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» STS-136 mit Atlantis soll noch heute starten (Update)
01.04.2012 - Jetzt also doch - nach monatelangem Ringen um die Versorgungssicherheit der Internationalen Raumstation hat man sich nun doch noch zu einem letzten Start entschieden. Wegen Unsicherheiten in der Finanzierung hielt man sich mit der Bekanntgabe lange zurück, bis jetzt. Um 17:29 Uhr (MESZ) hebt die Atlantis mit dringend benötigten Versorgungsgütern zu einer einmaligen Mission ab.
Update: April, April!!!
Die Missionsplaner der NASA müssen alle Hände voll zu tun gehabt haben in den letzten Wochen, um doch noch eine Shuttle-Mission auf die Beine zu stellen. Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Erst die gescheiterte Progress-Versorgungsmission Ende letzten Jahres und jetzt weitere Verschiebungen bei den Nachfolge-Raumschiffen Dragon (SpaceX) und Cygnus (Orbital). Trotz des gerade angedockten ATVs ist die Lage auf der Station ernst. Sinnvolle Wissenschaft kann kaum noch betrieben werden, da die wenigen Güter, welche zuletzt auf die Station gebracht wurden, quasi nur aus Lebensmitteln, Wasser und Treibstoffen bestanden haben.
Dazu kommt, dass die Ammoniakvorräte für die Kühlsysteme der ISS nach aufgetretenen Beschädigungen doch nicht bis 2020 ausreichen werden. Die zum Anfang des Jahres stärker gewordene Sonnenaktivität mit coronalen Massenauswürfen hat die ISS zuletzt stark getroffen. So tritt vermutlich aus einem beschädigten Radiator Ammonik aus. Mit dem bereits im All befindlichen Ersatz ist die benötigte Redundanz nicht mehr gegeben. Alle in Planung befindlichen Vehikel werden diese Nutzlast nicht transportieren können, weder einen Ammoniaktank noch einen Radiator.
Um die Station doch noch fit zu bekommen für die kommenden Jahre, ist das Space Shuttle randvoll beladen mit wissenschaftlichen Experimenten im Leonardo-MPLM und einem zusätzlichen Reservetank mit Ammoniak. Damit die Risiken für diese Mission möglichst gering bleiben, hat man sich für einen eintägigen Missionablauf entschieden. Start, Docking, Übergabe des MPLM und Landung sollen innerhalb von Stunden abgewickelt werden. Dazu wurden diverse Abläufe automatisiert, zum Beispiel die Untersuchung des Hitzeschildes.
Eine kurze Missionsdauer hat diverse Vorteile. So kann die Nutzlast des Space Shuttles maximal ausgenutzt werden, weil man auf unnötige Treibstoffe / Brennstoffzellen verzichten kann. Dass ausgerechnet die Atlantis noch einen Flug bekommt, lässt sich ebenfalls leicht begründen. Es war von allen noch verfügbaren Shuttles im besten Zustand. Auch bei der Crew wird man sich auf die STS-135-Besatzung wieder verlassen können. Die war von den noch verfügbaren Astronauten noch am besten im Training.
Einen Livestream vom Start wird es auf spacelivecast.de geben ab 16:45 Uhr MESZ. Weitere Infos dann im Chat oder im Forum
Update:
Wie die meisten Leser bestimmt bemerkt haben, war dies natürlich ein Aprilscherz. Wir bedanken uns im Namen von Raumfahrer.net bei den Mitarbeitern in Redaktion, Forum und Chat, welche an diesem Projekt mitgewirkt haben, sowie bei spacelivecast.de, welche mit ihrer Hilfe und vor allem ihrem Livestream entscheidend dazu beigetragen haben.
Die Aufzeichnung des Livestreams vom Start kann auf spacelivecast.de - STS-136 – Aprilscherz angesehen werden.
(Autor: Klaus Donath - Quelle: raumfahrer.net, spacelivecast.de)
» APStar 7 erfolgreich gestartet
01.04.2012 - Gestern startete vom chinesischen Xichang eine Rakete des Typs CZ 3B/E in den Weltraum. An Bord befand sich ein für die Nutzung im ostasiatischen Raum ausgelegter Kommunikationssatellit.
Der Start erfolgte gestern, am 31. März 2012, um 18:27 Uhr Ortszeit (12:27 Uhr MESZ) vom Weltraumbahnhof Xichang in der südchinesischen Provinz Sichuan. Der Start verlief laut chinesischen Medien erfolgreich und die dreistufige Rakete, welche zur Startunterstützung über vier Booster verfügte, brachte ihre Nutzlast in einen Geotransferorbit (GTO).
Die Nutzlast dieser Mission war der Kommunikationssatellit APStar 7. Der Satellit basiert auf dem Satellitenbus Spacebus 4000 C2 von Thales Alenia Space, welche auch den Satelliten in Frankreich bauten. Beim Start hatte er eine Masse von 5.054 kg, verfügt über 56 operationelle Transponder, je 28 im C- und im Ku-Band und bezieht seine Energie über zwar Solarzellenausleger, welche zusammen eine Leistung von 15,8 kW generieren können. Die Betriebszeit des Satelliten, welcher den älteren APStar 2R für Fernsehsignale in Afrika, Asien und Teilen Europas ersetzt, ist auf 15 Jahre ausgelegt. Gebaut wurde der Satellit für APT Satellites, einem chinesischen Dienstleister für Satellitensignale.
Dies war der vierte chinesische Start in diesem Jahr sowie der 159. Start im Langer Marsch-Raketenprogramm.
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Raumcon:
(Autor: Daniel Maurat - Quelle: NSF, SFN, CGWIC)
» Chinesische Raumschiffe zur ISS?
24.03.2012 - Am 22. und 23. März 2012 besprach der Generaldirektor der Europäischen Raumfahrtorganisation (ESA) Jean-Jacques Dordain mit dem Leiter der entsprechenden chinesischen Organisation Wang Zhaoyao künftige Möglichkeiten der Kooperation im Bereich der bemannten Raumfahrt.
Auf Anregung von Jean-Jacques Dordain traf man sich anlässlich des dritte Starts eines europäischen Versorgungsschiffs für die Internationale Raumstation (ISS) vom Typ ATV in Kourou in Französisch-Guayana, um einen anhaltenden Dialog und die Errichtung von Grundlagen für eine mögliche chinesisch-europäischen Zusammenarbeit bei der bemannten Raumfahrt zu beginnen.
Weil man derzeit einen anderen Andockmechanismus verwende, sei es für chinesische Raumschiffe derzeit nicht möglich, an der ISS anzulegen, berichtete Wang Zhaoyao, der seit Kurzem dem chinesischen Büro für Technik des bemannten Raumflugs (CMSEO, China Manned Space Engineering Office) vorsteht. Man erwartet jedoch, dass Experten von ESA und CMSEO in Kürze eine Arbeitsgruppe einrichten, die sich im kommenden Monat in Paris treffen werde, um die Kompatibilität des Kopplungsmechnismus der chinesischen Shenzhou-Raumschiffe mit einem geplanten universellen Mechanismus an der ISS zu diskutieren.
Die bilateralen Gespräche begannen jetzt nur wenige Monate vor der von China beabsichtigen bemannten Mission von Shenzhou 9, die zum ersten bemannten Docking chinesischer Raumschiffe führen soll. Dabei soll das mit drei Personen besetzte Raumschiff laut Wang Zhaoyao an dem seit September 2011 um die Erde kreisenden Stationsmodul Tiangong 1 anlegen, wenn zuvor eine Reihe automatischer und manuell gesteuerter Tests gelingen.
Nach Angaben von Jean-Jacques Dordain berede man eine große Bandbreite gemeinsamer Aktivitäten im Bereich der bemannten Raumfahrt. Eine intensive Zusammenarbeit sei zum Beispiel im Bereich des Trainings von Raumfahrern, bei der Konstruktion von Lebenserhaltungssystemen und einer gemeinsamen Nutzung von Einrichtungen beider Seiten denkbar.
Obwohl derzeit keine konkreten Vorschläge auf dem Tisch lägen, sollten die an der ISS beteiligten Nationen sich einer Zusammenarbeit mit anderen Nationen öffnen. Dabei könne China laut Jean-Jacques Dordain nur schwer ignoriert werden.
Die Zusammenarbeit bei der ISS hält Jean-Jacques Dordain für ein hohes Gut, und er habe keinesfalls die Absicht, irgendetwas zu tun, was diese Partnerschaft beeinträchtigen könnte. Sie könne langfristig jedoch nur dann erfolgreich sein, wenn sie für andere Kooperationen oder Partner offen sei. China außen vor zu lassen, und die Frage einer Zusammenarbeit mit China gar nicht erst zu stellen, ist laut Jean-Jacques Dordain keine sinnvolle Option.
Im Herbst 2011 gelang dem unbemannten chinesischen Raumschiff Shenzhou 8 die Annäherung und das Docking an Tiangong 1, und bestand damit wichtige Tests zur Vorbereitung einer bemannten Kopplungsmission im Sommer 2012.
Wang Zhaoyao freut sich über die Erfolge, die sich nach vielen Jahren harter Arbeit im chinesischen bemannten Raumfahrtprogramm jetzt eingestellt haben, und brachte seine Zuversicht zum Ausdruck, dass es China gelingen werde, Ende des Jahrzehnts eine eigene (größere) Raumstation zu starten. Wenn die Mission von Shenzhou 9 gelingt, sei man im Besitz sämtlicher erforderlicher Kenntnisse, die für das Annähern und Koppeln zweier Raumfahrzeuge beherrscht werden müssen.
Bevor Wang Zhaoyao Anfang 2012 die Führung von Wang Wenbao übernahm, arbeitete er als stellvertretender Direktor der CMSEO. Er sieht die Entwicklung von Hardware für bemannte Mondmissionen nicht als aktuelles Thema, obgleich geplant ist, dass eine erste unbemannte chinesische Sonde 2013 auf dem Mond landen soll. Diese repräsentiere laut Wang Zhaoyao das chinesische Monderforschungsprogramm.
2011 hatte sich eine chinesische Delegation unter Leitung von Wang Wenbao in Paris mit Jean-Jacques Dordain getroffen, und Pläne über bevorstehende Raumflugmissionen sowie eine eigene Raumstation vorgestellt. Auf der Internetpräsenz der CMSEO hieß es damals im Nachgang, man habe Austausch und Zusammenarbeit im Bereich der bemannten Raumfahrt intensiv erörtert.
Neben den Gesprächen mit der ESA diskutiere man, so Wang Zhaoyao jetzt in Kourou weiter, seitens China auch mit der französischen Raumfahrtagentur (CNES) Möglichkeiten der Zusammenarbeit bei bemannten Programmen. Dabei gehe es insbesondere um raumfahrtmedizinische Aspekte wie die Bestimmung der Vitalfunktionen eines Raumfahrers, beispielsweise die Messung des Blutdrucks.
Raumfahrtaktivitäten gehen jeden an. Davon zeigte sich Wang Zhaoyao überzeugt und brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, es werde in Zukunft mehr Zusammenarbeit mit der ESA und anderen europäischen Partnern geben. Ob innerhalb des begonnenen Jahrzehnts ein Chinese die ISS betreten werde, müsse man abwarten.
Persönlich hält Wang Zhaoyao die Frage eines chinesischen Auftritts auf der ISS nicht für ein Problem der Technologie, sondern für eines der Diplomatie. Unter Bezug auf ein im Jahr 2011 in Kraft getretenes US-amerikanisches Gesetz, das die US-amerikanische Raumfahrtagentur (NASA) an einer Zusammenarbeit mit der CMSEO hindere, verwies Wang Zhaoyao darauf, dass viel vom Verhalten der Vereinigten Staaten von Amerika abhänge.
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Raumcon:
(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: AVIATION WEEK, CMSEO)
» RadioAstron vor regulärem Einsatz
25.03.2012 - Das im Juni vergangenen Jahres gestartete russische Weltraumradioteleskop Spektr-R steht vor dem Abschluss der Erprobung und beginnt nun mit der Sammlung wissenschaftlicher Daten. (Newsbild: Der Start von Spektr-R)
Die russisch-internationale Mission RadioAstron ist ein VLBI-Projekt - Very Long Baseline Interferometry. Das bedeutet, dass mehrere sehr weit entfernte Teleskope zu einem einzigen zusammenschaltet werden, um so ein deutlich höheres Auflösungsvermögen zu erhalten. Je größer dabei die Entfernung ist, umso größer ist auch das Auflösungsvermögen. Bei dem Einsatz ausschließlich irdischer Teleskope ist der Durchmesser der Erde die Grenze für den Teleskopabstand. Diese Einschränkung umgeht RadioAstron - der Einsatz irdischer Teleskope gemeinsam mit dem bis zu 400.000 km von der Erde entfernten Spektr-R ermöglicht weit höhere Auflösungen. Für diesen Zweck werden weltweit Radioteleskope verwendet, darunter die größten der Welt, um nicht nur hohe Auflösungen, sondern auch hohe Signalstärken zu erhalten. Somit kann das Maximum an Daten aus den Beobachtungen gewonnen werden.
Spektr-R verfügt über insgesamt vier Empfänger für verschiedene Wellenlängenbereiche, die nach und nach kalibriert und in den wissenschaftlichen Betrieb genommen werden. Inzwischen sind drei der vier Frequenzbänder für das ESP (Early Science Programm) im Einsatz und liefern bereits erste wissenschaftliche Daten. Zuletzt fehlte lediglich noch das 1,3-cm-Band. Grund hierfür war die wetterbedingt schlechte Datenqualität der irdischen Partnerteleskope in Effelsberg und Green Bank (USA) während der Erprobung.
Am 22. Februar und 1. März gab es zwei Zündungen zur Anhebung der Umlaufbahn. Seitdem beträgt das Perigäum (der erdnächste Punkt) des Orbits 55.000 km. Damit beträgt die ballistische Lebensdauer der Umlaufbahn (ohne weitere Korrekturen) jetzt 10 Jahre. Bereits am 22. Januar gab es einen Test des sogenannten "geschlossenen Kreislaufs" zur Synchronisation. Dabei wird die Messung durch ständigen Funkkontakt mit der Bodenstation in Puschino synchronisiert. Alternativ werden ansonsten die Messwerte mit hochgenauem Zeitstempel durch die bordeigene Atomuhr versehen.
Zu den ersten Ergebnissen gehören Beobachtungen im 92-cm-Band von 25. Januar mit einer Basislänge von 220.000 km des Pulsars B0950+08. Diese wurden gemeinsam mit den Radioteleskopen Effelsberg, Westerbork (Niederlande) und Arecibo (Puerto Rico) durchgeführt. Der geschlossene Kreislauf wurde mit dem 18-cm-Band bei einer Basislänge von 16.000 km getestet, dabei wurde der Quasar 0212+735 beobachtet. Am 11. März gab es erste Testbeobachtungen gemeinsam mit dem australischen LBA, um wissenschaftliche Beobachtungen in Kooperation mit diesem durchzuführen.
PLASMA-F - klein aber fein
Während RadioAstron nach einer deutlich langsamer als geplant verlaufenden Testphase nun also in den regulären Betrieb übergeht, sammelt die Sekundärnutzlast PLASMA-F von Spektr-R schon seit Juli wissenschaftliche Daten. Bei diesem Experiment handelt es sich um ein Gerät, dass die Plasmaumgebung des Satelliten erfasst und somit die Magnetosphäre der Erde untersucht. Durch den hochelliptischen Orbit von Spektr-R kann PLASMA-F einen Querschnitt durch einen großen Bereich der Magnetosphäre anfertigen, was vergleichbare Experimente durch ihre Umlaufbahnen bislang nicht leisten konnten.
Angesichts des Erfolgs dieses Experiments gibt es derzeit die Überlegung, auf dem geplanten Röntgenteleskop Spektr-RG einen Nachbau von PLASMA-F zu installieren. Spektr-RG soll um den L2 des Sonne-Erde-Systems kreisen - der L2 ist ein Punkt 1,5 Mio km hinter der Erde, wo Objekte relativ zur Erde immer die gleiche Position halten können (von Störungen durch andere Himmelskörper abgesehen). Damit könnte mit Spektr-RG der "Schwanz" der irdischen Magnetosphäre untersucht werden. Der Start von Spektr-RG ist derzeit für 2014 geplant, für das PLASMA-Team wird die Zeit also knapp.
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Raumcon
(Autor: Stefan Heykes - Quelle: ASC/IKI)
» Venus Express: Experimente und Orbitmanöver
25.03.2012 - In den letzten drei Wochen ging an Bord der europäischen Sonde Venus Express einiges vonstatten: Die Atmosphärendichte wurde untersucht, der Orbit wurde angepasst und man bereitete sich auf eine dunklere Missionsphase vor. Gleichzeitig gingen aber leider auch aufgrund eines Fehlers wissenschaftliche Daten verloren.
In der Zeit vom 8. bis zum 19. Januar fand die siebte Messkampagne des „Atmospheric Drag Experiment“ statt, welches die Dichte der Venusatmosphäre messen soll. Dazu befand sich die Sonde in einem Orbit mit einem Apozentrum (venusfernster Punkt) von 66.000 km, das Perizentrum (venusnächster Punkt) sank mit jedem Orbitumlauf.
Um die Messungen durchzuführen, wurden beim Durchflug der oberen Atmosphärenschichten in Höhen von bis zu 175 Kilometern die Solarpaneele der Sonde leicht geneigt, woraufhin die Sonde sich zu drehen begann. Die dabei durch die Reaktionskontrollräder gemessene Drehgeschwindigkeit ließ dann Rückschlüsse auf die Atmosphärendichte zu.
Nach dem Ende der Messkampagne wurde der Orbit von Venus Express wieder angehoben: Am 22. Februar wurde zunächst das Apozentrum angepasst. Zwei Tage später, am 24. Februar wurden dann das Perizentrum aus den oberen Atmosphärenschichten hinaus auf 310 km angehoben.
Neben den oben genannten Untersuchungen der Atmosphären arbeiteten auch die anderen Experimente normal, nur bei zweien traten kleine Anomalien auf:
- Das ASPERA-Experiment, welches neutrale und elektrisch geladene Teilchen misst, verlor am 20. Januar einen Teil seiner Daten. Aufgrund einer Spannungsspitze konnten für etwa 100 Minuten keine Daten gespeichert werden.
- Gleich zwei Fehler traten bei der Kamera VMC auf: Zum einen gab es am 19. Januar eine unerwartete Trennung zwischen Instrument und Speicher, so dass für 40 Minuten die Ergebnisse nicht gesichert werden konnten. Wenige Tage später, am 26. Januar, war der zugewiesene Speicher voll und etwa 12 MB wurden überschrieben und konnten nicht wiederhergestellt werden.
Zuletzt wurde für in eine Missionsphase mit größerer Dunkelheit der Batterieladestand von 80 auf 100 % erhöht, um genug Energie bereitzustellen. Normalerweise wird der Ladestand niedrig gehalten, um die Lebensdauer zu verlängern.
Die Sonde Venus Express wurde von der europäischen Weltraumagentur ESA am 9. November 2005 gestartet und erreichte unseren Nachbarplaneten am 11. April 2006.
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Raumcon:
(Autor: Simon Plasger - Quelle: ESA)
» Intelsat 22 im All
26.03.2012 - Der Kommunikationssatellit wurde am 25. März 2012 gegen 14:11 Uhr MESZ vom Kosmodrom Baikonur aus an der Spitze einer Proton-M-Trägerrakete gestartet.
Er ist mit 48 C- und 24 Ku-Band-Transpondern ausgestattet, die jeweils ein Frequenzband von 36 MHz abdecken. Bestimmungszweck des Satelliten ist die Bereitstellung von Video-, Audio und Datendiensten für Kunden in Afrika, Asien, Europa und im Mittleren Osten. 18 Jahre lang soll Intelsat 22 diese Aufgabe erfüllen und wird dafür bei 72 Grad Ost im Geostationären Orbit über dem Indischen Ozean positioniert.
Zusätzlich zu obigen satellitentypischen Frequenzen werden noch 18 Transponder im UHF-Bereich genutzt. Diese stehen australischen Militärs für Kommunikationszwecke zur Verfügung.
Nach dem Start sorgten zunächst die 3 Stufen der Trägerrakete dafür, dass Oberstufe und Nutzlast einen Erdorbit erreichten. Im Verlaufe mehrerer Brennphasen der Bris-M-Oberstufe gelangte die 6,9 t schwere Nutzlast dann innerhalb von knapp 16 Stunden auf einen supersynchronen Orbit mit 28,5 Grad Inklination, dessen bahnfernster Punkt deutlich über der Geostationären Bahn liegt. Dadurch wird der Treibstoffverbrauch des Satelliten selbst beim Einflug in die Geostationäre Bahn minimiert. Diese soll durch fünf Manöver in Erdferne und drei in Erdnähe erreicht werden.
Raumcon:
(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Raumcon, Spaceflight Now, Skyrocket)
» Express-AM 4 beim Wiedereintritt zerstört
26.03.2012 - Der nach einer Oberstufenpanne in einem unnützen Orbit ausgesetzte russische Kommunikationssatellit Express-AM 4 wurde am 25. März 2012 gezielt zum Absturz gebracht. Sofern Bestandteile des Satelliten den Wiedereintritt überstanden, werden sie im Nordpazifik versunken sein.
Die Entscheidung, den mit zusammen 63 Transpondern für das C-, Ka-, Ku- und L-Band sowie 10 teilweise steuerbaren Antennen ausgestatteten Satelliten endgültig aufzugeben, hatte der staatliche russische Kommunikationssatellitenbetreiber Russian Satellite Communications Co. (RSCC bzw. GPKS) am 15. März 2012 bekannt gegeben. Eigentlich war vorgesehen, über den leistungsstarken Satelliten Russland, ehemalige Sowjetrepubliken und Staaten in Zentraleuropa mit Fernsehprogrammen und Breitbandinternet von einer Position bei 80 Grad Ost im Geostationären Orbit aus zu versorgen.
Obwohl der Satellit nach dem Start am 17. August 2011 und dem Aussetzen nach verschiedenen Angaben zunächst keine Beschädigungen aufwies, wird der Beschluss, den Satelliten wieder in die Erdatmosphäre eintreten zu lassen, mit einem unbefriedigenden Gesamtzustand des Raumfahrzeugs begründet.
Die Bahn, auf der der Satellit ausgesetzt worden war, war mit 20.416 x 657 Kilometern um einiges tiefer als geplant und führte Express-AM 4 während seiner insgesamt sieben Monate im All immer wieder durch Zonen starker Strahlung. Letztere hatte auf Anlagen und Geräte an Bord des Satelliten eine derart nachteilige Auswirkung, dass man dem Satelliten zuletzt nur noch eine geringe verbleibende Lebensdauer zubilligte. Die Auslegungsbetriebsdauer von Express-AM 4 betrugt 15 Jahre - zu erreichen im Geostationären Orbit hoch über den strahlungsintensiven Regionen der Van-Allen-Gürtel. Dort hin zu gelangen war dem Satelliten auf Grund des dafür erforderlichen Treibstoffbedarfs aus der falschen Ausgangsbahn nicht möglich.
Vorschläge, Express-AM 4 zur Erfüllung von Kommunikationsbedürfnissen in polaren Regionen einzusetzen, stießen in Russland nicht auf positive Reaktionen. Unter anderem hatte die Polar Broadband Systems Ltd. angeboten, den Satelliten zu nutzen. Das auf der Isle of Man ansässige Unternehmen überlegte, via Express-AM 4 14 bis 16 Stunden täglich Breitbandkommunikationsverbindungen für Wissenschaftler und Forscher in der Antarktis zur Verfügung zu stellen. Dazu wollte man eine Reihe von Bahnanhebungsmanövern zwischen Ende März und Anfang Juni durchführen lassen, um einen 25.000 x 46.000 km Orbit zu erreichen. Bei unveränderter Bahnneigung von rund 51 Grad gegen den Äquator und einer Umlaufzeit von dann 24 Stunden wäre der Satellit pro Tag etwa 14 Stunden lang für die Südpolregion sichtbar gewesen. Ob der Zustand des Satelliten tatsächlich einen mehr als nur kurzfristigen Einsatz als Relaisstation für Nutzer in polaren Gebieten erlaubt hätte, wurde seitens des Herstellers des Raumfahrzeugs nicht mitgeteilt. Polar Broadband Systems Ltd. hielt 10 Jahr Betrieb für möglich.
Die ausgezahlte Versicherungssumme von 7.522.920.166,30 Rubel für Express-AM 4, einem Erzeugnis von Astrium, ermöglichte es RSCC, bereits einen Express-AM 4R genannten Ersatzsatelliten zu bestellen. Astrium hat eine Ablieferung von Express-AM 4R gegen Ende 2013 zugesagt.
Express-AM 4 hörte am 25. März 2012 nach einer Bremszündung gegen 12:33 Uhr MESZ rund drei Stunden später auf zu existieren. Sofern Überreste des Satelliten die Erdoberfläche erreichten, fielen sie gegen 15:32 Uhr MESZ nördlich von Hawaii in den Pazifik.
Express-AM 4 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 37.798 bzw. als COSPAR-Objekt 2011-045A.
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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: GPKX, Interfax, Spaceflight Now, Space News)
» Wiedereintritt von Meteor-1-1
27.03.2012 - Der erste sowjetische operationelle Wettersatellit, der seit 1969 um die Erde kreiste, beendet seine Existenz am frühen Morgen des 27. März 2012 beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre.
Nach einer Vorserie mit acht erfolgreichen Starts und einem ersten fehlgeschlagenen Versuch am 1. Februar 1969 gelang es der damaligen Sowjetunion am 26. März 1969, auf einer Wostok-Rakete von Plesezk aus den ersten Satelliten aus der Serie der Meteor-1-Wettersatelliten mit dem Erzeugniscode 11F614 in den Weltraum zu transportieren.
Dem beim Start zwischen 1,2 und 1,4 Tonnen schweren, Meteor-1-1 genannten, vom allrussischen Institut für Elektromechanik (VNII Elektromekhaniki) entwickelten Raumfahrzeug mit einem druckbeaufschlagten Zentralkörper war allerdings keine besonders lange aktive Betriebszeit beschieden. Nach Informationen der US-amerikanischen Raumfahrtagentur (NASA) endete der Einsatz des mit zwei selbstständig der Sonne folgenden Solarzellenauslegern ausgerüsteten, rund 5 Meter langen Satelliten mit einem Durchmesser von etwa 2,5 Metern im Juli 1970. Möglicherweise verlor der Zentralkörper durch temperaturbedingte Verformungen und nicht entsprechend ausgelegte Abdichtungen an Durchlässen für Leitungen seine Dichtigkeit, was letztlich zum Versagen bestimmter Satellitensysteme führte, die nicht für einen Einsatz im Vakuum des Weltraums ausgelegt waren.
Während des aktiven Betriebs des Satelliten lieferte dieser aus rund 650 Kilometern Höhe über der Erdoberfläche Daten zum aktuellen Wettergeschehen, der Wolkenbedeckung, über mit Eis und Schnee bedeckte Flächen am Boden, und zu von der Atmosphäre auf Tag- und Nachtseite abgestrahlten und reflektierten Energiemengen. Ein Teil der gewonnenen Daten und Bilder wurden meteorologischen Zentren in aller Welt zur Verfügung gestellt.
Im Verlauf der letzten 42 Jahre sank die Bahn des seit seinem Versagen schweigenden Erdtrabanten zunächst nur langsam ab. Ab 2011 stieg der täglich Verlust an Flughöhe jedoch immer weiter an, so dass ein Wiedereintritt in Kürze immer wahrscheinlicher wurde. Die US-amerikanische Weltraumüberwachung rechnete damit, dass der Wiedereintritt von Meteor-1-1 am 27. März 2012 gegen 1:13 Uhr MESZ beginnt. Sollten Teile des Satelliten den feurigen Sturz durch die Atmosphäre überstanden haben, werden sie vermutlich südlich von Sri Lanka in den Indischen Ozean gefallen sein.
Meteor-1-1 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 3.835 bzw. als COSPAR-Objekt 1969-029A.
Update:
Die Weltraumüberwachung der russischen Weltraumtruppen berichtet, dass der Wiedereintritt von Meteor-1-1 am 27. März 2012 gegen 0:17 Uhr MESZ erfolgte und mögliche Überreste des Satelliten in der Antarktis in der Region von Queen Maud Land rund 690 Kilometer von der argentinischen Forschungsstation Belgrano II entfernt zu Boden gefallen sein müssten.
Update Nr. 2:
Nach Angaben der US-amerikanischen Weltraumüberwachung ist Meteor 1-1 am 26. März 2012 gegen 23:22 Uhr MESZ über der Südmongolei wieder in die Erdatmosphäre eingetreten. Als Koordinaten für den Ort des Eintritts werden 47 Grad nordliche Breite und 95 Grad östliche Länge genannt.
(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: NASA, ITAR-TASS, RIAN, USSTRATCOM)
» Express-AM 4R und 7: Zwei Bauaufträge für Astrium
27.03.2012 - Der Satellitenhersteller Astrium wurde ausgewählt, die Kommunikationssatelliten Express-AM 4R und Express-AM 7 für den staatlichen russischen Kommunikationssatellitenbetreiber Russian Satellite Communications Co. (RSCC) zu bauen.
Der auf Astriums Plattform Eurostar E3000 basierende Express-AM 4R ist als Ersatz für Express-AM 4 und eine Betriebsdauer von 15 Jahren gedacht. RSCC möchte das Raumfahrzeug mit 36 C-Band-, 2 Ka-Band-, 28 Ku-Band- und 3 L-Band-Transpondern sowie teilweise steuerbaren Antennen bei 80 Grad Ost im Geostationären Orbit zur Versorgung von Kunden in Russland, den ehemaligen Sowjetrepubliken und Staaten in Zentraleuropa mit Fernsehprogrammen und Internetdiensten einsetzen.
Den derzeitigen Planungen zufolge soll Express-AM 4R spätestens Anfang des Jahres 2014 in den Weltraum transportiert werden. RSCC hofft wegen Kapazitätsengpässen auf eine möglichst frühe Ablieferung des beim Start voraussichtlich 5.700 kg schweren Satellitens durch Astrium. Von der Tatsache, dass Express-AM 4R als 1:1-Kopie seines ebenfalls von Astrium gebauten Vorgängers entstehen soll, verspricht man sich zeitliche Vorteile beim Herstellungsprozess. RSCC wünscht sich angesichts der alternden eigenen Satellitenflotte einen Start von Express-AM 4R noch im Jahr 2013.
Im Jahr 2014 wird Express-AM 7 nach derzeitiger Planung den Weltraum erreichen. Das ebenfalls auf der Plattform Eurostar E3000 aufzubauende Raumfahrzeug ist für einen Einsatz bei 40 Grad Ost im Geostationären Orbit vorgesehen. Ausgerüstet wird es mit 36 Ku-, 24 C- und 2 L-Band-Transpondern sowie teilweise steuerbaren Antennen.
Von dem beim Start voraussichtlich ebenfalls rund 5.700 Kilogramm schweren Express-AM 7 verspricht RSCC sich eine nutzbare Einsatzdauer von 15 Jahren, an deren Ende die Kommunikationsnutzlast von den beiden Solarzellenauslegern des Satelliten mit immer noch 16 Kilowatt elektrischer Leistung versorgt werden soll.
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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Astrium, RSCC)
» Kosmos 2479 auf Proton-K gestartet
31.03.2012 - Der russische Frühwarnsatellit Kosmos 2479 ist im Auftrag der Luft- und Weltraumverteidigung Russlands gestern morgen in eine Erdumlaufbahn transportiert worden.
Dabei kam die letzte Rakete des Typs Proton-K zum Einsatz, die bisher als Reserve diente. Mittlerweile ist der weiterentwickelte Typ Proton-M seit mehr als einem Jahrzehnt in Gebrauch. Von diesem Typ steht nun eine Reserverakete bereit, weshalb die Proton-K für den Einsatz freigegeben wurde. Der erste Start einer Proton-K erfolgte am 10. März 1967 (Kosmos 146 - Mondsondentest), also vor 45 Jahren. Als Oberstufe kam diesmal ein Block DM 2 zum Einsatz.
Der Start erfolgte am 30. März 2012, gegen 7.49 Uhr MESZ vom Kosmodrom Baikonur aus. Die Trägerrakete hatte 5 Minuten später ihre Arbeit erfolgreich beendet, womit die Oberstufe übernahm. Laut RIA Nowosti wurde der Satellit um 14.27 Uhr MESZ von der DM 2 getrennt. Zielbahn ist der Geostationäre Orbit.
Der Satellit, der auch als OKO bezeichnet wird und der achte sowie der letzte dieser zweiten Serie sowjetisch-russischer Frühwarnsatelliten ist, hat eine Masse von 2.600 kg und ist mit einem starken Infrarot-Telskop ausgestattet. Dessen Spiegel hat einen Durchmesser von 1 m und die Blende, um das Sonnenlicht vom Teleskop fernzuhalten ist eine ausfahrbare Röhre von 4,50 m Länge. Die Energieversorgung erfolgt über Solarzellen. Der von Lawotschkin gefertigte Raumflugkörper beruht auf dem Prognos-Bus und soll 5 bis 7 Jahre seinen Dienst versehen. Dieser besteht vor allem darin, von der Erde startende Raketen zu erkennen und die Daten an Bodenstationen der russischen Streitkräfte weiterzuleiten.
Die Proton-K war direkter Nachfolger der Proton 2, die nur im Versuchsprogramm mit 3 Satelliten eingesetzt wurde. In vielen offiziellen Tabellen wird die Proton-K einfach nur als Proton bezeichnet. Mit ihr wurden Mond- und Planetensonden auf Kurs gebracht, Raumstationsmodule, Kommunikations- und Wettersatelliten sowie militärische und wissenschaftliche Nutzlasten in Erdumlaufbahnen transportiert. Als Erfolge können besipielsweise Sond 5, der erste Biosatellit, der von einer Mondumrundung auf die Erde zurückkehrte, die Mondprobenrückführungsmissionen Luna 16 und 20, die Missionen der Mondfahrzeuge Lunochod 1 und 2 (Luna 17 und 21), erfolgreiche Venus-Orbiter- und Landemissionen und die Starts der Raumstationen und -module von Saljut 1 bis 7 sowie Mir und ISS.
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Raumcon:
(Autor: Günther Glatzel - Quelle: RIA Nowosti, Raumcon, Skyrocket)