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» Falcon-9-Triebwerkstest verzögert aber erfolgreich
01.05.2012 - Der gestrige Test aller Triebwerke der ersten Stufe der dritten einsatzfähigen Falcon 9 der Firma Space Exploration Technologies (SpaceX) verlief positiv.
Allerdings kam es kurz vor dem eigentlich geplanten Zündzeitpunkt zu einer Unterbrechung des Countdowns. Ursache dafür war offenbar die Überschreitung eines Parameters für die Auslenkung des Zweitstufentriebwerks. Nach der Lösung des Problems wurde der Countdown, der bis zur einzigen Unterbrechung korrekt ablief, wieder aufgenommen. Der zweisekündige Betrieb der Triebwerke erfolgte somit gut eine Stunde nach dem geplanten Termin.
Im Falle eines Fluges zur Internationalen Raumstation wäre damit die Startchance für diesen Tag vorbei. Hier müssen Startparameter so genau wie möglich eingehalten werden, da man sonst die Raumstation mit dem zur Verfügung stehenden Treibstoff nicht erreichen kann.
Am 25. April hatte man die Betankung des Dragon-Raumschiffes mit Treibstoffen für den Einsatz in der Umlaufbahn abgeschlossen. Insgesamt 18 Draco-Triebwerke stehen für Bahnänderungen, Rendezvousmanöver und Lageregelung zur Verfügung. Jedes liefert einen Schub von etwa 400 N und kann sowohl im Impulsbetrieb für nur wenige Millisekunden als auch im Dauerbetrieb einige Minuten lang laufen.
Am 26. April wurde das Raumschiff mit der Trägerrakete verbunden und am Folgetag die Nasenkappe aufgesetzt. Am 28. April schließlich wurden Rakete und Nutzlast zum Startkomplex 40 in Cape Canaveral transportiert und aufgerichtet. Der gestrige Triebwerkstest diente zum einen der Funktionsprüfung der Triebwerke, zum zweiten können dabei noch einmal alle Prozeduren des Countdowns trainiert und eventuelle Schwachstellen aufgedeckt werden.
Der Start ist gegenwärtig für den 7. Mai, 15.38 Uhr geplant. Am 9. Mai ist ein Umfliegen der Raumstation und am 10. Mai die Kopplung geplant. Diese wird aber nur dann in Angriff genommen, wenn alle vorherigen Manöver der Testmission erfolgreich verlaufen. Für diesen Fall erwartet die ISS-Besatzung knapp eine halbe Tonne Fracht, darunter Nahrungsmittel, Bekleidung, Ausrüstung, ein Nano-Racks-Modul, leere Frachtbehälter, Computer und Computerzubehör. Da die Dragon-Kommandokapsel nach der Mission zur Erde zurückkehrt, soll auch ein Frachtrücktransport durchgeführt werden.
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Raumcon:
(Autor: Günther Glatzel - Quelle: NASA, SpaceX, Raumcon)
» Ein neues Bild von Messier 78
04.05.2012 - Eine am Mittwoch von der Europäischen Südsternwarte (ESO) veröffentlichte Aufnahme der Himmelsregion um den Reflexionsnebel Messier 78 zeigt kosmische Staubwolken, welche den Nebel wie eine Perlenschnur durchziehen. Anhand der Wärmestrahlung der interstellaren Staubkörner können die Astronomen diejenigen Bereiche des Nebels identifizieren, in denen gerade neue Sterne entstehen.
Der im Jahr 1780 von dem französischen Astronomen Pierre Méchain entdeckte und im Sternbild Orion gelegene Reflexionsnebel Messier 78 ist etwa 1.600 Lichtjahre von unserem Sonnensystem entfernt. Mit einer scheinbaren Helligkeit von 8,3 mag und einer Winkelausdehnung von 8 x 6 Bogenminuten ist er einer der hellsten Reflexionsnebel am nächtlichen Himmel und kann bereits mit kleineren Amateurteleskopen erfolgreich beobachtet werden. Er befindet sich links oberhalb des Sterns Alnitak im "Gürtel" des Orion.
Als Reflexionsnebel bezeichnen Astronomen ausgedehnte interstellare Staubwolken, welche das Licht benachbarter Sterne reflektieren. Die von den Sternen ausgehende ultraviolette Strahlung ist dabei nicht heiß genug, um den kosmischen Staub wie bei einem Emissionsnebel zu ionisieren und so zum Leuchten anzuregen. Stattdessen wird das Sternenlicht durch die mikroskopisch kleinen Staubpartikel gestreut und reflektiert, wodurch der Nebel selbst überhaupt erst für uns sichtbar wird.
Eine neue, am vergangenen Mittwoch von der Europäischen Südsternwarte (ESO) veröffentlichte Aufnahme der Himmelsregion rund um den Reflexionsnebel Messier 78 zeigt ausgedehnte Staubwolken, welche den Nebel wie eine Perlenschnur durchziehen. Bei diesen Wolken aus Gas und Staub handelt es sich um die Geburtsstätten neuer Sterne.
Im sichtbaren Licht erscheint Messier 78 als ein sogenannter Reflexionsnebel, der schwach bläuliche Farbton ist dafür typisch. Die Reflexion des Sternenlichtes an den Staubpartikeln ist bei Licht mit kürzeren Wellenlängen, also "blauem" Licht, wesentlich effektiver als bei rotem Licht, welches in längeren Wellenlängenbereichen ausgestrahlt wird.
Die dem Bild zugrunde liegende Aufnahme im sichtbaren Licht wurde mit Beobachtungsdaten des APEX-Radioteleskops überlagert, welche in der nebenstehenden Aufnahme in orangenen Farbtönen dargestellt werden.
Das APEX-Teleskop beobachtet seine Ziele bei merklich größeren Wellenlängen, wodurch das schwache Leuchten der dichten und kalten Staubkonzentrationen sichtbar wird. Einige dieser Strukturen weisen Temperaturen von weniger als minus 250 Grad Celsius auf. Im sichtbaren Licht erscheint der Staub dunkel und verdeckt die dahinter liegenden Objekte. Aus diesem Grund sind Teleskope wie das APEX für Untersuchungen der interstellaren Staubwolken unverzichtbar.
Eine der von APEX beobachteten langgezogenen, filamentartigen Strukturen erscheint im sichtbaren Licht als ein dunkler Streifen, welcher anscheinend quer über Messier 78 verläuft. Offenbar liegt dieses Staubband von der Erde aus gesehen direkt vor dem Reflexionsnebel und verschluckt so das von Messier 78 ausgehende blaues Licht.
Eine weitere in den APEX-Daten deutlich erkennbare Staubregion berührt dagegen den unteren Rand des Nebels. Da sich hier im sichtbaren Licht kein dunkles Staubband zeigt, muss sich diese Staubkonzentration hinter dem sichtbaren Nebel befinden.
Weitere Beobachtungen zeigen, dass aus einigen der dichten Staubkonzentrationen mit hoher Geschwindigkeit Gas ausströmt. Diese Gasströme, so die Interpretation der Astronomen, werden von jungen, noch in der Entstehungsphase befindlichen Sternen ausgestoßen.
Zusätzlich zu Messier 78 befindet sich am oberen Bildrand noch ein weiterer Reflexionsnebel, NGC 2071. Während die Gebiete weiter unten im Bild lediglich junge Sterne mit geringen Massen enthalten, befindet sich im Inneren von NGC 2071 ein deutlich massereicherer Stern. Er verfügt in etwa über die fünffache Masse der Sonne und befindet sich im hellsten Bereich der APEX-Daten.
Die für die Erstellung dieses Bild verwendeten APEX-Beobachtungen wurden unter der Federführung von Thomas Stanke von der ESO, Tom Megeath von der University of Toledo/USA und Amy Stutz vom Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg durchgeführt.
Das 12 Meter durchmessenden APEX-Teleskop ist ein Gemeinschaftsprojekt des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie (MPIfR), des Weltraumobservatoriums Onsala (Onsala Space Observatory OSO) und der ESO, welche auch für den Betrieb des Teleskops verantwortlich ist. Bei dem Teleskop handelt es sich nicht nur um ein eigenständiges Beobachtungsinstrument, sondern vielmehr auch um einen technologischen Wegbereiter für das ALMA-Teleskop, so die Abkürzung für das "Atacama Large Millimeter/submillimeter Array" der Europäischen Südsternwarte.
Das APEX basiert auf dem Prototypen einer Antenne für das ALMA-Projekt, welches nach seiner Fertigstellung aus 54 solcher Antennen mit 12 Metern Durchmesser und zusätzlichen 12 Antennen mit sieben Metern Durchmesser bestehen wird. ALMA wird über ein ungleich höheres Auflösungsvermögen als das APEX verfügen. Allerdings wird dafür auch das Gesichtsfeld von ALMA deutlich kleiner ausfallen. Die beiden Teleskope werden sich daher nahezu perfekt ergänzen. APEX, so die Erwartung der Astronomen, wird viele interessante Beobachtungsziele entdecken, welche anschließend durch ALMA im Detail untersucht werden können.
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(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: ESO)
» Atlas V erfolgreich gestartet
04.05.2012 - Heute startete eine Atlas V 531 von Cape Canaveral aus einen Satelliten in den Orbit. Dabei handelt es sich um einen militärischen Kommunikationssatelliten.
Der Start erfolgte heute um 14:28 Uhr Ortszeit (20:42 Uhr MESZ) vom Startkomplex 41 der Cape Canaveral Air Force Station (CCAFS) in Cape Canaveral, Florida. 116 Sekunden nach dem Start wurden zwei der drei Feststoffbooster der Atlas V 531 abgeworfen, eine Minute später folgte der dritte Booster. Nach 215 Sekunden Flug wurde die 5-m-Nutzlastverkleidung der Rakete, welche auch die Centaur-Oberstufe umschließt, abgeworfen. Nachdem die Erststufe nach 258 Sekunden Betrieb ausgebrannt war, wurde sie bei T+264 Sekunden abgeworfen. Darauf begann die Centaur die erste ihrer zwei Brennperioden. Das erste Mal wurde das einzelne RL-10-A4-2-Triebwerk dabei nach etwa 8:30 Minuten abgeschaltet und die Stufe begann eine neunminütige Freiflugphase. Die zweite Brennperiode dauerte 5:40 Minuten, wobei die Nutzlast erst 51 Minuten nach dem Abheben ausgesetzt wurde. Dabei war dies der zweite Startversuch, nachdem man den gestrigen abgebrochen hatte, weil ein Entlüftungsventil in der Interstage (Adapter) zwischen Centaur und Erststufe nicht ordnungsgemäß funktionierte.
Als Nutzlast startete die Rakete dabei den Militärkommunikationssatelliten AEHF-2. Das AEHF-Satellitensystem soll in den nächsten Jahren das ältere Milstar-Kommunikationssatellitensystem ersetzen, wobei die AEHF-Satelliten sicherere Kanäle und höhere Kapazitäten besitzen.
Der Satellit wog beim Start 6.168 kg und basiert auf dem Satellitenbus A2100M von Lockheed Martin, welche auch den Satelliten bauten. Die Nutzlast des Satelliten, nämlich eine Kaskade von Funkantennen, baute dagegen die Firma Northrop Grumman. Als Energiequelle besitzt er zwei große, entfaltbare Solarzellenflächen, während als Triebwerke sowohl ein großer konventioneller Satellitenantrieb, ein chemisches Triebwerk, sowie eine Reihe von Ionentriebwerken Verwendung finden. Diese nutzte der Vorgängersatellit AEHF-1 auch, um in seinen endgültigen Orbit zu kommen, nachdem der Hauptantrieb ausfiel (Raumfahrer.net berichtete).
Der heutige Start war der zweite einer Atlas V in diesem Jahr sowie der 30. Flug einer Atlas V überhaupt und der zweite Flug der Atlas V 531. Des Weiteren war es der dritte Start für die USA in diesem Jahr und der weltweit 20. Flug 2012.
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(Autor: Daniel Maurat - Quelle: ULA, SpaceFlightNow)
» JUICE – Europas neue Mission zum Jupiter
05.05.2012 - Am 2. Mai gab die europäische Weltraumagentur ESA bekannt, dass die nächste große, wissenschaftliche Mission zum Jupiter und zu seinen Monden gehen und den Namen JUICE tragen wird.
Im Jahr 2022 soll eine neue Flaggschiff-Mission zum Jupiter aufbrechen: Der JUpiter ICy moons Explorer, kurz JUICE. Mit insgesamt 11 Instrumenten an Bord soll er untersuchen, inwiefern bewohnbare Himmelskörper im Bereich der Gasriesen möglich sind. Zudem soll auch die Entstehungsgeschichte des Jupiters als einem Stellvertreter für das Sonnensystem untersucht werden.
Nach dem Start im Juni 2022 soll es etwa siebeneinhalb Jahre dauern, bis der Zielplanet erreicht wird. Dabei wird es sogenannte Swing-by-Manöver an Venus und Erde geben, bei denen Geschwindigkeit aufgenommen wird. Im Januar 2030 soll dann der Einschuss in einen Jupiterorbit erfolgen.
In den ersten 11 Monaten beim Jupiter werden Beobachtungen der Atmosphäre und der Magnetosphäre durchgeführt. Gleichzeitig wird dabei der Orbit weiter angepasst, wozu auch Vorbeiflüge an Ganymed und Kallisto, zwei Jupitermonden, genutzt werden. Im Anschluss daran erfolgen innerhalb von 36 Tagen mehrere Vorbeiflügen am Mond Europa, welcher eine vollkommen vereiste Oberläche besitzt.
Die nachfolgenden 260 Tage werden dazu genutzt, mit Hilfe von Kallisto die Bahnneigung auf 30° anzuheben, wodurch auch die Polarregionen des größten Planeten im Sonnensystem beobachtet werden können. In weiteren 11 Monaten schließlich wird sich JUICE Ganymed annähern, um in der zweiten Jahreshälfte 2033 in einen Orbit um diesen Mond einzuschwenken.
Die Umlaufbahn um Ganymed wird zunächst eine Höhe von etwa 5.000 km haben. Nach und nach soll diese Höhe auf bis zu 200 km abgesenkt werden, um verschiedenste Ansichten des Mondes zu erhalten. Zum Abschluss der Mission wird die Sonde im Juni 2033 dann auf Ganymed einschlagen.
Trotz der großen Entfernung zur Sonne soll JUICE zur Energieversorgung mit Solarzellen ausgestattet werden. Diese werden eine beachtliche Größe von 60-75 m2 haben, um den Stromhunger von Sonde und Instrumenten zu stillen. Um zur Erde zu funken, wird eine Hochgewinnantenne mit einem Durchmesser von drei Metern verbaut werden, mit der etwa 1,4 GB pro Tag zur Erde übermittelt werden können. Da ein Funksignal von der Erde zur Sonde und zurück 1:46 Stunden brauchen wird, muss eine gute Vorrausplanung erfolgen und der Bordcomputer autonom operieren.
Für den wissenschaftlichen Betrieb wird es elf Experimente geben, darunter unter anderem zwei Kameras. Auch verschiedene Spektrometer und Instrumente zur Messung von Strahlung und Partikeln sollen an Bord sein. Zuletzt wird es auch ein Radar zur Bestimmung der Eisdicke und dem, was darunter ist, sowie ein Laserinstrument zur morphologischen Untersuchung der Monde geben.
Raumcon:
Weitere Bilder finden Sie in unserer Mediengalerie.
(Autor: Simon Plasger - Quelle: ESA)
» GSAT-7 und GSAT-7A auf der Wartebank
05.05.2012 - Zwei Kommunikationssatelliten, die das indische Militär im Geostationären Orbit betreiben will, werden voraussichtlich deutlich später in den Weltraum gelangen als ursprünglich vorgesehen.
GSAT-7 und GSAT-7A sind dedizierte Kommunikationssatelliten für das indische Militär. Die indische Marine möchte GSAT-7 alias INSAT-4F für sich nutzen, der Satellit hätte ursprünglich bereits im Jahre 2010 in den Weltraum transportiert werden sollen. Die indische Luftwaffe (IAF) will GSAT-7A für eigene Kommunikationsverbindungen einsetzten. Zunächst war man in Indien davon ausgegangen, dass dies ab 2009 möglich sei.
Aufgrund der mangelnden Zuverlässigkeit der indischen Trägerrakete GSLV (Raumfahrer.net berichtete), welche extra für den Start von Nutzlasten, die eine geostationären Umlaufbahn erreichen sollen, entwickelt wurde, gerieten die beiden Satellitenprogramme ins Stocken.
Ende 2011 sah es so aus, dass GSAT-7 Ende 2012 auf einem nicht näher spezifizierten nicht-indischen Träger ins All gelangen könnte. Angenommen wird, dass Arianespace den Start von GSAT-7 besorgen wird. Im April 2012 berichtete der indische Verteidigungsminister Arackaparambil Kurien Antony, dass er derzeit von einem GSAT-7-Start 2012 oder 2013 ausgehe, und den Start von GSAT-7A 2013 oder 2014 erwarte.
Der auf der indischen Satellitenplattform I-2K bzw. I-2000 basierende GSAT-7 für die Marine trägt eine Kommunikationsnutzlast mit Transpondern für das C-, das Ku- und das S-Band sowie den UHF-Bereich. Die Solarzellenausleger des rund 2.330 Kilogramm schweren Satelliten mit einer projektierten Lebenserwartung von 9 Jahren sind so dimensioniert, dass sie die Kommunikationsnutzlast mit einer elektrischen Leistung von bis zu 2.000 Watt versorgen können.
Im Geostationären Orbit bei 74 Grad Ost über einem IOR für Indian Ocean Region genannten Meeresgebiet mit einer Ausdehnung von etwa 600 x 1.000 nautischen Meilen (~1.110 x 1.800 Kilometer) positioniert soll GSAT-7 Verbindungen zwischen einzelnen Marineeinheiten sowie mit Kommandostellen ermöglichen.
GSAT-7A für die Luftwaffe ist unter anderem dazu gedacht, Verbindungen zu bis zu sechs fliegenden mit Radaranlagen des Typs EL/W-2090 aus Israel in Flugzeugen des russischen Typs Iljuschin IL 76 ausgerüsteten AWACS-Radarstationen bereitzustellen, und die Kommunikationsanforderungen anderer fliegender und am Boden stationierter Radareinheiten zu befriedigen.
(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: IPCS, ISRO, PIB, PTI)
» Erster Galileo-FOC-Satellit zusammengesetzt
05.05.2012 - In Bremen hat die OHB System AG den ersten von 22 Seriensatelliten des Galileo-Navigationssatellitensystems fertig zusammengesetzt und für bevorstehende Tests präpariert, gab das Unternehmen am 3. Mai 2012 bekannt.
OHB gewann zwei Ausschreibungen über den Bau der Satelliten für das Galileo-FOC-Programm. FOC steht Full Operational Capability, übersetzt volle Einsatzkapazität. Die Satelliten des FOC-Programms sollen beginnend ab 2013 im Rahmen einer Anzahl von Raketenstarts in den Weltraum transportiert werden.
Ausliefern möchte OHB den ersten FOC-Satelliten Ende 2012. Auf dem Weg dorthin erreichte der Satellitenhersteller jetzt einen wichtigen Meilenstein. Nachdem im April 2012 in Bremen die erste von der Surrey Satellite Technology Ltd. (SSTL) in Großbritannien konstruierte Navigationsnutzlast eingetroffen war, stand einer Integration des ersten, FM1 genannten Flugmodels unter Nutzung von durch AMPAC-ISP in Niagara Falls in den USA gebauten Antriebskomponenten und einer in Bremen von OHB vorbereiteten Satellitenplattform nichts mehr im Wege.
Vom Start des Programms bis zur Integration des ersten FOC-Flugmodells benötigte man nur 27 Monate, worauf man bei der OHB AG den Worten des Vorstandsvorsitzenden Marco R. Fuchs nach sehr stolz ist.
Bevor man das FM1 einer rigiden Flug- und Funktionsprüfung aussetzen kann, müssen noch einige abschließende Testarbeiten erledigt werden. Parallel dazu laufen bereits Fertigungsarbeiten am FM2 und Vorbereitungsarbeiten für das FM3.
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Raumcon:
(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: OHB)
» Galileo-Verwaltungszentrum ab 1. August in Prag
05.05.2012 - Vermutlich zum 1. August 2012 erfolgt der Umzug des Galileo-Verwaltungszentrums GSA von Brüssel nach Prag, teilte Tschechiens Verkehrsminister Pavel Dobeš mit.
Ende Januar 2012 war die Verlegung des Verwaltungszentrums des europäischen Satelliten-Navigationssystems Galileo in die Hauptstadt Tschechiens besiegelt worden. Der Direktor der Europäischen Aufsichtsbehörde für Satellitennavigation (GSA), Carlo des Dorides, und der Verkehrsminister der Tschechischen Republik, Pavel Dobeš, hatten in Prag eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet.
Im Wettbewerb um einen neuen Verwaltungsstandort konnte sich Prag gegen Mitbewerber wie Athen, München, Noordwijk, Rom oder Straßburg durchsetzen. Das Unterhaus des tschechischen Parlaments hat dem Umzug der GSA jetzt zugestimmt. Am 3. Mai 2012 wurde in Prag bekannt gegeben, dass es grünes Licht gebe für die Installation der europäischen Behörde in Prag.
Schon bald also kann das Verwaltungszentrum im Prager Stadtteil Holešovice etabliert werden. Untergebracht werden sollen seine Mitarbeiter im Gebäude der ehemaligen Tschechischen Konsolidierungsagentur (ČKA, Česká konsolidační agentura), die Altkredite von tschechischen Banken und staatlichen Unternehmen aus der Transformationszeit verwaltet hatte. Dort will man unter anderem einen neuen abhörsicheren Konferenzraum einrichten. Man hofft, dass die Arbeit des Verwaltungszentrums in Prag spätestens im September 2012 beginnen kann. Das Gebäude teilt man sich dann mit der tschechischen Raumfahrtbehörde.
(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Aktuálně.cz, Český rozhlas, Europolitics, Space Daily)
» Tian Hui 1B im All
06.05.2012 - Vom chinesischen Raumfahrtzentrum Jiuquan aus ist heute morgen, gegen 9.10 Uhr MESZ, eine Rakete vom Typ Chang Zheng 2B mit einem Erdfernerkundungssatelliten gestartet.
Tian Hui 1B ergänzt den Betrieb von Tian Hui 1A und umläuft die Erde auf sonnensynchroner Bahn in einer Höhe von etwa 500 Kilometern bei einer Bahnneigung von ca. 97 Grad. Betrieben wird er von der chinesischen Volksbefreiungsarmee, soll aber sowohl militärischen als auch zivilen Zwecken dienen. In diesem Bereich arbeitet man mit dem brasilianischen Instituto Nacional de Pesquisas Espaciais (Nationales Institut für Weltraumforschung) zusammen.
Ausgerüstet ist Tian Hui 1B mit einer hochauflösenden Stereoübersichtskamera, einer Detailkamera mit einer Auflösung von etwa 5 Metern und einer Multispektralkamera, die in 4 Kanälen vom sichtbaren Licht bis zum nahen Infrarot aufzeichnet, eine Schwadbreite von 60 Kilometern und eine Auflösung von 10 Metern besitzt. Die Energieversorgung geschieht über zwei Solarzellenpaneele.
Gebaut wurden TH 1A und B vom Unternehman Hangtian Dongfanghong Weixing unter Mitwirkung der China Aerospace Wissenschafts- und Technologie-Korporation sowie der Chinesischen Akademie für Weltraumtechologie. TH 1A gelangte bereits im August 2010 auf seine Bahn, mit TH 1B kann man nun schneller reagieren, da man interessante Gebiete öfter überfliegt.
Verwandte Meldung:
Raumcon:
(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Xinhua, Skyrocket, Raumcon)
» Shenzhou-9-Vorbereitungen gehen in die letzte Phase
06.05.2012 - Mit einer speziellen Zeremonie wurde die Fertigstellung der Trägerrakete vom Typ Chang Zheng 2F für den Flug des bemannten Raumschiffes Shenzhou 9 offiziell gefeiert.
Die einzelnen Komponenten des Trägers waren bereits am 11. April beim Hersteller abgenommen worden. Danach erfolgte ihr Transport zum Jiuquan-Raumfahrtzentrum, von wo aus der Start Ende Juni oder Anfang Juli erfolgen soll. Das Raumschiff war, ebenfalls in Einzelteilen am 9. April dort eingetroffen und ist inzwischen weitgehend fertig montiert.
Wie am Rande der Zeremonie gestern bekannt wurde, soll das vierte bemannte Raumschiff aus dem Land der Mitte eine dreiköpfige Besatzung haben, darunter die erste Chinesin, die einen Raumflug absolviert. Vorgesehen ist eine Kopplung des Raumschiffs mit der seit 2011 im Erdorbit befindlichen Mini-Raumstation Tiangong 1 (sprich: Tjen-gung). Hier gelang im November letzten Jahres bereits die Kopplung eines unbemannten Raumschiffes im automatischen Modus, einmal auf der Nacht- und einmal auf der Tagseite der Erde.
Nach vier unbemannten Testflügen in den Jahren 1999 bis 2003 absolvierte Yang Liwei am 15. Oktober 2003 mit Shenzhou 5 (sprich: Schin-dschou) den ersten bemannten Raumflug für die Chinesische Volksrepublik. Ihm folgten im Oktober 2005 Fei Junlong und Nie Haisheng an Bord von Shenzhou 6. Sie hielten sich viereinhalb Tage im All auf. Im September 2008 schließlich erreichte Shenzhou 7 mit dreiköpfiger Besatzung eine Erdumlaufbahn. Im Rahmen eines Außenbordeinsatzes wurde ein in China entwickelter Raumanzug getestet. Zhai Zhigang, hielt sich dabei etwa 14 Minuten außerhalb des Raumschiffes auf. Liu Boming nahm ebenfalls am Ausstiegsmanöver teil, verblieb aber im Schleusenmodul, während Jing Haipeng die Operation aus dem Kommandomodul begleitete.
Die Testraumstation Tiangong 1 wurde am 29. September 2011 gestartet und umläuft die Erde gegenwärtig in einer Höhe zwischen 341 und 356 Kilometern bei einer Bahnneigung von 42,8 Grad. Sie ist etwa 9 m lang, hat einen Durchmesser von maximal 3,3 m und wog beim Start 8,4 Tonnen. Das Modul besitzt zwei Solarzellenpaneele mit einer Gesamtspannweite von 17 m. Es besteht aus zwei großen Sektionen, dem vorderen Orbitalmodul und dem Servicemodul. Das Orbitalmodul besitzt ein Raumvolumen von etwa 15 m3 und am vorderen Ende einen Kopplungsstutzen. Hier können Raumschiffe vom Typ Shenzhou ankoppeln.
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Raumcon:
(Autor: Günther Glatzel - Quelle: CALT, NASAspaceflight, Raumcon)
» SpaceX, ihr Drache und die Salamitaktik
06.05.2012 - SpaceX visiert nun den 19. Mai für ihre ISS-Misson an - eine weitere Verzögerung beim Demoflug 2 von SpaceX, trotz erfogreichem Triebwerkstest am vergangenen Montag. Als Grund werden weitere Tests an der Dockingsoftware ihres Raumtransportes Dragon (zu Deutsch: Drachen) angegeben.
Scheibchenweise präsentiert SpaceX in immer kürzeren Abständen neue Starttermine für ihre erste Mission zur Internationalen Raumstation. Nach dem 30. April, dem 7. und dem 10. Mai soll es jetzt der 19. Mai richten. Startzeit wäre 10.55 Uhr (MESZ), kurz vor Sonnenaufgang an der Ostküste Floridas, Cape Canaveral. Im Falle schlechten Wetters oder anderer Probleme stünde erst 3 Tage später die nächste Gelegenheit an, damit das Raumschiff genügend Spielraum beim Treibstoff hat für die zusätzlichen Manöver des Testfluges.
Durch die erneute Verschiebung rutscht der Start damit zeitlich hinter die am 14. Mai angesetzte Sojus-Mission, die die Crewstärke auf der ISS wieder auf sechs anheben soll. Aus Sicherheitsgründen vermeiden es die Stationsbetreiber, gleichzeitig 2 Vehikel auf dem Weg zur ISS zu haben.
Seit Anfang des Jahrs schon musste SpaceX eine Verschiebung nach der anderen verkünden, weil die Software für das Docking nicht die entsprechenden Tests besteht. Peinlicherweise äußerte sich der Softwarechef von SpaceX letztes Jahr bei einer Anhörung, er mache sich über Fehler keine Sorgen, da die Software keine Fehler aufweise. Offenbar eine gehörige Portion Selbstüberschätzung.
Die Dragon Kapsel ist belegt mit einigen Hundert Kilogramm Fracht und viel Treibstoff für die Manöver im All. SpaceX hatte selbst initiiert, die beiden verbliebenen Testflüge auf einen zu reduzieren. Ursprünglich sollte bei der zweiten Mission lediglich eine Annäherung an die ISS stattfinden, nicht jedoch eine Kopplung. Die sollte erst beim dritten Start im Rahmen des COTS-Programmes erfolgen. SpaceX sah sich aber selbst in der Lage, auf einen Testflug zu verzichten und damit natürlich auch Geld einzusparen.
Sollte die Falcon 9 mit der Dragonkapsel am 19. Mai pünktlich vom Startpad abheben, würde die Kopplung mit der Raumstation 3 Tage später stattfinden. Natürlich nur, wenn vorher alle Ziele der COTS-2-Mission erreicht wurden. Dazu gehört der Vorbeiflug an der ISS in knapp 3 km Abstand und ein Kommunikationscheck mit der ISS. SpaceX bekommt 396 Millionen Dollar von der NASA für die Entwicklung ihres Raumfrachters. Das ist vergleichsweise günstig, natürlich nur, wenn die Mission auch klappt. Sollte SpaceX erfolgreich sein, würde man in den nächsten Jahren für 12 weitere Flüge 1,6 Milliarden US-Dollar kassieren.
Sollte SpaceX im Mai keinen Flugversuch unternehmen können, wird es knapp im Sommer. Denn im Juni gibt es einen zweiwöchigen Beta Angle Cut Out und danach eine Atlas V mit NROL-38 am 18. Juni. Der Juli ist quasi vollgepackt mit Sojus-, HTV- und Progress-Missionen und im August steht wieder ein Beta Cutout an. Zudem muss man wahrscheinlich dann warten, bis HTV-3 am 27. August wieder von der ISS ablegt, welches den gleichen Docking Port wie die Dragon Kapsel in Anspruch nimmt. Entweder es klappt noch im Mai, oder SpaceX muss im schlimmsten Fall bis September warten mit ihrem nächsten Versuch.
Ein Beta Angle Cut Out ist eine besondere Lage der ISS-Bahn zur Sonne. Die Mittelachse der Umlaufbahn zeigt dann fast genau auf die Sonne. Das bedeutet zum einen, dass die ISS während dieser Zeit niemals in den Erdschatten gelangt, zum anderen erfolgt die Beleuchtung von der Seite. Während die ISS den größten Teil ihrer Solarzellenpaneele auch nach der Seite drehen kann (Beta-Winkel), ist dies bei anfliegenden Raumschiffen nicht möglich. Sie können ihre Solarzellen höchstens um eine Achse drehen. Dragon bekäme also Energieversorgungsprobleme während des direkten Anfluges, weswegen man diese Möglichkeit einfach nicht zulässt.
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(Autor: Klaus Donath - Quelle: NASA)
» Der Kugelsternhaufen Messier 55
09.05.2012 - Eine heute von der Europäischen Südsternwarte (ESO) veröffentlichte Aufnahme zeigt den Kugelsternhaufen Messier 55. Die in Kugelsternhaufen befindlichen Sterne gehören zu den ältesten des Universums. Aus ihrer Beobachtung können Astronomen wichtige Erkenntnisse über die Entwicklungsgeschichte und die Alterungsprozesse von Galaxien ableiten.
Bei einem Kugelsternhaufen handelt es sich um eine Ansammlung von Sternen, welche durch Gravitationskräfte auf engstem Raum gebunden sind. Diese kugelförmigen Sternansammlungen verfügen über Durchmesser von mehreren Dutzend Lichtjahren und beherbergen teilweise deutlich mehr als 100.000 Sterne. Diese Sternhaufen sind dabei wiederum gravitativ an Galaxien gebunden, in deren Halo sie sich bewegen.
Bisher konnten Astronomen in der Umgebung unserer Heimatgalaxie etwa 160 solcher Kugelsternhaufen entdecken. Die meisten dieser die Milchstraße umkreisenden Kugelsternhaufen befinden sich von unserem Sonnensystem aus gesehen in Richtung der zentralen Verdickung der Milchstraßenscheibe. Größere Galaxien können allerdings von noch deutlich mehr Kugelsternhaufen umkreist werden. Aus der Umgebung der Andromedagalaxie - auch als Messier 31 bezeichnet - sind zum Beispiel mehr als 500 dieser Sternhaufen bekannt. Die im Sternbild Jungfrau gelegenen Galaxie Messier 87 wird anscheinend sogar von bis zu 12.000 Kugelsternhaufen umlaufen.
Die Beobachtungen der Astronomen zeigen, dass sich die in einem Kugelsternhaufen konzentrierten Sterne alle zur gleichen Zeit und aus der gleichen Ansammlung von interstellaren Gaswolken gebildet haben. Allgemein geschah dies bereits vor mehr als 10 Milliarden Jahren. Dies datiert die Entstehungsphase dieser Sterne in ein kosmisches Zeitalter, in dem seit dem Urknall erst wenige Milliarden Jahre vergangen waren.
Dementsprechend setzen sich die in einem Kugelsternhaufen angesammelten Sterne hauptsächlich aus den beiden leichtesten im Universum enthaltenen Elementen zusammen - Wasserstoff und Helium. Diese geringe Häufigkeit von schweren Elementen ist einer der Hauptunterschiede zwischen den in Kugelsternhaufen enthaltenen Sternen und Sternen, die zu einem späteren Zeitpunkt entstanden sind, wie zum Beispiel den in offenen Sternhaufen konzentrierten Sternen oder Einzelsternen wie der Sonne.
Die Sterne dieser jüngeren Sterngenerationen - die Sonne wurde zum Beispiel erst vor rund 4,6 Milliarden Jahren "geboren" - entstanden aus interstellaren Materiekonzentrationen, welche bereits mit schwereren Elementen angereichert waren, so dass diese eine höhere Metallizität aufweisen. Durch die Analyse der unterschiedlich alten Sterne können die Astrophysiker viele neue Erkenntnisse über die Entwicklungsgeschichte des Universums, der Entstehung und Evolution der Sterne sowie der dabei ablaufenden Prozesse gewinnen.
Die heute von der Europäischen Südsternwarte (ESO) veröffentlichte Aufnahme des Kugelsternhaufens Messier 55 wurde im infraroten Licht mit dem "Visible and Infrared Survey Telescope for Astronomy" (übersetzt das "Astronomische Durchmusterungsteleskop für sichtbares und infrarotes Licht") aufgenommen. Das VISTA-Teleskop, so die gebräuchliche Abkürzung, verfügt über einen Spiegeldurchmesser von 4,1 Metern und befindet sich am Paranal-Observatorium der ESO im Norden Chiles.
Der Kugelsternhaufen befindet sich in einer Entfernung von etwa 17.300 Lichtjahren zu unserem Sonnensystem im Sternbild Sagittarius ("Schütze"). Der Sternhaufen bedeckt eine Fläche von rund 19 Bogenminuten, was in etwa zwei Drittel des Vollmonddurchmessers entspricht. Dabei erreicht Messier 55 eine scheinbare visuelle Helligkeit von +7,42 mag.
Somit kann der auffallend große Sternhaufen auch von Amateurastronomen bereits mit einem kleineren Teleskop oder einem lichtstarken Feldstecher relativ problemlos beobachtet werden. Allerdings ist der Sternhaufen aufgrund seiner südlichen Position am Nachthimmel von Mitteleuropa aus nur schwer aufzufinden. Für eine erfolgreiche Beobachtung ist deshalb ein weiter südlich gelegener Standort zu empfehlen.
Im Inneren des etwa 100 Lichtjahre durchmessenden Sternhaufens konzentrieren sich rund 100.000 Sterne. Entdeckt wurde das Objekt am 16. Juni 1752 von dem französischen Astronomen Nicolas Louis de Lacaille im Rahmen einer in Südafrika durchgeführten Durchmusterung der südlichen Himmelshemisphäre. Der Astronom Charles Messier nahm den Sternhaufen 26 Jahre später unter der Nummer 55 in den allgemein bekannten Messier-Katalog auf. Als "NGC 6809" ist der Haufen zudem auch in einem weiteren astronomischen Katalog, dem New General Catalogue, aufgelistet.
Zusätzlich zu den Sternen des Kugelsternhaufens Messier 55 zeigt die aktuelle VISTA-Aufnahme der ESO eine Vielzahl von Galaxien, die sich in weit größeren Entfernungen zu unserem Sonnensystem befinden als der Kugelsternhaufen. So ist zum Beispiel rechts und etwas oberhalb der Bildmitte eine besonders auffällige Spiralgalaxie zu erkennen, welche in rötlichen Farben erscheint und die wir direkt von der Seite sehen.
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(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: ESO, Wikipedia)
» China startet Spionagesatelliten
10.05.2012 - Heute startete vom chinesischen Weltraumbahnhof Taiyuan eine Rakete vom Typ CZ 4B in den Weltraum. An Bord befand sich ein neuer Spionagesatellit.
Der Start erfolgte um 15.06 Uhr Ortszeit (9.06 Uhr MESZ) vom Weltraumbahnhof Taiyuan aus. Die Trägerrakete vom Typ Langer Marsch 4B transportierte dabei den Satelliten Yaogan 14 in einen sonnensynchronen Orbit.
Sowohl über den Start als auch über die Nutzlast ist nur sehr wenig bekannt. So geben etwa die offiziellen chinesischen Medien an, dass es sich bei Yaogan 14 um einen neuen Erdbeobachtungssatelliten handelt, welcher vor allem wissenschaftliche Experimente, Erdbeobachtung, Beobachtung von landwirtschaftlichen Erträgen sowie Katastrophenerkennung durchführen soll. Westliche Experten sagen aber, dass Yaogan 14, wie schon andere Satelliten der Yaogan-Serie, ein Spionagesatellit für das chinesische Militär ist. Zurzeit baut China seine weltraumgestützten Kommunikations- und Erdbeobachtungssysteme aus, auch um die militärische Stärke des Landes zu steigern.
Mit ins All gelangte der Kleinsatellit TT 1 (Tian Tuo 1), der von der chinesischen nationalen Universität für Verteidigungstechik gebaut wurde. Er hat eine Masse von 9,3 kg uns misst 43 × 41 × 8 cm. Der experimentelle Satellit soll atomaren Sauerstoff erfassen, Tile der Erdoberfläche fotografieren und Signale ds Automatischen Identifikationssystems für Schiffe empfangen.
Dieser Start war der 159. Start im Langer Marsch-Programm sowie der 18. der CZ-4B, der siebte Start Chinas in diesem Jahr sowie der insgesamt 21. des Jahres.
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(Autor: Daniel Maurat - Quelle: NSF)
» ATK konkretisiert Liberty-Konzept
10.05.2012 - Dieses wurde gestern auf einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit vorgestellt. Gedacht ist es ausdrücklich für bemannte Raumflüge. Die Entwicklung durch Alliant Techsystems und Partner könnte im Rahmen des Commercial Crew Development-Programms der NASA erfolgen.
Bisher finanziert ATK das Projekt aus eigener Tasche. Auch wenn man in der nächsten CCDev-Runde unberücksichtigt bleiben würde, wolle man es weiter verfolgen. Allerdings seien dann die zeitlichen Ziele kaum realisierbar. Gegenwärtig geht man davon aus, dass ein erster Testflug 2014 und ein bemannter Test bereits 2015 erfolgen könnte.
Das Liberty-Konzept sieht vor, dass auf einen erweiterten Feststoff-Booster die Zentralstufe einer Ariane-5-Trägerrakete aufgesetzt wird. Auf dieser sitzt letztlich die Nutzlast, die eine ebenfalls von ATK entwickelte Kapsel aus Verbundwerkstoff sein könnte. Ein Rettungssystem soll hier integriert werden. Es wird aber auch geäußert, dass die Rakete andere Raumschiffe wie die CST-100 von Boeing transportieren könnte und dies unter Nutzung bestehender Infrastruktur und Montagehallen.
Betont wurde, dass die gesamte Rakete auf bewährter Technik beruht, über nur zwei Triebwerke mit hoher Zuverlässigkeit verfügt und eine Flugbahn verfolgen kann, auf der in jeder Phase der effektive Einsatz eines Startabbruchsystems die Rettung der Besatzung ermöglichen könnte. Darin unterscheidet sich Liberty von anderen Trägern. Hier werden in der ersten Stufe mehrere Triebwerke eingesetzt, bei denen der Ausfall eines einzigen Systems zum Scheitern der Gesamtmission führen könnte.
Die Kapsel, bei der der Druckkörper aus Verbundwerkstoff bestehen soll, ist eine im Auftrag der NASA durchgeführte Studie von ATK der verganenen Jahre. Das Projekt begann Anfang 2007 und seit Januar 2009 wurden wiederholt ausführliche Tests am Langley Research Center der NASA durchgeführt. Insbesondere standen hier Messungen der Zug- und Druckbelastung sowie bei Vibrationen auf dem Plan. Und nicht nur die NASA hifft, dass Verbundwerkstoffe zukünftig in der Raumfahrt eine große Rolle spielen können.
Partner von ATK bei der Liberty-Entwicklung sind Astrium (2. Stufe), Lockheed (Kopplungs- und Rendezvoustechnik), Safran/Snecma (Vulcain-2-Triebwerk), Safran/Labinal (Verdrahtung), L-3 Communications Cincinnati Electronics (Telemetrie, Startabbruchsysteme und Avionics) und Moog (Schubvektor- und Antriebssteuerung).
Damit reiht sich Liberty allerdings in eine recht lange Reihe von Projekten ein, die eine staatliche finanzielle Förderung erwarten und zumindest kurzfristig von NASA-Aufträgen leben müssten. Neben Lockheeds Orion-Projekt mit einem SLS als Träger stehen weitere Unternehmen wie Boeing (CST-100/Atlas), SpaceX (Dragon/Falcon), SNC (Dream Chaser) oder Blue Origin (New Shepard) im Rahmen des CCDev-Programms in der Schlange. Währenddessen werden die Aussichten auf Förderung durch Kürzung der von der NASA beantragten Mittel eher geringer.
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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Commercial Space Watch, ATK, NASA)
» Raumsonde Juno: Kameratest erfolgreich durchgeführt
13.05.2012 - Die von der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA betriebene Raumsonde Juno hat auf ihrem Weg zum Jupiter einen Test des an Bord befindlichen Kamerasystems durchgeführt und ein Testbild an das Kontrollzentrum übermittelt.
Nach ihrem im Oktober 2016 erfolgenden Eintritt in den Jupiterorbit soll die von der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA betriebene Raumsonde Juno den größten Planeten unseres Sonnensystems insgesamt 33 Mal umrunden und dabei aus einer stark elliptischen, über die Pole verlaufenden Umlaufbahn mit den neun an Bord befindlichen wissenschaftlichen Instrumenten über einen Zeitraum von einem Jahr näher untersuchen.
Das Interesse der Wissenschaftler wird sich dabei speziell auf die Atmosphäre des Jupiters und dessen Magnetosphäre konzentrieren. Außerdem erhoffen sich die Planetenforscher neue Erkenntnisse über den inneren Aufbau des Gasplaneten. Besonders interessant ist hierbei die Beantwortung der Frage, ob der Jupiter über einen festen Kern verfügt. Im Rahmen der Untersuchungen wird sich Juno der obersten Wolkenschicht des Gasplaneten bei jedem Umlauf bis auf eine Entfernung von lediglich 5.000 Kilometern nähern.
Eines der an Bord befindlichen Instrumente ist die "JunoCam" - eine kleine Kamera, welche während der ersten sieben Orbits der Raumsonde um den Planeten dessen Polarregionen, die obersten Wolkenschichten und die in der Jupiteratmosphäre sichtbaren Wolkenbänder in drei Spektralbereichen des sichtbaren Lichts abbilden soll. Die Bilder, welche über eine Auflösung von etwa 15 Kilometern pro Pixel verfügen werden, sollen den an der Mission beteiligten Wissenschaftlern die Studie der atmosphärischen Vorgänge ermöglichen. Außerdem werden diese Bilder einen wesentlichen Beitrag für die im Rahmen der Juno-Mission geplante Öffentlichkeitsarbeit der NASA darstellen.
Im Rahmen eines Funktionstests wurde die JunoCam am 21. März 2012 aktiviert und fertigte eine Probeaufnahme an. Das "astronomische Ziel" dieser am 10. Mai von der NASA veröffentlichten Aufnahme dürfte jedem Amateurastronomen hinreichend bekannt sein. Es handelt sich um das Sternbild "Großer Bär" (lat. "Ursa Major"), dessen sieben hellste Sterne im deutschsprachigen Raum auch als der "Großer Wagen" bezeichnet werden.
"Ich weiß nicht, ob dies das erste aus dem Weltraum heraus aufgenommene Bild des Großen Wagens ist", so Scott Bolton, der Principal Investigator der Juno-Mission vom Southwest Research Institute (SwRI) in San Antonio/USA. "Aber da wir es deutlich jenseits der Mars-Umlaufbahn angefertigt haben ist es wahrscheinlich das am weitesten von der Erde entfernt aufgenommene Bild. Viel wichtiger ist jedoch die Tatsache, dass die Kamera wie vorgesehen arbeitet und - wie auch die restlichen Instrumente - bereit ist für den Eintritt in den Jupiter-Orbit."
Bis dahin werden allerdings noch über vier weitere Jahre vergehen. Gegenwärtig befindet sich Juno in einer Entfernung von etwas mehr als 400 Millionen Kilometern zur Erde. Seit ihrem Start am 5. August 2011 hat die Raumsonde über 614 Millionen Kilometer von ihrem insgesamt etwa drei Milliarden Kilometer langen Weg zum Jupiter absolviert. Das nächste Kurskorrekturmanöver der Raumsonde soll am 31. August 2012 erfolgen. Hierbei soll der Kurs so verändert werden, dass Juno am 9. Oktober 2013 einen nahen Vorbeiflug an der Erde absolviert. Durch diesen dichten Vorbeiflug soll die Raumsonde soweit beschleunigt werden, dass sie im Jahr 2016 in eine polare Umlaufbahn um den Jupiter eintreten kann.
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(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: JPL, Malin Space Science Systems)
» Solare Neuigkeiten
14.05.2012 - Nicht nur eine steigende Aktivität auf der Sonnenoberfläche kann festgestellt werden. Unser Zentralgestirn bewegt sich auch anders als erwartet durch den interstellaren Raum.
Dies hat ein internationales Astronomenteam aufgrund von Messungen mit dem NASA-Weltraumteleskop IBEX (Interstellar Boundary EXplorer) berechnet. Demnach tritt interstellares Helium anders in unser Sonnensystem ein als vorhergesagt. Dies lässt darauf schließen, dass die Sonne und mit ihr unser gesamtes Planetensystem mit deutlich geringerer Geschwindigkeit durch das interstellare Medium pflügt. Dies geht sogar so weit, dass man die jahrzehntelang postulierte Schockwelle vor dem Einflussbereich unserer Sonne zur Diskussion stellt.
Dies geht aus Worten von David McComas vom Southwest Research Institute der Universität Texas in San Antonio (USA) hervor. Demnach kann man den Daten entnehmen, dass unsere Sonne relativ zum Interstellaren Medium eine Geschwindigkeit von maximal 22 Kilometern pro Sekunde besitzt und diese Geschwindigkeit für eine richtige Bugwelle, die mit der Schockwelle eines Überschallflugzeuges in Luft vergleichbar ist, nicht ausreicht.
Konsequenz daraus wäre, dass man die Dichte des Interstellaren Mediums und die in ihr herrschende Strahlung bisher falsch eingeschätzt hätte.
Fast zeitgleich veröffentlicht wurde das Ergebnis einer Studie an der Universität Bonn zu Doppelsternen. Dazu wurden Sternhaufen unter die Lupe genommen, in denen Sterne praktisch zum selben Zeitpunkt entstanden sind. Angeregt wird die Geburt von Sternen in kosmisch vergleichsweise dichten Gaswolken durch Stoßwellen, die beispielsweise bei Sternexplosionen entstehen können. Dabei ist die Entstehung von Doppelsternen praktisch der Normalfall. Die neue Erkenntnis: Je mehr Sterne in einem solchen Sternhaufen entstehen, umso größer werden Gravitationskräfte, die bei mehr oder weniger dichten Vorbeiflügen von Sternen aneinander dazu führen können, dass Doppelsterne getrennt werden und einer der beiden Sterne sogar aus dem Sternhaufen katapultiert werden kann. Bei den sogenannten Flyby-Ereignissen wird einem Partner Bewegungsenergie entzogen und auf den anderen übertragen.
Da unsere Sonne gegenwärtig als Einzelstern gilt und auch fernab offener Sternhaufen ihre Bahn zieht, könnte sie dereinst Opfer eines solchen Rauswurfs gewesen sein. Allerdings wäre dann eine hohe Geschwindigkeit gegenüber dem Interstellaren Medium wahrscheinlich. Es bleibt also spannend.
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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: DLF, SwRI, Raumcon)
» Sojus-TMA 04M startbereit
14.05.2012 - Der erste Start eines bemannten Raumschiffes in diesem Jahr beginnt morgen früh vom Kosmodrom Baikonur aus. An Bord befinden sich drei Raumfahrer, welche die ISS-Expedition 31 verstärken sollen.
Der reichlich viermonatige Forschungsaufenthalt im erdnahen Weltraum beginnt gegen 5 Uhr MESZ. Wer den Start am Bildschirm live erleben will, muss also zeitig raus. Startrakete ist die bewährte Sojus-FG, das Raumschiff selbst hat eine Masse von 7 t und wird nach etwa 9 Minuten Antriebsphase eine Geschwindigkeit von ca. 28.000 km/h erreichen. Innerhalb von 2 Tagen werden Manöver durchgeführt, welche die Bahn des Raumschiffes anheben und eine Annäherung an die Station bedeuten. Die Kopplung ist für Donnerstag geplant.
Dann können Gennadi Padalka, Joseph Acaba und Sergej Rewin ihre Arbeiten in der Station aufnehmen. Dazu gehört die Fortsetzung von 200 Experimenten, die im Rahmen der ISS-Expeditionen 30 und 31 durchgeführt werden. Forschungsgebiete sind Medizin, Erderkundung, Biologie, Physik, Materialwissenschaft, Technik, Astronomie und Atmosphärenforschung.
Die Besatzung des Raumschiffes Sojus-TMA 04M soll bis zum Oktober im All bleiben. Während der Mission findet im Frühsommer ein teilweiser Besatzungsaustausch in der ISS statt. Außerdem sollen unbemannte Raumschiffe der Typen Dragon, HTV und Progress an der Station ankommen. Sowohl Dragon als auch das japanische HTV koppeln jedoch nicht direkt an die Station an. Sie fliegen parallel zu dieser und werden mit dem Hauptmanipulator der ISS "ergriffen". Dazu gibt es einen fingerdicken Metallsporn, um den sich drei ebenfalls etwa fingerdicke Metalldrahtseile wickeln. Allein die Haftreibung sorgt dann für eine feste Verbindung. Mit demselben Verfahren wurden auch Module mit 20 t Masse um die Station herum bewegt.
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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Roskosmos, NASA)
» Bigelow und SpaceX suchen nach internationalen Kunden
15.05.2012 - ... und dies gemeinsam. Bereits in der vergangenen Woche hat man eine Vereinbarung getroffen, die vorsieht, dass man auf internationaler Bühne Gelegenheiten für wissenschaftliches Arbeiten in der Schwerelosigkeit vermarkten will.
Dazu wird SpaceX mit der Falcon einen leistungsfähigen Träger und mit Dragon ein entwicklungsfähiges Raumfahrzeug beisteuern. Bigelow Aerospace hingegen möchte mehrere seiner entfaltbaren BA-330-Module miteinander koppeln und damit viel Raum für langfristiges Engagement zur Verfügung stellen. Ein Einzelmodul bietet 330 m3 nutzbares Volumen und damit Platz für 6 Raumfahrer.
Angestrebte Zielgruppen sind nationale Raumfahrtagenturen verschiedener Staaten sowie Firmen und Universitäten. Denen könne man einen beispiellosen Zugang zur Forschung unter Mikrogravitation ermöglichen.
"Wir sind sehr froh, diesen einmaligen Service gemeinsam mit unseren Kollegen von SpaceX einer internationalen Klientel anbieten zu können", sagte Robert T. Bigelow anlässlich der Vereinbarung. Gwynne Shotwell, Präsidentin von SpaceX ergänzte: "SpaceX und Bigelow Aerospace haben viel gemeinsam. Beide Firmen wurden gegründet, eine neue Ära von Weltraumunternehmungen einzuleiten. Zusammen werden wir sowohl Nationen als auch Firmen einmalige Gelegenheiten zu längerem bemannten Engagement im All anbieten." Ein Dragon-Raumschiff der Firma Space Exploration Technologies wird gegenwärtig für einen unbemannten Flug vorbereitet, der in den nächsten Tagen oder Wochen gestartet werden soll. Raumschiff und Trägerrakete sind nach Angaben von SpaceX von vorn herein für bemannte Einsätze konzipiert. Dann soll Dragon bis zu 7 Personen ins All und zurück auf die Erde transportieren können. Insbesondere in Asien möchte man seine Marketing-Strategie umsetzen. Bereits kurz nach dem nächsten Dragon-Start möchte man mit Offiziellen in Japan ins Gespräch kommen.
Sowohl Bigelow als auch SpaceX kooperieren auch mit anderen Unternehmen der alten und jungen Raumfahrtbranche. Bigelow unterstützt Boeing bei deren Konzept für das Raumschiff CST-100, SpaceX arbeitet u.a. mit Virgin Galactic und Stratolaunch zusammen.
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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: NASAwatch, Bigelow Aerospace, Raumcon)
» Ariane 5 bringt 2 Satelliten auf Kurs
16.05.2012 - Dabei handelt es sich um JCSat 13 und VinaSat 2, beides kommerzielle geostationäre Kommunikationssatelliten für die japanische SKY Perfect JSAT Corporation sowie die vietnamesische Post und Telekommunikationsgesellschaft.
Der Start erfolgte heute Nacht gegen 0.13 Uhr MESZ vom Raumfahrtgelände Kourou in Französisch Guayana. Die Rakete funktionierte normal und die Satelliten wurden nacheinander etwa eine halbe Stunde nach Zündung der Triebwerke der ersten Stufe im Übergangsorbit ausgesetzt. Sie sollen mit eigenen Triebwerken in den nächsten Tagen den Geostationären Orbit erreichen.
JCSat 13 verfügt über 44 Ku-Band-Kanäle und soll bei 124 Grad Ost stationiert werden. Der von Lockheed Martin hergestellte Satellit gewinnt seine Energie über zwei entfaltbare Solarzellenpaneele, soll 15 Jahre lang funktionieren und hat eine Startmasse von 4.528 kg. Er stellt Kommunikationsdienste in beiden Richtungen für Asien und Ozeanien zur Verfügung.
Auch VinaSat 2 wurde von Lockheed Martin gefertigt, ist aber im Vergleich zu JCSat mit 2.969 kg ein Leichtgewicht. Der Satellit arbeitet mit 24 Ku-Band-Transpondern und soll ebenfalls 15 Jahre lang funktionieren. Im Geostationären Orbit soll VinaSat 2 bei 132 Grad Ost Position beziehen.
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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Arianespace, Skyrocket, Raumcon)
» H-2A startet Satellitenquartett
17.05.2012 - Gegen 18.39 Uhr MESZ startete eine japanische Trägerrakete vom Typ H-2A mit den Satelliten GCOM-W1, KOMPSAT 3, SDS 4 und Horyu 2. Ziel ist eine sonnensynchrone Bahn in etwa 700 Kilometern Höhe.
Der mit 1,88 t schwerste Satellit Shizuku gehört zu einem globalen Klima-Überwachungssystem, welches in den kommenden Jahren verschiedene Umweltparameter aufzeichnen soll. Shizuku, auch GCOM-W1 für Global Change Observation Mission - Water, ist auf die Überwachung großer Wasserflächen sowie Schnee spezialisiert. Dazu ist er mit einem hochentwickelten Mikrowellenradiometer ausgestattet, das die unter ihm liegenden Flächen mit einer Schwadbreite von 1.450 km abtastet. Eine 2 Meter durchmessende Antenne soll 5 Jahre ununterbrochen rotieren und von Wasserflächen reflektierte Mikrowellenstrahlung bodengestützter Systeme in 6 Bereichen zwischen 7 und 89 GHz erfassen.
Daraus sollen sich Angaben über Niederschläge, Wasserdampfkonzentration, Windgeschwindigkeiten, Meereswassertemperaturen, Wasserstände und Schneehöhen gewinnen lassen. Über Jahre oder Jahrzehnte hinweg wird dann auch eine zeitliche Entwicklung sichtbar.
KOMPSat 3 ist ein südkoreanischer Satellit und dient der Erdbeobachtung. Die optischen Systeme dafür stammen von Astrium. Der Satellit hat eine Masse von etwa 800 kg und ist die zweite Hauptnutzlast der Mission. Mit einer Auflösung von unter 1 Meter können Bilder gemacht und zur Erde übertragen werden, die für verschiedene Geoinformationssysteme genutzt werden sollen. Dazu gehören Umweltparameter, Daten für die Landwirtschaft und die Ozeanographie.
Komplettiert wird die Nutzlast durch zwei Kleinsatelliten aus Japan. SDS 4 (Small Demonstration Satellite) dient der Technologieerprobung, wobei es vor allem um die Temperaturregulierung im Inneren von Satelliten geht. Die Funktion einer neuentwickelten Wärmeableitung (heat pipe) wird genauso untersucht, wie die Degenrierung von Materialien unter Wärmeeinwirkung. Horyu 2 ist hingegen mit einem experimentellen Hochspannungssolarzellensystem ausgerüstet.
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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: JAXA, Skyrocket, Raumcon)
» Nimiq-6 erfolgreich gestartet
17.05.2012 - Heute Abend startete eine Proton-M/Bris-M vom Kosmodrom Baikonur in den Weltraum. An Bord befand sich ein neuer Kommunikationssatellit.
Der Start erfolgte am Morgen um 3.19 Uhr Ortszeit (Donnerstag 21.19 Uhr MESZ) von der Startplattform 81/24 des Kosmodroms Baikonur. Nach einer Flugdauer von 128 Sekunden war die Erststufe ausgebrannt und wurde abgetrennt. Die Zweitstufe zündete bereits einige Sekunden davor, was auch "heiße Stufentrennung" genannt wird. Die Zweitstufe war nach einer Flugdauer von 331 Sekunden ausgebrannt und wurde abgetrennt. Danach begann die dritte Stufe mit ihrem Betrieb, den sie planungsgemäß nach 585 Sekunden Flug einstellte und dann abgetrennt wurde. Nach der Abtrennung begann die Bris-M mit ihrer ersten Brennperiode. Insgesamt soll sie fünf davon durchführen, bis sie um 6.26 Uhr MESZ von der Nutzlast getrennt wird. Darauf wird sie noch zwei weitere Zündungen durchführen, bis die Stufe ihren Treibstoff aufgebraucht und einen Friedhofsorbit erreicht hat.
Als Nutzlast transportierte die von Chrunitschew gebaute und von ILS vermarktete Rakete den Kommunikationssatelliten Nimiq-6, welcher für die Firma Telesat Canada gestartet wurde. Dieser basiert auf der Satellitenplattform SS/L 1300 von Space Systems/Loral und soll, im Geostationären Orbit angekommen, mit seinen 32 Ku-Band-Transpondern Kanada abdecken. Als Energieversorgung nutzt der Satellit zwei Solarpaneele sowie einen Satz von Batterien, welche den Satelliten auch dann mit Energie versorgen, wenn die Solarpaneele nicht von der Sonne beschienen werden.
Dieser Start war der insgesamt 378. Start einer Proton sowie die 4. Mission dieses Trägers in diesem Jahr. Darüber hinaus war dies der weltweit 27. Orbitalstart des Jahres sowie der neunte russische.
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(Autor: Daniel Maurat - Quelle: ILS, Chrunitschew, NSF)
» Venus Express: Orbitmanöver und Uhrensynchronisation
17.05.2012 - In den letzten Wochen führte die europäische Raumsonde Venus Express mehrere Manöver durch, um den Orbit um über 100 Kilometer anzuheben. Auch fanden weitere Operationen und Experimente an Bord statt.
Da die Atmosphäre unseres Nachbarplaneten relativ weit nach außen reicht, wird die um diesen kreisende Sonde Venus Express ständig gebremst und sinkt dadurch ab. Um dies auszugleichen, fanden am 26. und am 28. Februar zwei Orbitkorrekturen statt, bei denen die Periapsis (der tiefste Punkt der Umlaufbahn) um mehr als 120 Kilometer angehoben wurde. Solche Operationen sind regelmäßig notwendig, um ein Verglühen der Sonde in der Atmosphäre zu verhindern.
An Bord von Venus Express gibt es eine sehr simple Uhr, welche einfach die Zeit seit Missionsbeginn hochzählt. Sie hat den Vorteil, dass sie Gewicht und Kosten spart, jedoch ist sie relativ ungenau, so dass regelmäßig nachkorrigiert werden muss. Ein solches Kommando wurde am 28. Februar gesendet.
Die Instrumente des Planetenerkunders arbeiteten weitgehend normal, allerdings gab es einen Datenverlust, als Daten des Magnetometers zur Erde gesendet werden sollten. Aufgrund eines Servofehlers an der Antenne der Bodenstation in Spanien gingen einige Datenpakete auf dem Weg verloren. Da sie nicht an Bord zwischengespeichert wurden, sind die Daten verloren und können nicht wiederhergestellt werden.
Aufgrund einer besonderen Orbitphase mussten bei der Kommunikation mit der Erde einige besondere Maßnahmen getroffen werden, um ein Beschädigen der Sonde zu verhindern, denn nur zwei Seiten („X+“ und „Z+“) der Oberfläche der Sonde dürfen durchgehend zur Sonne zeigen, ohne dass das Raumschiff überhitzt. Eine weitere Seite („X-“), hätte in der aktuellen Flugphase während der Kommunikation mit der Bodenstation zur Sonne gezeigt, was verhindert werden musste.
Dazu wurde Venus Express während des Kommunikationsvorgangs gedreht. Jedoch wurde dabei die Hauptantenne (HGA, High Gain Antenna) so geschwenkt, dass sie nicht mehr zur Erde „schauen“ konnte. Dies wurde beim Design der Sonde berücksichtigt und es wurde Redundanz in Form einer zweiten Antenne (HGA2) geschaffen. Diese Antenne wurde dann für die Datenübertragung genutzt.
Venus Express wurde von der europäischen Weltraumagentur ESA finanziert und von EADS Astrium und anderen Unternehmen gebaut. Der Start erfolgte am 9. November 2005 an Bord einer Sojus-Fregat von Baikonur aus. Seit dem 11. April 2006 befindet sich die Sonde in einem Orbit um den inneren Nachbarplaneten der Erde.
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(Autor: Simon Plasger - Quelle: ESA)
» Erneut russischer Bildaufklärungssatellit gestartet
18.05.2012 - Am 17. Mai 2012 um 16:05 Uhr MESZ wurde auf einer dreistufigen Sojus-U-Rakete der Aufklärungssatellit Kosmos 2.480 von Plesezk, Startplatz 16/2, gestartet.
Nach acht Minuten Flugzeit um 16:13 Uhr MESZ hatte das von Arsenal in St. Petersburg gebaute, von Progress aus Samara entwickelte Raumfahrzeug seinen Zielorbit erreicht.
Der Einsatz des Satelliten wird, soweit man sich an den Missionzeiten der Vorgänger des gleichen Typs orientiert, einige Monate andauern. Die Aufgabe von Kosmos 2.480 ist es, im Weltraum Filmmaterial zu belichten und dieses anschließend in mindestens einer Rückkehrkapsel auf russischem Territorium zu landen.
Satelliten des Typs Kobalt-M alias Yantar-4K2M bestehen aus einem raumflugtechnischen Teil und einer großen Wiedereintrittskapsel mit Kamerasystemen. Zusätzlich können bei einem solchen Satelliten weitere, kleinere Wiedereintrittskapseln mitgeführt werden.
Katalogisiert ist Kosmos 2.480 als Objekt 2012-024A bzw. mit der NORAD-Nr. 38.335.
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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: RIAN)