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» Eurockot transportiert SMOS und Proba 2 ins All
03.11.2009 - Am 2. November 2009 hob pünktlich zum vorgesehenen Zeitpunkt eine Rockot Rakete im russischen, rund 800 Kilometer nördlich von Moskau gelegenen Plesetsk ab, um die Satelliten SMOS zur Erdbeobachtung und Proba 2 zur Technologieerprobung in den Weltraum zu bringen.
Bei der dreistufigen Rockot des Anbieters Eurockot handelt es sich um einen konvertierte Interkontinentalrakete (SS 19), die nun mit einer Oberstufe von Chrunitschew versehen als Satellitenträger verwendet wurde. Der Start erfolgte um 2:50:51 Uhr MEZ und aus einem auf der Startrampe LC133 aufgerichteten Startcontainer, der wenige Minuten vor dem Start von dem ihn zuvor umgebenden Serviceturm freigegeben wurde. Nach etwas mehr als zwei Minuten war die erste Stufe der Rakete ausgebrannt und wurde dann über der Barentssee abgetrennt. Etwa vier Sekunden nach dem Ausbrennen der ersten Stufe wurde die zweite Stufe gezündet, und anschließend die Nutzlastverkleidung abgeworfen. Die Orbitaleinheit mit der Breeze-KM-Oberstufe und den Satelliten wurde nach rund fünf Minuten und fünf Sekunden Flugzeit von der ausgebrannten zweiten Stufe abgetrennt.
Nach zwei Brennphasen der Oberstufe wurde SMOS eine Stunde, neun Minuten und rund dreiundfünfzig Sekunden nach dem Start ausgesetzt. Weitere zwei Brennphasen der Oberstufe folgten, bis auch Proba 2 zwei Stunden, neunundfünfzig Minuten und knapp fünfzehn Sekunden nach dem Start seinen selbständigen Flug aufnehmen konnte. Die Oberstufe führte anschließend weitere Manöver aus, um eine Bahn zu erreichen, die zu einem baldigen Wiedereintritt der Stufe führen soll.
SMOS, nach GOCE der zweite Satellite im Earth-Explorer-Mission-Programm der europäischen Weltraumagentur ESA ist ein Erdbeobachtungssatellit, der den Feuchtigkeitsgehalt der Landflächen und den Oberflächensalzgehalt der Ozeane messen soll. Die Bezeichnung SMOS orientiert sich an den Aufgaben des Satelliten und steht für Soil Moisture and Ocean Salinity.
Der Satellit besteht aus einem Servicemodul basierend auf dem Proteus-Bus von Thales Alenia Space mit einem Anteil von 319 Kilogramm an der Gesamtmasse, und der wissenschaftlichen Nutzlast mit 366 Kilogramm Anteil an der Gesamtmasse. Das Hauptinstrument der Wissenschaftsnutzlast ist in neuartiges Radiometer mit der Bezeichnung MIRAS (engl. für Microwave Imaging Radiometer using Aperture Synthesis). Es ist Ergebnis einer zehnjährigen Entwicklung und wurde in Spanien von EADS CASA gebaut. Die 69 einzelnen Empfangsantennen des Instruments sind zum Großteil auf drei entfaltbaren Auslegern untergebracht, um durch die so erreichten Abstände zwischen den Antennen eine möglichst große Empfindlichkeit zu erreichen. Die Spannweite der Antennenanlage beträgt 8 Meter. Das im 1,4-GHz-Bereich arbeitende Radiometer wird vom dreiachsenstabilisierten Raumfahrzeug zur Erde ausgerichtet und soll die von der Erdoberfläche ausgesandte Mikrowellenstrahlung erfassen. Es ist so empfindlich, dass es 0,1 Gramm Salz, das in einem Liter Wasser gelöst ist, feststellen könnte.
In rund sechs Monaten soll der zweieinhalbjährige wissenschaftliche Regelbetrieb von SMOS beginnen. Anschließende Missionsverlängerungen sind nicht ausgeschlossen. Die zu gewinnenden Daten sollen helfen, den Wasserkeislauf auf der Erde und Klimaveränderungen besser zu verstehen.
Proba 2, der zweite Satellit einer Serie von Technologieerprobungssatelliten der ESA, soll siebzehn neue Techniken im Weltraum erproben. Proba bedeutet soviel wie Projekt für Bordautonomie (engl. Project for On-Board Autonomy).
Getestet werden soll auf Proba 2 unter anderem eine hochentwickelte, miniaturisierte CCD-Kamera mit einem Blickwinkel von rund 120 Grad, ein digitaler Sonnensensor, ein hochgenaues Magnetometer, ein Zweifrequenz-GPS-Empfänger, ein neu entwickelter Prozessor zur Kontrolle der Raumfahrzeugs und ein elektrisches mit Xenon-Gas betriebenes Resistojet-Triebwerk. Wichtig für die Mission der ESA-Sonde BepiColombo zum Merkur ist der Test von für sie neuentwickelten Sternensensoren an Bord von Proba 2. Zur Stromerzeugung verwendet der Satellit eine experimentelle Solarzellenanlage namens ESP (engl. für Experimental Solar Panel), die von einem zusätzlichen Konzentrator für das Sonnenlicht unterstützt wird. Der Satellit hat außerdem vier Experimente zur Erforschung des Einflusses der Sonne auf das Weltraumwetter an Bord. Zwei davon kommen aus Belgien, zwei weitere aus Tschechien.
Die Lebenserwartung des Raumfahrzeugs mit einer Startmasse von 135 Kilogramm beträgt zwei Jahre. An der Mission beteiligte Techniker und Wissenschaftler gehen jedoch davon aus, dass der Satellit länger erfolgreich betrieben werden kann und hoffen auf einen zehn Jahre andauernden Einsatz. In rund zwei Monaten soll Proba 2 den Regelbetrieb aufnehmen. Kontrolliert wird Proba 2 von einer ESA-Bodenstation bei Redu in Wallonien im Südteil von Belgien.
SMOS ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 36036 bzw. als Objekt 2009-059A, Proba 2 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 36037 bzw. als Objekt 2009-059B.
Raumcon:
Verwandte Website:
(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: ESA, DLR, CNES)
» Northrop Grumman Lunar Lander Challenge 2009 beendet
03.11.2009 - Masten schafft Level 2 und auch beim Zweimannteam Unreasonable Rocket sah der Versuch mit Blue Ball nicht schlecht aus. Update: Erster Preis für Masten Space Systems!
Zwei Monate hatten die vier eingeschriebenen Teams Zeit, die gestellte Herausforderung zu bewältigen. Es galt, ein computergesteuertes und raketengetriebenes Fahrzeug 50 Meter in die Luft zu bringen, horizontal zu einem Ziel zu fliegen und dort weich zu landen. Dabei musste das Fahrzeug 90 bzw. 180 Sekunden in der Luft bleiben. Auch der Rückflug musste anschließend innerhalb von zweieinhalb Stunden absolviert sein.
Am 13. September legte Armadillo Aerospace vor. Nachdem man bereits im vergangenen Jahr Level 1 geschafft hatte, wurde diesmal Level 2 in Angriff genommen und erfolgreich bewältigt. Mit diesem frühen Erfolg wollte man möglicherweise die Konkurrenz beeindrucken. Jedoch wird Sieger der Challenge, wer bei den Flügen am nächsten am Zielkreuz landet.
Masten Space Systems tastete sich daher eher langsam heran. Am 16. September brach man den Versuch, Level 1 zu bewältigen, nach erfolgreichem Hinflug ab, weil das Triebwerk sich zu stark erwärmte. Am 7. Oktober hingegen gelangen Hin- und Rückflug mit Landeabweichungen von nur 20 bzw. 11 Zentimetern. Man landete praktisch noch auf dem Zielkreuz.
Auf den letzten Pfiff, nämlich am 30. Oktober, schaffte Masten mit seinem XA01.E (Xoie) genannten Modell-Lander Level 2, also einen Flug von 180 Sekunden Dauer. Auch diesmal war die Landung präziser als bei Armadillos Scorpius. Demnach wird die Million wohl nicht wie erwartet nach Texas sondern nach Kalifornien gehen.
Während BoNova in diesem Jahr doch noch auf eine Teilnahme verzichtete, überraschte das Zweimannteam von Unreasonable Rocket, bestehend aus Vater und Sohn, mit ihrem Blue Ball und einem fast erfolgreichen Hinflug. Nach dem Start wurde zunächst die nötige Höhe erreicht, danach seitwärts zum Ziel geflogen und die Höhe bis auf etwa 1 Meter reduziert. Nach 85 Sekunden war aber offenbar der Treibstoff verbraucht, so dass der Lander etwas unsanft auf den Boden fiel und dabei leicht beschädigt wurde. Auch die Versuche mit dem für Level 2 vorgesehenen Silver Ball, der noch an einem Kabel aufgehängt war, verliefen nicht zur Zufriedenheit seiner Konstrukteure, so dass an einen Start nicht zu denken war.
Insgesamt jedoch hat die Northrop Grumman Lunar Lander Challenge 2009 erneut bewiesen, dass auch kleine, innovative Teams gewisse Herausforderungen im Bereich technischer Entwicklungen für Raumflüge meistern können. Das Preisgeld stammt übrigens aus dem Programm Centennial Challenges der NASA. Bei Level 1 gibt es 350.000 Dollar für den Sieger und 150.000 Dollar für den Zweitplatzierten. Erfüllt man Level 2, winken dem Sieger sogar 1 Million US-Dollar.
Update:
Masten hat tatsächlich den ersten Preis (1 Million US-Dollar) erhalten, weil die mittlere Landeabweichung ihres Fluggerätes Xoie mit 19 cm (mehr oder weniger deutlich) geringer war als die von Armadillo Aerospace (89 cm). Dafür gab’s dann immerhin noch eine halbe Million.
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Raumcon:
(Autor: Günther Glatzel - Quelle: The Launch Pad, Raumcon, EarthTimes, Parabolic Arc)
» MESSENGER: 98% der Oberfläche erfasst
04.11.2009 - Nach dem dritten Flyby am 29.09.2009 der MESSENGER-Sonde (für MErcury Surface, Space ENvironment, GEochemistry, and Ranging mission) am sonnennächsten Planten Merkur, sind nun 98% seiner Oberfläche bildgeberisch in verschiedenen Wellenlängen festgehalten.
Nicht nur ist nach diesem Vorbeiflug erstmalig nahezu die gesamte Planetenoberfläche bekannt, auch zeigen sich im Vergleich zu den vorausgegangenen Begegnungen mit dem Merkur signifikante und in ihrer Ausprägung und Umfang unerwartete dynamische Wandelungen seines Schweifes aus neutralem Natrium, den der Planet ähnlich dem eines Kometen, sonnenabgewandt mit sich führt.
Bei der Gesamtbetrachtung seiner nunmehr vollständigen Oberflächenkartographie werden deutlich ausgeprägte Episoden geologischer Aktivitäten in einem Ausmaß sichtbar, welches der allgemeine Wissensstand bislang nur schwer vorstellbar erscheinen ließ. Schwerpunktmäßig erfolgt eine Neubewertung der Geologiehistorie anhand eines außergewöhnlich gut erhaltenden Ringbassins, dessen Grundpetrogenese (also die Umbildung der Gesteine) möglicherweise vor dem Hintergrund des Einflusses effusiver Magmen zu sehen ist, und der (der Grund bzw. Boden des Bassins) sich infolgedessen als noch jünger als die Oberflächenstruktur selber darstellt.
Die Geschichte der Atmosphärenbestandteile des Merkur hingegen ist schon länger bekannt und kann als nachhaltig gesichert angesehen werden. Hauptsächlich sind dies Moleküle und Oberflächenmaterial, dass durch den Sonnenwind bzw. Mikrometeoriteneinschläge aus der Kruste des Planeten herausgesprengt werden. Die dünne Gashülle ist den starken Einflüssen des solaren Strahlungsdrucks in dem engen Sonnenorbit des Planeten partikulär ausgesetzt, was zu einer Verformung der Exosphäre zu einem langgezogenen Kometenschweif führt, der gleichzeitig verschiedener Wechselwirkungseinflüsse während eines Orbits unterworfen zu sein scheint.
Die „jahreszeitlichen“ Effekte der Merkurexosphäre sind im wesentlichen in der jeweiligen Ausprägung der Natrium-Fahne zu sehen, die in den ersten beiden Begegnungen der Sonde mit dem Planeten prominent gestaltet war, aktuell jedoch als signifikant reduziert angesehen werden muss. Auslösende Faktoren sind in diesem Zusammenhang erwartete Variationen des solaren Strahlungsdrucks während des Durchwanderns des elliptischen Planetenorbits, was Merkurs Atmosphäre als eine der dynamischsten im gesamten Sonnensystem erscheinen lässt.
Ein aktuell noch nicht völlig verstandener Mechanismus bewirkt offenbar, dass das ebenfalls in der Atmosphäre nachgewiesene Kalzium und Magnesium abweichenden jahreszeitlichen Einflüssen unterworfen ist, als es beim Natrium der Fall ist. Dieser Mechanismus wird ein wichtiger Gegenstand der ab 2011 beginnenden Hauptmission sein.
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Raumcon:
(Autor: Lars-C. Depka - Quelle: Department of Terrestrial Magnetism at the Carnegie Institution of Washington, Arizona State University, The John Hopkins University Applied Physics Laboratory, Lars-C. Depka)
» GPS 2R-20 weiterhin nicht ins Betriebsnetz integriert
06.11.2009 - Einer Meldung von Spaceflight Now vom 2. November 2009 zufolge ist damit zu rechnen, dass es im Jahr 2009 nicht mehr gelingen wird, den am 24. März gestarteten US-amerikanischen Navigiationssatelliten GPS 2R-20 in das Netz der aktiven Navigationssatelliten zu integrieren.
Die Besonderheit von GPS 2R-20 ist die zusätzliche Ausstattung mit einer Demonstrationsnutzlast zur Ausstrahlung von L5-Signalen. Die L5-Signale, die GPS 2R-20 senden kann, enthalten keine Navigationsdaten, sondern dienen Systemtests. Da für die Abstrahlung der L5-Signale von Navstar 63, so eine andere Bezeichnung des Satelliten, keine zusätzliche Antenne verwendet wird, vermutet man, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Vorhandensein der Demonstrationsnutzlast und den Ungenauigkeiten in den von GPS 2R-20 bereitgestellten Navigationsdaten im L1- und L2-Frequenzbereich gibt.
Der zuletzt am 17. August 2009 gestartete US-Navigationssatellit GPS 2R-21 ist nicht mit einer L5-Nutzlast ausgestattet und funktioniert bisher wie vorgesehen. Der erste Satellit, der mit einer für Navigationsanwendungen nutzbaren L5-Nutzlast versehen sein soll, ist GPS 2F-1, dessen Start nach den derzeitigen Plänen im Juni 2010 erfolgen soll.
GPS 2R-20 alias USA 203 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 34.661 bzw. als Objekt 2009-014A.
Raumcon:
(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Spaceflight Now, Raumfahrer.net)
» Sojus-Seetransport nach Kourou
06.11.2009 - Morgen soll das erste Schiff mit zwei russischen Sojus-Trägerraketen in Richtung Südamerika auslaufen.
Starthafen ist Sankt Petersburg, Zielhafen Kourou. Gemäß einer Vereinbarung zwischen Arianespace, ESA und Roskosmos sollen ab 2010 auch vom ESA-Raumhafen im südamerikanischen Kourou (französisch Guayana) russische Trägerraketen vom Typ Sojus 2 starten. Dafür wurde in den letzten Monaten eine moderne Startrampe gebaut.
Aufgrund der äquatornahen Lage des Startplatzes Kourou hat eine in Richtung Osten abhebende Rakete durch die Erdrotation bereits eine Anfangsgeschwindigkeit von fast 1.700 km/h. Dies ist insbesondere für das Erreichen der Geostationären Umlaufbahn in 36.000 Kilometern Höhe über dem Äquator von Vorteil. Die Nutzlast der Sojus-Trägerrakete erhöht sich für diesen Orbit gegenüber dem Startplatz Baikonur in Kasachstan um rund 75% bei annähernd gleichen Kosten.
Kourou ist bisher als Startplatz europäischer Ariane-Trägerraketen bekannt. Vor allem die Ariane 5 hat von hier aus viele Nutzlasten erfolgreich ins All gebracht. Mit Einstellung der Ariane-4-Flüge im Jahre 2003 verfügte die ESA bzw. Arianespace aber über keine Trägerrakete mittlerer Größe mehr. Dies ändert sich durch den Einsatz der Sojus. Für kleine Nutzlasten entwickelt die europäische Raumfahrtorganisation außerdem die Vega-Trägerrakete, die ebenfalls von Kourou aus zum Einsatz kommen soll.
Raumcon:
(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Arianespace, Roskosmos)
» Lebensbausteine entstanden im All?
06.11.2009 - Biomoleküle, die für die Entstehung des irdischen Lebens essentiell sind, wurden unter weltraumähnlichen Bedingungen hergestellt.
Damit liefert ein US-amerikanisches Forscherteam ein neues Argument in der Debatte, ob die organischen Bestandteile des Lebens auf der Erde entstanden oder aus dem All hierher gelangten. Über ihr Ergebnis berichtet die Gruppe um Michel Nuevo vom Ames Research Center der NASA in der aktuellen Ausgabe des Journals Astrobiology.
Als Ausgangssubstanz hatten die Wissenschaftler eine Mischung aus Pyrimidin und Wassereis hergestellt. Pyrimidin ist ein einfacher polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoff (PAK), der die biochemische Grundstruktur vieler Nukleinbasen darstellt, den Bausteinen des Erbguts. Die Mischung wurde dann in eine tiefgekühlte Vakuumkammer gegeben und hoher UV-Strahlung ausgesetzt. Schließlich analysierten sie die Produkte des Versuchs in einem hochgenauen Flüssigkeits- und Gaschromatographen. Dabei entdeckten sie Uracil und weitere komplexere organische Moleküle, die sich durch die Strahlungseinwirkung gebildet hatten.
"Wir konnten zum ersten Mal zeigen, dass Uracil abiotisch unter Bedingungen erzeugt werden kann, die man sonst nur im Weltraum findet", sagte Nuevo. "Diese Laborprozesse, die reale Prozesse im All simulieren, können also die Bausteine erzeugen, die später von lebenden Organismen auf der Erde verwendet werden." Das Produkt Uracil ist eine Nukleinbase und gehört damit zu den Grundbausteinen der DNA. So komplexe Moleküle unter lebensfeindlichen Bedingungen bilden zu können, ohne dass sie sich sofort wieder zersetzen, war eine Überraschung für das Forscherteam.
"Ein Molekül wie Pyrimidin besitzt Stickstoffatome in seiner Struktur, wodurch es einigermaßen schwächlich ist. Es kann also schneller zerstört werden als ein Gegenstück ohne Stickstoffatom", erklärt Scott Sandfort, Wissenschaftler am Ames Research Institute. "Wir wollten ausprobieren, ob Pyrimidin im All überleben kann oder ob es sogar zu noch komplexeren organischen Molekülen reagieren kann, wie etwa zu der Nukleinbase Uracil." Doch warum zerlegt sich das im All so instabile Pyrimidin nicht sofort, sondern kann zu einem Grundbaustein des Lebens reagieren? Die Forscher vermuten, dass hier das Wasser seine Finger im Spiel hat. Pyrimidin wird in eine Wolke kleiner Wassertröpfchen eingeschlossen, die wie der Atem im Winter kondensiert und an Staubpartikel gebunden werden kann. Nachdem solare UV-Strahlung die Entstehung der Biomoleküle ausgelöst hat, könnten die mit ihrer wertvollen Fracht beladenen Körner weiter in die Staubwolke migriert sein.
Junge Planetensysteme bestehen aus dichten Staubwolken, die UV-Strahlung nur sehr schlecht durchdringen kann. Darin wären die frühen Lebensbausteine nach ihrer Entstehung in Sonnennähe geschützt. Aus den Staubwolken entstehen schließlich Asteroiden, Kometen und Planeten, bestückt mit den Grundbausteinen des Lebens?
Ganz abwegig ist das nicht. - Denn komplexere Biomoleküle wurden bereits auf Meteoriten gefunden. Kohlige Chondrite machen etwa fünf Prozent aller Meteoritenfunde aus. Auf einem von ihnen, dem Murchison-Meteoriten, wurden direkt nach seinem Niedergang Nukleinbasen gefunden, darunter unser alter Bekannter Uracil.
Tellurischer Prolog
Die Erde vor vier Milliarden Jahren: Die Lufttemperatur ist gerade unter den Siedepunkt von Wasser gefallen, die Landmassen sind trocken, leer und öd. Schließlich wurde es kühler und Regen ging nieder, formte erste Pfützen und Seen. Dennoch war der Erdkörper heiß, viel Energie steckte in seiner Atmosphäre und heftige Gewitter gingen nieder. In dieser unwirtlichen Umwelt entstanden die ersten Organismen. Entstanden die ersten Lebensbausteine, als atmosphärische Gase wie Kohlenstoffdioxid und Methan bei einem Blitz zu größeren Molekülen reagierten? Dies zumindest suggeriert das umstrittene Experiment von Stanley Miller und Harold C. Urey von 1953. Vielleicht landete auch ein Meteorit auf dem spärlich gedeckten Esstisch der Evolution.
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Raumcon
(Autor: Karl Urban - Quelle: Nuevo et al., NASA)
» KSLV-1-Untersuchungskommission mit Zwischenstand
07.11.2009 - Am 6. November 2009 informierte der Korea Herald über einen Zwischenbericht, den die zur Untersuchung des Fehlschlags beim Jungfernflug der südkoreanischen Trägerrakete KSLV-1 alias Naro 1 eingesetzte Kommission erarbeitet hat.
Die erste zweistufige KSLV-1, Ergebnis einer Gemeinschaftsentwicklung russischer und südkoreanischer Unternehmen, war am 25. August 2009 um 10:00 Uhr MESZ im Naro Space Center mit dem Ziel gestartet, den Forschungs- und Technologiesatelliten STSat 2 mit einer Masse von rund 100 Kilogramm in eine Umlaufbahn um die Erde zu bringen.
Dem vorläufigen Bericht einer unabhängigen Untersuchungskommission zur Folge kam der Satellit wegen Problemen bei der Abtrennung der Nutzlastverkleidung von der vorgesehenen Bahn ab. Basierend auf der Analyse der bei Start und Flug der Rakete gewonnenen Daten lasse sich sagen, dass eine Hälfte der Nutzlastverkleidung nicht zum vorgesehenen Zeitpunkt abgetrennt wurde, was dazu führte, dass der Satellit nur eine ungenügende Geschwindigkeit und keinen stabilen Orbit erreichte.
Die Triebwerke der Rakete haben nach Angaben der Untersuchungskommission funktioniert wie vorgesehen, auch die Trennung des Satelliten von der zweiten Raketenstufe war erfolgreich. Vor der Abtrennung des Satelliten hätten in der Flugsekunde 216 beide Hälften der Nutzlastverkleidung abgeworfen werden sollen. Eine der beiden Hälften verblieb jedoch bis zur Flugsekunde 540 an der Spitze der Rakete, etwa dem Zeitpunkt, zu dem der Satellit ausgesetzt werden sollte. Es erscheint der Untersuchungskommission möglich, dass der Satellit unmittelbar nach der Abtrennung mit der zweiten Stufe kollidiert ist. Vibrationsdaten, die nach der Abtrennung des Satelliten erfasst und aufgezeichnet wurden, sollen für ein solches Szenario sprechen.
Als Ursachen für das Versagen bei der Abtrennung der Nutzlastverkleidungshälfte zieht die Untersuchungskommission sowohl mechanische Probleme mit der Nutzlastverkleidung als auch ein Teilversagen der zur Abtrennung der Nutzlastverkleidung eingesetzten Pyrotechnik in Betracht.
Ein abschließender Bericht der aus sieben Mitgliedern bestehenden Kommission soll nach Angaben des südkoreanischen Instituts für Luft- und Raumfahrtforschung (engl. Korea Aerospace Research Institute, KARI) Ende Dezember 2009 veröffentlicht werden.
Verwandte Meldung:
Raumcon:
(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: The Korea Herald)
» MN Colibri ist auf dem Weg Richtung Kourou
08.11.2009 - Am 7. November 2009 ist das Frachtschiff MN Colibri mit Raketenteilen, Treibstoffen und Testgerät für Kourou im russischen St. Petersburg ausgelaufen, um durch Ost- und Nordsee sowie den Atlantik sein Ziel anzufahren.
Arianespace, CNES, ESA und Roscosmos arbeiten derzeit am Aufbau einer Startanlage für russische Trägerraketen des Typs Sojus 2 in Kourou in Französisch-Guayana. Ein erster Start von der neuen Rampe soll im Jahr 2010 stattfinden. Um Vorbereitung und Start durchführen zu können, werden jetzt die Komponenten für zwei dreistufige Trägerraketen Sojus 2-1a und die zugehörigen Fregat-Oberstufen, ausreichende Mengen der entsprechenden Treibstoffe, darunter raffiniertes Kerosin, UDMH, N2O4 und Hydrazin, sowie ein Funktionsmodell der Oberstufe nach Kourou transportiert.
Die Ladung setzt sich aus rund fünfzig Containern zusammen. Ein Teil davon besteht aus speziellen Containern auf straßentauglichen Fahrgestellen, die im großen Fahrzeugdeck des Schiffes untergebracht wurden. St. Petersburg erreichte die Ladung auf dem Schienenweg. Die Fregat-Oberstufen werden bei NPO Lawotschkin in der Nähe von Moskau gebaut, die anderen Raketenstufen kommen vom Samara Raumfahrtzentrum.
Mit einem Sojus-Flug von Kourou wird man Kommunikationssatelliten mit einer Masse von bis zu drei Tonnen in den Geostationären Orbit bringen können, in Baikonur gestartet wären es maximal 1,8 Tonnen. Ebenso soll es möglich sein, Erdbeobachtungssatelliten mittlerer Größe oder Konstellationen mehrerer kleinerer Satelliten mit einer Sojus-Rakete von Kourou aus ins All zu bringen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt hat Arianespace bei den russischen Herstellern vierzehn Sojus-Raketen in Auftrag gegeben, für einen Großteil dieser Raketen sollen bereits die Nutzlasten festgelegt worden sein.
Wenn die beiden an Bord der MN Colibri befindlichen Trägerraketen so gestartet werden können wie vorgesehen, bringen diese den Kommunikationssatelliten HYLAS für die britische Avanti Communications Group plc. (Startmasse rund 2,3 Tonnen) beim Sojus-2-Jungfernflug sowie den Erdbeobachtungssatelliten Pléiades-1 der französischen Raumfahrtagentur CNES, Startmasse etwa eine Tonne, zusammen mit vier ELISA-Kleinsatelliten mit je rund 135 Kilogramm beim zweiten Sojus-Flug von Kourou aus in den Weltraum.
Um die von Arianespace vorgesehene Startrate von zwischen zwei und vier pro Jahr in Kourou umsetzen zu können, wird es erforderlich sein, die von der Compagnie Morbihannaise et Nantaise de Navigation aus Nantes, Frankreich, betriebene MN Colibri bzw. ihr Schwesterschiff MN Toucan jährlich ein bis zwei Mal von Russland nach Französisch-Guayana fahren zu lassen. Die einfache Distanz beträgt nach Angaben von Arianespace 5.119 nautische Meilen, das sind etwas mehr als 9.480 Kilometer.
Mit der Ankunft der MN Colibri in einem Hafen nahe Kourou wird in circa zwei Wochen gerechnet.
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Raumcon:
(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Arianespace)
» Ares I-X: Start um 24 Stunden verschoben!
27.10.2009 - Seit 6 Uhr (MEZ) heute morgen lief der Countdown zum Start der Ares I-X. Leider hat das Wetter trotz mehrerer Startverschiebungen im vierstündigen Startfenster nicht mitgespielt, der Start musste um 24 Stunden verschoben werden.
Der "Call to Stations" an das Startteam kam um 5:30 Uhr (MEZ) und eine halbe Stunde später wurde der Countdown bei T-6:40 h gestartet. Es gibt bei diesem ersten Teststart nur einen geplanten Hold bei T-4 min, der 20 Minuten dauern soll und bei dem unter anderem noch einmal das Wetter abgefragt wird.
Der Ares-I-X-Testflug soll der NASA wichtige Daten im Bezug auf Flugeigenschaften, Montage, Startvorbereitungen und Bergung der zukünftigen Ares-I-Raketen liefern. Nach Ende des Countdowns bei T-0 wird die erste Stufe der Rakete gezündet, und die Ares I-X startet. In ca. 40 Kilometern Höhe wird die erste Stufe (die übrigens aus Elementen früherer Shuttle-Feststoffraketen besteht) nach 124 Sekunden abgetrennt und fällt zurück in Richtung Atlantik. Dort wird sie dann (wenn sich zunächst der Vorschirm und dann die drei Hauptschirme planmäßig entfaltet haben und für eine sanfte Wasserung sorgten) nach wenigen Stunden geborgen. Die zweite Stufe gewinnt nach der Abtrennung noch etwa sieben Kilometer Höhe und stürzt dann unkontrolliert in den Atlantik. Sie wird nicht geborgen.
Ares I-X steht seit letztem Dienstag auf der Startrampe 39B, nachdem sie das VAB (Vehicle Assembly Building) mittels Kettencrawler verlassen hatte. Die Startplattform (MLP 1), die für den heutigen Start verwendet wird, war übrigens schon bei Apollo 11 im Einsatz.
Lesen Sie sich hier noch einmal durch die Ereignisse des Tages in unserer Live-Berichterstattung:
16:20 Uhr (MEZ): T-4 min and holding
- Scrubbed!
- Das Wetter lässt heute leider keinen Startversuch mehr zu, deshalb wurde der Start für heute soeben abgesagt und um 24 Stunden verschoben!
- Das morgige Startfenster wird ebenfalls zwischen 13 und 17 Uhr (MEZ) liegen.
16:14 Uhr (MEZ): T-4 min and holding
- Momentan sind wir auf "GO" mit dem Wetter, leider kann sich das bis zur geplanten Startzeit nochmal ändern. Wir befinden uns da in einem sehr dynamischen Prozess. Startzeit nun 16:24 Uhr (MEZ)
16:10 Uhr (MEZ): T-4 min and holding
- Der Start wurde um weitere 5 Minuten auf 16:19 Uhr (MEZ) verschoben.
16:00 Uhr (MEZ): T-4 min and holding
- Der Start wurde auf 16:14 Uhr (MEZ) verschoben, das Wetter macht weiterhin Probleme.
15:50 Uhr (MEZ): T-4 min and holding
- Der Start wurde auf 16:04 Uhr (MEZ) verschoben. Somit sind wir in der letzten Stunde unseres heutigen Startfensters angekommen. Jedoch zeigt das Wetter keine großen Verbesserungen, langsam müssen wir uns auf eine Verschiebung um 24 Stunden einstellen.
15:40 Uhr (MEZ): T-4 min and holding
- In 10 Minuten soll der Countdown fortgesetzt werden. Das Wetter wird weiter beobachtet.
15:10 Uhr (MEZ): T-4 min and holding
- Neue Startzeit ist 15:54 Uhr (MEZ).
15:00 Uhr (MEZ): T-4 min and holding
- Nun wird es knifflig. In ca. einer Stunde soll sich ein 15 minütiges Fenster mit gutem Wetter öffnen.
14:54 Uhr (MEZ): T-4 min and holding
- Das Wetter hatte sich verschlechtert, dadurch hatten wir dann den Cutoff.
14:46 Uhr (MEZ): T-2:49 min and holding
- Wir haben einen Cutoff, der Countdown wird auf T-4 Minuten zurückgesetzt!
- Das sind ja ganz schön aufreibende Minuten...
14:45 Uhr (MEZ): T-4 min and counting
14:44 Uhr (MEZ): T-4 min and holding
- In einer Minute wird der Countdown fortgesetzt! Startzeit ist um 14:49 Uhr (MEZ).
14:41 Uhr (MEZ): T-4 min and holding
- Wir haben ein "GO" für den Start!
14:38 Uhr (MEZ): T-4 min and holding
- Ein Frachtschiff ist in der Sperrzone aufgetaucht, dadurch verzögert sich der Start weiter.
14:20 Uhr (MEZ): T-4 min and holding
- Neue Startzeit ist für 14:44 Uhr (MEZ) geplant.
14:16 Uhr (MEZ): T-4 min and holding
- Der Start könnte sich noch um einige Minuten verschieben da eine letzte Abdeckung an der Spitze der Rakete entfernt werden muss. Wenn diese Abdeckung entfernt wurde ist ein baldiger Start sehr wahrscheinlich, da diese Abdeckung nicht wieder angebracht werden kann.
13:20 Uhr (MEZ): T-4 min and holding
- Der Start wurde leider um eine Stunde verschoben. Neue Startzeit nun um 14:24 Uhr (MEZ) mit Wiederaufnahme des Countdowns um 14:20 Uhr (MEZ).
- Momentan haben wir übrigens ein "GO" beim Wetter.
12:56 Uhr (MEZ): T-4 min and holding
- Falls uns das Wetter keinen Strich durch die Rechnung macht, wird der Start nun für 13:29 Uhr (MEZ) erwartet. Der Countdown wird also um 13:25 Uhr (MEZ) wieder aufgenommen.
12:36 Uhr (MEZ): T-4 min and holding
- Wir haben unseren einzigen Hold erreicht.
- Aufgrund von einigen Verzögerungen liegen wir noch immer etwas im Countdown zurück (ca. 30 min.), ein pünktlicher Start um 13:00 Uhr (MEZ) ist wohl unwahrscheinlich. Jedoch haben wir ja noch 4 Stunden im Startfenster.
Wussten Sie schon das die einzelnen Teile der ersten Stufe an insgesamt 30 Shuttle-Missionen (1985-2000) teilgenommen haben?
12:00 Uhr (MEZ): T-40 min
- Noch eine Stunde bis zum Start.
- Ein weiterer Wetterballon wurde gestartet.
- Die RSS hat ihre Parkposition erreicht.
11:55 Uhr (MEZ): T-45 min
- Das Wetter ist zur Zeit "NO-GO" aufgrund einer Wolkendecke, welche zu statischen Aufladungen beim Durchflug führen kann.
11:37 Uhr (MEZ): T-1:03 h
- Die RSS wird nun in ihre Parkposition geschwenkt.
11:30 Uhr (MEZ): T-1:10 h
- Der Zugangsarm zur Oberstufe wurde soeben zurückgeschwenkt, die RSS sollte demnächst folgen.
11:20 Uhr (MEZ):
- Das Zurückschwenken der RSS hat sich etwas verzögert, wird aber in den nächsten Minuten erfolgen. Momentan liegen wir etwa eine halbe Stunde im Countdown zurück.
11:00 Uhr (MEZ): Herzlich Willkommen zur Live-Berichterstattung des Ares I-X Testfluges!
- Während die Vorbereitungen zum Start der Ares I-X laufen, haben wir momentan ein "GO" beim Wetter! Drücken wir also die Daumen, dass es so bleibt.
10:25 Uhr (MEZ): T-2:15 h
- Die RSS (Rotating Service Structure) wird in ihre Parkposition geschwenkt (noch nicht erfolgt).
9:55 Uhr (MEZ): T-2:45 h
- Ein weiterer Wetterballon wird gestartet.
9:40 Uhr (MEZ): T-3 h
- Das Flugabbruchssystem wird getestet. Damit kann der Countdown (falls nötig) abgebrochen werden.
9:00 Uhr (MEZ): T-3:40 h
- Die Startteams im Launch Control Center des Kennedy Space Centers sind auf Station.
- Das Ground Control System (GCS) wird aktiviert.
8:50 Uhr (MEZ): T-3:50 h
- Justierung des Onboard-Leitsystems (FTINU) ist beendet, es beginnen Navigationstests.
- Ein weiterer Wetterballon wird gestartet.
8:30 Uhr (MEZ): T-4:10 h
- Die Frischluftzufuhr zum Oberstufen-Simulator wird entfernt und "closeout panels" werden installiert.
7:50 Uhr (MEZ): T-4:50 h
- Das Onboard-Leitsystem (FTINU) wird justiert. Dauer ca. eine Stunde.
7:45 Uhr (MEZ): T-4:55 h
- Die Zünder der ersten Stufe werden aktiviert.
6:55 Uhr (MEZ): T-5:45 h
- Testflug-Direktor Jeff Spaulding erhält ein Wetterbriefing von Wetter-Offizierin Kathy Winters
6:10 Uhr (MEZ): T-6:30 h
- Die Stromversorgung wird hochgefahren (Dauer ca. eine Stunde).
6:00 Uhr (MEZ): T-6:40 h
- Der Countdown hat begonnen.
- Das hochfahren der Stromversorgung wird vorbereitet.
- Ein erster Wetterballon wurde gestartet, um Daten zu Luftdruck, Feuchtigkeit, Temperatur und Wind zu erhalten.
Weitere Infos zum Start finden Sie auch bei uns im Forum:
Ares-I-X-Raumcon-Thread
(Autor: Andreas Kurka - Quelle: NASA)
» COROTs Mission um drei Jahre verlängert
27.10.2009 - Die französische Weltraumagentur CNES hat zusammen mit ihren Partnern in Frankreich beschlossen, die Mission des Satelliten COROT um drei Jahre zu verlängern, teilte Thales Alenia Space am 26. Oktober 2009 mit.
Der von Thales Alenia Space basierend auf der Proteus-Plattform gebaute Satellit mit einer Startmasse von 630 Kilogramm war am 27. Dezember 2006 auf einer Sojus-2.1b-Rakete vom kasachischen Baikonur aus in den Weltraum gebracht worden.
In etwas über 900 Kilometern auf polarer Umlaufbahn über der Erdoberfläche kreisend, sucht COROT unter Benutzung der Transitmethode nach Planeten außerhalb des Sonnensystems und beobachtet Sterne für Forschungen im Bereich der Astroseismologie. Die Aufgaben des Satelliten spiegeln sich auch in seiner Namensgebung wider: COROT steht für COnvection ROtation and planetary Transits.
Als Beobachtungsinstrumente nutzt COROT ein Teleskop mit einer Öffnung von 27 Zentimetern und eine 4-CCD-Kamera. Mit den Beobachtungen begann COROT am 3. Februar 2007.
Die zunächst vorgesehene Missionsdauer betrug zweieinhalb Jahre. Das erfolgreiche Raumfahrzeug befindet sich in ausgezeichnetem Zustand, sodass keine technischen Gegebenheiten der nun beschlossenen Missionsverlängerung bis zum 31. März 2013 entgegenstehen.
COROT ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 29678 bzw. als Objekt 2006-063A.
Verwandte Meldungen:
Raumcon:
(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Thales Alenia Space, CNES)
» Ares I-X: Erfolg!
28.10.2009 - Der Ares I-X Teststart ist geglückt! Das Wetter zeigte sich auch heute wieder sehr wechselhaft und so konnte der Start erst in der letzten halben Stunde des heutigen Startfensters erfolgen.
Nachdem gestern eine Abdeckung, ein Frachtschiff und natürlich in erster Linie das Wetter für eine Verschiebung des Ares-I-X-Starts gesorgt haben, war auch heute wieder das Wetter das bestimmende Thema. Um 16:30 Uhr (MEZ) gab es dann jedoch eine Wolkenlücke und die Ares I-X hob von Cape Canaveral zu ihrem erfolgreichen Testflug ab.
Lesen Sie sich hier noch einmal durch unsere Live-Berichterstattung des Tages:
17:00 Uhr (MEZ):
Der Start der Ares 1-X ist, soweit man sehen konnte, völlig planmäßig verlaufen. Bei strahlendem Sonnenschein zündete die Rakete und hob ab. Schon nach wenigen Metern stellte sie sich leicht schräg, was erst ein wenig beunruhigend aussah, aber zum normalen Flugprogramm gehört - nur fällt es bei dieser dünnen Rakete, die wesentlich höher aufragt als ein Space-Shuttle-Stack und ähnlich hoch ist wie eine Saturn V, mehr auf. Die Rakete stieg unter großer Geräuschentwicklung steil empor und flog hinaus aufs Meer. Schon nach gut zwei Minuten war die Antriebsphase beendet: Die erste Stufe war ausgebrannt, trennte sich von der zweiten Stufe und drehte sich von ihr weg. Die zweite Stufe, die lediglich eine funktionslose Attrappe darstellt, begann, sich in der entgegengesetzten Richtung zu drehen. Einen Moment lang sah es so, als ob die beiden langen Körper in der Drehung noch miteinander kollidieren würden, doch das täuschte. Die Entfaltung der fünf Fallschirme der ersten Stufe war in der Übertragung nicht mehr zu sehen, doch die NASA hat bestätigt, dass die erste Stufe im Wasser gelandet und ihre Bergung bereits angelaufen ist: Sie enthält Geräte, welche die Messwerte von über 700 Sensoren aufgezeichnet haben, die nicht alle in Echtzeit per Funk übertragen werden konnten. Diese Messungen waren der eigentliche Zweck der Mission und werden die Ingenieure monatelang beschäftigen. Die Attrappe der zweiten Stufe ist hingegen unkontrolliert aufs Meer aufgeschlagen und versunken und allenfalls noch für die Meeresbewohner als "künstliches Riff" interessant. Auf einer Pressekonferenz um 17:30 Uhr MEZ wird die NASA zum Verlauf des Teststarts Stellung nehmen und dazu, wie die Fallschirme funktioniert haben, die in dieser Kombination noch nicht erprobt wurden.
16:30 Uhr (MEZ): T-0
16:26 Uhr (MEZ): T-4 min and counting
- Der Countdown läuft wieder, nun heißt es Daumen drücken, dass das Wetter hält!
16:24 Uhr (MEZ): T-4 min and holding
- Wir haben ein "go" für den Start!
- Der Countdown wird um 16:26 Uhr (MEZ) wieder aufgenommen!
16:13 Uhr (MEZ): T-4 min and holding
- Neue Startzeit: 16:30 Uhr (MEZ)!
16:04 Uhr (MEZ): T-4 min and holding
- Neue Startzeit: 16:20 Uhr (MEZ)!
16:00 Uhr (MEZ): T-4 min and holding
- Wir haben die letzte Stunde im heutigen Startfenster erreicht.
15:54 Uhr (MEZ): T-4 min and holding
- Neue Startzeit: 16:08 Uhr (MEZ)!
15:48 Uhr (MEZ): T-4 min and holding
- Leider wieder ein "no-go" beim Wetter, aber das ist nun erneut ein sehr dynamischer Prozess.
15:40 Uhr (MEZ): T-4 min and holding
- Wir haben momentan ein "go" beim Wetter, der Start um 16 Uhr (MEZ) wird langsam wahrscheinlich!
14:55 Uhr (MEZ): T-4 min and holding
- Wir haben leider eine weitere Verschiebung, neue Startzeit: 16:00 Uhr (MEZ).
- Bitte entschuldigen Sie den Serverausfall, unsere Seite ist dem großen Besucheransturm momentan nicht gewachsen, aber wir arbeiten daran.
14:09 Uhr (MEZ): T-4 min and holding
- Der Countdown wurde erneut verschoben, neue Startzeit: 15:30 Uhr (MEZ).
- Wir sind bei allen Punkten, außer beim Wetter, auf "go".
13:50 Uhr (MEZ): T-4 min and holding
- Das Wetter wird sich wohl erst nach der geplanten Startzeit um 14:15 Uhr (MEZ) entscheident verbessern.
13:40 Uhr (MEZ): T-4 min and holding
- Die Freedom Star, eines der beiden Booster-Recovery-Schiffe der NASA, wurde ausgewählt, um die erste Stufe zu bergen.
13:30 Uhr (MEZ): T-4 min and holding
- Die Tests des Zündsystems sind beendet.
13:15 Uhr (MEZ): T-4 min and holding
- Der Countdown wurde wie erwartet verschoben, neue Startzeit: 14:15 Uhr (MEZ).
13:10 Uhr (MEZ): T-4 min and holding
- Das Personal hat die Gefahrenzone um die Rakete verlassen.
- Die Aufzeichnungsgeräte wurden aktiviert.
13:00 Uhr (MEZ): T-4 min and holding
- Die neue Startzeit wurde auf 13:30 Uhr (MEZ) gelegt. Jedoch wird ein Start vor 14:00 Uhr (MEZ) nicht erwartet.
- Momentan haben wir auch ein "no-go" beim Wetter wegen Triboelectrification, dabei handelt es sich um statische Entladung bei niedrigen Temperaturen.
12:36 Uhr (MEZ): T-4 min and holding
- Der Countdown hat seinen einzigen planmäßigen Halt erreicht.
- Eigentlich waren für diesen Halt 20 Minuten geplant, jedoch wird er um mindestens eine Stunde verlängert da wir etwas hinter dem Zeitplan sind.
12:20 Uhr (MEZ): T-20 min
- Die RSS hat ihre Parkposition erreicht.
11:50 Uhr (MEZ): T-50 min
- Die RSS wird nun in ihre Parkposition geschwenkt.
11:05 Uhr (MEZ): T-1:35 h
- Der Zugangsarm zur Oberstufe wurde zurückgeschwenkt.
11:00 Uhr (MEZ): T-1:40 h
- Herzlich Willkommen zur heutigen Live-Berichterstattung des Ares I-X Starts.
- Die Rakete wurde nach einigen nahen Blitzeinschlägen eines Gewitters, welches letzte Nacht über das Kennedy Space Center gezogen ist, genaueren Tests unterzogen und so sind wir in der Timeline etwas in Verzug. Das Zurückfahren der RSS wird sich noch um ca. 45 Minuten verzögern, ebenso wurde der Start auf frühestens 13:45-14:00 Uhr (MEZ) verschoben.
9:55 Uhr (MEZ): T-2:45 h
- Ein weiterer Wetterballon wird gestartet.
- Leider hat sich die Wettervorhersage verschlechtert. Die Chance für gutes Wetter während des Startfensters ist auf 40 Prozent gesunken.
9:40 Uhr (MEZ): T-3 h
- Das Flugabbruchssystem wird getestet. Damit kann der Countdown (falls nötig) abgebrochen werden.
9:00 Uhr (MEZ): T-3:40 h
- Die Startteams im Launch Control Center des Kennedy Space Centers sind auf Station.
- Das Ground Control System (GCS) wird aktiviert.
8:50 Uhr (MEZ): T-3:50 h
- Die Justierung des Onboard-Leitsystems (FTINU) ist beendet, es beginnen Navigationstests.
- Ein weiterer Wetterballon wird gestartet.
8:30 Uhr (MEZ): T-4:10 h
- Die Frischluftzufuhr zum Oberstufen-Simulator wird entfernt und "closeout panels" werden installiert.
7:50 Uhr (MEZ): T-4:50 h
- Das Onboard-Leitsystem (FTINU) wird justiert. Dauer ca. eine Stunde.
7:45 Uhr (MEZ): T-4:55 h
- Die Zünder der ersten Stufe werden aktiviert.
6:55 Uhr (MEZ): T-5:45 h
- Testflug-Direktor Jeff Spaulding erhält ein Wetterbriefing von Wetter-Offizierin Kathy Winters
6:10 Uhr (MEZ): T-6:30 h
- Die Stromversorgung wird hochgefahren (Dauer ca. eine Stunde).
6:00 Uhr (MEZ): T-6:40 h and counting
- Der Countdown hat begonnen.
- Das Hochfahren der Stromversorgung wird vorbereitet.
- Ein erster Wetterballon wurde gestartet, um Daten zu Luftdruck, Feuchtigkeit, Temperatur und Wind zu erhalten.
5:30 Uhr (MEZ): T-6:40 h and holding
Weitere Infos zum Start finden Sie auch bei uns im Forum:
Ares-I-X-Raumcon-Thread
(Autor: Andreas Kurka - Quelle: NASA-TV / Spaceflight Now)
» Ariane 5 ECA bringt NSS 12 und THOR 6 ins All
29.10.2009 - Am 29. Oktober 2009 brachte eine Ariane 5 ECA Kommunikationssatelliten für SES WORLD SKIES und Telenor von Kourou in Französisch-Guayana aus in den Weltraum. Der Start erfolgte zum geplanten Zeitpunkt nach einem problemlosen Countdown.
Der sechste Start einer Ariane 5 im Jahr 2009 und der vierunddreißigste erfolgreiche in Folge begann um 21:00 Uhr MEZ mit der Zündung des mit flüssigem Wasserstoff und flüssigem Sauerstoff betriebenen Haupttriebwerkes der Zentralstufe. Als die seitlich angebrachten Feststoffbooster gezündet waren, hob die Rakete ab. Nach 2 Minuten und 21 Sekunden Flug wurden die beiden ausgebrannten Feststoffbooster in einer Höhe von knapp 80 Kilometern abgetrennt, die Zentralstufe der Rakete war nach rund neun Minuten ausgebrannnt. Nach 26 Minuten Flug wurde zuerst NSS 12 in einem Geotransferorbit (GTO) ausgesetzt, anschließend THOR 6 nach 31 Minuten Flug. Beide Satelliten werden Orbitzirkularisierung und Positionierung im Geostationären Orbit in den kommenden Tagen mit eigenen Triebwerken bewerkstelligen. Die Gesamtnutzlast bei der Mission V-192 betrug 9.515 Kilogramm, von denen 8.705 Kilogramm auf die Satelliten entfielen. Die Gesamtstartmasse der 50,5 Meter hohen Rakete betrug rund 780 Tonnen. Nach der erfolgreichen Mission vom 1. Oktober 2009 ist es mit dem jetzigen Start zum ersten Mal gelungen, zwei Ariane-5-Raketen innerhalb eines Monats zu starten.
NSS 12, der erste von Space Systems/Loral (SS/L) für SES WORLD SKIES gebaute Kommunikatiossatellit, basiert auf der SS/Loral-FS-1300-Plattform. Der Satellit besitzt 48 Ku-Band-Transponder und 40 C-Band-Transponder. Die Versorgung mit elektrischem Strom übernehmen zwei Solarpaneele, die dem Satelliten im entfalteten Zustand eine Gesamtspannweite von 32,3 Metern geben. NSS 12 wird an einer Position von 57 Grad Ost im Geostationären Orbit stationiert werden, dort NSS 703 ersetzen und Europa, den mittleren Osten, Afrika, Asien und Australien mit einer breiten Palette von Telekommunikationsdiensten versorgen. Der beim Start 5.620 Kilogramm schwere Satellit ist der bisher größte für SES WORLD SKIES und hat eine angestrebte Lebenserwartung von 15 Jahren. Erste Signale von NSS 12 nach dem Start empfing eine Bodenstation im australischen Uralla um 21:32 Uhr MEZ.
3.050 Kilogramm Startgewicht bringt der Kommunikationssatellit THOR 6 auf die Waage. Er wurde von Thales Alenia Space, aufbauend auf der Spacebus-4000B2-Plattform, für die norwegische Telenor Satellite Broadcasting AS gebaut. Mit entfalteten Solarzellenauslegern hat der Satellit eine Spannweite von 29,6 Metern. 36 Ku-Band-Transponder sollen für 15 Jahre betrieben werden können und Nord-, Zentral- sowie Osteuropa von einer Position bei einem Grad West im Geostationären Orbit insbesondere mit Fernsehprogrammen versorgen. Telenor hofft, den Satelliten um den 1. Dezember 2009 übernehmen zu können. THOR 6 soll THOR 3 im Jahr 2010 ersetzen.
NSS 12 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 36032 bzw. als Objekt 2009-058A, THOR 6 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 36033 bzw. als Objekt 2009-058B.
Raumcon:
(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Arianespace, SES WORLD SKIES, SS/L, Telenor, Thales Alenia Space)
» Intelsat ersteigert Protostar 1
31.10.2009 - Am 29. Oktober 2009 überbot der Betreiber von Kommunikationssatelliten Intelsat in New York bei der Versteigerung des sich auf einer Umlaufbahn befindlichen Kommunikationssatelliten Protostar 1 die Firma Eutelsat.
Elf Unternehmen hatten Gebote für den Satelliten abgegeben. An der letzen Bieterrunde beteiligten sich neben Intelsat mit Sitz auf Bermuda und in Washington auch Eutelsat mit Sitz in Paris, Echostar aus Colorado in den USA, Measat aus Malaysia, SES aus Luxemburg sowie Thaicom aus Thailand.
Protostar 1 war am 7. Juli 2008 nach dem Start auf einer Ariane 5 ins All gelangt. Das Raumfahrzeug mit einer Startmasse von 4.100 Kilogramm war ursprünglich als Chinasat 8 bzw. ZX 8 (Zhongxing 8) von der China Telecommunications Broadcast Satellite Corporation (Chinasat) bei Space Systems/Loral (SS/L) in Auftrag gegeben worden.
Nachdem US-amerikanische Exportbestimmungen die Auslieferung des Satelliten an China zum Start auf einer chinesischen CZ-3B-Rakete verhindert hatten, gelang Chinasat der Verkauf des fertiggestellten, auf Lorals LS-1300er Plattform basierenden Satelliten an den Satellitenbetreiber Protostar mit Sitz auf Bermuda und in San Francisco. Der Satellit wurde für Protostar gestartet und im Geostationären Orbit bei 98,5 Grad Ost positioniert. Der Betreiber ging ein wenig mehr als ein Jahr später in Konkurs. Es wird erwartet, dass sich Protostar 1 noch 15 Jahre im kommerziellen Einsatz nutzen lassen wird.
Vor Auktionsschluss hatten Beteiligte vermutet, dass es nicht erforderlich sein würde, über 150 Millionen US-Dollar für den Satelliten zu bieten. Den Zuschlag bekam Intelsat schließlich auf ein Gebot von 210 Millionen US-Dollar hin. Intelsat erwartet, die notwendigen Transaktionen innerhalb von dreißig Tagen abschließen zu können. Protostar 1 soll unter dem neuen Namen Intelsat 25 mit seinen 22 Ku-Band-Transpondern und 38 C-Band-Transpondern das Afrika-Geschäft von Intelsat unterstützen.
Protostars zweiter im All befindlicher Kommunikationssatellit Protostar 2 alias Indostar 2 und Cakrawarta 2 wird wahrscheinlich im Dezember 2009 unter den Hammer kommen. Er steht zur Zeit an einer Position bei 107,7 Grad Ost im Geostationären Orbit.
Protostar 1 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 33153 bzw. als Objekt 2008-034A.
(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Intelsat, Space News)
» Ares I-X: Erste Testflug-Ergebnisse
31.10.2009 - Eine vorläufige Auswertung von Telemetrie- und Videodaten erbrachte die ersten quantitativen Ergebnisse des Ares-I-X-Fluges vom Mittwoch.
Zudem wurde die Erststufe, die weitgehend einem erweiterten Booster entspricht, geborgen. Deren Rekorder enthalten eine Vielzahl von Daten der etwa 700 Sensoren, die Messungen während des Fluges vorgenommen haben. Die Auswertung wird aber längere Zeit in Anspruch nehmen. Geplant sind Zwischenberichte nach 30, 60 und 90 Tagen.
Telemetrie und Videoaufzeichnungen ergaben vorerst die folgenden Fakten. Der Start hat wie geplant funktioniert, die Startrampe wurde nicht berührt. Dazu hatte man in der Anfangsphase sogar einen kleinen Seitenschwenk ins Flugprogramm integriert. Vor Monaten war die Befürchtung laut geworden, der Booster könne bei starken Seitenwinden die Startstruktur berühren.
Während der Antriebsphase verlief ebenfalls alles nach Plan, auch für die Stufentrennung wurde dies so eingeschätzt. Die danach aufgetretenen Rotationen von Booster und oberem Teil, in dem sich Dummies von Oberstufe, Nutzlast und Rettungssystem befinden, seien nicht durch eine Kollision entstanden. Bereits bei Simulationen sind derartige Bewegungen hundertfach errechnet worden.
Pilot- und Bremsfallschirm wurden planmäßig entfaltet, eine erweiterte Abdeckung wie vorgesehen abgesprengt. Die drei Hauptschirme entfalteten sich anschließend zunächst auf 50% ihrer Größe. Dabei sind bei einem Schirm mehrere Halteleinen gerissen, so dass dieser praktisch keine Bremswirkung mehr erzielen konnte. Bei einem zweiten Schirm sind beim kompletten Entfalten ebenfalls einige Leinen gerissen, wodurch dieser nur noch eingeschränkt wirksam war. Dadurch traf der erweiterte Booster mit zu hoher Geschwindigkeit auf die Wasseroberfläche. Im unteren Segment sowie an einer Verbindungsstelle zwischen viertem und fünftem Segment kam es zu sichtbaren Verformungen.
Mittlerweile wurde der Booster geborgen, nach Cape Canaveral zurück transportiert und aus dem Wasser gehoben. Nun beginnen sowohl die Datenauswertung als auch die Untersuchungen am Booster.
Raumcon:
(Autor: Günther Glatzel - Quelle: NASA, Raumcon)