InSpace Magazin #411 vom 2. Februar 2010

In Space Magazin
Raumfahrer.net

Inhalt

Das Email-Magazin von Raumfahrer.net.

"In Space" Magazin

Ausgabe #411
ISSN 1684-7407


> Updates:
Updates / Umfrage

> News:
Nachrichten der Woche

> Mars Aktuell:
Phoenix bleibt stumm

> ISS Aktuell:
Sojus-TMA 16 dockt an neuen Liegeplatz

> Impressum:
Disclaimer & Kontakt

Intro von Axel Orth

Liebe Leserinnen und Leser,

das Thema dieser Woche ist natürlich der Richtungswechsel in der bemannten Raumfahrt der USA durch Präsident Barack Obama, über die Timo Lange in einer brandneuen News berichtet. Man kann wohl vermuten, dass es einen Zusammenhang mit der Finanzkrise der vergangenen Jahre und der dadurch hervorgerufenen aktuellen Wirtschaftskrise der "westlichen Welt" insofern gibt, als zur Zeit einfach kein Geld für Luxus da ist, wie ihn die Raumfahrt im Vergleich zu existenziellen Problemen wie Gesundheit und Arbeitsplätzen nun mal darstellt. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob möglicherweise andere Länder aus wirtschaftlich nicht so gebeutelten Teilen der Welt die Führung in der bemannten Raumfahrt übernehmen können.

Ansonsten wünsche ich Ihnen nun viel Spaß mit den News der letzten zwei Wochen, in den Sie unter anderem etwas über eine minimalinvasive Operation an einem Satelliten lesen können. Ja, richtig gelesen: Ein Satellit musste operiert werden.

Axel Orth
Chefredakteur Raumfahrer.net

^ Nach oben


Updates / Umfrage

» InSound mobil: Der Podcast
Unser Podcast ist zurück - mit einer zusammenfassenden Sendung pro Woche. Hören Sie doch mal rein.

» Constellation-Programm
Mit dem Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) wird die Rückkehr bemannter Raumschiffe auf den Erdtrabanten vorbereitet: Neben einer genauen Untersuchung der Oberfläche auf mögliche Gefahren und wissenschaftliches Potential steht die Suche nach Wasser im Vordergrund. Die Zweitnutzlast LCROSS wird den bisher stärksten künstlichen Impakt auf dem Mond erzeugen, um lange gesuchtem Wasser auf die Spur zu kommen.

» Extrasolare Planeten
Extrasolare Planeten wurden das erste Mal 1995 entdeckt, ihre Erforschung ist eng mit der Frage verknüpft, ob es erdähnliche Planeten oder sogar extraterrestrisches Leben gibt.

» Mitarbeit bei Raumfahrer.net
Raumfahrer.net ist weiter auf der Suche nach neuen Mitarbeitern - hier erfahren Sie was Sie bei uns erwartet.

^ Nach oben  

News

• Sternenhimmel im Februar 2010 «mehr» «online»
• Cryosat 2 in Kasachstan operiert «mehr» «online»
• Obama lenkt NASA in neue Richtung «mehr» «online»
• Neues zur Vergangenheit der Andromeda-Galaxie «mehr» «online»
• NSS 12 im kommerziellen Einsatz «mehr» «online»
• GOES 10 im Friedhofsorbit «mehr» «online»
• Greifvorrichtung und Solarzellenausleger für Cygnus «mehr» «online»
• Indischer Booster S200 im statischen Brennversuch «mehr» «online»
• Koronas-Photon aufgegeben «mehr» «online»
• SES World Skies: neue Namen für neue Satelliten «mehr» «online»
• Sterchs geknickte Flügel «mehr» «online»
• Raduga-1M 2 auf Proton-M gestartet «mehr» «online»
• Alternder Eutelsat W2 in Schwierigkeiten «mehr» «online»
• Satmex 5 verliert Ionenantrieb «mehr» «online»
• NASA-Raumfahrzeuge mussten 2009 neun Mal ausweichen «mehr» «online»
• Japans Neuentwicklungen H-II B und HTV «mehr» «online»
• Asiasat 2 heißt jetzt Amos 5i «mehr» «online»
• Amateurastronomen entdecken Nova U Scorpii zuerst «mehr» «online»
• Sterneköche in der Gerüchteküche «mehr» «online»


» Sternenhimmel im Februar 2010
01.02.2010 - Der Februar ist der zweite Monat des römischen Kalenders. Er wurde nach dem römischen Reinigungsfest Februa benannt.
Auch im Februar ist der Nachthimmel noch winterlich und lang, die Nacht beginnt am Monatsanfang gegen 18.30 Uhr, zur Monatsmitte gegen 19.15 Uhr und am Monatsende gegen 20.00 Uhr. Sonnenaufgang am 1. Februar ist um 7:55 Uhr, am 15. Februar geht die Sonne um 7:35 Uhr auf und am Monatsende um 7:15 Uhr.

Das in in diesem Monat sichtbare Band der Milchstraße erstreckt sich quer über den Himmel, zieht vom Süden bis hinauf zum Zenit und senkt sich im Norden wieder zum Horizont hinab. Besonders auffällig sind die zirkumpolaren Sternbilder Kleiner Bär (Kleiner Wagen) im Norden und Großer Bär (Großer Wagen) im Nordosten, wobei der Wagenkasten vorangeht und die Deichsel folgt. Das wunderbare Sternbild Orion strahlt im Südwesten. Der Kleine Hund, die Zwillinge und der Große Hund zeigen sich im Süden. Der Große Hund ist eigentlich ein Sternbild der Südhalbkugel, das aber im Winter auch in unseren nördlichen Breiten zu sehen ist und dabei fällt natürlich der glänzende Sirius besonders auf.

Das Wintersechseck, eine markante Konstellation von hellen Sternen 1. Größe am südlichen Winterhimmel - das sind die Sterne Capella, 42,2 Lj, -0,48 mag (a Aurigae) im Sternbild Fuhrmann; Aldebaran, 68 Lj, +0,85 mag (a Tauri) im Sternbild Stier; Rigel, 733 Lj, +0,12 mag (ß Orionis) im Sternbild Orion; Sirius, 8,6 Lj, -1,44 mag (a Canis Majoris) im Sternbild großer Hund; Prokyon, 11,2 Lj, +0,38 mag (a Canis minoris) im Sternbild kleiner Hund; Castor, 50 Lj, +1,58 mag (a Geminorum) und Pollux, 33,7 Lj, +1,14 mag (ß Geminorum) im Sternbild Zwillinge - hat sich in diesem Monat in den Südwesten verschoben.

Besonders betrachtenswert sind die 3 offenen Sternhaufen: Messier 45 / Plejaden, Hyaden und Messier 44 / Krippe.

Die hellsten Sterne der Plejaden (Siebengestirn) sind nach Gestalten der griechischen Mythologie benannt, dem Titanen Atlas (daher auch der Name Atlantiden), seiner Frau Plejone sowie ihren sieben Töchtern Alkyone, Asterope, Celaeno, Elektra, Maja, Merope und Taygete. M 45 ist ein klassisches Feldstecherobjekt. Die Hyaden (Regengestirn) sind ein offener Sternhaufen im Sternbild Stier, der mit bloßem Auge beobachtet werden kann. Sie sind als V-förmige Anordnung der hellsten Sterne des Sternhaufens direkt am Hauptstern des Stiers, Aldebaran, leicht zu finden. Unter guten Sichtbedingungen ist die Krippe (Praesepe) im Sternbild Krebs schon mit bloßen Augen zu erkennen. Ein weiterer offener Sternhaufen befindet sich im Sternbild der Zwillinge, nämlich Messier 35. Man sieht ihn am westlichen Ende der Sternenkette, die von Kastor ausgeht.

Dann ist noch das Himmels-W, die fünf Hauptsterne des Sternbildes Kassiopeia, zu betrachten. Es enthält mehrere helle offene Sternhaufen. Gut zu beobachten sind NGC 457 (Eulenhaufen) und der offene Sternhaufen Messier 52. Im Sternbild Walfisch ist der Doppelstern Mira (o Ceti), ein langperiodisch veränderlicher Roter Riese zu sehen, dessen visuelle Helligkeit im Maximum 2 mag erreicht, während sie im Minimum unter 8 mag fallen kann und das in Rhythmus von 331 Tagen. Beim Betrachten des Doppelsternes Omicron 2 im Sternbild Eridanus kann man sehr gut sehen, dass einer der Doppelsternpartner wiederum einen engen Partner hat. Diese Partnerschaft besteht aus einem Roten Zwerg und einem Weißen Zwerg, dieser ist der einzige Weiße Zwerg, der im kleineren Amateurteleskop betrachtet werden kann. Interessant ist auch Mirzam (ß CMa), der zweithellste Stern im Großen Hund. Seine scheinbare Helligkeit liegt bei 2 mag. Er ist aber tausend Mal heller als Sirius, jedoch fast einhundert Mal weiter von uns entfernt als der Hauptstern in Großen Hund.

Die Planeten am 1. Februar:

Merkur taucht um 6.45 Uhr im Südosten auf und wandert durch das Sternbild Schütze, seine Helligkeit liegt bei -0,1 mag. Unser Nachbarplanet Venus befindet sich noch immer recht nah an der Sonne und bleibt vorläufig unbeobachtbar. Mars geht bei Sonnenuntergang im Nordosten auf und bei Sonnenaufgang im Nordwesten unter, er befindet sich im Sternbild Krebs. Seine Helligkeit beträgt -1,3 mag. Der rote Planet gelangt maximal 63° über Horizont. Der Gasplanet Jupiter ist nur für 1 ½ Stunden nach Dämmerungsbeginn am Himmel im Westsüdwesten zu sehen. Er ist -2,0 mag hell und befindet sich im Sternbild Wassermann. Der Ringplanet Saturn geht am Abend um 21.45 Uhr im Osten im Sternbild Jungfrau auf. Er weist eine Winkelentfernung (Elongation) von der Sonne von 129° auf und seine Helligkeit liegt bei 0,7 mag.

Die Planeten am 15. Februar:

Venus wird während der Abenddämmerung um 18.30 Uhr im Westsüdwesten sichtbar und bleibt dann für rund 30 Minuten am Abendhimmel sichtbar. Unser innerer Nachbar ist -3.9 mag hell und wandert durch das Sternbild Wassermann. Der Planet ist 8° weit von der Sonne entfernt. Ein Blick durch ein Teleskop zeigt uns die Venus nahezu voll beleuchtet. Unser äußerer Nachbar Mars zeigt sich um 23.00 Uhr im Sternbild Krebs mit einer Helligkeit von -1,0 mag. Die Kulminationshöhe beträgt dann 64°. Er verschwindet in der Morgendämmerung gegen 7.15 Uhr. Der Gasplanet Jupiter ist nicht mehr lange am Abendhimmel zu bestaunen, denn er zeigt sich nur noch für 30 Minuten nach der Abenddämmerung im Westsüdwesten im Sternbild Wassermann mit einer Helligkeit von -2,0 mag. Der Ringplanet Saturn geht am Abend um 20.45 Uhr im Osten im Sternbild Jungfrau auf. Seine Helligkeit liegt bei 0,7 mag. Im Teleskop zeigt sich nur eine gering geöffnete Saturnringebene (Erhebung 4.3°).

Der 6,1 mag helle Asteroid 4) Vesta erreicht am 18. Februar seine Opposition zur Sonne, er befindet sich dann im Sternbild Löwe. Der Asteroid macht es dem Betrachter leicht ihn aufzufinden, denn er läuft zwischen den beiden Sternen γ und 40 Leonis vorbei. γ Leonis ist 2.3 mag hell und 40 Leonis 4.8 mag. Am 24. Februar erreichen die mit 23 km/s sehr langsamen Delta-Leoniden ihr Maximum mit 2 ZHR.

Der abnehmende Mond geht am 1. Februar um 20.45 Uhr auf und befindet sich im Sternbild Löwe. In den Nachtstunden steht er 38° hoch im Süden, er ist noch zu 88% beleuchtet. Er geht in der Morgendämmerung gegen 8.50 Uhr unter. Am 15. Februar zeigt sich die noch sehr schmale, nur ~ 37 Stunden alte Mondsichel erstmals nach Neumond tief in der Abenddämmerung. Sie ist erst zu 2.4% beleuchtet und geht bereits um 19.30 Uhr im Westen unter. Am 28. Februar geht der volle Mond gegen 18.00 Uhr auf und verschwindet gegen 6.55 Uhr am nächsten Morgen kurz vor dem Sonnenaufgang hinter dem Horizont.

Tagesaktuelle Termine und Ereignisse stehen im Astronomiekalender.
Die aktuelle Sternkarte ist hier zu sehen Sternkarte.


(Autor: Hans J. Kemm - Quelle: eigene Daten)


» Cryosat 2 in Kasachstan operiert
01.02.2010 - Die Startvorbereitungen des europäischen Erdbeobachtungssatelliten Cryosat 2 in Baikonur laufen. Dabei können durchaus Überraschungen auftreten, wie die europäische Weltraumagentur ESA am 29. Januar 2010 berichtete.
Bei den Vorbereitungen des Satelliten musste man die Hilfe einer ortsansässigen Medizinerin in Anspruch nehmen, um ein Problem mit einer Sendeantenne zu lösen. Die Antenne, im konkreten Fall ein sogenannter Aperturstrahler, der dazu dienen soll, erfasste Meßergebnisse zur Erde zu senden, fiel im Testprogramm durch wechselnde Leistung auf, die manches Mal bis auf ein Tausendstel des erwarteten Wertes abfiel.

Da dafür eine zu hohe entsprechende elektrische Leistung verbraucht wurde, schloss man, dass sich im Satelliten ein Ort mit einer außergewöhnlichen Wärmeentstehung finden lassen müsste. Personal des Kosmodroms Baikonur stellte eine Wärmebildkamera zur Verfügung, um nach der vermuteten Wärmequelle suchen zu können. Im äußerern Bereich der Antenne selbst wurde man jedoch nicht fündig.

Man fand jedoch bei der Untersuchung des hinteren Teils des Satelliten eine außergewöhnliche Erwärmung an einem Bauteil, das Waveguide (engl. für Wellenleiter) genannt wird, einem elektrisch leitenden Rohr, das von der Sendeschaltung im Inneren des Satelliten zu der Antenne führt. Deshalb demontierte man die Antenne, und warf, nachdem man Unterstützung aus dem nächsten Krankenhaus in Form einer mit einem Endoskop ausgerüsteten Medizinerin bekommen hatte, einen Blick in den Wellenleiter.

Im Wellenleiter wurde man tatsächlich fündig. Nach mehreren Stunden war klar, dass zwei Objekte an Positionen lagen, an die sie nicht gehörten. Die Medizinerin Tatiana Zykova konnte eines der suspekten Objekte entfernen. Es handelte sich um ein Stück Ferrit, ein magnetisches Material. Das verbliebene Teil konnte man anschließend mit einem mit einem Magneten versehenen Werkzeug, das von Mitgliedern der Astrium-Arbeitsgruppe vor Ort improvisiert wurde, angeln. Einem der Stücke ist deutlich anzusehen, dass es sich erheblich erwärmte, als es Sendeenergie absorbierte.

Es wird davon ausgegangen, dass sich die beiden Objekte während des Transports des Satelliten innen von der Antenne gelöst haben. Beim Transport zeigte die betroffene Antenne nach oben. Als der Satellit in Baikonur dann um 180 Grad gedreht wurde, fielen die beiden Teile, die sich gelockert hatten, in Positionen im Wellenleiter, in welchen sie die Übertragung der Sendeleistung zur Antenne beeinflussten. Die Bedingungen beim Flugzeugtransport von Cryosat 2 in einer Antonow zwischen München und Baikonur sind vermutlich nicht Ursache für das Malheur. Die Fahrt mit dem Lastkraftwagen vom Flughafen zum Kosmodrom dagegen war trotz einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 15 Stundenkilometer sehr holprig.

Damit das in der Konstruktion verbliebene Ferrit nicht dadruch wieder Probleme versucht, dass sich weitere Bruchstücke lösen, entfernte man das Material vollständig. Dafür entwickelte der Hersteller der Antenne über Nacht entsprechende Anweisungen, die man erfolgreich nachvollziehen konnte.

Die zerlegte und neu montierte Antenne wird auch ohne das Ferrit zuverlässig und mit ausreichender Leistung funktionieren, ist man sich sicher. Der Starttermin von Cryosat 2 wurde nicht verschoben, der Start ist weiterhin für den 25. Februar 2010 vorgesehen und soll um 14:57 Uhr MEZ erfolgen.

Verwandte Meldungen:

Raumcon:


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: ESA)


» Obama lenkt NASA in neue Richtung
01.02.2010 - Nach monatelangen Diskussionen und Spekulationen über den weiteren Kurs der bemannten Raumfahrt in den USA, zeichnet sich nun mit der Veröffentlichung des NASA-Budgets für das Haushaltsjahr 2011 eine neue Richtung ab. Das bisherige Constellation-Programm zur bemannten Erforschung des Mondes ist damit Geschichte.
Nach dem tödlichen Unglück des Space Shuttle Columbia im Jahr 2003 war klar, dass die bemannte Raumfahrt in den USA einen fundamentalen Wandel erleben würde. Die damalige Bush-Administration beschloss daraufhin das Shuttle noch bis zum Ende des Jahrzehnts fliegen zu lassen, um den Aufbau der Internationalen Raumstation (ISS) beenden zu können. Eine neue Zielsetzung erhielt die NASA für die Post-Shuttle-Ära im Jahr 2005 durch die so genannte Vision for Space Exploration (VSE), die die Entwicklung zweier neuer Trägerraketen - der bemannten Ares I und der Schwerlastrakete Ares V - mit dem Zweck der bemannten Rückkehr zum Mond und ultimativ dem Flug zum Mars, vorsah.

Wie bei großen Projekten in der Raumfahrt nicht unüblich, dehnte sich der ursprüngliche Zeitplan erheblich, während die Kosten unaufhaltsam zu steigen schienen. Schon früh in der Entwicklung wurde immer mehr Kritik laut, insbesondere am Design und den Fähigkeiten der relativ leistungsschwachen Ares I, welche mit der ebenfalls neu zu entwickelnden Kapsel Orion die Astronauten starten sollte, und an den immensen projektierten Kosten des Schwerlastträgers Ares V.

Nach dem Wahlsieg Barack Obamas Ende letzten Jahres wurde es zunehmend wahrscheinlicher, dass das Constellation Program nicht in der bisherigen Form weitergeführt werden würde oder sogar ganz gestrichen werden würde. Nachdem sich jedoch bereits die Ernennung des neuen NASA-Administrators nach der Amtsniederlegung des bisherigen Administrators Michael Griffin erheblich verzögerte, wurde die Hoffnung auf eine rasche, richtungsweisende Entscheidung des neuen Präsidenten nicht bestätigt. Da über den weiteren Kurs der NASA auch nach dem Antritt des neuen NASA-Administrators, dem Ex-Astronauten und General Charles Bolden, weiterhin Unklarheit herrschte, wurde im Sommer 2009 die so genannte Augustine-Kommission eingesetzt, welche den Auftrag bekam, mehrere Optionen für die Zukunft der bemannten Raumfahrt herauszuarbeiten, jedoch keine explizite Empfehlung abzugeben.

Die Augustine-Kommission

Das zentrale Ergebnis dieser Untersuchung war, dass mit dem bisherigen Budget der NASA kein Mondflug und allgemein kein Verlassen des niedrigen Erdorbits (LEO) in absehbarer Zeit möglich sein würde - die Ziele der Vision for Space Exploration konnten folglich nicht erreicht werden. Jedoch erhielt eine der vorgeschlagenen Optionen des Kommissionsberichts, der so genannte Flexible Path besonders viel mediale Aufmerksamtkeit. Diese Option brach mit dem bisherigen Paradigma der bemannten Landung auf anderen Hauptkörpern des Sonnensystems, wie Mond oder Mars, und sah stattdessen den Flug zu verschiedenen Zielen wie etwa erdnahen Asteroiden außerhalb der großen Schwerkraftsenken des Sonnensystems vor. Zudem wurden immer mehr Stimmen laut, die der NASA ausschließlich die Durchführung bemannter Flüge außerhalb eines Erdorbits verantworten wollten, während der Transport in den niedrigen Erdorbit durch bisher nicht einsatzbereite kommerzielle Anbieter stattfinden sollte.

Ende von Constellation wahrscheinlich

Nach der heutigen Veröffentlichung des Budgets der NASA für das Fiskaljahr 2011 scheint nun zumindest die Kommerzialisierung der bemannten Raumfahrt beschlossene Sache zu sein. Der US-amerikanische Transport von Astronauten in den LEO soll demnach in Zukunft von Raumfahrtunternehmen übernommen werden. Hierfür sollen im nächsten Fiskaljahr 500 Mio. US-Dollar ausgegeben werden.

Weiterhin wurden Gelder bereitgestellt, um die ISS zumindest bis zum Jahr 2020 betreiben zu können, was weithin erwartet und insbesondere von den internationalen Partnern der NASA explizit gefordert wurde. Für darauf bezogene Aktivitäten wurden für das nächte Fiskaljahr zunächst 183. Mio. US-Dollar bereitgestellt. Die Installation eines Zentrifugenmoduls zur Erforschung der Wirkung verschiedener Schwerkraftumgebungen auf den menschlichen Körper sowie der Einsatz neuer aufblasbarer Stationsmodule sind dabei laut Weißem Haus während der verlängerten Einsatzdauer der ISS geplant.

Pläne für über den Erdorbit hinausreichende Aktivitäten und die damit zusammenhängende Entwicklung eines Schwerlastträgers wurden trotz einer Budgeterhöhung von insgesamt 6 Mrd. US-Dollar über die nächsten 5 Jahre allerdings zunächst auf Eis gelegt. Es wird nach dem Budgetvorschlag Obamas weder die beiden Ares-Raketen geben, selbst die bisher unumstrittene Entwicklung der Orionkapsel soll demnach eingestellt werden. Lediglich in die Entwicklung neuer Technologien für ein künftiges bemanntes Transportsystem wird investiert. Darüber hinaus sollen im Rahmen eines umfassenden Technologieprogramms verschiedene Schlüsseltechnologien wie automatisierte und autonome Dockingsysteme, geschlossene Lebenserhaltungssysteme, orbitale Treibstoffdepots und neue Antriebssysteme entwickelt und getestet werden. Details bleiben bis zu diesem Zeitpunt allerdings unbekannt, auch wenn Charles Bolden in seiner die Budgetveröffentlichung begleitenden Rede blumige, zukünftige Reisezeiten zum Mars "im Bereich von Wochen" verspricht, was die Entwicklung radikal neuer Konzepte der Energieversorgung und des Antriebs im Weltraum voraussetzen würde. Für diese Aktivitäten sind zunächst 1,2 Mrd. US-Dollar vorgesehen. Daneben wird es ein weiteres, 369 Mio. Dollar umfassendes, NASA-weites Technologieentwicklungsprogramm geben.

Weitere Ausgabenpunkte umfassen unter anderem 3,2 Mrd. Dollar für allgemeine Wissenschafts- und Forschungsaufgaben und eine Reihe von Weltraumteleskopen und Forschungssonden, darunter der Nachfolger des bekannten Hubble-Weltraumteleskops, das James Webb Space Telescope, sowie für unbemannte Missionen zum Mond und Mars. 150 Mio. Dollar sollen für die Entwicklung neuer Erdbeobachtungsaufgaben ausgegeben werden, wobei weitere 170 Mio. Dollar für den Ersatz des im letzten Jahr beim Start abgestürzten Satelliten zur Untersuchung von Treibhausgasen in der Erdatmosphäre, dem Orbital Carbon Observatory (OCO), eingeplant sind.

Eine wesentliche Verlängerung des Space Shuttle-Programms wird es entgegen den Erwartungen vieler Beobachter nicht geben. Für die letzten fünf Flüge werden insgesamt 600 Mio. Dollar bereitgestellt, um, wie das Weiße Haus in einer Pressemitteilung formuliert, "die sichere und ordentliche Ausserdienststellung des Space Shuttle-Programms sicherzustellen, auch wenn sich diese bis in das Fiskaljahr 2011 verzögern sollte."

Das Gesamtbudget der NASA soll demnach 19 Mrd. US-Dollar für das Fiskaljahr 2011 betragen, was einer Erhöhung um 700 Mio. gegenüber 2010 entspricht. Das Budget muss allerdings noch von beiden Kammern des Kongress abgesegnet werden, wo sich jedoch bereits vor der Budgetveröffentlichung Widerstand abzeichnete. Der endgültige Ausgang der politischen Auseinandersetzung um die Zukunft der bemannten Raumfahrt in den USA ist folglich weiterhin offen.

Verwandte Meldungen:

Raumcon:

Verwandte Websites:


(Autor: Timo Lange - Quelle: nasa.gov, whitehouse.gov)


» Neues zur Vergangenheit der Andromeda-Galaxie
19.01.2010 - Zwei neu entdecke Ströme von Sternen, die die letzten sichtbaren Überbleibsel von lang mit der Andromeda Galaxie verschmolzenen kleinen Satellitengalaxien darstellen, werfen ein neues Licht auf die zugrundeliegenden evolutionären Entwicklungen und Formationsprozesse massereicher Galaxien.
Galaxien, die Bausteine des Universums, kommen in einer überraschend großen Vielzahl auch schon in unserer erweiterten kosmischen Nachbarschaft vor. Großskalig betrachtet, erhöht sich Vielgestaltigkeit sogar noch, so dass sich schon Mitte der 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts der amerikanische Astronom Edwin Hubble Gedanken um ihre zweckmäßige Klassifizierung zu machen begann. Von ihm stammt dann auch das sogenannte Stimmgabeldiagramm, sicherlich einer der bekanntesten Vertreter, wenn es um die Galaxieneinordnung geht.

Vor welchem Hintergrund die Galaxien in einer so großen Vielzahl und Formen im Kosmos auftreten, ist bis heute nicht abschließend geklärt und Gegenstand aktueller Forschungsarbeit. Allerdings vermutete auch schon Hubble seiner Zeit, dass sich ihr Evolutionsstatus auf diese Weise formgestaltend ausdrücken könne, eine Annahme, die zwar nicht en detail, a priori jedoch durch die derzeit favorisierte Lehrmeinung untermauert wird.

Gemäß dem Lamdba-Cold-Dark-Matter-Paradigma (L-CDM) findet die Strukturformation großer Galaxien wie der Milchstraße oder der Andromeda Galaxie im Universum im Wesentlichen durch Verschmelzung bzw. Auflösung kleinerer Zwerggalaxien als integraler und mehrere Milliarden Jahre andauernder Bestandteil des Galaxienwachstums statt.

Innerhalb des L-CDM-Paradigmas (dem minimalen und verträglichsten Standardmodell der Kosmologie) steht der Lambda-Wert für die Kosmologische Konstante, jenem Kunstgriff in der Allgemeinen Relativitätstheorie, der derzeit mit der Vakuumenergie oder der Dunklen Energie des leeren Raumes assoziiert wird und der diesem innezuwohnen scheint. Sie wird als Ursache der beschleunigten Expansion des Raumes gegen die Effekte der Gravitation angesehen.

Allerdings wird die Kosmologische Konstante heute nicht mehr als Parameter der Allgemeinen Relativitätstheorie, sondern als die zeitlich konstante Energiedichte des Vakuums interpretiert.

Die kalte Dunkle Materie hingegen ist eine notwendige Einführung, um die in großskaligen Strukturen beobachtbaren gravitativen Effekte (wie beispielsweise Gravitationslinseneffekte durch Galaxiencluster), die durch das alleinige Vorhandensein von beobachtbarer Materie nicht begründet werden können, schlüssig nachzuvollziehen. Als „kalt“ wird diese hypothetische Form von Materie wegen ihrer selbst während der pre-materiedominanten Ära - einer Epoche der Materie-Strahlungs-Gleichheit - nichtrelativistischen, also weit unterhalb der Lichtgeschwindigkeit liegenden Geschwindigkeit, beschrieben. Darüber hinaus wird sie als vermutlich nichtbaryonisch (also nicht aus Protonen und Neutronen bestehend), dissipationslos (sie erfährt durch abstrahlende Photonen keine Kühlung), sowie „reaktionslos“ (eine Interaktion der Partikel untereinander und zu baryonischen Partikeln ist ausschließlich durch gravitative Effekte bemerkbar, da [sichtbares] Licht oder andere elektromagnetische Strahlung nicht oder nur im Rahmen von unnachweisbaren Quantifizierungen ausgesandt, oder reflektiert wird) angesehen. Neueren Bewertungen zufolge stellt diese Materiekomponente bis zu 25 % der Energie/Massen-Dichte an der Gesamtdichte des Universums.

Als charakteristische Signatur eines Verschmelzungsprozesses zweier Galaxien lassen sich in unserer Milchstraße, sowie auch in M31 (der Andromeda-Galaxie), sogenannte Gezeitenströme beobachten. Sie bilden eine Dichteanhäufung von Sternen ab, die sich als kohärente Gruppe durch die neue Elterngalaxie hindurch bewegen. Klassifizierend betrachtet stehen solche Populationen also zwischen den Sternen einer noch intakten Satelliten-Zwerggalaxie, und den bereits in dem Halo der verschluckenden Galaxie aufgegangenen Mitgliedern einer längst verschmolzenen ehemaligen Begleitgalaxie.

Jetzt konnten zwei bislang unbekannte Gezeitenströme im nördlichen Teil der Andromeda-Galaxie in einer Entfernung von ca. 250.000 ly vom Galaxienzentrum mit Hilfe der Verteilungsmessung Roter Riesen bestätigt werden. (Ströme E und F) Die zusammen mit einigen schon länger bekannten Strömen, einschließlich eines diffusen Stromes im südwestlichen Galaxienteil, (Strom SW) gewonnenen spektroskopischen Daten mehrerer hundert Roter Riesen belegen unzweifelhaft das einheitlich zusammenhängende Wandern der beobachteten Populationen mit gleicher Geschwindigkeit und schließen gleichzeitig eine in diesem Zusammenhang unsachgemäße Berücksichtigung etwaiger (roter) Vordergrundsterne aus.

Von weitergehendem Interesse ist die jeweilige chemische Zusammensetzung der Strompopulationen, da der Anteil komplexer Elemente wie Eisen, Magnesium oder Kalzium (die allesamt in Vorgängergenerationen erbrütet wurden) Rückschlüsse auf den Anreicherungsgrad des Gases der Ursprungsgalaxie zulässt.

Denn nicht nur in der Größe ergeben sich nachhaltige Unterschiede zwischen großen Spiralgalaxien wie der Milchstraße und ihren sehr viel kleineren Begleitern. Massive Galaxien, so wie auch M31, verfügen über einen äußerst effektiven chemischen Recyclekreislauf. Als Ergebnis dieses Recyclings stehen in der Milchstraße Sterne wie unsere Sonne, mit relativ starken Anhäufungen komplexer Elemente. Groß genug, um die Entstehung terrestrischer Planeten um sie herum zu gewährleisten und auf ihnen beispielsweise Proteine vorkommen zu lassen.

Zwerggalaxien hingegen sind weniger effektiv in der Wiederverwertung zuvor ausgebrüteter komplexer Elemente. Wesentlicher Grund hierfür ist ihre geringere Gravitation, mit deren Hilfe es ihnen nicht gelingt, das angereicherte Gas (welches durch Supernovaexplosionen ins interstellare Medium verteilt wird) an sich zu binden, was ihre neu entstehenden Sterne in einem anämischen (weniger stark mit komplexen Elementen angereichert) Zustand verharren lässt. Vor dem völligen Zusammenbruch des chemischen Wiederverwertungskreislaufs steht die Zwerggalaxie, wenn sie vor dem Hintergrund einer nahen Begegnung mit der massiven Galaxie komplett ihres Gases beraubt wird.


(Autor: Lars-C. Depka - Quelle: University of California, Santa Cruz/USA; Lars-C. Depka)


» NSS 12 im kommerziellen Einsatz
19.01.2010 - Am 18. Januar 2010 teilte der weltweit tätige Satellitenbetreiber SES World Skies mit, dass der kommerzielle Einsatz des Kommunikationssatelliten NSS 12 begonnen hat.
Nach der Übergabe des Satelliten durch den Hersteller ist NSS 12 nun der 41. Satellit in der Flotte seines Betreibers. Stationiert ist der mit 48 Ku-Band- und 40 C-Band-Transpondern ausgestattete NSS 12 im Geostationären Orbit an einer Position bei 57 Grad Ost.

Die C-Band-Transponder des Satelliten versorgen zwei große Ausleuchtzonen. Eine umfasst Europa, Afrika mit Mauritius und den Nahen Osten, die andere reicht von Asien bis Australien. Außerdem wird im C-Band-Bereich eine weitere Ausleuchtzone von Großbritannien bis zum Fernen Osten abgedeckt. Mit den Ku-Band-Transpondern werden vier regionale Ausleuchtzonen bedient, was Satellitendirektempfang im Mittleren Osten, in Europa, Zentral- und Südasien und in Ostafrika ermöglicht. Der Betreiber schätzt, dass die Sendungen via NSS 12 rund zwei Drittel der Weltbevölkerung erreichen können.

Sämtliche Telekommunikationsdienste, die SES World Skies bisher auf dem Satelliten NSS 703, dem ehemaligen Intelsat 703, etabliert hatte, sind bereits auf NSS 12 transferiert worden. NSS 703, der von Space Systems/Loral (SS/L) gebaut wurde, erreichte im Jahr 2009 das Ende seiner Auslegungsbetriebszeit und wird durch NSS 12 ersetzt.

NSS 12 war am 29. Oktober 2009 zusammen mit THOR 6 auf einer Arane 5 ECA in den Weltraum gebracht worden. Der ebenfalls von Space Systems/Loral (SS/L) basierend auf dem 1300er Bus gebaute Satellit soll sich 15 Jahre im All nutzen lassen.

NSS 12 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 36032 bzw. als Objekt 2009-058A.

Verwandte Meldung:

Raumcon:


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: SES World Skies)


» GOES 10 im Friedhofsorbit
19.01.2010 - An Bord verbliebener Resttreibstoff wurde verwendet, um den Wettersatelliten GOES 10 in einen Friedhofsorbit zu steuern, teilte der Hersteller des Satelliten, Space Systems/Loral aus Palo Alto in Kalifornien am 13. Januar 2010 mit.
Zum 1. Dezember 2009, 13:30 Uhr MEZ wurde die Bereitstellung von Diensten via GOES 10 beendet (GOES steht für "Geostationary Operational Environmental Satellite", übersetzt geostationärer operationeller Umweltsatellit). Seit Ende 2006 war GOES 10 an einer Position bei 65 Grad West in einem geosynchronen Orbit stationiert, wo er insbesondere für Beobachtungen des Südens der Vereinigten Staaten sowie Südamerikas im Rahmen des internationalen globalen Erdbeobachtungssystems GEOSS (für Global Earth Observation System of Systems) benutzt wurde. Bis zum 27. Juni 2006 hatte GOES 10 unter den Wettersatelliten der US-amerikanischen Wetter- und Ozeanografiebehörde NOAA (für National Oceanic and Atmospheric Administration) die Funktion von GOES West inne, und wurde dort von GOES 11 abgelöst. Weil sich das Ende der an Bord von GOES 10 befindlichen Treibstoffreserven bereits abzeichnete, zog man ihn von der Position bei 135 Grad West ab, an der er seit August 1998 stand.

Der Satellit war am 25. April 1997 nach dem Start auf der Rampe 36B auf Cape Canaveral in Florida als GOES-K mit einer Atlas-1-Rakete mit Centaur-Oberstufe in den Weltraum gebracht worden. Am 3. Mai 1997 hatte der Trabant nach einigen Zündungen seines Apogäumsmotors R-4D-11 und diversen Korrekturmanövern eine Position im Geostationären Orbit (bei 105 Grad West) erreicht und wird seit diesem Zeitpunkt offiziell als GOES 10 bezeichnet. Zunächst diente GOES 10 als im Geostationären Orbit verfügbares Backup für seine Vorgänger GOES 8 und 9. Zwischen zwei Phasen der Inaktivität wurde der Satellit am 7. Mai 1998 offiziell an die NOAA übergeben. Richtig zum Einsatz kam der Satellit dann früher als geplant, als Probleme mit den Drallrädern (Gyroskopen) von GOES 9 den Einsatz von GOES 10 an der Position von 135 Grad West erforderlich machten.

Der von Space Systems/Loral gebaute Satellit mit einer Startmasse von 2.105 Kilogramm war für eine Einsatzdauer von 5 Jahren ausgelegt, konnte jedoch 12 Jahre lang auf einer Umlaufbahn in etwas unter 35.800 Kilometern Höhe über der Erdoberfläche betrieben werden. Im Dezember 2009 wurde die Umlaufbahn im Rahmen der Ausserdienststellung mit übrigem in den Tanks des Satelliten verbliebenen Treibstoff um rund 300 Kilometer angehoben, um das Kollisionsrisiko mit im Geostationären Orbit aktiven Satelliten zu verringern. Obwohl es sich im konkreten Fall um eine Anhebung der Bahn handelte, spricht man von einem Deorbiting. Die entsprechenden Manöver mit GOES-10 wurden am 1. Dezember 2009 begonnen und waren nach drei Brennphasen am 2. Dezember 2009 abgeschlossen.

Aktuell befinden sich vier NOAA-Wettersatelliten im Geostationären Orbit. GOES 11 (West) und GOES 12 (Ost) befinden sich im Regelbetrieb, GOES 13 fungiert als Backup für GOES 12, und ist zur Zeit inaktiv. Zu einem Einsatz von GOES 13 könnte es jedoch recht bald kommen, da die Treibstoffreserven von GOES 12 gering sind. Im April 2010 könnte es soweit sein. Möglicherweise wird GOES 12 dann schon ab Mai oder Juni 2010 die letzte Aufgabe von GOES 10, die Beobachtung des südamerikanischen Kontinents übernehmen, was mit reduziertem Treibstoffeinsatz möglich ist. Der am 28. Juni 2009 gestartete GOES 14 wird das Backup zunächst ergänzen, wenn alle Tests des neuen Satelliten abgeschlossen sind. Vermutlich wird er später GOES 11 ersetzen.

Eine verbesserte, neue Serie Gesostationärer Wettersatelliten soll nach den derzeitigen Planungen beginnend mit einem als GOES-R bezeichneten Raumfahrzeug ab 2015 ins All gelangen. Diese Satelliten soll Lockheed Martin basierend auf einem überarbeiteten A2100-Satellitenbus bauen.

GOES 10 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 24.786 als Objekt 1997-019A.

Verwandte Website:


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: NASA, NOAA, Space Systems/Loral)


» Greifvorrichtung und Solarzellenausleger für Cygnus
23.01.2010 - Der ISS-Versorger Cygnus von der Orbital Sciences Corporation (OSC) erhält eine Greifvorrichtung aus Kanada und Solarzellenausleger aus den Niederlanden.
Die Power and Video Grapple Fixture genannte Greifvorrichtung (PVGF) wird von MacDonald, Dettwiler and Associates Ltd. aus Brampton, Ontario, Kanada beigesteuert. Am 19. Januar 2010 teilte das Unternehmen mit, von OSC einen Auftrag im Wert von 2,4 Millionen US-Dollar erhalten zu haben um die Vorrichtung, die ein Roboterarm der Internationalen Raumstation (ISS) zum Greifen und Bugsieren des Cygnus-Transporters benötigt, zu bauen und zu liefern. Die Greifvorrichtung wird am hinteren Ende des Service- und Antriebsmoduls von Cygnus montiert sein.

Eine ähnliche Greifvorrichtung war schon am ersten japanischen ISS-Versorger HTV-1 seitlich angebracht. HTV ist wie Cygnus nicht auf ein selbstständiges automatisches Docking eingerichtet. Künftige HTV- und Cygnus-Versorger werden sich nach dem Start jeweils mit eigenen Triebwerken bis in die unmittelbare Nähe der ISS bewegen um dann von einem Roboterarm der Station erfasst und präzise an der ISS angesetzt zu werden. Die Greifvorrichtung für Cygnus wird mit Schnittstellen für Energieversorgungs- und Datenkommunikationssysteme ausgerüstet sein.

Eine mögliche Auftragserweiterung um weitere 4 Millionen US-Dollar könnte sich durch den Bau zusätzlicher Cygnus-Transporter ergeben.

Im November 2009 beauftragte OSC die niederländische Dutch Space aus Leiden, ein Unternehmen von EADS Astrium, mit der Lieferung der Galliumarsenid-Solarzellenausleger für die Cygnus-Raumschiffe. Dutch Space teilte am 12. November 2009 mit, man habe einen entsprechenden Auftrag im Umfang von 24 Millionen Euro erhalten. Beim Bau der Solarpanele will Dutch Space mit niederländischen Subunternehmern wie Neways, Brandt FMI, Leuveco, Ramaer und Avek zusammenarbeiten, die eigentlichen Solarzellen bezieht Dutch Aerospace von der US-amerikanischen EMCORE Corporation aus Albuquerque, New Mexico.

Für OSC war Dutch Aerospace bereits einmal tätig: Die beiden Solarzellenausleger der Asteroidensonde DAWN, welche in Erdnähe zusammen 10 Kilowatt elektrischer Leistung bereitstellen konnten, wurden von Dutch Aerospace gebaut. Auch ein ISS-Versorger war bereits mit Solarpanelen von Dutch Aerospace unterwegs: Das europäische Transportschiff ATV-1 flog mit vier Auslegern von Dutch Aerospace. Die zwei Ausleger von Cygnus sollen nach Angaben von OSC 3,5 Kilowatt elektrischer Leistung erzeugen können.

Das erste Cygnus-Raumschiff soll nach den derzeitigen Planungen im Jahr 2011 die ISS erreichen. Für den Zeitraum zwischen 2011 und 2015 sollen acht Cygnus-Transporter die ISS mit Nachschub versorgen, wie OSC und die US-amerikanische Weltraumagentur NASA in einem Vertrag über einen kommerziellen Versorgungsdienst (engl. Commercial Resupply Services, abgeküzt CRS) vereinbarten.

Verwandte Meldung:

Raumcon:


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Dutch Space, MDA, OSC, NASA)


» Indischer Booster S200 im statischen Brennversuch
24.01.2010 - Die indische Raumfahrtorganisation ISRO meldete am 24. Januar 2010 den erfolgreichen Test eines Feststoffboosters, wie er bei GSLV-Mk-III-Raketen verwendet werden soll.
Der als S200-ST-01 bezeichnete Versuch erfolgte im Teststand 6C der Anlagen für Montage und statische Tests (engl. Vehicle Assembly and Static Test Facilites, VAST) des Satish Shawan Space Centre (SDSC) auf der Insel Sriharikota. Teststand 6C war ursprünglich in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts für Tests der PS-1-Motoren der Raketentypen PSLV und GSLV errichtet worden und erfuhr seither Anpassungen und Erweiterungen. So wurde beispielsweise eine Löschanlage eingerichtet, die einen gerade ausgebrannten S200-Motor zunächst mit 1000 Kilogram Halon flutet und später 3600 Liter Wasser in das Aggregat pumpt um zu Verhindern, dass die Wärmeisolierung des Boosters nicht soweit verbrennt, dass ihr Zustand nicht mehr sinnvoll analysiert werden kann und um Verbrennungsrückstände im Motor herunterzukühlen. Fragen der Handhabung und der Passgenauigkeit waren vor dem jetzt erfolgten ersten Test eines S200-Motors unter Verwendung eines in Masse und Abmaßen identischen Mockups überprüft worden.

Nach den Feststoffboostern für die US-amerikanischen Space Shuttle und die europäischen Raketen des Typs Ariane 5 ist der S200 der drittgrößte Feststoffbooster. Zwei solche Booster sollen von der in Entwicklung befindlichen GSLV-Mk-III-Rakete benutzt werden. Der erste Start einer GSLV-Mk-III - sie soll in der Lage sein einen rund vier Tonnen schweren Satelliten in den Geostationären Orbit zu bringen - ist nach derzeitigen Planungen für das Jahr 2011 vorgesehen.

Während des Test am 24. Januar 2010 brannte der Raketenmotor nach Angaben der ISRO (engl. Indian Space Research Organisation) 130 Sekunden und erzeugte dabei einen Maximalschub von rund 500 Tonnen. Er soll sich dabei genau wie vorausgesagt verhalten haben. Rund 600 Parameter wurden während des Brennversuchs aufgezeichnet, deren erste Beurteilung für einen nominalen Versuchsverlauf spricht.

Der 21,9 Meter lange Booster mit einem größen Durchmesser an der Basis von 3,27 Meter besaß drei mit Hydroxyl-Terminiertem Poly-Butadien (HTPB) gefüllte Segmente mit einem Zylinderdurchmesser von 3,2 Metern. Das Kopfsegment war mit 21,7 Tonnen Treibstoff ausgestattet, im mittleren Segment befanden sich 97,28 Tonnen Treibstoff und das hintere Segment mit der Ausströmdüse war mit 82,21 Tonnen Treibstoff versehen. Die Montage des Boosters mit dem Aufeinandersetzen der einzelnen Segmente erfolgte im Gebäude für Feststoffstufenmontage (engl. Solid Stage Assembly Building, SSAB).

Die ISRO nennt in den Plandaten für den S200 einen nominalen Maximalschub von 5.151 Kilonewton in Meereshöhe, und einen durchschnittlichen Schub von 3.578,2 Kilonewton in Meereshöhe. Der Spezifische Impuls auf Meereshöhe wird mit 227 Sekunden angegeben, im Vakuum soll er bei 274,5 Sekunden liegen. Während einer Gesamtbetriebsdauer von 127,7 Sekunden soll ein S200-Motor 103,8 Sekunden brennen. 149,3 Sekunden nach dem Start einer GSLV-Mk-III-Rakete würden die Booster abgeworfen.


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: ISRO)


» Koronas-Photon aufgegeben
25.01.2010 - In einem Interview mit der russischen Nachrichtenagentur Interfax-AVN sagte Juri Sajzew, wissenschaftlicher Berater der russischen Akademie der Ingenieurwissenschaften, dass sich Hoffnungen, Koronas-Photon wieder in Betrieb nehmen zu können, zerschlagen haben.
Das Sonnenobservatorium Koronas-Photon war vor nicht ganz einem Jahr am 30. Januar 2009 in den Weltraum gebracht worden. Erste Probleme mit dem Stromversorgungssystem des Satelliten führten zunächst zu Einschränkungen in der Nutzbarkeit der wissenschaftlichen Instrumente an Bord des Erdtrabanten.

Am 2. Dezember 2009 schließlich zeigte sich der Satellit nicht mehr ansprechbar (raumfahrer.net berichtete), nachdem ein Akkumulatorsatz vollständig dektiviert und ein verbliebener Akkumulatorsatz nicht ausreichend nachgeladen worden war.

Man hatte gehofft, dass die Solarzellenausleger des Satelliten genug Licht einfangen könnten und nachgeladene Akkumulatoren eine Wiederbelebung ermöglichen würden, wenn sich der Satellit auf einer Umlaufbahn mit geringer Abschattung durch die Erde bewege. Zwar konnten Ende Dezember 2009 noch einmal Signale des Raumfahrzeugs empfangen werden, zu einer Wiederaufnahme des wissenschaftlichen Einsatzes kam es jedoch nicht.

Nach den von Interfax-AVN am 15. Januar 2010 veröffentlichen Angaben von Juri Sajzew hatte man Koronas-Photon bei Entwurf und Bau nicht mit ausreichend Akkumulatorenkapazität bedacht, da man den Verbrauch der elektrischen Geräte und Anlagen an Bord des Satelliten unterschätzte.

Koronas-Photon hätte nach Angaben des Herstellers, des russischen Staatsunternehmens VNIIEM drei Jahre im All funktionieren sollen, erreichte aber nicht einmal ein Drittel dieser Auslegungslebensdauer.

Koronas-Photon ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 33.504 bzw. als Objekt 2009-003A.

Verwandte Meldungen:


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Interfax-AVN/militarynews.ru, rt.com)


» SES World Skies: neue Namen für neue Satelliten
27.01.2010 - Der Betreiber von kommerziellen Kommunikationssatelliten SES World Skies berichtete am 22. Januar 2010 über geplante Erweiterungen seiner Satellitenflotte und damit zusammenhängende Umzeichnungspläne.
Ein SES 1 genannter Kommunikationssatellit ist als Ersatz für die auf inklinierten Bahnen fliegenden, von Lockheed Martin gebauten AMC 2 und AMC 4 vorgesehen und soll nach derzeitigem Planungstand im Frühjahr 2010 ins All gebracht werden. Im Geostationären Orbit ist für den bei der Orbital Sciences Corporation (OSC) entstandenen SES 1 alias AMC 4R eine Position bei 101 Grad West über Nordamerika vorgesehen. AMC 2 soll anschließend bei 79 Grad West Stellung beziehen, um bis zum erwarteten Ende seiner Lebensdauer im Jahr 2011 als Ersatz für AMC 5 Gebiete in Nordamerika und dem Golf von Mexiko abzudecken.

Für als SES 2 und SES 3 hat SES World Skies einen Einsatz der Trabanten als Ersatz für weitere über Nordamerika positionierte Satelliten bereits angekündigt. SES 2 alias AMC 5R, auch von OSC gebaut, könnte im vierten Quartal 2010 gestartet werden und ist vorgesehen, als Nachfolger des AMC-2 von einer Position bei 79 Grad West 48 US-Staaten zu versorgen. Die für SES 3 im Jahr 2012 geplante Position hat SES World Skies bereits einmal mit 101 Grad West angeben, für den gleichen Zeitpunkt nannte man für SES 1 103 Grad West. Am 22. Januar 2010 gab SES World Skies an, Positionen und Startdaten für SES 2 und 3 in Kürze zur Verfügung zu stellen.

Der als NSS 14 bei Space Systems/Loral (SS/L) in Auftrag gegebene Kommunikationssatellit wird künftig als SES 4 gelistet. Er soll nach dem Start im ersten Quartal 2011 mit seinen 52 C-Band- und 72-Ku-Band-Transpondern den von Lockheed Martin gebauten NSS 7 über dem Atlantischen Ozean ersetzen, und die amerikanischen Kontinente sowie Europa, Afrika und den Mittleren Osten abdecken. NSS 7 möchte SES World Skies anschließend als Nachfolger von NSS 5 an einer Position bei 340 Grad Ost im Geostationären Orbit betreiben.

Die C-Band-Nutzlast mit 24 Transpondern vom ebenfalls bei SS/L entstehenden Satelliten Sirius 5 will SES World Skies künftig als SES 5 bezeichnen. Nach dem Start, angesetzt für das vierte Quartal 2011, soll der entsprechende Satellit an einer Position bei 5 Grad Ost im Geostationären Orbit eingesetzt werden.

SES 6 wird den Ersatz für den von Lockheed Martin gebauten NSS 806 bei 319,5 Grad Ost darstellen. Sein Start ist für das Jahr 2013 vorgesehen.

Protostar 2, ein von Boeing konstruierter Kommunikationssatellit, soll ebenfalls eine Bezeichnung, die der neuen Nomenklatur folgt, erhalten. Der am 16. Dezember 2009 ersteigerte Erdtrabant könnte künftig bei 108,2 Grad Ost im Geostationären Orbit NSS-11 verstärken.

Verwandte Meldungen:


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: SES World Skies)


» Sterchs geknickte Flügel
27.01.2010 - Nach Informationen der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti funktionieren die beiden im letzten Jahr gestarteten russischen Such- und Rettungssystemsatelliten Sterch 1 und Sterch 2 nicht wie vorgesehen.
RIA Nowosti berichtete am 19. Januar 2010 von einem Interview mit dem Chef der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, Anatoli Perminow, der Angaben zum Status der beiden Satelliten des internationalen Such- und Rettungssystems COSPAS-SARSAT machte.

Einer der beiden Satelliten sei zur Zeit überhaupt nicht benutzbar, und Bemühungen, ihn in Funktion zu versetzen, seien bisher gescheitert. Probleme mit dem zweiten Satelliten würden zur Zeit analysiert, da ein Kontakt zu ihm möglich ist.

Bei dem völlig funktionslosen Satelliten handelt es sich um den am 21. Juli 2009 in den Weltraum gebrachten Sterch 1 alias COSPAS-11, dessen Solarpanele nach inoffiziellen Angaben nicht wie vorgesehen ausgerichtet worden sein sollen, was durch eine Störung des Kontrollsystems des Satelliten verursacht wurde und die Energieversorgung zusammenbrechen ließ. Sterch 1 gelangte nach dem Start mit dem Satelliten Parus 98 alias Kosmos 2454 in einen annähernd polaren Orbit zwischen 910 und 950 Kilometern über der Erde mit einer Bahnneigung von 83 Grad.

Der am 17. September 2009 ins All gebrachte Sterch 2 alias COSPAS-12 fuhr seinen in betriebsbereitem Zustand über acht Meter langen Ausleger zur Stabilisierung durch die Erdgravitation nicht aus, und kann deswegen nicht dem vorgesehenen Zweck dienen. Der Satellit befindet sich in einer Umlaufbahn in Höhen zwischen 815 und 830 Kilometern und mit einer Bahnneigung von 98,8 Grad.

Das Versagen der beiden nach dem sibirischen weißen Kranich (russisch: Стерх) benannten Satelliten könnte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos veranlassen, für weitere Satelliten des Such- und Rettungssystems statt der mittlerweile zu Chrunitschew gehörenden NPO Poljot aus Omsk einen anderen Produzenten auszuwählen. COSPAS 11 und 12 für den LEOSAR (engl. für low earth orbit search and rescue) genannten Teil des Weltraumsegmentes des Systems sollten jeweils fünf Jahre im Weltraum betrieben werden können. COSPAS 13 und 14 sind als Sterch 3 und 4 projektiert, und sollten im Jahr 2012 bzw. 2013 gestartet werden. COSPAS, russ. für Cosmitscheskaja Sistema Poiska Awarinitsch Sudow, bedeutet soviel wie weltraumgestütztes System zur Suche in Not geratener Schiffe.

Die ersten russischen COSPAS-Nutzlasten flogen auf Navigationssatelliten des Typs Nadjeschda mit, im Juni 1982 erreichte die erste COSPAS-Nutzlast an Bord von Kosmos 1383 eine Erdumlaufbahn. Bei den Sterch-Trabanten handelte es sich um den russischen Versuch, kleine Raumfahrzeuge exklusiv für das Such- und Rettungssystem zu etablieren. Das Vorhaben kann man nach dem Ausfall der beiden Satelliten mit einer Masse von je rund 170 Kilogramm als gescheitert betrachten. Ob dem zugrundeliegenden Satellitenbus eine Zukunft beschieden ist, sei dahingestellt.

Verwandte Meldungen:


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: COSPAS-SARSAT, NPO Poljot, RIA Novosti, Roscosmos)


» Raduga-1M 2 auf Proton-M gestartet
28.01.2010 - Am 28. Januar 2010 hob pünktlich um 01:18 Uhr MEZ eine Proton-M-Rakete vom Startplatz 81/24 im kasachischen Baikonur ab, um den militärischen Kommunikationssatelliten Raduga-1M 2 für das russische Verteidigungsministeriun in den Weltraum zu befördern. Der Start wurde von den russischen Raketentruppen durchgeführt, es war der erste Satellitenstart in Baikonur im Jahr 2010.
Der von Chrunitschew in Russland gebaute Proton-Träger verwendete drei Raketenstufen, um die Orbitaleinheit, bestehend aus der Oberstufe Breeze-M und der Nutzlast, auf den Weg zu bringen. Nachdem die Orbitaleinheit von der dritten Stufe der Proton abgetrennt war, brachte eine erste Zündung der Breeze-M-Oberstufe diese in einen Parkorbit. Nach weiteren Brennphasen der Breeze-M-Oberstufe wurde der Satellit schließlich um 10:19 Uhr MEZ in einem Geotransferorbit ausgesetzt.

Der mit C- und Ku-Band-Transpondern ausgerüstete Satellit soll eine Position im geostationären Orbit einnehmen, die er unter Nutzung eigener Triebwerke erreichen wird. Dort wird er Bestandteil eines Systems aus Kommunikationssatelliten mit der Bezeichnung JeSSS-2 (Jedinnaja Sistema Sputnikovoj Svjazi / ЕССС-2), dessen Raduga-Raumfahrzeuge zusammen mit den Satelliten des Typs Meridian für eine weltweite Verfügbarkeit von Kommunikationsmöglichkeiten für Nutzer aus den Truppen Russlands und alliierter Nationen sorgen.

Raduga-1M 2 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 36.358 bzw. als Objekt 2010-002A.


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Chrunitschew, Roscosmos, russianforces.org)


» Alternder Eutelsat W2 in Schwierigkeiten
29.01.2010 - Der mittlerweile über zwölf Jahre im All befindliche Kommunikationssatellit Eutelsat W2 hat sich am 27. Januar 2010 nach einer Anomalie in einen Sicherheitsmodus versetzt.
Der Betreiber des Satelliten, Eutelsat Communications mit Sitz in Paris, bestätigte am 28. Januar 2010 das Vorliegen der Betriebsstörung und teilte weiter mit, man arbeite zusammen mit dem Hersteller des Satelliten, Thales Alenia Space, ehemals Alcatel, an einer Untersuchung des Vorfalls. Eine Kommunikation mit dem Trabanten ist möglich, aber eine Nutzung des Raumfahrzeugs zur Sendung der üblicherweise ausgestrahlten Progamme nicht, da es im Sicherheitsmodus nicht entsprechend ausgerichtet ist.

Die Aufgaben des am 5. Oktober 1998 an Bord einer Ariane 4-Rakete von Kourou in Französisch-Guayana aus ins All transportierten und am 19. Oktober 1998 an Eutelsat betriebsbereit übergebenen W2 haben zwischenzeitlich Eurobird 16 sowie Eutelsat W2M und SESAT 1 übernommen. W2M, den ins Betriebsnetz zu übernehmen Eutelsat nach Problemen mit dessen Stromversorgungssystem abgelehnt hatte, und SESAT 1, eine Konstruktion aus russischem Satellitenbus und europäischer Kommunikationsnutzlast, wurden dafür kurzfristig auf Eutelsats Position an 16 Grad Ost im Geostationären Orbit verschoben. Eurobird 16 alias Atlantic Bird 4 war dort bereits stationiert.

Der auf dem Spacebus 3000B2 basierende Eutelsat W2 hat das Ende seiner Auslegungslebensdauer erreicht. Es war vorgesehen, W2 durch W2M abzulösen, wozu es wegen der Probleme mit dem auf der indischen Satellitenplattform I3K basierenden W2M jedoch nicht kam.

Im März 2009 beauftragte Eutelsat Communications Thales Alenia Space daher mit dem Bau eines weiteren Satelliten (W3C) auf Basis des Spacebus 4000C3. Der bei Thales Alenia Space bereits in Bau befindliche W3B ist nun vorgesehen, der Nachfolger von W2 zu werden. Der Start des im Februar 2008 bestellten W3B auf einer chinesischen Trägerrakete ist derzeit für Ende 2010 geplant. W3C ist dazu gedacht, die eigentlich für W3B vorgesehen Aufgaben zu erfüllen, er soll im dritten Quartal 2011 gestartet werden und im Geostationären Orbit eine Position bei 7 Grad Ost beziehen.

Eutelsat W2 ist katalogisiert mit der NORAD Nr. 25.491 bzw. als Objekt 1998-056A.

Verwandte Meldungen:


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Eutelsat, Thales Alenia Space)


» Satmex 5 verliert Ionenantrieb
30.01.2010 - Der mexikanische Betreiber von Kommunikationssatelliten Satélites Mexicanos S.A. de C.V. (Satmex) teilte am 28. Januar 2010 in einer Presseerklärung mit, dass der Kommunikationssatellit Satmex 5 nach seinem sekundären jetzt auch sein primäres Ionentriebwerkssystem verloren hat.
Der Ausfall geschah am 27. Januar 2010, der primäre Teil des XIPS genannten elektrischen Triebwerkssystems schaltete sich unerwarteterweise ab. XIPS steht für Xenon Ion Propulsion System, übersetzt Xenonionenantriebssystem, es wurde mit 4 XIPS-13-Triebwerken an Bord des Satelliten insbesondere zum Positionshalten des Raumfahrzeugs verwendet. Der sekundäre Teil des Triebwerkssystems mit zwei von vier Triebwerken mit je 13 Zentimetern Durchmesser und einem Schub von je 18 Millinewton ist bereits vorher ausgefallen, und man erwartet nicht, dass sich der primäre Teil noch einmal starten lassen wird. Deshalb ist der Satellit nun allein auf sein chemisches Triebwerkssystem, das mit zwei Treibstoffkomponenten arbeitet, angewiesen.

Nach Schätzungen von Satmex reduziert sich die verbleibende mögliche Betriebsdauer von Satmex 5 an seiner Position bei 116,8 Grad West im Geostationären Orbit von rund 3,97 auf 2,7 Jahre. Der am 5. Dezember 1998 auf einer Ariane 4-Rakete in der Variante 42L H10-3 in Kourou in Französisch-Guayana gestartete Satellit sollte ursprünglich eine Lebensdauer von mindestens 15 Jahren erreichen.

Satmex, der Betreiber, und Boeing, der Hersteller des mit je 24 C- und Ku-Band-Transpondern ausgestatteten Satelliten arbeiten bei der Untersuchung des Ausfalls zusammen. Vorkehrungen für den Fall, dass Satmex 5 ersetzt werden muss, zieht Satmex in Betracht. Die Kunden von Satmex sollen von dem Ausfall des Antriebssystems nicht betroffen sein, und durch einen später anstehenden Umzug der auf Satmex 5 etablierten Dienste auf einen neuen oder einen Ersatz-Satelliten nicht beeinträchtigt werden.

Gegen einen Totalverlust des Satelliten infolge des Ausfalls des Ionenantriebssystems ist Satmex 5 nicht versichert. Satmex begründet das damit, dass auch andere Satelliten XIPS-Funktionsstörungen erlitten haben. Satmex 5 war der fünfte von Boeing mit XIPS ausgerüstete Erdtrabant und basiert auf dem Satellitenbus 601HP.

Satmex 5 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 25.558 bzw. als Objekt 1998-070A.


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Satmex, Boeing)


» NASA-Raumfahrzeuge mussten 2009 neun Mal ausweichen
31.01.2010 - NASA-betriebene Raumfahrzeuge mussten im vergangenen Jahr neun Ausweichmanöver durchführen. Dies geht aus dem vierteljährlich herausgegebenen Bericht des NASA Orbital Debris Program Office hervor.
Von unserem Gastautoren Thomas Wehr.

Alle NASA Programme und Projekte, welche manövrierbare Raumfahrzeuge in niedrigen oder geostationären Erdorbits betreiben, sind gezwungen, regelmäßig Annäherungs- bzw. Kollisionsrisiko-Abschätzungen durchzuführen, um Kollisionen zu vermeiden.

Diese Annäherungs-Berechnungen werden vom Joint Space Operations Center (JSpOC) des US Strategic Command in der Vandenberg AFB in Kalifornien durchgeführt. Für die Internationale Raumstation oder das Space Shuttle, wird diese Analyse drei Mal täglich durchgeführt. Automatische Raumflugkörper, welche normalerweise in größeren Höhen operieren, wo atmosphärische Effekte geringer sind, werden durchschnittlich einmal täglich bewertet.

Typischerweise werden Annäherungs-Alarmmeldungen herausgegeben, wenn der berechnete Abstand vom NASA-Raumfluggerät nur wenige Kilometer beträgt. Während die Sensoren des US-Raumüberwachungs-Netzwerks (U.S. Space Surveillance Network) zusätzliche Daten erfassen, um die kürzeste Annäherung zu berechnen, ermitteln NASA-Spezialisten daraus die jeweils aktuelle Kollisionswahrscheinlichkeit.

Während in der bemannten Raumfahrt Ausweichmanöver (CAM - Collision Avoidance Maneuvers) bereits bei einer Kollisionswahrscheinlichkeit von 1 zu 10.000 durchgeführt werden, akzeptiert man bei automatischen Raumfahrzeugen (in der Regel Satelliten) ein deutlich höheres Risiko in der Größenordnung von 1 zu 1000.

Die meisten Alarmmeldungen führen jedoch nicht zu Ausweichmanövern. Häufig führt eine Neuberechnung der Annäherungsbetrachtung mit aktuelleren Bahndaten und einer dann kürzeren und somit genaueren Vorhersageperiode zu einem größeren Passierabstand und zu einer niedrigeren Kollisionswahrscheinlichkeit. So ist es auch nicht unüblich, dass bereits geplante Ausweichmanöver, nach Eintreffen neuer Daten abgesagt werden. Beispielsweise wurde für die Internationale Raumstation für den 17. März 2009 ein Manöver geplant, um einem Trümmerstück eines Satelliten der ehemaligen Sowjetunion auszuweichen, welcher 1981 explodierte. Eine spätere Berechnung ergab, dass das Ausweichmanöver unnötig sei. Das Trümmerstück trat am 04. April 2009 in die Erdatmosphäre ein und ist somit nicht mehr länger eine Gefahr für die internationale Raumfahrt.

2009 führten solcherlei „conjunction assessments“ zu neun Ausweichmanövern von NASA-betriebenen Raumfahrzeugen.


Nur zwei der Manöver wurden durch intakte Raumflugkörper verursacht (ein Satellit und eine Raketenstufe). Die anderen Manöver dienten der Kollisionsvermeidung mit kleineren Trümmern, inklusive zweier durch den chinesischen Anti-Satelliten-Test im Jahre 2007 erzeugte Objekte und einem Trümmerteil, welches durch die Kollision von Kosmos 2251 und Iridium 33 im Februar 2009 entstand.

Letztendlich musste im März 2009 die Besatzung der Internationalen Raumstation vorübergehend die Sojus-Rückkehrkapsel aufsuchen, als eine gefährliche Annäherung eines Trümmerstück einer US-amerikanischen Oberstufe errechnet wurde. Der hochelliptische Orbit (145 km mal 4.230 km) führte zu einer sehr späten Warnung, die keine Zeit mehr für ein Ausweichmanöver ließ.

Verwandte Meldungen:

Raumcon:


(Autor: Raumfahrer.net Gastautor - Quelle: NASA Orbital Debris Programm Office – Quarterly News 1/2010)


» Japans Neuentwicklungen H-II B und HTV
31.01.2010 - Die japanische Raumfahrtagentur JAXA denkt über die Aufnahme bemannter Flüge nach. Mit dem Frachter für die ISS und einer leistungsstärkeren Rakete ist die nötige Technik dafür vorhanden. Ein Wettlauf oder eine Kooperation mit dem raumfahrtambitionierten China ist denkbar.
Die japanische Raumfahrtbehörde JAXA hat Ende 2009 zwei technische Neuheiten in ihr Repertoir aufgenommen, die der Raumfahrtbehörde weiterhin einen Platz unter den Nationen der Welt sichert, die fortgeschrittene Raumfahrt betreiben: zum einen die neue Trägerrakete H-II B, die für schwere Nutzlasten bis zu 19 Tonnen ausgelegt ist und zum anderen das H-2 Transfer Vehicle (HTV), ein Transportmodul, das vor allem für den Betrieb der ISS sehr nützlich sein wird.

Auf den ersten Blick scheint die H-II B-Rakete lediglich eine Weiterentwicklung der H-II A zu sein. Design und Konstruktion ähneln sehr den Vorläufermodellen und die Antriebsmodule wurden sogar unmodifiziert übernommen. Doch neben der erhöhten Nutzlastkapazität hat die H-II B vor allem das Potential Japan den Einstieg in die bemannte Raumfahrt zu ermöglichen. Das speziell für die H-II B entwickelte HTV Modul besitzt neben einer geräumigen Ladefäche von bis zu sechs Tonnen auch eine Druckkammer mit einer stetigen Atmosphäre von einem bar, was den Transport von Menschen zulässt.

Wenn in diesem Jahr das Space Shuttle in den Ruhestand tritt, wird das HTV das einzige Raumfahrzeug sein, das in der Lage ist Außenbordexperimente und größere Lasten zur ISS zu transportieren - neben dem europäischen Frachter ATV, der ähnliche Kapazitäten bereitstellt. Das HTV, sobald es die Trägerrakete verlassen hat, kann anhand von GPS-Daten unabhängig von der Bodenstation seine genau Position relativ zur ISS erfassen und nähert sich dieser automatisch an bis es mit gleicher Geschwindigkeit wie die ISS selbst unter dem Harmony Modul zum "stehen" kommt und schließlich mit dem Canadarm ergriffen werden kann.

Yoshihiku Torano, Projektmanager des HTV-Teams hebt in einem Interview auch den bemannten Raumflug hervor. Mit der H-II B und dem HTV sei theoretisch auch eine Reise zum Mond möglich. Wie üblich in Japan spielt die Sicherheit jedoch eine große Rolle, so dass diese Option des HTVs vorerst noch getestet wird. Konkrete Pläne für einen bemannten Flug sind bisher noch nicht veröffentlicht. Japan wäre nach der damaligen Sowjetunion, den USA und China das vierte Land, das eigenständig einen bemannten Flug mit selbstentwickelten Raketen durchführt.

Fest steht allerdings, dass Japan mit der Entwicklung und dem Bau dieser Kapazität zu seinem Rivalen China aufgeschlossen hat, der in der Vergangenheit ebenfalls des öfteren laut über bemannte Raumfahrten zum Mond und "zu anderen Planeten" nachgedacht hat. Im Gegensatz zu China hat Japan durch seine Zusammenarbeit mit den Anderen am ISS-Programm beteiligten Staaten jedoch sehr konkrete Nutzungsanwendungen seiner Technik. China hingegen, das in der Raumfahrt weitgehend frei von der Staatengemeinschaft agiert, dienen die jüngsten Entwicklungen seines Weltraumprogramms zuallererst einmal dazu seine technische Macht zu propagieren. Rein wissenschaftliche Missionen ohne direkten finanziellen oder reputativen Nutzen sind kaum zu finden. Dabei wäre China als neue, alte Weltmacht mit seinem enormen finanziellen Potential eine große Chance für die internationale Staatengemeinschaft, die Raumfahrt im Allgemeinen und für die ISS im Besonderen programmatisch voranzutreiben und auch Möglichkeiten für Projekte, die über die ISS hinausgehen, voranzutreiben.

Gerade hinsichtlich großer Projekte, wie einer Rückkehr zum Mond oder gar einem Aufbruch zum Mars in den nächsten Jahrzehnten, sind es die westlichen Staaten, die durch ihre Erfahrungen mit ISS und zahlreichen Sonden und Rovern das Knowhow besitzen. Doch China ist es, welches dies auch finanziell umsetzen könnte. In der Geschichte der Raumfahrt gab es schon einmal eine vergleichbare Situation: So waren die Raketenstarts der Anfangszeit der ISS mit russischen Raketen durchgeführt worden - finanziert von den USA.

Verwandte Links

Raumcon


(Autor: Markus Rösken - Quelle: JAXA)


» Asiasat 2 heißt jetzt Amos 5i
31.01.2010 - Der Kommunikationssatellit Asiasat 2 wird seit Ende Januar 2010 von Spacecom aus Israel unter der neuen Bezeichnung Amos 5i an einer Position über Afrika betrieben, teilten Asiasat und Spacecom am 28. Januar 2010 mit.
Mit 24 C-Band- und 9 Ku-Band-Transpondern wird Amos 5i an seiner Position bei 17 Grad Ost im Geostationären Orbit eingesetzt, um Kunden aus Afrika, Europa und dem mittleren Osten zu versorgen. Das i im Namen des Satelliten steht für interim und zeigt an, dass es sich beim Einsatz des Raumfahrzeugs um eine Zwischenlösung handelt.

Amos 5i ist bereits über vierzehn Jahre im All. Der von Lockheed Martin Astro Space basierend auf dem Satellitenbus AS-7000 gebaute Erdtrabant mit einer Startmasse von 3.460 Kilogramm und einer Auslegungslebensdauer von dreizehn Jahren war am 28. November 1995 als Asiasat 2 auf einer chinesischen Langer Marsch 2E-Rakete in den Weltraum transportiert worden.

Lange Jahre stand Asiasat 2 bei 100,5 Grad Ost im Geostationären Orbit und wurde von der Asia Satellite Telecommunications Co. Ltd. (Asiasat) mit Sitz in Hong Kong benutzt, um Kunden im gesamten asiatischen Raum zu bedienen. Nach dem Start von Asiasat 5 am 11. August 2009 und dessen erfolgreicher Inbetriebnahme war es möglich, nach einer neuen Nutzungsmöglichkeit für Asiasat 2 zu suchen.

Ende 2009 hatte die Space-Communication Ltd. (Spacecom) den Satelliten erworben, und will ihn bis zur Verfügbarkeit von Amos 5, einem Satelliten bestehend aus russischem Satellitenbus und europäischer Kommunikationsnutzlast, bei 17 Grad Ost nutzen. Der Start von Amos 5, der für eine Betriebszeit von fünfzehn Jahren ausgelegt sein soll, ist nach derzeitigem Planungsstand spätestens am 31. März 2011 vorgesehen. Mitte 2011 will man den kommerziellen Betrieb von Amos 5 aufnehmen.

Um Bahnverfolgung und Steuerung von Amos 5i sowie die Telemetrie wird sich weiterhin Asiasat kümmern, welche von Spacecom entsprechend beauftragt wurde.

Amos 5i alias Asiasat 2 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 23723 bzw. als Objekt 1995-064A.

Verwandte Meldung:


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Asiasat, Spacecom)


» Amateurastronomen entdecken Nova U Scorpii zuerst
31.01.2010 - Um 6 Uhr Ortszeit des 28. Januar 2010 entdeckte die Amateurastronomin Dr. Barbara Harris, wenig später bestätigt durch Shawn Dvorak in Florida unanbhängig voneinander die Sternenexplosion mit einer Magnitude von maximal 8,05.
Bei U Scorpii handelt es sich um eine sogenannte wiederkehrende oder periodische Nova, deren letzter Ausbruch am 25. Februar 1999 (Magnitude 7,5) beobachtet wurde. 2005 hatte Dr. Bradley Schaefer einen erneuten Ausbruch innerhalb eines Zeitfensters von März 2008 bis März 2010 vorausgesagt. Deshalb stand der Stern seit Frühjahr 2008 unter ständiger Beobachtung.

Die American Association of Variable Star Observers (AAVSO) ist eine Vereinigung von Astronomen, die sich die Aufklärung der Mechanismen, die zu wiederkehrenden Novae führen, auf die Fahnen geschrieben hat. Berufs- und Amateurastronomen arbeiten hierbei weltweit zusammen.

Nach Bekanntwerden der Entdeckung wurden sowohl bodengestützte als auch Weltraum-Teleskope auf U Scorpii ausgerichtet. Dazu gehörten auch die Satelliten Rossi und Integral. In einem breiten Spektralbereich soll der Stern nun über mindestens 6 Monate genauer beobachtet werden.

Raumcon:


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: American Association of Variable Star Observers)


» Sterneköche in der Gerüchteküche
31.01.2010 - Nach der Rede des US-Präsidenten Barack Obama und vor den Verlautbarungen des NASA-Chefs Bolden am Montag kochen die Gerüchte allerorten auf großer Flamme.
Zum Einen soll der komplizierten wirtschaftlichen Lage entsprochen werden, zum anderen stehen aber auch technologische Führung und eine große Zahl wichtiger Arbeitsplätze auf dem Spiel. Berücksichtigt man zudem, dass der Präsident alle seine Vorschläge noch durch die beiden Häuser des US-Kongresses bringen muss, braucht man wohl keine Einstellung der bemannten Raumfahrt in den USA zu befürchten. Eine deutliche Änderung der Zielstellungen ist aber zu erwarten.

So wird man wohl das Constellation-Programm als Komplex aufgeben. Stattdessen soll mit mehr privatwirtschaftlicher Initiative bei gleichzeitig wachsender staatlicher Unterstützung in möglichst kurzer Zeit ein neues Raumschiff für den Erdorbit entwickelt werden. Damit kann die bereits existierende Internationale Raumstation als Forschungsbasis für die nächsten 10 Jahre und möglicherweise darüber hinaus genutzt werden. Dies würden auch die internationalen Partner begrüßen.

Die Planungen darüber hinaus werden aber wohl neu vorgenommen werden. Dazu gehören eine Schwerlastrakete und das bemannte Anfliegen weiter entfernter Ziele, möglicherweise nach dem sogenannten "flexiblen Pfad", auf dem man sich schrittweise und unter ständiger Überprüfung der Ziele und Mittel einer erneuten Landung auf dem Mond bzw. späteren Marsflügen nähern könnte. Selbst die Orion-Kapsel könnte dabei eine Rolle spielen, möglicherweise in veränderter Form.

Barack Obama ist angetreten, den US-Bürgern einen Weg in eine gerechtere und bewusstere Zukunft zu weisen. Wenn dabei sicherlich auch mancher Posten zusammengestrichen wird, die Zukunftsbranche Raumfahrt wird er hingegen wohl nicht opfern, oder doch?

Letztlich werden wir den morgigen Abend allerdings abwarten müssen. Dann soll NASA-Chef Bolden genaueres zu Budget und Planungen der US-Raumfahrtbehörde bekannt geben. Vieles was bisher zu hören und lesen war, wird sich dann als Produkt einer brodelnden Gerüchteküche erweisen.

Raumcon:


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: NASA, HSF-Comitee, Raumcon, aktuelle Nachrichtenmeldungen)



^ Nach oben

Mars Aktuell: Phoenix bleibt stumm von Redaktion



• Phoenix bleibt stumm «mehr» «online»
• Opportunity - Das 7. Jahr beginnt «mehr» «online»
• NASA beendet Spirits Befreiungsversuche «mehr» «online»


» Phoenix bleibt stumm
23.01.2010 - Das Jet Propulsion Lab (JPL) aus Pasadena in Kalifornien teilte am 21. Januar 2010 mit, dass NASAs Marsorbiter Mars Odyssey bisher kein Signal des Marslanders Phoenix hat erfassen können. Phoenix war nach fünf Monaten wissenschaftlicher Untersuchungsarbeit auf dem Mars im November 2008 verstummt.
Mars Odyssey suchte zwischen dem 18. und dem 21. Januar 2010 nach einem Lebenszeichen von Phoenix, dessen Solarzellenausleger theoretisch einen Neustart der Landersysteme auslösen könnten, wenn sie und weitere wesentliche Anlagen und Geräte von Phoenix den Marswinter einigermaßen betriebsfähig überstanden haben.

Dreißigmal überflog Mars Odyssey das Landegebiet von Phoenix und empfing dabei vom Marsboden keinerlei Signale. Im Februar und März 2010 sind weitere Versuche, Signale von Phoenix zu empfangen, vorgesehen. Obwohl dessen Landegebiet dann eine größere Sonneneinstrahlung erfährt, wird nicht erwartet, dass Phoenix noch einmal erwacht. Der Lander ist für die Bedingungen des Marswinters nicht ausgelegt. Er übertraf seine vorgesehene Lebensdauer auf dem Mars um zwei Monate.

Verwandte Meldung:

Raumcon:


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: JPL)


» Opportunity - Das 7. Jahr beginnt
25.01.2010 - In den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelten Wissenschaftler und Ingenieure der amerikanischen Weltraumbehörde NASA den Plan eine weitere Robotermission zu unserem äußeren Nachbarplaneten, dem Mars, zu entsenden. Was anfangs als eine auf 90 Tage begrenzte Mission ausgelegt war, entwickelte sich im Laufe der folgenden Jahre zu einer der erfolgreichsten Missionen in der Geschichte der Marsforschung.
Das wissenschaftliche Ziel der beiden baugleichen Rover Spirit und Opportunity bestand dabei in der Untersuchung der Zusammensetzung und Verteilung von Mineralien, Böden und Gesteinen in der unmittelbaren Umgebung ihrer jeweiligen Landestellen und der Suche nach Anzeichen für ein eventuelles früheres Vorhandensein von Wasser. Nach seinem Start am 7. Juli 2003 landete Opportunity, der zweite Rover, nach einem fast sieben Monate dauernden Flug am 25. Januar 2004 um kurz nach 6 Uhr MEZ auf dem Meridiani Planum, einer Hochebene in der Nähe des Marsäquators.

Im Laufe der folgenden Monate und Jahre untersuchte Opportunity seine Umgebung ausführlich mit den verschiedenen Messinstrumenten und schickte Tausende von Bildern zum Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Pasadena/Kalifornien, von wo aus die Rover gesteuert werden. Anhand dieser Daten konnte die mineralogische Zusammensetzung der Oberfläche sehr genau bestimmt werden und auch der Nachweis von ehemals vorhandenem Wasser gilt mittlerweile als wissenschaftlich gesichert. Allerdings scheinen die dabei gegebenen Bedingungen nach menschlichem Verständnis nicht wirklich lebensfreundlich gewesen zu sein. Das Oberflächenmaterial des Meridiani Planum zeigt deutliche Anzeichen dafür, dass es bei seiner Entstehung mit "saurem" Wasser in Kontakt gestanden hat, welches über einen hohen Anteil von Schwefelsäure verfügt haben muss.

Nach dem Abschluss der Untersuchungen des "Viktoria-Kraters" im Jahr 2009 entschlossen sich die für die Mission verantwortlichen Mitarbeiter des JPL den Rover zu einem neuen Ziel zu manövrieren. Hierbei handelt es sich um den etwa 22 Kilometer durchmessenden und etwa 12 Kilometer vom "Viktoria-Krater" entfernten "Endeavour-Krater". Allerdings entschloss man sich nicht den direkten Weg in die ost-südöstliche Richtung einzuschlagen, da dieser durch ein ausgedehntes Feld aus Sanddünen blockiert war. Stattdessen fuhr Opportunity während des letzten Jahres zuerst in südöstliche und später in südliche Richtung um dieses Hindernis zu umgehen. Hierbei wählte man einen Kurs, welcher den Rover über weite Strecken der Fahrt durch ein relativ ebenes und ungefährliches Gelände führte. Als wissenschaftlich interessant stellte sich diese Route besonders durch die Entdeckung mehrerer Eisen-Meteoriten heraus. Für deren ausführliche Untersuchung wurde die Fahrt des Rovers für jeweils mehrere Wochen unterbrochen (Raumfahrer.net berichtete).

Auf Bildern der Panorama- und Navigationskameras entdeckte man schließlich im Oktober 2009 in der Ferne einen weiteren auffälligen Felsblock, welcher sich aufgrund seiner dunklen Farbe eindeutig von seiner Umgebung abhob. Da sich dieser vermeintliche weitere Meteorit sowieso in der vorgesehenen Fahrtrichtung befand, entschloss sich das wissenschaftliche Team der Rover-Mission auch diesem Felsen einen kurzen Besuch abzustatten. Bereits in der Annäherungsphase war anhand der aufgenommenen Bilder ersichtlich, dass es sich bei diesem neuen Ziel aller Wahrscheinlichkeit nach nicht um einen weiteren Eisen-Meteoriten handeln konnte.

Am 10. November 2009, dem Missionstag "Sol 2061", wurde das neue Ziel "Marquette Island" erreicht und dieses befand sich ab jetzt in der Reichweite der am Roboterarm des Rovers montierten Analyseinstrumente. In den folgenden Tagen begann eine ausführliche Untersuchungskampagne. Nach ersten Messungen mit dem APXS- und dem Moessbauer-Spektrometer wurde die Oberfläche des Felsens mittels einer an einem Gesteinsbohrer, dem sogenannten "Rock Abrasion Tool", montierten Bürste gereinigt. Nachdem auf diese Weise die den Felsen bedeckende oberste Staubschicht entfernt wurde, wiederholte man die Spektrometer-Messungen. In einer dritten Untersuchungsphase wurde dann ein wenige Millimeter tiefes Loch in die Oberfläche gefräst, bevor anschließend erneute Messungen vorgenommen wurden.

Bei diesen Bohrungen stellte sich sehr schnell heraus, dass Marquette Island offensichtlich aus einem ungewöhnlich harten Material zusammen gesetzt ist. "Wir wählten deshalb eine sehr vorsichtige Vorgehensweise bei der Durchführung dieser Bohrungen", so Joanna Cohen von der Firma Honeybee Robotics, dem Hersteller und Betreiber des abgekürzt auch als "RAT" bezeichneten Gesteinsbohrers. "Dadurch wollten wir sicherstellen, dass das RAT auch bei der nächsten Untersuchung noch genügend Zähne hat, um ein hartes Ziel erfolgreich anzubohren." Das RAT setzt sich aus zwei Diamantmessern zusammen. Die Zähne dieser Messer rotieren mit einer Geschwindigkeit von 3.000 Umdrehungen pro Minute und fräsen dabei die oberste Schicht des zu bearbeitenden Materials auf einem Durchmesser von 4,5 Zentimetern ab.

Obwohl die diese Bohrkronen besetzenden Partikel aus Diamantstaub äußerst hart sind, nutzen sich diese bei einem wiederholten Einsatz im Laufe der Zeit unwiderruflich ab. Ursprünglich wurden von der Hersteller-Firma lediglich drei Bohrungen garantiert. Diese "Garantiezeit" war, wie so ziemlich alle anderen Herstellergarantien bei Opportunity auch, bereits seit langem abgelaufen. Marquette Island stellte das 38. Ziel dar, bei welchem das Rock Abrasion Tool erfolgreich zum Einsatz kam.

Sehr schnell wurde anhand der so gewonnenen Messdaten und parallel dazu angefertigten ergänzenden Mikroskop-Bilder deutlich, dass Opportunity auf etwas völlig Neues gestoßen war. Entweder, so die Wissenschaftler, welche die Daten sichteten, handelt es sich bei Marquette Island um einen vorher noch nie beobachteten Typ eines Meteoriten oder, was als wahrscheinlicher angesehen wurde, man hatte hier das Auswurfmaterial eines weit entfernten Meteoritenimpaktes vor sich. Nachdem die Messungen an mehreren Stellen an der Nordseite des Felsens durchgeführt worden waren, begann man am 10. Dezember 2009 mit der langsamen Umrundung von Marquette Island und untersuchte auch die bisher noch nicht gesichteten Bereiche des Felsblocks auf die gleiche Weise.

"Marquette Island unterscheidet sich in seiner Zusammensetzung eindeutig von jedem zuvor untersuchten Felsbrocken auf dem Mars oder von den vom Mars stammenden Meteoriten", fasste Dr. Steve Squyres von der Cornell University, der Leiter des Wissenschaftler-Teams der beiden Marsrover, die Situation zwischenzeitlich zusammen. "Dies ist eines der interessantesten Objekte, welches Opportunity seit langer Zeit gefunden hat." Letztendlich stellte sich heraus, dass Marquette Island keinesfalls ein Meteorit ist, welcher im Laufe der vergangenen Millionen oder gar Milliarden Jahre auf der Oberfläche des Mars aufgeschlagen war.

Ein Indiz hierfür war der relativ geringe Anteil an Nickel, welcher für einen marsianischen Ursprung sprach. Die angefertigten Aufnahmen des Mikroskops zeigten zudem, dass sich der Felsen aus einem Verband aus grobkörnigen kristallinen Mineralien aufbaut. Die chemischen Analysen erbrachten des weiteren den Nachweis, dass es sich bei Marquette Island um einen mit Olivin angereicherten Basaltblock handelt. Bei Basaltgestein handelt es sich um magmatisches Gestein mit einer kristallinen Struktur, welches normalerweise im Verlauf von Vulkanausbrüchen an die Oberfläche eines Planeten befördert wird.

Allerdings verfügen Basalte, welche einem Strom fließender Lava entstammen, in der Regel nur über sehr feinkörnige Kristallstrukturen. Die bei Marquette Island beobachteten grobkörnigen Strukturen belegen dagegen, dass sich das Material nicht, wie bei Lava üblich, schlagartig an der Planetenoberfläche abkühlte, sondern dass es sich vielmehr um magmatisches Gestein mit einem sogenannten "plutonischen Ursprung" handeln muss.

Dieses auch als Gabbro bezeichnete Gestein bildet sich auf der Erde in Folge der langsamen Abkühlung basaltischen Magmas in einer Tiefe von normalerweise mehr als fünf Kilometern unter der Oberfläche. Die sich dabei bildenden Anreicherungen an Tiefengestein werden auch als Plutone bezeichnet. Die normalerweise schwarzgraue Färbung des Gabbro entsteht durch den hohen Anteil dunkelfarbiger Minerale wie etwa Pyroxen und Olivin, welche die Hauptbestandteile dieses Materials bilden. Des weiteren setzt sich das Gabbro zudem aus den ebenfalls bei Marquette Island detektiereten Feldspaten zusammen.

Ein weiteres Indiz für den nichtvulkanischen Ursprung von Marquette Island stellt die Tatsache dar, dass sich dieser auch in seiner chemischen Zusammensetzung von anderen bisher untersuchten Marsbasalten unterscheidet. Im Gegensatz zu diesen verfügt er über einen erhöhten Anteil an Magnesium. Daher gehen die an der Untersuchung beteiligten Wissenschaftler davon aus, dass der Felsen sich einst tief unter der Marsoberfläche bildete. Anschließend wurde der Brocken durch einen gewaltigen Meteoriten-Impakt aus der Marskruste herausgerissen und anschließend auf die Oberfläche des Meridiani Planum geschleudert. "In welcher Tiefe und wie weit entfernt er ursprünglich entstanden ist, das können wir allerdings nicht sagen", so Steve Squyres.

Trotzdem hatten die Wissenschaftler hiermit unverhofft eine bisher nie vorhandene Möglichkeit, Material aus dem Inneren der Marskruste zu untersuchen und waren dementsprechend begeistert. Für vergleichbare Analysen der chemischen und mineralogischen Zusammensetzung des Marsinneren müsste man normalerweise aufwendige, technisch extrem anspruchsvolle und vor allem auch teure Tiefenbohrungen auf dem Mars durchführen. Dies war dann auch der Grund dafür, dass sich die Untersuchung dieses Basaltblocks, welcher nur wenig größer als ein Basketball ist, über eine ungewöhnlich lange Zeitspanne hinweg zog.

Nach zwei Monaten wurden die Untersuchungen von Marquette Island schließlich am 12. Januar 2010, dem Sol 2122 der Mission, beendet und Opportunity begab sich wieder auf den Weg zum Endeavour-Krater. Zwei Tage später, am 14. Januar 2010, überquerte der Rover dabei die Marke von 19 auf der Oberfläche des Mars zurückgelegten Kilometern. Die eingeschlagene Richtung führt Opportunity auch weiterhin nach Süden. Als vorläufiges neues Ziel wurde der "Concepcion-Kater" ausgewählt. Hierbei handelt es sich um einen flachen und lediglich etwa 10 Meter durchmessenden Impaktkrater, welcher im Vorfeld sowohl auf früheren Aufnahmen von Opportunity als auch auf Bildern der HiRISE-Kamera des NASA-Marsorbiters Mars Reconnaissance Orbiter identifiziert werden konnte. Die Wissenschaftler der NASA gehen davon aus, dass dieser kleine Krater lediglich etwa 1.000 Jahre alt sein kann. Sollte sich diese Vermutung bestätigen, so würde es sich hierbei um den mit weitem Abstand jüngsten Krater handeln, welcher jemals von einem Marsrover untersucht wurde.

Bereits aus einer Entfernung von jetzt etwa noch 50 Metern zeigt sich auf den Aufnahmen der verschiedenen Kameras des Rovers, dass dieser Krater von einer Vielzahl von Gesteinsbrocken umgeben ist. Neben den sowieso geplanten Panorama-Aufnahmen des Geländes stehen Opportunity hier also prinzipiell eine weitere Vielzahl an potentiellen Forschungsobjekten zur Verfügung. Nach dem Abschluss der Untersuchungen beim Concepcion-Krater, so die momentanen Planungen der für die Steuerung der Rover verantwortlichen Roverdriver, wird Opportunity sich anschließend auch weiterhin über eine Distanz von etwas über einem Kilometer in eine grob nach Süden zeigende Richtung bewegen.

Erst danach wird der Rover nach Osten umschwenken, ein leicht abschüssiges Gelände mit nur wenigen hinderliche Dünen passieren, anschließend nach Südosten fahren und direkt auf den nordwestlichen Rand des Endeavour-Kraters zusteuern. Hierbei soll ein größeres Tempo erreicht werden, als dies im zurückliegenden Jahr der Fall war. Trotzdem, so der Missionsleiter John Callas vom JPL, wird Opportunity auch weiterhin bei wissenschaftlich besonders interessanten Zielen kurze Zwischenstopps einlegen.

Der Marsrover Opportunity war ursprünglich dazu ausgelegt, die Oberfläche des Mars für einem Zeitraum von 90 Tagen zu erkunden. In diesem Zeitraum, so die NASA, sollte der Rover eine Distanz von etwa 600 Metern zurücklegen. Mittlerweile wurde diese Zeitspanne um das 24fache überschritten. Trotz diverser Anzeichen von durch "Altersschwäche" bedingten Abnutzungserscheinungen, ein nicht mehr lenkbares rechtes Vorderrad, Probleme mit dem Antriebsaktuator dieses Rades und ein nicht mehr voll manövrierbarer Instrumentenarm sind nur einige Beispiele, befindet sich der Rover zusammenfassend betrachtet in einem voll funktionsfähigen Zustand.

Bis zum 20. Januar 2010, dem Sol 2130 seiner Mission auf dem Mars, legte Opportunity insgesamt 19.216,21 Meter auf dessen Oberfläche zurück. Mit der Auswertung der mittlerweile über 133.000 zur Erde übermittelten Fotos des Rovers werden die Wissenschaftler noch viele Jahre beschäftigt sein. Mittels der Internet-Seite Exploratorium kann auch die interessierte Öffentlichkeit nahezu zeitgleich mit einer Verzögerung von maximal nur wenigen Stunden an dieser Forschungstätigkeit teilnehmen.

Bis zum Erreichen des gegenwärtigen "großen Ziels", des Randes des Endeavour-Kraters müssen noch weitere rund 11 Kilometer überwunden werden. Trotz des momentanen relativ guten Zustandes des Rovers kann niemand garantieren, dass dies auch wirklich gelingen wird. Aber selbst wenn Opportunity im Laufe der nächsten Wochen oder Monate unvermittelt ausfallen sollte, so müssen wir uns doch vor Augen halten, dass dieser Rover, genauso wie sein ebenfalls immer noch aktiver "Zwillingsbruder" Spirit auf der anderen Seite des Mars, sämtliche in ihn gesteckten Hoffnungen und Erwartungen um ein Vielfaches übertroffen hat. Die bei dieser Mission bisher erlangten wissenschaftlichen und technischen Erkenntnisse werden die zukünftige Entwicklung der Marsforschung und darüber hinaus die Erkundung unseres Sonnensystems und des Weltraums noch lange beeinflussen.

Happy Birthday, Opportunity!

Verwandte Meldungen

Verwandte Artikel

Raumcon-Forum


(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: JPL, NASA, Planetary Society, Unmanned Spaceflight, Wikipedia)


» NASA beendet Spirits Befreiungsversuche
28.01.2010 - Am 26. Januar 2010 gab die NASA im Rahmen einer Telekonferenz bekannt, dass man die seit mittlerweile zehn Wochen andauernden Befreiungsversuche für den seit April 2009 in einer Sandfalle festgefahrenen Marsrover Spirit beendet hat. Stattdessen soll versucht werden, den Rover am jetzigen Standort in einer möglichst günstige Ausrichtung zur Sonne hin zu platzieren, um so den demnächst anstehenden Marswinter zu überstehen.
Auf seiner Fahrt durch das im Gusev-Krater gelegene "West Valley" brach der von der NASA betriebene Marsrover Spirit am 23. April 2009 durch die dünne Kruste der Oberfläche und versank mit seinen zu diesem Zeitpunkt nur noch fünf funktionsfähigen Rädern tief im darunter befindlichen extrem feinen Sand. Nach mehrmonatigen Analysen und Simulationen der aktuellen Situation begannen die für die Steuerung des Rovers verantwortlichen "Marsrover-Driver" des Jet Propulsion Laboratory (JPL) im November 2009 mit den Versuchen, Spirit aus dieser misslichen Lage zu befreien.

Im Vorfeld dieser Bemühungen hatte die NASA bereits mehrfach verlauten lassen, dass der Erfolg dieser Versuche durchaus nicht garantiert werden kann. Tatsächlich begann die als "Free Spirit" bezeichnete Befreiungs-Kampagne dann auch mit eher mäßigen Erfolgen. Trotz aller Anstrengungen konnte Spirit in den folgenden Wochen lediglich um wenige Millimeter bewegt werden. Mitte Dezember 2009 schien sich allerdings für kurze Zeit eine Wende zum Guten hin abzuzeichnen. Für alle an der Mission Beteiligten völlig überraschend zeigte das eigentlich seit dem Jahr 2006 inoperable rechte Vorderrad des Rovers Anzeichen dafür auf, dass es doch noch einsatzfähig ist (Raumfahrer.net berichtete). Dadurch entstand die Hoffnung, wenigstens den kurz zuvor erfolgten Ausfall des rechten Hinterrades von Spirit kompensieren zu können.

Allerdings zeigte sich bei den folgenden Fahrten, dass dieses Wiedererwachen des Vorderrades nur von kurzer Dauer gewesen war und dem Rover letztendlich nur noch vier operable Räder zur Verfügung standen. Somit war es den Roverdrivern trotz aller Bemühungen nicht möglich, Spirit wieder auf festen Untergrund zu manövrieren. Die Fahrversuche während der letzten zehn Tage waren zwar trotz dieses weiteren Handicaps die erfolgreichsten seit dem Beginn der Befreiungskampagne, aber auch mit der dabei angewandten neuen Taktik (Raumfahrer.net berichtete) wäre es nicht möglich gewesen, den Rover noch vor dem Einbruch des anstehenden Marswinters an einen sicheren Aufenthaltsort zu dirigieren.

Aus diesem Grund gab die NASA Dienstag Abend bekannt, dass man die Versuche, Spirit aus der Sandfalle des "Scamander-Kraters" zu befreien, eingestellt hat. "Spirit ist keinesfalls tot, er hat nur eine neue Phase seines langen Lebens begonnen", erläutert Doug McCuistion, der Direktor des Mars-Forschungsprogramms der amerikanischen Weltraumbehörde, die aktuelle Situation. "Wir haben bereits im vergangenen Jahr darauf hingewiesen, dass unsere Versuche, den von uns allen geliebten Rover zu befreien, vielleicht nicht erfolgreich sein werden. Es sieht nun ganz danach aus, als würde Spirits derzeitiger Standort auf dem Mars auch sein letzter Ruheplatz werden." Anstelle einer Fortsetzung der Befreiungsversuche will man sich ab sofort ausschließlich darauf konzentrieren, den Rover an seinem jetzigen Standort in eine Position zu manövrieren, welche ihm im anstehenden Marswinter eine größtmögliche Überlebenschance garantieren soll.

Spirit wird, genauso wie sein auf der anderen Seite des Mars aktiver Zwillingsrover Opportunity, ausschließlich durch Solarenergie mit Strom versorgt. Spirit operiert im auf der Südhalbkugel des Mars gelegenen Gusev-Krater. Da auf der Südhalbkugel des Mars im Oktober 2009 der Herbst begonnen hat, steigt die Sonne an Spirits momentanen Standort jeden Tag etwas weniger und für einen immer kürzeren Zeitraum über den Horizont, was zu einer immer geringeren Energieausbeute der Solarzellen führt. Während der letzten Jahre hat man deshalb zu Beginn des Marswinters immer einen Ort an einem nach Norden ausgerichteten Berghang aufgesucht und Spirit dort überwintern lassen. Durch die daraus resultierende Ausrichtung der Solarpaneele auf die im Norden stehende Sonne konnte so immer genügend Energie gewonnen werden, um die Winter zu überstehen. Aufgrund der gegenwärtigen Bewegungsunfähigkeit ist diese Strategie im jetzt anstehenden Winter allerdings leider nicht möglich.

Für den Betrieb des Bordrechners, einer internen Heizung für die wichtigsten elektronischen Bestandteile und die tägliche Kommunikation mit der Erde benötigt Spirit pro Tag etwa 160 Wattstunden Energie. Hier eine Auflistung der Entwicklung der Energiewerte während der letzten Wochen. Der Tau-Wert steht dabei für die Durchsetzung der Marsatmosphäre mit Staub. Je mehr Staub sich dort befindet, desto höher fällt dieser Wert aus. Der Wert für die Lichtdurchlässigkeit gibt an, wie viel Sonnenlicht die Solarpaneele trotz einer bedeckenden Staubschicht erreicht und letztendlich zur Energiegewinnung genutzt werden kann.

  • 19.01.2010: 0,211 kWh/Tag , Tau-Wert 0,400 , Lichtdurchlässigkeit 54,20 Prozent
  • 12.01.2010: 0,225 kWh/Tag , Tau-Wert 0,490 , Lichtdurchlässigkeit 53,90 Prozent
  • 05.01.2010: 0,243 kWh/Tag , Tau-Wert 0,482 , Lichtdurchlässigkeit 54,50 Prozent
  • 30.12.2009: 0,260 kWh/Tag , Tau-Wert 0,480 , Lichtdurchlässigkeit 55,70 Prozent
  • 24.12.2009: 0,270 kWh/Tag , Tau-Wert 0,450 , Lichtdurchlässigkeit 54,40 Prozent
  • 16.12.2009: 0,277 kWh/Tag , Tau-Wert 0,503 , Lichtdurchlässigkeit 55,70 Prozent
  • 09.12.2009: 0,298 kWh/Tag , Tau-Wert 0,517 , Lichtdurchlässigkeit 56,30 Prozent

Sollte sich dieser gegenwärtige Trend auch weiterhin fortsetzen, so dürfte die erzeugte Energiemenge spätestens Ende Februar 2010 nicht mehr ausreichen, um den täglichen Basisbedarf abzudecken. Aus diesem Grund liegt die Priorität der Roverdriver jetzt auf einer Verbesserung der Ausrichtung der Solarpaneele in Richtung auf die im Norden stehende Sonne hin. Bisher befand Spirit sich in einer von Norden nach Süden zeigenden Ausrichtung. Aufgrund des Bodengefälles war der Rover dabei um etwa einen Grad nach Süden, also weg von der Sonne, geneigt. Durch die Fahrten der letzten Tage gelang es den für die Steuerung verantwortlichen Ingenieuren des JPL, diese Ausrichtung um mehrere Grad in die nördliche Richtung, also hin zur Sonne, zu korrigieren. In den folgenden Wochen soll diese Neigung des Rovers noch weiter in Richtung auf die Sonne hin optimiert werden. "Wir müssen erreichen, dass sich die Hinterseite des Rovers oder dessen linke Seite ein wenig anhebt...oder am besten beides", so Ashley Stroupe vom Roverdriver-Team des JPL.

Zu diesem Zweck wird man auch bei den weiteren Fahrten zunächst versuchen, Spirit noch weiter nach Süden zu manövrieren. Dies hätte zur Folge, dass sich die bisher in den Untergrund eingegrabenen Hinterräder noch weiter als bisher aus dem Sand heraus bewegen würden und sich dadurch der hintere Bereich von Spirit anhebt. Durch eine gleichzeitige Drehung des Rovers entgegen dem Uhrzeigersinn könnte auch die linke Roverseite angehoben und somit nach Norden ausgerichtet werden. Mit etwas Glück hätte diese Bewegung eventuell auch zur Folge, dass das blockierte rechte Vorderrad in der zuvor von den Rädern auf der linken Roverseite gegrabenen Fahrspur versinkt und die so erzeugte Neigung noch weiter verstärkt. Eine weitere Option für das Absenken dieses rechten Vorderrades wären abwechselnde seitliche Lenkbewegungen nach rechts und links, wodurch sich das Rad eventuell in den Untergrund einscharrt.

Das Team rechnet allerdings damit, dass für derartige Bemühungen lediglich noch etwa drei Wochen Zeit bleiben werden. Etwa ab Mitte Februar 2010 wird der Rover nicht mehr genügend Energie generieren können, um die Durchführung weiterer Fahrmanöver zu ermöglichen. Anschließend wird der Rover noch für mehrere Wochen genügend Energie zur Verfügung haben, um zumindestens minimale wissenschaftliche Arbeiten zu verrichten. Die letzten Bilder von Spirit werden für Ende März/Anfang April 2010 erwartet.

Ob und in welchem Zustand der Rover den anstehenden Marswinter überleben wird, hängt von der zukünftigen Entwicklung der Energiesituation ab. Der Marswinter beginnt auf dessen Südhalbkugel im Mai und endet erst im November 2010. Mit jedem weiteren Grad, um welches sich der Rover bis zur Beendigung der Fahraktivitäten nach Norden neigt, können etwa fünf zusätzliche Wattstunden Energie pro Tag gewonnen werden. Sobald auch dies nicht mehr ausreicht, wird zuerst die Kommunikation mit der Erde eingeschränkt und schließlich komplett unterbunden werden. Spirit wird sich für die dann folgende Zeit in eine Art "Winterschlaf", den sogenannten Hibernation-Mode, versetzten und dabei nur die unbedingt nötigen täglichen Aktivitäten ausführen, ohne dass das Kontrollzentrum des JPL über den exakten Status des Rovers informiert sein wird.

Eine dieser Aktivitäten wird in der selbstständigen Überprüfung des Ladezustandes der Batterien des Rovers bestehen. Sobald diese wieder über einen ausreichenden Ladezustand verfügen, wird Spirit von sich aus die Kommunikation mit der Erde suchen und dazu einen der Marsorbiter kontaktieren. Abhängig von den Erfolgen der in den nächsten Tagen und Wochen versuchten weiteren Ausrichtung des Rovers nach Norden kann es laut John Callas, dem Projekt-Manager der Rover-Mission, im Extremfall bis zu sechs Monate dauern, bis dies der Fall sein wird.

Ob dieser Fall aber überhaupt eintreten wird, hängt nicht zuletzt auch von den Temperaturen auf der Oberfläche des Planeten und im Inneren des Rovers ab. "Ob wir durch den Winter kommen, hängt sehr stark von der Temperatur ab und wie stark die Elektronik des Rovers auskühlen wird", so John Callas. "Jedes bisschen Energie wird letztendlich dazu verwendet werden, die Elektronik von Spirit warm zu halten. Entweder indem man diese eingeschaltet lässt oder indem man zusätzliche Heizungen anschaltet." Sollte ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr genügend Energie für den Betrieb der Heizungen vorhanden sein, was eine der Hauptbefürchtungen der für die Mission Verantwortlichen ist, so wird diese Aufgabe zumindestens provisorisch von acht Radioisotopenheizelementen, sogenannten RHU’s, übernommen. Durch den radioaktiven Zerfall der darin enthaltenen jeweils 2,68 Gramm Plutoniumoxid wird unabhängig von der Energiesituation und des daraus resultierenden Betriebs der Bordheizung permanent Wärme abgegeben.

Die Elektronik des Rovers, welche in einer speziellen "Warm Electronic Box" (WEB) platziert ist, benötigt für ein optimales Funktionieren eine Betriebstemperatur von mindestens -40° Celsius. Sie ist jedoch in der Lage, auch Temperaturen von bis zu -55° Celsius unbeschadet zu überstehen. Erwartet wird, dass die Temperaturen innerhalb der WEB auf einen Wert um die -45° Celsius abfallen. Sollte die Temperatur jedoch unter den benötigten Wert fallen, so hat Spirit sehr schlechte Chancen. Außerdem, so die Missionsverantwortlichen, muss man dabei bedenken, dass die genannten Temperaturwerte für einen fabrikneuen Rover gelten. Und mit seinem Alter von mittlerweile über sechs Jahren hat Spirit seine Garantiezeit bereits seit langem überschritten. Eine Veränderung des gegenwärtigen Neigungswinkels um nur wenige Grad entscheidet somit in den nächsten Wochen sehr wahrscheinlich über das weitere Schicksal von Spirit.

Sollte es dem Rover jedoch gelingen, auch dieses Problem zu meistern, dann sind seine Tage als "Rover" wohl trotzdem gezählt. Selbst wenn der Rover den Winter entgegen aller Wahrscheinlichkeit überstehen kann, so ist im folgenden Frühling eine Befreiung aus seiner gegenwärtigen Position unwahrscheinlich. Und selbst in diesem Fall wäre eine Fortsetzung seiner Fahrt mit nur noch vier voll funktionsfähigen Rädern nicht mehr effizient. Mit drei angetriebenen Rädern auf der linken und nur einem Rad auf der rechten Seite wäre Spirit nicht mehr in der Lage, sich durch das schwierige Gelände des West Valley mit dessen unsicherem Untergrund, den dort befindlichen Steinen und den Neigungen des Bodens zu bewegen.

Selbst mit noch fünf antriebsfähigen Rädern hatte Spirit zum Beispiel im letzten Jahr erhebliche Probleme damit, sich bergauf zu bewegen. Ashley Stoupe schließt eine erfolgreiche Fortsetzung der Befreiungsversuche zwar nicht aus, aber die Missionsleitung geht bereits dazu über, die wissenschaftliche Zielsetzung des Rovers neu zu definieren. Zur Durchführung dieser neuen Aufgaben wird man Spirit von einem mobilen Rover in einen stationären Lander umwandeln und dazu auch im nächsten Frühling auf dem Mars an seinem jetzigen Aufenthaltsort belassen.

"Es gibt eine ganze Reihe von wissenschaftlichen Untersuchungen, welche wir nur mit einem stationären Rover machen können und die wir daher in den vergangenen Jahren immer wieder zurückgestellt haben", erläutert Dr. Steve Squyres, der wissenschaftliche Leiter der Rover-Mission, diese neuen Aufgaben. "Die eingeschränkte Mobilität bedeutet nicht, dass diese Mission abrupt zu Ende gehen wird. Wir gehen lediglich zur stationären Wissenschaft über."

Eines der hierfür vorgesehenen Experimente betrifft zum Beispiel die Suche nach minimalen Schwankungen in der Rotationsperiode unseres äußeren Nachbarplaneten. Durch die Aufdeckung minimaler "Taumelbewegungen" erhofft man sich neue Erkenntnisse darüber, ob der innere Kern des Mars flüssig oder fest ist. Dies wiederum würde Rückschlüsse über ein in ferner Vergangenheit vorhandenes Magnetfeld und eventuell auch über den Grund für sein Verschwinden liefern können. Um diese Messungen jedoch wissenschaftlich aussagekräftig durchzuführen, muss man über einen Zeitraum von etlichen Monaten die genaue Position von Spirit mittels der Ortung von Funksignalen bestimmen. Dies wiederum ist nur dann möglich, wenn Spirit sich nicht bewegt. "Wenn es die letzte wissenschaftliche Errungenschaft von Spirit sein würde, herauszufinden, ob der Mars einen festen oder einen flüssigen Kern hat, dann wäre das wundervoll", so Steve Squyres. "So etwas wäre vollkommen verschieden von all den anderen Erkenntnissen, welche wir bisher gewonnen haben."

Auch die Untersuchungen der chemischen und mineralogischen Bodenzusammensetzungen könnten auf diese Weise langfristig fortgesetzt werden. Die Wissenschaftler, welche die bisher hierzu gewonnenen Daten auswerten, sind von der Bodenkomposition am gegenwärtigen Aufenthaltsort schlichtweg begeistert und bezeichnen diesen Ort als eine "reine Schatztruhe". Die bisherigen Daten lassen vermuten, dass bei dessen Bildung das Vorhandensein von Wasser eine wichtige Rolle gespielt haben muss. Entsprechende Messungen mit dem APXS-Spektrometer und speziell mit dem Moessbauer-Spektrometer, beide sind am Instrumentenarm des Rovers montiert, sind allerdings extrem zeitaufwändig. Ein dauerhafter Aufenthalt an der momentanen Position kommt diesen Wissenschaftlern und deren Studien also sehr gelegen.

Und mit den verschiedenen Kamerasystemen lassen sich über längere Zeiträume nicht nur atmosphärische Phänomene wie Wolkenbildung und die als "Dust Devils" bekannten Mini-Tornados beobachten und in Kombination mit Orbiter-Aufnahmen in einen meteorologischen Kontext setzen. Auch Veränderungen auf der Oberfläche wie zum Beispiel das langsame "Zuwehen" der Fahrspuren von Spirit und andere durch den Wind bedingte Bewegungen von Staubkörnern lassen Rückschlüsse auf Windstärke und Windrichtung in Relation zur jeweiligen Jahreszeit zu.

Bevor Spirit seine neue Rolle als stationärer Robot-Geologe einnehmen kann, muss dieser jedoch erst einmal den Ende Mai 2010 beginnenden Marswinter überleben. Und dieses Überleben ist nicht nur nicht gesichert, sondern zum gegenwärtigen Zeitpunkt und unter den momentanen Voraussetzungen sogar eher unwahrscheinlich, so der unterschwellige Ton der an der Mission beteiligten Ingenieure und Wissenschaftler. Andererseits war gerade Spirit in der Vergangenheit immer für diverse Überraschungen gut und hat die Mitglieder des Rover-Teams, die NASA und nicht zuletzt auch die Öffentlichkeit immer wieder damit überrascht, das anscheinend Unmögliche doch möglich zu machen. Scott Maxwell vom Roverdriver-Team hat daraus einen Leitspruch abgeleitet: "Wetten Sie nie gegen Spirit. Es ist der sicherste Weg, eine Wette zu verlieren!"

Spirit landete vor über sechs Jahren am 4. Januar 2004 im Gusev-Krater auf dem Mars. Seitdem übermittelte der Rover weit über 100.000 Bilder und umfangreiche Messdaten an das Kontrollzentrum in Pasadena/Kalifornien. Ursprünglich sollte Spirit nur für 90 Tage auf dem Mars aktiv sein und dabei eine Entfernung von etwa 600 Metern zurücklegen. Mittlerweile ist dieser Rover seit 2.158 Marstagen aktiv und hat in dieser Zeit eine Distanz von über 7.730 Metern überbrückt. Überlebt er den nächsten Winter, so könnte er der NASA zufolge noch viele Monate, vielleicht sogar Jahre aktiv sein. Dies mag in Anbetracht der gegenwärtigen Umstände vielleicht eine etwas unrealistisch klingende Einschätzung der Lage sein. Andererseits, so richtig verwundern würde das Eintreten einer solchen Situation ebenfalls niemanden mehr.

Free Spirit!

Verwandte Meldungen

Raumcon-Forum

Internetseite des JPL


(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: NASA, JPL, Planetary Society, Spaceflight Now)



 

^ Nach oben

ISS Aktuell: Sojus-TMA 16 dockt an neuen Liegeplatz von Redaktion



• Sojus-TMA 16 dockt an neuen Liegeplatz «mehr» «online»
• ISS-Crew mit indirektem Internet-Zugriff «mehr» «online»
• Swesda-Triebwerke für Reboost getestet «mehr» «online»
• Kopplungsadapter an Raumstation umgesetzt «mehr» «online»
• ISS-Bahn angehoben «mehr» «online»
• Getreideschmuggel ins All «mehr» «online»


» Sojus-TMA 16 dockt an neuen Liegeplatz
22.01.2010 - Am 21. Januar 2010 machte Sojus-TMA 16 an seinem neuen Liegeplatz am russischen Modul POISK an der Internationalen Raumstation fest.
Um 11:24 Uhr MEZ war der mechanische Kontakt zwischen Sojus-TMA 16 und der Internationalen Raumstation (ISS) am 21. Januar 2010 wiederhergestellt, nachdem das Zubringerraumschiff um 11:03 Uhr MEZ vom Stationsmodul Swesda abgedockt hatte.

Bemannt mit dem Kosmonauten Maxim Surajew und dem Astronauten und derzeitigem Stationskommandanten Jeff Williams von der Expedition-22-Besatzung war Sojus-TMA 16 rund 21 Minuten solo unterwegs, um den Liegeplatz zu wechseln. Während der notwendigen Manöver steuerte Maxim Surajew das Raumschiff manuell, und wurde dabei von Jeff Williams unterstützt.

Nach dem kurzen selbstständigen Flug ist das am 30. September 2009 gestartete Sojus-Schiff jetzt am ursprünglich als Stykowotschnie Otsek 2 bzw. Docking Module 2 (SO 2/DM 2) und mittlerweile offiziell als POISK bezeichneten Modul angekoppelt.

POISK gelangte am 10. November 2009 ins All und ist selbst seit dem 12. November 2009 mit der ISS verbunden. Der Andockstutzen, den Sojus-TMA 16 jetzt benutzte, wurde am 8. Dezember 2009 nach dem Abtrennen des Service-Moduls des Spezialfrachters Progress-M MIM 2 frei, welcher POISK zur ISS gebracht hatte. Am 14. Januar 2010 hatten die Kosmonauten Oleg Kotow und Maxim Surajew während eines Außeneinsatzes POISK für künftige Kopplungen vorbereitet, wobei sie unter anderem eine Antenne für das russische Annäherungssystem Kurs und ein optisches Kopplungsziel montierten.

Der Andockstutzen, den Sojus-TMA 16 jetzt freigegeben hat, soll vom nächsten russischen Transportschiff, das die ISS anfliegt, Progress-M 04M benutzt werden. Der Start von Progress-M 04M soll nach derzeitigen Planungen am 3. Februar 2010 erfolgen.

Vorher will man die Triebwerke von Swesda einsetzen, um die Bahn der ISS anzuheben. Das als Reboost bezeichnete Manöver soll voraussichtlich am 24. Januar 2010 stattfinden.

Verwandte Meldung:

Raumcon:


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Roscosmos)


» ISS-Crew mit indirektem Internet-Zugriff
22.01.2010 - Seit dem 22. Januar können die Bewohner der Internationalen Raumstation das Internet (fast) direkt nutzen.
Dabei greifen Sie im Verlaufe von Zeiten, in denen via Ku-Band-Antenne eine schnelle Datenverbindung zwischen Station und Erde besteht, per Remoteverbindung auf einen Rechner in einer NASA-Einrichtung zu, der ans Internet angebunden ist. Sie sehen also auf ihrem Computerbildschirm den Inhalt des Desktops des ferngesteuerten Rechners und können hier auch Eingaben machen.

Hauptzweck der neuen Kommunikationsmöglichkeit ist der verbesserte Kontakt der ISS-Besatzung mit Bekannten, Verwandten und Interessierten weltweit. Timothy Creamer machte davon sogleich Gebrauch, indem er einen Eintrag in Twitter selbst vornahm. Bisher wurden die Botschaften per Mail zum Boden übermittelt und dann von Mitarbeitern der NASA bzw. von Roskosmos oder Jaxa veröffentlicht.

Weiterhin zur Verfügung stehen den Raumfahrern Dienste wie eMail, IP-Telefonie und Videokonferenzen. Letztere gibt es vor allem bei besonderen Anlässen. Sonstige private, dienstliche oder medizinisch-beratende Kontakte finden überwiegend via Audio statt.

Mit dem neuen Dienst könnten die Raumfahrer an Bord der Station theoretisch auch die Seite von Raumfahrer.net anschauen. Ob wir das mal erleben? ;)

Raumcon:


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: NASA)


» Swesda-Triebwerke für Reboost getestet
23.01.2010 - Am 22. Januar 2010 wurden zwei Triebwerke des russischen Moduls Swesda an der Internationalen Raumstation testweise in Betrieb genommen.
Die beiden als KD-1 und KD-2 bezeichneten Triebwerke am Ende des russischen Stationsmoduls Swesda waren am 22. Januar 2010 um 11:06 Uhr MEZ gezündet worden.

Während der 54 Sekunden dauernden Brennphase wurden rund 125 Kilogramm Treibstoff verbraucht. Das Manöver hob die Bahn der Station um rund 1,75 Kilometer an und beschleunigte sie um etwa einen Meter pro Sekunde.

Der eigentliche Reboost, der eine größere Bahnanhebung zur Folge haben soll, ist für den 24. Januar 2010 geplant. Die Geschwindigkeit der ISS soll dabei um 2,85 Meter pro Sekunde gesteigert, die Bahn der ISS um 4,93 Kilometer angehoben werden.


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Roscosmos, NASA)


» Kopplungsadapter an Raumstation umgesetzt
24.01.2010 - Der Kopplungsadapter PMA 3 wurde am 23. Januar 2010 planmäßig von der Backbordseite des Moduls Unity zum oberen Port auf Harmony umgesetzt.
Dies geschah mit dem Hauptmanipulatorsystem der ISS, dem Canadarm 2. Das Umsetzen begann gegen 10:15 Uhr MEZ und dauerte etwa 2 Stunden und 16 Minuten. Notwendig wurde der Transport, um den linken Kopplungsstutzen an Unity für das Andocken des bei der nächsten Shuttle-Mission ins All gelangenden letzten Verbindungsknotens des US-basierten Teils der Station freizumachen. An diesem Modul namens Tranquility werden letztlich eine mit 7 großen Fenstern bestückte Kuppel (Cupola) und PMA 3 angedockt.

PMA steht für Pressurized Mating Adapter und stellt eine Verbindungseinheit zwischen Komponenten US-amerikanischer und russischer Technik dar. Der Adapter, von dem es insgesamt 3 an der ISS gibt, hat die Form eines schiefen Kegelstumpfes, ist etwa 2 m lang und hat eine Masse von 1,2 t. Am weiteren Ende trägt er einen Common Berthing Mechanism der NASA zur Kopplung mit Stationsmodulen, am anderen einen Kopplungsstutzen des in Russland entwickelten Androgynous Peripheral Attachment Systems. Ein derartiges Kopplungssystem ist auch auf den US-Raumfähren im Einsatz, ein ähnliches für die Nachfolger der US-Raumfähren in Planung.

Mit dem Umdocken von Sojus-TMA 16 am Donnerstag und dem Umsetzen von PMA 3 am Samstag wurden wichtige Voraussetzungen für das Eintreffen der nächsten Raumfahrzeuge geschaffen. Am 3. Februar soll das unbemannte Versorgungsschiff Progress-M 04M starten, am 7. Februar die bemannte Raumfähre Endeavour mit Tranquility und Cupola. Zuvor wird die Bahn der Station mit den Triebwerken am Modul Swesda angehoben.

Verwandte Meldungen:

Raumcon:


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: NASA, Raumcon)


» ISS-Bahn angehoben
25.01.2010 - Die Bahn der Internationalen Raumstation ISS ist am 24. Januar 2010 um rund 5 Kilometer angehoben worden, berichtete die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos am gleichen Tag.
Mit den beiden als KD-1 und KD-2 bezeichneten Triebwerken am Ende des russischen Stationsmoduls Swesda wurde das als Reboost bezeichnete Manöver zur Bahnanhebung der ISS durchgeführt. Um 12:01 Uhr Moskauer Zeit, das ist 10:01 Uhr MEZ, wurden die Triebwerke gezündet, und brannten dann 150 Sekunden lang.

Die Operation steigerte die Geschwindigkeit der ISS um 2,85 Meter pro Sekunde und hob die Bahn der Station um rund 5 Kilometer an. Die nächsten Bahnanhebungen sollen gemäß den aktuellen Planungen am 17. Februar 2010 durch das US-amerikanische Space Shuttle Endeavour, sowie am 21. und 28. Februar 2010 durch das russische Versorgungsschiff Progress-M 04M vorgenommen werden.

Verwandte Meldung:


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Roscosmos)


» Getreideschmuggel ins All
27.01.2010 - An Bord der Internationalen Raumstation wurden in den vergangenen Wochen Pflanzen einer besonderen Weizensorte ungenehmigt herangezogen.
Von unserem Gastautoren Ralf Möllenbeck.

Hauptverdächtiger in diesem Fall ist der russischen Kosmonaut Maxim Surajew. Diesem ist es im November gelungen, eine spezielle Getreidesorte an Bord der ISS zu bringen. Allerdings nicht zu Schnapsherstellung, sondern er züchtete, anfangs ohne das Wissen seiner Vorgesetzten, eine Weizensorte Namens "Superkarlik" heran und ließ sie in der Bordorangerie ausreifen. Als er das erfolgreiche Zuchtergebnis präsentierte, waren die Wissenschaftler erst entsetzt (da illegal gezüchtet), dann erstaunt und schlussendlich begeistert.

Diese Weizensorte wurde erstmals auf der MIR versucht zu züchten, aber nur mit mäßigem Erfolg. Jetzt wird vermutet das der erhöhte Anteil von Äthylen in der Bordatmosphäre der MIR der Grund für das ungewöhnliche Wachstum der Pflanzen war. Die Umweltbedingungen und damit die Luft in der ISS sind besser für das Wachstum von Planzen, speziell für diesen Weizen geeignet. Dies soll nun näher erforscht werden, so die Wissenschaftler vom Moskauer Institut für Medizinisch-Biologische Probleme (IMBP).

Derartige Erkenntnisse könnten für zukünftige lang dauernde Weltraumflüge von erheblichen Nutzen sein, da die Langzeitmissionen stärker auf eine Eigenversorgung während des Fluges angewiesen sind als z. B. die Besatzung der ISS. Maxim Surajew droht nun hoffentlich kein Disziplinarverfahren sondern Lob und Anerkennung für seine "Schwarzaufzucht".


(Autor: Raumfahrer.net Gastautor - Quelle: NASA)



 

^ Nach oben


"In Space" Magazin #411
ISSN 1684-7407


Erscheinungsdatum:
2. Februar 2010
Auflage: 4077 Exemplare


Chefredaktion
Axel Orth
Michael Stein

Inhaltlich Verantwortlich:
Axel Orth
Michael Stein

Redaktionsleitung:
David Langkamp

Redaktion:
Michael Aye
Christian Bewermeyer
Igor Bissing
Dominic Decoen
Lars-C. Depka
Günther Glatzel
Christine Gnahm
Eric Honstrass
Georg Jakubaas
Michael Johne
Hans J. Kemm
Tobias Kolkmann
Ioannis Koukouliatas
Andreas Kurka
Timo Lange
Dominik Mayer
Kirsten Müller
Thomas Pallmann
Matthias Pfeiffer
Ralph-Mirko Richter
Peter Rittinger
Oliver Rümpelein
Markus Rösken
Daniel Schiller
Maria Steinrück
Karl Urban
Thomas Weyrauch
Tobias Willerding
Julian Wohlstein

Kontakt / Impressum / Disclaimer

Kontaktformular

Ihr Name:
Ihre E-Mail-Adresse:

Ihre Nachricht:

Bitte vor dem Absenden online gehen.



Herausgeber
Das "InSpace"-Magazin ist eine Publikation des Raumfahrer Net e.V., c/o Michael Stein, Vinetastr. 14, 13189 Berlin vertreten durch die Vorsitzenden Karl Urban und David Langkamp.
Inhaltlich verantwortlich sind Axel Orth und Michael Stein.

Abmeldung
Eine sofortige Abmeldung vom Magazin ist jederzeit unter Magazin.Raumfahrer.net möglich. Bei Problemen hierbei können Sie sich jederzeit vertrauensvoll an webmaster@raumfahrer.net wenden.

Newsletter-Archiv
Sämtliche bisher erschienenen Ausgaben des "InSpace" Magazins können Sie auf dessen Seite unter http://magazin.raumfahrer.net nachlesen.


TrekZone
Raumfahrer.net ist die Raumfahrtrubrik des TrekZone Networks. Es entsteht in enger inhaltlicher und redaktioneller Kooperation mit TrekZone.

Urheberrecht
Alle Berichte sind das geistige Eigentum der Autorinnen und Autoren. Jede unautorisierte Übernahme ist ein Verstoß gegen das Urheberrecht.

Newsübernahme
Die Übernahme von Newsmeldungen - sowohl in ganzer Form wie auch sinngemäß - ist nur für gedruckte Publikationen erlaubt. Wir bitten dabei ausdrücklich um die Nennung unseres Namens (Quellenangabe), "Raumfahrer.net", und einen Verweis auf unsere Webseiten unter http://www.raumfahrer.net.

Betreibern von Internet-Seiten ist die Übernahme von Newsmeldungen ohne schriftliche Genehmigung des Redaktionsleiters (Nachricht an David Langkamp) streng untersagt. Das Umschreiben von Newsmeldungen stellt - wie die ganzheitliche Übernahme einer Meldung - eine Verletzung unserer Rechte dar. Wir behalten uns vor, gegen derartige Fälle rechtlich vorzugehen.

Links
Gemäß eines Urteiles des Landgerichts (LG) Hamburg vom 02. Juni 1998 - Aktenzeichen 312 0 85/98: "Haftung für Links" - distanzieren sich die Redaktion von Raumfahrer.net sowie sämtliche an der Produktion Beteiligte hiermit von Aussagen und Inhalten gelinkter Seiten. Jegliche rechtlichen und gesetzlichen Verstöße auf diesen waren zum Redaktionszeitpunkt nicht bekannt. Aus diesem Grund sind wir nicht verantwortlich bzw. haftbar für Probleme oder Schäden in jeglicher Form, die durch Existenz, Kenntnis, Besuch oder Nutzung gelinkter Seiten entstehen.

Weiterverwendung persönlicher Daten
Hiermit wird gemäß 28 Abs. 3 und 4 des Bundesdatenschutzgesetzes die Verwendung von persönlichen Daten dieser Publikation zu Werbezwecken sowie zur Markt- und Meinungsforschung ausdrücklich untersagt.

2010 by Raumfahrer.net.