| InSpace Magazin #084 vom 05. Juli 2003
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» In Space Magazin « Raumfahrer.net
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Das Email-Magazin von Raumfahrer.net.
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"In Space" Magazin
Ausgabe #084
ISSN 1684-7407
> Updates:
Updates / Umfrage
> News:
Nachrichten der Woche
> HotSpot: Tollkühne Männer in ihren fliegenden Kisten
> Special: Lego Astrobots auf dem Weg zum Mars
> Space Focus: Nukleosynthese im Urknall
> ISS Weekly Report: Edward Lu feiert 40. Geburtstag
> Surftipp: Spaceclub
> InDetail: Protuberanzen
> Impressum:
Disclaimer & Kontakt
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Verehrte Leserinnen und Leser,
erst neulich habe ich mit ein paar Freunden den Sternenhimmel beobachtet und ein Objekt hat unser spezielles Interesse geweckt: Der Mars.
Im August wird Mars so nah an der Erde sein, wie er es seit ca. 50 000 Jahren nicht mehr war. Doch schon jetzt kann man ihn wunderbar beobachten.
Mit meinem Teleskop, ein Dobson D8, erkennt man schon jetzt, obwohl Mars noch nah am Horizont steht, die Polkappen als weiße Flecken.
Ich persöhnlich freue mich schon sehr auf den Mars und wünsche ihnen in diesem Sinne viel Spaß beim Lesen.
Mark Weimar
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Umfrage: Glauben Sie, dass nach der Ankunft der vielen Marssonden am Roten Planeten Anfang 2004 viele neue überraschende Erkenntnisse über diesen entdeckt werden?
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» radio.raumfahrer.net
Sie können sich die aktuelle Sendung des Raumfahrer.net-Webradions InSound (Länge: 24.04 Minuten) noch immer direkt aus dem Internet anhören oder die Datei der Sendung downloaden.
» marsexpress.raumfahrer.net
Europas erste Mission zum Roten Planeten ist sogleich eine sehr aufwändige. Neben dem Orbiter ist auch das Landefahrzeug Beagle 2 mit auf der Reise. Wir informieren Sie ständig über den aktuellsten Stand der Mission.
» mars2003.raumfahrer.net
Raumfahrer.net hat eine Sonderseite zum neusten Marsprojekt der NASA gestartet: In wenigen Monaten sollen zwei baugleiche Rover zum Roten Planeten starten. Auf der Seite finden Sie neben Artikeln zu den Landern immer aktuelle Statusreports.
» mitarbeit.raumfahrer.net
Raumfahrer.net ist weiter auf der Suche nach neuen Mitarbeitern - hier erfahren Sie was Sie bei uns erwartet.
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• Neues Planetensystem entdeckt <mehr>
• Testflug von japanischem Shuttle gescheitert <mehr>
• NASA-Marssonde weiter in Wartestellung <mehr>
• Mars Express: Freud und Leid <mehr>
• Marsbild-Bibliothek in Wien <mehr>
• Opportunity: Erneute Startverschiebung <mehr>
• Russland: Erfolgreicher Neunfachstart <mehr>
• Starkes Europa in der Raumfahrt der Zukunft geplant <mehr>
• Gestörte Datenübertragung von SOHO <mehr>
• Zweiter Marsrover im Unglück: erneute Verschiebung <mehr>
• Opportunity-Start verschoben <mehr>
• Flugzeug der NASA abgestürzt <mehr>
» Neues Planetensystem entdeckt 04. Juli 2003 - Das Team von Hugh Jones gab am Donnerstag auf einer Konferenz in Paris die Entdeckung eines fernen Ebenbild unseres Sonnensystem bekannt. Um den 90 Lichtjahre Entfernten Stern HD 70642 kreist ein jupiterähnlicher Planet in einer fast kreisförmigen Bahn. Der Planet wurde aus einem Team aus britischen, australischen und amerikanischen Astronomen mit Hilfe des Anglo-Australien Telescope in Südostaustralien entdeckt. Mit der doppelten Masse von Jupiter umkreist der Planet alle sechs Jahre den Stern HD 70642. Der Abstand zwischen ihn und den Stern beträgt drei Fünftel der Entfernung zwischen Jupiter und der Sonne. Um in einer solchen Distanz auch Erdähnliche Planeten zu finden, reicht die Messgenauigkeit noch nicht aus. „Diese Entdeckung bringt uns weiter auf der Suche nach Systemen, die dem unseren noch ähnlicher sind“, so Hugh Jones von der britischen Liverpool Moores University, England. Entdeckt wurde dieser Planet durch das leichte Hin- und Herwackeln des Stern. Durch die Gravitationswirkung des großen Planeten fängt der Stern an zu taumeln. Und durch dieses Taumeln lassen sich auch die Daten des Planeten errechnen. (la - Quelle: cnn.com)
» Testflug von japanischem Shuttle gescheitert 04. Juli 2003 - Der unbemannte Prototyp eines japanischen Shuttles ist am vergangenen Mittwoch nach Angaben von schwedischen Raumfahrtexperten während eines Testfluges abgestürzt. Ein Stratosphären-Ballon hatte das Test-Shuttle auf eine Höhe von 21,5 Kilometern getragen. Von dort aus sollte es aus dem freien Fall das Landesystem aktivieren und kontrolliert zur Erde zurückkehren. Alles funktionierte wie geplant, bis das Raumfahrzeug eine Höhe von 1.200 Metern erreichte. Das Shuttle ist Teil vom japanischen Programm zur Entwicklung des ersten wiederverwendbaren Raumflugkörpers des asiatischen Landes. Der Prototyp sollte mithilfe eines Landesystems, das mit Fallschirmen und Airbags ausgestattet war, zur Erde zurückkehren. Allerdings stürzte es unkontrolliert zum Testcenter im schwedischen Kiruna zurück, das etwa 1.300 Kilometer nördlich von Stockholm liegt, und zerbrach. "Das Wiederherstellungsprogramm arbeitete nicht ordnungsgemäß, um eine weiche Landung sicherzustellen. Es muss verbessert werden, bevor das Shuttle wieder fliegen kann", sagte Projektleiter Michael Vierotak der Swedish Space Corporation. "Dies bedeutet auch eine Verschiebung ihres Experiments und eine Verschiebung bedeutet in der Regel auch extra Kosten", sagte Viertotak der Agentur Reuters. "Aber ich sehe keinen großen Rückschlag in dem Absturz." (ku - Quelle: ABC News / NASDA)
» NASA-Marssonde weiter in Wartestellung 03. Juli 2003 - In aller Frühe des kommenden Montags soll Opportunity endlich abheben können. Bis dahin hat die NASA noch mit technischen Querelen zu kämpfen. Langsam häufen sich die Hiobsbotschaften für die zweite US-Marssonde Opportunity. Der Start der Delta II-Rakete verzögert sich nach NASA-Angaben nun um einen weiteren Tag und soll frühestens am Montagmorgen um 4:43 Uhr MESZ stattfinden. Ein alternativer Starttermin ergibt sich wenige später um 5:26 Uhr MESZ. Hintergrund der dauernden Verschiebungen sind Zweifel an der Haltbarkeit der Isolation der ersten Stufe der Trägerrakete aus dem Hause Boeing. Diese besteht aus einem stabilen Korkband, welches sich bei mehreren der vergangenen Startversuche jedoch zum Teil löste. Die Vorsicht der NASA ist also kein Wunder, schließlich könnte ein Verlust der Isolation während des Lift-offs fatale Folgen haben und im schlimmsten Falle sogar einen Totalverlust bedeuten. Das Kork schützt die Tanks der ersten Stufe vor Hitzeeinwirkung beim Aufstieg. Dem nächsten Start stehen noch mehrere Tests im Wege. Zu allererst wollen die Boden-Mannschaften sicher gehen, dass die Reparatur des Korkbandes erfolgreich war und sich nicht beim Einfüllen von Flüssig-Sauerstoff in die erste Stufe auf Grund der niedrigen Temperatur wieder ablöst. Über das letztendliche "Go" zum Start wird dann am Samstagabend entschieden. Immerhin sehen die Wetteraussichten für den kommenden Montag im Gegensatz zu den letzten Tagen wieder positiver aus: die Chance auf akzeptables Wetter steht bei immerhin 70 Prozent. Nach all den Verschiebungen droht der Rover allerdings noch auf der Startrampe zu stranden, ohne dem Mars einen Meter entgegenzufliegen, denn am 15. Juni wird sich das Startfenster zum Roten Planeten definitiv schließen. Dann könnte Opportunity erst in vier Jahren ins All gebracht werden und sein baugleicher Bruder Spirit müsste allein zum Mars fliegen. Mars Exploration Rover A ist bereits seit dem 10. Juni im All und hat bisher rund 6 Millionen Kilometer zurücklegen können. Vorerst beschwichtigt die NASA noch. Treten keinen weiteren technischen Probleme auf, wird Opportunity am Montagmorgen mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit abheben können. Allerdings kam es auch bei vergangenen Startversuchen wiederholt zu nicht vorhersehbare Ereignissen: dazu zählen plötzlich aufwehende starke Winde, die drohende Verbreitung toxischer Gase über bewohntem Gebiet oder ein Boot in dem zum Startzeitpunkt gesperrten Seegebiet. Damit steht gleichzeitig die Trägerrakete Delta II unter einem schlechten Stern. Beim Start des zweiten Marsrovers soll nämlich erstmals eine verbesserte Variante, die so genannte Deta II Heavy, zum Einsatz kommen. Diese zeichnet sich durch größere und leistungsfähigere Feststoff-Booster in der ersten Stufe aus, welche Opportunity sicher auf seinen Kurs zum Mars bringen sollen. Hoffen wir, dass es noch dazu kommen wird. (fx - Quelle: NASA)
» Mars Express: Freud und Leid 02. Juli 2003 - Die Systeme der Raumsonde haben den Start gut überstanden, allerdings steht Mars Express wegen einer fehlerhaften Kabelverbindung nur etwa 70 Prozent der von den Solarzellen produzierten Energie zur Verfügung. Die so genannte Kommissionierungsphase, in der alle Instrumente und Systeme der Raumsonde überprüft worden sind, begann drei Wochen nach dem Start von Mars Express am 2. Juni und wird ihren Abschluss mit der Überprüfung des mitgeführten Mars-Landers Beagle 2 am 4. und 5. Juli finden. In den letzten Tagen sind alle wissenschaftlichen Instrumente an Bord des Orbiters eingeschaltet und überprüft worden. Erfreulicherweise hat die aus sechs Instrumenten bestehende Nutzlast den rauhen Startvorgang offensichtlich gut überstanden. Auch die in der letzten Woche gemeldete Anomalie eines Teils des Massenspeichers von Mars Express, der zur Zwischenspeicherung von wissenschaftlichen Daten und Aufnahmen vor dem Versand zur Erde dienen soll, trat bei weiteren Tests nicht mehr auf. Hierzu wurden im so genannten Solid State Mass Memory (SSMM) der Raumsonde Daten aller wissenschaftlichen Instrumente, die in den letzten Tagen getestet worden sind, kurzzeitig gespeichert und anschließend von der Bodenstation erfolgreich und ohne das erneute Auftreten von Fehlern abgerufen. Neben den wissenschaftlichen Instrumenten wurden ebenfalls verschiedene Systeme von Mars Express überprüft. Auch diese Tests sind größtenteils erfolgreich verlaufen, allerdings ist dabei ein Problem im Bereich des Energieversorgungssystems zutage getreten. Aufgrund einer fehlerhaften Verbindung zwischen den Solarpaneelen und dem Energieversorgungssystem kann nur 70 Prozent der von den Solarzellen erzeugten Energie genutzt werden. Während der Reise zum Mars und beim Eintritt in den Mars-Orbit ist diese Minderversorgung noch nicht von Belang. Das ändert sich allerdings, sobald die wissenschaftliche Phase der Mission beginnt, da sich ab diesem Moment durch die Aktivierung der wissenschaftlichen Messinstrumente und Kameras der Energiebedarf des Orbiters erhöht. Nach einer Analyse der Auswirkungen dieses Fehlers gehen die Missionsspezialisten ESA-Angaben zufolge allerdings davon aus, dass die wissenschaftliche Beobachtungsphase der Mars Express-Mission dennoch zum größten Teil wie vorgesehen durchgeführt werden kann. Allerdings wird es wahrscheinlich notwendig sein, für einzelne kurze Zeiträume den Einsatz der wissenschaftlichen Instrumente neu zu planen, um den Energiebedarf an die zur Verfügung stehende elektrische Leistung anzupassen. Am Ende dieser Woche wird es für das Team von Professor Pillinger aus Großbritannien noch einmal spannend, wenn der britische Mars-Lander Beagle 2 am 4. und 5. Juli zum ersten Mal nach dem Start während der System- und Instrumententests aktiviert wird. Erst dann wissen auch die Mitglieder des Beagle 2-Teams, ob der Lander die Belastungen des Starts gut verkraftet hat. "Insgesamt", so fasst Rudolf Schmidt, Projektleiter von Mars Express die Situation zusammen, "befindet sich die Raumsonde in einer guten Verfassung. Wir lernen einfach gerade ihre Persönlichkeit kennen." Dann kann man nur hoffen, um im Bild zu bleiben, dass Mars Express keine weiteren Marotten entwickelt. Besuchen Sie auch die Mars Express-Sonderseite von Raumfahrer.net. (ms - Quelle: ESA)
» Marsbild-Bibliothek in Wien 02. Juli 2003 - Mars Express, Europas erster Planetenspäher befindet sich seit dem 2. Juni auf dem Weg zum Roten Planeten. Alle bisherigen Aktivitäten auf dem Flug verliefen äußerst erfolgreich. In Wien bereitet man sich bereits auf die Ankunft der ESA-Raumsonde vor. An der Technischen Universität erfolgt der Aufbau eines globalen Bild- und Geländedatenarchivs des Planeten Mars. Ein mediales Mammutprojekt für Wissenschaft und Öffentlichkeit. Bislang lieferten amerikanische und russische Raumsonden Aufnahmen der Marsoberfläche. Auf ihrer Grundlage konnte der Rote Planet bereits frühzeitig komplett kleinmaßstäbig kartiert sowie mehrfach aktualisiert und durch großmaßstäbige Karten bestimmter Teilregionen ergänzt werden. Diese Karten, und seien sie noch so exakt erfasst, haben gegenüber irdischen Werken jedoch einen entscheidenden Nachteil. Es sind keine Vermessungsdokumente. Wie hoch oder wie tief ein ganz bestimmter Punkt auf dem Mars ist, kann diesen Karten nicht entnommen werden. Doch diese Daten sind für die Lösung aktueller Aufgaben von größter Relevanz und für eine zunehmende Zahl von Wissenschaftlern und Ingenieuren von wachsendem Interesse. Hierzu gehört auch die Suche geeigneter Landeplätze für die irdischen Hightech-Labore. Europas Pionier-Rolle Eine der dringlichsten Aufgaben ist daher die hochauflösende Kartierung der gesamten Marsoberfläche. Diese soll erstmalig von der ESA-Raumsonde Mars Express vorgenommen werden. Kernstück der Nutzlast und zugleich technisches Highlight bildet hierfür die vom DLR-Institut für Weltraumsensorik und Planetenerkundung in Berlin-Adlershof entwickelte und bei Astrium in Friedrichshafen gebaute hochauflösende High Resolution Stereo Camera (HRSC). Wenn Europas Marsspäher Ende Dezember 2003 in eine Umlaufbahn zwischen 250 und 11.560 Kilometer Höhe um den Roten Planeten einschwenkt, beginnt ein Foto-Shooting der besonderen Art: Die HRSC-Stereokamera wird dann Bilder der Marsoberfläche von bislang unerreichter Bodenauflösung zur Erde funken. Ziel ist die vollständige Vermessung und topographische Kartierung des Roten Planeten. Am Ende würden dann von etwa 150 Millionen Quadratkilometer Marsoberfläche exakte Messaufnahmen vorliegen. Doch wohin mit den Rohdaten? Diese müssen aufbereitet, archiviert und den Nutzern zugängig gemacht werden. Diese Aufgabe hat Wien übernommen. High-End-Software aus Wien Um den gewaltigen Datenbestand von mehreren Terabyte effizient verwalten und aufbereiten zu können, muss ein extrem leistungsfähiges Datenbanksystem entwickelt werden. Diese Aufgabe hat das österreichische Institut für Photogrammetrie und Fernerkundung (I.P.F.) der Technischen Universität Wien übernommen, das weltweit zu den führenden Einrichtungen auf diesem Gebiet gehört. Das I.P.F. arbeitet an einem speziellen Topographischen Mars-Informations-System TMIS (Topographic Mars Information System) zur Archivierung und Verbreitung der vom Roten Planeten übermittelten HRSC-Daten. Das System, das unter anderem einen Online-Zugriff auf den Datenpool ermöglichen soll, erfüllt eine zweifache Aufgabe: Zum einen soll es den projektbeteiligten Wissenschaftlern die benötigten Daten zur Verfügung stellen, zum anderen aber auch der Öffentlichkeit Bilder und Modelle der Marsoberfläche über das Internet zugängig machen. Vielseitiges System Über Zusatzmodule wird TMIS eine Vielzahl von Darstellungs- und Analysemöglichkeiten bieten. Das System kann aus den gespeicherten Bild- und Punktdaten der Stereo-Aufnahmen dreidimensionale Geländemodelle und Perspektivansichten von Gebieten auf dem Roten Planeten erzeugen. Da die Präzisionskamera an Bord des europäischen Orbiters den Mars flächendeckend erfasst, kann TIMS außerdem digitale 3-D-Darstellungen der gesamten Marsoberfläche generieren. Anhand des digitalen Geländemodells lassen sich dann weitere Produkte wie virtuelle Flüge, Regensimulationen usw. entwickeln. Regensimulationen sind beispielsweise für die geologische und hydrologische Untersuchung der Marsoberfläche besonders interessant. Durch Analysen dieser Art können Wasserläufe, abflusslose Gebiete oder Einzugsgebiete von Flüssen und damit bestimmte geologische Formationen genau ermittelt und in unterschiedlicher Form dargestellt werden. Das I.P.F. geht von einer Bilddatenmenge von rund fünf Terabyte aus. Die Anzahl der eingemessenen Oberflächenpunkte wird etwa vier Milliarden Einzelpunkte betragen. Das noch ausbaufähige System stellt den Grundstein einer gigantischen multimedialen Mars-Bibliothek dar. Wer zukünftig zum Mars reisen will, der wird wohl in seiner Flugplanung Wien einbeziehen müssen. (la - Quelle: TU Wien)
» Opportunity: Erneute Startverschiebung 01. Juli 2003 - Und wieder gibt es eine Startverschiebung für den zweiten Mars-Rover der NASA zu vermelden: Nun wird der kommende Montagmorgen als frühester Termin für einen neuen Startversuch anvisiert. Für die bereits nach dem erfolglosen Startversuch vom vergangenen Sonntag von der NASA angekündigten Arbeiten an einer Korkisolierung der Delta II-Trägerrakete steht dadurch mehr Zeit zur Verfügung. Damit soll den Reparaturteams ermöglicht werden, die immer noch unklare Ursache für die teilweise Lösung der Isolierung von der Außenhülle der ersten Raketenstufe herauszufinden, um das rund 60 Zentimeter breite Korkband für den nächsten Startversuch sicher befestigen zu können. Der früheste Termin für den nächsten Startversuch ist nun auf den kommenden Montag um 04:43 Uhr (MESZ) festgelegt worden. Obwohl der Starttermin mittlerweile in der zweiten Hälfte des so genannten "Startfensters" liegt besteht zur Zeit noch kein Anlass, sich ernsthaft um den Start von Opportunity Sorgen zu machen. Noch bis zum 15. Juli gibt es täglich zwei (allerdings keine Stunde auseinander liegende) mögliche Starttermine, so dass - wenn denn das Problem mit der leidigen Korkisolierung endlich gelöst sein sollte - der Start von Opportunity trotz des im Sommer in Florida offensichtlich häufig nicht idealen Wetters noch möglich sein sollte. Währenddessen fliegt der Zwillingsbruder des bisher glücklosen Mars-Rovers stetig und frei von größeren Problemen seinem Ziel entgegen. Mittlerweile hat sich Spirit mehr als fünf Millionen Kilometer von der Erde entfernt und strebt im kosmischen Gleichschritt mit Mars Express und dem japanischen Marathonläufer Nozomi dem Roten Planeten entgegen. Den aktuell von der NASA verkündeten Starttermin für Opportunity finden Sie jeweils auf der Startseite unseres Mars Exploration Rover-Specials. (ms - Quelle: NASA)
» Russland: Erfolgreicher Neunfachstart 30. Juni 2003 - Eine ehemalige Interkontinental-Rakete brachte heute gleich neun Mini-Satelliten auf einen Schlag ins All. Geholfen hat auch deutsche Technik. Eine russische Trägerrakete des Typs Rockot brachte heute gleich neun Satelliten auf einmal ins All. Der Lift-off erfolgte problemlos um 17:15 Uhr MESZ von russischen Weltraumbahnhof Plessetzk im Norden des Landes aus. An Bord befanden sich neben acht Kleinsatelliten auch ein Technologie-Demonstrator als neunte Nutzlast des Trägers. Die Hauptnutzlast besteht aus dem tschechischen Mimosa-Satelliten und dem kanadischen Projekt Most. Hinzu kommt eine Reihe so genannter Nano-Satelliten, darunter die japanischen Geräte Cubesat und Cute-1, der kanadische Can X-1, der dänische AAU sowie DTUSat und der amerikanische Satellit QuakeSat. Erstmals brachte der Rockot-Träger damit auch Nutzlasten in einen sonnensynchronen Orbit von 820 Kilometern. Ein russischer Massen-Frequenz-Simulator verblieb auf der Oberstufe vom Typ Breeze (russisch "Bris"). Selbige ist eine Gemeinschafts-Entwicklung des europäischen Aerospace-Konzerns EADS und dem russischen Raketenhersteller Chrunitschew, welche die Rockot als Joint-Venture namens Eurockot vermarkten. Bei der Rockot handelt es sich um eine wahrlich außergewöhnliche Trägerrakete: bekannt geworden als SL-19 und konzipiert als silogestützte Interkontinental-Rakete wurde sie in Folge des Start-2-Abkommens mit den USA ausgemustert. Ab 1989 wurde begonnen, die reichlichen Restbestände als leichte Trägerraketen umzurüsten und es entstand die Rokot. Vom militärischen Grundmodell unterscheidet sie sich lediglich durch eine größere Nutzlast-Verkleidung und die stärkere Oberstufe Breeze-K (später: Breeze KM). Gestartet wird sie aus Silos heraus, wie sich auf den russischen Kosmodromen noch immer reichlich vorhanden sind, doch auch normale Rampenstarts sind möglich. Seit 1995 steht sie internationalen Kunden zum Start kleiner und leichter Nutzlasten zur Verfügung. Die Vorteile liegen auf der Hand: genutzt wird vorhandene Technik, die lediglich minimaler Umrüstung bedarf. Die Fähigkeit, wie bei dem aktuellen Flug gleich mehrere Satelliten mit einem Mal ins All zu bringen, macht sie für den Markt der Weltraumstarts interessant. Die Flugkontrolle übernehmen übrigens noch immer die Raketentruppen Russland. Der heutige Start bewies vor allem die Leistungsfähigkeit und das Potential der Rockot in Kombination mit der Oberstufe Breeze-K, wie sie mittlerweile auch in Proton-Raketen zum Einsatz kommt. Die zweistufige Rakete soll im Oktober ihre neue Mission bestreiten. Für weitere Missionen verfügt Chrunitschew über mindestens zehn weitere Raketen des Typs Rockot. (fx - Quelle: eurockot.com)
» Starkes Europa in der Raumfahrt der Zukunft geplant 30. Juni 2003 - Eine viermonatige Konsultation über die Zukunft Europas in der Raumfahrt endete heute mit einer Schlußkonferenz in Paris, auf der die Versammelten eine erhebliche Verstärkung der europäischen Anstrengungen in der Weltraumforschung und einen erweiterten institutionellen Rahmen forderten. Claudie Haigneré, die französische Ministerin für Forschung und Neue Technologien, und Letizia Moratti, die italienische Ministerin für Bildung, Hochschulwesen und Wissenschaftliche Forschung, die ebenfalls an der Konferenz teilnahmen, schlugen konkrete Maßnahmen zur Verwirklichung der Ziele Europas in der Raumfahrt vor. Als vorrangig wurden auf der Konferenz auch eine bessere Koordinierung zwischen allen Sektoren auf EU- und internationaler Ebene, die Sicherung eines eigenständigen Zugangs Europas zum Weltraum und ein flexibles System zur Finanzierung der Programme bezeichnet. Die Teilnehmer unterstrichen die Notwendigkeit der Entwicklung von Weltraumtechnologien wie satellitengestützte Internetverbindungen und Sicherheitsanwendungen. Die Konferenz erarbeitete Beiträge für das angekündigte EU-Weißbuch über Weltraumpolitik, das die Europäische Kommission im Oktober 2003 veröffentlichen will. Eine breite Konsultation Andere prominente Teilnehmer der Konferenz waren der designierte Generaldirektor der ESA, Jean-Jacques Dordain, der sein Amt am 1. Juli 2003 antreten wird, der ehemalige schwedische Premierminister Carl Bildt und Ministerialdirigent Herbert Diehl vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung. Einige europäische Astronauten waren ebenfalls anwesend. Zu der Konferenz waren über 400 Vertreter aus der Politik, Wirtschaft, Forschung und Gesellschaft zusammengekommen. Sie bot Gelegenheit, aus den mehreren Tausend Beiträgen, die im Rahmen der Konsultation eingegangen waren, entscheidende Erkenntnisse zur Bestimmung der Handlungsprioritäten und zur Planung konkreter Maßnahmen zu gewinnen, die notwendig sind, um Europas Rolle in der Raumfahrt zu verstärken und die Nutzung des Weltraums im Dienste der europäischen Bürger soweit wie möglich zu fördern. Ein entsprechender Aktionsplan soll in einem Weißbuch der EU Ende 2003 veröffentlicht werden. Wirtschaftliche Bedeutung Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Raumfahrt dürfen nicht übersehen werden. Das amerikanische Verteidigungsministerium rechnet damit, daß bis zum Jahr 2010 die Zahl der die Erde umkreisenden Satelliten von heute 600 auf über 2000 anwachsen wird. Im selben Zeitraum dürften sich die amerikanischen Investitionen auf rund 500 Milliarden Dollar belaufen. In Europa wird geschätzt, daß im Jahr 2010 die Raumfahrtindustrie und die damit verbundenen Aktivitäten etwa 10 % des Bruttoinlandsprodukts ausmachen werden. Andererseits ist das Fördervolumen für raumfahrtrelevante Forschung und Entwicklung in Europa sechsmal niedriger als in den USA, wo die NASA und das Verteidigungsministerium den Großteil der Finanzmittel bereitstellen. Was befürworten die Raumfahrtakteure? Auf die Konsultation ging eine Vielfalt von Beiträgen aus ganz Europa ein. Im Rahmen einer offenen, transparenten und demokratischen Debatte zeichnete sich ein breiter Konsens über eine Reihe von Schlüsselaktionen ab; hierzu gehören: · Erweiterung des institutionellen Rahmens der Weltraumpolitik, gegebenenfalls durch Schaffung eines Rates der Raumfahrtminister; · Einsatz derselben Satellitensysteme sowohl für Zivil- als auch für Verteidigungs- und Sicherheitszwecke (Mehrzwecksysteme); · Schaffung eines institutionellen Marktes, der die Bedeutung der Raumfahrt zur Verwirklichung zivilpolitischer Ziele wie Kommunikation und Navigation anerkennt; · eigenständiger, verläßlicher und erschwinglicher Zugang zum Weltraum durch das Programm für den Garantierten Zugang Europas zum Weltraum (EGAS); · Notwendigkeit einer Europäischen Sicherheits- und Verteidigungsagentur; · verbesserte Laufbahnaussichten und Fort- und Weiterbildung für in Weltraumforschung und -technik Beschäftigte; · Verdoppelung der Fördermittel für die europäische Forschung; · Abstimmung der Datenerfassung und -verarbeitung auf europäischer Ebene und Hilfestellung der Kommission für ein leistungsfähiges Datenverarbeitungssystem für Klimavorhersagen und die Überwachung globaler Veränderungen; · Ausgestaltung der Internationalen Raumstation als Stützpunkt für Schwerelosigkeitsforschung; · weitere Unterstützung für das Aurora-Programm der ESA, das in den nächsten 30 Jahren unter anderem eine bemannte Mission zum Mars anvisiert; · Entwicklung weltraumtechnischer Anwendungen zur Förderung des technologischen und wissenschaftlichen Fortschritts und der Sicherheit der Bürger; · Einführung eines Programms für nahtlose Breitbandkommunikation für jedermann in Europa und · Unterstützung des Erweiterungsprozesses und der europäischen Integration durch Satellitentechnologien und gemeinsame politische Ziele. (dp - Quelle: ESA)
» Gestörte Datenübertragung von SOHO 29. Juni 2003 - Seit letztem Donnerstag um 03:50 Uhr (MESZ) ist die Übertragung wissenschaftlicher Beobachtungsdaten von SOHO zur Erde bis voraussichtlich Mitte Juli wegen eines defekten Stellmotors der Hauptantenne unterbrochen. Ursache dafür ist eine Fehlfunktion im Ausrichtmechanismus der SOHO-Hochgewinnantenne, die die Flut wissenschaftlicher Beobachtungsdaten des Sonnenobservatoriums zur Erde überträgt (Raumfahrer.net berichtete). Das aufgetretene Problem gefährdet nicht die Betriebssicherheit von SOHO. Seine Rundstrahl-Niedriggewinnantenne, die nicht in eine bestimmte Richtung ausgerichtet zu werden braucht, wird zur Steuerung von SOHO und zur Überwachung von Betriebszustand und –sicherheit der Bordinstrumente und des Gesamtsystems eingesetzt. Die Anomalie in der Ausrichtung der Hochgewinnantenne wurde vor kurzem entdeckt, als die Ingenieure eine Diskrepanz zwischen der per Steuerbefehl eingegebenen und der gemessenen Antennenposition feststellten. Normalerweise muss sich die Antenne entlang zweier Achsen – senkrecht und waagrecht – bewegen können. Die waagrechte Bewegung fand aber nicht mehr ordnungsgemäß statt. Das Problem ist wahrscheinlich auf eine Fehlfunktion im Stellmotor bzw. –Getriebe der Antenne zurückzuführen. SOHO kreist in 1,5 Millionen Kilometer Entfernung von der Erde langsam um den ersten Lagrange-Punkt, wo die kombinierte Anziehungskraft der Erde und der Sonne SOHO auf einer an die Verbindungslinie zwischen Erde und Sonne gebundene Umlaufbahn hält. Um die wissenschaftlichen Daten von SOHO zur Erde übertragen zu können, muss seine Hochgewinnantenne so gedreht werden, dass die Erde beim Umlauf um die Sonne stets in ihrem Blickfeld bleibt. Falls das festgestellte Problem nicht gelöst werden kann, wird die Erde wie jetzt zum ersten Mal in regelmäßigen Abständen wieder aus der Strahlungskeule der Hochgewinnantenne austreten, so dass alle drei Monate mit ähnlichen Unterbrechungen in der Datenübertragung zu rechnen wäre. Die Ingenieure der ESA und der NASA untersuchen gegenwärtig mehrere Möglichkeiten, um die Störung zu beheben oder aber den Verlust an wissenschaftlichen Daten auf ein Mindestmaß zu beschränken. Weitere Informationen über SOHO: SOHO ist ein internationales Gemeinschaftsvorhaben der ESA und der NASA, das auf die Erforschung der Sonne – von ihrem Kern bis zur äußeren Korona – und des Sonnenwinds gerichtet ist. Das Observatorium wurde im Dezember 1995 mit einer amerikanischen Rakete des Typs Atlas IIAS/Centaur gestartet. SOHO bewegt sich um die Sonne im gleichen Rhythmus wie die Erde; dabei kreist es langsam um den ersten Lagrange-Punkt (L1), wo die kombinierte Anziehungskraft der Erde und der Sonne SOHO auf einer Bahn hält, deren Mittelpunkt auf der Verbindungslinie Erde-Sonne liegt. L1 befindet sich etwa 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt (rund viermal mehr als der Mond) in Richtung zur Sonne. Von dort aus hat SOHO einen ungehinderten Blick auf unser Tagesgestirn. Neben seiner Aufgabe als Sonnenobservatorium ist SOHO zum erfolgreichsten Kometenjäger in der Geschichte der Astronomie geworden: Bis Mai dieses Jahres hat es bereits über 620 Schweifsterne aufgespürt, die nun seinen Namen tragen. Die leicht zugänglichen, Aufsehen erregenden Daten von SOHO und die Ergebnisse seiner Grundlagenforschung begeistern die Fachwissenschaft und sind auch in der breiten Öffentlichkeit auf starkes Interesse gestoßen. (dp - Quelle: ESA/GSFC)
» Zweiter Marsrover im Unglück: erneute Verschiebung 29. Juni 2003 - Schlechtes Wetter und technische Probleme gefährden den sicheren Start des zweiten US-Marsrovers und sorgen für Stirnrunzeln bei der NASA. Er soll nun am 3. Juli um 05:17 Uhr (MESZ) stattfinden. Auf die diesen Morgen gestoppten zwei Startversuche folgt nun eine erneute Verschiebung des Lift-offs des zweiten NASA-Marsrovers. Grund dafür ist die Korkisolation der ersten Stufe der Delta II-Trägerrakete, die sich erneut auf etwa zehn Prozent der Fläche von der Rakete gelöst hat. Jene Schutzschicht - ein rund 60 cm breites und 6 mm dickes Korkband, das oberhalb der Feststoffbooster um die Außenseite der ersten Raketenstufe geklebt ist - machte den Techniker-Teams vor Ort schon vor einigen Tagen sorgen, da es sich teilweise von der Rakete gelöst hatte, worauf hin der Start des auf den Namen Opportunity getauften Marsrovers vorverlegt wurde. Der Termin stand für den heutigen Sonntagmorgen an. Doch der erste Versuch um 05:56 Uhr (MESZ) musste abgebrochen werden. Zwar stimmten die Wetterbedingungen am Cape Canaveral. Doch ein ungünstig wehender Wind drohte, die toxischen Abgase der Trägerrakete über bewohntes Gebiet zu blasen. Hinzu kam es kleines Boot, welches sich unerlaubt im gesperrten Seeraum vor der Küste Floridas befand. Um keine Risiken einzugehen, sollte die zweite Startmöglichkeit um 06:36 Uhr (MESZ) wahrgenommen werden. Diesmal gab die Missionskontrolle zwar ihr "Go", doch unmittelbar vor dem Start setzte ein starker Wind als Vorbote einer Schlechtwetterfront rund ums Kennedy Space Center ein. Nun musste der eigentlich für Montagmorgen (MESZ) angesetzte nächste Startversuch erneut verschoben werden, da sich die bereits erwähnte Korkisolierung nach dem heutigen Startversuch NASA-Angaben zufolge auf rund zehn Prozent der Fläche wieder gelöst hat. Diese Isolationsschicht hat die Aufgabe, die Trägerrakete beim Aufstieg durch die Erdatmosphäre vor zu starker Erhitzung aufgrund der hohen Geschwindigkeit zu bewahren. Die dauernden Verzögerungen zehren immer mehr an den Nerven. Bereits die Vorbereitungs-Phase des ersten Marsrovers, Spirit genannt, musste zwei Mal um jeweils 24 Stunden auf Grund negativer Wetterprognosen verschoben werden. Die NASA-Ingenieure hofften, damit das Schlimmste ausgestanden zu haben und den zweiten Lift-off schnell und sicher hinter sich zu bringen. Doch weit gefehlt: nun gibt es auch technische Probleme an der Delta II-Rakete aus dem Hause Boeing. Beim Start von Opportunity soll zum ersten Mal eine Delta II Heavy zum Einsatz kommen, welche sich im Vergleich zum Basismodell durch größere und leistungsstärkere Booster auszeichnet. Um keine Risiken einzugehen lässt man bei den Vorbereitungen besondere Vorsicht walten und möchte nicht riskieren, die Rakete und damit die Sonde durch widrige Wetterbedingungen oder ein unvollständiges Check-up zu verlieren. Derzeit liegt die NASA mit ihren Verschiebungen noch im Zeitplan und das Startfenster zum Roten Planeten bleibt noch bis zum 12. Juli geöffnet. Wird Opportunity bis dann allerdings nicht zu seinem baugleichen Zwilling Spirit gestoßen sein, gibt es ernste Probleme. Doch daran mag man vorerst noch nicht denken. (fx - Quelle: NASA/spaceflightnow.com)
» Opportunity-Start verschoben 29. Juni 2003 - Der Wettergott meint es wohl nicht gut mit der NASA: Nachdem sich die Wetter-Aussichten am Vortag recht positiv gestalteten, wurde der Start der zweiten Marssonde nun gestoppt. Die NASA hatte heute Morgen gleich mit einer ganzen Hand voll Problemen zu kämpfen, welche letztendlich dazu führten, dass der für 05:56 Uhr (MESZ) anberaumte Start des zweiten US-Marsrovers Opportunity abgesagt wurde. Grund war ein ungünstiger Wind, welcher die toxischen Abgase beim Lift-off womöglich auf bewohntes Gebiet geweht hätte. Außerdem befand sich zu jenem Zeitpunkt ein Boot in der "red area", also dem während des Starts gesperrten Seeraum. Nachdem der erste Starttermin gecancelt wurde fieberte alles dem zweiten angesetzten Termin entgegen: um 06:36 Uhr (MESZ) sollte Opportunity eine zweite Chance erhalten. Doch auch diesmal scheiterten die Bemühungen und das Hoffen der Startmannschaften. Ein starker Wind kam auf, nach dem das Wetter-Team bereits sein "Go" gegeben hatte. Damit wurde auch die zweite Startmöglichkeit für diesen Tag quasi in letzter Minute verpasst. Der nächste Starttermin ist angesetzt für den frühen Montagmorgen um 05:46 Uhr (MESZ). Wird es auch hier nichts aus dem Lift-off der Delta II-Trägerrakete, so ergibt sich um 06:28 Uhr (MESZ) eine weitere Chance. Weitere Verschiebungen würden jeweils im 24-Stunden-Takt geschehen. Noch sind die Verschiebungen kein Grund zur Sorge, das Startfenster zum Mars bleibt noch bis zum 12. Juli geöffnet. Beim Start von Opportunity kommt zum ersten Mal eine Delta II Heavy zum Einsatz, die sich gegenüber den bisher gestarteten Delta II-Trägerraketen durch größere und leistungsstärkere Feststoffbooster auszeichnet. Mehr über die Mission von Opportunity können Sie auf den Seiten unseres Mars Exploration Rover-Special erfahren. (fx - Quelle: eig. Ber.)
» Flugzeug der NASA abgestürzt 27. Juni 2003 - Ein Solarflugzeug der NASA ist in der Nacht zu Freitag vor Hawaii abgestürzt. Das 15 Millionen Dollar teure Solarflugzeug Helios der NASA ist in der Nacht zu Freitag vor Hawaii 29 Minuten nach dem Start abgestürzt. Personen kamen dabei nicht zu schaden. Die Ursache des Unglücks ist noch nicht bekannt. Das ferngesteuerte Flugzeug der NASA mit einer Flügelspannweite von 74 Metern machte schon vor zwei Jahren Schlagzeilen, als es eine Höhe von 29.000 Meter erreichte, dreimal höher als normale kommerzielle Jets erreichen. Das Ziel des Prototyps war es, die obere Atmosphäre der Erde für eine längere Zeit zu erforschen. Bei dem tragischen Testflug sollten die Brennstoffzellen an Bord getestet werden, die das Flugzeug bei Nacht mit der nötigen Energie versorgen. Im Anschluß an diesem Test sollte ein weiterer Test erfolgen, indem das Solarflugzeug Helios zwei Tage ununterbrochen fliegen sollte. Die NASA hat eine Untersuchungskommission gebildet und wird dabei von der US-Marine unterstützt, um die genaue Ursache des Unglücks festzustellen. Raumfahrer.net wird Sie über den weiteren Verlauf der Untersuchungen auf dem Laufenden halten. (la - Quelle: NASA)
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HotSpot: Tollkühne Männer in ihren fliegenden Kisten
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von Gero Schmidt | |
Als der X-Prize vor gut sieben Jahren ins Leben gerufen wurde, gab es nicht wenige, die die ganze Sache als unrealistisch abtaten oder gar als lebensgefährliche Spinnerei kritisierten. Das hat sich in letzter Zeit geändert, insbesondere seit der Enthüllung des SpaceShipOne durch den weltbekannten Flugzeugbauer Burt Rutan. Immer häufiger wird nun auch in den Massenmedien über den Wettbewerb berichtet und mit etwas Glück wird es noch in diesem Jahr einen Gewinner geben.
Die Regeln sind einfach: Wer als erster drei Personen in einem ausschließlich mit privaten Mitteln finanzierten Raumschiff auf eine Höhe von 100 Kilometern und anschließend wieder sicher zurück zur Erde bringt und das Ganze innerhalb von 14 Tagen wiederholt, gewinnt 10.000.000 Millionen Dollar in bar, den besagten X-Prize.
Der X-Prize-Gründer, Peter Diamandis, hatte die Idee für diesen Wettbewerb Mitte der Neunziger Jahre, als er sich mit der Frühgeschichte der Luftfahrt beschäftigte. Er erkannte die große Rolle, die diverse Luftfahrt-Preise in dieser Zeit für die Entwicklung immer leistungsfähigerer Flugzeugtypen gespielt hatten, und ihm kam der Gedanke, dass sich dieses Modell auch auf die Raumfahrtindustrie übertragen ließe, um diese so aus ihrer Jahrzehnte dauernden Stagnation zu befreien. 1996 war es soweit: Der X-Prize wurde auf einer Feier in St. Louis, an der unter anderem auch der ehemalige NASA-Chef Dan Goldin teilnahm, ins Leben gerufen.
Die zehn Millionen Dollar Preisgeld hatte man zu diesem Zeitpunkt noch lange nicht zusammen; im Laufe der Jahre kam man durch die Unterstützung von Firmen und privaten Geldgebern dem angestrebten Ziel zwar immer näher, doch erst 2002 gelang es, durch eine Art Wette, die volle Summe zu erreichen: Man schloss eine Versicherung ab, die die Versicherungsfirma verpflichtet, den noch fehlende Betrag auszuzahlen, sobald ein Team als Gewinner feststeht. Die Abmachung hat allerdings einen Haken: Sollte es bis zum ersten Januar 2005 immer noch keinen Gewinner geben, so müsste die X-Prize-Organisation ihr gesamtes bisher gesammeltes Preisgeld an die Versicherung zahlen. Ein gewisses Risiko ist also gegeben, doch im Moment sieht alles danach aus, als wenn die Deadline ohne Probleme eingehalten oder sogar noch weit unterboten werden könnte.
Seit 1996 haben sich über 20 Teams aus sieben Ländern für die Teilnahme am X-Prize registriert, darunter sind allerdings bisher nur wenige, die über das Stadium theoretischer Studien und Ideen hinausgekommen sind und angefangen haben, Prototypen zu bauen, Treibwerke zu testen usw.
Von den meisten Experten (und wohl auch von den meisten Laien, die den Fortgang des Wettbewerbs verfolgen) wird zur Zeit Burt Rutan mit seiner kleinen aber sehr rennomierten Firma Scaled Composites als führender Anwärter auf den Sieg gesehen. Seit er im April sein SpaceShipOne der Öffentlichkeit vorstellte, das er die vergangenen zwei Jahre im geheimen mit seinem Team entwickelt hatte, hat sich das Tempo des Wettbewerbs und der Konkurrenzdruck unter den teilnehmenden Teams deutlich erhöht.
Rutan dicht auf den Fersen sind zwei kanadische Teams, Canadian Arrow und da Vinci Project, eine Gruppe aus England, Starchaser Industries, sowie Armadillo Aerospace, eine Gruppe aus Texas unter der Führung von John Carmack, der vor allem durch seine Computerspiele Doom und Quake bekannt (und reich) wurde. Jede dieser Firmen verfolgt ein anderes Designkonzept. Während Rutan sein von einem Hybridraketenmotor getriebenes SpaceShipOne in 15.000 Metern Höhe von einem Trägerflugzeug namens White Knight aus starten lässt, setzen die Bastler von Canadian Arrow auf althergebrachte Technik: Sie verwenden eine modernisierte Version der im zweiten Weltkrieg entwickelten deutschen V2, deren zwei Stufen an Fallschirmen im Wasser niedergehen und wiederverwendbar sein sollen. Ihre Landsleute vom da Vinci Project dagegen lassen ihr Vehikel erst von einem Ballon auf große Höhe schleppen, bevor sie in den Weltraum starten. An Hand des Vergleichs von Armadillo und Starchaser schließlich lassen sich sehr schön die unterschiedlichen Designphilosophien verdeutlichen. Während das Vehikel von John Carmack, der Black Armadillo, einstufig ist, hat der Thunderbird seiner Konkurrenten vom Inselreich nicht nur zwei Stufen sondern dazu auch noch vier Boosterraketen. Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht? Da ist es nicht verwunderlich, dass Starchaser, obwohl ein Teilnehmer der ersten Stunde, mit einem angepeilten Starttermin im Oktober 2004 mittlerweile etwas abgeschlagen dasteht: Armadillo plant den Erstflug wie auch da Vinci für Anfang 2004, während sowohl Canadian Arrow als auch Scaled Composites einen Flug, der die X-Prize Kriterien erfüllt, für Ende 2003 nicht ausschließen. Es wird also spannend und natürlich besteht auch noch die Möglichkeit, dass im letzten Moment ein bisher gänzlich unbekanntes Team auftaucht, und den favorisierten Gruppen den Preis vor der Nase wegschnappt.
Außer den genannten Teams, die im Moment die besten Chancen auf den Sieg zu haben scheinen, gibt es noch viele andere, wie XCOR oder Bristol Spaceplanes, deren Designs sehr vielversprechend sind, die jedoch noch nicht die benötigte finanzielle Unterstützung gefunden haben, um ihre Pläne auch in die Tat umsetzten zu können (XCOR hat immerhin ein kleines Raketeflugzeug getestet und damit eine Menge praktischer Erfahrungen gesammelt, was beim Bau des geplanten Nachfolgers noch hilfreich sein dürfte).
Die Entwicklungskosten sind auch eine interessantes Kriterium an Hand dessen man die unterschiedlichen Teams vergleichen kann. Während Burt Rutan für die Entwicklung seiner White Knight/SpaceShipOne-Kombination schätzungsweise 20-30 Million Dollar benötigt (das Geld stammt von einem privaten Geldgeber, dessen Identität noch geheimgehalten wird; es wird jedoch vermutet, dass es sich dabei um Microsoft-Mitbegründer Paul Allen handeln könnte), begnügen sich Canadian Arrow und da Vinci mit jeweils fünf Millionen Dollar und John Carmack ist mit gerade mal 500.000 Dollar sogar noch genügsamer.
Wer auch immer den X-Prize gewinnt, wird in die Geschichte eingehen. Es wird das erste mal sein, dass mit ausschließlich privaten Mitteln ein bemannter Raumflug unternommen wurde. Gut möglich, dass dies in der Folgezeit zu einem regelrechten Boom in der Weltraumbranche führen wird. Ähnliche Hoffnungen gab es Ende der Neunziger Jahre schon einmal, auf der Höhe des Internet- und Telekommunikationsbooms, als Viele das große Geschäft mit wiederverwendbaren Trägern für den Transport von Kommunikationssatelliten witterten. Doch die führenden Firmen in diesem Bereich (Globalstar, Iridium) ereilte in schneller Folge der Bankrott und damit zerschlugen sich auch die Hoffnungen auf große private Investitionen in die Entwicklung neuer Trägersysteme.
Doch vielleicht läuft diesmal, mit dem Weltraumtourismus als Aufhänger, alles besser, denn die Menschen werden sich wohl immer wünschen, zu erschwinglichen Preisen selbst ins All zu fliegen, d.h. hier wird es eine stabile oder sogar steigende Nachfrage geben, während der Markt für Satelliten irgendwann gesättigt oder bestenfalls zyklisch ist, also wenig Wachstumspotential hat.
Durch den hohen Konkurrenzdruck zwischen den Firmen, die diesen neuen Markt für sich erobern wollen, wird hier die Entwicklung sicherlich weitaus schneller voranschreiten als das im Rahmen staatlicher Raumfahrtprogramme möglich wäre, die an chronischem Geldmangel leiden und an der eigenen Bürokratie zu ersticken drohen. Vielleicht wird sich die Geschichte der Raumfahrt im 21. Jahrhundert also ganz anders -und spektakulärer- darstellen, als sich das die Chefplaner bei den staatlichen Raumfahrtbehörden heute vorstellen, es wäre sicherlich wünschenswert.
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Special: Lego Astrobots auf dem Weg zum Mars
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von Alexander Lange | |
Wir danken Alexander Lange (Mitglied der Planetary Society) für diesen Artikel.
Die Planetary Society arbeitet mit dem Spielzeughersteller Lego und der NASA zusammen, um Schülern aus aller Welt die Raumfahrt näher zu bringen. Ein laufendes Projekt ist "Red Rover goes to Mars". Bereits 2001 bekam ein Schülerteam die Chance, die Kamera an Bord der Sonde Mars Global Surveyor zu steuern. Bei einer neuen Ausschreibung konnten sich Schüler bewerben, um 2004 bei wissenschaftlichen Experimenten mit den Mars Exploration Rovern "Spirit" und "Opportunity" dabei zu sein.
Jeder der beiden Mars Exploration Rover enthält auf dem Landeteil eine speziell angefertigte DVD-ROM, die über vier Millionen Namen von Weltraumenthusiasten der Planetary Society trägt. Es handelt sich um keine gewöhnliche DVD, denn die Scheibe muss den extremen Temperaturen und der Strahlung im Weltraum widerstehen. Das speziell angefertigte Material kann über 500 Jahre überstehen. Die DVD ist als Zeitkapsel gedacht. Sollten in wenigen Jahrzehnten die ersten Kolonisten auf dem Mars siedeln, finden sie vielleicht die Überreste der frühen Marssonden und können dann auf der DVD nachsehen, wer die Mission damals unterstützt hat.
Zwei ungewöhnliche Astronauten sind ebenfalls mit an Bord. Der Lego-Astrobot Biff Starling fliegt mit der Sonde Spirit zum roten Planeten. Seine Kollegin Sandy Moondust muss sich etwas gedulden und startet später mit der Sonde Opportunity. Auf der Webseite des Red Rover-Projekts kann man die virtuellen Tagebücher der beiden kleinen Figuren lesen. Die Geschichten sind sehr unterhaltsam und nicht nur Kinder können dort viel über die Raumfahrtmissionen lernen!
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Space Focus: Nukleosynthese im Urknall
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von Tilman Kaiser | |
oder: Entwicklung der Strahlungsdichte
Bis in die 50er Jahre des letzten Jahrhunderts wurde die Kosmologie
noch weitgehend als mathematisches Spiel mit möglichen Modellen des Universums verstanden. Dabei war die Schönheit eines mathematischen Modells vielleicht
wichtiger als die Frage, ob eines dieser Modelle tatsächlich eine mathematische Beschreibung unseres Universums sein könnte.
Es gab in den 1950ern im wesentlichen zwei konträre Vorstellungen.
Eine Gruppe um den englischen Astrophysiker Fred Hoyle lehnte die Entstehung des Universums durch einen eruptiven Anfangsprozess ab und befürwortete die
sogenannte "Steady State"-Theorie eines gemäßigt expandierenden Kosmos, in dem sich die Enstehung aller Elemente in den Sternen vollziehen konnte.
George Gamow war der Protagonist unter den Physikern, die ein "Big Bang"-Modell
bevorzugten, bei dem immerhin 99 % der Materie im Universum, nämlich Wasserstoff und Helium, in einem heftigen "Urknall" entstehen konnten.
Das fehlende Prozent Materie bei Gamows Nukleosynthese wurde jedoch damals von vielen Astrophysikern als eine ästhetische Schwäche empfunden.
Eben jener eruptive Vorgang der raschen Ausdehnung, den Hoyle ablehnte, war dafür verantwortlich, dass die Zeit, in der sich das Universum noch in einem sehr heißen und dichten Zustand befindet, nicht ausreicht, um den 1 %-igen Anteil schwererer Elemente herzustellen.
Die "Steady Stater" hingegen hatten das ästhetische Argument auf ihrer Seite,
dass alle Elemente in "ihrem" Universum in den Sternen erzeugt werden können, was den Urknall aus der Sicht der Nukleosynthese überflüssig machte. Den "Big-Bangern" fehlte in den 50ern noch eine empirische Untermauerung ihrer Urknalltheorie.
Voraussetzung für die Erzeugung von Helium im Urknall ist zum einen eine sehr hohe Temperatur und zum anderen eine sehr hohe Materiedichte der Neutronen im Anfangszustand. Ist die "Neutronensuppe" nicht heiß genug, so wird sich bei einem schnellen Expansionsprozess hauptsächlich Helium bilden. Nur bei einem heißen Urknall werden
lediglich ein Drittel der Materie in Helium umgewandelt und der Rest bleibt als Wasserstoff erhalten und wird erst später in den Sternen weiterverarbeitet.
Mit der hohen Strahlungsdichte im heißen Anfangsstadium des Universums kann erklärt werden, dass nicht aller Wasserstoff in Helium umgewandelt wird. Die jungen theoretischen Physiker um George Gamow, Alpher und Herman, berechneten diese Strahlungsdichte für den Fall, dass genau ein Drittel der Materie in Helium umgewandelt wird.
Sowohl elektromagnetische Strahlung als auch Materie sind eine Form der Energie. Die Rechnung von Alpher und Herman ergab, dass die Energiedichte der Strahlung im heißen Urknall 10^9 mal größer als die Energiedichte der Materie sein müsste, um einen Anteil von rund einem Drittel Helium zu bekommen. Sie stellten auch fest, dass die Energiedichte der Strahlung mit dem expandierenden Universum abnehmen und irgendwann geringer sein würde als die Energiedichte der Materie. Heutige Abschätzungen gehen davon aus, dass die Energiedichte in Form von Materie erst dominiert, wenn die Temperatur des Universums wesentlich kleiner als 3000 Kelvin ist.
Alpher und Herman extrapolierten den Rückgang der Strahlungsdichte unter der Annahme eines nach dem Friedmann-Modell expandierenden Universums und konnten damit 1949 in einer Veröffentlichung die Temperatur der heutigen Hintergrundsstrahlung mit einer Größenordnung von 5 Kelvin abschätzen ("This mean temperature for the universe is to be interpreted as the background temperature which would result from the universal expansion alone. However, the thermal energy resulting from the nuclear energy production in stars would increase this value" vgl. 3).
Es ist erstaunlich, dass es in den 50ern kein Forschungsprogramm in der Radioastronomie gab, um die 5 K-Strahlung zu messen, obwohl die Radioastronomie in dieser Zeit große Fortschritte machte. Dies lag sicherlich auch daran, dass die mathematischen Spielchen der Kosmologen von beobachtenden Astrophysikern in dieser Zeit nicht wirklich ernst genommen wurden.
Literatur
- J. Gribbin: "In Search of the Big Bang", Penguin Books 1998
- J. W. Rohlf: "Modern Physics from alpha to Z" Brookline, Massachusetts 1994
- R.A. Alpher & R.C. Herman: "Remarks on the Evolution of the Expanding Universe", Phys. Rev. 75, 1089-1095, 1. April 1949
- The Physical Review
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ISS Weekly Report: Edward Lu feiert 40. Geburtstag
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von Michael Schumacher | |
Die siebte Stammbesatzung, bestehend aus Kommandant Juri Malentschenko und National Aeronautics and Space Administration (NASA) International Space Station (ISS) Science Officer (SO) Edward Lu, begann ihren dritten Monat in der Erdumlaufbahn, der diese Woche einen persönlichen Höhepunkt und die Weiterführung wissenschaftlicher Experimente beinhaltete.
Lu, der Honolulu, Hawaii als eine seiner Heimatstädte betrachtet, feierte am Dienstag, dem 1. Juli 2003 seinen 40. Geburtstag an Bord der Raumstation, der in Hawaii durch das Feiern des Edward Lu Tages gekennzeichnet war. Die Gouverneurin von Hawaii, Linda Lingle las Lu am Montag, dem 30. Juni 2003 eine öffentliche Bekanntgabe der Feier vor. Der Geburtstag von Lu war auch durch das Feiern eines Aloha Tages im Mission Control Center (MCC) und überall in der NASA gekennzeichnet, indem die Mitglieder der Bodenmannschaft hawaiische Gewänder und Hemden ähnlich denen, die Lu häufig in der Erdumlaufbahn getragen hat, anzogen. Der Administrator der NASA, Sean O'Keefe nahm mit einem Anruf an der Feier teil, um Lu anlässlich seines Geburtstages zu gratulieren.
Lu arbeitete diese Woche mit dem Experiment Investigating the Structure of Paramagnetic Aggregates from Colloidal Emulsions (INSPACE) in der Microgravity Science Glovebox (MSG) im amerikanischen Laboratory Module Destiny. Er führte fast täglich weitere Durchläufe mit dem Experiment INSPACE durch, das das Verhalten von magnetischen Partikeln in einer Flüssigkeit untersucht, wenn diese einem pulsierenden Magnetfeld ausgesetzt sind.
Andere Tätigkeiten während der Woche beinhalteten routinemäßige Inspektionen zur Wartung der russischen Systeme, Fenster und des Kopplungskegels des Docking Compartment (DC) 1 Pirs. Die siebte Stammbesatzung lies ihre Tätigkeiten am Montag, dem 30. Juni 2003 einige Zeit ruhen, um Fragen von Pädagogen zu beantworten, die sich in Seattle, Washington versammelt hatten, um das Explorer Schools Program der NASA zu starten. Dieses Programm umfasst Gruppen aus Pädagogen von 50 Schulen, die mit der NASA daran arbeiten werden, den Reiz der Weltraumerforschung und -wissenschaft in die Schulklassen zu bringen. Freitag, der 4. Juli 2003 war Feiertag für die siebte Stammbesatzung. Wenige Tätigkeiten zusammen mit Freizeit dazwischen sind ebenfalls für Samstag, dem 5. und Sonntag, dem 6. Juli 2003 vorgesehen.
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Surftipp: Spaceclub
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von Sabine Rossburg | |
Der Spaceclub ist seit dem 8. September 2002, dem Tag der Raumfahrt, ein
deutsches Portal für Weltraumbegeisterte jeden Alters.
Auf den aktuell rund 800 einzelnen Seiten , findet sich eine umfangreiche Sammlung relevanter Themengebiete der Raumfahrt. Mehr Infos unter: Spaceclub.de.
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InDetail: Protuberanzen
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von Mark Weimar | |
Protuberanzen sind Gasausstöße, die aufgrund einer Anomalie der Rotation der Sonne zu Stande kommen.
Diese Anomalie beruht darauf, dass der Äquator sich schneller dreht als die Sonnenpole. Dadurch werden die Magnetfeldlinien am Äquator in Drehrichtung verzwirbelt. Später reißen die Knoten auf und Plasma wird entlang der aufgerissenen Linien hoch geschleudert.
Protuberanzen sind nicht mit normalen Sonnenfiltern zu beobachten, da sie in einem unsichtbaren Spektrum leuchten.
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"In Space" Magazin #084 ISSN 1684-7407
Erscheinungsdatum:
05. Juli 2003
Auflage: 1161 Exemplare
Chefredaktion:
Karl Urban
Herausgeber:
TrekZone e.V.
Redaktionsleitung:
David Langkamp
Redaktion:
Birger Böning
Sven Flock
Jan Großmann
Britta Hermes
Tilman Kaiser
Raphael Kallensee
Andreas Kopp
Clemens Mach
Sebastian Mateja
Dominik Mayer
Thomas Pallmann
Dominik Puckert
Sabine Rossburg
Gero Schmidt
Michael Schumacher
Michael Stein
Mark Weimar
Lorenz Zistler
Freie Mitarbeiter:
Lutz Growalt
Felix Korsch - MannedSpaceflight.de
Meik Lampmann - Space-Weltraum.de
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