme wurden gelöst und dem Start steht nun nichts mehr im Weg. Allerdings können Verluste nicht ausgeschlossen werden, und vor allem der Start gilt als einer der kritischsten Momente der Mission, da durch die heftigen Vibrationen der Trägerrakete Instrumente an Bord der Sonde beschädigt werden könnten. Falls Opportunity also tatsächlich und wider aller Erwartungen ein Fehlschlag wird, liegen fertige Pläne schon auf dem Tisch.
 
"Wenn wir Opportunity während des Starts verlieren sollten, würden wir Spirit zu Meridiani Planum schicken", sagte Cathy Weitz, Wissenschaftlerin des Projektes im NASA-Hauptquartier in Washington, D.C. In jenem Areal soll eigentlich Opportunity niedergehen, während Spirit im Gusev-Krater landen soll. Allerdings gilt letzterer als ein etwas unsichereres Terrain. Doch an so etwas mag man bei der NASA nicht denken, immerhin verlief das Jahr 2003 bisher recht erfolgreich. Nach dem Start von Opportunity werden sich vier Sonden auf dem Weg zum Mars befinden. Neben den beiden US-Marsrovern sind dies die japanische Sonde Planet-B, auch bekannt als Nozomi, sowie das europäische Projekt Mars Express, gleichsam eine interplanetare europäische Premiere.
 
Nähere Details zum Projektstatus sollen heute Abend bekannt gegeben werden. Dann nämlich findet das finale öffentliche Briefing der NASA statt. Dem Start jedenfalls steht nichts mehr im Weg...
Aktuelle Informationen zum Start von Opportunity sowie zum Weg der beiden NASA-Rover zum Roten Planeten und deren Missionen finden Sie hier.
(fx - Quelle: NASA/space.com)


» Neue Videos und Bilder der Columbia freigegeben
27. Juni 2003 - Die NASA hat am Dienstag fast 10 Stunden neue Videos sowie 92 Photos freigegeben, die die Mannschaft auf der Columbia zeigt, die am 1. Februar 2003 verünglückte.
Die Videobänder und die Photos gehörten zu den 84.000 Pfund Trümmerstücke, die nach dreimonatiger Suche gefunden wurden. Ein früheres Videoband, das einige Wochen nach dem Unfall von der NASA freigegeben wurde, zeigt die Mannschaft wenige Minute vor dem tragischen Unfall. Die NASA hatte andere Videobänder an das „National Transortation Safety Board“ geschickt, um die Videos zu retten, die bei dem Unfall beschädigt worden sind. „Dies war ein ziemlich langes und schwieriger Prozess“, so Kyle Herring von der NASA.

Auf eines der freigegeben Videos sieht man, wie die Mannschaft mit dem Song „Love of My Life“ am zwölften Tag der Mission geweckt wurden. In einer anderen Szene zeigt Astronaut Willie McColl, wie man mit einer fest aufgewickelte Abfall-Tüte Fußball oder Baseball spielen kann. Clark schlug vor, dass man es auch zum Tennis-Spielen benutzen könnte.

Die Videos zeigen das normale Leben auf der Columbia, wenn sich die Mannschaft über ihre regelmäßigen Tätigkeiten amüsierten.

Die Photos zeigen die Experimente, die sie auf der Columbia durchgeführt haben. Viele Bilder zeigen auch den Staat Israel. Vermutlich hat der isralische Astronaut Ramon diese Bilder von Israel aufgenommen.

Zu den neuen Fotos und Videos
(la - Quelle: cnn.com)


» Mars Odyssey: Noch mehr Wasser entdeckt
27. Juni 2003 - Die Instrumente an Bord des amerikanischen Mars-Orbiters 2001 Mars Odyssey haben neue Schichten von gefrorenem Wassereis in den Polregionen des Roten Planeten entdeckt.
Der Neutronen- und der Gammastrahlensensor des GRS-Instrumentenpaketes an Bord von Odyssey haben in Verbindung mit dem Laser-Höhenmesser der bereits seit 1997 um den Mars kreisenden NASA-Sonde Mars Global Surveyor ein neues Licht auf die jahreszeitlichen Veränderungen der polaren Permafrostgebiete geworfen. In einem heute im Wissenschaftsmagazin Science veröffentlichten Artikel beschreibt ein Autorenteam unter Leitung von Dr. Igor Mitrofanow vom Russischen Institut für Weltraumforschung (IKI) in Moskau, wie beim Abschmelzen der polaren Trockeneis-Schichten eine mit Wassereis gefüllte Gesteinsschicht zum Vorschein kommt.
 
"Wenn die Kohlendioxid-Schichten verschwinden sehen wir mehr Wassereis in den nördlichen Breiten als Odyssey letztes Jahr in südlichen Breiten gefunden hat", sagt Dr. Mitrofanow. "An einigen Stellen beträgt der Gehalt an Wassereis mehr als 90 Prozent des Volumens." Die Entdeckung von mit Wassereis durchsetzten Bodenschichten unter den aus gefrorenem Kohlendioxid bestehenden Trockeneisschichten ist von großer Bedeutung für die Planung zukünftiger Forschungsmissionen zum Mars, die wie auch die diesjährigen Mars-Lander der ESA und NASA nach Spuren von marsianischen Lebensformen suchen werden.
 
Eine ausführliche Beschreibung der Beobachtungs- und Auswertungstechniken, mit denen die heute veröffentlichten Erkenntnisse gewonnen werden konnten, sind in der Pressemitteilung der NASA nachzulesen. Mehr über die Raumsonde Odyssey können Sie in unserem 2001 Mars Odyssey-Special nachlesen.
(ms - Quelle: NASA)


» Berufschancen in Luft- und Raumfahrt
26. Juni 2003 - In der internationalen Raumfahrt dringend wird deutsches Personal gesucht. Denn Studenten in Deutschland sind weniger mobil als im europäischen Ausland.
Dem Ziel, diesen Missstand zu ändern, dienen mehrere Informationsveranstaltungen, in denen das Auswärtige Amt, die Europäische Weltraumorganisation ESA, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) sowie der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e.V. (BDLI) die vielfältigen Karrieremöglichkeiten im Bereich der Luft- und Raumfahrt in Deutschland sowie in Europa vorstellen.
Gemessen an den jährlichen Beiträgen, die Deutschland im europäischen Luft- und Raumfahrtsektor leistet, ist es zugleich personell in diesem Bereich unterrepräsentiert. Der Grund ist einfach: Es mangelte bislang an Bewerbern. Dies soll sich nun ändern.
Das Auswärtige Amt, die ESA, das DLR sowie BDLI starten in diesen Tagen mit einer Gemeinschaftsinitiative. In mehreren Präsentationsveranstaltungen können sich Studierende sowie Hochschulabsolventen über die vielfältigen Karrieremöglichkeiten im Bereich der Luft- und Raumfahrt in Deutschland sowie in Europa informieren.
Deutliche Berufschancen in der Luft- und Raumfahrt haben qualifizierte Bewerber aus technischen sowie naturwissenschaftlichen Bereichen. Besonders angesprochen werden junge Frauen, denen – noch nie so gut ausgebildet wie heute – alle Berufsfelder offenstehen. Sie sollten diese Chance ergreifen und zur Technologie-Karriere in der Luft- und Raumfahrt abheben. Die Promotionsreise "Technologie-Karriere - Deutsches Personal in der Internationalen Raumfahrt" führt über Freiburg, Berlin, Hamburg, Kiel nach Bremen. Die verbleibenden Stationen und ihre Termine sind:
30. Juni 2003: Hamburg
17.00 bis 19.00 Uhr, Technische Universität Hamburg, Denickestr. 15, Raum 506
1. Juli 2003: Kiel
17.30 bis 19.30 Uhr, Christian-Albrechts Universität, Audimax Hörsaal H, Christian-Albrecht Platz 2
2. Juli 2003: Bremen
16.00 bis 18.00 Uhr, Universität Bremen, Kongress-Saal im BITZ (Bremer Technologie- und Innovationszentrum), Fahrenheitstrasse
Weitere Informationen finden Sie auf den Seite der ESA.
(ku - Quelle: ESA)


» Kanadisches Team benennt XPrize-Astronauten
26. Juni 2003 - Schon bald sollen sechs frisch nominierte Raumfahrer die Gelegenheit erhalten, an der ersten privaten Weltraummission der Geschichte teilzunehmen - wenn man ihnen nicht zuvor kommt.
Das kanadische Team des so genannten XPrize Contests nominierte heute eine erste Gruppe von sechs Astronauten, die schon bald mit der auf den Namen Canadian Arrow getauften selbst konstruierten Rakete einen suborbitalen Flug ins All unternehmen sollen. Das Corps setzt sich zusammen aus drei kanadischen Piloten, einem Ingenieur sowie je einem ukrainischen und einem US-amerikanischen Raumfahrer. Ziel des Teams ist es, als erstes vor den 23 anderen, konkurrierenden Projekten mit einem eigenen Raumfahrzeug ins All zu fliegen bzw. die Erdatmosphäre auf einem ballistischen Flug kurzzeitig zu überwinden. Der erhoffte XPrize ist mit immerhin 10 Millionen US-Dollar dotiert und soll Privatinitiativen in der Raumfahrt fördern und vor allem den entstehenden Markt des Weltraumtourismus vorantreiben.
"Das Team, das wir haben, ist eine außerordentliche Gruppe von Menschen", sagte Teamchef Geoff Sheerin in einem Interview zu der heutigen Nominierung. "Eigentlich haben wir Leute gesucht, die ein wenig wie die Mercury Seven sind", fügt er an und spielt dabei auf das erste Team von US-Asronauten an, zu denen unter anderem auch Weltraumpionier John H. Glenn gehörte. Ausgewählt wurden die Bewerber im Rahmen einer international ausgerufenen Aktion, worauf hin sich tausende Aspiranten freiwillig meldeten. Übrig geblieben sind nun sechs Personen: Larry Clark, Jason Dyer, Jaroslaw Pustowji, David Ballinger, Terry Wong und Ted Gow. Ihre erste Mission soll sein, die Funktionsfähigkeit des Canadian Arrow in einem Zwei-Mann-Flug unter Beweis zu stellen. "Es ist die Chance des Lebens", bemerkte XPrize-Astronaut Ballinger.
Die Canadian Arrow selbst ist eine rund 18 Meter hohe, konventionell senkrecht startende Rakete, die laut Aussage ihrer kanadischen Schöpfer wesentlich auf der A4, einer deutschen Entwicklung, die im Zweiten Weltkrieg als V2 missbraucht und als solche bekannt wurde, basiert. Das Gesamtsystem besteht aus zwei Stufen, wobei die erste - rund 11 Meter in der Höhe - eine fast exakte Kopie der Antriebssektion der A4, natürlich aufgewertet durch moderne Werkstoffe, darstellt. Die zweite Stufe besteht aus der schlanken, 1,8 Meter breiten und 7 Meter hohen Crewkabine mit sepparater Triebwerkseinheit, welche auch im Falle eines Startabbruchs zur Rettung der Crew verwendet werden kann.
Die Rakete soll in einer realen Mission, besetzt mit einem Piloten und mehreren möglicherweise zahlenden Gästen, bis in eine Höhe von 100 Kilometer aufsteigen, wobei Kräfte bis zur 4,5-fachen Erdbeschleunigung auftreten. Der Hopser ins All dauert nur einige Minuten und die Crewkabine geht wieder sicher an einem Fallschirm zu Boden bzw. zu Wasser. Selbstverständlich sind beide Stufen komplett wiederverwendbar - Voraussetzung, um an eine effektive Vermarktung der Canadian Arrow zu denken. Doch bis dahin ist es noch ein ganzes Stück und die Konkurrenz schläft nicht. Man darf also gespannt sein auf den möglichen kanadischen Vorstoß ins All.
(fx - Quelle: space.com)


» Der Missing Link zwischen GRB und Hypernova
26. Juni 2003 - Durch die umfassende Beobachtung eines Gamma-Ray Burst (GRB) Ende März dieses Jahres konnte erstmals der Nachweis erbracht werden, dass Supernovae eine wesentliche Ursache für diese gigantischsten Explosionen seit dem Urknall sind.
Bereits seit Ende der 1960-er Jahre sind den Astronomen die unter der Bezeichnung "Gamma-Ray Bursts (GRBs)" zusammengefassten, oft nur wenige Sekunden andauernden Gammastrahlenblitze bekannt, die von den heftigsten kosmischen Ereignissen seit der Entstehung des Universums künden. Alleine schon die Tatsache, dass die hinter den GRBs stehenden Vorgänge derartig intensive Strahlung im energiereichsten Spektralbereich als Gammastrahlen emittieren, ist Beleg für den wenig friedfertigen Charakter dieser Ereignisse. GRBs werden durchschnittlich ein- bis zweimal pro Tag in allen Regionen des Universums beobachtet, die einzige Regelmäßigkeit ist ihre Unvorhersagbarkeit und ihre enorme Entfernung, sie treten mehrere Milliarden Lichtjahre von uns entfernt auf.

Seit Oktober 2000 sucht der amerikanische Forschungssatellit HETE-2 den Himmel nach Gammastrahlenblitzen ab (der Start von HETE-1 war 1996 fehlgeschlagen, da der Satellit nach Erreichen des geplanten Orbits nicht von der Pegasus-Trägerrakete getrennt werden konnte). Sobald ein GRB entdeckt wird erfolgt innerhalb kürzester Zeit (im Idealfall nur wenige Minuten nach der Entdeckung) eine vollautomatische Benachrichtigung verschiedener Observatorien auf der Erde, die dann auf die Suche nach dem "Nachleuchten" der Explosion im Spektralbereich des sichtbaren Lichts gehen.

Die Ursache für die GRBs, von denen viele in wenigen Sekunden mehr Energie in das Weltall abstrahlen als unsere Sonne während ihrer gesamten Lebensdauer von rund zehn Milliarden Jahren, konnte bisher nur vermutet werden. Klar war nur, dass keine kontinuierlich verlaufenden Prozesse derartige Energiemengen produzieren konnten, es musste sich also um apokalyptische Ereignisse wie Verschmelzungen von "Schwarzen Löchern", Zusammenstöße von Neutronensternen oder gigantische Supernova-Explosionen (so genannte "Hypernovae") handeln. Ende März ist es einem internationalen Astronomen-Team nun erstmals gelungen, nachweisbar eine Verbindung zwischen einer Hypernova und einem GRB herzustellen - der Missing Link zwischen GRBs und den zugrundeliegenden kosmischen Ereignissen war damit gefunden!

Doch im Einzelnen: Am 29. März 2003 beobachtete HETE-2 im Bereich des Sternbilds Löwe einen sehr hellen Gammastrahlenblitz. Aufgrund der Alarmmeldung des Satelliten nahmen verschiedene Observatorien auf der Erde die Suche auf, und innerhalb von nur 90 Minuten nach der Registrierung des GRB durch HETE-2 entdeckten ein australisches und ein japanisches Observatorium an der gemeldeten Position ein mit dem GRB korrespondierendes Aufleuchten im sichtbaren Licht. Nur wenige Stunden später nahm auch eines der vier gigantischen 8,2 m-Teleskope des Paranal-Observatoriums in Chile, die zusammen das so genannte Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) bilden, die Beobachtung von GRB 030329 auf. Innerhalb eines Tages konnte dann aufgrund der so genannten Rotverschiebung der von dem Teleskop aufgefangenen Strahlung auch die Entfernung des GRBs von 2.650 Millionen Lichtjahre bestimmt werden - so nahe wie kein anderes bisher beobachtetes Ereignis dieses Typs. Durch die ungewöhnlich "geringe" Entfernung und die große Helligkeit des Nachleuchtens im sichtbaren Licht boten sich den Astronomen außerordentlich günstige Beobachtungsbedingungen, weshalb das langsam schwächer werdende optische Nachleuchten von GRB 030329 bis zum 1. Mai regelmäßig mit Hilfe von einem der 8,2 m-VLT-Teleskope beobachtet wurde.

Die zwei dabei zum Einsatz gelangten Kameras und Spektrometer registrierten Datenmaterial in einer bis dahin nicht vorhandenen Güte. Durch Auswertung der im Laufe des Monats April gewonnenen Spektren sind die Wissenschaftler nun sicher, die Entstehung von GRB 030329 erklären zu können.

Demnach steht der von HETE-2 am 29. März registrierte Gammastrahlenblitz in unmittelbarem Zusammenhang mit der Explosion eines Sternes - einer Explosion, deren unvorstellbare Gewalt Materie mit mehr als 30.000 Kilometern pro Sekunde (also mit mehr als 10 Prozent der Lichtgeschwindigkeit!) in den Weltraum geschleudert hat. Für derartig enorme Sternenexplosionen hat sich der Begriff "Hypernova" eingebürgert, doch selbst für diese Kategorie ist die vor rund 2,65 Milliarden Jahren erfolgte Explosion extrem gewaltig gewesen.

In dem am 19. Juni im Wissenschaftsmagazin Nature veröffentlichten Artikel wird als Ursache des GRB der Kollaps eines Sterns genannt, der ursprünglich mehr als die 25-fache Masse unserer Sonne aufwies und zunächst so gut wie nur aus Wasserstoff bestand. Nachdem der Stern einen großen Teil seiner Masse bereits verloren hatte - er brachte es dann "nur noch" auf rund zehn Sonnenmassen - und den anfänglichen Wasserstoffvorrat durch Kernfusionsprozesse beinahe komplett in Helium, Sauerstoff und schwerere Elemente umgewandelt hatte, kam es relativ bald zu einem Kollaps des Kerns, da der nach außen wirkende Strahlungsdruck die immense, zum Zentrum des Sterns hin wirkende Gravitation nicht mehr kompensieren konnte. Im Inneren des Sterns bildete sich daraufhin ein Schwarzes Loch, vom dem aus innerhalb weniger Sekunden ein Materiestrahl nach außen schoss und die zu diesem Zeitpunkt immer noch existierende äußere Hülle des Sterns zerschmetterte - eine Hypernova tauchte am Himmel auf.

Währenddessen traf der vom Schwarzen Loch ausgegangene Materiestrahl mit enormer Macht auf Materieansammlungen, die sich im Umfeld des sterbenden Sterns befanden. Bei diesem Ereignis wurde die enorme Gammastrahlung freigesetzt, die auf der Erde dann als GRB sichtbar war. Noch sind sich die Astronomen allerdings nicht darüber im klaren, ob Kollisionen innerhalb des Materiestrahls selbst oder aber die Wechselwirkung zwischen dem Materiestrahl und der Materie in der Umgebung des Sterns für die beobachtete Gammastrahlung verantwortlich sind.

Was sich wie eine fantastische Geschichte liest ist für die Astronomen tatsächlich ein Ereignis von außergewöhnlicher Bedeutung. Während bisher nur Vermutungen über die Ursache von GRBs angestellt werden konnten ist es nun zum ersten Mal gelungen, ein konkretes kosmisches Phänomen als Ausgangspunkt eines Gammastrahlenblitzes nachzuweisen. Auch wenn alle Details der Entstehung des GRBs noch nicht klar sind, so kann die Bedeutung dieser Beobachtung für die Erforschung der Gamma-Ray Bursts kaum überschätzt werden.
(ms - Quelle: ESO)


» Mars Express in bester Verfassung
24. Juni 2003 - Die ESA zerstreut alle Befürchtungen, der europäischen Marspremiere stünden technische Probleme entgegen. Vielmehr erfreut sich die Mission eines bisher äußerst erfolgreichen Flugverlaufs.
Die europäische Raumfahrtbehörde ESA dementierte in einer entsprechenden Verlautbarung heute offiziell die gestrige Behauptung der russischen Raumfahrtbehörde Rosaviakosmos, die europäische Marsmission Mars Express hätte mit ernsthaften Problemen zu kämpfen. Der russischen Meldung war zu entnehmen, dass die Computerverbindung zwischen dem Orbiter Mars Express und dem kleineren Lander Beagle 2 aus britischer Hand zusammengebrochen und dem entsprechend auch jeglicher Kontakt zum Lander seitens der Bodenmannschaften verloren gegangen sei. Die ESA-Sprecherin Jocelyne Landeau äußerte sich hierzu lapidar: "Alles funktioniert normal." Allerdings habe es am Ende der vergangenen Woche kleinere Probleme gegeben. "Die nötigen Tests wurden durchgeführt", so Landeau. Um alle Sicherheitsstandards zu erfüllen und keine Risiken einzugehen habe man die Kommunikations-Tests mit Beagle 2 allerdings verschoben.
Betont wurde seitens der ESA, dass es zu keinem Zeitpunkt einen entsprechenden kritischen Moment gegeben habe und der Verlauf der Mission durch die Verzögerung der Standarstests in keiner Weise gefährdet sei. Der Vorfall, auf den der verwirrende Presserummel zurückzuführen ist, ereignete sich bereits vergangene Woche, als man von der Erde aus versuchte, den Lander Beagle 2 zu aktivieren. Am letzten Freitag wurde dann Details bekannt, denen zu Folge die Missionskontrolle anomale Meldungen von einem Instrument an Bord von Beagle 2 erhielt. Dies irritierte die Techniker und führte zu der Entscheidung, dass ein neuerlicher Versuch der Aktivierung sämtlicher Systeme angesetzt wird. Bis dahin soll Rücksprache mit dem übrigens deutschen Hersteller des betroffenen Apparates namens Omega gehalten und die möglichen Ursachen und Fehlerquellen analysiert werden.
Auf alle Fälle gibt sich die ESA gelassen. Befürchtungen, wichtige Bestandteile der Sonde seien womöglich beim Start beschädigt worden, äußert man nicht. Vielmehr deutet alles auf einen zufälligen, temporären Fehler hin - immerhin verschwand die Fehlermeldung so schnell, wie sie gekommen war. Mehr wird man spätestens am Ende dieser Woche wissen, dann nämlich ist ein neuerlicher Termin für einen kompletten System-Check angesetzt. Bis dahin fliegt Mars Express weiter gen Roter Planet; immerhin rund 6 Millionen Kilometer konnte die am 2. Juni gestartete Sonde bisher hinter sich lassen. Die ESA resümmiert bisher eine durchweg positive Bilanz: der erste europäische Flug zum Roten Planeten scheint ein Erfolg zu werden.
(fx - Quelle: ESA)


» ESA löst neues Ticket zur ISS
24. Juni 2003 - Nachdem im Oktober ein Spanier im Auftrag der ESA zur Internationalen Raumstation fliegen wird, kommt sein Nachfolger aus den Niederlanden. Bald nachrücken könnte ein Deutscher.
Nach dem spanischen ESA-Raumfahrer Pedro Duque, dessen Flug Ende Mai offiziell beschlossen wurde, erhielt heute der Niederländer André Kuipers sein Flugticket zur Internationalen Raumstation. Dies teilte Sergej Gorbunow, Sprecher der russischen Raumfahrtbehörde Rosaviakosmos nun offiziell der Presse mit. "Der Text von Kuipers Flugvertrag ist gesetzt und die technischen Leiter der Mission haben ihn unterschrieben", so Gorbunow. Allerdings seien mit dem europäischen Partner ESA noch einige Fragen zu klären: "speziell das wissenschaftliche Programm muss noch festgelegt werden". Kuipers, geboren 1958 und im europäischen Astronautenkorps seit 1998, soll mit dem nächsten verfügbaren Sojus TMA-Taxi fliegen. Wann dies sein wird, steht aber noch buchstäblich in den Sternen. Seit dem Stopp aller Shuttle-Missionen wurde auch die russische Flugplanung umgeworfen und entsprechende Missionen laufen nur noch auf Sparflamme.
Zunächst wird aber Pedro Duque mit der ISS Expedition 8 die Möglichkeit haben, für mehrere Tage zur ISS zu fliegen. Der Start vom russischen Weltraumbahnhof Baikonuer an der Spitze einer Sojus-Rakete ist vorläufig angesetzt für den 18. Oktober dieses Jahres. Duque wird dabei "zahlender Gast" an Bord von Sojus TMA-3 neben dem amerikanischen Kommandant Michael Foale und dem russischen Flugingenieur Alexander Kaleri sein. Immerhin kassieren die Russen für einen Flug mit ihrem System um die 12 Millionen Euro. Duque wird bei seinem mehrtägigen Aufenthalt unter anderem Vorbereitungen für den Empfang des ersten europäischen Zubringers ATV (Automated Transfer Vehicle, wir berichteten) treffen und entsprechende Anlagen an Bord der ISS installieren. Die Rückkehr soll nach rund einer Woche mit der alten, siebten Stammbesatzung, bestehend aus Ed Lu und Juri Malentschenko erfolgen.
Kuipers wird seine Gelegenheit eventuell schon Anfang nächsten Jahres wahrnehmen können, aber hier hängt viel vom Verhalten der Amerikaner und dem Zeitpunkt der Reaktivierung der Shuttle-Flotte ab. Ungelöst ist in diesem Zusammenhang noch immer die Option der Europäer auf einen Langzeitflug, denn ohne das Space Shuttle und einen einigermaßen regelmäßigen Pendelverkehr zur Raumstation ist die Nutzung der vollen Kapazität der ISS für die Europäer wie auch Russen und Amerikaner nicht möglich. Für Deutschland gibt es allerdings ein Trostpflaster: der nächste ESA-Astronaut auf der ISS könnte ein Deutscher sein. Im Gespräch hierfür ist Thomas Reiter, der bereits 1995 mehr als ein halbes Jahr auf der russischen Raumstation Mir verbrachte.
(fx - Quelle: Rosaviakosmos/Novosti.ru)


» Magnetfeld eines Neutronensterns gemessen
24. Juni 2003 - Beobachtungsdaten des europäischen Weltraumteleskops XMM-Newton haben zum ersten Mal die direkte Messung der Magnetfeldstärke eines Neutronensterns ermöglicht - mit einem unerwarteten Ergebnis.
Neutronensterne sind extrem dichte Überreste von Supernova-Explosionen, die mit sehr hoher Geschwindigkeit rotieren. In einer zunächst sehr heißen Kugel mit nur 20 bis 30 Kilometer Durchmesser ist der Rest des ursprünglichen Sterns unvorstellbar hoch komprimiert (der Großteil seiner Masse ist durch die Supernova-Explosion ins Weltall geschleudert worden), so dass ein mit Neutronenstern-Masse gefüllter Teelöffel auf der Erde mehrere Tonnen wiegen würde.

Obwohl Neutronensterne mittlerweile für Astronomen vertraute kosmische Objekte darstellen sind ihre Eigenschaften im Detail immer noch sehr wenig bekannt. Ihre unmittelbar nach der Entstehung extrem hohe Temperatur kühl sehr schnell ab, so dass die meisten beobachteten Neutronensterne kaum noch im hochenergetischen Röntgenbereich strahlen und damit mit Röntgenstrahlteleskopen wie XMM-Newton meistens nicht zu beobachten sind.

Nun hat aber ein Team unter der Leitung von Prof. Bignami vom Centre d'Étude Spatiale des Rayonnements (CESR) in Toulouse einen noch im Röntgenstrahlenbereich sichtbaren Neutronenstern beobachtet und dabei zum ersten Mal direkt die Stärke des Magnetfeldes messen können. Der Neutronenstern 1E1207.4-5209 wurde 72 Stunden lang von XMM-Newton ins Visier genommen - länger als jedes andere kosmische Objekt in der Geschichte dieses Teleskops -, und das Ergebnis der Magnetfeldmessung war für die Forscher überraschend.

Bisher wurde die Magnetfeldstärke von Neutronensternen nur indirekt bestimmt bzw. geschätzt. Basis hierfür waren zum einen theoretische Annahmen als Ergebnis der Modellierung des Zusammenbruchs massiver Sterne, zum anderen Schätzungen aufgrund der beobachteten Reduzierung der Rotationsgeschwindigkeit von Neutronensternen. Diese Verlangsamung der Rotation kann von Radioteleskopen beobachtet werden, da Neutronensterne im langwelligen Spektralbereich pulsieren und eine Reduzierung der Pulsfrequenz Ergebnis einer langsameren Rotation des Sterns ist.

Das nun die erste direkte Messung der Magnetfeldstärke gelingen konnte ist dem Umstand zu verdanken, dass die Röntgenstrahlen bei ihrem Weg durch das Magnetfeld des Neutronensterns verändert werden. Ein Teil der Strahlung wird vom Magnetfeld absorbiert, was im Spektrum der von XMM-Newton beobachteten Röntgenstrahlung zu so genanten Zyklotronresonanz-Absorptionslinien führt. Durch Auswertung dieser Absorptionslinien konnte die Mannschaft von Prof. Bignami die Stärke des Magnetfeldes ermitteln, das hierfür verantwortlich war.

Erstaunlicherweise ist die gemessene Stärke aber 30 Mal geringer, als es mit Hilfe der oben genannten Methoden vorhergesagt worden ist. Bisher ist von den Astronomen angenommen worden, dass die "Reibung" zwischen dem Magnetfeld eines Neutronensternes und seiner Umgebung alleine dafür verantwortlich ist, dass die Rotationsgeschwindigkeit des Sterns abnimmt - auf Basis dieser Annahme wurden die vorhergesagten Magnetfeldstärken berechnet. Im Fall von 1E1207.4-5209 scheint diese Annahme aber nicht zu stimmen, so dass noch andere Faktoren für die Verlangsamung der Drehung verantwortlich sein müssen. Welche Faktoren das sein sollen ist noch nicht klar, möglicherweise ist eine um den Neutronenstern befindliche Scheibe aus Überresten der Supernova dafür verantwortlich.

Ebenfalls noch unbeantwortet bleibt die Frage, ob 1E1207.4-5209 einen Sonderfall unter den Neutronensternen darstellt oder ob andere Neutronensterne vergleichbare Daten zeigen. Zu diesem Zweck sollen in Zukunft weitere Beobachtungen von Neutronensternen durch XMM-Newton vorgenommen werden.
(ms - Quelle: ESA)


» SOHO: Datenübertragung gefährdet
24. Juni 2003 - Probleme mit der Nachführung der Hauptantenne des Sonnenorbiters SOHO gefährden die kontinuierliche Datenübertragung zur Erde.
Seit 1995 kreist der europäisch-amerikanische Sonnenorbiter SOHO (= "Solar and Heliospheric Observatory") in rund 1,5 Millionen Kilometer Entfernung am so genannten Lagrange-Punkt 1 um die Sonne. An diesem von der Erde aus gesehen in Richtung Sonne liegenden Punkt gleichen sich die Gravitation von Erde und Sonne aus, so dass eine Raumsonde dort einen so genannten "quasi-stabilen Orbit" um diesen Lagrange-Punkt einnehmen kann; nur ab und an sind geringfügige Kurskorrekturen erforderlich, um den Orbit um diesen imaginären Punkt dauerhaft beibehalten zu können. Gegenüber allen früheren, die Erde umkreisenden Sonnensonden hat SOHO den unschätzbaren Vorteil, von dieser Beobachtungsposition aus die Sonne ununterbrochen mit ihren zwölf wissenschaftlichen Instrumenten beobachten zu können.
 
Nun aber zeigt sich zum ersten Mal seit 1998, als der Funkkontakt zur Sonde aufgrund fehlerhafter Kommandosequenzen für mehrere Wochen komplett abgebrochen war, ein ernstes Problem an der Raumsonde. Vor einigen Tagen übermittelte Befehle zur Nachführung der Hochgewinnantenne von SOHO werden nicht umgesetzt, was auf einen Ausfall des für diese Aufgabe zuständigen Elektromotors schließen lässt. Um die wissenschaftlichen Beobachtungsdaten und Aufnahmen zur Erde zu übertragen ist jedoch eine exakte Ausrichtung der Parabolantenne von SOHO notwendig. Ein Verlust der Raumsonde ist aufgrund dieses Problems zwar nicht zu befürchten - SOHO verfügt über eine zweite, so genannte Niedriggewinnantenne, die weiterhin uneingeschränkt funktionsfähig ist und zur Übermittlung von Kommandos sowie Telemetriedaten genutzt wird -, aber der bisher kontinuierliche Datenstrom von der Sonde zur Erde wäre zukünftig periodischen Unterbrechungen unterworfen.
 
Sollte die Hauptantenne von SOHO auch weiterhin nicht mehr Richtung Erde auszurichten sein, dann würde dies zukünftig alle drei Monate eine rund zweieinhalbwöchige Unterbrechung der Datenübertragung zur Erde bedeuten. Der erste dieser "Blackouts" steht bereits am Ende der laufenden Woche an, wenn aufgrund der sich ständig ändernden Ausrichtung von SOHO relativ zur Erde keine korrekte Ausrichtung der Hauptantenne mehr gegeben ist.
 
Zur Zeit prüft das SOHO-Missionsteam mehrere Möglichkeiten, um die Unterbrechungen der Datenverbindung zu minimieren. Angesichts der solitären Bedeutung, die SOHO bei der Erforschung der solaren Strukturen und Prozesse einnimmt - durch die aufwendige wissenschaftliche Instrumentierung von SOHO ist es möglich, gleichzeitig die Vorgänge im Inneren und in der Atmosphäre der Sonne wie auch den so genannten "Sonnenwind" zu beobachten -, wären die wissenschaftlichen Auswirkungen eines derartigen periodischen Ausfalls der Datenübermittlung sehr gravierend: Es gibt keine andere Forschungssonde, die bei Bedarf die Aufgaben von SOHO übernehmen könnte.
 
Darüber hinaus sind die Daten von SOHO auch für die Betreiber von Satelliten im Erdorbit sehr wichtig. Wenn wieder einmal starke Sonneneruptionen Richtung Erde unterwegs sind erfahren die Satellitenbetreiber dies dank SOHO Stunden bis Tage vorher, so dass rechtzeitig geeignete Maßnahmen durchgeführt werden können: Durch die teilweise Abschaltung der elektronischen Systeme eines Satelliten sind sie bis zu einem gewissen Grad vor Beschädigungen geschützt. Darüber hinaus bietet die durch SOHO gegebene Vorwarnzeit die Möglichkeit rechtzeitig Überbrückungsmaßnahmen einzuleiten, um eine vorübergehende Deaktivierung beziehungsweise den Ausfall eines Satelliten kompensieren zu können.
 
Für die nächsten Tage ist eine gemeinsame Presseerklärung von ESA und NASA angekündigt, die über das weitere Vorgehen informieren wird. Wir werden Sie natürlich zeitnah darüber informieren.
(ms - Quelle: ESA)



 
 

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      HotSpot: Ein Interview mit John Reddy von Michael Stein 

In diesem Interview beschreibt der Mars Express-Ingenieur John Reddy die Arbeit der seines Teams im Kontrollraum und die Risiken, die noch auf die Raumsonde und den Mars-Lander Beagle 2 warten.

Raumfahrer.net veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der European Space Agency (ESA) hier die deutsche Übersetzung des am 26. Juni 2003 auf der ESA Science-Homepage veröffentlichten Interviews.

Ein Raumfahrzeug zum Mars zu bringen ist keine einfache Aufgabe. Viel Arbeit und Engagement eines kleinen Teams von Experten ist nötig um zu gewährleisten, dass Mars Express sein Ziel sicher erreichen wird. John Reddy ist einer von ihnen. Er ist nicht nur für das elektrische System verantwortlich, sondern auch für die Avionik (d.h. die Instrumente und die Kontrolle der Raumsonde) und die Software an Bord von Mars Express.

ESA: Der Moment des Starts muss für Sie sehr aufregend gewesen sein, als Sie im Kontrollraum saßen?

John Reddy: Während des Starts selbst fühlt man eine Aufregung, die etwas abstrakt ist, da die Ereignisse außerhalb der eigenen Kontrolle stattfinden. Nach der erfolgreichen Operation der Rakete mussten wir eine Zeitlang darauf warten, dass die Raumsonde ihr erstes Signal sendet. Das war wie eine Übergangsphase. Wir gingen in die ESOC-Kantine (= European Space Operations Centre in Darmstadt), wo bereits gefeiert wurde. Das größte Ereignis war für uns der Moment, als Mars Express uns mitteilte das er "lebt", aber selbst dann waren wir so beschäftigt sicherzugehen das alles in Ordnung ist, dass wir nicht die Zeit hatten um uns zurückzulehnen und über unseren Erfolg nachzudenken. Der erste Moment, als ich wirklich Zeit hatte zu reflektieren, was wir erreicht hatten, war auf dem Weg zurück zum Parkplatz morgens um 07:30 Uhr!

ESA: In den Wochen vor dem Mars Express-Start mussten Sie alle Aktionen trainieren, die Sie im Fall einer kritischen Situation benötigt hätten. Welche dieser kritischen Situationen haben Sie dabei am meisten gefürchtet?

John Reddy: Unsere größte Befürchtung war, dass sich die Solarpaneele nicht korrekt entfalten würden, oder das der Transponder nicht auf unsere Signale antworten würde. Aber wir haben auch "erdliche" Probleme in Betracht gezogen, wie zum Beispiel den Zusammenbruch unseres Computersystems in einem kritischen Moment oder die Erkrankung von Mitgliedern unseres Teams. Wir haben sogar einen Feueralarm in unserem Kontrollraum simuliert um zu lernen, wie man reagiert. Die Leute wissen nicht worum es bei den einzelnen Simulationen geht und müssen auf die Probleme reagieren, als ob sie real wären. Es ist erstaunlich, wie echt sich das anfühlt.

ESA: Haben Sie auf Holz geklopft, um Glück zu haben?

John Reddy: Genau das Gegenteil: Wir waren darauf vorbereitet, dem Unerwarteten zu begegnen. Tatsächlich haben sich die Solarpaneele am Ende dann ja wunderbar geöffnet.

ESA: Was sind die nächsten großen Herausforderungen der Mission?

John Reddy: Wir haben bereits ein paar kritische Meilensteine passiert. Die schrecklichsten sind die mit strikten Zeitvorgaben. Die Solarpaneele waren kritisch, weil wir [ohne sie] nicht genug Energie für die Manöver gehabt hätten. Bis Ende Juli sind wir in der so genannten "Commissioning Phase", einer viel entspannteren Zeit in der wir einen "Gesundheitscheck" aller Instrumente an Bord durchführen. Unser nächster großer Meilenstein ist die Zündung des Haupttriebwerks Ende November, wenn wir die Ausrichtung der Raumsonde sehr genau überprüfen müssen um sicherzugehen, dass wir uns auf den richtigen Orbit zu bewegen. Wenn wir genau wissen wo wir uns befinden werden wir alle Anweisungen an Mars Express für sein Manöver hochladen.

ESA: Und was ist mit der Abtrennung von Beagle 2?

John Reddy: Das ist natürlich eine andere große Herausforderung. Der Lander wird fünf Tage vor dem Eintreten der Raumsonde in ihren finalen Orbit abgetrennt. Das ist ein heikler Moment: Mars Express wird auf einem Kollisionskurs mit dem Planeten sein. Nach der Trennung muss sich die Raumsonde wegbewegen und den richtigen Orbit um den Mars einschlagen, verbunden mit einer weiteren heiklen Triebwerkszündung. Einige Tage später müssen wir den endgültigen Orbit der Raumsonde präzise justieren. Insgesamt haben wir genug Treibstoff für das Haupttriebwerk, um etwa 30 Minuten lang Flugmanöver durchzuführen. Der Rest wird benötigt, um die Ausrichtung der Raumsonde während der wissenschaftlichen Beobachtungsphase der Mission zu kontrollieren. Aber das wird natürlich auch ein weiterer großartiger Moment sein, dem wir alle entgegensehen.

ESA: Wie bereiten Sie sich auf diese kritischen Phasen vor?

John Reddy: Wir haben während des Septembers mehrere Simulationen, wenn hoffentlich alle von uns genug Erholung gehabt haben, um weitere stressige Zeiten zu bewältigen. Simulationen sind auch wichtig, um eine Mannschaft zu bilden. Wir sind wie eine Nationalmannschaft: Eine Ansammlung sehr guter Spieler aus verschiedenen Vereinen die lernen müssen, miteinander zu spielen. Wir kommen alle aus verschiedenen Umgebungen mit verschiedenen Schwerpunkten, und wir müssen sehr eng miteinander arbeiten und interagieren. Der ESA-Wissenschaftler muss mit dem Menschen aus der Industrie zusammenarbeiten, der die Raumsonde entworfen hat. Sie haben Mars Express physisch zusammengebaut, sie kennen alle "Kabel", und darum sind sie so wichtig.

ESA: Sie haben bereits viele Jahre an Kommunikationssystemen für Satelliten gearbeitet. Was macht es immer noch interessant für Sie?

John Reddy: Nun, das sind verschiedene Dinge. Zum einen das man Sachen macht, die die Vorstellungskraft der Menschen fesselt. Ich habe zuerst mit Wettersatelliten gearbeitet, die den Menschen die Visualisierung von Wolkenformationen ermöglichten. Erdbeobachtung geht einen Schritt weiter, und wissenschaftliche Missionen lassen uns unseren Platz im Universum besser verstehen. Ich bin immer ein begeisterter Leser von Science Fiction gewesen, und manchmal scheint es, dass meine Arbeit einige dieser Fiktionen näher an die Realität heranbringt. Und schließlich arbeite ich hier, weil ich es anregend finde. An jedem Tag hier gibt es etwas Neues zu lernen und etwas anderes zu machen.

ESA: Wie werden Sie sich nach der ganzen Aufregung mit Mars Express in Ihrem Urlaub erholen?

John Reddy: Ich werde zurück nach England gehen und mit meiner Frau Golf spielen. Ich bin ein Fanatiker. Unglücklicherweise hat Fanatismus in diesem Sport nichts mit Können zu tun. Es ist für mich viel einfacher eine Raumsonde zum Mars zu schicken als einen Ball in ein Loch zu versenken!
 
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Sonderseite Mars Express
 

 
 

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      Space Focus: Alpha-Beta-Gamma: Am Anfang war ... ein Paper von Tilman Kaiser 

Die Veröffentlichung, in der zum ersten Mal die genaue Berechnung der Entstehung von Wasserstoff und Helium im Urknall vorgestellt wurde, konnte von der wissenschaftlichen Gemeinschaft beim ersten Hinsehen als Aprilscherz aufgefasst werden, da sie am 1. April 1948 unter Angabe der Autorenreihenfolge "Alpher, Bethe, Gamow" erschien.

Allerdings gingen in dieses "Alpha-Beta-Gamma"-Paper immerhin die Ergebnisse der Doktorarbeit eines Schülers von Gamow, Ralph Alpher, ein, der die nuklearen Stoßprozesse in der Nukleosynthese berechnet hatte. Außerdem war der Name Bethe auf dem Paper ein Garant für wissenschaftliche Seriosität auf dem Gebiet der theoretischen Kernphysik.

Hans Bethe, der1933 aus dem nationalsozialistischen Deutschland emigrierte, hatte sich bei amerikanischen Physikern durch die Entdeckung des CN-Zyklus' in den Sternen 1938 und im Manhattan-Projekt zum Bau der Atombombe im zweiten Weltkrieg den Ruf erworben, ein versierter Theoretiker zu sein. Nebenbei sei erwähnt, dass auch der in Deutschland gebliebene Physiker Carl Friedrich von Weizsäcker zum gleichen Zeitpunkt die ständige Energiezufuhr von Sternen mit dem CN-Mechanismus erklären konnte. Später kam zu den Katalysator-Elementen Kohlenstoff (C) und Stickstoff (N) noch Sauerstoff (O) hinzu.

So ist dieser Fusionsmechanismus, bei dem letztendlich aus vier Wasserstoffkernen (vier einzelne Protonen) ein Heliumkern (He4 enthält zwei Protonen und zwei Neutronen) entsteht, auch als CNO-Zyklus oder Bethe-Weizsäcker-Zyklus bekannt. Von Weizsäcker war in den Kriegsjahren wiederum am Projekt zum Bau einer nuklearen Bombe in Deutschland beteiligt, welches zum Glück vor Kriegsende nicht mehr erfolgreich durchgeführt werden konnte und in Form von Reaktorprojekten zur Energiegewinnung eine positivere Ausrichtung bekam. Allerdings ist diese Tatsache wahrscheinlich der Grund, warum nur Bethe 1967 den Nobelpreis für die Entdeckung des CNO-Zyklus bekam.

Bei Gamows Nukleosynthese im Urknall geht es wie bei Bethes Prozess der Energiegewinnung durch Kernfusion in der Sonne um die Frage, wie Wasserstoff in Helium umgewandelt werden kann. Bethe war somit der geeignete Mann, um Alphers kernphysikalische Berechnungen beurteilen zu können. Neben der pragmatischen Veranlagung Gamows, der sich mit Bethes Namen mehr Aufmerksamkeit für die Veröffentlichung seines Doktoranden erhoffte, offenbart sich in dieser Aktion auch der Humor des 1933 aus der stalinistischen Sowjetunion in die USA emigrierten Russen: "Es erschien mir dem griechischen Alphabet gegenüber nicht fair zu sein, den Artikel nur mit den Namen Alpher und Gamow zu unterzeichnen ..."

Außerdem spielen die ersten drei Buchstaben des griechischen Alphabets eine Rolle als Bezeichnung für relevante Teilchen beim Prozess der Nukleosynthese im Urknall. Das Fusionsprodukt, der Heliumkern (He4), kann auch durch radioaktiven Alpha-Zerfall von schweren Kernen (z.B. Uran 238 bestehend aus 92 Protonen und 146 Neutronen) entstehen und wurde deshalb als Alpha-Teilchen bezeichnet. Gamow selbst hatte Ende der 20-er nach Abschluss der Entwicklung der Quantenmechanik bei einem Forschungsaufenthalt in Göttingen die erste quantenmechanische Erklärung für den Alpha-Zerfall geliefert.

Bei der Fusion von vier positiv geladenen Wasserstoffkernen zu einem zweifach positiv geladenen Heliumkern enstehen des weiteren wegen der obligatorischen Ladungserhaltung zwei "positiv geladene Elektronen" (Positronen), die im Zusammenhang mit den hier stattfindenden Beta-Zerfällen (es handelt sich bei der Fusion um eine Kette von verschiedenen Prozessen) auch als Beta-Teilchen bezeichnet werden.

Da vier Wasserstoffkerne mehr Masse haben als ein Helium-4-Kern, kann nach der Einsteinschen Energie-Masse-Relation (E = m c^2) die Differenzmasse in Form von hochenergetischen Photonen abgestrahlt werden. Die energiereichen Lichtteilchen aus derartigen nuklearen Zerfallsprozessen (Gamma-Zerfall) werden als Gamma-Quanten bezeichnet.

Der "Aprilscherz" von Alpher, Bethe und Gamow lieferte 1948 schlicht und ergreifend eine mögliche Antwort auf die Frage, wie 99 % der normalen Materie im Universum (Wasserstoff und Helium) in dessen "Geburtsstunde" entstehen konnten.

Literatur
- J. Gribbin: "In Search of the Big Bang", Penguin Books 1998
- R. Kippenhahn: "Atom - Forschung zwischen Faszination und Schrecken", München 1998
 

 
 

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      ISS Weekly Report: Progress M-47 wird mit Abfällen beladen von Michael Schumacher 

Der Kommandant der siebten Stammbesatzung Juri Malentschenko und National Aeronautics and Space Administration (NASA) International Space Station (ISS) Science Officer (SO) Edward Lu verbrachten diese Woche damit, Wartungsarbeiten an der Raumstation durchzuführen und die wissenschaftliche Forschung weiter voranzutreiben. Lu führte einen weiteren Durchlauf mit dem Experiment Investigating the Structure of Paramagnetic Aggregates from Colloidal Emulsions (INSPACE) in der Microgravity Science Glovebox (MSG) durch, während Malentschenko einige Zeit damit verbrachte, das unbemannte russische Versorgungsraumschiff Progress M-47, das an den hinteren Kopplungsstutzen des Service Module "Swjesda" angekoppelt ist, mit nicht länger an Bord der Raumstation benötigten Inventar zu beladen.

Das Experiment INSPACE befindet sich im amerikanischen Laboratory Module "Destiny" und untersucht Flüssigkeiten, die kleine Partikel enthalten, welche magnetisch aufladbar sind. Als Ergebnis dieser Forschung könnten verbesserten Brems- oder Vibrationsdämpfungssysteme konstruiert werden oder sogar verbesserte Systeme, die es Gebäuden besser ermöglichen könnten Erdbeben zu überstehen.

Mit seiner Fracht aus Abfall wird Progress M-47 im Oktober diesen Jahres von der ISS abkoppeln und in der Erdatmosphäre verglühen. Ein ähnliches unbemanntes russisches Versorgungsraumschiff, Progress M1-10, koppelte am 11. Juni 2003 an das Docking Compartment (DC) 1 "Pirs" an, das sich wiederum an einem der Kopplungsstutzen des Control Module "Sarja" befindet. Seitdem sind Malentschenko und Lu dabei, Progress M1-10 zu entladen.

Am Montag, dem 23. Juni 2003 und Mittwoch, dem 25. Juni 2003 tauschten Malentschenko und Lu die elastischen Pakete in den Kanistern der Resistive Exercise Device (RED) aus. Die elastischen Pakete stellen einen Widerstand zur Verfügung, wenn die Besatzungsmitglieder ihre Hauptmuskelgruppen trainieren. Die neuen elastischen Pakete wurden von Progress M1-10 zur ISS gebracht.

Am Dienstag, dem 24. Juni 2003 kalibrierte Lu eine Ultraschallvorrichtung und übertrug Ultraschallbilder des Instrumentes in der Human Research Facility (HRF) zur Erde. Malentschenko führte Wartungsarbeiten am Kühlsystem von "Sarja" durch, indem er eine Pumpe in einem der Kühlkreisläufe ersetzte.

Die medizinischen Untersuchungen würden größtenteils während der Woche weitergeführt. Am Mittwoch, dem 25. Juni 2003 kalibrierte Lu den Portable Clinical Blood Analyzer (PCBA). Am Donnerstag, dem 26. Juni 2003 führte jedes Besatzungsmitglied am anderen eine Überprüfung des Gesundheitszustandes unter Nutzung einer Vielzahl von Ausrüstungen darunter des PCBA, durch.
 

 
 

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      Surftipp: Red Colony von Felix Korsch 

Der Informationsdurst an Daten und Fakten rund um den Mars ist in jenen Tagen kaum zu stillen, und das gilt nicht nur für eingesfleischte Space-Fans, sondern auch für die breite Masse. Um so wichtiger sind Websites, die sich den Thematiken rund um den Planet Mars und Projekten um selbigen annimmt. Bekannt sein dürfte da die MarsSociety, einen sehr übersichtlichen und umfangreichen Blick auf unseren Nachbarn im All wirft aber auch RedColony.com. Laut Selbstbeschreibung will Red Colony Schüler, Lehrer und Wissenschaftler in ihrem gemeinsamen Interesse für den Mars verbinden. Während sich viele Websites mit den Möglichkeiten einer bemannten Marsexpidition auseinandersetzen, widmet sich Red Colony Themen wie Kolonialisierung und Terraforming.

Alles in allem findet der Besucher einen interessanten Mix aus tagesaktuellen Meldungen, Reviews und technischen Informationen vor, natürlich wunderbar und leicht verständlich aufbereitet. Fakten über die derzeit laufenden Marsmissionen fehlen dabei ebenso wenig wie ein gut besuchtes Forum und ein weit reichendes Artikelarchiv. Wer also mehr über den Mars, die Möglichkeiten seiner "Bezwingung" und Besiedlung wissen möchte oder einfach nur auf einer interessanten Website stöbern und verweilen möchte, den wird RedColony.com länger fesseln...
 

 
 

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"In Space" Magazin #083
ISSN 1684-7407


Erscheinungsdatum:
28. Juni 2003
Auflage: 1155 Exemplare
 
 
Chefredaktion:
Karl Urban

Herausgeber:
TrekZone e.V.
 
Redaktionsleitung:
David Langkamp
 
Redaktion:
Birger Böning
Sven Flock
Jan Großmann
Britta Hermes
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Raphael Kallensee
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Clemens Mach
Sebastian Mateja
Dominik Mayer
Thomas Pallmann
Dominik Puckert
Sabine Rossburg
Franz Schmied
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Michael Stein
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Lorenz Zistler
 
Freie Mitarbeiter:
Lutz Growalt
Felix Korsch -
MannedSpaceflight.de
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