InSpace Magazin #413 vom 16. März 2010

In Space Magazin
Raumfahrer.net

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Das Email-Magazin von Raumfahrer.net.

"In Space" Magazin

Ausgabe #413
ISSN 1684-7407


> Updates:
Updates / Umfrage

> News:
Nachrichten der Woche

> Mars Aktuell:
Phoenix schweigt weiter

> Saturn Aktuell:
Titan und Phobos: Innen körnig

> Impressum:
Disclaimer & Kontakt

Intro von Axel Orth

Liebe Leserinnen und Leser,

seit mehreren Jahren wird das Internet als neues Medium immer mehr zur Alternative für die etablierten Medien Print, Radio, Film und Fernsehen. Außer den großen Onlineauftritten der etablierten Printmedien gibt es auch viele nichtkommerzielle Projekte - wie etwa uns, Raumfahrer.net - bei denen engagierte Webjournalisten in meist unentgeltlicher Arbeit über verschiedenste Bereiche berichten. Dass dies von der Öffentlichkeit anerkannt wird, zeigt sich darin, dass für diese Aktivitäten mittlerweile Preise vergeben werden.

Ein Beispiel dafür ist der Alternative Medienpreis, von dem wir vor kurzem erfahren haben. Mit diesem Preis zeichnet die Nürnberger Medienakademie e.V. "unkonventionelle, kritische oder kreative Beiträge" in den Kategorien Print, Audio/Hörfunk, Video/Film und mittlerweile eben auch Internet aus. Teilnehmen können nichtkommerzielle Medien sowie etablierte Medien, die sich "vom Mainstream abheben". Weitere Informationen können Sie hier nachlesen. Um es kurz zu machen: Wir haben uns mit einigen Beiträgen aus den vergangenen Jahren beworben und sind schon sehr gespannt auf das Ergebnis. :-)

Axel Orth
Chefredakteur Raumfahrer.net

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Updates / Umfrage

» InSound mobil: Der Podcast
Unser Podcast ist zurück - mit einer zusammenfassenden Sendung pro Woche. Hören Sie doch mal rein.

» Constellation-Programm
Mit dem Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) wird die Rückkehr bemannter Raumschiffe auf den Erdtrabanten vorbereitet: Neben einer genauen Untersuchung der Oberfläche auf mögliche Gefahren und wissenschaftliches Potential steht die Suche nach Wasser im Vordergrund. Die Zweitnutzlast LCROSS wird den bisher stärksten künstlichen Impakt auf dem Mond erzeugen, um lange gesuchtem Wasser auf die Spur zu kommen.

» Extrasolare Planeten
Extrasolare Planeten wurden das erste Mal 1995 entdeckt, ihre Erforschung ist eng mit der Frage verknüpft, ob es erdähnliche Planeten oder sogar extraterrestrisches Leben gibt.

» Mitarbeit bei Raumfahrer.net
Raumfahrer.net ist weiter auf der Suche nach neuen Mitarbeitern - hier erfahren Sie was Sie bei uns erwartet.

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News

• Sternenhimmel im März 2010 «mehr» «online»
• Glonass-Navigationssatelliten gestartet «mehr» «online»
• Cryosat 2: Neuer Starttermin «mehr» «online»
• Wettersatellit GOES-P für NOAA gestartet «mehr» «online»
• China startet Erdbeobachtungssatelliten YaoGan 9 «mehr» «online»
• 3 Shenzhou-Flüge zur Ministation Tiangong ab 2011 «mehr» «online»
• Mars Express nur 67 Kilometer über Phobos «mehr» «online»
• Chinas neue Raketenfamilie mit Ausblick auf den Mond «mehr» «online»
• 47 Uma mit drei großen Planeten? «mehr» «online»
• STS 134 verschiebt sich möglicherweise «mehr» «online»
• L110: statischer Brennversuch «mehr» «online»
• Ausgestorben. Aber wie? «mehr» «online»
• GSAT-4 wird ohne TAUVEX gestartet «mehr» «online»
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• Erster Falcon-9-Test abgebrochen - UPDATE «mehr» «online»
• Phobos Grunt bekommt neues Probenentnahmegerät «mehr» «online»
• Erfolgreicher Falcon-9-Triebwerkstest im 2. Anlauf «mehr» «online»
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» Sternenhimmel im März 2010
02.03.2010 - Was gibt es am nächtlichen Märzhimmel zu beobachten?
Der März ist der dritte Monat des Jahres im gregorianischen Kalender und wurde nach dem römischen Kriegsgott Mars benannt. Der römische Kalender begann ursprünglich mit dem März als erstem Monat. Hieraus leiten sich auch die Namen der Monate September (lat. septem = sieben), Oktober (lat. octo = acht), November (lat. novem = neun) und Dezember (lat. decem = zehn) ab, jeweils benannt nach ihrer Position in der Abfolge der Monate.

Der nächtliche Sternenhimmel zeigt in diesem Monat, dass eine neue Jahreszeit anbricht. Das markante Wintersechseck geht nun im Westen unter und macht Platz für die Frühlingssternbilder Krebs, Löwe und Jungfrau.

Der Nachthimmel ist zwar noch winterlich und lang, aber doch schon merklich kürzer als im Vormonat. Er beginnt am Monatsanfang gegen 19.50 Uhr, zur Monatsmitte gegen 20.20 Uhr und am Monatsende gegen 21.50 Uhr. Sonnenaufgang am 1. März ist um 7.05 Uhr, am 15. März geht die Sonne um 6.35 Uhr auf und am Monatsende um 6.55 Uhr.

Die winterliche Milchstraße erstreckt sich vom Südwesten bis in den Norden und liegt im Nordwesten etwa 45° über dem Horizont.

Das markante Wintersechseck geht abends früh im Westen unter und macht Platz für die Frühlingssternbilder. Im Norden zeigt der Abendhimmel die zirkumpolaren Sternbilder Drache, Kleiner Bär und Kepheus. Tief im Nordosten treten Bootes und die Nördliche Krone über dem Horizont auf. Im Osten geht die Jungfrau auf, das Haar der Berenike befindet sich bereits hoch über dem Horizont. Im Südosten findet man im März die Konstellationen Wasserschlange, Rabe und Becher. Der Kopf der Wasserschlange, Löwe und Krebs, mit dem offenen Sternhaufen Praesepe (M44 oder auch Krippe) überqueren den Meridian hoch im Süden. Sirius im Sternbild Großer Hund kann noch tief im Südwesten bestaunt werden. Die Sternbilder Orion und Stier gehen im Westen unter, darüber erkennt man die Zwillinge und den Fuhrmann. Im Nordwesten befinden sich Perseus, das Dreieck, Kassiopeia und Andromeda. In der Nähe des Zenits zeigen sich die Sternbilder Luchs und Großer Bär.

Für eine nächtliche Beobachtung lohnen sich die offenen Sternhaufen M 45 (Plejaden), Hyaden, M 35 im Sternbild Zwillinge, M 44 (Praesepe) und M 67, die Kugelsternhaufen M 3 und M 5, die Nebel M 1 (Krebsnebel) und M 42 (Orionnebel); sowie in Blickrichtung Norden die Galaxien M 31 (Andromedanebel), sowie M 81, M 82 und M 101 im Sternbild Großer Bär. Nicht zu vergessen ist Alkor, der freiäugig sichtbare Begleiter des hellen Sterns Mizar im Sternbild Großer Bär als Augenprüfer.

Die Planeten am 1. März

Venus wird ab Eintritt der bürgerlichen Abenddämmerung sichtbar und bleibt für rund 1 Stunde am Abendhimmel zu sehen. Unser heller Nachbar geht um 19.00 Uhr im Westen unter. Venus ist -3.9 mag hell und wandert durch das Sternbild Wassermann. Die Scheibe von Venus ist zu 98% beleuchtet und ihr Durchmesser beträgt 10".

Mars ist bereits am frühen Abend zu sehen. Er erreicht um 22.00 Uhr mit 64° seine größte Höhe und geht um 6.15 Uhr im Nordwesten unter. Mars hat eine Helligkeit von -0.6 mag.

Saturn geht am Abend um 19.45 Uhr im Osten auf und erreicht gegen 2.00 Uhr seine größte Höhe bei 41°. Saturn zeigt mit der Helligkeit von 0.6 mag seine Ringe bei 3.9° Erhebung.

Die Planeten am 15. März

Venus wird ab 19.25 Uhr sichtbar. Anschließend ist sie für rund 1½ Stunden am Abendhimmel zu sehen. Um 19.45 Uhr macht sie sich im Westen unsichtbar. Ihre Helligkeit liegt weiterhin bei -3.9 mag.

Mars kann am frühen Abend beobachtet werden. Er erreicht um 21.00 Uhr bei 63° den höchsten Punkt seiner täglichen Bahn. Sein Untergang im Nordwesten findet um 5.45 Uhr statt. Im Fernrohr erscheint deutlich die Phasengestalt des Mars; die Scheibe ist zu 93% beleuchtet, seine Helligkeit beträgt aber nur noch +0,2 mag.

Saturn geht ungefähr bei Sonnenuntergang im Osten auf und bei Sonnenaufgang im Westen unter. Der Ringplanet erreicht eine Kulminationshöhe von 42° über Horizont bei einer Helligkeit von 0,5 mag.

Der volle Mond geht am 1. März um 19.35 Uhr im Sternbild Jungfrau auf, erreicht um 1.30 Uhr im Süden seine maximale Höhe von 35° und verschwindet wieder bei Sonnenaufgang. Am 15. März ist um 22.01 Uhr Neumond. Der Mond steht zu nahe bei der Sonne und kann nicht gesehen werden.

Als besonders interessant sind für Spechtler diese Termine: Am 16. um 19.00 Uhr ist das jüngste Neulicht (erste Sichtbarkeit der zunehmenden Mondsichel) des Jahres zu sehen. 21 Stunden nach Neumond zeigt sich die extrem schmale Sichel knapp über dem Westhorizont. Am 25. ist ab der Abenddämmerung bis ~ 22.00 Uhr der Goldene Henkel auf dem Mond sichtbar. Am 26. erreicht der Komet C/2009 O2 (Catalina) mit 120,9 Mill. km (0,808 AE) seinen geringsten Abstand zur Erde (Helligkeit 9.0 mag).

Tagesaktuelle Termine und Ereignisse stehen im Astronomiekalender.


(Autor: Hans J. Kemm - Quelle: Raumfahrer.net)


» Glonass-Navigationssatelliten gestartet
02.03.2010 - Um 22:19 Uhr MEZ am 1. März 2010 startete eine Proton-M-Rakete von der Rampe 81/24 im kasachischen Baikonur, um drei Glonass-M-Navigationssatelliten vom Typ Uragan-M ins All zu bringen.
Beim ersten Start einer von Chrunitschew gebauten Proton-Rakete mit Glonass-Satelliten im Jahr 2010 wurde der Träger mit einer von RSC-Energia hergestellten Block-DM2-Oberstufe verwendet. Die Orbitaleinheit bestehend aus Oberstufe und den drei Satelliten wurde gegen 22:29 Uhr MEZ vom Proton-Täger abgetrennt. Nach zwei Brennphasen der Block-DM-Oberstufe wurden die jeweils 1.570 Kilogramm schweren Satelliten am 2. März 2010 gegen 1:52 Uhr MEZ in einem zirkularen Orbit in rund 19.200 Kilometern Höhe über der Erdoberfläche und mit einer Inklination von 64,8 Grad ausgesetzt.

Die drei von Reschetnjow Informational Satellite Systems gebauten Satelliten haben folgende Bezeichnungen erhalten:

  • NORAD-Nr. 36400 / Objekt 2010-007A / Cosmos 2459 / Satellit Nr. 731 für Ebene 3 Slot 22
  • NORAD-Nr. 36401 / Objekt 2010-007B / Cosmos 2460 / Satellit Nr. 732 für Ebene 3 Slot 23
  • NORAD-Nr. 36402 / Objekt 2010-007C / Cosmos 2461 / Satellit Nr. 735 für Ebene 3 Slot 24


Bis April 2010 soll es dauern, bis die neuen Satelliten mit voller Funktionalität in das russische Glonass-System integriert sind. Mit den drei am 14. Dezember 2009 gestarteten Satelliten befinden sich zur Zeit 20 Satelliten in Orbits in drei verschiedenen Ebenen in der Navigationssatellitenkonstellation, von denen zur Zeit aber nur 18 Satelliten uneingeschränkt betriebsbereit sind. Für eine vollständige Abdeckung Russlands werden 18 aktive Satelliten benötigt, eine weltweite Abdeckung erfordert 24 betriebsfähige Satelliten.

Raumcon:


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Chrunitschew, Roskosmos, glonass-ianc.rsa.ru)


» Cryosat 2: Neuer Starttermin
02.03.2010 - Ein offizieller neuer Starttermin für den europäischen Eisforschungssatelliten Cryosat 2 wurde bisher nicht bekanntgegeben. Inoffizielle Quellen sprechen vom 25. März 2010.
Am 19. Februar 2010 war der für den 25. Februar 2010 vorgesehene Start von Cryosat 2 auf einer Dnepr-Rakete abgesagt worden. Die europäische Raumfahrtagentur ESA begründete die Absage mit einem "Problem mit dem Steuerungsmotor der 2. Stufe der Dnepr-Trägerrakete". Angeblich ist die Treibstoffmenge in der Stufe für das geplante Flugprofil so knapp bemessen, dass der Hersteller der Raketenstufe vor einem Start noch Maßnahmen ergreifen will, um diese Situation zu verbessern.

Das Gewicht des Satelliten zusammen mit den geforderten Bahnparametern beim Aussetzen des Satelliten reizen die Leistungsfähigkeit der Dnepr-Rakete offensichtlich derart aus, dass der Start mit dem vorhandenen Treibstoff möglicherweise erfolgreich durchgeführt werden kann, die Reserven in den Augen des Raketenherstellers Juschnoje/Juschmasch aber nicht so groß sind wie gewünscht. Es gibt Befürchtungen, dass die Steuertriebwerke der zweiten Stufe aus Treibstoffmangel zu früh aufhören zu arbeiten, und das erforderliche Flugprofil deshalb nicht eingehalten werden kann.

Im Zuge der Planung des Starts war zunächst zweifelhaft, ob die Dnepr-Rakete Cryosat 2 in 720 Kilometern Höhe über der Erde aussetzen kann. Hersteller und Vermarkter der Rakete sollen dies zunächst ausgeschlossen haben, was für Cryosat 2 zum Erreichen seines Arbeitsorbits ein ganze Reihe zusätzlicher Manöver über Wochen bedeutet hätte. Später sicherten die ukrainischen und russischen Partner zu, Cryosat 2 in die gewünschte Höhe bringen zu können, und passten die Trajaktorie der Rakete entsprechend an. Dabei wurden die Grenzen der Leistungsfähigkeit der Rakete offensichtlich nur ungenügend berücksichtigt.

Da die Treibstoffmenge in der ehemaligen Interkontinentalrakete nicht ohne weiteres erhöht werden kann, überlegt man unter anderem, am Mischungsverhältnis der durch die Steuertriebwerke der zweiten Stufe zu verbrennenden Treibstoffe Änderungen vorzunehmen. Am 23. Februar 2010 meldete die ESA, die Startverzögerung ergäbe sich aus der Tatsache, dass einige Parameter im Zusammenhang mit dem Mischungsverhältnis der Treibstoffe der zweiten Stufe der Rakete optimiert werden könnten, um die Zuverlässigkeit der Mission zu erhöhen.

Der Raketenkopf mit Cryosat 2 war am 20. Februar 2010 wieder von der Trägerrakete getrennt worden. Nach seinem Rücktransport in das Integrationsgebäude wird er dort unter kontrollierten Bedingungen gelagert. Die Aufbewahrung des Satelliten im Intergrationsgebäude mit einem entsprechenden Monitoring der Umgebungsbedingungen soll zunächst bis 12. März 2010 andauern.

Verwandte Meldungen:

Raumcon:


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: ESA, Raumcon)


» Wettersatellit GOES-P für NOAA gestartet
05.03.2010 - Am 5. März 2010 wurde der US-amerikanische Wettersatellit GOES-P für die National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) ins All transportiert. Der Start erfolgte auf einer Delta-IV-Rakete von der Startrampe LC-37B der Cape Canaveral Air Force Station (CCAFS) in Florida um 0:57 Uhr MEZ.
Der Start fand innerhalb des eine Stunde breiten Startfensters statt. GOES-P (GOES steht für "Geostationary Operational Environmental Satellite", übersetzt geostationärer operationeller Umweltsatellit) mit einer Startmasse von 3.238 Kilogramm wurde von einer Delta IV in 4,2-Konfiguration transportiert. Das bedeutet, auf der "common core" genannten Zentralstufe mit RS-68-Triebwerk war eine Oberstufe mit vier Metern Durchmesser aufgesetzt, seitlich an der Zentralstufe waren zwei Feststoffbooster GEM-60 von ATK mit Schubverktorsteuerung angebracht. Die Feststoffbooster wurden beim Abheben gezündet und brannten nach rund 94 Sekunden aus. Sie wurden wenige Sekunden später abgeworfen, und die Zentralstufe der Delta IV Nr. 348 trug Oberstufe und Nutzlast weiter in die Höhe. Nach knapp 267 Sekunden Flugzeit war auch sie ausgebrannt, und es war nun Aufgabe der Oberstufe, mit drei Brennphasen ihres RL-10B2-Triebwerks die Nutzlast in den vorgesehenen Zielorbit zu bringen.

Der Satellit ist nach Informationen der NASA im richtigen Orbit angekommen, nachdem er sich von der Raketenoberstufe um 5:18 Uhr MEZ getrennt hatte, und die Systeme des Raumfahrzeugs funktionieren wie vorgesehen. Der geplante Zielorbit für den ausgesetzten Satelliten war einer mit einem Apogäum von 35.177 Kilometern und einem Perigäum von 6.623 Kilometern über der Erdoberfläche sowie einer Inklination von 12 Grad. Die Orbitzirkularisierung wird GOES-P mit einem eigenen Triebwerk vornehmen. Ein sogenannter Apogäumsmotor mit 490 Newton Schub ist an Bord, um eine geostationäre Bahn in 35.785 Kilometern Höhe zu erreichen. Das dreiachsenstablisierte Raumfahrzeug soll seine Sensorik kontinuierlich auf die Erde ausrichten. Um dies über längere Zeiträume auf der geplanten Bahn um die Erde zu gewährleisten, können 12 kleine Zweistofftriebwerke mit je 9 Newton Schub eingesetzt werden.

Voraussichtlich am 13. März 2010 wird GOES-P seine endgültige Umlaufbahn erreicht haben, ab diesem Zeitpunkt heisst der Satellit GOES 15. Laut Plan soll Boeing Space & Intelligence Systems etwa 24 Tage nach dem Start den Satelliten der NASA übergeben, die die weitere Inbetriebnahme des Satelliten auf seiner Umlaufbahn unterstützen wird. Dabei kontrolliert die NASA den Trabanten vom Goddard Space Flight Center (GSFC) in Greenbelt, Maryland aus. Später wird die NASA die Kontrolle des Satelliten an seinen künftigen Betreiber NOAA und dessen Satellite Operations Control Center (SOCC) in Suitland, Maryland übergeben.

Als GOES 15 soll das Raumfahrzeug sofort zum Einsatz kommen, wenn es Zuverläsigkeit oder Verfügbarkeit der Vorgängersatelliten erforderlich machen sollten. Insbesondere bei der Beobachtung von Tornados und Hurrikanen kann der Satellit eine wichtige Rolle spielen. Er ist der ditte und letzte Satellit in der Serie GOES-N/O/P, der gegenüber älteren Satelliten mit erheblich verbesserter Beobachtungstechnik für die Aufnahme hochauflösender Bilder von Wettersituationen und die Gewinnung von Messdaten von Erdoberfläche und Atmosphäre ausgestattet ist. Außerdem sind erweiterte Anlagen zur Weltraumwetter- und Sonnenbeobachtung an Bord. Insbesondere ein SXI (engl. Solar X-Ray Imager) genanntes Instrument von Lockheed Martin soll es ermöglichen, die Frühwarnung vor Strahlungsausbrüchen der Sonne, die technische Anlagen und Infrastruktur auf der Erde gefährden und beschädigen könnten, zu verbessern.

Zur Zeit hat die NOAA zwei GOES-Raumfahrzeuge an Positionen im geostationären Orbit im aktiven Einsatz. GOES 11 steht bei 135 Grad West und wird derzeit auch als GOES-West bezeichnet, GOES 12 steht bei 75 Grad West und wird daher auch GOES-Ost genannt. Zwei weitere Satelliten, GOES 13 alias GOES-N, und GOES 14 alias GOES-O, beide aktuell bei 105 Grad West im geostationären Orbit positioniert, fungieren als Backupsatelliten, und können gegebenenfalls für einen der anderen Satelliten einspringen. GOES 15 mit einer Lebenserwartung von 10 Jahren wird diese Backupkapazität ergänzen, solange er nicht für den aktiven Einsatz benötigt wird.

Von GOES 12 wird derzeit erwartet, dass er wegen zur Neige gehender Treibstoffvorräte im April 2010 ersetzt werden muss. Unregelmäßigkeiten im Antriebssystem des Satelliten verursachten einen höheren Treibstoffverbrauch als ursprünglich geplant. GOES 11 hatte 2008 die Hälfte seiner Akkukapazität verloren, weshalb der Großteil seiner Instrumente abgeschaltet werden muss, wenn er auf seiner Bahn durch den Erdschatten tritt.

GOES-P alias GOES 15 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 36.411 bzw. als Objekt 2010-008A.

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Raumcon:


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: NASA, NOAA, ULA)


» China startet Erdbeobachtungssatelliten YaoGan 9
05.03.2010 - Der chinesische Erdbeobachtungssatellit YaoGan 9 gelangte am 5. März 2010 in den Weltraum, berichtete xinhuanet.com am gleichen Tag. Der Start erfolgte vom Jiuquan Satellite Launch Center (JSLC) in der inneren Mongolei.
Befördert wurde der Satellit von einer Rakete des Typs Langer Marsch 4C. Es war der 122ste Start einer Rakete des Typs Langer Marsch. Er erfolgte um 12:55 Uhr Pekinger Zeit, das ist 5:55 Uhr MEZ, von dem auch als Shuang Cheng Tze launch center oder Basis 20 bekannten Startgelände (40° 57’ 28’’ Nord, 100° 17’ 30’’ Ost).

Erneut handelt es sich lt. Xinhua, wie bei den schon zuvor gestarteten YaoGan-Satelliten, bei YaoGan 9 um einen Satelliten, der bei der Bewältigung von Naturkatastrophen, der Beurteilung von erreichbaren und erzielten Ernteergebnissen im Landbau, der Landvermessung und wissenschaftlichen Untersuchungen nützlich sein soll. Möglicherweise handelt es sich bei YaoGan 9 um einen weiteren Aufklärungssatelliten. YaoGan bedeutet schlicht Fernerkundung.

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Raumcon:


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: xinhuanet.com)


» 3 Shenzhou-Flüge zur Ministation Tiangong ab 2011
05.03.2010 - Einige wenige neue Details zu den chinesischen Plänen in der bemannten Raumfahrt der nächsten Jahre.
Mit Verzögerung soll das erste Exemplar einer in Entwicklung befindliche Ministation Tiangong im nächsten Jahr starten. Sie wird etwa 7 Meter lang sein und außer einer Antriebs- und Serviceeinheit ein knapp 4 Meter langes und etwa 3 Meter durchmessendes zylindrisches Wohn- und Arbeitsmodul umfassen. Dieses ist an der Frontseite mit einem Kopplungsmechanismus und Rendezvouseinrichtungen versehen.

Tiangong 1 soll von 3 Shenzhou-Raumschiffen angeflogen werden. Mit Shenzhou 8 soll zunächst eine unbemannt durchgeführte Kopplung Funktion und Sicherheit der entsprechenden Systeme nachweisen. Danach sind zwei bemannte Flüge mit den Raumschiffen Shenzhou 9 und 10 vorgesehen.

Aufgrund der begrenzten Ressourcen in Tiangong 1, des für längere Aufenthalte relativ geringen Raumangebotes von zusammen etwa 30 Kubikmetern und der Tatsache, dass der größte Teil der Versorgungsgüter für die Taikonauten mit dem eigenen Raumschiff transportiert werden muss, ist es durchaus wahrscheinlich, dass zumindest bei einem Flug nur zwei Besatzungsmitglieder an Bord sein könnten. Damit könnte man einen mehrwöchigen Aufenthalt im All mit einem gewissen Komfort und einer Sicherheitsreserve erreichen.

Darüber, in welchem zeitlichen Abstand die Missionen ablaufen werden, ist hingegen wenig bekannt. Zum einen gibt es Vermutungen, dass die Flüge in dichter Folge durchgeführt werden, da man die Funktionsdauer von Tiangong nicht genau einschätzen kann. Die New York Times spricht sogar davon, alle 4 Starts sollten 2011 über die Bühne gehen. Zum anderen glaubt man aber, dass man maximal zwei der aufwändigen Missionen in einem Jahr durchführen wird.

Drei Ministationen vom Typ Tiangong sind geplant. Bei jeweils zweijähriger Einsatzdauer mit je einer Besatzung pro Jahr kann ein Testzeitraum von 2011 bis 2016 angestrebt werden, in dem man eine Vielzahl von Erfahrungen sammelt, die für den Aufbau einer größeren, modularen Station von Nutzen sein werden.

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Raumcon:


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: SpaceDaily)


» Mars Express nur 67 Kilometer über Phobos
05.03.2010 - Vorgestern absolvierte der europäische Marssatellit Mars Express einen Vorbeiflug am Mond Phobos in der bisher niedrigsten Entfernung überhaupt. Am Sonntag findet der nächste Vorbeiflug statt, bei dem auch Bilder aufgenommen werden sollen.
Mars Express umläuft den Mars auf einer hochelliptischen Bahn mit Entfernungen zur Oberfläche zwischen 250 und 11.500 Kilometern. Schon öfter kam er dabei dem größeren der beiden Marsmonde, Phobos, nahe genug, um spektakuläre Fotos zu schießen. In diesen Tagen kommt es nun zu einigen Begegnungen mit Phobos in rekordträchtig geringen Entfernungen von nur circa 100 Kilometern, also näher als an der Oberfläche des Mutterplaneten selbst.

Wie Ludmilla Carone, eine an der Mission beteiligte Planetologin an der Universität Köln, in einem Blogeintrag erklärte, diente der Vorbeiflug vom Mittwoch vor allem zur Bestimmung des inneren Aufbaus von Phobos. Dazu brauchten die Wissenschaftler noch nicht einmal ein Instrument an Bord von Mars Express, sondern einfach eine genaue Analyse des Funksignals der Sonde: Phobos hat mit seiner Gravitation Mars Express zwar nur wenig aus seiner normalen Flugbahn abgelenkt, aber doch genug, um die Dopplerverschiebung des Signals messbar zu verändern. Und aus der Betrachtung des Signals über die wenigen Sekunden, die der Vorbeiflug gedauert hat, kann man schon viel ableiten. Auch bei der Landung von Huygens auf dem Titan 2005 wurden aus einer hochgenauen Doppleranalyse des Funksignals unglaubliche Details wie etwa das Schaukeln der Sonde unter dem Fallschirm während des langen Abstiegs durch die Titan-Atmosphäre berechnet. Obwohl der interessante Zeitraum hier nur wenige Sekunden lang ist, rechnet man auch diesmal mit ínteressanten Erkenntnissen. Die Bestimmung der Masse von Phobos beispielsweise, an die man als Laie erstmal denken würde, wurde schon vor einigen Jahren erledigt und ist jetzt schon gar nicht mehr gefragt.

Phobos präsentiert sich aus dieser geringen Distanz gewissermaßen nicht mehr nur als "Massepunkt im Raum", sondern als ein Körper mit einer Ausdehnung und einem (schwachen) Gravitationsfeld. Dieser Körper ist nicht rund, sondern eher wie eine 27 x 22 x 19 Kilometer große Kartoffel geformt. Schon allein diese Nicht-Rundheit sorgt dafür, dass die Ablenkung über der Zeit anders verläuft, als es bei einem kugelförmigen, homogenen Mond der Fall wäre.

Außerdem ist Phobos wahrscheinlich kein kompakter Körper "wie aus einem Guss". Es kann sein, dass er aus mehreren kleineren, nur durch ihre Gravitation zusammen gehaltenen Einzelmassen besteht, mit inneren Hohlräumen dazwischen. Sollten die Einzelmassen unterschiedliche Dichten besitzen, ziehen sie Mars Express unterschiedlich stark an. Es kann allerdings auch sein, dass Phobos komplett aus losem Schutt besteht ("rubble pile", zu deutsch Schutthaufen).

All dies wirkt sich so oder so auf Mars Express´ Flugbahn und damit auf die Dopplerverschiebung des Funksignals aus und diese kann hochgenau gemessen und ausgewertet werden. Selbstredend ist es nicht einfach, aus der winzigen Ablenkung während des kurzen Vorbeiflugs derart weit reichende Schlüsse zu ziehen. Erschwerend kommt außer der unregelmäßigen Form des Mondes noch hinzu, dass die genaue Bahn der Annäherung an Phobos sowie dessen Eigenrotation eine Rolle spielen. Dadurch, dass die Form von Phobos dank früherer Vorbeiflüge gut bekannt ist, kann deren Einfluss wahrscheinlich herausgerechnet werden, indem das Radio Science Team die tatsächliche Ablenkungskurve mit theoretisch errechneten Daten vergleicht, wie sie sich bei demselben Vorbeiflug an einem ideal homogenen Körper von Phobosform ergeben würden. Auch die genauen Flugbahndaten von Sonde und Mond sind bekannt.

Eine wesentliche Bedingung für das Experiment am Mittwoch war eine durchgehend bestehende Funkverbindung während des Vorbeiflugs. Im Vorfeld gab es Befürchtungen, dass es zu einer Unterbrechung kommen könnte, indem Phobos selbst zwischen Mars Express und Erde gerät und im Moment der größten Annäherung das Signal unterbricht. Dies ist aber glücklicherweise nicht eingetroffen. Mit konkreten Ergebnissen ist aber vorläufig noch nicht zu rechnen, da derartige Daten natürlich nicht so unmittelbar auszuwerten sind wie Bilder.

Während dieses Vorbeiflugs waren ansonsten nur noch die Instrumente ASPERA zur Untersuchung der Erosion der Phobosoberfläche durch den Sonnenwind sowie MARSIS zur Durchleuchtung der oberen Mondschichten eingeschaltet. Die Kamera HRSC konnte nicht benutzt werden, da die Mondoberfläche bei diesem Rendezvous nicht im Sonnenlicht lag. Dies soll bei einem weiteren Vorbeiflug am Sonntag aus 107 Kilometern Entfernung nachgeholt werden. Da der Vorbeiflug mit hoher Geschwindigkeit erfolgt und die HRSC fest an der Sonde montiert ist, muss sich Mars Express im Ganzen mitdrehen, um scharfe Bilder zu bekommen. Dieser Bewegung sind wiederum Grenzen gesetzt durch die bis zu 40 Meter langen, fragilen MARSIS-Antennen. Die wegen dieser Antennen normalerweise eingehaltenen Bewegungslimits sollen extra für diesen Vorbeiflug überschritten werden.

Weiterführender Link:

Verwandte Meldung:

Raumcon:


(Autor: Axel Orth - Quelle: Mars Express Radio Science Team Blog/ESA Mars Express Blog)


» Chinas neue Raketenfamilie mit Ausblick auf den Mond
06.03.2010 - Nach Konzepten für die ChangZheng 5 vor einigen Jahren und die CZ 6 im letzten, wird die Raketenfamilie durch die CZ 7 abgerundet. Beim Aufbau einer neuen Raketenfabrikation plant man offenbar auch schon größeres mit ein.

Die ChangZheng 5 besteht aus einer neu entwickelten, 5 Meter durchmessenden Zentralstufe, um die Zusatzstufen mit 2,25 m oder 3,35 m Durchmesser gruppiert werden können. Damit ergibt sich eine Trägerrakete mit einer Nutzlastkapazität um 20 Tonnen, vergleichbar mit Ariane 5, Atlas V, Delta IV oder Proton. Die neue Zentralstufe soll ab 2011 im Werk in Tianjin, das gerade erichtet wird, hergestellt werden können. Man plant zunächst die Produktion von 2 Trägern pro Jahr. Die Kapazität des Werkes soll aber eine Versechsfachung der Fertigung erlauben.

Außerdem werden beim Bau des Werkes Erweiterungen auf die Herstellung von Raketenteilen mit Duchmessern von 8 oder sogar 10 Metern bereits berücksichtigt. Eine entsprechende Trägerrakete mit einem Startschub um 3.000 Tonnen ist in der Diskussion. Diese würde für ein bemanntes Mondprogramm, ein erklärtes Ziel chinesischer Raumfahrt, unbedingt benötigt.

Bis dahin soll die ChangZheng 5 sowohl große Nutzlasten wie eine neue Generation chinesischer FengYun-Wettersatelliten (8 - 9 t) in den Geostationären Orbit, Raumstationsmodule mit Massen um 20 Tonnen in niedrige Erdumlaufbahnen sowie größere automatische Stationen zum Mond beschleunigen können.

Die oben genannten Zusatzstufen bilden die Grundlage für die Trägerraketen der Typen ChangZheng 6 und 7. Verschiedene Kombinationen der kleinen oder großen Booster, je nach Nutzlast zusammengestellt, ergäben Trägerraketen aus standardisierten Teilen für Nutzlasten kleiner und mittlerer Masse. Deren Technik wird gegenwärtig an der Chinesischen Akademie für Trägerraketentechnik entwickelt und erprobt. Die CZ 6, die stark auf den bisher eingesetzten Zentralstufen der CZ 2/3/4 beruht, soll 2013 einsetzbar sein, die CZ 5 ein Jahr später.

Im nächsten Jahr soll eine erste kleine Raumstation mit der Bezeichnung TianGong von einer in 38 wesentlichen Attributen modifizierten ChangZheng 2F in eine erdnahe Umlaufbahn befördert werden. Sie soll Ziel für ein unbemanntes und zwei bemannte Shenzhou-Raumschiffe sein. Ihr werden in den darauffolgenden Jahren weitere Ministationen folgen.

Verwandte Meldung:

Raumcon:


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: AviationWeek)


» 47 Uma mit drei großen Planeten?
06.03.2010 - Modellrechnungen zu den Bewegungen des Sterns 47 Ursae Majoris (Großer Bär) legen den Schluss nahe, dass dieser Stern drei größere Begleiter hat.

Bereits 1996 wurde aufgrund der sich periodisch ändernden Geschwindigkeit des Sterns (Radialgeschwindigkeitsmethode) ein Planet mit 2,6 Jupitermassen ermittelt, der sich im Abstand von 2,1 Astronomischen Einheiten (ca. 320 Millionen Kilometer) in 1.083 Tagen einmal um seinen Stern bewegt. 2001 belegten Messungen das Vorhandensein eines zweiten, kleineren Planeten (0,46 Jupitermassen) in deutlich größerer Entfernung um 3,4 AE von 47 Uma.

Zwei Jahre später und erneut Anfang 2009 kamen allerdings Zweifel an der Existenz des zweiten Planeten 47 Uma c auf. Neue Daten sprachen eher für eine längere Umlaufzeit des ersten Planeten. Endgültige Klarheit konnte allerdings nicht erlangt werden.

Neueste Modellrechnungen lassen auf der Basis aller bisher veröffentlichten Daten nun ein Drei-Planeten-Modell um den Faktor 100.000 wahrscheinlicher erscheinen als die Existenz von nur 2 Begleitern. Demnach umläuft ein dritter Planet mit 1,6 Jupitermassen den Stern in einem mittleren Abstand von 11,6 AE (1,7 Milliarden Kilometer) einmal alle 14.000 Tage.

47 Uma war mehrmals Gegenstand besonderer Beobachtungskampagnen. Trotzdem beruhen die Daten auf etwa 23 Jahren Beobachtungsdauer. Die Umlaufzeit des äußeren Planeten 47 Uma d beträgt allerdings mehr als 38 Erdenjahre. Weitere Überraschungen können daher keinesfalls ausgeschlossen werden.

47 Ursae Majoris hat etwa dieselbe Masse wie die Sonne, ist fast 8 Milliarden Jahre alt und liegt "nur" etwa 45 Lichtjahre von uns entfernt. Die neue Studie wird erst morgen offiziell veröffentlicht.

Raumcon:


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Exoplanet.eu, Raumcon)


» STS 134 verschiebt sich möglicherweise
06.03.2010 - Offenbar gibt es ein Problem mit der Hauptnutzlast, dem am CERN entwickelten Teilchendetektor Alpha Magnet Spectrometer 2 der ESA.
Allerdings ist bisher noch nicht öffentlich bekannt, worin dieses Problem besteht und wie schwerwiegend es ist. Gerüchteweise ist von der Möglichkeit einer Verschiebung der Mission STS 134 bis in das Jahr 2011 zu hören. Am Montag findet dazu ein Treffen verantwortlicher Persönlichkeiten statt.

Falls sich nur eine geringfügige Verzögerung ergibt, so könnten die Missionen STS 133 und 134 ihre Plätze tauschen. STS 133 würde dann Ende Juli, Anfang August und STS 134 als letzte geplante Shuttle-Mission im September/Oktober 2010 ablaufen.

Das AMS ist ein mit superfluidem Helium gefüllter Detektorblock, der Partikel aus Antimaterie oder gar Dunkler Materie nachweisen könnte. Es soll am Gitterstrukturelement S3 befestigt und angeschlossen werden. Mit an Bord der Mission STS 134 sollen auch der Express Logistics Carrier 3 mit Ammoniaktank, Dextre-Ersatzmechanik, Gastank, ELC-Avionic-Box, S-Band-Antennen-Subsysteme und einer Testanlage für das US-Verteidigungsministerium sowie das Materialexperiment MISSE 8 und eine Gefriereinheit GLACIER sein.

Gegenwärtig wird die zukünftige Strategie der USA in der bemannten Raumfahrt kontrovers diskutiert. Nach den Vorstellungen von Präsident Obama soll die NASA auf das Mondprogramm verzichten, verstärkt neue Raumfahrt-Technologien entwickeln und Forschung auf der ISS betreiben. Unbemannte und bemannte Zubringerfahrzeuge und Trägersysteme für den erdnahen Weltraum sollen in Verantwortung der privaten Wirtschaft der USA entwickelt und eingesetzt werden. Dagegen regt sich vor allem im Kongress der USA Widerstand. Hier kursieren Gegenvorschläge, die auch den längeren Einsatz der Shuttle-Flotte vorsehen.

Aus organisatorischem Blickwinkel wären 3 weitere Shuttle-Missionen nach STS 134 möglich, da sich mit bereits vorhandenen Materialien drei weitere externe Tanks fertigen ließen. Raumfähren und Feststoffbooster sind wiederverwendbar.

Das Alpha Magnet Spectrometer 2 befindet sich gegenwärtig im Test auf dem Gelände des Europäischen Weltraumforschungs- und Technologiezentrums ESTEC im niederländischen Nordwijk. Möglicherweise hat das Gerät eines der Testkriterien nicht bestanden, so dass nachgebessert oder gar umgebaut werden muss.

Raumcon:


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: NasaSpaceflight.com, Raumcon)


» L110: statischer Brennversuch
07.03.2010 - Am 5. März 2010 führte die indische Raumfahrtorganisation ISRO einen statischen Brennversuch einer L110 genannten Raketenstufe für den künftigen Raumfahrtträger GSLV-Mk-III durch.
Die mit zwei Vikas-Raketenmotoren ausgestattete Raketenstufe war in einem Teststand des Liquid Propulsion Systems Centre (LPSC) in Mahendragiri im Distrikt Thirnelveli im indischen Bundesstaat Tamil Nadu vertikal montiert und brannte nach der Zündung um 16:00 Uhr indischer Zeit 150 Sekunden lang.

Daten zu über 500 verschiedenen Parametern wurden während des Tests aufgezeichnet. Als sich einer der Parameter aus dem zulässigen Wertebereich bewegte, wurde die Brennphase, die ursprünglich 200 Sekunden hätte dauern sollen, nach 150 Sekunden beendet. Einen neuen Versuch, auf 200 Sekunden Brennzeit zu kommen, wird es geben, wenn die Daten des jetzt erfolgten Tests ausgewertet sind.

Auf 17 Meter Länge und einen Durchmesser von 4 Metern bringt es die L110, welche mit zusammen 110 Tonnen flüssigem Treibstoff (UH25) und Oxidator (N2O4) befüllt werden kann. Mit ihren beiden Vikas-Hochdrucktriebwerken stellt sie eine Weiterentwicklung der in PSLV und GSLV als zweite Stufe verwendeten Antriebskomponenten dar. Beim Einsatz der L110 auf der GSLV-Mk-III ist es geplant, die beiden Raketenmotore 200 Sekunden lang zu betreiben, bei Einsätzen in Raketen des Typs PSLV und GSLV sind nur 150 Sekunden Brennzeit für die einzeln eingesetzten Triebwerke gefordert. Die Vikas-Motore basieren auf dem europäischen Viking-4A-Triebwerk, das in der Ariane 3 verwendet wurde.

Der erste Start einer GSLV-Mk-III - sie soll in der Lage sein, einen rund vier Tonnen schweren Satelliten in den Geostationären Orbit zu bringen - ist nach derzeitigen Planungen für das Jahr 2011 vorgesehen.

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Raumcon:


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: ISRO)


» Ausgestorben. Aber wie?
08.03.2010 - Das drittgrößte Massensterben der Erdgeschichte wird wieder aufgerollt: Waren indische Vulkane oder ein mexikanischer Meteorit verantwortlich? Neue Argumente sprechen für Chicxulub.
Eine 41-köpfige Forschergruppe bekräftigt die Hypothese, wonach das drittgrößte Aussterbeereignis der Erdgeschichte durch einen Meteoriteneinschlag ausgelöst wurde. Darüber schreibt sie in der aktuellen Ausgabe der Wissenschaftszeitschrift Science. Das internationale Team um Peter Schulte von der Universität Erlangen-Nürnberg hatte vorhandene Studien über den Chicxulub-Einschlag in Mexiko verglichen und dabei geologische Ablagerungsbedingungen, Altersdatierungen und den Fossilbericht berücksichtigt.

Sie argumentieren damit gegen die US-Paläontologin Gerta Keller. Sie hatte mit ihrem Team 2003 eine These veröffentlicht, wonach nicht der Chicxulub-Einschlag, sondern massive Vulkaneruptionen in der indischen Dekkan-Provinz unter anderen für das Aussterben der Dinosaurier verantwortlich gewesen waren. An der Grenze zwischen den Erdzeitaltern Kreide und Paläogen (früher: Tertiär) ist ein Großteil der höheren Land- und Meeresbewohner ausgestorben.

Vom Problem der Geologen

Als Geologe hat man es nicht leicht. Weltweit liegen die unterschiedlichsten Gesteinsarten verstreut. Während hier Tone vorherrschten, wurden zur gleichen Zeit auf der anderen Seite des Globus` Strandsande abgelagert. Woher weiß der Gesteinskundler, dass sie wirklich simultan im Morast versanken?

Eine Möglichkeit bilden sogenannte Leithorizonte. Das sind Gesteinstypen, die weltweit vorkommen, unabhängig vom Ablagerungsraum, vom lokalen Klima und dem Wirken wühlender Wattwürmer. Leithorizonte sind ausgesprochen selten, denn sie entstehen nur bei welterschütternden Ereignissen. Einen solchen Horizont hatte der US-Geologe Walter Alvarez 1980 mit seinem Vater, dem Physiker und Nobelpreisträger Luis Walter Alvarez, untersucht. In der dünnen Tonschicht fanden sie Iridium, ein äußerst seltenes Platingruppenmetall. Iridium kommt in der Erdkruste nur in winzigen Mengen vor, manche Meteoriten enthalten das Metall aber in höheren Konzentrationen. Entstand der Leithorizont also durch einen extrem zerstörerischen Meteoriteneinschlag?

Nach der Veröffentlichung der Herren Alvarez suchte man weltweit nach dem passenden Krater. Schließlich fand man einen rund 200 Kilometer großen auf der Halbinsel Yucatán im Osten Mexikos. Da dieser seitdem geologisch gealtert war und sich zum Teil unterhalb des Schelfgebiets vor der Küste erstreckt, war er zuvor nicht als solcher erkannt worden. Nun rückten ihm etliche geophysikalische Messkampagnen und Bohrungen zu Leibe. Schließlich war klar: Vor 65,5 Millionen Jahren schlug ein rund 10 Kilometer großer Meteorit vor Mexiko ein und verursachte das Massensterben.

Erste Zweifel

Doch ist ein so globales dramatisches Ereignis, das zeitlich ins Raster der Extinktion passt, automatisch der Beweis, auch deren Verursacher gewesen zu sein? Muss der ungebetene Gast von Chicxulub wirklich die Dinosaurier auf dem Gewissen haben, bloß weil er zeitgleich zu deren Ableben vorbeischaute?

Im Jahr 2003 veröffentlichte die US-Paläontologin an der Universität Princeton Gerta Keller eine Gegenhypothese. Sie hatte ein weiteres Ereignis globaler Ausmaße gefunden. In der Kreidezeit brach der indische Subkontinent von der Antarktis ab, zu der er ursprünglich gehörte. Mit einer enormen Geschwindigkeit machte er sich gen Norden auf, um schließlich mit Asien zu kollidieren und das Himalaja-Gebirge aufzuwölben. Auf dem Weg dorthin durchkreuzte der Kontinentalsplitter vor rund 65 Millionen Jahren zufällig einen Hot Spot, über dem heute die Réunion-Inseln liegen. Hot Spots sind Wärmeanomalien aus den Tiefen des Erdmantels, die völlig unabhängig von der Plattentektonik sind.

Mutmaßlich der Hot Spot von Réunion heizte die Kruste des vorbeipflügenden Indiens auf. Mit den Dekkan-Trapps entstand die größte vulkanische Provinz der Welt, in der mehr als 500.000 Kubikkilometer basaltischer Lava in mehreren Phasen ausflossen. Es ist bekannt, dass große Vulkanausbrüche das Weltklima verändern können. Der Ausbruch des philippinischen Pinatubo senkte 1991 die globale Durchschnittstemperatur kurzfristig um 0,5 °C ab. Bei den Dekkan-Trapps handelte es sich jedoch um kein Einzelereignis. Während vieler zeitlich isolierter Ausbrüche wurden Asche und Schwefelverbindungen in die Atmosphäre eingebracht. Das globale Ökosystem wurde nachhaltig geschädigt, so Kellers These.

Zusätzlich akzeptierte Keller zwar, dass nahe der Kreide-Paläogen-Grenze ein Meteoritenimpakt stattgefunden hatte. Sie führte aber geologische Belege an, dass dessen Datierung fehlerhaft war und schon 300.000 Jahre früher stattgefunden habe.

Das Rückspiel

Die nun von Peter Schulzes Forschergruppe veröffentlichte Arbeit setzt sich mit Kellers Argumenten auseinander. Besonders der global abgelagerte Iridium-Horizont setzt ihrer Beweisführung zu. Sein Alter ist verbrieft und markiert definitiv das Aussterbeereignis. Da auch vulkanische Entgasungen in Indien nicht für so hohe Anreicherungen des seltenen Metalls verantwortlich sein können, gibt es nur zwei mögliche Erklärungen:

  • Die Iridiumanomalie entstand durch einen zweiten Impakt zur Zeit der Dekkan-Eruptionen. Jedoch verursachte nicht der Impakt, sondern die vulkanische Aktivität das Massensterben.
  • Das Massensterben wurde durch den Chicxulub-Einschlag verursacht. Die Dekkan-Vulkane hatten keine so weitreichenden Auswirkungen.

Peter Schulzes Team geht das Problem sehr systematisch an. Es schaut sich erneut die Bohrkerne einer 1.500 Meter tiefen Bohrung aus dem Chicxulub an, Ablagerungen aus der näheren Umgebung Mexikos und weltweit. Es stellt fest, dass Chicxulub der einzige große Krater an der Kreide-Paläogen-Grenze ist. Eine halbe Million Jahre vorher und nachher kennt man kein anderes vergleichbares Ereignis. Und auch der unpassenden zeitlichen Einordnung widersprechen sie: Die Interpretation, der Einschlag habe 300.000 Jahre zu früh stattgefunden, sei nur durch wenige geologische Indizien belegt, wogegen eine Vielzahl anderer Gesteinsdatierungen stünden.

Durch das systematische Zusammentragen der Ergebnisse um den Chicxulubkrater kann auch der genaue Hergang des Einschlags rekonstruiert werden:

  • Der Impakt verursachte Beben der Magnitude 11 oder darüber.
  • Eine Tsunamiwelle ergoss sich über alle angrenzenden Landregionen.
  • Die 3-4 Kilometer mächtige Schelfplattform wurde durchschlagen. Hier lagerten vor allem Karbonat- und Sulfatgesteine, große Mengen Schwefel und Ruß gelangten in die Atmosphäre.
  • Geschmolzenes Gestein wurde auf mehrere Kilometer pro Sekunde beschleunigt. Die so abgelagerten Spherulen finden sich noch in 5.000 Kilometern Entfernung.
  • Ein Teil des Auswurfmaterials wurde nahezu auf Fluchtgeschwindigkeit beschleunigt (11 Kilometer pro Sekunde). Beim atmosphärischen Wiedereintritt heizte es sich zusätzlich auf. Das Material wurde global abgelagert und erhitzte die Bodenzone. Die Temperaturen lagen aber (anders als bisher vermutet) unter der Selbstentzündungstemperatur für Biomasse. So sind globale Busch- und Waldbrände eher unwahrscheinlich.
  • Im mittelamerikanischen Raum dürfte die Lebewelt jedoch komplett zerstört worden sein.

Die Schwefelemissionen hatten besonders drastische Auswirkungen auf das Klima. In die obere Atmosphäre geschleudert, absorbierten sie schlagartig einen größeren Teil des Sonnenlichts. Die Temperatur sank weltweit um 10 °C. Gleichzeitig ging global saurer Regen nieder, so dass selbst marine Arten - für Klimaschwankungen weniger anfällig - in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Zwischen 100 und 500 Gigatonnen Schwefel gelangten schlagartig in die Atmosphäre. Die Dekkan-Vulkane spien mit ihren 0,5 Gigatonnen im Jahr nicht in der gleichen Liga. Rund eine Million Jahre spuckten die indischen Vulkane: Über so lange Zeiträume ist die Lebewelt für gewöhnlich in der Lage, sich anzupassen, ohne kollektiv den Löffel abzugeben.

Doch der Fall Chicxulub wird die Geologen nicht zuletzt beschäftigt haben. Der Ball liegt nun wieder im Feld der gegnerischen Mannschaft um Gerta Keller.

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Raumcon


(Autor: Karl Urban - Quelle: Schulte et al. (2010), eigene Recherche)


» GSAT-4 wird ohne TAUVEX gestartet
09.03.2010 - Am 7. März 2010 wurde bekannt, dass die indische Weltraumorganisation ISRO entschieden hat, den Kommunikations- und Technologieerprobungssatelliten GSAT-4 ohne die UV-Teleskopeinheit TAUVEX zu starten.
Die Entscheidung fiel nach Informationen der Onlineausgabe der indischen Tribune, nachdem die Tragstruktur für TAUVEX von GSAT-4 demontiert worden war, um an darunterliegenden Komponenten des auf dem I2K-Bus basierenden Satelliten zusätzliche Arbeiten ausführen zu können.

Zwischen der ISRO und der israelischen Raumfahrtagentur ISA war am 25. Dezember 2003 die Vereinbarung getroffen worden, TAUVEX als zusätzliche Nutzlast an Bord von GSAT-4 mit ins All zu nehmen. Der Tel Aviv University Ultraviolet Explorer mit drei 20-Zentimeter-Teleskopen ist ein Gemeinschaftsprojekt der Universität Tel Aviv in Israel und dem indischen Institut für Astrophysik in Bangalore, der Hauptstadt des indischen Bundesstaates Karnataka.

Von TAUVEX erhoffen sich Wissenschaftler aus Indien und Israel Daten, die bei der Beantwortung astrophysikalischer Fragen, die beispielsweise Sternenkonstellationen, Galaxien und schwarze Löcher betreffen, helfen. Ursprünglich sollte TAUVEX zur Ausstattung eines israelischen Satelliten aus der Reihe der Ofeq-Raumfahrzeuge gehören. 1991 wurde der Mitflug auf dem Röntgenteleskop Spectrum Roentgen-Gamma (SRG), einem Projekt unter russischer Führung, besprochen.

Die Streichung von TAUVEX für den Start von GSAT-4 ist möglicherweise Folge von Bestrebungen, die Gesamtnutzlastmasse für die Rakete zu senken. Eventuell will man die Leistungsfähigkeit des dann zum ersten Mal verwendeten GSLV-Mk-II-Trägers nicht voll ausnutzen, oder ist sich hinsichtlich der zu erwartenden Performance des Trägers nicht sicher. Er sollte maximal 2.500 kg Nutzlast in einen geostationären Transferorbit (GTO) bringen können.

Beim Jungfernflug der GSLV-Mk-II-Rakete soll zum ersten Mal ein in Indien entwickeltes Triebwerk zum Einsatz kommen, das flüssigen Wasserstoff und flüssigen Sauerstoff verbrennt. Ein solcher Motor war am 15. November 2007 über die gesamte geplante Brenndauer von 720 Sekunden in einem Teststand des Liquid Propulsion Systems Centre (LPSC) in Mahendragiri im Distrikt Thirnelveli im indischen Bundesstaat Tamil Nadu getestet worden. Ob die Schubausbeute des Triebwerks geringer als eigentlich geplant oder benötigt ist, wurde bis dato nicht mitgeteilt. Der Vakuumschub soll 69,5 kN betragen.

Zu einem Start von GSAT-4 vom Startgelände der indischen Weltraumorganisation ISRO auf der Insel Sriharikota vor der Südostküste Indiens im Bundesstaat Andhra Pradesh könnte es nach letztem bekannten Planungsstand Ende April oder Anfang Mai 2010 kommen. Die Startmasse von GSAT-4 wurde bisher mit 2.180 Kilogramm angegeben.

Verwandte Website:


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: ISRO, tribuneindia.com)


» Open Mars 3D Workshop
10.03.2010 - Planète Mars, die 1901 gegründete französische Sektion der Mars Society, hat ein freies Projekt gestartet, mit dem jeder Interessierte virtuelle Mars- und wohl überhaupt Weltraummissionen in 3D modellieren kann.
Der Open Mars 3D Workshop der Planète Mars hat sich zum Ziel gesetzt, 3D-Modellierung von Marsmissionen auf Open-Source-Basis anzubieten, miteinander zu teilen und bis Sommer 2010 gemeinsam einen animierten Kurzfilm "On to Mars!" zu erstellen. Die Modellierung basiert auf dem Open-Source-Tool Celestia von Chris Laurel, das man zunächst installieren muss. Es läuft unter Windows, Linux und Mac OS. Ein Beispiel dazu, einen mit 3D Workshop nachmodellierten realen Vorbeiflug von Mars Express am Marsmond Phobos, können Sie in dem eingebetteten Youtube-Video sehen.

In der Regel sucht man sich zunächst ein Objekt aus, das man modellieren will. Man braucht dazu allerdings etwas Geduld; Anfänger im 3D-Modeling sollten sich hier nicht gleich überfordern. Erfahrenere Anwender können beim Modellieren helfen. Wenn man sein Werk abgeschlossen hat und für besonders gelungen hält, kann es als "Add-On" in einem Hauptkatalog veröffentlicht und anderen zur Verfügung gestellt werden. Es sind auch bereits einige fertige Add-Ons abrufbar.

Grundsätzliches dazu und auch den Link zu Celestia können Sie hier in Englisch nachlesen. Noch mehr Informationen enthält die französische Version der Seite.


(Autor: Axel Orth - Quelle: Association Planéte Mars)


» Erster Falcon-9-Test abgebrochen - UPDATE
10.03.2010 - Der erste Test der Triebwerke der ersten Stufe der neuen SpaceX-Rakete Falcon 9 am 9. März wurde 2 Sekunden vor der eigentlichen Zündsequenz abgebrochen.
Ursache war offenbar ein nicht öffnendes Ventil an einer Zuleitung für Hochdruckhelium zum Anlassen der Turbopumpen zur Treibstoffförderung. Diese Turbopumpen werden zunächst mit Hilfe des "Spin Start System" genannten Mechanismusses auf eine Mindestdrehzahl beschleunigt, bevor sie von einem kleinen Raketenmotor richtig in Schwung gebracht und gehalten werden. Aufgrund der Abweichung wurde der Startvorgang automatisch unterbrochen. Das Ventil ist Teil des Bodensegments und nicht der Rakete. Das Ventil selbst ist dabei gar nicht defekt, das Kommando zu dessen Öffnung wurde nicht erteilt.

Die trotzdem zu erkennende Zündung wurde durch geringe Mengen von Brennstoff und Oxydator hervorgerufen, die bereits in der Brennkammer angekommen waren. Die Treibstoffzufuhr war aber definitiv gestoppt.

Geplant war eine 3,5 Sekunden lange Brenndauer für alle 9 Merlin-Triebwerke der ersten Stufe. Der Test soll nun nach gründlicher Analyse der aufgezeichneten Daten möglicherweise bereits in einigen Tagen nachgeholt werden, wenn der Abbruch keine weiteren Ursachen hatte. Ein Starttermin der Rakete im März wird dadurch zwar unwahrscheinlicher. Einziges erklärtes Ziel der SpaceX-Mannschaft ist aber ein erfolgreicher Jungfernflug. Man wird sich zur Vorbereitung so viel Zeit nehmen, wie nötig ist.

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Raumcon:


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: SpaceX, SpaceflightNow, Raumcon)


» Phobos Grunt bekommt neues Probenentnahmegerät
13.03.2010 - Durch die Verschiebung der Mission Phobos Grunt um zwei Jahre können nicht nur bekannte Probleme behoben und weitere Tests durchgeführt werden. Es ist nun auch vorgesehen, ganze Geräte zu ersetzen oder zu ergänzen.
Wie am 7. März bekannt wurde, soll der Mechanismus zur Probenentnahme auf dem Marsmond Phobos komplett ersetzt werden. Bisher sollte ein Rohr langsam in den Untergrund gedrückt werden. Die darin enthaltene Probe sollte dann durch eine Röhre in den Rückkehrbehälter geschoben werden. Falls der Boden des Marsmondes an der Landestelle allerdings sehr hart sein würde, könnte diese Methode auch versagen.

Stattdessen soll nun ein Verfahren zum Einsatz kommen, bei dem man mit einem hammerartigen Instrument Proben in den dafür vorgesehenen Behälter transportiert. So sollten auch bei hartem Boden einige abgeschlagene Stücke aufgenommen werden können.

Anatoli Schilow, Leiter der föderalen Weltraumagentur Russlands, sagte dazu: "Ich glaube, dass die Wahrscheinlichkeit eines positiven Ausgangs der Mission mit einem neuen Gerät zur Probennahme steigt". Als zusätzlichen Vorteil der Missionsverschiebung sieht Schilow die Tatsache, dass drei wissenschaftliche Instrumente internationaler Partner nun mit an Bord genommen werden können. Diese waren bis zum ursprünglichen Starttermin im Oktober 2009 noch nicht fertig.

Phobos Grunt soll nun Ende des Jahres 2011 gestartet werden. An Bord werden sich vor allem Geräte zur Vorort-Analyse von Bodenproben sowie Seismometer, Bodenradar, Kameras und Temperatursensoren befinden. Zur Analyse können Proben bestrahlt und die dabei entstehende Rückstrahlung analysiert werden. Andere Analysemethoden erhitzen Proben, so dass die entstehenden Gase mittels optischer Spektrometrie, Chromatographie und Massenspektrometrie detektiert werden können.

Bei einem Start im Oktober 2011 soll Phobos Grunt im September des folgenden Jahres in eine Marsumlaufbahn einschwenken, im April 2013 auf dem Marsmond Phobos landen und im August gleichen Jahres die Probe auf den Rückweg zur Erde bringen, die hier im Juli 2014 eintreffen sollte.

Raumcon:


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Roskosmos)


» Erfolgreicher Falcon-9-Triebwerkstest im 2. Anlauf
13.03.2010 - Der am 9. März abgebrochene 3,5-sekündige Testlauf der Triebwerke der ersten Stufe einer Falcon-9-Trägerrakete wurde am 13. März gegen 18:30 Uhr MEZ erfolgreich nachgeholt.
Darüber berichtete SpaceflightNow live. Offenbar verlief der Test erfolgreich. Damit sind alle Voraussetzungen für den Start erfüllt, der frühestens am 12. April erfolgen soll. Dabei soll eine Demonstrationseinheit der in Entwicklung befindlichen Dragon-Kapsel in eine Erdumlaufbahn gebracht werden.

Am Dienstag wurde der erste Versuch automatisch abgebrochen, weil sich ein Ventil des Bodensements, durch das Helium in das Spin Start System der Turbopumpen des Treibstoffsystems geleitet werden sollte, nicht öffnete.

SpaceX entwickelt Trägerrakete und Dragon-Kapsel im Rahmen eines Vertrages im Auftrag der NASA zur Versorgung der Internationalen Raumstation nach Stilllegung der Shuttle-Flotte.

Raumcon:


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: SpaceflightNow, Raumcon)


» Feintuning für Hayabusas Rückkehrbahn
14.03.2010 - Die japanische Asteroidensonde Hayabusa befindet sich bereits auf einer Bahn, die sie im Juni in Erdnähe führt. Damit die kleine Rückkehrkapsel auch am Ziel ankommt, müssen die weiteren Kurskorrekturen genau berechnet werden.
Geplant ist, die etwa 40 cm durchmessende Rückkehrkapsel mit etwa 43.000 km/h in die Erdatmosphäre eintreten zu lassen. Durch den Luftwiderstand wird diese dann weitgehend abgebremst. Am Ende sorgt ein kleiner Fallschirm für eine halbwegs sanfte Landung in Südaustralien.

Hayabusa startete am 9. Mai 2003 zum erdnahen Asteroiden Itokawa, den sie am 12. September 2005 erreichte. Eine kleine Landesonde verfehlte aufgrund ungenauer Ausrichtung ihr Ziel und ging im All verloren. Später näherte sich Hayabusa selbst der Oberfläche des Asteroiden immer weiter an und machte dabei Detailaufnahmen. Schließlich ließ man die Sonde aufsetzen, in der Hoffnung, dass geringe Mengen des dabei aufgewirbelten Staubs in einen kurz zuvor geöffneten Probenbehälter gelangen würden. Genau ließ sich aber nicht feststellen, ob dies geklappt hat. Den Behälter wieder zu verschließen gelang erst knapp anderthalb Jahre später.

Im Verlaufe der Mission fielen immer mehr Systeme aus. Hayabusa war mit vier Ionentriebwerken ausgerüstet, davon arbeitet heute noch eines zuverlässig. Damit wurde durch geringen aber kontinuierlichen Schub die Bahn der Sonde der des Asteroiden angepasst. Zur Lageregelung dienten Drallräder. Aufgrund der Ausfälle von zwei der drei Drallräder befand sich die Sonde zum geplanten Abflugzeitpunkt Mitte Dezember 2005 allerdings in der falschen Lage. Itokawas Bahn ist elliptisch und verläuft zwischen den Bahnen der Planeten Erde und Mars. Verpasst man den idealen Abflugpunkt, so muss man längere Zeit warten, bis die Ausgangslage wieder günstig ist. Zwischenzeitlich verlor man auch noch den Funkkontakt, die Japaner haben ihre Sonde allerdings niemals aufgegeben.

Im April 2007 wurde das Signal zum Aufbruch gegeben. Bis Ende 2009 waren drei der vier elektrischen Triebwerke zusammen mehr als 30.000 Stunden in Betrieb. Am 5. März 2010 wurde der Antrieb nun vorübergehend deaktiviert. Im Augenblick wird die Bahn der Sonde besonders präzise vermessen. Aus den Bahndaten lassen sich die letzten Korrekturen für die erfolgreiche Rückkehr errechnen.

Einen genauen Termin für den Wiedereintritt der Rückkehrkapsel möchte man aber noch immer nicht angeben. Zum einen ist der Umfang der Kurskorrekturen ja noch nicht bekannt, zum anderen könnte es weitere Schwierigkeiten geben. Bereits 2005 stellte man fest, dass Hayabusa Treibstoff aus einem winzigen Leck verliert. Da die Sonde jetzt wieder näher an der Sonne ist und sich dadurch stärker erwärmt, befürchtet man, dass Resttreibstoff im Inneren verdampfen und aus dem Leck austreten könnte. Dies würde dann wie ein minimaler Triebwerksstrahl wirken und könnte Lage sowie Position der Sonde verändern.

Nach mittlerweile fast siebenjährigem Flug bleibt nur zu hoffen, dass es den japanischen Projektteilnehmern auch ein letztes Mal gelingt, die auftretenden Schwierigkeiten zu überwinden.

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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: JAXA, SpaceflightNow, Raumfahrer.net)



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Mars Aktuell: Phoenix schweigt weiter von Redaktion



• Phoenix schweigt weiter «mehr» «online»
• Neuer Beweis für Eis unter der Marsoberfläche «mehr» «online»
• Aktuelle Phobos-Bilder von Mars Express «mehr» «online»


» Phoenix schweigt weiter
02.03.2010 - Am 1. März 2010 gab das Jet Propulsion Lab (JPL) aus dem kalifornischen Pasadena bekannt, dass auch im Verlauf der zweiten Suchkampagne vom Marsorbiter Mars Odyssey kein Signal des Marslanders Phoenix erfasst werden konnte.
Zwischen dem 22. und dem 26. Februar 2010 überflog NASAs Mars Odyssey sechzig Mal das Landegebiet von Phoenix, und lauschte auf Signale des Landers vom Marsboden. Empfangen wurde dabei nichts.

Die dritte und letzte Suchkampagne soll zwischen dem 5. und 9. April 2010 stattfinden. Da die Sonne im Landegebiet dann dauerhaft über dem Horizont steht, ist es möglicherweise etwas wahrscheinlicher, dass die Solarzellenausleger von Phonix einen Neustart der Landersysteme auslösen, wenn sie und weitere wesentliche Anlagen und Geräte von Phoenix den Marswinter einigermaßen betriebsfähig überstanden haben.

Wirklich erwartet wird ein Erwachen des Landers nicht, er war für die Bedingungen des Marswinters nicht ausgelegt worden. Nach fünf Monaten wissenschaftlicher Untersuchungsarbeit auf dem Mars und zwei Monate nach dem Überschreiten seiner vorgesehenen Lebensdauer auf dem Mars verstummte Phoenix im November 2008.

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: JPL)


» Neuer Beweis für Eis unter der Marsoberfläche
03.03.2010 - Eine am 2. März 2010 vorgestellte Studie amerikanischer Wissenschaftler belegt das Vorkommen massiver Eisablagerungen unter der Oberfläche des Mars in dessen nördlichen mittleren Breiten.
Eines der auffälligsten topografischen Merkmale des Mars ist seine Zweiteilung, durch welche unser Nachbarplanet in ein südliches Hochland und eine um durchschnittlich drei Kilometer tiefer liegende Tiefebene in der Nordhemisphäre geteilt wird. Die Übergangszone zwischen diesen beiden Bereichen ist an vielen Stellen durch zum Teil noch intaktes Hochland, schollenartige Restberge und vereinzelte kleinere Erhebungen gekennzeichnet. Bereits am 14. März 2005 fotografierte die an Bord des von der ESA betriebenen Orbiters Mars Express befindliche HRSC-Kamera die in dieser Übergangszone gelegene Region Deuteronilus Mensae, wobei die verschiedenen Stadien der Erosion des Hochlandes im Übergang zur nördlichen Tiefebene erfolgreich abgebildet werden konnten.

Die entlang der Abbruchkanten, am Fuß von Restbergen und in breiten Tälern deutlich erkennbaren Fließmuster in den Regionen von Deuteronilus Mensae deuteten darauf hin, dass hier beim Transport von Gesteinsmaterial in die Umgebung wahrscheinlich auch Eis beteiligt gewesen war. Dieses Eis, so die damalige Vermutung, war in Hohlräumen unter der Planetenoberfläche gespeichert, wo es möglicherweise noch bis heute erhalten geblieben ist.

Für eine solche Mischung aus lockerem Gestein und Eis gibt es eine Entsprechung auf der Erde. Hierbei handelt es sich um so genannte Blockgletscher, welche in Gebieten mit vorwiegend sehr kaltem Klima, wie es beispielsweise in der Antarktis oder in alpinen Regionen der Hochgebirge vorherrscht, auftreten. Diese Blockgletscher unterscheiden sich von herkömmlichen Gletschern hinsichtlich ihres deutlich höheren Anteils an Gesteinsschutt. Seit solche Strukturen, wie sie in Deuteronilus Mensae und auch in anderen Gebieten auf dem Mars zu sehen sind, entdeckt wurden, wird für sie eine ähnliche Entstehungsgeschichte wie bei den Blockgletschern auf der Erde angenommen. Sowohl auf der Erde als auch auf dem Mars stellen solche Landschaftsformen wesentliche Klimaindikatoren dar. Es wurde ebenfalls diskutiert, inwieweit das Eis, welches in diesen Blockgletschern vorhanden gewesen sein musste, bis heute unter der Oberfläche überdauert haben könnte.

Unter den gegenwärtig herrschenden Druck- und Temperaturverhältnissen der dünnen Marsatmosphäre ist auf der Oberfläche des Planeten auftretendes Eis nicht stabil. Es würde relativ schnell sublimieren, also vom festen direkt in den gasförmigen Zustand übergehen. Ist das Eis jedoch von einer Schicht aus Gestein und Staub bedeckt und so vor der direkten Sonneneinstrahlung geschützt, so gestaltet sich die Situation anders und das Eis kann über längere Zeiträume überdauern. Unter dem bestehenden Druck einer darauf lastenden Gesteinsablagerung könnte es sogar noch aktiv sein und sich langsam über den Untergrund bewegen.

Messungen der von der NASA betriebenen Sonde Mars Reconnaissance Orbiter haben das Vorhandensein dieser Eisvorkommen im Bereich von Deuteronilus Mensae jetzt bestätigt. Bereits vor zwei Jahren konnte der Mars Reconnaissance Orbiter auf der Planetenoberfläche umfangreiche gletscherartige Eisablagerungen und von Eis gefüllte Täler nachweisen, welche durch Staub und Geröll bedeckt sind. Auf der gerade in Houston/Texas stattfindenden 41. Lunar and Planetary Science Conference hat ein Wissenschaftler-Team um Jeffrey Plaut vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) eine neue, auf Radarmessungen basierende Karte vorgestellt, welche das Vorhandensein weiterer Eisablagerungen zeigt. Zur Erstellung dieser Karte hat das SHARAD-Instrument (Shallow Radar Instrument) des Mars Reconnaissance Orbiter bis Ende 2009 einen etwa 1.050x750 Kilometer messenden Bereich von Deuteronilus Mensae mehr als 250 Mal abgetastet und dabei ausgedehnte Eisvorkommen mit einer Dicke von bis zu einem Kilometer nachgewiesen.

"Wir haben die gesamte Region sehr intensiv untersucht", erläutert Jeffrey Plaut. "Es handelt sich hier nicht um irgendwelche isolierten Fundstellen. Das Instrument konnte in diesem Gebiet an vielen Stellen dickes Untergrundeis nachweisen." In der Regel befinden sich diese Eisvorkommen am Fuß von Tafelbergen, Klippen und Steilhängen. Hier wurde es von Gerölllawinen bedeckt, welche in der Vergangenheit von den Bergen herabstürzten. "Wir vermuten, dass einst das gesamte Gebiet von einer kompakten Eisschicht überzogen war, als hier noch ein anderes Klima herrschte. Als es dann wieder trockener wurde, konnte sich das Eis nur an den Stellen halten, wo es durch eine Schicht von Geröll vor der Atmosphäre geschützt war."

Mit Hilfe der Kraterzählungsmethode konnte das Alter der bedeckten Gletscher auf etwa zwei bis drei Milliarden Jahre datiert werden, während die umgebenden Berge bereits vor etwa 3,5 Milliarden Jahren im Laufe der sogenannten Hesperianischen Epoche entstanden sein müssen. Das umliegende Gebiet ist sogar noch älter und bildete sich bereits in der Noachischen Epoche. Die Wissenschaftler beabsichtigen, die Kartierung der mittleren nördlichen Breiten des Mars mit dem SHARAD-Instrument fortzusetzen. Das hier direkt unter der Oberfläche gelegene Eis stellt einen wesentlichen Anteil der bekannten Eisvorkommen auf dem Mars dar, welche sich nicht direkt in den Polarregionen befinden. Mit dem Eis, so die Hoffnung der Wissenschaftler, könnten sich Hinweise auf die Umweltbedingungen erhalten haben, welche früher auf dem Mars herrschten. Solche "Zeitkapseln" würden diese Regionen zu einem besonders lohnenden Ziel für zukünftige Marsmissionen machen, welche dann auch in der Lage sein werden, Bohrungen in den Untergrund vorzunehmen und die dabei gewonnenen Bodenproben direkt zu analysieren.

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(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: LPSC 2010, JPL, DLR)


» Aktuelle Phobos-Bilder von Mars Express
16.03.2010 - Gegenwärtig absolviert der von der europäischen Weltraumorganisation ESA betriebene Marsorbiter Mars Express insgesamt 12 nahe Vorbeiflüge an dem Marsmond Phobos. Am 15. und 16. März 2010 wurden erste während dieser Vorbeiflüge aufgenommene Bilder des Mondes veröffentlicht.
Die Raumsonde Mars Express umkreist den Mars in einem langgezogenen polaren Orbit alle sechs Stunden und 54 Minuten. Diese Umlaufbahn führt den Orbiter dabei bis auf 350 Kilometer an die Planetenoberfläche heran. Der entfernteste Punkt der Umlaufbahn liegt dagegen 10.300 Kilometer von der Oberfläche des Mars entfernt. Im Gegensatz zu den beiden gegenwärtig aktiven Marsorbitern der amerikanischen Weltraumbehörde NASA, den Sonden Mars Odyssey und Mars Reconnaissance Orbiter kreuzt die ESA-Sonde dabei auch regelmäßig die Umlaufbahn des inneren Marsmondes Phobos.

Der Verlauf der Umlaufbahnen von Mars Express und Phobos führt gegenwärtig zu mehreren sehr nahen Begegnungen der beiden Objekte. Der erste dieser Vorbeiflüge fand bereits am 16. Februar 2010 statt, wobei Mars Express Phobos in einer Distanz von 991 Kilometern passierte. In den folgenden zwei Wochen fanden vier weitere Vorbeiflüge statt. Jeder dieser FlyBys hat die Sonde dabei noch näher an die Mondoberfläche herangeführt als der vorausgegangene. Allerdings fanden alle diese Vorbeiflüge auf der Nachtseite des Marsmondes statt, was zur Folge hatte, dass die HRSC-Stereokamera des Orbiters nicht eingesetzt werden konnte, um hochaufgelöste Bilder der Mondoberfläche anzufertigen. Stattdessen wurden Messungen mit verschiedenen Spektrometern und einem Radargerät durchgeführt. Die Annäherung am 3. März 2010 wurde dagegen genutzt, um aus einer Überflughöhe von 67 Kilometern den inneren Aufbau des Mondes zu entschlüsseln (Raumfahrer.net berichtete).

Der nächste Vorbeiflug fand am 7. März über der von der Sonne beleuchteten Tagseite des Mondes statt. Neben den anderen Instrumenten konnte so auch erstmals im Rahmen der aktuellen Kampagne die HRSC-Stereokamera eingesetzt werden. Aus einer Höhe von rund 130 Kilometern gelangen dabei detailreiche Aufnahmen der Mondoberfläche, welche diese in einer Auflösung von bis zu 4,4 Metern pro Pixel wiedergeben. Nachdem die dabei gewonnenen Daten am folgenden Tag an das Kontrollzentrum der ESA in Darmstadt übermittelt wurden, begann für die an diesem Experiment beteiligten Wissenschaftler der mühsame Prozess der Aufbereitung der Bilder.

Hierfür mussten die dafür verantwortlichen Mitarbeiter am DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlershof in mehreren Schritten vorgehen. Unter anderem mussten so genannte digitale Geländemodelle berechnet werden, mit denen die Höhen und Tiefen der Geländeformationen auf der Oberfläche von Phobos bestimmt werden können. Des weiteren erfolgten photometrische Nachbearbeitungen der Aufnahmen, um so zum Beispiel schlechter beleuchtete Bereiche der Mondoberfläche besser darstellen zu können.

Bei den so erhaltenen Bildern handelt es sich um die besten und am höchsten aufgelösten Aufnahmen, welche je von der Oberfläche von Phobos gewonnen werden konnten. Auf den Aufnahmen sind Krater in verschiedenen Größen, Ketten kleinerer Krater und teilweise parallel verlaufende Furchen zu erkennen. Diese neu gewonnenen Bilder werden derzeit noch von den Wissenschaftlern ausgewertet. Hierbei erweist es sich als besonders nützlich, dass die HRSC-Kamera in der Lage ist, die angefertigten Bilder nicht nur in einer hohen Auflösung sondern auch in Farbe und in einer dreidimensionalen Perspektive aufzuzeichnen.

Phobos ist ein unregelmäßig geformtes Objekt mit den Abmessungen von 27 mal 22 mal 19 Kilometern. Seine Oberfläche weist die Charakteristika einer bestimmten Klasse von Asteroiden, der kohlenstoffhaltigen "C-Asteroiden", auf. Mit einem Anteil von etwa 75 Prozent stellen diese den häufigsten Asteroidentyp dar. Bedingt durch die sehr dunkle, kohlenstoffartige Oberfläche weisen sie in der Regel eine nur geringe Albedo von etwa 0,05 auf. Ihr Hauptverbreitungsgebiet ist der äußere Asteroidenhauptgürtel unseres Sonnensystems zwischen den Planeten Mars und Jupiter. Eine Theorie besagt, dass Phobos aus dieser Asteroidenfamilie stammen könnte. Mit welchen Mechanismen der Mond durch die Schwerkraft des Mars eingefangen und anschließend in eine Umlaufbahn befördert wurde, ist dabei allerdings nur schwer zu erklären. Eine alternative Theorie geht davon aus, dass Phobos ein Überbleibsel aus der Entstehungszeit des Mars sein könnte und sich einst zusammen mit dem Planeten gebildet hat.

Eine Klärung der Frage über die Herkunft und Entstehung des inneren Marsmondes erhoffen sich die Wissenschaftler durch die von der russischen Weltraumbehörde geplanten Mars-Mission Phobos Grunt. Diese Mission soll nach aktuellen Planungen im Herbst 2011 zu unserem Nachbarplaneten aufbrechen und schließlich im April 2013 auf Phobos landen. Vier Monate später soll dann eine Rückkehrkapsel zur Erde gestartet werden. Die Analyse der darin enthaltenen Bodenprobe des Mondes dürfte viel zum besseren Verständnis der bisher noch offenen Fragen beitragen.

Wie auch der Mond unserer Erde weist Phobos eine gebundene Rotation auf. Dies hat zur Folge, dass Phobos dem Mars immer dieselbe Seite zuwendet. Phobos Grunt soll auf der vom Mars abgewandten Seite des Mondes im Bereich der Koordinaten zwischen 5° südlicher und 5° nördlicher Breite und 230° bis 235° östlicher Länge landen. Mars Express ist der einzige aktive Orbiter in einer Marsumlaufbahn, welcher diesen Bereich der Phobos-Oberfläche abbilden kann. Erste Aufnahmen dieser Gegend wurden bereits im Juli und August 2008 angefertigt, wobei die Beleuchtungsverhältnisse allerdings nicht optimal waren. Auf den aktuellen Bildern ist dieses Gebiet jetzt erstmals unter guten Lichtverhältnissen und in einer sehr großer Auflösung erkennbar.

Nur drei Tage nach dem ersten Einsatz der HRSC-Kamera kam es zu einer weiteren Annäherung von Mars Express an Phobos, welche diesmal in einer Distanz von 278 Kilometern erfolgte. Auch diese Aufnahmen sind mittlerweile an das Kontrollzentrum übermittelt und teilweise bereits prozessiert worden. Heute wurden vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) auch erste Bilder dieses zweiten HRSC-Einsatzes veröffentlicht, welche den Mond diesmal in einer Gesamtansicht zeigen. Die Bilder des darauf folgenden Vorbeifluges, welcher am 13. März in einer Distanz von etwa 480 Kilometern erfolgte, sind zur Zeit noch nicht verfügbar.

Weitere nahe Vorbeiflüge werden am heutigen 16. März, am 19. März, am 23. März und schließlich am 26. März 2010 folgen. Am heutigen Tag wird die Überflughöhe von Mars Express bereits 663 Kilometer und am 19. März dann 850 Kilometer betragen. Die beiden letzten FlyBys werden in Höhen von jeweils etwa 1.300 Kilometern erfolgen. Bis auf die Passage am 23. März, für die keine Beobachtungen von Phobos vorgesehen sind, wird auch hier neben den verschiedenen Spektrometern an Bord von Mars Express die HRSC-Stereokamera zum Einsatz kommen. Erst gegen Ende des Jahres werden sich dann wieder günstige Konstellationen zwischen Mars Express und Phobos ergeben, wobei man mit der Beobachtung und Untersuchung des Mondes fortfahren wird.

Das Kameraexperiment HRSC auf der Mars Express-Mission der Europäischen Weltraumorganisation ESA wird vom Principal Investigator (PI) Prof. Dr. Gerhard Neukum von der Freien Universität Berlin geleitet. Dieser hat auch die technische Konzeption der hochauflösenden Stereokamera entworfen. Das Wissenschaftsteam besteht aus 45 Co-Investigatoren von 32 Institutionen aus zehn Ländern. Die HRSC-Kamera wurde am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) unter der Leitung von Prof. Dr. Gerhard Neukum entwickelt und in Kooperation mit industriellen Partnern (EADS Astrium, Lewicki Microelectronic GmbH und Jena-Optronik GmbH) gebaut. Sie wird vom DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlershof betrieben. Die systematische Prozessierung der Daten erfolgt am DLR. Die Darstellungen wurden vom Institut für Geologische Wissenschaften der FU Berlin in Zusammenarbeit mit dem DLR-Institut für Planetenforschung erstellt.

Verwandte Meldungen:

Raumcon-Forum:

Internetseite der ESA


(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: ESA, DLR)



 

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Saturn Aktuell: Titan und Phobos: Innen körnig von Redaktion



• Titan und Phobos: Innen körnig «mehr» «online»


» Titan und Phobos: Innen körnig
12.03.2010 - Mittels genauer Messung des Doppler-Effekts an Radiosignalen der Sonden Cassini und Mars Express bei nahen Vorbeiflügen am Saturnmond Titan bzw. am Marsmond Phobos konnte deren innerer Aufbau geklärt werden.
Demnach besteht beim Saturnmond Titan nur eine etwa 500 Kilometer starke äußere Schicht aus reinem Eis. Darunter befinden sich Eis- und Gesteinsbrocken unterschiedlicher Größe, die nicht im Verlaufe der Jahrmilliarden zu Schichten geworden sind. Dies liegt offenbar an der durch die große Kälte verursachte besondere Festigkeit der Eisbrocken.

Auf der Erde würde ein auf Eis abgelegter Gesteinsbrocken mit der Zeit durch das Eis sinken bzw. das Eis um ihn herum "fließen". Auch bei vielen Monden ist es so, dass mit der Zeit das Gestein zum Kern wandert, der Gesteinskern wird dann von einer dicken Eisschicht umgeben. Es gibt aber auch Ausnahmen, zu denen nun auch der Saturnmond Titan zählt. Die Ergebnisse wurden am 12. März im Wissenschaftsmagazin Science veröffentlicht.

Bei vier nahen Vorbeiflügen der Saturnsonde Cassini am Titan zwischen Februar 2006 und Juli 2009 in Entfernungen von 1.300 bis 1.900 Kilometern wurden durchgängige Radiosignale der Sonde auf der Erde empfangen und ausgewertet. Bei Geschwindigkeitsschwankungen der Sonde ergeben sich minimale Verschiebungen in der empfangenen Trägerfrequenz. Diese auch als Doppler-Effekt bekannten Abweichungen lassen sich sehr präzise messen. Es ist sogar die mit 16 Dezimalstellen Genauigkeit derzeit am genauesten messbare physikalische Größe überhaupt. Daraus lassen sich selbst auf eine Distanz von mehr als 1 Milliarde Kilometern und eine Geschwindigkeit von mehreren Kilometern pro Sekunde noch Geschwindigkeitsunterschiede von 5 Mikrometern pro Sekunde berechnen. Zum Vergleich: eine Ameise ist etwa Tausendmal schneller.

Durch häufige kleine Geschwindigkeitsänderungen der Sonde lässt sich auf einen häufigen Wechsel zwischen dichterem Gestein und weniger dichtem Eis schließen. Daher ist eine durchgehende Schichtung praktisch ausgeschlossen. Das Innere von Titan besteht also aus einer guten Mischung von Eis- und Gesteinsbrocken.

Cassini-Huygens ist ein Gemeinschaftsprojekt von NASA und ESA. Am Radioexperiment federführend beteiligt sind Wissenschaftler vom Jet Propulsion Laboratory der NASA in Pasadena (USA) und der Sapienza-Universität Rom.

Am 3. März flog die ESA-Sonde Mars Express in nur 67 Kilometern Entfernung am Marsmond Phobos vorbei. Auch hier wurde ein kontinuierliches Funksignal ausgesandt und auf der Erde empfangen. Aufgrund der ebenfalls sehr feinen Frequenzschwankungen wird geschlossen, dass der Mond nicht massiv ist, sondern eher einem Geröllhaufen ähnelt, der durch die eigene Gravitation zusammengehalten wird. Da Phobos aber ein eher kleiner Himmelskörper ist, ist dieser Zusammenhalt wahrscheinlich nicht besonders stark. Die ersten offiziellen wissenschaftlichen Veröffentlichungen sind in den nächsten Tagen zu erwarten. Martin Paetzold vom Radio-Science-Team der Universität Köln bestätigt den erfolgreichen Empfang des Signals über die Deep-Space-Antenne DSS-63 in Spanien: "Good signals ... good data ... team very happy" und seine Kollegin Ludmila Carone zeigte sich ebenfalls begeistert von der Klarheit der gewonnenen Daten.

Verwandte Meldung:

Raumcon:


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: NASA/JPL, DLR, ESA, Raumcon)



 

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