InSpace Magazin #357 vom 6. Oktober 2008

In Space Magazin
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"In Space" Magazin

Ausgabe #357
ISSN 1684-7407


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Intro von Axel Orth

Liebe Leserinnen und Leser,

zuerst die schlechte Nachricht: Ein Meteor ist auf Kollisionskurs mit der Erde. Er wird schon am Dienstag in die Atmosphäre eintreten, das heißt, alle raffinierten, jahrzehntelangen Ablenkungsmanöver können sich NASA, ESA & Co. von vornherein schenken.

Und nun die gute Nachricht: Der Meteor ist höchstens fünf (5) Meter groß, seiner derzeitigen Helligkeit nach zu urteilen. Aller Voraussicht nach wird 2008 TC3, so sein Name, also in der Erdatmosphäre verglühen und den Boden gar nicht erst erreichen. Objekte wie dieses treten alle paar Monate in die Atmosphäre ein und hinterlassen nichts weiter als eine Feuerkugel am Himmel. Kein Grund zur Besorgnis also.

Warum dann überhaupt eine Nachricht? Das Bemerkenswerte an diesem Ereignis ist in der Tat weniger der kleine Meteor als solcher, sondern die Tatsache, dass diesmal ein Objekt nicht überraschend vom Himmel fällt, sondern per Vorhersage: Dies ist das erste Mal, dass man von einem Objekt sicher sagen kann: Jawohl, es ist auf Kollisionskurs mit der Erde, und es wird dann und dann, dort und dort in die Atmosphäre eintreten (konkret: um 4:46 Uhr MESZ über dem nördlichen Sudan). Entdeckt wurde 2008 TC3 erst am Montag von einem Teleskop in Arizona. Astronomen von zwei Gruppen, die sich mit erdnahen Objekten beschäftigen, zeigten sich befriedigt von dieser Premiere, und dass ihre Überwachungssysteme erstmals ihre Funktionsfähigkeit bewiesen haben.

Nach dieser kleinen Extrameldung wünsche ich Ihnen nun viel Spaß mit den vielen anderen Meldungen der letzten Woche.

Axel Orth
Chefredakteur Raumfahrer.net

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Updates / Umfrage

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News

• Mission erfüllt - goodbye Jules Verne «mehr» «online»
• Hubble: Gerät ausgefallen, Servicemission verschoben! «mehr» «online»
• Thailändischer Erdbeobachtungssatellit im All «mehr» «online»
• Schneefall, Kalk und Ton auf dem Mars «mehr» «online»
• SpaceX schmiedet neue Zukunftspläne «mehr» «online»
• World Space Week 2008 «mehr» «online»
• ISS-Bahn angehoben «mehr» «online»
• Shenzhous kleiner Begleiter «mehr» «online»
• Messenger passiert Merkur zum zweiten Mal «mehr» «online»
• Indische Mondsonde: Start am 22. Oktober «mehr» «online»
• Bedeckter Himmel auf Braunen Zwergen «mehr» «online»


» Mission erfüllt - goodbye Jules Verne
30.09.2008 - Der erste europäische Raumtransporter ATV mit dem Namen "Jules Verne" hat gestern seine fast siebenmonatige Mission erfolgreich beendet.
Der europäische Raumtransporter Jules Verne hat seinen letzten Weg hinter sich gebracht: In einem spektakulären Deorbit-Manöver ist er über demselben unbewohnten Gebiet des Südpazifiks in der Erdatmosphäre verglüht, in dem 2001 auch schon die legendäre russische Raumstation MIR kontrolliert zum Absturz gebracht worden war.

Das erste Bremsmanöver des ATV erfolgte wie geplant ab 12.00 Uhr MESZ mit einer Dauer von rund sechs Minuten. Es brachte den Raumtransporter in eine elliptische Bahn zwischen 330 und 220 Kilometern Höhe über der Erdoberfläche. Danach umkreiste das ATV zweimal die Erde. Die weiteren Daten für das zweite Bremsmanöver wurden berechnet. Die zweite Zündung mit einer Dauer von etwa 15 Minuten erfolgte von 14.58 Uhr bis 15.13 Uhr MESZ. Sie brachte das ATV auf eine steile Absturzbahn. Das Fahrzeug wurde zusätzlich in eine Taumelbewegung versetzt.

Gegen 15.31 Uhr MESZ traf das ATV auf die dichteren Luftschichten der Erde in rund 120 Kilometern Höhe, wo dann die Fragmentierung, also das Auseinanderbrechen, des Raumtransporters aufgrund der entstandenen hohen dynamischen und thermischen Kräfte begann. Sie dauerte rund zwölf Minuten: In etwa 92 Kilometern Höhe brachen zunächst die Solarpanele ab, in circa 75 Kilometern Höhe erfolgte die Separation des Dockingadapters. Die Zerstörung des Nutzlastsegments begann mit dem Verlust der Debris-Schilde und der Isolation. In circa 64 Kilometern Höhe löste sich die Cargo Carrier Front ab, der Deckel, auf dem Sensoren und Dockingport montiert waren. In etwa 47 Kilometern Höhe begann die Ablösung von Düsen, Tanks und Cargo Racks. In etwa 39 Kilometern Höhe brach die innere Struktur des ATV auseinander. Rund drei Minuten später, gegen 15.43 Uhr MESZ, fielen die letzten, nicht verglühten Teile des ATV in den Südpazifik, bei etwa 40 Grad Süd und 145 Grad West. Der Einschlagsort der Resttrümmer lag somit rund 2.500 Kilometer östlich von Neuseeland, 6.000 Kilometer westlich von Chile und 2.500 Kilometer von Französisch Polynesien.


Im ATV-Kontrollzentrum in Toulouse wurde die erfolgreiche Selbstzerstörung von Jules Verne mit rauschendem Beifall begleitet.

Die ersten Bilder des Wiedereintritts, der von zwei hochfliegenden Flugzeugen und von der ISS aus verfolgt und aufgenommen wurde, sollen unter anderem Rückschlüsse auf sowie Bestätigung der vorhergesagten Fragmentierung des ATV liefern, um so die Modelle und Simulationsprogramme für den Wiedereintritt zu verbessern.

Der Start des nächsten europäischen Raumtransporters ist für Mitte 2010 geplant. Im Gespräch ist die stufenweise Aufrüstung des ATV, darunter auch ein Hitzeschild und die generelle Fähigkeit, als bemannter Raumtransporter Astronauten zur und von der ISS zu bringen.

Mit Material von dlr.de

Siehe auch:

Jules Vernes letzter Weg: ATV-1 vor Wiedereintritt
(Autor: Raumfahrer.net Redaktion - Quelle: DLR)

» Hubble: Gerät ausgefallen, Servicemission verschoben!
30.09.2008 - Kurz vor Beginn der aufwändigen Hubble-Servicemission ist ein wichtiges Gerät des Observatoriums ausgefallen, was die ohnehin komplexe Planung der nächsten Shuttleflüge komplett über den Haufen wirft.
Ursprünglich hätte die für Mitte Oktober 2008 geplante Hubble-Servicemission schon vor Jahren starten sollen, wurde aber im Nachklang der Columbia-Katastrophe 2003 vom damaligen NASA-Administrator Sean O´Keefe abgesagt und erst vom jetzigen Administrator Michael Griffin wieder auf´s Tapet gehoben. Jetzt zeigt sich, wie nötig diese Mission mittlerweile geworden ist: Ein wichtiger Subcomputer von Hubble ist just letzten Samstag ausgefallen und erzwingt jetzt, in den letzten Wochen vor dem geplanten Start, eine Verschiebung der lange erwarteten Servicemission um mehrere Monate.

Bei dem ausgefallenen Teil handelt es sich um den Kanal A einer Elektronik namens Control Unit/Science Data Formatter (CU/SDF), die wahrscheinlich dafür zuständig ist, Daten der wissenschaftlichen Instrumente für den Hauptcomputer aufzubereiten. Nach einigen vergeblichen Anstrengungen, diesen Kanal A neu zu starten, geht das Hubble-Team jetzt von einem Totalausfall aus und konzentriert sich darauf, den Reservekanal B in Betrieb zu nehmen. Das Weltraum-Observatorium als solches ist zwar nicht gefährdet, allerdings sind die wissenschaftlichen Instrumente als Konsequenz des Ausfalls vorläufig in einem Sicherheitsmodus "geparkt".

Die Umschaltung des Science Data Formatters auf die Reserveeinheit ist insofern nicht ganz einfach, als er auch die Umschaltung verschiedener nachgeordneter Kommunikationseinheiten auf deren Reserveeinheiten nach sich zieht - darunter auch die der wissenschaftlichen Instrumente. Die meisten dieser Einheiten wurden zuletzt bei Bodentests in den späten 1980ern oder während der Inbetriebnahme von Hubble 1990 eingeschaltet und waren seither nicht mehr in Betrieb. Wenn alles glatt geht, sollte die Umschaltung aber Ende dieser Woche vollzogen und das Observatorium wieder im Normalbetrieb sein.

Was wird nun aus der Hubble-Servicemission? Theoretisch könnte man sie so starten wie geplant und ohne jede Änderung ablaufen lassen. Allerdings möchten NASA und ESA natürlich, wenn sie sich schon die Mühe der Servicemission mit fünf Weltraumausstiegen und einem bereit stehenden Rettungsshuttle machen, das Observatorium auch noch mindestens die nächsten fünf, wenn nicht zehn Jahre in Betrieb halten. Und da wäre es geradezu fahrlässig, den wichtigen Science Data Formatter, der über keine weitere Reserveeinheit mehr verfügt, nicht auch gleich auszutauschen, um die bewährte Redundanz wieder herzustellen. Daher war bei der NASA die Entscheidung schnell gefallen, die Servicemission zu verschieben, um auf die Bereitstellung des Ersatzteils zu warten. NASA-Funktionäre haben schon betont, bei allem Unglück mit diesem neuen Ausfall auch Glück gehabt zu haben. So sagte etwa Ed Weiler, stellvertretender Administrator für Weltraumwissenschaften: "Stellen Sie sich vor, dieser Ausfall wäre zwei Wochen nach der Servicemission passiert. Wir hätten dann gleich mehrere nichtredundante Stellen im System gehabt. Wir hätten Hubble innerhalb von 6, 12, 18 Monaten verlieren können. Also, wenn dies schon passieren musste, hätte es zu keinem besseren Zeitpunkt passieren können."

Ein Ersatzteil steht glücklicherweise noch zur Verfügung. Ein solcher Formatter ist eine halbmetergroße Elektronikbox von etwa 61 Kilogramm Masse. Sie zu Hubble zu bringen und zu montieren, ist kein Problem für das Shuttle und kann wahrscheinlich ohne zusätzlichen Weltraumaustieg im Zeitplan untergebracht werden. Allerdings muss die Box erst noch eingehend auf Funktion getestet und für flugtauglich qualifiziert werden. Dies dauert Monate und daher kann die Servicemission nun erst im Januar oder Februar stattfinden - frühestens. Denn weitere Zwänge sprechen durchaus dafür, dass sich die Mission noch ein paar weitere Monate verschieben könnte.

Da die Mission nun fürs erste abgeblasen ist, wird als Nächstes die Atlantis von der Startrampe 39A zurück ins VAB transportiert und statt dessen die Endeavour von 39B nach 39A gefahren, um für ihren nächsten planmäßigen Start zur ISS vorbereitet zu werden. Dies ist erforderlich, weil Rampe 39B seit einiger Zeit für den ersten Teststart des Shuttle-Nachfolgers Ares umgebaut wird. Ein Shuttle kann von 39B zwar noch starten, aber der bisherige Payload Processing Room steht nicht mehr zur Verfügung.

Weitere Informationen zu der durcheinandergewürfelten Planung der nächsten Shuttlestarts erhalten Sie im Laufe des Dienstags in unserem aktuellen ISS Weekly Report.
(Autor: Axel Orth - Quelle: Spaceflight Now)

» Thailändischer Erdbeobachtungssatellit im All
01.10.2008 - THEOS - THailand Earth Observation System, nennt sich ein von EADS Astrium in Frankreich entwickelter und gebauter optischer Erderkundungssatellit, der heute mit einer russischen Dnepr-Trägerrakete gestartet wurde.
Der Start erfolgte 8.37 Uhr MESZ vom Startplatz Baikonur aus. Die Dnepr ist eine umgebaute, ehemals militärische Interkontinentalrakete. Sie brachte den 715 kg schweren Satelliten auf eine sonnensynchrone Erdumlaufbahn in 820 Kilometern Höhe.

Von hier aus kann er optische Daten über jeden Punkt der Erde liefern. Hauptsächlich soll er aber Bilder vom thailändischen Hoheitsgebiet nutzbar machen. Haupteinsatzgebiete werden die Kartographie, Raumordnung, Bodennutzung, Überwachung von Agrarflächen, Forstverwaltung, Küstenwache sowie das Management von Flutrisiken. So sollen Bilder von THEOS genauere Vorhersagen über die zur Bewässerung von Reisfeldern notwendige Wassermenge und Vorhersagen über zu erwartende Erträge in der Garnelenzucht zulassen. Die Nationalparkverwaltung ist hingegen an der Einschätzung von Waldbrandschäden interessiert. Wahrscheinlich eröffnen sich im Einsatz noch weitere Anwendungsgebiete.

THEOS beruht auf der Satellitenfamilie AstroSat von Astrium. Er bietet im Schwarzweiß-Modus eine Auflösung von 2 Metern bei 22 Kilometern Schichtfeld. Im Farbmodus sind es 15 Meter Auflösung und im 4-Kanal-Multispektral-Modus 5 Meter bei 90 Kilometern Sichtfeld. Die Solarzellen liefern 840 Watt elektrische Leistung.


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: EADS Astrium)

» Schneefall, Kalk und Ton auf dem Mars
01.10.2008 - Mit der kalten Jahreszeit kommen nicht nur immer länger werdende Nächte sondern weitere Überraschungen.
Die größte, an die bisher wohl niemand gedacht hatte, war fester Niederschlag in Form von Schnee. Die Schneeflocken konnten vom amerikanischen Marslander Phoenix mit Hilfe eines Lasersystems in etwa 4.000 Metern Höhe gemessen werden.

"Bisher wurde noch nichts Vergleichbares auf dem Mars gesehen", sagte Jim Whiteway, leitender Wissenschaftler bei der Arbeit mit der meteorologischen Station des Marslanders. Bisher scheint es, als würden die Schneeflocken noch nicht den Boden erreichen. Dies könnte sich aber im Verlaufe des Winters ändern. "Wir werden auf Anzeichen dafür warten, dass der Schnee den Boden erreicht", verspricht der Wissenschaftler von der York University in Toronto

Geplant sei auch, das Mikrofon zu reaktivieren, dass ursprünglich die Geräusche beim Eintritt des Landers in die Marsatmosphäre aufgenommen hatte und seitdem abgeschaltet ist. Man würde dann erstmals Windgeräusche von der Marsoberfläche hören können.

Aber auch die letzten Untersuchungen mit den Messkomplexen MECA (Microscopy, Electrochemistry and Conductivity Analyser), einem Forschungsgerät, dass Proben mikroskopisch und nasschemisch überprüft sowie TEGA (Thermal and Evolved Gas Analyzer), einem Labor, dass flüchtige Bestandteile von Bodenproben durch Erhitzen freisetzt und seine Zusammensetzung anschließend in einem Massenspektrometer bestimmen kann, haben Neues ergeben. Demnach hat man Kalziumkarbonat (Kalk) und Ton gefunden, beides Bodenbestandteile, die auf der Erde nur in Verbindung mit größeren Wasseransammlungen entstanden sind. Man wertet dies als weiteres Zeichen für eine wasserreiche Vergangenheit des Roten Planeten.

Phoenix war am 26. Mai auf dem Mars gelandet und hat seitdem umfangreiche und vielfältige Untersuchungen vorgenommen. Seine geplante Einsatzdauer hat er bereits weit überschritten. Man hofft nun, weitere Forschungen noch bis in den November hinein betreiben zu können.

Verwandte Meldungen:

Raumcon:


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: New Scientist)

» SpaceX schmiedet neue Zukunftspläne
02.10.2008 - Nach dem ersten erfolgreichen Start einer Falcon-1-Trägerrakete am Montag und vorausgegangenen Tests von Triebwerksbündeln für die Falcon 9 geht man mit Selbstbewusstsein die nächsten Aufgaben an, entwickelt aber auch neue Visionen.
Bei den nächsten beiden Falcon-1-Starts sollen Anfang 2009 der malaysischer Satellit RazakSat (sowie einige Tubesats) und TacSat 1 in Erdumlaufbahnen gebracht werden. Für Juni ist dann der erste Start der erheblich größeren Falcon 9 vom Startplatz 20 in Cape Canaveral geplant. Ist dieser erfolgreich, dann könnte möglicherweise noch 2009 der erste Dragon-Test vorgenommen werden.

Der Erfolg im vierten Anlauf hat aber zumindest bewirkt, dass mit verschiedenen potenziellen Auftraggebern über kommerzielle Starts verhandelt wird. So ist von einer zweistelligen Anzahl von Falcon-1-Starts und bis zu 7 Falcon-9-Einsätzen die Rede.

Gleichzeitig hat SpaceX der NASA angeboten, den COTS-Auftrag auf den Mond zu erweitern. Mit einer Falcon 9 Heavy und einem geeigneten Transportfahrzeug könnten 1000 bis 3000 kg Nutzlast für Preise von etwa 80 Millionen US-Dollar auf den Mond gebracht werden. Für die Entwicklung würden 500 Millionen US-Dollar veranschlagt.

Raumcon:


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Raumcon, Flightglobal)

» World Space Week 2008
03.10.2008 - Die World Space Week Association und das „Office of Outer Space Affairs“ der Vereinten Nationen veranstalten zwischen dem 4. und 10. Oktober 2008 die World Space Week 2008.
Die Weltraum-Woche (World Space Week) ist eine internationale Feier des Weltraumes und insbesondere der Beiträge der Weltraumnutzung zur Verbesserung der Bedingungen für die Menschen auf der Erde. Sie wurde 1999 offiziell auf der Generalversammlung der Vereinten Nationen ausgerufen. Während der Weltraum-Woche werden auf der ganzen Welt sowie online Veranstaltungen und Lehrprogramme abgehalten, die die Öffentlichkeit über den Weltraum unterrichten und die Jugend inspirieren sollen.

Weitere Informationen finden Sie unter Worldspaceweek.org. Zur Einladung geht es hier.
(Autor: David Langkamp - Quelle: World Space Week Association)

» ISS-Bahn angehoben
04.10.2008 - Der Orbit der Internationalen Raumstation ISS wurde heute erfolgreich um ca. 1,25 Kilometer angehoben, um die Station für das baldige Andocken des bemannten Raumschiffs Sojus TMA-13 vorzubereiten.
Die Triebwerke des Progress-M-65-Versorgungsschiffs seien für 282 Sekunden gefeuert worden, sagte ein Sprecher des russischen Weltraumkontrollzentrums nahe Moskaus, wo Spezialisten die Zündung überwachten. "Die durschnittliche Höhe des ISS-Orbits wurde um 1,25 Kilometer auf nun 353 Kilometer vergrößert", fügte er hinzu. Das Manöver hatte am Donnerstag wegen der Gefahr durch Weltraummüll abgesagt werden müssen.

Die Zündung war nötig geworden, um die ISS in die optimale Position für den Start des Raumfahrzeugs Sojus TMA-13, der für den 12. Oktober 2008 geplant ist, zu bringen. Der Crew-Transporter soll Mike Fincke und Juri Lontschakow, die nächste Stammbesatzung der Station und den amerikanischen Weltraumtouristen Richard Garriott zur ISS befördern.


(Autor: Christian Bewermeyer - Quelle: RIAN)

» Shenzhous kleiner Begleiter
06.10.2008 - Der Mikrosatellit, der am 27. September vom bemannten chinesischen Raumschiff Shenzhou 7 ausgesetzt wurde, hat bisher über 1.000 Bilder an Wissenschaftler in China übermittelt, berichtet die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.
Der Satellit befindet sich seit Sonntag in einer elliptischen Bahn mit einem Abstand von vier bis acht Kilometern zum Orbitalteil des Mutterschiffs, nachdem er sich über die vergangenen Tage schrittweise an das Moduls angenähert hat. Es sei das erste Mal, dass China diese Art eines Rendezvous gemeistert hat, befinden die offiziellen Stellen.

BX 1, so der Name des Trabanten, hat über seine angebrachten Kameras bisher über 1.000 Bilder vom Shenzhou-Orbitalmodul aus verschiedenen Perspektiven übermittelt.

Eines der aufgenommenen Bilder hat Xinhua veröffentlicht. Der Schatten auf dem Raumschiff wurde vom Mikrosatelliten geworfen.


(Autor: Christian Bewermeyer - Quelle: Xinhua)

» Messenger passiert Merkur zum zweiten Mal
06.10.2008 - Am Montag vormittag mitteleuropäischer Sommerzeit flog die US-Sonde Messenger zum zweiten Mal am sonnennächsten Planeten Merkur vorbei. Dabei wurden 10 Stunden lang Bilder gemacht und Messungen vorgenommen.
Der Merkur-Flyby, bei dem die Sonde außerdem durch die Gravitation des Planeten abgebremst wurde, fand am 6. Oktober statt. Die größte Annäherung an Merkur erreichte Messenger gegen 10.45 Uhr MESZ. Aufgrund der hohen Präzision früherer Korrekturmanöver und der Nutzung des Strahlungsdrucks der Sonne mit Hilfe der Solarzellenflächen, konnte eine geplante Triebwerkszündung eingespart werden.

Bilder der letzten Tage aus größerer Entfernung lieferten bereits Hinweise auf Höhenzüge und schroffe Abhänge in der Nähe der derzeitigen Tag-Nacht-Grenze sowie Zonen mit auffällig hellem und dunklem Material in der Nähe eines Kraters. Diese interessanten Stellen können mit Hilfe der Telekamera der Sonde (NAC = Narrow Angle Camera) aber erheblich besser aufgelöst werden.

Zur Messung war die Instrumentenplattform der Sonde auf den Planeten ausgerichtet. Die Hochgeschwindigkeitsantenne zeigte dabei nicht auf die Erde. Die aufgezeichneten Daten sollen im Verlaufe des Dienstags zur Erde übermittelt werden. Man rechnet mit weit über 1.000 Detailbildern, die zu größeren Mosaiken zusammengesetzt werden. Natürlich sind auch diesmal Regionen dabei, die noch nie von einer Merkursonde erfasst wurden.

Verwandte Meldungen:

Raumcon:


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: NASA)

» Indische Mondsonde: Start am 22. Oktober
06.10.2008 - Chandrayaan 1, die erste indische Mondsonde, soll nach mehreren Verzögerungen am Morgen des 22. Oktober mit dem Polar Satellite Launch Vehicle (PSLV), Indiens meistgenutzter Trägerrakete, gestartet werden.
Die Sonde hat vergangene Woche den Startplatz Sriharikota erreicht und soll Ende der Woche mit dem PSLV verbunden werden, gab die nationale Raumfahrtagentur ISRO bekannt. Das Raumfahrzeug soll 11 Instrumente, davon sechs aus dem Ausland, beherbergen, welche die Topografie und Mineralogie des Mondes erforschen sollen.

Raumcon:


(Autor: Christian Bewermeyer - Quelle: ANI)

» Bedeckter Himmel auf Braunen Zwergen
06.10.2008 - Ein Astronomenteam konnte mit dem Keck-II-Teleskop auf Hawaii Hinweise auf das Wetter auf zwei gescheiterten Sternen in unserer stellaren Nachbarschaft beobachten.
Beide Sterne, 2M1404A and 2M1404B, sind Braune Zwerge, Objekte mit Massen zwischen denen von Jupiter und normalen Sternen. Da sie nicht massiv genug waren, um die Wasserstofffusion zu zünden, haben sie sich abgekühlt, ihr Glanz ist verblichen. 2M1404B hat eine Masse von etwa drei Prozent der Sonnenmasse und befindet sich zusammen mit seinem etwas schwereren Schwesterstern, 2M1404A, 75 Lichtjahre entfernt im Sternbild Zentaur. Während 2M1404A - nennen wir ihn ab jetzt mal Stern A - in eine dicke, geschlossene Wolkendecke eingehüllt ist, scheint die Wolkendecke von 2M1404B (analog Stern B) in viele Flicken zu zerfallen. Normalerweise sendet ein Stern oder Brauner Zwerg umso mehr Strahlung aus, je massiver er ist; daher war das Team überrascht, als es heraus fand, dass Stern B nahezu 60 Prozent mehr Infrarot um sich wirft als sein etwas massiverer Schwesterstern.

"Während kleinere Unterschiede schon bei drei anderen Braunen Zwergpaaren beobachtet werden konnten, kann hier die Größe der Anomalie am ehesten durch aufreißende Wolken erklärt werden", sagt Dagny Looper von der Universität von Hawaii, Hauptautor einer Studie, die in der Oktoberausgabe des Astrophysical Journal erschien.

Wenn ein Brauner Zwerg sich bis zu dem Punkt abkühlt, dass Stoffe wie Enstatit und Eisen kondensieren, dann bilden sich dicke Wolken um den ganzen Körper, ähnlich wie Smog auf der Erde. Dieser Dunst absorbiert Licht, so dass ein Brauner Zwerg im nahen Infrarot dunkler erscheint als ohne die Wolken. Aber wenn Braune Zwerge weiter abkühlen, vergleichbar mit Temperaturen denen von Stern B (um die 900 Grad Celsius), dann verschwinden die Wolken plötzlich. Dieser "klare Himmel" führt dazu, dass der Braune Zwerg in bestimmten Wellenlängen jetzt heller erscheint als vorher, obwohl er sich doch abgekühlt hat.

"Der Vorgang, durch den der Himmel plötzlich aufklart, ist noch unbekannt", sagt Adam Burgasser, Assistant Professor am MIT. "Aber ähnliche Aufhellungen konnten auch in Flecken klaren Himmels in Jupiters Wolkendecke beobachtet werden. Es scheint eine interessante Verbindung zwischen Wolken auf Planeten und Wolken auf Braunen Zwergen zu geben."

Diese erstaunlichen Beobachtungen wären nicht möglich gewesen ohne die adaptive Optik des Keck II-Teleskops, die dazu beitrug, die Unschärfe durch die Erdatmosphäre zu verringern und das nur schwer zu unterscheidende Braune-Zwerge-Paar aufzulösen, das ansonsten nur als ein einziger verschwommener Fleck zu sehen gewesen wäre - die beiden Sterne sind nur vier Astronomische Einheiten (Entfernung Erde-Sonne) voneinander entfernt. Das Optiksystem nutzt einen Laserstrahl, um durch Anregung von Natriumatomen in 90 Kilometern Höhe einen "künstlichen Stern" zu projizieren. Die Atmosphärenturbulenzen verzerren sowohl die Bilder der echten Sterne als auch des künstlichen Sterns. Der Grad der Verzerrung des künstlichen Sterns wird mehrere hundert Mal pro Sekunde gemessen und an einen flexiblen Spiegel gesandt, der seine Form entsprechend ändert und damit die Verzerrungseffekte des realen Sterns ausregelt. Der Lohn des Aufwands sind klare, scharfe Fotos mit einer Auflösungsgrenze von nur 0,04 Bogensekunden.
(Autor: Axel Orth - Quelle: Spaceflight Now)


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"In Space" Magazin #357
ISSN 1684-7407


Erscheinungsdatum:
6. Oktober 2008
Auflage: 3692 Exemplare


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