| InSpace Magazin #086 vom 19. Juli 2003
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Das Email-Magazin von Raumfahrer.net.
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"In Space" Magazin
Ausgabe #086
ISSN 1684-7407
> Updates:
Updates / Umfrage
> News:
Nachrichten der Woche
> HotSpot: Planet vom Anfang der Zeit
> ISS Weekly Report: Vorbereitungen auf neues Experiment abgeschlossen
> Surftipp: Surftipp: Reporterbande.de
> Impressum:
Disclaimer & Kontakt
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Verehrte Leserinnen und Leser,
irgendwie möchte mir heute kein Thema einfallen, das ich Ihnen im Intro des
heutigen InSpace Magazins erörtern könnte. Dieser Umstand könnte auch mit dem
allgemein gegenwärtigen Sommerloch zusammenhängen, dass auch vor Raumfahrt und
Astronomie nicht halt macht. Außerdem sitze ich momentan in einem Raum, der trotz
der späten Stunde und einem weit geöffneten Fenster eine Temperatur von nahe 30°C
hat.
Was wäre bei diesem Wetter passender, als sich an den Strand oder eine grüne Wiese
zu liegen und das Leben zu genießen? Aber wie können Sie dann das InSpace Magazin
lesen? Nun, sollten Sie im Besitz eines Palms sein, haben wir da einen Vorschlag:
Seit zwei Wochen stellen wir Ihnen das InSpace Magazin auch im Palm
Reader Format zur Verfügung. Damit können Sie die aktuellsten Meldungen
aus Astronomie und Raumfahrt auch bequem unterwegs lesen. Die zugehörige
Anzeigesoftware für Palm, PocketPC, Windows, Macintosh finden Sie hier.
Klicken Sie hier um sich die pdb-Ausgabe herunterzuladen.
Sollten Sie in der kommenden Woche Fehler jeglicher Art auf unserem Portal Raumfahrer.net feststellen, würden wir uns über eine kurze Nachricht sehr freuen (am besten per Email. Aufgrund eines Serverumzugs könnten noch geringe Fehler vorhanden sein, die wir natürlich schnellstmöglich beseitigen wollen. Wir danken für Ihr Verständnis und Ihre Mithilfe.
Viel Spaß beim Lesen wünschen
Dominik Mayer und Karl Urban
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Umfrage: Glauben Sie, dass nach der Ankunft der vielen Marssonden am Roten Planeten Anfang 2004 viele neue überraschende Erkenntnisse über diesen entdeckt werden?
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» radio.raumfahrer.net
Sie können sich die aktuelle Sendung des Raumfahrer.net-Webradions InSound (Länge: 24.04 Minuten) noch immer direkt aus dem Internet anhören oder die Datei der Sendung downloaden.
» marsexpress.raumfahrer.net
Europas erste Mission zum Roten Planeten ist sogleich eine sehr aufwändige. Neben dem Orbiter ist auch das Landefahrzeug Beagle 2 mit auf der Reise. Wir informieren Sie ständig über den aktuellsten Stand der Mission.
» mars2003.raumfahrer.net
Raumfahrer.net hat eine Sonderseite zum neusten Marsprojekt der NASA gestartet: In wenigen Monaten sollen zwei baugleiche Rover zum Roten Planeten starten. Auf der Seite finden Sie neben Artikeln zu den Landern immer aktuelle Statusreports.
» Mitarbeit bei Raumfahrer.net
Raumfahrer.net ist weiter auf der Suche nach neuen Mitarbeitern - hier erfahren Sie was Sie bei uns erwartet.
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• Die Suche nach dem Ebola-Virus <mehr>
• Erfolgreiches Debut der Atlas V-521 <mehr>
• Neue Deep Space-Bodenstation der ESA <mehr>
• Mars Express: Ein Blick zurück <mehr>
• SMART-1 ist startklar <mehr>
» Die Suche nach dem Ebola-Virus 18. Juli 2003 - Mikroskope sind nicht die einzigen Instrumente zur Erforschung von Krankheiten. Ein neues ESA-Projekt benutzt Satelliten, um Seuchen vorherzusagen und zu bekämpfen und nach dem Ursprung des tödlichen Ebola-Virus zu suchen. Das hämorrhagische Fieber tötet jährlich viele Menschen in Zentralafrika. Es kann zu unstillbaren inneren und äußeren Blutungen bei Menschen und Menschenaffen führen. Unbekannt ist jedoch noch immer der im Dschungel lebende Zwischenwirt des Virus. Um die Suche zu unterstützen, werden ab nächstem Jahr mittels Satellitenbildern detaillierte Vegetationskarten des Kongos und Gabuns erstellt, als Teil des neuen ESA-Projektes Epidemio, welches Erdbeobachtungsdienste für Epidemiologen entwickelt. Das in Gabun ansässige Internationale Zentrum für Medizinische Forschung (CIRMF) wird die Beobachtungsdaten mit Feldforschungsergebnissen in einem Geographischen Informationssystem (GIS) zusammenführen. Man hofft, besondere Umweltcharakteristika für infizierte Gegenden festzustellen, in denen entweder tote Tiere gefunden wurden oder in denen die Anwohner Ebola-Antikörper erworben haben. "Durch den Vergleich mit bekannten infizierten Gegenden können mittels Fernerkundung andere verdächtige Gegenden festgestellt werden," sagt Ghislain Moussavou vom CIRMF. "Es ist nicht möglich, das Blut von Tieren im gesamten Zielgebiet zu testen, ungefähr 400 Quadratkilometern Dschungel, es ist jedoch nützlich, die Anstrengungen der Teams, die die Tiere in diesen Gebieten sammeln, zu fokussieren." Das Tierblut kann dann auf Ebola-Spuren untersucht werden. Die Satellitendaten werden monatlich aktualisiert werden, um weitere Erkenntnisse zu gewinnen, fügt Moussavou hinzu: In Gabun und im Kongo haben wir eine jährliche Wiederkehr der Ebola-Ausbrüche beobachtet. Daraus folgt, dass der Lebensraum des Wirtstieres durch bestimmte Umweltbedingungen gekennzeichnet ist." Erdbeobachtungsdaten werden auch dem Programm zur Kartierung der Öffentlichen Gesundheit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Verfügung gestellt, zum Einlesen in die GIS-Software HealthMapper der WHO, welche von Gesundheitsfunktionären in mehr als 70 Ländern benutzt wird. "Unser System hängt letztendlich von Felddaten ab, Fernerkundung könnte jedoch eine nützliche Ergänzung sein," so Jean-Pierre Meert von der WHO. "Lokale Landkarten sind oft 30 Jahre überaltert, deshalb haben wir um hochauflösende Bilder von Städten gebeten, von Casablanca in Marokko bis zu Vientiane in Laos, um medizinische Aktionen, wie z. B. Standortentscheidungen für städtische Kliniken, besser planen zu können. Wir hoffen außerdem, nomadisierende Stämme besser im Auge zu behalten, um sie besser mit medizinischer Hilfe versorgen zu können." Der Kampf gegen die Malaria, die weltweit 300 Millionen Menschen betrifft und jährlich bis zu 1,5 Millionen Opfer fordert, ist das besondere Anliegen mehrerer Epidemio-Nutzer. Die Beschaffung meteorologischer Satellitendaten ist besonders wichtig. Hohe Luftfeuchtigkeits- und Niederschlagswerte kündigen Malaria-Ausbrüche oft an, wegen der Vermehrung der Mücken. "Zuverlässige Informationen zur Oberflächentemperatur ganzer Erdteile sind ein besonderer Segen" sagt Simon Hay vom Zoologie-Bereich der Oxford-Universität. "Mit diesen Temperaturdaten könnten solche Regenereignisse in besonders malaria-gefährdeten Gebieten herausgefiltert werden." (Meik Lampmann - Quelle: ESA)
» Erfolgreiches Debut der Atlas V-521 18. Juli 2003 - In der vergangenen Nacht feierte die neueste und leistungsstärkste Version der Atlas V-Raketenfamilie mit dem Start eines amerikanischen TV-Satelliten erfolgreich ihr Debut. Um 00:45 Uhr (MESZ) erhob sich die von Lockheed Martin Space Systems gebaute und vom amerikanisch-russischen Konsortium International Launch Services (ILS) vermarktete Atlas V-Trägerrakete von der Startplattform des neu errichteten Launch Complex 41 in den abendlichen Himmel über Florida. Eine Stunde und 40 Minuten später wurde der amerikanische TV-Satellit Rainbow 1 planmäßig in einen geostationären Transferorbit ausgesetzt, was den Abschluß der sechsundsechzigsten erfolgreichen Mission eine Atlas-Trägerrakete in Folge markierte. Erwähnenswert ist der Start der vergangenen Nacht, da hierbei zum ersten Mal ein Modell der neuen Atlas V-Raketenfamilie aus der Serie 500 zum Einsatz gekommen ist. Gegenüber den beiden Atlas V-Raketen der Serie 400, die in den vergangenen Monaten gestartet worden sind, zeichnet sich die Atlas V-521 durch eine größere Nutzlastverkleidung mit fünf Metern Durchmesser sowie zwei Feststoffbooster aus. Eine Besonderheit ist dabei die Tatsache, dass die Nutzlastverkleidung die Centaur-Oberstufe der zweistufigen Rakete komplett verhüllt. Seit dem Erstflug einer Atlas V-Rakete am 21. August des letzten Jahres sind damit insgesamt drei Raketen dieses neuen Typs gestartet, und alle drei Starts verliefen erfolgreich. Mit dem heutigen Start ist Lockheed Martin ein weiterer, wichtiger Schritt auf dem Weg zur Eroberung eines relevanten Anteils am Markt für Satellitenstarts gelungen. Mehr über dieses moderne und modulare Trägersystem können Sie in unserem Artikel "Atlas 5 - Facelifting für einen Veteranen" erfahren. (Michael Stein - Quelle: ILS)
» Neue Deep Space-Bodenstation der ESA 18. Juli 2003 - Die europäische Raumfahrtagentur ESA steht kurz vor dem Baubeginn ihrer zweiten Deep Space-Bodenstation für interplanetare Forschungsmissionen. In der Vergangenheit verfügte die ESA über keine eigenen Bodenstationen zur Kommunikation mit interplanetaren Raumsonden - schlicht und einfach, weil die Notwendigkeit fehlte. Für die Kommunikation mit der bis in die jüngste Vergangenheit einzigen europäischen interplanetaren Raumsonde Giotto wurde auf das in den 1960-er Jahren aufgebaute Deep Space Network (DSN) der NASA zurückgegriffen - angesichts der wenigen amerikanischen interplanetaren Raumsonden, die es in der zweiten Hälfte der 1980-er Jahre zu betreuen galt, war dies ohne Schwierigkeiten möglich. Mittlerweile jedoch hat die ESA eine ganze Palette interplanetarer Forschungsmissionen für das laufende Jahrzehnt auf dem Programm, so dass der Aufbau eigener Deep Space-Bodenstationen erforderlich wurde. Die erste dieser mit einer 35 Meter-Parabolantenne ausgestatteten neuen Bodenstationen in New Norcia (Australien) nahm am 5. März dieses Jahres offiziell ihren Betrieb auf. Der erste Kunde der neuen Bodenstation ist die europäische Mars-Sonde Mars Express, die nach Beginn der wissenschaftlichen Beobachtungsphase Anfang 2004 täglich bis zu acht Stunden lang wissenschaftlichen Daten und Aufnahmen zur Erde senden wird. Schon Ende August dieses Jahres wird mit SMART-1 die zweite Forschungsmission starten, die regelmäßig die Dienste der ersten europäischen Deep Space-Bodenstation in Anspruch nehmen wird, nur wenige Monate später gefolgt von der Kometensonde Rosetta. Um Kommunikationsengpässe zu vermeiden und eine lückenlose Kommunikation mit den Forschungssonden zu ermöglichen ist die Errichtung von insgesamt drei über den Globus verteilten Deep Space-Bodenstationen beschlossen worden. Wie die ESA nun in einer Pressemeldung vom heutigen Tag mitteilt wird am Dienstag nächster Woche der über 75 Jahre laufende Pachtvertrag für das Gelände der zweiten Deep Space-Bodenstation unterzeichnet, Baubeginn der Anlage wird im kommenden September sein. Die neue Station wird ebenfalls über eine Parabolantenne mit 35 Metern Durchmesser verfügen und soll im September 2005 ihren Betrieb aufnehmen. Sie wird nahe der Ortschaft Cebreros in Zentralspanien errichtet. Zu der neuen Bodenstation wird darüber hinaus auch ein so genannter Eichturm gehören, der zu Testzwecken die von Raumfahrzeugen ausgesandten Signale simulieren soll. Die dritte und letzte Deep Space-Bodenstation der ESA soll voraussichtlich ein Jahr nach Inbetriebnahme der Cebreros-Bodenstation entweder in Südafrika oder Chile errichtet werden, diese Standortentscheidung ist jedoch noch nicht gefallen. Ausführliche Informationen über die Deep Space-Bodenstationen der ESA und NASA können Sie in unserem Artikel "Neue Antennen für Mars Express & Co." nachlesen. (Michael Stein - Quelle: ESA)
» Mars Express: Ein Blick zurück 17. Juli 2003 - Die hochauflösende Stereokamera an Bord der europäischen Raumsonde Mars Express hat am 3. Juli bei einem Blick zurück Richtung Erde die ersten faszinierenden Aufnahmen gemacht. Im Rahmen der laufenden Überprüfung der wissenschaftlichen Instrumente an Bord von Mars Express hat die in Deutschland unter Leitung von Prof. Gerhard Neukum von der Freien Universität Berlin entwickelte hochauflösende HRSC-Kamera Anfang Juli erste Aufnahmen gemacht. Die faszinierenden Bilder des Erde-Mond-Systems bestätigten den Wissenschaftlern, dass die Kamera die Erschütterungen und Vibrationen des Starts am 2. Juni gut überstanden hat. Zum Zeitpunkt der Aufnahme befand sich Mars Express bereits acht Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Trotz dieser enormen Distanz gibt das Foto die Farben der Erde realistisch wieder, so ist beispielsweise das intensive Blau des Pazifiks genauso gut zu erkennen wie die hellgrau-weißen Wolkenstrukturen. Das nun von der ESA veröffentlichte Foto wurde am Institut für Planetenforschung des DLR in Berlin-Adlershof bearbeitet und erstellt. "Das Bild und die in den Daten enthaltenen Informationen zeigen, dass die Kamera hervorragend funktioniert. Sie vermitteln einen guten Eindruck davon, was wir erwarten können, wenn die Sonde ihre Marsumlaufbahn in Höhen von nur 250 bis 300 Kilometer erreicht haben wird, nämlich dreidimensionale, farbechte Bilder mit sehr hoher Auflösung", kündigte Gerhard Neukum an. Die von der ESA veröffentlichte Aufnahme ist eine Kombination mehrerer Aufnahmen. Zunächst wurden zehn Schwarz-Weiß-Aufnahmen der Erde mit dem so genannten Super Resolution Channel der Kamera angefertigt, mit dessen Hilfe später einmal Aufnahmen der Mars-Oberfläche mit rund zwei Metern Auflösung je Pixel gemacht werden sollen. Anschließend wurden Farbbilder mit etwa fünfmal niedriger Auflösung in den drei Farben blau, grün und rot mit dem Hochauflösenden Kanal der Kamera angefertigt. Dieses Prozedere erfolgte dann noch einmal für den Mond, und die daraus resultierenden vier Gigabit Bildinformationen wurden anschließend zur neuen ESA-Deep Space Empfangsstation New Norcia in Australien gesendet. Von dort aus gelangten die Bilddaten zuletzt zum Institut für Planetenforschung in Berlin, wo die Farb- und Schwarz-Weiß-Aufnahmen miteinander kombiniert und verrechnet wurden, bis das nun veröffentlichte Bild fertiggestellt war. Neben der Aufnahme wurde auch ein erstes Spektrum des MEX-Instruments OMEGA veröffentlicht. Mit Hilfe von OMEGA soll später die molekulare und mineralogische Zusammensetzung der Marsoberfläche erforscht werden, zu Testzwecken wurde das Instrument nun jedoch aktiviert, um die Zusammensetzung der Erdoberfläche zu bestimmen. Dabei wurden alle relevanten Bestandteile der Erdatmosphäre wie Sauerstoff, Wasser, Kohlendioxid, Ozon und Methan erkannt. "Die anhand dieses Tests mit der Erde nachgewiesene Empfindlichkeit von OMEGA lässt darauf schließen, dass das Instrument selbst kleinste Wasservorkommen auf der Oberfläche und in der Atmosphäre des Mars aufspüren wird", so Jean-Pierre Bibring vom Institut d’Astrophysique Spatiale in Orsay (Frankreich), Hauptexperimentator für OMEGA. Die HRSC-Aufnahme sowie das OMEGA-Spektrum können Sie von dieser ESA-Newsmeldung aus in voller Größe betrachten, weitere HRSC-Bilder finden sich auf der Homepage des DLR-Instituts für Planetenforschung in Berlin-Adlershof. Mehr zu den einzelnen Instrumenten von Mars Express erfahren Sie in unserem Artikel über den MEX-Orbiter auf den Seiten unseres Mars Express-Specials. (Michael Stein - Quelle: ESA/DLR)
» SMART-1 ist startklar 14. Juli 2003 - Die erste europäische Mondsonde SMART-1 hat nach erfolgreicher Absolvierung des Flight Readiness Reviews die Startfreigabe für Ende August bekommen. Am 8. Juli hat die Raumsonde nach Abschluss aller mechanischen und elektronischen Überprüfungen den so genannten Flight Readiness Review bestanden. In diesem eher formalen Akt geht es darum einer Kommission gegenüber nachvollziehbar und glaubhaft darzulegen, dass die Raumsonde auf Herz und Nieren geprüft und alle relevanten Eventualitäten in der Missionsplanung berücksichtigt sind. Das Bestehen dieser Prüfung ist die formale Voraussetzung dafür, dass der Mission "Grünes Licht" für die konkreten Startvorbereitungen gegeben wird. Der kleine und nur 370 Kilogramm schwere Mondorbiter SMART-1 ist die erste europäische Forschungsmission zu unserem natürlichen Trabanten. Die Raumsonde wird voraussichtlich am 28. August (Ortszeit) als "Zusatz-Passagier" an Bord einer Ariane 5 von Kourou aus zusammen mit zwei weiteren Satelliten gestartet werden. Neben den wissenschaftlichen Zielen der Mission sollen mit SMART-1 in erster Linie verschiedene neue Technologien für zukünftige interplanetare Forschungsmissionen getestet werden, so beispielsweise einige stark miniaturisierte Instrumente und ein Ionenantrieb. Aufgrund der äußerst geringen Schubkraft des Ionenantriebs wird die Raumsonde erst 15 bis 17 Monate nach dem Start in eine Umlaufbahn um den Mond einschwenken, von wo aus dann die wissenschaftliche Beobachtungsphase absolviert werden soll. Ausführliche Informationen über diese Forschungsmission können Sie in unserem Artikel zu SMART-1 nachlesen. (Michael Stein - Quelle: ESA)
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HotSpot: Planet vom Anfang der Zeit
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von Thomas Pallmann | |
Lang bevor die Sonne und die Erde existierten, bildete sich ein Jupiter ähnlicher
Planet um einen Stern der ähnlich wie unsere Sonne war. Heute, 13 Milliarden Jahre
später, hat das Hubble Space Telescope (HST) den ältesten und weit
entferntesten bekannten Planeten präzise vermessen. Dieser antike Planet hat eine
außergewöhnliche Geschichte, denn er blieb in einer unwirtlichen und rauen
Nachbarschaft hängen. Der Planet umrundet ein eigenartiges Paar von ausgebrannten
Sternen in einem dicht gedrängten Kern eines Kugelsternhaufens.
Die Erkenntnisse von Hubble beenden ein Jahrzehnt von Spekulationen und Debatten
über die wahre Natur dieser uralten Welt, welche ein Jahrhundert für einen Umlauf
braucht. Der Planet ist 2,5-mal so groß wie Jupiter. Alleine seine reine Existenz
birgt spannende Beweise das sich Planeten sehr schnell, etwa eine Milliarde Jahre
nach dem Urknall, gebildet haben, was Astronomen zu dem Schluss führt, dass
Planeten im Überfluss im Universum existieren.
Der Planet befindet sich nun im Kern des alten Kugelsternhaufens M4, welcher sich
5.600 Lichtjahre entfernt im Sommersternbild Skorpion befindet. Kugelförmigen
Sternenhaufen mangelt es an schweren Elementen da sie sich so früh im Universum
gebildet haben, so dass die schweren Elemente noch nicht in ausreichenden Mengen
in den Sternen gebildet wurden. Astronomen nahmen daher an das sich keine Planeten
in diesen Haufen bilden können. Diese Schlussfolgerung wurde 1999 untermauert als
es Hubble nicht gelang Jupiter ähnliche Planeten, die dicht um ihre Sonnen
kreisen, im Kugelsternhaufen 47 Tucanae zu finden. Heute sieht es so aus,
als ob die Astronomen einfach am falschen Platz gesucht haben und das Gasriesen,
die ihre Sterne in größerer Entfernung umkreisen, durchaus alltäglich in
Kugelsternhaufen sind.
"Unsere Messungen mit Hubble bieten spannende Beweise, dass der Prozess zur
Planetenbildung sehr robust und effizient in der Nutzung kleiner Mengen von
schweren Elementen ist. Dies legt nahe das die Planetenbildung schon sehr früh im
Universum passiert ist", sagte Stein Sigurdsson von der Pennsylvania State
University.
"Es ist sehr ermutigend, dass Planeten wahrscheinlich reichlich in
Kugelsternhaufen vorhanden sind", sagte Harvey Richer von der University of
British Columbia. Er basiert diese Schlussfolgerung darauf, dass der Planet an
einen unwirtlichen Platz gefunden wurde, nämlich in einer Umlaufbahn um zwei
Sternenleichen ? einen weißen Zwerg aus Helium und einem sich schnell drehenden
Neutronenstern ? in dem dicht besiedelten Herzen eines Kugelsternhaufens, wo
zerbrechliche Planeten dazu neigen auseinander zu brechen durch die
Gravitationswirkung der benachbarten Sterne.
Die Geschichte von der Entdeckung des Planeten begann im Jahre 1988, als der
Pulsar PSR B1620-26 in M4 gefunden wurde. Der Pulsar ist ein
Neutronenstern, welcher sich knapp 100-mal pro Sekunde dreht und dabei einen
regelmäßigen Radioimpuls, ähnlich wie ein Leuchtturm, aussendet. Der weiße Zwerg
wurde sehr schnell entdeckt aufgrund seines Effekts auf den uhrwerkgleichen
Pulsar, während sich die beiden zweimal pro Jahr umlaufen. Etwas später bemerkten
die Astronomen weitere Unregelmäßigkeiten im Pulsar, was auf ein drittes Objekt
hindeutete welches die beiden anderen Objekte umläuft. Man nahm an, dass dieses
neue Objekt ein Planet sein könne, aber auch ein brauner Zwerg oder ein Stern mit
geringer Masse. Diskussionen über die wahre Natur des Objekts gingen bis in die
90er Jahre hinein.
Sigurdsson, Richer und ihre Mitstreiter beendeten diese Diskussionen, indem sie
durch erfindungsreiche Detektivarbeit letztendlich die wahre Masse des Planeten
bestimmten. Sie hatten ausgezeichnete Daten von Hubble aus der Mitte der 90er
Jahre, mit denen man weiße Zwerge in M4 studierte. Sie konnten durch Analyse der
einzelnen Beobachtungen den weißen Zwerg finden und seine Farbe und Temperatur
bestimmen. Durch die Benutzung von evolutionären Computermodellen, erstellt von
Brad Hansen von der University of California, ermittelten die Astronomen die Masse
des weißen Zwerges. Diese Masse wurde dann verglichen mit den Störungen im Signal
des Pulsars, was den Astronomen ermöglichte die Neigung des weißen Zwerges von der
Erde aus gesehen zu bestimmen. Dank der Kombination mit Beobachtungen der
Radioastronomie des "wackelnden" Pulsars, konnte auch die Neigung des Planeten
errechnet werden und letztendlich auch die Masse des Planeten bestimmt werden. Mit
einer Masse von 2,5-Jupiter war das Objekt zu klein, um ein Stern oder ein brauner
Zwerg zu sein und musste deshalb ein Planet sein.
Der Planet hatte einen schwierigen Weg während der letzten 13 Milliarden Jahre.
Als er geboren wurde, umlief er wahrscheinlich seine junge gelbe Sonne. Der Planet
überlebte in seinen jungen Jahren mörderische ultraviolette Strahlung,
Supernovastrahlung und Schockwellen, die durch den jungen Kugelsternhaufen
gelaufen sein müssen als die Sterne im Haufen entstanden. Um die Zeit als auf der
Erde das erste multizellulare Leben entstand, wurden der Planet und sein Stern ins
Herz von M4 gezogen. In diesem dicht besiedelten Gebiet des Haufens passierten die
beiden einen alten Pulsar, der durch eine Supernova entstanden war. Der Pulsar
wiederum hatte seinen eigenen Begleiter. In einem gravitativen Tanz in Zeitlupe
wurden der Planet und seine Sonne von dem Pulsar eingefangen, während sein
ursprünglicher Begleiter ins weite All hinaus geschoßen wurde und verloren ging.
Das neu geformte Trio selber wurde durch den gravitativen Rückstoß in ein dünn
besiedeltes Gebiet in den äußeren Regionen des Haufens katapultiert.
Wahrscheinlich als der Stern älter wurde und sich zu einem roten Riesen aufblähte,
gab er Materie an den Pulsar ab. Das Momentum der Masse die auf den Pulsar
niederging, beschleunigte den Pulsar und führte zu einen wiedererwachen als
millisekunden Pulsar. Währenddessen folgte der Planet seiner gemächlichen
Umlaufbahn in etwa 3,2 Milliarden Kilometern Entfernung um das Paar (etwa die
Entfernung von Uranus zu unserer Sonne).
Es ist wahrscheinlich, dass der Planet ein Gasriese ist ohne feste Oberfläche wie
unsere Erde, weil er so früh im Universum gebildet wurde, so dass er
wahrscheinlich nicht über ausreichend genug Elemente wie Kohlenstoff und
Sauerstoff verfügt. Aus diesen Gründen ist es auch sehr unwahrscheinlich, dass
dieser Planet Leben beherbergen kann. Selbst wenn sich Leben zum Beispiel auf
einem festen Mond des Planeten gebildet haben könnte, ist es sehr
unwahrscheinlich, dass dieses Leben die gigantische Röntgenstrahlungsexplosion des
Pulsar während seiner Beschleunigung überlebt hätte. Bedauerlicherweise wird wohl
keine Zivilisation die dramatische Geschichte des Planeten beobachtet und
aufgezeichnet haben, welche fast am Anfang der Zeit ansich begann.
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ISS Weekly Report: Vorbereitungen auf neues Experiment abgeschlossen
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von Michael Schumacher | |
Diese Woche bereitete sich die siebte Stammbesatzung aus Kommandant Juri Malentschenko und National Aeronautics and Space Administration (NASA) International Space Station (ISS) Science Officer (SO) Edward Lu auf ein neues wissenschaftliches Experiment vor und führte Wartungsarbeiten an Bord der Internationalen Raumstation aus.
Lu schloss die Installation und die Überprüfungen für das Experiment Coarsening of Solid-Liquid Mixtures 2 in Vorbereitung für seine erste wissenschaftliche Versuchsreihe an Bord der Internationalen Raumstation in der kommenden Woche ab. Die materialwissenschaftliche Nutzlast ist bereit für das Sammeln von Daten in der Microgravity Science Glovebox (MSG), die im amerikanischen Laboratory Module "Destiny" untergebracht ist. Das Experiment soll einen Kernvergröberung genannten Prozess untersuchen, in dessen Verlauf sich die Festigkeit eines Materials verringert. Dieses Phänomen wird bei Turbinenschaufeln, die hohe Temperaturen erzeugen, und sogar bei dem Material, das bei Zahnfüllungen verwendet wird, beobachtet.
Lu übertrug den Datenserver, der die Informationen für die Station Support Computer (SSC) Laptops beherbergt auf einen Next Generation Laptop um die Geschwindigkeit und den Speicher des Netzwerkes der Internationalen Raumstation zu vergrößern. Die siebte Stammbesatzung benutzt die sechs SSC Laptops um täglich Zugriff auf Pläne, Verfahrensweisen, das Inventory Management System (IMS) und die elektronische Post zu haben. Letztlich werden neben allen SSC Laptops auch die Portable Station Computers, die die Kommandoeingabe- und Kontrollfunktionen der ISS verrichten, zu Next Generation Laptops aufgerüstet werden.
Malentschenko und Lu überprüften routinemäßig die Fenster im Service Module "Swjesda" und im Docking Compartment (DC) 1 "Pirs" und fertigten Aufnahmen zur Übertragung zur Erde für die Analyse durch die Ingenieure an. Zudem tauschte Malentschenko eine defekte Batterie in "Swjesda" aus.
Eine von Lu durchgeführte Problembehebung zur Wiederinbetriebnahme der Kühlungsfunktion in seinem Raumanzug war erfolglos. Ein dritter, größerer Raumanzug steht zur Größenanpassung für eine Nutzung durch Lu für den Fall zur Verfügung, dass eine Extravehicular Activity (EVA) notwendig wird. Das Kühlungssystem im Raumanzug von Lu funktionierte während einer Übung im Joint Airlock Module (JAM) "Quest" zu Beginn dieser Mission nicht richtig. Für die siebte Stammbesatzung ist die Durchführung einer EVA nicht vorgesehen, für den Notfall wurde jedoch das Anlegen der amerikanischen Raumanzüge geübt.
Zu Beginn dieser Woche blieben das Johnson Space Center (JSC) und das Mission Control Center (MCC) auf einer Vorbereitungsstufe, aber das Herannahen des Hurrikans "Claudette" an die texanische Küste hatte keinen Einfluss auf den Missionsbetrieb. Lu war in der Lage Video- und Standaufnahmen des Sturms anzufertigen, als er sich am Dienstag, dem 15. Juli 2003 der Küste näherte.
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Surftipp: Surftipp: Reporterbande.de
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von David Langkamp | |
Die meisten Raumfahrtseiten, welche wir hier als Surftipp im InSpace Magazin
vorstellen, richten sich an erwachsene Leser - nicht so bei Reporterbande.de.
Die Seite bietet online Zugriff auf alle Kapitel des Heftes "Die Reporterbande
entdeckt das Weltall". Dieses vom DLR in Auftrag gegebene Heft richtet sich mit
spielerisch aufgearbeiteten Berichten an Dritt- und Viertklässler. Im Laufe des
Sommers soll es an alle deutschen Grundschulen verteilt werden.
Die Reporterbande, das sind Albert, Marie und Evutatis, ein liebenswerter Alien,
begibt sich auf eine Entdeckungsreise durchs Weltall. Dabei bringen sie den jungen
(oder auch älteren) Lesern jede Menge über Themen aus der Raumfahrt und den
Naturwissenschaften bei. Die Aufmachung ist stets übersichtlich, einfallsreich und
vor allem kindgerecht.
Ich persönlich bin von dem Konzept begeistert. Die Reporterbande ist eine
liebevolle Art Kindern die Raumfahrt näherzubringen. Gut gemacht DLR! Hoffentlich
kommt noch mehr davon.
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"In Space" Magazin #086 ISSN 1684-7407
Erscheinungsdatum:
19. Juli 2003
Auflage: 1189 Exemplare
Chefredaktion:
Karl Urban
Herausgeber:
TrekZone e.V.
Redaktionsleitung:
David Langkamp
Redaktion:
Birger Böning
Sven Flock
Jan Großmann
Britta Hermes
Tilman Kaiser
Raphael Kallensee
Andreas Kopp
Clemens Mach
Sebastian Mateja
Dominik Mayer
Thomas Pallmann
Dominik Puckert
Sabine Rossburg
Gero Schmidt
Michael Schumacher
Michael Stein
Mark Weimar
Lorenz Zistler
Freie Mitarbeiter:
Lutz Growalt
Felix Korsch - MannedSpaceflight.de
Meik Lampmann - Space-Weltraum.de
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Kontakt / Impressum / Disclaimer |
TrekZone Network - Europäische Organisation
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Herausgeber
Das "InSpace"-Magazin ist eine Publikation des TrekZone e.V., Postfach 110426, D-19004 Schwerin.
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Eine sofortige Abmeldung vom Magazin ist jederzeit unter Magazin.Raumfahrer.net möglich. Bei Problemen hierbei können Sie sich jederzeit vertrauensvoll an webmaster@raumfahrer.net wenden.
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uns vor, gegen derartige Fälle rechtlich vorzugehen.
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