| InSpace Magazin #170 vom 27. Februar 2005
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Das Email-Magazin von Raumfahrer.net.
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"In Space" Magazin
Ausgabe #170
ISSN 1684-7407
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Updates / Umfrage
> News:
Nachrichten der Woche
> Mars Aktuell: Neue Postkarten von Mars Express
> Saturn Aktuell: Neuigkeiten am laufenden Band
> ISS Weekly Report: Startvorbereitungen für Progress M-52 laufen
> Impressum:
Disclaimer & Kontakt
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Verehrte Leserinnen und Leser,
zunächst möchten wir uns bei Ihnen bedanken. Die letzte Woche gestartete Umfrage über das Projekt Raumfahrer.net kam gut an und ist sehr aufschlussreich. Sie können aber weiterhin über das Portal dieses Umfrage-Formular ausfüllen.
Heute haben wir für Sie Berichte von Mars, ISS und wieder vom Saturn.
Martin Ollrom
Stellv. Chefredakteur Raumfahrer.net
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» Cassini-Huygens Sonderseite
Am 1. Juli 2004 erreicht die europäisch-amerikanische Großsonde Cassini-Huygens den Saturn und wird ungeahnte Ansichten von ihm und seinen Monden liefern.
» Rubrik: Planet Erde
Der blaue Planet gehört zu den faszinierndsten Objekten unseres Sonnensystems. Wir widmen ihm eine Sonderseite mit aktuellen Informationen aus der Forschung.
» mitarbeit.raumfahrer.net
Raumfahrer.net ist weiter auf der Suche nach neuen Mitarbeitern - hier erfahren Sie was Sie bei uns erwartet.
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• Mit dem Spaceplane XP ins All <mehr>
• SMART-1: Vorbote neuer Mondmissionen <mehr>
• Erste dunkle Galaxie gefunden? <mehr>
• Erste dunkle Galaxie entdeckt? <mehr>
• Ammoniak ist der Schlüssel zur Titanatmosphäre <mehr>
• MEX: Eismeer auf dem Mars entdeckt <mehr>
• Testflug am 15. Mai <mehr>
• Titan im Radar und erstmals Enceladus <mehr>
• Die erste Minute der Ariane 5 ECA <mehr>
• Geheimnisvolle Gammastrahlen von der Erde <mehr>
» Mit dem Spaceplane XP ins All 26. Februar 2005 - Das Spaceplane XP soll als wiederverwendbares Raumfahrzeug Passagiere zu erschwinglichen Preisen an den Rand des Weltalls bringen. Rocketplane Limited, Inc ist eine Firma in Oklahoma, die es sich zum Ziel gemacht hat die kommerzielle Raumfahrt so sicher, bequem und selbstverständlich wie den Luftverkehr zu machen. Der gewählte Weltraumhafen liegt in Oklahoma in Burns Flat. Von dort soll das Rocketplane XP bis auf 100 km über die Erdoberfläche steigen. In dieser Höhe wird den Passagieren ein spektakulärer Blick versprochen, der von einer bis zu vier Minuten andauernden Schwerelosigkeit versüßt wird. Neben den Passagierflügen bietet Rocketplane Limited, Inc. auch den Transport von wissenschaftlichen Experimenten und Nutzlasten ins suborbitale Weltall an. Der erste kommerzielle Passagierflug ist für das Jahr 2007 angesetzt. "Es wird ein echt cooler Ritt. Es wird die weltgrößte Achterbahn," scherzt Charles Lauer, Mitgründer der Firma und Direktor der Geschäftsführung. Laut Lauer hat Rocketplane Limited, Inc. bereits vier Millionen US-Dollar in den letzten zehn Monaten in das Projekt investiert. Das Gesamtinvestment beläuft sich auf 30 Millionen US-Dollar um das erste Rocketplane XP zu bauen und durch diverse Flugtests bis zum Jungfernflug zu bringen. "Das ist echte Ingenieursarbeit," sagte Lauer. "Nach zehn Jahren harter Arbeit an diesem Projekt haben wir nun echte Hardware um die Konstruktionszeichnungen verwirklichen zu können." Der Rumpf des Rocketplane XP ist ein modifizierter Rumpf der Lear 25 Jet-Serie (Businessjet-Passagierflugzeug). Es werden ebenfalls die gleichen General Electric CJ- 610 Torbojet Triebwerke verwendet, wie sie auch bei der Standard Businessjet Konfiguration gesehen werden können. Diese zwei starken Triebwerke werden für die Startphase verwenden und werden nach der Zündung der Raketentriebwerke abgeschaltet. Nach dem Wiedereintritt werden die Triebwerke wieder angelassen und das Rocketplane XP landet am Oklahoma Weltraumhafen wie ein normales Luftfahrzeug. Diese zwei Triebwerke sind im Übrigen die ohne Nachbrenner ausgestattete Version der J-85 Triebwerke, die von White Knight, dem Trägerflugzeug des SpaceShipOne der Firma Scaled Composites benutzt werden. Rocketplane XP besitzt zudem Deltaflügel die an der gleichen Stelle am Rumpf wie die Tragflügel des Lear 25 Jet angebracht sind. Zudem wurde eine neue Rumpfheckstruktur angebracht um die vom Raketentriebwerk erzeugten Schubbelastungen auszuhalten. Lauer erzählte, dass das Spacplane XP im nächsten Jahr einer Reihe von Rütteltests ausgesetzt werden wird um eine Menge von Daten zu sammeln bevor die ersten kommerziellen Passagierflüge starten. Die Preisliste pro Passagier ist im Bereich von 150.000 bis 160.000 US-Dollar festgelegt. Die Kapazität soll bei 200 Passagieren pro Jahr liegen. "Aber unsere Kapazität ist weit mehr als das," fügte Lauer hinzu. Mit zwei XP Raumfähren soll die Priorität hauptsächlich auf den Weltraumtourismus gelegt werden. Dennoch wird es nicht einfach sein sich im Marktraum Weltraum behaupten zu können. Neben einer Reihe Konkurrenzfirmen sind es vor allem Gesetze, Versicherungsfirmen und Staatsbeamte, die Weltraumfirmen das Leben erschweren. Dennoch werden sich wohl in naher Zukunft einige nicht arme Abenteurer einen Lebenstraum erfüllen können und als Astronaut die Schwerelosigkeit sowie einen spektakulären Ausblick genießen können, wenn auch nur für ein paar Minuten… (Andreas Tramposch - Quelle: Space.com)
» SMART-1: Vorbote neuer Mondmissionen 26. Februar 2005 - Europäische Wissenschaftler möchten mit ihrer kleinen Mondsonde großen neuen Missionen den Weg bahnen. "Walking on the moon" ist ein Song, der einen der frühesten Träume der Menschheit beschwört. Im Juli 1969 wurde er Wirklichkeit, als Neil Armstrong mit einem kleinen Satz von der Leiter der Mondlandefähre auf die Oberfläche des Mondes sprang und seine mittlerweile historischen, oft zitierten Worte über den großen Schritt sprach, den dies für die Menschheit bedeutete. Derzeit bemüht sich eine andere lunare Forschungsmission, den Weg für eine Rückkehr zum Mond zu bereiten. Seit dem Start von Kourou im September 2003 hat sich die ESA-Raumsonde SMART-1 nach und nach dem Mond angenähert und mittlerweile ihre geplante Umlaufbahn erreicht. "Unser Ziel ist es, die Art und chemische Zusammensetzung der Mondoberfläche aus einem polaren Orbit heraus zu vermessen", erklärt Bernard Foing, der Projektwissenschaftler der Mission. "Beispielsweise werden wir eine detaillierte Karte des Mondes erstellen, indem wir viele Mosaike aus den Bildern der Bordkamera zusammen fügen." Das "Space"-Magazin von EuroNews hat das SMART-1-Wissenschafts- und Technologie-Operationszentrum im ESA-Zentrum ESTEC in Noordwijk in den Niederlanden besucht. Von hier aus werden die Beobachtungen durch die sieben Instrumente an Bord des neuen Mondsatelliten programmiert. Der Operationsingenieur Jim Volp vergleicht es mit dem Fernsteuern eines Autos aus großer Entfernung. "Wir machen uns keine Sorgen über den Motor oder sonstige Teile des Autos, sondern sind mehr mit den Passagieren beschäftigt, also der wissenschaftlichen Nutzlast. Instrumente sollen auf verschiedene Dinge ausgerichtet werden. Das eine soll nach links schauen, das andere nach rechts - und zwar möglichst gleichzeitig. Wir müssen diese Dinge harmonisieren." Dank voller Funktionsfähigkeit seit der Ankunft im Mondorbit ist die Moral der Projekt- und Wissenschaftsteams hoch. Die Mission sollte ursprünglich bereits im kommenden August enden, aber am 15. Februar wurde sie um ein Jahr verlängert. Für die zweite Phase ihrer wissenschaftlichen Beobachtungen wird die Raumsonde einen tieferen Orbit einnehmen. Ein wesentlicher Grund für die Erweiterung ist das hoch effiziente solar-elektrische Antriebssystem der Sonde. Dieser kleine Motor, der einen Ionen-Plasmastrahl erzeugt und dazu die über die Solarzellen eingefangene Sonnenenergie sowie an Bord gespeichertes Xenon-Gas nutzt, beförderte SMART-1 in ihren jetzigen Mondorbit. "Der Schub beträgt nur 7 Gramm, das Gewicht einer Postkarte", erinnert Bernard Foing. "Aber durch ständigen Einsatz des Triebwerks mit diesem sanften Schub - wie wenn jemand sechs Monate lang gegen Ihre Hand bläst - war es möglich, nach und nach in Spiralen bis zum Mond zu fliegen." Die zauberhafte Reise in immer weiteren Kreisen hat die kleine, nur 370 Kilogramm schwere SMART-1 über etliche Millionen Kilometer befördert, bis sie von der Schwerkraft des Mondes eingefangen wurde. Durch Studium der Oberflächengeologie und -chemie wird die Mission unser Verständnis der Entstehung und frühen Entwicklung des Mondes verbessern. Die derzeit favorisierte Theorie geht davon aus, dass sich der Mond aus Trümmern formte, die bei dem Einschlag eines riesigen Asteroiden auf die Erde vor über 4 Milliarden Jahren entstanden. Indem sie die dunkleren Teile des Mondsüdpols untersucht, wird die Sonde auch versuchen, eine endgültige Antwort auf die schon lange offene Frage nach der Existenz von Wasser auf dem Mond zu finden. Wasser in gefrorener Form, das von Asteroiden und Kometen stammt, könnte dort heute noch vorhanden sein. "In der Region des Südpols gibt es viele Krater", führt Bernard Foing an einem großen Modell der Mondoberfläche aus. "Einige dieser Krater sind so geartet, dass das Sonnenlicht niemals ihren Boden erreicht hat und erreichen wird. Dort herrscht ewige Dunkelheit. Die Temperaturen dort dürften zu den tiefsten im Sonnensystem zählen, um minus 200 Grad Celsius, so dass Wassereis, das einmal dorthin gelangte, für immer dort gefangen bleibt. Entlang der Kraterränder gibt es hingegen einige Gipfel, die ständig von der Sonne beschienen werden." Dies seien ideale Bedingungen, um neue Monderforschung zu starten: "Permanent beleuchtete Gebiete und Wasser nahebei hätten enorme Vorteile für zukünftige Missionen. Wir können Rover zu diesen Gipfeln ewigen Lichts schicken, die Mondstationen für uns errichten, denen einerseits permanente Sonnenenergie und andererseits Wasser aus dem Eis in den tiefen Kratern zur Verfügung stehen." Die SMART-1-Daten werden anderen internationalen Mondmissionen zur Verfügung gestellt. "Unsere Sonde soll dabei helfen, die nächste Generation von robotischen und bemannten Missionen zum Mond zu definieren und zu planen." Für Bernard Foing und das SMART-1-Team ist die Vorstellung, auf dem Mond zu gehen, sogar dort ständig zu leben, nicht länger ein Traum, sondern bereits nahe Gewissheit. Verwandte Artikel: SMART-1 SMART-1 Technik Dieser Bericht läuft derzeit 21mal wöchentlich als kurze "Space"-Reportage auf EuroNews, freitags und samstags auch zur Hauptsendezeit. Jeden zweiten Freitag startet ein neues Programm, das in Zusammenarbeit mit der ESA produziert wird. (Axel Orth - Quelle: ESA)
» Erste dunkle Galaxie gefunden? 25. Februar 2005 - Astronomen entdeckten eine Kuriosität des Universums. Es scheint eine unsichtbare Galaxie zu sein, beinahe vollkommen aus dunkler Materie bestehend. Was die Astronomen als Galaxie bezeichnen, enthält trotzdem keine Sterne. Es findet sich jedoch eine große Menge an Materie, welche um ein Zentrum rotiert. Dies sei ein Zeichen für eine Galaxie. Ohne das Licht, das Sterne abgeben, konnte dieses Objekt nur durch ein Radioteleskop gefunden werden. Die erste Sichtung gelang der Universität von Manchester mit dem Teleskop Lovell und diese wurde vom Teleskop Arecibo in Puerto Rico bestätigt. Es wird vermutet, dass es sich bei dem Material, welches die Galaxie zusammen hält, um dunkle Materie handelt. Dr. Jon Davies aus dem Astronomenteam zeigt sich sehr erfreut darüber: „Das Universum hält alle Arten von Geheimnissen zur Enthüllung für uns bereit. Das zeigt uns, dass wir beginnen zu verstehen auf welche Weise wir die Dinge betrachten müssen. Es ist eine aufregende Entdeckung“ Wenn Astronomen das sichtbare Universum beobachten, ist es vergleichbar mit einem Blick in die tiefschwarze Nacht aus einem hell erleuchteten Zimmer. Es ist leicht, Straßenlaternen, Autoscheinwerfer und hell erleuchtete Zimmer zu erkennen. Die Bäume, Hecken und Berge verschwinden jedoch in der Dunkelheit, weil sie nicht leuchten. Wir leben auf einem Planeten nahe eines Sternes, wodurch Astronomen immer aus einem „hell erleuchteten Raum“ in den Sternenhimmel blicken. Dies macht es schwer die dunklen, versteckten Objekte zu erkennen. Ein internationales Team sucht daher diese dunklen Galaxien ohne sichtbares Licht. Stattdessen bedienen sie sich Radiowellen. Sie studierten die Verteilung von Wasserstoff-Atomen im Universum und suchten nach größeren Anhäufungen. Im Galaxienebel Virgo, 50 Millionen Lichtjahre entfernt, wurden sie schließlich fündig. Gegen die Vermutung, dass es sich nur um eine Ansammlung von Wasserstoffatomen handelte, sprach dann jedoch die Drehgeschwindigkeit des Objektes. Es dreht sich so schnell, dass die Materie wegfliegen müsste. Weil dies aber nicht beobachtet wird, liegt die Vermutung nahe, dass eine große Gravitationskraft vorhanden ist. Eine solche Kraft lässt Astronomen das Mitwirken von dunkler Materie vermuten. Dr. Robert Minchin von der Cardiff Universität erklärte: „Wenn es eine normale Galaxie wäre, sollte es sehr groß sein und mit einem guten Hobby-Teleskop sichtbar sein.“ Ähnliche Objekte wurden früher bereits beobachtet. Bei genaueren Betrachtungen der Objekte wurden die vermissten Sterne jedoch gefunden. Bei weiteren Objekten erklärte man die fehlenden Sterne mit einem Zusammenstoß von zwei Galaxien. Für das jetzt heiß diskutierten Objekt wurde diesen Vermutungen bereits nachgegangen. Das Isaac Newton- Teleskop in La Palma hat jedoch weder sichtbare Spuren von Sternen, noch nahe Galaxien, die für einen Zusammenstoß in Frage gekommen wären, gefunden. Die Entdeckung des Objektes war bereits 2000 erfolgt und somit hatten die Astronomen bereits 5 Jahre Zeit um alle anderen möglichen Erklärungen auszuschließen. Professor Mike Disney traf dazu die treffende Aussage: „Wie Sherlock Holmes berühmte Worte lauteten, 'Wenn du bereits alles Unmögliche ausgeschlossen hast, muss das was übrig bleibt – egal wie unwahrscheinlich es wirkt – die Wahrheit sein' “ VIRGOHI21 (das Objekt) scheint die erste dunkle Galaxie zu sein, die je entdeckt wurde.
Astronomen rätseln schon länger über dunkle Materie. Besonders beschäftigen sie sich mit der Frage, wo sich die Materie befindet. Momentane Überlegungen gehen sogar soweit, dass es mehr Galaxien geben muss, als wir erkennen können. Die Theorie über dunkle Galaxien bildet sich auf der Grundlage dieser zwei Überlegungen im großen Rätsel um dunkle Materie. Eine dunkle Galaxie zu finden ist den Astronomen sehr wichtig. Dies würde dem kosmischen Model entsprechen, welches 5 mal so viel dunkle Materie wie normale Materie vermuten lässt. (Claudia Michalecz - Quelle: Jordell Bank Observatory)
» Erste dunkle Galaxie entdeckt? 24. Februar 2005 - Britische Wissenschaftler haben möglicherweise die erste Galaxie aus "dunkler Materie" entdeckt. Ein Astronomenteam unter britischer Leitung hat ein Objekt entdeckt, dass eine unsichtbare Galaxie aus beinahe ausschließlich dunkler Materie zu sein scheint – die erste Entdeckung dieser Art. Eine dunkle Galaxie ist eine Bereich des Universums, der eine große Menge rotierender Masse beinhaltet, wie eine Galaxie, aber keine Sterne hat. Ohne das Licht der Sterne können solche Galaxien nur mit Radioteleskopen entdeckt werden. Die erste Sichtung erfolgte mit dem Lovell Teleskop der Universität Manchester in Cheshire, bestätigt wurde die Entdeckung durch das Arecibo Teleskop in Puerto Rico. Das unbekannte Material, von dem angenommen wird, dass es diese Galaxien zusammenhält, ist bekannt als dunkle Materie, über die die Wissenschaftler bislang nur sehr wenig wissen. Dr. Jon Davies, aus dem Astronomenteam der Universität Cardiff sagte: "Das Universum hat noch alle Arten von Geheimnissen für uns zu enthüllen, aber diese Entdeckung zeigt, dass wir anfangen zu verstehen, wo wir hinsehen müssen. Es ist wirklich eine aufregende Entdeckung!" (Markus Arens - Quelle: Spaceref)
» Ammoniak ist der Schlüssel zur Titanatmosphäre 22. Februar 2005 - Dank der von Cassini und Huygens gesammelten Daten sind die Wissenschaftler überzeugt, dass die Atmosphäre des Titan nicht gerade wenig Ammoniak enthält. Die Chemikalie könnte sogar für geologische Prozesse auf dem Saturnmond verantwortlich sein. Wissenschaftler der University of Arizona glauben, dass Cassini bald eine Schicht aus Ammoniak und Wasser unter der Oberfläche aus festem Wassereis finden wird. Das flüssige Ammoniak könnte für den Eisvulkanismus verantwortlich sein, den Cassini bereits bei seinem ersten Vorbeiflug 2004 entdeckte. „Wissenschaftler können aus den gewonnenen Daten ableiten, dass Ammoniak vorhanden ist,“ sagt Johnathan Lunine, ein Huygens-Wissenschaftler der ESA. „Ich denke es ist eindeutig, dass Titan neben Wasser eine bedeutende Menge Ammoniak angesammelt hat,“ sagt Lunine. „Wenn Ammoniak vorhanden ist, könnte es für einen großen Teil der Oberflächenveränderung verantwortlich sein.“ Lunine nimmt an, dass Titan eine flüssige Schicht aus einen Gemisch aus Wasser und Ammoniak unter der hart gefrorenen Wassereisoberfläche finden wird. Cassini’s Radar hat bereits Stellen ausgemacht, an denen Flüssigkeit aus extrem kalten Vulkanen ausgetreten ist und über die Oberfläche geflossen ist. Dieser so genannte Cryovulkanismus könnte auch die Quelle für den in der Titanatmosphäre gefundenen Stickstoff sein. Während des ersten Titanvorbeiflugs im Oktober vergangenen Jahres sah Cassini’s Radargerät eine Oberfläche, die einer erhärteten Basaltschicht auf der Erde ähnlich sieht. Die Wissenschaftler nehmen an, dass Titan einen felsigen Kern besitzt, der von einer steinharten Wassereisschicht umgeben ist. Ist Ammoniak in der vulkanischen Flüssigkeit enthalten, würde es den Gefrierpunkt des Wassers senken und die Dichte der Flüssigkeit ebenso, so dass einen ähnlichen Auftrieb wie Wassereis hätte, jedoch mit einer Viskosität von Basalt. „Was wir auf den Radaraufnahmen gesehen haben, lässt also auf Ammoniak als Ursache für den Cryovulkanismus schließen,“ sagt Lunine. Spektrometer von Cassini und Huygens untersuchten die Atmosphäre des Titan von den äußersten Schichten bis zur Oberfläche. „Keins der Geräte entdeckte non-radiogene Formen des Edelgases Argon,“ sagt Tobias Owen von der University of Hawaii. Das deutet darauf hin, dass die Objekte, aus denen Titan ursprünglich entstanden ist, Stickstoff in Form von Ammoniak enthielten. „Sogar Titans exzentrischer Orbit um den Saturn könnte durch die flüssige Schicht im Untergrund erklärt werden,“ sagt Lunine. „Eine Sache die in der Geschichte des Titan nicht passiert sein kann, ist das eine flüssige Schicht gefriert, denn das hätte die Rotationsrate des Mondes stark erhöht“, sagt Lunine. „Entweder hat Titan also niemals eine flüssige Schicht gehabt – was sehr unwahrscheinlich ist, denn während der Entstehung des Mondes hätte die Anhäufung von Material das Wasser geschmolzen – oder aber die flüssige Schicht existiert bis heute. Und die einzige Möglichkeit diese flüssige Schicht zu konservieren ist durch Ammoniak.“ Radarmessungen die nur wenige Einschlagkrater zeigen deuten auf sehr junge Oberflächen hin. „Die Oberfläche des Titan verändert sich also, oder aber die Krater werden durch organische Chemikalien verdeckt,“ sagt Lunine. „Wir wissen noch nicht was es ist.“ Wissenschaftler glauben, dass die Kohlenwasserstoffe, die für die trübe Atmosphäre des Titan sorgen, wie Schnee vom Himmel fallen und den Boden bedecken. Wenn das der Fall ist und seit langer Zeit passiert, dann hätte Titan von den felsigen Objekten des Sonnensystems das größte Vorkommen an Kohlenwasserstoffen.“ (Ingo Froeschmann - )
» MEX: Eismeer auf dem Mars entdeckt 22. Februar 2005 - Mit Hilfe der hochauflösenden HRSC-Kamera an Bord der europäischen Raumsonde Mars Express konnte ein riesiger zugefrorener See in Nähe des Mars-Äquators entdeckt werden. Schon auf früheren Aufnahmen anderer Raumsonden war den Wissenschaftlern eine sehr flache Gegend in der Elysium-Ebene knapp nördlich des Mars-Äquators aufgefallen, die wahrscheinlich durch Lava- und Wasserströme in geologisch jüngster Vergangenheit geformt worden ist. Ein Wissenschaftlerteam unter Leitung des britischen Geologen John Murray von der Open University in London hat nach Analyse von Aufnahmen des Mars-Orbiters Mars Express nun die Schlussfolgerung gezogen, dass es sich bei diesem Gebiet um einen etwa 800 mal 900 Kilometer durchmessenden und mutmaßlich etwa 45 Meter tiefen gefrorenen See handelt. Für diese Annahme sprächen Form und Größe der Eisschollen sowie der Umstand, dass sie auf einem extrem ebenen Grund zu "schwimmen" scheinen, der kaum geologische Strukturen oder ein sichtbares Gefälle aufweist. "Bestätigen sich die Ergebnisse, ist Mars ein nach unseren Maßstäben noch heute geologisch aktiver Planet", so Ernst Hauber vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und Mitglied des Wissenschaftlerteams. Wie Ernst Hauber im Gespräch mit Raumfahrer.net weiter erläuterte habe erst die Fähigkeit der hochauflösenden HRSC-Kamera an Bord des europäischen Orbiters, "sehr große Flächen in gleichmäßig hoher Auflösung" erfassen zu können, die jetzt veröffentlichte Theorie möglich gemacht. Frühere Marsorbiter konnten nur vergleichsweise kleine Flächen in hoher Auflösung abbilden, so dass bisher die Meinung vertreten wurde, es handele sich bei den an der Oberfläche sichtbaren Strukturen um Schollen aus erkalteter Lava (wie sie beispielsweise auf Island gut zu beobachten sind). Lavaschollen sind jedoch um Größenordnungen kleiner als die auf den HRSC-Aufnahmen erkennbaren Gebilde. Außerdem spricht gegen diese Deutung, dass sich der Untergrund, auf dem sich die Schollen befinden, deutlich gesetzt zu haben scheint - was im beobachteten Ausmaß nicht durch das Zusammenziehen erkaltender Lava, wohl aber durch zum Teil sublimiertes Wasser erklärt werden kann. Das die wahrscheinlich infolge vulkanischer Aktivität an die Oberfläche getretenen Wassermassen in der extrem dünnen Marsatmosphäre nicht gleich wieder vollständig verdunstet sind erklären die Wissenschaftler damit, dass sich unmittelbar nach dem Austritt des Wassers ein schützender Belag - beispielsweise aus vulkanischer Asche - über die Oberfläche des Sees gelegt hat. Das Alter des Sees ist durch Zählung und Auswertung der Einschlagskrater auf etwa drei bis fünf Millionen Jahre festgelegt worden, da nur wenige und relativ kleine Krater entdeckt worden sind. Auch auf die Tiefe des Sees ist durch Analyse der vorhandenen Krater geschlossen worden. Trotz aller Indizien bleibt ein Rest Ungewissheit, ob es sich bei dem Gebiet südlich des gigantischen Vulkans Elysium Mons tatsächlich um einen gefrorenen See handelt. Leider wird auch das voraussichtlich Ende April in Betrieb gehende Radarexperiment MARSIS an Bord von Mars Express keine endgültige Klärung liefern können, so Ernst Hauber, da die langwellige Radarstrahlung nur Grenzschichten bzw. Wasservorkommen in großer Tiefe aufspüren kann. Ob ein ähnliches Instrument an Bord der im August startenden amerikanischen Marssonde Mars Reconnaissance Orbiter die vermuteten Wasservorkommen wird bestätigen können ist ebenfalls ungewiss - dies wird wahrscheinlich nur eine Untersuchung vor Ort zu leisten in der Lage sein. Ein Rover oder stationärer Lander müsste allerdings mehrere Meter tief bohren können, um die Deckschicht über dem See, deren Mächtigkeit unbekannt ist, sicher zu durchdringen. Immerhin biete das Areal des gefrorenen Sees vergleichsweise ideale Voraussetzungen für einen Lander, resümiert Ernst Hauber: Das Terrain sei über weite Strecken sehr eben, es liege in Äquatornähe (wichtig für solargetriebene Lander) und dazu noch vergleichsweise tief (was für die Effektivität eines Bremsfallschirms wichtig ist) - vielleicht werden wir im kommenden Jahrzehnt also die endgültige Bestätigung für das Vorhandensein des Sees von einem der kommenden Mars-Rover bzw. -Lander aus erster "Hand" erhalten. (Michael Stein - Quelle: DLR)
» Testflug am 15. Mai 20. Februar 2005 - An 15. Mai will die NASA mit der Raumfähre Discovery erstmals wieder ein Space-Shuttle starten. Dies wäre der erste Flug seit des katastrophalen Columbia-Unglücks vor zwei Jahren. Über zwei Jahre ist es her, da der Absturz der Columbia vorläufig zur Stoppung sämtlicher weiteren geplanten Shuttleflüge führte. Schon beim Start hatte sich ein Stück Isolierschaum von einem Außentank gelöst. Anschließend prallte sie auf eine der Tragflächen der Columbia und könnte dabei den Hitzeschild beschädigt haben, das der enormen Hitze beim Wiedereinstieg schließlich nicht mehr Stand hielte. Damals kamen alle sieben Astronauten ums Leben. Daraufhin wurden alle weiteren Flüge der drei verbliebenen Space-Shuttles für unbestimmte Zeit auf Eis gelegt. Als Konsequenz aus dem Unglück hat eine unabhängige Untersuchungskommission 15 Empfehlungen gegeben, die vor einem neuen Start einer Raumfähre erfüllt werden müssen. Nach eigenen Angaben habe die NASA erst sieben Auflagen zu aller Zufriedenheit der Kommission umgesetzt, man sei aber sicher, die verbliebenen Punkte noch rechtzeitig erfüllen zu können. Kommandantin der siebenköpfigen Besatzung an Bord der Discovery-Raumfähre gibt sich ebenfalls optimistisch: „Wir sind sehr aufgeregt. Wir sind sehr zuversichtlich.“, lässt sie vor dem ersten Testflug seit zwei Jahren verlauten. Collins, damals erste Frau auf dem Pilotensitz eines Space Shuttles, absolvierte ihren ersten Testflug in der Discovery bereits im Jahr 1995. Vier Jahre später machte sie einen Karrieresprung und wurde zur ersten Kommandantin einer Raumfähre. (Julian Schlund - )
» Titan im Radar und erstmals Enceladus 20. Februar 2005 - Cassini hatte eine geschäftige Woche, in der sie am Titan und erstmals an Enceladus vorbei flog und neue Bilder dieser beiden Saturnmonde zur Erde sandte. Bekanntes und Neues vom Titan Beim dritten Titan-Vorbeiflug am 15. Februar stand diesmal das Radar-Instrument im Vordergrund, das wie schon im Oktober 2004 beim Flug über die Oberfläche in 1.577 Kilometer Höhe die undurchsichtige Atmosphäre durchdrang und einen langen, schmalen Streifen der Oberfläche erfassen konnte. Einige Strukturen wirken schon vertraut, andere noch neu und fremd. Bei diesem Vorbeiflug erfassten erstmals das Radar und die Kameras teilweise die selben Gebiete, wovon sich die Wissenschaftler zusätzliche Erkenntnisse über die wahre Gestalt der Oberfläche erhoffen. Die neuesten veröffentlichten Radarbilder zeigen einen Krater, Kanäle und Gelände ähnlich dem, in dem Huygens am 14. Januar landete. Der neu entdeckte Krater hat etwa 60 Kilometer Durchmesser. "Das Erscheinungsbild dieses Kraters und der im Radar extrem helle, demnach wohl sehr raue Teppich von umgebendem Material lässt darauf schließen, dass er durch einen Einschlag verursacht wurde", sagte Dr. Jonathan Lunine, ein interdisziplinärer Cassini-Wissenschaftler von der Universität von Arizona. Bereits vor einigen Tagen veröffentlichte das Radar-Team ein Bild von einem gigantischen Einschlagskrater von 440 Kilometer Durchmesser, den es "Circus Maximus" nannte. Aus der Größe dieses Kraters schätzen Wissenschaftler, dass er durch einen Komet oder Asteroid von etwa 5 bis 10 Kilometern Größe verursacht wurde, der in die Oberfläche des Titan rammte. Bei dieser Größe wäre erfahrungsgemäß mit einem zentralen Berg im Krater zu rechnen gewesen. Dass er hier fehlt, lässt vermuten, dass er im Laufe der Zeit durch Regen und Wind weg erodiert wurde oder durch andere Einflüsse verschwunden ist. Östlich von "Circus Maximus" zeigen sich Kanäle, die sich hell abheben (die "Farben" eines Radarbildes lassen keinen Rückschluss zu auf die tatsächlichen Farben einer Oberfläche - die Kanäle können in Wahrheit tiefschwarz sein). Der längste Kanal ist etwa 200 Kilometer lang. Die Kanäle scheinen von den Hängen des Kraters abzufließen. Die Flüssigkeit war sehr wahrscheinlich Methan, bedenkt man die extrem kalten Temperaturen auf der Titanoberfläche. Ein weiteres Bild zeigt ein Gebiet, das an die schuttbeladenen Ebenen in der Region erinnert, wo Huygens landete. Ganz neu sind hingegen die so genannten "Krallenspuren". Es handelt sich dabei um lange, weitgehend parallel verlaufende und überraschend scharf ausgebildete Strukturen. Deren ungewöhnliche Erscheinung, die so noch auf keinem anderen Mond beobachtet wurden - sie wirken, als seien sie von den Krallen einer Katze gezogen worden - ist sehr interessant, und es wird bereits diskutiert, ob sie durch Wind geformt wurden, wie Dünen, oder vielmehr durch geologische Prozesse.
Enceladus' glatte Ebenen - gar nicht so glatt Gerade mal einen Tag nach dem Titan-Vorbeiflug wandte sich Cassini Enceladus zu, einer faszinierenden Eiswelt. Die Raumsonde flog in nur 1.180 Kilometer Höhe über des Mondes strahlend weiße Oberfläche, und weil diese Oberfläche die hellste im ganzen Sonnensystem ist und der Mond auch nicht die Spur einer Atmosphäre hat, blieb der Sonde nichts verborgen - ein Fest für die Kameras. Enceladus hat einen Durchmesser von 505 Kilometern, ist also nicht viel größer als der eben beschriebene Krater "Circus Maximus" auf dem Titan. Seit die Voyager-Sonden 1980 und 1981 in deutlich größerer Entfernung an Enceladus vorbei flogen, haben sich Planetenwissenschaftler für des Mondes runzliges Terrain und glatte Ebenen interessiert, von denen einige relativ frei von Einschlagskratern zu sein schienen. Glatte, kraterfreie Oberflächen deuten auf geologisch geringes Alter hin, und Runzeln sind oft Zeichen von tektonischer Aktivität oder von Vulkanismus. "Cassini hat diese Gebiete nun mit einer zehnmal besseren Auflösung als damals Voyager beobachtet", sagte Dr. Carolyn Porco, die ihre Karriere einst im Voyager-Projekt begann und heute Leiterin des Cassini-Bildteams am Space Science Institute ist. "Interessanterweise hat die eisige Oberfläche von Enceladus Ähnlichkeiten sowohl mit Europa als auch mit Ganymed - bekannte Monde von Jupiter. Sowohl bei Europa als auch bei Ganymed denkt man, dass sie Schichten von flüssigem Wasser, vielleicht 'Ozeane' unter der Oberfläche haben könnten, das macht die Ähnlichkeiten mit Enceladus ziemlich spannend." Besonders spektakulär ist ein Mosaik aus vier hoch aufgelösten Bildern. Es umfasst ein Gebiet von etwa 300 Kilometern und zeigt die Myriaden von Verwerfungen, Brüchen, Falten, Rinnen und Kratern, die diesen Mond für Planetenwissenschaftler so interessant machen. Die Voyager-Bilder hatten schon einen Hinweis auf eine tektonisch beeinflusste Oberfläche gegeben, und spätere Bilder von anderen Eismonden hatten die vielen verschiedenen Wege enthüllt, wie tektonische Spannungen sich an der Oberflächenkruste von Eismonden austoben können. Jetzt existieren auch von Enceladus detaillierte Bilder. Sie zeigen bekannte Strukturen, aber auch ganz neue, und die Arbeit, die Rätsel ihrer Entstehung zu lösen, hat gerade erst begonnen. Die Ebenen, die hier zu sehen sind, waren zu Zeiten von Voyager "glatte Ebenen" genannt worden, weil sie scheinbar nur wenige topografische Reliefs boten. Nun, in der zehnmal höheren Auflösung der Cassini-Bilder, ist zu erkennen, dass diese Ebenen eigentlich sehr komplizierte Strukturen voller Risse und Falten und neu gebildetem Terrain beinhalten, und in manchen Fällen auch überraschend große Strukturen. So erstreckt sich von der oberen Mitte des Mosaiks aus über Hunderte von Kilometern ein breiter Gürtel von ineinander verwobenen Verwerfungen. Ein fünf Kilometer breiter Riss durchschneidet diesen Gürtel und läuft in verschiedene älter wirkende Regionen oder "Zellen" von Gelände aus, die ihrerseits zahlreiche Muster enthüllen. Weil Cassini sehr schnell an Enceladus vorbei flog, stammt das Teilbild oben rechts aus einer etwas anderen Perspektive und wurde daher mit weißen Linien abgegrenzt. Der Abstand von dem Mond betrug während dieser Aufnahmen zwischen 17.434 und 26.140 Kilometern, die Auflösung rangiert zwischen 150 Meter pro Pixel im linken und 105 Meter pro Pixel im rechten Bild. Das Bild wurde kontrastverstärkt, um die Sichtbarkeit zu erhöhen. Eine weitere, hochauflösende Detailansicht zeigt ein komplexes System aus relativ frischen Rissen und älteren Falten. Besonders interessant sind in diesem Bild Serien von kleinen, dunklen Flecken, die an manchen Stellen zu sehen sind und in Form von Ketten parallel zu manchen Rissen zu liegen scheinen. Bisher existiert noch keine Vermutung, worum es sich bei diesen Flecken handeln könnte. Ein Bild mit absichtlich übermäßig verstärkten Farben der Gesamtansicht von Enceladus zeigt, dass manche große Strukturen des Eismondes eine von der Umgebung leicht verschiedene Farbe haben, die hier hellblau erscheint. Verschiedene Arten von Eis können verursacht sein durch unterschiedliche Zusammensetzung des Eises oder andere Kristallgrößen, was wiederum auf unterschiedliche Entstehungsmechanismen oder unterschiedliches Alter hindeuten könnte. Ein vorläufiges Ergebnis der Beobachtung mit dem Visuellen und Infrarot-Spektrometer (VIMS) der Raumsonde zeigt, dass die Oberfläche von Enceladus aus purem Eis besteht, ohne dass noch weitere Komponenten entdeckt wurden. Man hatte mit Ammoniak, Kohlendioxid oder ähnlichen Komponenten gerechnet, aber die Messungen zeigen nichts davon an. Genauere Analyse mag vielleicht noch andere Elemente finden, aber wenn, dann nur in Spuren. "Die Spektra sehen aus wie die von laborfabriziertem Wassereis, demnach muss dieses Eis sehr rein sein", sagte Dr. Roger N. Clark, Mitglied des Cassini-Wissenschaftsteams vom U.S. Geological Survey. Der nächste Vorbeiflug an Enceladus ist am 9. März, also schon in zweieinhalb Wochen, und Cassini wird sich dem Mond dann bis auf 500 Kilometer nähern, mehr als doppelt so nahe wie diesmal. Am Titan wird die Raumsonde noch mehr als 40mal vorbei fliegen. Wie neulich zu lesen war, ist die detaillierte Vorausplanung der gesamten Saturn-Tour während der Primärmission nach zwei Jahren und neun Monaten Arbeit mittlerweile abgeschlossen, bis hinunter auf die Ebene einzelner Kommandos. Die Primärmission läuft bis 2008 und umfasst insgesamt 41 Sequenzen, momentan arbeitet Cassini Sequenz 9 ab ("S09"). (Axel Orth - Quelle: NASA/JPL/Space Science Institute)
» Die erste Minute der Ariane 5 ECA 19. Februar 2005 - Vor einer Woche absolvierte die Ariane 5 ECA ihren erfolgreichen Premierenflug. Einige Bildimpressionen. Die Rakete vor dem Start. Die vier riesigen Gittermasten rings um die Startrampe dienen als Blitzableiter im Falle eines Gewitters (zum Vergrößern anklicken): T minus 6 Sekunden: Das Triebwerk der Hauptstufe wird gezündet! 90% des Schubs in der frühen Startphase liefern allerdings die beiden Feststoff-Hilfsraketen, die oben links und rechts teilweise zu sehen sind und die anschließend gezündet werden: Liftoff! Drei Motoren treiben die Rakete von der Größe eines Hochhauses mit einer Beschleunigung in die Höhe, die kein Sportwagen schaffen würde: T plus 16 Sekunden: Die Rakete erscheint vom Boden aus bereits klein: T plus 31 Sekunden: Die Ariane beginnt den Übergang in die horizontale Fluglage: T plus 59 Sekunden: Unterwegs in den Himmel.
Verwandter Artikel: So verlief der Start (Axel Orth - Quelle: Arianespace)
» Geheimnisvolle Gammastrahlen von der Erde 19. Februar 2005 - Über gewaltigen Gewitterwolken arbeitet ein gigantischer Partikelbeschleuniger in der oberen Erdatmosphäre bei Energien, die mit exotischen Bedingungen im Universum vergleichbar sind. Terrestrial gamma-ray flashes (TGFs) (irdische Gammastrahlenblitze) sind Gammastrahlenausstöße, die durchschnittlich nur eine Millisekunde andauern und von der oberen Erdatmosphäre ins Weltall abgegeben werden. Wissenschaftler denken, dass diese Gammastrahlenausstöße von Elektronen die annähernd mit Lichtgeschwindigkeit reisen und in der oberen Erdatmosphäre beim Auftreffen auf verstreute Atome abgebremst werden verursacht werden. TGFs wurden erstmals 1994 im Rahmen des Burst and Transient Source Experiment (BATSE) vom Compton Röntgenstrahlenobservatorium entdeckt. BATSE konnte die TGFs nur mittels eines speziellen Beobachtungsmodus feststellen und die Messungen waren nur auf die Anzahl der Ausstöße oder deren Spitzenenergien beschränkt. Im Jahr 2002 wurde RHESSI (Reuven Ramaty High Energy Solar Spectroscopic Imager) als kleiner Forschungssatellit von der NASA gestartet um Röntgen- und Gammastrahlen in unserem Sonnensystem zu untersuchen. Nach der Entdeckung von den TGFs in der oberen Erdatmosphäre wurden Forschungspläne entwickelt, die zusätzlich zu den Studien im Sonnensystem auch die Untersuchung der TGFs in der Erdatmosphäre beinhalten. Neue Beobachtungen vom RHESSI konnten durch einen verbesserten Beobachtungsmodus einen um den Faktor 10 erhöhten Rekordenergieausstoß messen. Durchschnittlich werden täglich circa 50 TGFs gemessen. Die Anzahl könnte aber bis zum 100 fachen ansteigen, da die Ausstoßungen nur dann gemessen werden können, wenn sich der Satellit direkt darüber befindet. "Die Idee, dass die Erde als kleiner und zahmer Planet als Partikelbeschleuniger dienen kann ist wirklich faszinierend," sagte David Smith, der Assistenzprofessor von Physik an der Universität in Santa Cruz. "Die Energien, die wir messen konnten waren so hoch wie die Gammastrahlen die von Schwarzen Löchern und Neutronensternen abgegeben werden," fügte Smith hinzu. Der exakte Mechanismus der die Elektronenstrahlen beschleunigt und TGFs verursacht ist noch immer unklar. Möglicherweise könnte aber die Bildung einer elektrischen Aufladungen an der Spitze von Gewitterwolken aufgrund der Blitzentladungen eine Rolle spielen. Ein gewaltiges elektrisches Feld zwischen der Wolkenoberdecke und der Ionosphäre (der stark elektrisch geladenen Außenschicht der Erde) wären das Resultat. Unter Vernachlässigung der exakten Ursache, ist ein enormer Partikelbeschleuniger in der oberen Erdatmosphäre dafür verantwortlich, dass die Elektronen zu diesen hohen Energien beschleunigt werden. Beim Zusammenstoß mit den zerstreuten Atomen in der oberen Erdatmosphäre emittieren diese die Gammastrahlen. Die Dauer der TGFs wurden durch RHESSI im Bereich von 0,2 bis 3,5 Millisekunden aufgenommen. Die energiereichsten TGFs wurden im Bereich von 10 bis 20 Millionen Elektronenvolt gemessen (ca. 300 mal energiereicher als die medizinischen Röntgenstrahlen). Die Elektronen, die diese Gammastrahlen emittieren haben eine Geschwindigkeit von 99,99 Prozent der Lichtgeschwindigkeit. Diese Vorgänge werfen eine Menge interessante Fragen auf. Zum Beispiel ob die Elektronen welche die TGFs emittieren schlussendlich zu den hochenergetischen Elektronen im Erdstrahlungsgürtel beisteuern, sagte Smith. "Das ist ein sehr interessanter Prozess der sich an den Grenzen der Physik abspielt. Wenn wir diesen Prozess hier auf der Erde verstehen würden, würden uns das enorm helfen einen besseren Einblick in ähnliche Vorgänge in nicht so zugänglichen Bereichen des Universums zu erlangen." (Andreas Tramposch - Quelle: University of California)
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Mars Aktuell: Neue Postkarten von Mars Express
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von Michael Stein | |
Auf der ersten Mars Express-Wissenschaftskonferenz wurde unter anderem eine Vielzahl neuer Aufnahmen vom Roten Planeten vorgestellt, die spannende Schlussfolgerungen nahelegen.
Von Beginn an waren die Erwartungen an die in Deutschland entwickelte und gebaute Stereokamera HRSC an Bord von Mars Express sehr hoch: hochauflösende Aufnahmen in Farbe und "3D" sollte sie von der Oberfläche unseres Nachbarplaneten liefern und dadurch neue Erkenntnisse über die Geschichte des Mars möglich machen. Tatsächlich hat sie seit gut einem Jahr eine Vielzahl von faszinierenden Bildern der Planetenoberfläche geliefert. Die in den vergangenen Tagen auf der ersten Mars Express-Wissenschaftskonferenz im Test- und Technologiezentrum ESTEC der ESA im niederländischen Nordwijk präsentierten Bilder einer äquatornahen Ebene sowie der Polarregion haben zu neuen Spekulationen und Theorien angeregt.
HRSC-Aufnahmen einer sehr flachen Gegend südlich des gigantischen Vulkans Elysium Mons nahe des Mars-Äquators zeigen große Schollen, die sich vor einem ungewöhnlich ebenen Untergrund abzeichnen. Einem Wissenschaftlerteam unter Leitung des britischen Geologen John Murray von der Open University in London zufolge handelt es sich dabei um Eisschollen auf einem etwa 800 mal 900 Kilometer großen und rund 45 Meter tiefen gefrorenen See. "Bestätigen sich die Ergebnisse, ist Mars ein nach unseren Maßstäben noch heute geologisch aktiver Planet", so Ernst Hauber vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und Mitglied des Wissenschaftlerteams. Auf Anfrage von Raumfahrer.net erläuterte Ernst Hauber, dass erst die Fähigkeit der hochauflösenden HRSC-Kamera an Bord des europäischen Orbiters, "sehr große Flächen in gleichmäßig hoher Auflösung" erfassen zu können, die jetzt veröffentlichte Deutung möglich gemacht habe. Wahrscheinlich habe sich ein schützender Belag - beispielsweise aus vulkanischer Asche - unmittelbar nach Austritt des Wassers über die Oberfläche des Sees gelegt und dadurch das Verdunsten in der extrem dünnen Marsatmosphäre verhindert.
Das Alter des Sees wird nach Analyse der vorhandenen Einschlagskrater auf drei bis fünf Millionen Jahre geschätzt. Trotz aller Indizien bleibt ein Rest Ungewissheit, ob die Schollen tatsächlich Bestandteil eines gefrorenen Sees sind. Leider wird auch das voraussichtlich Ende April in Betrieb gehende Radarexperiment MARSIS an Bord von Mars Express keine endgültige Klärung liefern können, so Ernst Hauber, da die langwellige Radarstrahlung nur Grenzschichten bzw. Wasservorkommen in großer Tiefe aufspüren kann. Wahrscheinlich wird erst eine Untersuchung vor Ort den endgültigen Nachweis liefern können.
Andere Aufnahmen der europäischen Marssonde, die auf der Wissenschaftskonferenz veröffentlicht worden sind, zeigen beeindruckende Eisfelder aus Wassereis, die teilweise von Staubschichten zugeweht worden sind, fast zwei Kilometer hohe Klippen sowie eine Vielzahl kleiner Vulkane in der marsianischen Nordpolarregion. Gerade die auf den HRSC-Aufnahmen entdeckten Vulkane habe das Interesse einiger Forscher geweckt, da sie kaum Spuren von Einschlagskratern zeigen und somit eine bis in die jüngste geologische Vergangenheit reichende vulkanische Aktivität anzeigen - unklar bleibt derzeit, ob einige dieser Vulkane auch heute noch aktiv sind.
Während an der Nordseeküste etwa 250 Wissenschaftler aus der ganzen Welt im ESTEC die wissenschaftlichen Ergebnisse des ersten Jahrs von Mars Express im Marsorbit diskutiert haben sind die beiden amerikanischen Mars-Rover mit einem Software-Update ausgestattet worden, das ihre Navigationsfähigkeit auf der Mars-Oberfläche verbessern soll. Opportunity hat mittlerweile die ersten Testfahrten mit der neuen Software hinter sich, und die bisherigen Ergebnisse sind vielversprechend. An Sol 378 legte der Rover die ersten 25 Meter mit der neuen Software zurück. In den letzten Tagen hat er auf dem Weg nach Süden mit einer Fahrtstrecke von 177 Metern an einem Sol einen neuen Rekord aufgestellt.
Sein Zwillingsrover Spirit nutzt derweil noch die alte Softwareversion für die Fahrt in den Columbia Hills, bis die Tests mit Opportunity abgeschlossen sind. Bei der Fahrt in den vergangenen Tagen wirbelte er Staub auf und brachte dabei einige sehr helle Stellen im Boden zum Vorschein. An den auf die Entdeckung folgenden beiden Tagen wurden sie eingehend mit den Spektrometern des Rovers untersucht. Spirit hat nach darauf folgenden Beobachtungen des Mondes Phobos die Fahrt in den Columbia Hills weiter fortgesetzt um eine günstige Position für die Erstellung einer neuen 360 Grad-Panoramaaufnahme zu finden.
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Saturn Aktuell: Neuigkeiten am laufenden Band
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von Martin Ollrom | |
In den letzten Wochen hat die NASA Raumsonde Cassini viele Entdeckungen gemacht. Neue Ringe wurden entdeckt, ein super Saturn-Portrait angefertigt, ein mysteriöser Wind in der südlichen Hemisphäre und Saturn-Monde untersucht. Dies waren die Hauptaufgaben der Raumsonde in den letzten 2 – 3 Wochen.
Auf neuen Cassini Fotos haben Forscher neue Ringe um den Planeten Saturn entdeckt, womit er seinen Namen als Ringplanet wieder einmal gerecht wird. In diesen Ringen können sich wieder sehr viele unentdeckte Monde, in verschiedensten Größen, geformt haben und sind bisher versteckt geblieben. Allerdings ist anzunehmen, dass sich sehr große Monde wohl nicht darin aufhalten werden, sonst wären sie schon durch ihre Größe in Cassini’s Augen gesprungen. Ein versteckter Ring befindet sich in der so genannten Maxwell Lücke im C-Ring des Planeten. Diese Lücke ist 270 Kilometer breit, also relativ klein. Ein weiterer, unbekannter Ring wurde in der so genannten Huygens Lücke im äußeren B-Ring entdeckt. Die neuen Ringe wurden auf den Fotos kaum entdeckt, weil sie sich kaum von den bereits bekannten Ringen unterscheiden und es so wirkt als würden die bereits bekannten Ringe aus diesen unbekannten Ringen bestehen. Bei einer dritten Entdeckung ist man sich noch nicht sicher ob es tatsächlich ein dritter neuer Ring ist. Diese Gegend wurde auch schon von der Raumsonde Voyager aufgenommen, die vor etwa 20 Jahren am Saturn vorbeiflog. Allerdings war die Qualität der Kamera und der daraus resultierenden Bilder nicht so gut wie bei Cassini, womit die Entdeckung eines neuen Ringes praktisch unmöglich wurde. Durch diese neuen Ringe führen zum Teil die Orbits bereits bekannter Monde. So gesehen ist es irgendwie komisch, dass man erst jetzt auf diese neuen Ringe gestoßen ist, wo man doch die Monde auf ihren Umlaufbahnen ständig beobachtet, nicht nur von Cassini aus, sondern auch von den Teleskopen in der Erdumlaufbahn und auf der Erde selbst. Ob sich in den neuen Ringen auch neue Monde befinden wird sich in den kommenden Tagen/Wochen herausstellen.
Neben diesen wissenschaftlichen Messungen hat Cassini auch wieder wunderschöne, hochauflösende Fotos gemacht. Aus 126 Einzelbildern in höchster Auflösung wurde ein großes Bild wie ein Puzzle zusammengesetzt. Dabei wurde speziell auf naturgetreue Farben geachtet und somit ist das Bild das größte und detailreichste Saturn-Panoramabild das je gemacht wurde. An der Ausarbeitungszeit erkennt man wie detailreich dieses Bild ist. Alle 126 Bilder wurden in einem Zeitraum von zwei Stunden bereits am 4. Oktober 2004 gemacht. Die Ausarbeitung und Zusammensetzung dauerte jedoch, aufgrund der hohen Detaildichte, dementsprechend länger als bei sonstigen Bildern. Damals befand sich Cassini nur 6.3 Millionen Kilometer von Saturn entfernt, was natürlich eine perfekte Beobachtungsposition mit sich bringt.
Des Weiteren hat Cassini einen sonderbaren Sturm in der südlichen Saturn-Hemisphäre untersucht und beobachtet. Er wurde zum ersten Mal im September 2004 entdeckt und sollte nachträglich merklich dazu beitragen ein großes Rätsel in der Natur des Ringplaneten zu lösen. Um diesen Sturm sichtbar zu machen musste man tief in die Trickkiste greifen. Man ließ die Saturn-Ringe in falschen Farben erscheinen und schaltete Filter hinzu, wie zum Beispiel Methan-Gas-Filter. Noch dazu wurde fast im infraroten Bereich untersucht. So erkannte man den Sturm sehr gut heraus und konnte ihm wunderbar folgen und untersuchen. Aufgrund dessen nennt man diese Methode beim JPL der NASA bereits schon scherzhaft die „Sturm-Suchmethode“. Der Sturm wird auch liebevoll „Drachensturm“ genannt, denn mit viel Fantasie hat er die Form eines Drachen.
In den nächsten Wochen werden die Forschermannschaften noch beschäftigt sein, die in den letzten Wochen erlangten Daten auszuarbeiten. Immer wieder werden wir neue Details über Saturn erfahren, sobald Dinge ausgearbeitet wurden. In der Zwischenzeit arbeitet Cassini weiter und wer weiß? Vielleicht liegt in Cassini’s Speicher jetzt schon eine neue Sensationentdeckung.
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ISS Weekly Report: Startvorbereitungen für Progress M-52 laufen
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von Michael Schumacher | |
Die zehnte Stammbesatzung an Bord der Internationalen Raumstation
bereitete sich diese Woche auf die Ankunft der Progress M-52 vor und sah, wie
ein Meilenstein für die Steuerung des Manipulatorarmes erreicht
wurde.
Kommandant und National Aeronautics and Space Administration
(NASA) International Space Station (ISS) Science
Officer (SO) Leroy Chiao und Bordingenieur Salishan Scharipow
verpackten nicht mehr benötigte Gegenstände und Abfälle an Bord der
Progress M-51 und verschlossen den Zugang der
Progress M-51 zum Versorgungsmodul
Swjesda am Freitag, dem 25. Februar
2005.
Die Progress M-51 wird am Sonntag, dem 27. Februar 2005 um
11.06 Uhr Eastern Standard Time (EST) von der
Internationalen Raumstation abkoppeln. Mehrere Triebwerkszündungen werden die
Progress M-51 in sicherer Entfernung zur Internationalen
Raumstation in einer Erdumlaufbahn platzieren, die den russischen
Missionskontrolleuren die Ausführung technischer Überprüfungen erlaubt, bis am
09. März 2005 der Progress M-51 der Computerbefehl erteilt
wird, wieder in die Erdatmosphäre einzutreten und zu verglühen. Am 25. Dezember
2004 koppelte die Progress M-51 an die Internationale
Raumstation an und brachte Chiao und Scharipow Ausrüstungsgegenstände und
Versorgungsgüter.
Am Samstag, dem 26. Februar 2005 wurde die Progress M-52 zu
ihren abschließenden Startvorbereitungen zu ihrer Startrampe in Baikonur,
Kasachstan bewegt. Die Progress M-52 wird am Montag, dem 28.
Februar 2005 um 14.09 Uhr EST zur Internationalen Raumstation aufbrechen und am
Mittwoch, dem 02. März 2005 um 15.15 Uhr EST an die Internationale Raumstation
ankoppeln.
An Bord der Progress M-52 befinden sich mehr als zweieinhalb
Tonnen an Ausrüstungsgegenständen und Versorgungsgütern, einschließlich 1.330
Kilogramm Austauschteile und Ausrüstungen für die Experimente und die
Lebenserhaltung, 485 Kilogramm Wasser, 175 Kilogramm Treibstoff und 110
Kilogramm Sauerstoff und Luft. Zusätzlich befinden sich 86
Nahrungsmittelbehälter an Bord der Progress M-52, die die
Nahrungsmittelreserven an Bord der Internationalen Raumstation um weitere 160
Tage aufstocken.
Ferner zählt zu der an Bord der Progress M-52 zur
Internationalen Raumstation transportierten amerikanischen Ausrüstung ein neuer
Wärmeaustauscher zur Kühlung der Extravehicular Mobility
Units (EMUs) im Joint Airlock Module (JAM)
Quest, der einen alten Wärmeaustauscher ersetzen wird, der
letztes Jahr durch das Ansetzen von Rost eine Ausführung von
Extravehicular Activities (EVAs) in amerikanischen
Weltraumanzügen ausschloss. Den neuen Wärmeaustauscher wird Chiao demnächst
installieren und die elfte Stammbesatzung, Kommandant Sergej Krikaljow und
Bordingenieur und NASA ISS SO John Phillips, wird ihn überprüfen, um
Quest zur Jahresmitte wieder für Weltraumausstiege zu
verwenden.
An Bord der Progress M-52 befinden sich außerdem
Digitalkameras und Objektive, die die elfte Stammbesatzung verwenden wird, um
vom Hitzeschutzschild des Space Shuttle Discovery auf der
Mission Space Transportation System 114 (STS-114) Fotos
anzufertigen, während er sich der Internationalen Raumstation zur Ankopplung
nähert. Mit Hilfe der Fotos werden die amerikanischen Missionsdirektoren
feststellen, ob das Thermal Protection System (TPS) der
Discovery unbeschädigt und imstande ist, eine sichere
Rückkehr zur Erde auszuhalten.
Am Freitag, dem 25. Februar 2005 schlossen die amerikanischen Ingenieure eine
zweitägige Überprüfung neuer Computerprogramme ab, die letzten Monat auf das
Space Station Remote Manipulator System (SSRMS) aufgespielt
wurden, um den Fernsteuerbetrieb des Manipulatorarmes vom Mission
Control Center (MCC) in Houston, Texas aus zu ermöglichen. Die
Überprüfung wurde für erfolgreich erklärt.
An der Robotic Work Station (RWS) im Laboratory
Module Destiny war Chiao jederzeit bereit, den Handsteuerbetrieb des
Manipulatorarms falls nötig zu übernehmen, aber die Computerbefehle, die auf
den Manipulatorarm aufgespielt wurden, ermöglichten ein müheloses Manövrieren
während der Vorführung. Die Schulter- und Handgelenke und der Latching
End Effector (LEE) wurden zur Überprüfung einer neuen Funktion
manövriert, um den Konstrukteuren wertvolle Daten zu komplexeren
Manipulatorarmen für Weltraumfahrzeuge zu liefern, die die Vision for
Space Exploration (VSE) unterstützen.
Außerdem installierte Chiao am Freitag, dem 25. Februar 2005 eine neue
Rotorpumpe in einem der amerikanischen Weltraumanzüge an Bord der
Internationalen Raumstation, um diesen für die Rückkehr zur Erde auf der
Mission STS-121 richtig zu
konfigurieren.
Chiao führte diese Woche das Experiment Dust and Aerosol Measurement
Feasibility Test (DAFT) aus. Das Experiment wurde am Glenn
Research Center (GRC) in Cleveland, Ohio entwickelt, um ein Gerät auf
Wirksamkeit zu überprüfen, das äußerst feine Staubteilchen in der
Mikrogravitation zählt. Das Gerät zählt die Staubteilchen, indem mit Staub
beladene Luft eine Kammer mit verdunstetem Isopropylalkohol durchfließt.
Verflüssigt sich der Alkohol an einem äußerst feinen Staubteilchen, so wird das
Teilchen groß genug, um den Lichtstrahl zu brechen und gezählt zu werden.
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"In Space" Magazin #170 ISSN 1684-7407
Erscheinungsdatum:
27. Februar 2005
Auflage: 3415 Exemplare
Chefredakteur &
Inhaltlich Verantwortlicher:
Karl Urban
Stellvertretender Chefredakteur
Martin Ollrom
Redaktionsleitung:
David Langkamp
Redaktion:
Markus Arens
Michael Aye
Chiara Balbinot
Birger Böning
Christoph Eiber
Ingo Froeschmann
Tanja Gutmann
Britta Hermes
Christian Ibetsberger
Tilman Kaiser
Raphael Kallensee
Felix Korsch
Dominik Mayer
Kirsten Müller
Matthias Müller Axel Orth Roman Polak
Sabine Rossburg
Gero Schmidt
Michael Schumacher
Guido Schumann
Roger Spinner
Michael Stein
Ralf Stockfisch
Andreas Tramposch
Mark Weimar
Lorenz Zistler
Freie Mitarbeiter:
Lutz Growalt
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