| InSpace Magazin #087 vom 26. Juli 2003
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Das Email-Magazin von Raumfahrer.net.
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"In Space" Magazin
Ausgabe #087
ISSN 1684-7407
> Updates:
Updates / Umfrage
> News:
Nachrichten der Woche
> HotSpot: Europas neue Mars-Pläne
> ISS Weekly Report: Achte Stammbesatzung nominiert
> Impressum:
Disclaimer & Kontakt
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Verehrte Leserinnen und Leser,
Es ist Urlaubszeit und trotzdem werde ich heute einmal versuchen, nicht über das
allgegenwertige Sommerloch zu sinnieren, sondern mich ganz dem Schönen im
Universum zu widmen:
Wie Sie durch unsere umfassende Berichterstattung bestimmt mitbekommen haben,
starteten die beiden amerikanischen Marsrover sowie die europäische Sonde Mars
Express vor wenigen Wochen zum Roten Planeten, da dieser der Erde so dicht
ist, wie er ihr nur alle 16 Jahre kommt. Doch nicht nur ein robotischer Flug lohnt
sich in diesem Jahr zu unserem Nachbarn - nein, auch seine Beobachtung am
nächtlichen Firnament. Mittlerweile werden die Nächte wieder länger und zwischen
23 und 0 Uhr steigt ein grell rot leuchtender "Stern" - Mars - am Südosthimmel
auf. Er kommt nicht sehr hoch, sie sollten sich auf einem feien Feld befinden,
wenn Sie ihn entdecken möchten.
Trotz der äußerst guten Sichtverhältnisse (in astronomischer Hinsicht) gibt es in
einer solchen Nacht weitere Objekte zu beobachten. Mir für meinen Teil blieb
vergangene Nacht ein staunender Blick auf das Band der Milchstraße, das ich seit
über einem Jahr nicht mehr gesehen habe (aufgrund der Berliner
Lichtverschmutzung).
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Lesen dieser kurzen wenn auch
sehr interessanten Ausgabe des InSpace Magazins.
Karl Urban
Chefredakteur Raumfahrer.net
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» marsexpress.raumfahrer.net
Europas erste Mission zum Roten Planeten ist sogleich eine sehr aufwändige. Neben dem Orbiter ist auch das Landefahrzeug Beagle 2 mit auf der Reise. Wir informieren Sie ständig über den aktuellsten Stand der Mission.
» mars2003.raumfahrer.net
Raumfahrer.net hat eine Sonderseite zum neusten Marsprojekt der NASA gestartet: In wenigen Monaten sollen zwei baugleiche Rover zum Roten Planeten starten. Auf der Seite finden Sie neben Artikeln zu den Landern immer aktuelle Statusreports.
» radio.raumfahrer.net
Sie können sich die aktuelle Sendung des Raumfahrer.net-Webradions InSound (Länge: 22.33 Minuten) noch immer direkt aus dem Internet anhören oder die Datei der Sendung downloaden.
» mitarbeit.raumfahrer.net
Raumfahrer.net ist weiter auf der Suche nach neuen Mitarbeitern - hier erfahren Sie was Sie bei uns erwartet.
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• ESA-Observatorium ISO erreicht 1000-Artikel-Marke <mehr>
• Trägerrakete für Pluto-Sonde gebucht <mehr>
• China: in hundert Tagen im All <mehr>
• Datum des nächsten Shuttle-Starts steht noch in den Sternen <mehr>
• Opportunity auf Kurs Mars <mehr>
» ESA-Observatorium ISO erreicht 1000-Artikel-Marke 25. Juli 2003 - Wissenschaftler in aller Welt feiern die tausendste wissenschaftliche Veröffentlichung in Zusammenhang mit dem Infrarot-Weltraumobservatorium (ISO) der ESA. Obwohl seine Betriebsdauer bereits 1998 zu Ende war, entpuppt sich ISO derzeit als eine der produktivsten Weltraummissionen überhaupt. ISO war das erste Weltraumobservatorium, das in der Lage war, den Himmel im Infrarotbereich zu beobachten. Seine "Augen" haben uns die Entdeckung zahlreicher neuer Phänomene ermöglicht, die unsere Sicht des Universums nachhaltig verändert haben. Daß ein Gegenstand glüht, wenn er erhitzt wird, ist allgemein bekannt. Jedoch glüht jedes Objekt auch bei Zimmertemperatur, allerdings in einem für das menschliche Auge unsichtbaren Licht, dem Infrarotlicht. Hier kommen Infrarotteleskope wie ISO ins Spiel. Auf der Erde funktionieren diese Teleskope nicht besonders gut, weil das Infrarotlicht starken Wechselwirkungen mit der Atmosphäre ausgesetzt ist. Im Weltraum hingegen können sie ihre Wirkung voll entfalten. ISO hat die "kühlen und staubigen" Bereiche des Universums unter die Lupe genommen. Es ist in Staub- und Gaswolken vorgestoßen, den Geburtsort von Sternen, und konnte erstmals die Anfangsstadien der Sternentstehung beobachten. So entdeckte das Observatorium beispielsweise, daß die Entstehung von Sternen bereits bei Temperaturen um -250°C beginnt. Die Wissenschaftler konnten die Bewegungen von Staub von den Regionen, in denen er entsteht (d.h. alte Sterne, die riesige "Staubfabriken" darstellen), bis in die Regionen verfolgen, in denen aus ihm neue Planetensysteme entstehen. Weiter entdeckte ISO, daß die meisten jungen Sterne von Staubringen umgeben sind, die Planeten beherbergen könnten. Außerdem gelang mit ihm die chemische Analyse der Zusammensetzung von kosmischem Staub, wodurch ein neues Forschungsgebiet entstand, die Astromineralogie. Die starke Wechselwirkung zwischen Wasser und Infrarotlicht hat es den Wissenschaftlern ermöglicht, mit Hilfe von ISO das Vorhandensein von Wasser in zahlreichen unterschiedlichen Regionen des Weltraums nachzuweisen. Eine weitere neue Forschungsdisziplin, die Astrochemie, bekam gewaltigen Auftrieb, als ISO entdeckte, daß Wassermoleküle im gesamten Universum, selbst in entfernten Galaxien, vorhanden sind und sich im Umfeld mancher Sterne leicht komplexe organische Verbindungen wie Benzol bilden. "Die mit ISO erzielten Ergebnisse haben Auswirkungen auf fast alle Bereiche der Astronomie von der Kometenforschung bis zur Kosmologie", erläutert der ISO-Projektwissenschaftler, Alberto Salama. "Manche dieser Ergebnisse liefern Antworten auf offene Fragen, andere werfen neue Fragen auf. Einigen dieser neuen Fragen wird bereits mit vorhandenen Teleskopen auf den Grund gegangen; bei anderen hingegen heißt es abwarten, bis künftige Einrichtungen einsatzbereit sind." Nach dem Ende der Betriebsdauer des Observatoriums im Jahr 1998 wurden seine Beobachtungen über das ISO-Datenarchiv Wissenschaftlern in aller Welt frei zugänglich gemacht. Im Mai 2003 wurde die Marke der tausendsten wissenschaftlichen Veröffentlichung erreicht. Das ISO-Datenarchiv ist nach wie vor eine wertvolle Quelle neuer Erkenntnisse; in den jüngsten Publikationen wird beispielsweise über die Entdeckung von Wasser in "Protosternen", also Sternen in der Geburtsphase, und über die Erkundung zahlreicher naher Galaxien berichtet. "Natürlich waren wir zuversichtlich, daß ISO gute Dienste leisten würde, aber seine tatsächliche Produktivität geht weit über unsere Erwartungen hinaus. Die Publikationsrate scheint noch nicht einmal ihren Höhepunkt erreicht zu haben! Wir rechnen noch mit einer Vielzahl von Ergebnissen", so Salama. Das ISO-Datenarchiv enthält wissenschaftliche Daten aus rund 30 000 Beobachtungen. Astronomen in aller Welt haben bisher etwa das achtfache des gesamten Datenvolumens des Archivs heruntergeladen. Rund 35 % aller ISO-Beobachtungen wurden bereits mindestens einmal in renommierten wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht. Die Infrarot-Weltraumobservatorien der nächsten Generation sind bereits im Anmarsch: Die NASA will noch in diesem Jahr ihr Observatorium SIRTF starten, bevor dann die ESA im Jahr 2007 mit dem Herschel-Weltraumteleskop die von ISO geleistete Pionierarbeit fortsetzt. Das Herschel-Observatorium wird das größte abbildende Weltraumteleskop sein, das je ins All gebracht wurde. ISO Das Infrarot-Weltraumobservatorium (ISO) wurde 1995 gestartet und war von November 1995 bis Mai 1998, als das für den Betrieb seiner Detektoren benötigte Kühlmittel zur Neige ging, im Einsatz. Das damals empfindlichste Observatorium seiner Gattung hat besonders in den staubigen Regionen des Universums, wo die im Bereich des sichtbaren Lichts arbeitenden Teleskope nichts "sehen" können, bedeutende Beobachtungen ermöglicht. Mit dem Start von Herschel im Jahr 2007 wird die ESA ihre Infrarot-Erkundung des Universums wiederaufnehmen. Herschel Mit dem Herschel-Observatorium, das 2007 (zusammen mit der ESA-Kosmologiemission Planck) mit einer Ariane-5 gestartet werden soll, wird das bisher größte Weltraumteleskop seinen Betrieb im All aufnehmen. Dank seines 3,5-Meter-Spiegels wird es in der Lage sein, die Langwellen-Infrarotstrahlung einiger der kühlsten und entferntesten Objekte des Universums, darunter entstehende Sterne und Galaxien, zu erfassen. (Meik Lampmann - Quelle: ESA)
» Trägerrakete für Pluto-Sonde gebucht 25. Juli 2003 - Die amerikanische Raumfahrtbehörde hat eine Delta V-Trägerrakete für den Start der Pluto-Mission New Horizons im Januar 2006 geordert. Die amerikanische Idee, eine Raumsonde zu dem äußersten Planeten des Sonnensystems und darüber hinaus in den so genannten Kuiper-Gürtel zu schicken, hat eine äußerst wechselvolle Geschichte hinter sich. Die ursprünglich vom Jet Propulsion Laboratory der NASA entwickelte Mission Pluto-Kuiper Express wurde nach mehrjähriger Entwicklungsdauer von der NASA im Jahr 2000 wegen deutlicher Budgetüberschreitungen gestrichen. Daraufhin brach in der wissenschaftlichen Community ein Proteststurm los, auf Internetseiten wie beispielsweise PlutoMission wurde aktiv für die Unterstützung einer Pluto-Mission geworben. Darüber hinaus wurde auch bei politischen Entscheidungsträgern in den USA massive Lobby-Arbeit für eine Forschungsmission zum einzigen Planeten des Sonnensystems, den bis heute noch keine Raumsonde "besucht" hat, geleistet. Schließlich führten all diese Bemühungen zu dem Erfolg, dass ein konkurrierender Entwurf der Johns Hopkins University schließlich ausgewählt und die dafür notwendigen zusätzlichen Gelder Anfang 2003 endgültig bewilligt wurden: New Horizons war auf den Weg gebracht. Die Raumsonde soll ein Jahr nach dem Start im Januar 2006 mit einem so genannten Swing-by-Manöver an Jupiter vorbei Geschwindigkeit gewinnen und voraussichtlich im Sommer 2015 an Pluto und seinem Mond Charon vorbeifliegen. Danach wird die Raumsonde weiter in Richtung des Kuiper-Gürtels fliegen und versuchen, mehr über die Abermilliarden Mitglieder dieses Überrestes aus den Anfangszeiten des Sonnensystems herauszufinden. Mit der nun bekanntgegebenen Entscheidung für ein Trägersystem ist die New Horizons-Mission wieder einen wichtigen Schritt in Richtung Realisierung vorangekommen. Der Start der Raumsonde soll mit der leistungsfähigsten Version der neu entwickelten Atlas V-Raketenfamilie stattfinden. Die so genannte Atlas V 551 ist mit fünf Feststoffboostern und einer Nutzlastverkleidung mit fünf Metern Durchmesser ausgestattet, die nicht nur die Raumsonde, sondern auch noch die komplette Centaur-Oberstufe umhüllt. Der erste Start einer Atlas V-Rakete in der 500er-Konfiguration hat erst vor wenigen Tagen erfolgreich stattgefunden (Raumfahrer.net berichtete). (Michael Stein - Quelle: ILS/Raumfahrer.net)
» China: in hundert Tagen im All 22. Juli 2003 - Noch dieses Jahr könnte das Reich der Mitte zur dritten Raumfahrtnation aufsteigen. Schon länger kündigt China an, bereits in recht kurzer Zeit aus eigener Kraft einen eigenen Raumfahrer ins All zu bringen. Dabei zeichnete sich die Ernsthaftigkeit dieses Vorhabens in der Vergangenheit immer mehr ab. So soll der Flug von Shenzhou 5 - "Gottesschiff", so der Name des Raumschiffes - binnen der nächsten 100 Tage stattfinden können. Dies berichten nun zumindest Hong Konger Tageszeitungen, die sich dabei auf die chinesische Raumfahrt-Behörde beziehen. Der Starttermin wird "höchstwahrscheinlich" noch im kommenden Herbst liegen. Im Umlauf ist schon seit geraumer Zeit der Oktober, entweder in Anknüpfung an das raumfahrthistorische Datum des ersten Starts eines Satelliten Sputnik 1 im Jahre 1957 oder aber das Jubiläum der Oktoberrevolution. Des weiteren sei über Details der kommenden Mission bereits entschieden. So sei der Taikonaut (im chinesischen "yuhangyuan") bereits benannt. Dessen Identität soll im Vorfeld bekannt gegeben werden, um Spekulationen aus dem Westen vorzubeugen. Außerdem ist noch unbekannt, ob sich einer oder mehrere Taikonauten an Bord befinden werden. Die Shenzhou-Kapsel bietet nach offiziellen Angaben sogar Platz für bis zu vier Personen. In der Vergangenheit nahmen insgesamt 14 Aspiranten das Training nahe Peking auf, inklusive zweier im russischen Sternenstädtchen ausgebildeten Personen. Doch auch über deren Identität schweigt man sich von offizieller Seite aus - man möchte eben nichts dem Zufall überlassen. Der Start werde, so die offiziellen Quellen weiter, am Tage vom Jiuquan Satellite Launch Centre (JSLC) aus mit einer Trägerrakete des Typs Chang Zheng 2F ("Langer Marsch") stattfinden. Alle vier bisher vollzogenen, unbemannten Testflüge starteten dagegen in der Nacht. Allem Anschein nach wird es sich bei der Mission um einen kurzenTestflug handeln, um die Funktionsfähigkeit des chinesischen Systems unter Beweis zu stellen. Wann dies alles stattfinden wird ist schwer zu sagen. Westliche Quellen gingen bisher stets vom Jahreswechsel 2003/2004 aus, schließlich gab es in der Vergangenheit mehrfache Verzögerungen und Startankündigungen wurden wiederholt zurückgezogen. Der Startturm auf dem Weltraumbahnhof ist jedenfalls bereits fertig montiert. (Felix Korsch - Quelle: SpaceDaily.com)
» Datum des nächsten Shuttle-Starts steht noch in den Sternen 21. Juli 2003 - Die russische Raumfahrt-Behörde ist skeptisch, wenn es um die ihrer Meinung nach voreiligen Return-to-Flight-Pläne der NASA geht Während die NASA alles daran setzt, ihre Shuttle-Flüge möglichst bald wieder aufnehmen zu können, reagiert man seitens der russischen Raumfahrtagentur Rosaviakosmos mit Ablehnung auf die Pläne, neue Missionen binnen eines halben Jahres wieder anlaufen zu lassen. "Die Wiederaufnahme der Shuttle-Flüge sollte nicht vor Mitte des nächsten Jahres geschehen", wird Juri Koptew, Chef von Rosaviakosmos, von der russischen Nachrichten-Agentur Itar-TASS zitiert. Weiter führte er seine Meinung und deren Hintergründe nicht aus und eine offiziellen Reaktion der NASA steht aus. In wie weit es eine solche geben wird und ob Russland als wichtiger Senior-Partner im ISS-Programm überhaupt über den Fortgang der Shuttle-Arbeiten über offizielle Kanäle unterhalten wird, ist fraglich. Diese mangelnde Kooperations-Bereitschaft der Amerikaner bemängelten die russischen Stellen schon des Öfterern. Im Gegensatz zu Rosaviakosmos zeigt sich das US-Pendant NASA wieder optimistisch, was eine problemfreie Wiederaufnahme der Missionen angeht; die Return-to-Flight-Bestrebungen verlaufen zielstrebig. Einer Äußerung des NASA-Administrators Sean O'Keefe am vergangenen Donnerstag zu Folge ziele man auf einen Termin in "sechs bis neun Monaten". Derzeit seien die Ingenieure und Techniker mit dem Ausarbeiten von technischen Lösungen für die bekannt gewordenen Schwachstellen am Space Shuttle beschäftigt. Im Vordergrund dabei steht eine Möglichkeit, den Orbiter durch Außenbord-Einsätze der Astronauten während einer Mission auf mögliche Schäden hin zu untersuchen und diese wenn möglich zu reparieren. Bis vor kurzem ging man seitens der NASA gar davon aus, bis Ende Dezember wieder "back in business" sein zu können. Doch die Untersuchungen in Folge der Columbia-Katastrophe negieren ein vorschnelles "business as usual" und so steht vorerst wieder die Sicherheit der Crew im Vordergrund. Mittlerweile veröffentlichte der Untersuchungsausschuss des Unglücks (CAIB, Columbia Investigation Board) vier technische Forderungen an die NASA (wir berichteten), welche zu erfüllen seien, bevor ein Shuttle wieder ins All aufbrechen kann. Dabei sollen neue kritische Situationen wie die beim Start der Raumfähre Columbia am 16. Januar, als sich vom externen Tank ein Stück Isolation löste und während des Aufstieges die Flügelunterkante des Orbiters traf und dabei nach aktuellen Erkenntnissen die Hitzekachel-Struktur des Shuttles stark beschädigte, verhindert werden. Die entstehende Auszeit für die gesamte verbleibende Shuttle-Flotte, nunmehr bestehend aus Atlantis, Discovery und Endeavour, beeinträchtigt vor allem das ISS-Programm. Mit dem Shuttle fällt dessen wohl wichtigster Zubringer aus und die Russen übernehmen mit ihrem bewährten Sojus-System die alleinige Verantwortung. Deren Transportkapazität ist allerdings begrenzt, so dass die Internationale Raumstation derzeit nur von zwei Personen bemannt wird. Die zugesagten finanziellen Spritzen aus den USA, dringend benötigt für die Finanzierung weiterer Raumflüge - die russische Raumfahrt ist durch finanzielle Engpässe seit Jahren herb angeschlagen - fließen nur zäh und stehen z.B. militärischen Einwänden entgegen. Ohne eine rasche Wiederaufnahme der Shuttle-Flüge oder die Steigerung der Leistungen der Russen auf diesem Sektor wird die ISS aber dauerhaft auf tönernen Füßen stehen. (Felix Korsch - Quelle: space.com/TASS)
» Opportunity auf Kurs Mars 21. Juli 2003 - Am 18. Juli hat die amerikanische Mars-Sonde Opportunity ihre erste Kurskorrektur nach dem Start planmäßig absolviert. Nach dem Start des zweiten amerikanischen Mars-Rovers am 7. Juli liegt nun das erste wichtige Manöver der Raumsonde während der Reise von der Erde zum Roten Planeten hinter ihr: Das so genannte Trajectory Correction Maneuver 1 (TCM-1). Zunächst wurde dazu die Lage der Sonde, die aus Gründen der Temperaturregelung zweimal pro Minute um ihre Längsachse rotiert, so geändert, dass sich ihre Rotationsachse in Richtung der geplanten Flugbahn verlagerte. Anschließend wurden die Triebwerke für 54 Minuten gezündet, wodurch sich die Geschwindigkeit von Opportunity um 16,2 Meter pro Sekunde erhöhte. Den Abschluss von TCM-1 bildete eine erneute Lageänderung der Raumsonde, um die Antennen wieder Richtung Erde und die Solarpaneele Richtung Sonne auszurichten. Da sich die Position der Sonde relativ zur Erde und zur Sonne während des siebenmonatigen Flugs ständig ändert werden solche Lageveränderungen regelmäßig vorgenommen, um immer eine möglichst optimale Ausrichtung der Raumsonde zu gewährleisten. "Es sieht nach einer wundervollen Zündung aus", so kommentierte der Mars Exploration Rover-Missionsmanager Jim Erickson das Ereignis. "Die Triebwerke haben korrekt gezündet. Wir sind auf dem Kurs, um beide Raumsonden zum Mars zu bringen." Die Beschleunigung von Opportunity hat zwei Effekte zu Folge. Zum einen erfolgt die Ankunft beim Mars dadurch um 1,48 Tage früher, so dass der gewünschte Landetermin 25. Januar 2004 eingehalten werden kann. Zum anderen wird dadurch verhindert, dass die Raumsonde in 340.000 Kilometer Entfernung am Roten Planeten vorbei fliegt. Dieser "fehlerhafte" Kurs war beim Start bewusst gewählt worden, damit die ungefähr auf derselben Bahn wie Opportunity hinter der Raumsonde her fliegende dritte Stufe der Delta II-Trägerrakete Anfang nächsten Jahres nicht ebenfalls auf der Marsoberfläche einschlägt. Mittlerweile ist Opportunity bereits rund 4,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Ausführliche Informationen über die Mission der beiden Mars-Rover können Sie auf den Seiten unseres Mars Rover-Special lesen. (Michael Stein - Quelle: NASA)
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HotSpot: Europas neue Mars-Pläne
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von Thomas Pallmann | |
Gibt es Leben auf anderen Planeten oder ist der Planet Erde der einzige Platz in unserem Sonnensystem, wo sich lebende Organismen gebildet haben? Die Europäische Raumfahrtagentur ESA lädt Firmen aus Europa und Kanada ein um sich an der ExoMars-Mission zu beteiligen, um damit eine Antwort auf diese uralte Frage zu erhalten.
Am 9. Juli veröffentlichte die Abteilung für das Aurora-Programm eine Ausschreibung für Firmen, die detaillierte Vorschläge zum Design des ExoMars Roboters und seiner wissenschaftlichen Nutzlast Pasteur einreichen wollen.
Der Einsendeschluss für Vorschläge ist der 13. Oktober 2003. Danach werden zwei Firmen ausgesucht, die in eine einjährige Phase A Designstudie gehen werden.
Die ExoMars Mission beinhaltet einen Satelliten und ein Landemodul, das einen großen (200 kg), sehr beweglichen Roboter auf der Marsoberfläche absetzten wird. Nach geglückter Landung des Roboters wird der ExoMars Satellit, neben seinen wissenschaftlichen Aufgaben, auch als Relaisstation zwischen Roboter und Erde dienen.
Die Hauptaufgabe des ExoMars Roboters wird die suche nach Leben auf dem Roten Planeten sein. Des Weiteren werden Messungen durchgeführt um Gefahren für zukünftige bemannte Marsmissionen zu erkennen, die Verteilung von Wasser auf dem Mars zu bestimmen und um die chemische Zusammensetzung von Felsen auf der Marsoberfläche zu messen.
Der Roboter wird mit verschiedensten wissenschaftlichen Instrumenten dicht bestückt sein - die Pasteurnutzlast - welche Werkzeuge beinhaltet um Marserde zu sammeln, zu verarbeiten und zu analysieren. Das Gesamtgewicht der Instrumente wird bei etwa 40 kg erwartet.
"ExoMars ist eine sehr ehrgeizige Mission und ein wichtiger Schritt in der Entwicklung des Aurora-Langzeitplanes um Menschen auf eine Marsexpedition zu senden" sagte Bruno Gardini, Aurora-Projektmanager.
"Nicht nur wird diese Mission Europas ersten fahrenden Roboter enthalten, sondern auch zum ersten mal exobiologische Nutzlast tragen, ein Set extra für die Suche nach Leben gestaltet" sagte er weiter.
"Interplanetare Sonden und im speziellen Landemodule, müssen sehr kompakt und effizient sein mit einem Minimum an Masse und Stromverbrauch." fügte er hinzu. "Der Bereich der derzeitigen Studie umfasst dadurch das ganzheitliche Roboterdesign um effektiv Antrieb, wissenschaftliche Instrumente und andere Subsysteme des Roboters zusammenzufassen."
Die ESA plant den Start von ExoMars im Jahr 2009, als das erste Flagschiff des Aurora-Programms. Die ExoMars Phase A Studie wird finanziert vom Aurora-Programm der ESA und des ELIPS Programmes.
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ISS Weekly Report: Achte Stammbesatzung nominiert
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von Michael Schumacher | |
Die siebte Stammbesatzung, bestehend aus Kommandant Juri Malentschenko und National Aeronautics and Space Administration (NASA) International Space Station (ISS) Science Officer (SO) Edward Lu, verbrachte eine geschäftige Woche in der Erdumlaufbahn mit einem Manöver des Space Station Remote Manipulator System (SSRMS) "Canadarm2", das dazu führen könnte, dass die Bedienung des Roboterarms der Raumstation von Flugkontrolleuren auf der Erde aus ohne eine Beteiligung der jeweiligen Stammbesatzung erfolgen könnte.
Das am Freitag, dem 25. Juli 2003 durchgeführte Manöver, bei dem Lu mit den Flugkontrolleuren im Mission Control Center (MCC) in Houston zusammenarbeite, begann um kurz nach 03.00 Uhr Eastern Standard Time (EST). Dabei handelte es sich um eine Machbarkeitsstudie. Lu führte eine Aufgabe durch, die von der Erde noch nicht durchgeführt werden kann, wie zum Beispiel das Bedienen des Latching End Effector (LEE) und das Einleiten der Gelenkbewegung. Diese Aufgabe wurde vor 07.00 Uhr EST erfolgreich abgeschlossen. Die Ergebnisse werden zur Bewertung des Konzeptes und zur Ermittlung von Veränderungen in den Bereichen Software, Hardware und Verfahrensweise verwendet, die für die Steuerung des Roboterarms von der Erde aus benötigt werden.
Lu verbrachte auch einige Zeit damit, mit den Sample Processing Units (SPUs) des Experimentes Coarsening in Solid Liquid Mixtures (CSLM) in der Microgravity Science Glovebox (MSG) im amerikanischen Laboratory Module "Destiny" zu arbeiten. Eine von Lu installierte Einheit wurde als verdreht befunden, so dass er die vorhergehende SPU erneut installierte. Das Experiment CSLM wurde vom Anfang der Woche aufgrund von Feuchtigkeit im Inneren und Sorgen bezüglich des Taupunktes vorschoben. Es wird davon ausgegangen, dass nächste Woche mit dem Experiment begonnen werden kann. Es wird den Kernvergröberung genannten Prozess untersuchen, in dessen Verlauf sich die Festigkeit eines Materials verringert. Dieses Phänomen wird bei mehreren Materialien beobachtet, darunter bei Wassertröpfchen in Regenwolken und bei Zahnfüllungen. Es kann Turbinenschaufeld, die hohe Temperaturen erzeugen, schwächen. Unterdessen arbeitete Malentschenko mehr als zwei Stunden daran, nicht länger benötigte Gegenstände in das unbemannte russische Versorgungsraumschiff Progress M-47 zu laden, das an den hinteren Kopplungsstutzen des Service Module "Swjesda" angekoppelt ist.
Am vergangenen Montag, dem 21. Juli 2003 konzentrierte sich die siebte Stammbesatzung auf medizinische Experimente und eine Bestandsaufnahme durch Malentschenko von 44 russischen Medizin-, Nahrungsmittelergänzungs- und Salbenausrüstungssätzen, eine Aufgabe, die etwa zwei Stunden in Anspruch nahm. Am Dienstag, dem 22. Juli 2003 wurden zusätzliche medizinische Tests durchgeführt und das MCC in Moskau testete fortführend eine neue Antenne des Satellitennavigationssystems. Beide Besatzungsmitglieder nahmen sich auch Zeit um Fragen von Schülern aus verschiedenen Klassenstufen zu beantworten, die von Pädagogen am Kennedy Space Center (KSC) weitergegeben wurden.
Nach dem Abstiegstraining aus der Erdumlaufbahn mit dem russischen Rettungsraumschiff Sojus TMA-2 und der eine Woche dauernden Zustandsüberprüfung der Batterien in den Raumanzügen am Mittwoch, dem 23. Juli 2003, bereiteten sich Malentschenko und Lu am Donnerstag, dem 24. Juli 2003 für das Bedienen des Roboterarms am Freitag, dem 25. Juli 2003 vor und Malentschenko nahm in Ruhepausen an einer russischen Untersuchung der bioelektrischen Herztätigkeit teil.
Die Woche über führten beide Besatzungsmitglieder routinemäßige Wartungstätigkeiten an der Raumstation durch und absolvierten ihre täglichen Übungen zur körperlichen Ertüchtigung, die eingeführt wurden, um die Auswirkungen des lange einer Mikrogravitationsumgebung in der Erdumlaufbahn ausgesetzt sein abzuwenden.
Am Freitag, dem 25. Juli 2003 wurde bekannt gegeben, dass der erfahrene Astronaut Michael Foale und der routinierte Kosmonaut Alexander Kaleri die achte Stammbesatzung bilden werden, die an Bord der ISS leben wird.
Foale wird als Sojus Bordingenieur sowie als Kommandant und NASA ISS SO der achten Stammbesatzung und Kaleri als Sojus Kommandant sowie als Bordingenieur der achten Stammbesatzung dienen.
Ihre Mission soll am 18. Oktober 2003 beginnen, wenn das russische Rettungsraumschiff Sojus TMA-3 vom Baikonur Kosmodrom in Kasachstan abheben wird. Pedro Duque, Astronaut und Kosmonaut der European Space Agency (ESA) aus Spanien wird zusammen mit Kaleri und Foale als Sojus Bordingenieur an dem Flug in der Erdumlaufbahn teilnehmen und zehn Tage später wieder zur Erde zurückkehren.
Am 20. Oktober 2003 werden die drei Besatzungsmitglieder mit Sojus TMA-3 an die Raumstation ankoppeln und ein acht Tage dauerndes Übergabeverfahren mit der siebten Stammbesatzung durchführen.
Am 28. Oktober 2003 werden Malentschenko, Lu und Duque an Bord von Sojus TMA-2, das gegenwärtig an die Raumstation angekoppelt ist, zur Erde zurückkehren. Malentschenko und Lu befinden sich seit dem 28. April 2003 an Bord der Raumstation.
Die Ersatzmannschaft für die achte Stammbesatzung besteht aus dem erfahrenen Astronauten William McArthur und dem erfahrenen Kosmonauten Waleri Tokarew. Der Ersatzmann für Duque ist Andre Kuipers aus den Niederlanden.
Bis zur Wiederaufnahme der Missionen des Space Shuttle mit seiner bedeutenden Nutzlastkapazität wird die ISS mit einer zwei- statt dreiköpfigen Stammbesatzung besetzt werden. Die kleinere Besatzung ist groß genug, um den Betrieb an Bord der Raumstation aufrechtzuerhalten und klein genug, um mit einer Verringerung der Wasserversorgung und anderer Verbrauchsgüter zu leben. Foale und Kaleri sollen annähernd sechs Monate an Bord der Raumstation verbringen.
Foale kann auf fünf Raumflüge mit einer Raumflugerfahrung von 178 Tagen, 23 Stunden, 44 Minuten und 7 Sekunden zurückblicken. Er diente als Missionsspezialist bei STS-45 vom 24. März 1992 bis zum 02. April 1992, bei STS-56 vom 08. April 1993 bis zum 17. April 1993, bei STS-63 vom 03. Februar 1995 bis zum 11. Februar 1995 sowie bei STS-103 vom 19. Dezember 1999 bis zum 27. Dezember 1999. Zudem startete er am 15. Mai 1997 als Missionsspezialist bei STS-84 und landete am 06. Oktober 1997 nach einem Aufenthalt als Bordingenieur auf der russischen Raumstation Mir als Missionsspezialist bei STS-86. Kaleri flog bereits drei Mal zur russischen Raumstation Mir in den Weltraum und besitzt eine Raumflugerfahrung von 415 Tagen, 3 Stunden, 19 Minuten und 1 Sekunde. Er diente als Bordingenieur bei Sojus TM-14 vom 17. März 1992 bis zum 10. August 1992, bei Sojus TM-24 vom 17. August 1996 bis zum 02. März 1997 sowie bei Sojus TM-30 vom 04. April 2000 bis zum 16. Juni 2000. Duque befand sich als Missionsspezialist bei STS-95 vom 29. Oktober 1998 bis zum 07. November 1998 8 Tage, 21 Stunden, 43 Minuten und 56 Sekunden im Weltraum.
McArthur führte drei Raumflüge durch und hat eine Raumflugerfahrung von 35 Tagen, 2 Stunden, 25 Minuten und 57 Sekunden. Er diente als Missionsspezialist bei STS-58 vom 18. Oktober 1993 bis zum 01. November 1993, bei STS-74 vom 12. November 1995 bis zum 20. November 1995 sowie bei STS-92 vom 11. Oktober 2000 bis zum 24. Oktober 2000. Tokarew erreichte als Missionsspezialist bei STS-96 vom 27. Mai 1999 bis zum 06. Juni 1999 eine Raumflugerfahrung von 9 Tagen, 19 Stunden, 13 Minuten und 1 Sekunde. Kuipers hat noch an keinem Raumflug teilgenommen.
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"In Space" Magazin #087 ISSN 1684-7407
Erscheinungsdatum:
26. Juli 2003
Auflage: 1203 Exemplare
Chefredaktion &
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Redaktionsleitung:
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Sven Flock
Jan Großmann
Britta Hermes
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Raphael Kallensee
Andreas Kopp
Clemens Mach
Sebastian Mateja
Dominik Mayer
Thomas Pallmann
Dominik Puckert
Sabine Rossburg
Gero Schmidt
Michael Schumacher
Michael Stein
Mark Weimar
Lorenz Zistler
Freie Mitarbeiter:
Lutz Growalt
Felix Korsch - MannedSpaceflight.de
Meik Lampmann - Space-Weltraum.de
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