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» Pluto hat mindestens fünf Monde
12.07.2012 - Die NASA verkündet, dass der fünfte Mond des Zwergplaneten Pluto gefunden wurde. Indizien dafür gab es schon vorher.
Mit dem Weltraumteleskop Hubble gelang es einem Team von US-Astronomen, den neuen Mond abzulichten. Er umkreist Pluto in einem Abstand von 93.000 Kilometern, ist irregulär geformt und besitzt einen Durchmesser zwischen zehn und 24 Kilometern.
Der Mond mit dem vorläufigen Namen S/2012 (134340) ist damit deutlich kleiner als die 2006 entdeckten Trabanten Nix und Hydra, umkreist den Zwergplaneten aber auf der gleichen Bahnebene. Neben dem größten Mond Charon (1200 Kilometer) war zuletzt 2011 in älteren Daten des Hubbleteleskops der vierte Plutomond entdeckt worden. Die Aufnahme des vergleichbar großen fünften Mondes gelang nun jedoch mit der verbesserten Wide Field Camera 3 des Hubbleteleskops, die mit der letzten Servicemission des Space Shuttles ins All gelangt war. Es war zu diesem Zweck erst vor wenigen Tagen auf Pluto gerichtet worden.
Völlig überraschend ist der aktuelle Fund nicht: Astronomen um die Brasilianerin Pryscilla Pires dos Santos hatten schon in früheren statistischen Auswertungen die Möglichkeit weiterer Monde angenommen. Viel mehr könnte es neben S/2012 (134340) sogar noch einen sechsten Mond geben. Wenn er existiert, dürfte er spätestens mit dem Vorbeiflug der NASA-Raumsonde New Horizons aufgespürt werden, die das Plutosystem am 14. Juli 2015 durchfliegen wird.
Der Fund beschäftigt das Missionsteam der NASA-Sonde jedoch auch, weil er ein weiteres Indiz für vielfältiges Gesteinsmaterial im Plutoumfeld darstellt. Das könnte auch eine Änderung der Flugroute von New Horizons notwendig machen, die vielleicht zu dicht an Pluto vorbeifliegt: Astronomen gehen davon aus, dass kleinere Einschläge sowohl im Kuipergürtel als auch auf Pluto häufig sind, bei denen feines Gesteinsmaterial herausgeschleudert wird. Die Anwesenheit mehrerer Trabanten könnte den Staub auf wenige feste Bahnen um den Zwergplaneten zwingen – und ein Ringsystem hervorrufen.
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(Autor: Karl Urban - Quelle: NASA / Hubblesite)
» Grashüpfer fast startbereit
12.07.2012 - Ein Grasshopper (engl. für Grashüpfer) genanntes Konstrukt aus Falcon-9-Erststufe, Übergangsstruktur und 4 insektenartigen Metallrohrbeinen soll zur Erprobung der Landung einer großen Erststufe auf dem Triebwerksstrahl verwendet werden.
Und dies bereits in den nächsten Monaten. Die Erststufe ist für den Einsatz qualifiziert und wird mit einem einzelnen Triebwerk des Typs Merlin 1D ausgestattet. Dieses besitzt einen Schub von 630 kN und soll die Konstruktion sowohl starten als auch landen. Beim ersten Flug, der noch in diesem Jahr auf dem Firmengelände von SpaceX in McGregor stattfinden soll, will man zunächst eine Höhe von 70 Metern erreichen. Dies entspricht etwa der doppelten Höhe der Raketenstufe nebst Landegestell.
Der Flug soll etwa 45 Sekunden dauern. Bei nachfolgenden Tests will man die Flughöhe schrittweise auf 3,5 km und die Flugdauer auf 160 s steigern. Für die Landung hat man eine Betonfläche von etwa 2000 m2 vorgesehen. Verläuft die erste Testserie erfolgreich, so sollen weitere Versuche auf dem Raketengelände White Sands in New Mexico absolviert werden.
Elon Musk, CEO von Space Exploration Technologies (SpaceX), sprach über diese Pläne bereits in einem Interview im Juni. Gelingt es, die Erststufe und später auch die Oberstufe der Trägerrakete Falcon 9 unversehrt landen zu lassen und nach überschaubaren Wartungsarbeiten erneut für einen Start vorzubereiten, so wäre dies für ihn der Durchbruch zu einer drastischen Senkung der Startkosten für Raumfahrzeuge. Er sprach davon, dass sich im Idealfall der Preis auf ein Hundertstel heutiger Kosten würde senken lassen.
Vor einigen Tagen bewies Masten Space Systems mit einem 444-Meter-Höhenflug und erfolgreicher Punktlandung erneut, dass dieses Konzept funktionieren kann. Ähnliche Konzepte verfolgen auch weitere Firmen wie Blue Origin oder Armadillo Aerospace. Die Falcon 9 ist aber bezüglich Größe und Masse ein ganz anderes Kaliber. An Balance und Stabilität werden deutlich höhere Anforderungen gestellt. Das weiterentwickelte Merlin-1D-Triebwerk absolvierte Ende Juni aber mit einer Brenndauer von 3 Minuten und 5 Sekunden einen ersten Test über die volle Betriebsdauer bei einem regulären Start. Im Mai hatte ein unbemanntes Dragon-Raumschiff im ersten Versuch erfolgreich eine Mission zur Internationalen Raumstation absolviert und war ebenso erfolgreich zur Erde zurückgekehrt. Die Bestandteile der Falcon-9-Trägerrakete sind bisher aber noch nicht wiederverwendbar ausgelegt.
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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: SpaceX, SpaceflightNow, Raumcon)
» Virgin stellt LauncherOne-Konzept vor
13.07.2012 - Richard Branson, Gründer des Weltraumtourismusunternehmens Virgin Galactic, stellte auf der Farnborough International Airshow ein neues, in Entwicklung befindliches Luftstartsystem für kleine Erdsatelliten vor.
Dabei handelt es sich um eine zweistufige Trägerrakete, die mit Kerosin und flüssigem Sauerstoff arbeitet und Nutzlasten bis etwa 225 kg in einen niedrigen Erdorbit transportieren können soll. Während die erste Stufe zur Stabilisierung Stummelflügel besitzt, ist die zweite von konventioneller Bauart.
Gestartet werden soll das System aus Träger, Nutzlast und Verkleidung aus der Luft. Dazu wird es mit einem bereits existierenden Trägerflugzeug WhiteKnightTwo in eine Höhe von über 10 km gebracht und dort ausgeklinkt. In sicherer Entfernung vom Flugzeug zündet dann das Erststufentriebwerk und beschleunigt das System in Richtung Weltall.
Vorteilhaft an dem Konzept ist, dass man keine aufwändigen Startanlagen am Boden benötigt und sich seinen Startort relativ flexibel auswählen kann. Ist die Nutzlast für eine Bahn mit niedriger Inklination gedacht, so startet man äquatornah in Richtung Osten und nutzt damit die Rotationsgeschwindigkeit der Erde. Bei polnahen Zielbahnen könnte man möglichst weit entfernt vom Äquator starten, um nicht so viel Geschwindigkeit in Ostrichtung abbauen zu müssen.
Gedacht ist LauncherOne als flexibel einsetzbares System für kleine Erderkundungs- oder Kommunikationssatelliten. Bisher werden diese oft in Gruppen mit größeren Trägern gestartet, was zu teilweise langen Wartezeiten führen kann. Wirklich preiswert wird LauncherOne allerdings nicht, auch wenn Bransons Argumente auch in diese Richtung zielen: Die Dinge seien dafür da, "das Raumtransportgeschäft umzukrempeln, so dass der Weltraum allen offen steht. Dieser neue Träger wird die gesamte Satellitenindustrie und weltraumbasierte wissenschaftliche Forschung ändern."
Für einen Flug werden allerdings etwa 10 Millionen US-Dollar Kosten angesetzt. Dies wären ca. 44.000 $ pro Kilogramm.
Virgin Galactic wurde im Jahre 2004 gegründet und arbeitet eng mit Scaled Composites zusammen. Im gleichen Jahr gewann Scaled Composites den Ansari-X-Prize in Höhe von 10 Millionen US-Dollar für den zweimaligen suborbitalen Flug eines SpaceShipOne innerhalb kurzer Zeit. Mit SpaceShipTwo wurde daraufhin eine größere Version entwickelt, die sich gegenwärtig in der Erprobung befindet. Sie startet ebenfalls aus der Luft, abgesetzt von einem Doppelrumpfflugzeug WhiteKnightTwo. Bisher haben mehr als 500 Personen einen Flug zum Preis von 200.000 US-Dollar reserviert. Allerdings verzögert sich das Projekt (raumfahrttypisch) seit Jahren.
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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Universe today)
» MBOC: Galileo und GPS mit vereinten Kräften
13.07.2012 - Bei Tests mit den ersten beiden im All befindlichen Satelliten der Galileo-Testkonstellation (IOV) wurde ein neuer Meilenstein erreicht. Die Satelliten strahlten Mustersignale aus, die im Echtbetrieb volle Interoperabilität mit dem US-amerikanischen Satellitennavigationssystem GPS verwirklichen würden.
Eine fortschrittliche Modulationstechnik sorgte während der Tests für gegen Interferenzen und Mehrwegempfang unempfindliche, robuste Signale.
Mit den erfolgreichen Übertragungen der Mustersignale wurde demonstriert, dass das europäische und das US-amerikanische Satellitennavigationssystem in Zukunft nebeneinander betrieben werden können, ohne dass Interferenzen, d.h. gegenseitige Beeinflussungen, zu fürchten sind.
Bei der Erzeugung der Mustersignale richtete man sich nach einem Multiplexed Binary Offset Carrier (MBOC) genannten Verfahren, das zusammen mit den Vereinigten Staaten von Amerika zur Sicherstellung der Zusammenarbeit der beiden Satellitennavigationssysteme festgelegt worden war. Konkret wurden ein breitbandiges (BOC(6,1)) und ein schmalbandiges Signal (BOC(1,1)) gleichzeitig so übertragen (gemultiplext), dass im Schnitt 1/11 der Leistung für die höherfrequente Komponente zur Verfügung stand. Das Resultat war ein CBOC-moduliertes Galileo-E1-Signal (CBOC steht für Composite Binary Offset Carrier).
Künftige Navigationsempfänger können so ausgelegt werden, dass sie in schwierigem Gelände wie Stadtzentren oder abgelegenen gebirgigen Regionen durch die Nutzung der sogenannten MBOC-Signale in der Lage sind, mit höherer Genauigkeit zu arbeiten, als aktuelle Geräte es bisher konnten.
Insbesondere zivile Nutzer werden einmal auf dem gesamten Erdball von einer gestiegenen Verfügbarkeit und einer verbesserten Abdeckung durch neue Signale von den beiden Navigationssatellitenflotten profitieren.
Die neuen Signale sollen von den europäischen Navigationssatelliten im Rahmen des als Galileo Open Service bezeichneten Dienstes gesendet werden. Den Dienst werden die Galileo-FOC-Seriensatelliten (FOC für Full Operational Capability) bereitstellen, die laut Plan beginnend ab 2013 ins All gelangen. Zusätzlich können die Satelliten der Galileo-IOV-Testkonstellation (IOV für in orbit verification) als vollwertige Bestandteile der europäischen Flotte die Signale des Galileo Open Service ebenfalls ausstrahlen.
US-amerikanische Satelliten liefern die neuen Signale künftig im Rahmen des speziell der zivilen Nutzung gewidmeten Dienstes New Civilian L1 (L1C). L1C werden die neuen Satelliten des Typs GPS IIIA bieten. Ein erstes solches US-amerikanisches Raumfahrzeug könnte nach aktuellem Planungsstand im Jahr 2014 eine Umlaufbahn um die Erde erreichen.
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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: ESA)
» Deutscher Testsatellit TET-1 startet am 22. Juli
14.07.2012 - Der erste Technologie-Erprobungs-Träger (TET-1) für das On-Orbit-Verification-Programm (OOV) des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) startet am 22. Juli 2012.
Ursprünglich sollte TET-1 schon im Jahre 2010 den Weltraum erreichen. Später im Verlauf des Projekts war ein Start als Sekundärnutzlast im März 2011 ins Auge gefasst worden. Wegen Problemen mit der Hauptnutzlast, zwei Erdbeobachtungssatelliten, die die Trägerrakete vom Typ Sojus-Fregat transportieren soll, dem russischen Satelliten Kanopus-V 1 sowie dem weißrussischen Satelliten BelKA-2, wurde der Start jedoch mehrfach aufgeschoben.
Schließlich sorgte Kasachstan wie bei manch anderer Raumfahrtmission zuvor für eine zusätzliche Verzögerung, weil man Russland als Nutzer des Raumfahrtzentrums Baikonur wegen Raketenteilen und Treibstoffresten, die nach dem Start auf kasachisches Staatsgelände fallen, wieder einmal das Starten untersagte. Im Juni 2012 wurde dann aber bekannt, dass Russland und die ehemalige Sowjetrepublik Kasachstan eine erneute Einigung erzielt haben, und der Start somit stattfinden könne.
Mittlerweile ist ein festes Startdatum bekannt: Am 22. Juli 2012 geht es los. Anvisiert ist ein Start um 8.42 Uhr MESZ, dann soll die Sojus-Fregat-Rakete mit einer Anzahl von Satelliten an Bord - unter ihnen eben auch TET-1 - die Rampe 31/6 im kasachischen Baikonur verlassen.
Am 11. Juli ist TET-1 auf seinem Platz auf der Nutzlasttragstruktur der Raketenoberstufe untergebracht worden (Bilder vom Montageplatz für TET-1 gibt es im TET-1 Launch Log). Die Nutzlastverkleidung, die die Fregat-Oberstufe, die Nutzlasttragstruktur und die Satelliten beim Flug durch die Atmosphäre schützen wird, soll am 16. Juli geschlossen werden.
TET-1 ist eine Konstruktion der Astro- und Feinwerktechnik Adlershof GmbH (Astrofein), die ihn als Subunternehmer der Kayser-Threde GmbH assemblierte. Die Abwicklung der Mission des Satelliten obliegt dem Deutschen Raumfahrt-Kontrollzentrum (GSOC, German Space Operations Center), einer Einrichtung des DLR.
Das Missionsziel ist, so wie bei anderen Missionen im Rahmen des OOV-Programms auch, die Überprüfung von Nutzlasten während eines einjährigen Betriebs im All auf einer sonnensynchronen Erdumlaufbahn in rund 520 Kilometern Höhe über der Erdoberfläche. An Bord von TET-1 befinden sich elf zu testende Geräte und Instrumente deutscher wissenschaftlicher Institutionen und Industrieunternehmen. Darunter sind neuartige Solarzellen, Navigations-Geräte, Batterien, Weltraum-Kameras, Kommunikationsausrüstungen, Satelliten-Antriebssysteme und Computer-Komponenten.
TET-1 will man als Teil des OOV-Programms des DLR laut Plan 14 Monate lang einsetzen. Danach soll der Satellit Teil einer FIREBIRD genannten Satellitenkonstellation des DLR Forschungs- und Entwicklungszentrums zur Warnung vor Waldbränden werden. Der TET-1 IR Sensor kann so einen Beitrag zur Feueraufklärung leisten. Zu der Konstellation wird dann auch der aktuell in der Endfertigung befindliche Satellit BIROS gehören. Das Satellitenduo soll die Suche nach Waldbränden und die Beobachtung ihrer Entwicklung vom Weltraum aus erheblich verbessern.
Die TET genannte Satellitenplattform, auf der TET-1 aufgebaut wurde, hat eine Masse von rund 70 kg. Sie kann Nutzlast bis zu einer Gesamtmasse von weiteren 50 kg aufnehmen. Die Plattform geht auf das erfolgreiche Konzept des Kleinsatelliten BIRD zurück (BIRD steht für Bi-Spectral Infra-Red Detection). Letzterer gelangte am 22. Oktober 2001 ins All.
Neben TET-1 sind für die kommenden Jahre eine Reihe von ähnlichen Missionen vorgesehen. Erste Arbeiten zu TET-2 sind im Juni 2012 aufgenommen worden.
Ein besonderer Vorteil der TET-Plattform ist das günstige Verhältnis zwischen Gesamt- und möglicher Nutzlastmasse. Außerdem zeichnet sich der TET-Bus durch eine geringe Fehleranfälligkeit innerhalb einer angenommenen zweijährigen Betriebsperiode aus, und kann an vielfältige Missionsanforderungen angepasst werden.
Astrofein hat zusätzlich zu und aufbauend auf dem TET-Bus die TET-XL-Plattform entwickelt. Der TET-XL-Bus soll bei einer Eigenmasse von rund 120 kg Nutzlasten von einer Gesamtmasse von zusätzlich bis zu 80 kg unterstützen können. Den Flug in Satellitenkonstellationen und Bahnanpassungen unterstützt beim TET-XL-Bus ein entsprechendes eigenes Antriebssystem.
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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: DLR)
» Neue ISS-Besatzung mit Sojus-TMA 05M auf dem Weg
15.07.2012 - Heute morgen 4.40 Uhr MESZ startete das Raumschiff Sojus-TMA 05M an der Spitze einer Trägerrakete vom Typ Sojus-FG vom Startplatz 1 in Baikonur aus ins All.
An Bord befinden sich drei Raumfahrer, die in den nächsten Monaten an Bord der Internationalen Raumstation leben und arbeiten sollen. Die Kopplung des Raumschiffes mit der Station ist für Dienstag morgen geplant. Bis dahin wird die Anfangsbahn der der ISS immer weiter angenähert.
Die Besatzung des Raumschiffes besteht aus dem Kommandanten Juri Malentschenko, der bereits seinen fünften Raumflug absolviert, Sunita Williams, die zum zweiten Mal zu einer ISS-Crew gehört sowie Akihiko Hoshide, für den es ebenfalls der zweite Raumflug ist. An Bord der Station warten bereits Gennadi Padalka, Joseph Acaba und Sergej Rewin, die sich seit Mitte Mai im Weltraum befinden.
Die neue Besatzung gehört zunächst zur ISS-Expedition 32 und bildet danach einen Teil der Expedition 33. Rückkehr und Landung sind für November vorgesehen.
Der Start verlief bei gutem Wetter und blauem Morgenhimmel in Kasachstan normal. Nach Zündung und Stabilisierung der Triebwerke der ersten beiden Stufen hob die Rakete planmäßig um 4:40:03 Uhr MESZ ab und stieg auf. Nach etwa 118 Sekunden wurden die seitlich angebrachten Startstufen abgetrennt, ihm folgten kurz darauf Rettungsturm und Nutzlastverkleidung. Nach etwa viereinhalb Minuten zündet die dritte Stufe, die zu diesem Zeitpunkt über einen Gitteradapter noch mit der zweiten verbunden war. Erst 288 Sekunden nach dem Start war die zweite Stufe ausgebrannt und wurde abgeworfen. Ihr folgte wenig später der Adapter.
Insgesamt 528 Sekunden nach dem Start beendete auch die dritte Stufe ihre Arbeit und das Raumschiff wurde von ihr abgetrennt. Danach wurde dieses in eine leichte Rotation versetzt, die das Entfalten der Solarzellenpaneele unterstützt. Antennen wurden ausgeklappt und ein Prüfprogramm für die Triebwerke des Raumschiffes absolviert. Verläuft dieses, so wie heute erfolgreich, dann wird die Mission planmäßig fortgesetzt.
Über mehrere Korrekturmanöver wird in den folgenden Stunden die Bahn des Raumschiffes angehoben. Dabei nähert man sich immer weiter der Raumstation an. Die Kopplung von Sojus-TMA 05M ist am Mini-Forschungsmodul Rasswjet geplant.
An Bord der Raumstation werden dann umfangreiche Forschungsarbeiten auf den Gebieten Astronomie, Atmosphärenforschung, Biologie, Materialwissenschaft, Medizin, Meteorologie, Physik und Technik durchgeführt und die Station in Schuss gehalten. Der Aufbau der ISS begann im November 1998, sie ist seit Oktober 2000 ständig bemannt, verfügt gegenwärtig über 16 unter Druck stehenden Module und soll in den kommenden Jahren um mehrere weitere Einheiten erweitert werden. Das nächste große Modul ist Naúka (russisch für Wissenschaft), dessen Start Ende 2013 oder Anfang 2014 erfolgen soll. Ihm folgt ein kugelförmiges Multikoppungsmodul neuer Generation, an dem Raumschiffe und weitere Stationsmodule anlegen können.
An der Internationalen Raumstation sind 14 Länder beteiligt, darunter Deutschland. Eine entsprechende Vereinbarung wurde zwischen den Raumfahrtagenturen NASA, Roskosmos, Canadian Space Agency (CSA), Japan Aerospace Exploration Agency (JAXA) und der European Space Agency (ESA) geschlossen. China, Indien und Südkorea haben ebenfalls Interesse an einer Beteiligung.
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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Roskosmos)
» NASA-Entwurf für Tiefraumhabitat konkretisiert
15.07.2012 - Ein mögliches Ziel für zukünftige Missionen der NASA, die über den Erdorbit hinausgehen sind erdnahe Asteroiden. Dafür wird neben Antriebssystemen, Start- und Landeraumschiff sowie Explorationsfahrzeug auch ein Wohn- und Arbeitsraum benötigt, der effizient und über längere Zeit Sicherheit bietet.
Eine spezielle Arbeitsgruppe am Johnson Space Center der NASA (Human Spaceflight Architecture Team = HAT) hat sich darüber ausführlich Gedanken gemacht und dabei auch all die Kleinigkeiten berücksichtigt, die in Zukunftsvisionen oft unerwähnt bleiben. Michelle Rucker und Shelby Thompson legten dazu vor kurzem eine Dokumentation vor.
Zunächst wurden die Anforderungen an die Mission festgelegt. Zielvorgabe ist ein erdnaher Asteroid, der auf einer hochelliptischen Bahn erreicht werden kann. Dabei werden 157 Tage für den Anflug, 30 Tage für die Erforschung sowie 193 Tage für die Rückkehr in Erdnähe veranschlagt. Damit kommt man auf eine Missionsdauer von 380 Tagen. Für eine vierköpfige Besatzung wurde unter Berücksichtigung verschiedener Standards der NASA aber auch der besonderen Bedingungen für einen Flug, bei dem man keine zwischenzeitlichen Versorgungslieferungen von der Erde erwarten kann, eine konkrete Planung der benötigten Materialien, Arbeits- und Wohnräume sowie der erforderlichen Technik erarbeitet.
Ebenso berücksichtigt werden mussten Maximalvorgaben für die mit einem neuen Trägersystem verfügbaren Maße einer mit einem Start transportierbaren Nutzlast. Hier ging man von einer Länge bis zu 12 Meter und einem Durchmesser bis zu 7,30 Meter aus. Für das ermittelte Gesamtvolumen von 275 Kubikmeter ergeben sich damit für das Deep Space Habitat (DSH) eine Länge von 8 und ein Innendurchmesser von 7 Metern bei zylindrischer Form. Das Habitat soll zudem Kopplungsaggregate an beiden Enden für das Andocken einerseits an ein solarelektrisches Antriebssystem (SEP) am oberen Ende und ein Zubringerraumschiff vom Typ Orion am unteren besitzen. Außerdem sind auch an gegenüberliegenden Stellen der Seitenwände zwei Kopplungsaggregate vorgesehen. Das eine dient zum Andocken eines kleinen Forschungsfahrzeugs für 2 Personen, mit dem man bei mehreren Einzelmissionen unterschiedliche Stellen des Zielasteroiden anfliegen kann (Multi Mission Space Exploration Vehicle = MMSEV). Das andere dient als Reserve und Ausgang für eine Luftschleuse für Außenbordarbeiten.
Schließlich soll das Gesamtsystem noch mit einer kryogenen Antriebseinheit inklusive Tanks und eigener Energieversorgung für starke Beschleunigungs- und Bremsmanöver verbunden werden. Insgesamt ergibt sich damit eine Kette von 4 Hauptkomponenten mit dem MMSEV als zusätzlicher Huckepack-Nutzlast.
Im oben erwähnten Papier geht es allerdings in erster Linie um das Wohn- und Arbeitsmodul, das während der langen Überfahrten sowie in der Forschungsphase als alleiniger Aufenthaltsraum dienen soll. Dieser zylindrische Körper wird nun in 4 Decks eingeteilt. Die oberen 3 besitzen eine Höhe von 2,10 m und einen Durchmesser von jeweils 7 Metern bis auf eine kleine Rundung in Deck 1. Die Außenbereiche aller Decks dienen allerdings als Stauraum für Versorgungsgüter sowie als Montageorte verschiedener Systeme. Gleichzeitig bieten sie damit einen gewissen Schutz vor gefährlicher Strahlung.
Im Deck 1 (68 m3) finden sich Messe und Küche sowie Steuerungskonsolen für verschiedene Aufgaben. Dazu gehören die Unterstützung von Außenbordarbeiten, Teleoperationen, Training und Kommunikation. Damit wird Deck 1 nicht nur als Wohn- sondern auch als Arbeitsort genutzt. Durch diese geteilte Nutzung hat man gegenüber einem ersten Modell zusätzlichen Raum für dringend benötigte Subsysteme gewonnen.
Laut NASA-Richtlinie sind beim Entwurf eines bemannten Raumfahrzeugs individueller Lebenraum, gemeinsam genutzter Lebensraum, Raum für Flugoperationen, Raum für Missionsoperationen, Raum für Subsysteme, Lagerraum und Reserven zu berücksichtigen. Nach der Überarbeitung wurden dem Individualraum 19% (vorher 18%), dem Gruppenraum 13% (12%), für Flugoperationen wie Steuerung oder Lageregelung 15% (20%), für Missionsarbeiten wie Exkursionen, Ausstiege, die Untersuchung von Bodenproben u.ä. 14% (20%), für Subsysteme 29% (22%) und zur Lagerhaltung 8% (6%) eingeräumt. Die Reserve als Rückzugsraum in Notfällen liegt in beiden Fällen bei 2% (5,4 m3).
Deck 2 (81 m3) soll 4 um den zentralen Verbindungstunnel herum gruppierten Quartieren mit etwa 2 x 2 x 3 Metern Abmessungen Raum bieten. Darum angeordnet sind mehrere Wassertanks sowie weiteres Equipment, das einen zusätzlichen Strahlenschutz bietet.
Deck 3 (81 m3) ist das Arbeitsgeschoss. Hier befinden sich Ausstiegsschleuse, Durchgang zum Erkundungsfahrzeug, biologisch-medizinische Einrichtungen, der Trainingsbereich, Handschuhboxen und Arbeitstisch zur Untersuchung der eingesammelten Proben, Hygieneabteil und Lagerraum für Werkzeuge und Raumanzüge. Außerdem können hier Wartungsarbeiten an diesen Geräten vorgenommen werden.
Deck 4 (45 m3) ist nur etwa 1,70 m hoch und unten etwas abgerundet. Dieser Raum dient als weitläufiges Lager für Lebensmittel, Bekleidung, Hygieneartikel, Ersatzteile und vieles mehr. Die Kalkulation der HAT sieht beispielsweise 4.560 Einzelmahlzeiten und 7.600 Päckchen mit unterschiedlichen Getränkepulvern, vom Fruchtsaft bis zu Kaffee und Tee vor. Während die Unterwäsche täglich gewechselt werden soll, muss der Trainingsdress 3 Tage verwendet werden. Die normale Arbeitskleidung soll im Durchschnitt nach 10 Tagen gewechselt werden, warme Übersocken sollen 30 Tage halten. Berücksichtigen muss man auch feuchte und trockene Tücher zur Körperhygiene, Zahnpasta, Haarwaschmittel und natürlich Abfallbehälter. Auch die natürlichen Ausscheidungen des Menschen müssen entsorgt werden. Luft und Wasser sollen zumindest teilweise aufbereitet und wieder verwendet werden.
Insgesamt sind von den 275 m3 nur 132 frei nutzbar. Dies sind rund 33 m3 pro Besatzungsmitglied, etwa die Hälfte des Raumes, welcher der gewöhnlich sechsköpfigen Besatzung der Internationalen Raumstation zur Verfügung steht.
Der mehrstufige Design-Prozess der einzelnen Komponenten eines Tiefraumfahrzeuges soll auch in den kommenden Jahren fortgeführt werden. Die von der Bush-Administration in die Wege geleitete und vom gegenwärtigen Präsidenten der USA, Barack Obama, präzisierte Ausrichtung der US-Raumfahrt über die Erdbahn hinaus erfordert dazu weitere Anstrengungen.
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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: NASA)
» Weltraumtourismus - Möglichkeiten und Visionen
19.07.2012 - Die Tiroler Tageszeitung meldete am 18. Juli 2012, der Weltraumtourismus habe begonnen. Die ersten zahlenden Kunden flogen jedoch bereits vor Jahren ins All. Heute bietet sich Interessierten allerdings eine größere Bandbreite buchbarer Events.
Schon für rund 5.000 Euro ist es möglich, während einiger Sekunden Schwerelosigkeit zu erleben, berichtete die Tiroler Tageszeitung. Die dazu erforderlichen Parabelflüge erfolgen mit entsprechend umgerüsteten Passagier- oder Frachtflugzeugen. Zahlendes Publikum kann seit einer Reihe von Jahren solche Flüge absolvieren, die ursprünglich als Trainingsmöglichkeit für Astronauten konzipiert wurden.
Seit einer Reihe von Jahren bewirbt Virgin Galactic suborbitale Flüge mit dem SpaceShipTwo. Das Fluggerät, das mit rund 100 Kilometern Flughöhe zwar die Grenze zum Weltraum erreicht, für eine stabile Erdumlaufbahn jedoch deutlich zu langsam unterwegs ist und deshalb auch nicht, wie es die Tiroler Tageszeitung tat, missverständlich als Weltall-Taxi bezeichnet werden sollte, könnte nach aktuellen Ankündigungen vielleicht 2013 zum ersten Mal abheben. Mit der Entwicklung des SpaceShipTwo, das auf der Konstruktion des SpaceShipOne und den Erfahrungen mit einigen wenigen nicht ungefährlichen Testflügen mit dem letztgenannten Vehikel aufbaut, liegt Virgin Galactic Jahre in Rückstand. Umgerechnet rund 163.000 Euro sollten Interessierte in der Tasche haben, wollen sie sich einen Hüpfer ins All mit dem SpaceShipTwo leisten, ergab eine Anfrage der Zeitung bei Virgin Galactic.
Über wesentlich opulenter gefüllte Geldtaschen müssen Gäste eines von Bigelow Aerospace projektierten Weltraumhotels verfügen. Für einen ungenannten Zeitraum im Hotel wären nach Angaben der Tiroler Tageszeitung inklusive Anreise 20 Millionen Euro fällig. Bei der Konstruktion der Wohneinheiten greift Bigelow Aerospace auf ein Transhab genanntes Konzept der US-amerikanischen Raumfahrtagentur (NASA) für aufblasbare Wohnmodule im Weltraum zurück. Entsprechende Patente hat Bigelow Aerospace erworben und hofft, dass ab 2015 ein Habitat mit aufblasbaren Wohneinheiten um die Erde kreist.
Bereits um die Erde kreisen kann man während eines Aufenthalts an Bord der Internationalen Raumstation (ISS, International Space Station). Das Unternehmen Space Adventures organisiert für jeweils 40 Millionen Euro Flüge zur ISS, fand die Tiroler Tageszeitung heraus. Die nächsten Flugmöglichkeiten für Privatpersonen gibt es nach Informationen der Zeitung zwischen 2014 und 2017. Egal wie zahlungsfähig Interessierte an einem Besuch der ISS sind: Ob und in welchem Umfang Touristen die komplexe Hochtechnologie-Forschungseinrichtung - um eine solche handelt es im Falle der ISS - betreten können, steht regelmäßig in den Sternen. Die an der Station beteiligten internationalen Partner haben sich durchaus ändernde, immer wieder neu zu diskutierende Standpunkte, was den Aufenthalt von Privatpersonen an Bord angeht.
Erster Privatmann an Bord der ISS war schon im Jahr 2001 der Raumfahrtingenieur und spätere Finanzmakler Dennis Tito. Ihm folgte 2002 der Unternehmer Mark Richard Shuttleworth. Der Physiker und Unternehmer Gregory Hammond Olsen bezahlte rund 16,6 Millionen Euro, um als dritter Privatier die ISS betreten zu dürfen. Er tat das im Jahr 2005. Die Unternehmerin Anousheh Ansari besuchte die ISS 2006. Der Programmierer und Softwareentwickler Charles Simonyi flog zum ersten Mal 2007 zur ISS und wurde 2009 zum ersten Weltraumtouristen, der einen zweiten Besuch der ISS durchführen durfte. Richard Allen Garriott, Softwareentwickler und Sohn des Skylab- und Space-Shuttle-Astronauten Owen Garriott, wurde 2008 zur sechsten Privatperson, der ein Aufenthalt auf der ISS vergönnt war. Guy Laliberté, Eigentümer des Cirque du Soleil, war es rund 23,7 Millionen Euro wert, 2009 einige Tage auf der ISS zu verbringen.
In der Vergangenheit boten sich für Menschen ohne ausgiebige Astronautenausbildung bereits andere Möglichkeiten, einige Tage im Weltraum zu zubringen. Der Journalist Toyohiro Akiyama verbrachte 1990 im Auftrag seines Arbeitgebers, der japanischen Fernsehgesellschaft Tokyo Broadcasting System (TBS), einige Tage auf der russischen Raumstation MIR. Die NASA ermöglichte Kongressmitgliedern, Lehrern und Mitarbeitern von Luft- und Raumfahrtkonzernen die Teilnahme an Missionen der mittlerweile außer Dienst gestellten Space Shuttles.
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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Raumfahrer.net, Tiroler Tageszeitung)
» Orion Fallschirmtest erfolgreich
19.07.2012 - Die NASA hat am Mittwoch einen weiteren Fallschirmtest durchgeführt über der Wüste von Arizona in Vorbereitung auf den ersten orbitalen Flug, der für 2014 geplant ist. Orion soll später Astronauten tiefer ins All bringen, als jemals zuvor.
Ein Flugzeug vom Typ C-17 warf gestern eine Testversion des Orion Raumschiffes aus 7600 Metern ab. Es ist der zweite Fallschirm-Test gewesen, der eine Kapsel genutzt hat, welche in Form und Größe der finalen Orion Kapsel entspricht. Die ersten Stabilisierungsfallschirme wurden zwischen 4500 und 6000 Metern ausgelöst, gefolgt vom Pilotschirm, der die drei großen Hauptfallschirme aus der Kapsel gezogen hat. Orion glitt dann mit 8 Metern pro Sekunde zu Boden, weit langsamer als die maximal zulässige Landegeschwindigkeit.
"Verteilt über das ganze Land arbeiten NASA und Industrie zusammen am fortschrittlichsten Raumschiff, das jemals entwickelt wurde, führen Falltests und Wasserungen durch, entwickeln Software und Computersysteme und bereiten den Weg für künftige Explorationen", sagt William Gerstenmaier, NASA-Administrator für bemannte Raumfahrt und Leiter der Missionskontrolle am NASA Hauptquartier in Washington. "Der heutige Fallschirmtest ist eine Erinnerung an den Fortschritt, der bei Orion und seiner ultimativen Mission gemacht wird - Die NASA in die Lage zu versetzen, Menschen zu Asteroiden und schließlich zum Mars zu schicken.".
Die Fallschirme von Orion haben sogenannte Reffleinen. Diese halten die Öffnung der Fallschirme zunächst klein um die Belastung bei der Abbremsung im Rahmen zu halten. Im Laufe des Falls werden diese Leinen durch pyrotechnische Sprengladungen getrennt und der Fallschirm kann sich zu seiner vollen Größe entfalten. Hauptziel dieses Tests war die Überprüfung im Fehlerfall, dass die Leinen zu früh getrennt werden oder reißen. Die Fallschirme müssen sich auch in diesem Fall ordnungsgemäß öffnen. Im nebenstehendem Video sieht man die Auswirkungen vom sofortigen Entfalten.
2014 wird eine unbemannte Orion Kapsel an Bord der Delta IV Heavy vom Cape Canaveral Startgelände in Florida gestartet. Die geplante hoch eliptische Bahn reicht bis 6000 Kilometer und damit 15 Mal höher als die Bahnhöhe der Internationalen Raumstation. Ziel ist die Simulation eines Wiedereintritts mit hohen Geschwindigkeiten, ähnlich wie Sie beim Apollo Programm bei der Rückkehr vom Mond durchgeführt werden musste. Der erste bemannte Start von Orion ist zur Zeit für 2017 geplant an Bord der neuen Schwerlastrakete SLS. Diese wird im Laufe der stufenweisen Entwicklung schließlich leistungsfähiger werden als die bisher größte gebaute Rakete, die Saturn V. Ein genaues Ziel für die ersten Missionen ist allerdings bis heute nicht formuliert worden.
Verwandte Meldung bei Raumfahrer.net:
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(Autor: Klaus Donath - Quelle: NASA)
» Kounotori 3 auf dem Weg zur ISS
21.07.2012 - Das dritte unbemannte japanische Raumschiff zur Versorgung der Internationalen Raumstation startete heute morgen, gegen 4.06 Uhr MESZ an der Spitze einer H-IIB-Trägerrakete vom Raumfahrtgelände Tanegashima aus ins All.
An Bord befinden sich ca. 4,6 Tonnen Fracht in Form von Experimenten, Nahrungsmitteln, Gebrauchsgegenständen und Bekleidung. Das zylindrische Raumschiff soll am Freitag in die Nähe der Raumstation navigieren, etwa 10 Meter unterhalb des Bugs Station halten und dann mittels eines computerunterstützten Manipulatorarms durch ein Mitglied der ISS-Expedition 32 am Modul Harmony angekoppelt werden.
Ein Teil der Fracht ist in einem nicht unter Druck stehenden Bereich des Raumschiffes untergebracht. Dabei handelt es sich zum einen um eine japanische Einheit zur gemeinsamen Betreuung verschiedener Experimente (MCE), zum anderen einen Gerätekomplex zur Durchführung von Kommunikationsexperimenten in derschiedenen Funkbändern, die von der NASA bereitgestellt und genutzt wird.
Das Space Communication and Navigation Testbed (SCaN) verfügt über drei Software-programmierbare Funkgeräte und zugehörige Antennen im S-, L- und Ka-Band. Entwickelt wurde SCaN unter Leitung des Glenn Research Center der NASA, Zulieferer waren General Dynamics, die Harris Corporation und das Jet Propulsion Laboratory (alle USA). Mit der an der Gitterstruktur anzubringenden Apparatur will man verschiedene Funkkonfigurationen, die per Software gesteuert werden, testen. Die Programmierung kann dabei sowohl durch beauftragte Firmen als auch durch freiwillig eingesandte Lösungen, etwa von Teams aus Hochschulen oder der Industrie, erfolgen.
Mit an Bord ist auch eine Starteinrichtung für Kleinsatelliten sowie 5 sogenannte Cubesats, die während der Mission des japanischen Raumfahrers Akihiko Hoshide gestartet werden sollen. Dazu verwendet man die Schleuse im Kibo-Modul. Die Nutzlasten werden einzeln aus der Station gebracht, mit der japanischen Manipulatorarm in Position gebracht und anschließend losgelassen. Bei der Satelliten handelt es sich um Raiko, FITSat 1, We Wish, F-1 und TechEduSat.
Raiko ist quaderförmig mit kleinen Solarzellenpaneelen, wurde von den Universitäten Wakayama und Tohoku entwickelt und soll mehrere Aufgaben übernehmen. Zum einen sollen Bilder der Erde über eine Kamera mit Fischaugenlinse gemacht werden. Außerdem wird durch ihn die Messung der Relativgeschwindigkeit gegenüber der ISS ermöglicht. An Bord gibt es einen experimentellen Sternsensor, eine entfaltbare Membran zum beschleunigten Abstieg aus der Umlaufbahn, Bahnvermessung über Dopplereffekt sowie Hochgeschwindigkeitsdatenübertragung im Ku-Band-Bereich.
We Wish ist ein würfelförmiger Minisatellit mit einer Kantenlänge von knapp 10 cm und einer Masse von etwa 1 kg. Er wurde von Meisei Electric gebaut und dient der Ausbildung. Außerdem wird eine schmalbandige Infrarotkamera erprobt. FITSat ähnelt We Wish, stammt aber vom Fukuoka Institute of Technology und dient der Erprobung verbesserter Kommunikationseinrichtungen mittels leistungsfähiger Leuchtdioden.
F-1 (1 kg) stammt von der FPT-Universität Hanoi und umfasst eine einfache Kamera, ein 3-Achsen-Magnetometer sowie verschiedene Temperatursensoren. Die Lageregelung soll über Magnetfelder erfolgen. Der fünfte Cubesat im Bunde, TechEduSat (1 kg) ist ein Gemeinschaftsprojekt zwischen der San Jose State University (USA), ÅAC Microtec (Schweden) und dem NASA Ames Research Institute (USA). Dabei steht ein Kommunikationsexperiment über Iridium- bzw. Orbcom-Satelliten im Mittelpunkt. Der Satellit soll direkt mit diesen Telefonnetzen Kontakt aufnehmen und so Informationen zwischen Orbit und einer einfachen Bodenstation ermöglichen.
Ebenfalls an Bord von HTV 3 sind zwei Datenrekorder, die während des Wiedereintritts des Raumschiffes Daten aufzeichnen sollen. Aus den USA kommt ein ReEntry Breakup Recorder, der bereits zuvor getestet wurde. Japan stellt den i-Ball, der sogar mit einer Kamera ausgerüstet ist.
Zur wissenschaftlichen Ausrüstung der ISS gehört nach dem Entladen auch ein Aquarium zur Untersuchung der Langzeitauswirkungen der Schwerelosigkeit auf Muskel- und Knochensubstanz bei Fischen (Aquatic Habitat). Es kann automatisch die Versorgung der Fische übernehmen und verfügt über integrierte Sensoren zur Auszeichnung der wichtigsten Parameter.
Im Rahmen von Youtube Spacelab wurden im März zwei Sieger benannt, deren Experimente nun zur Internationalen Raumstation transportiert werden. Dabei handelt es sich zum einen um eine Untersuchung, wie sich die Fähigkeit von Bakterien zur Bekämpfung von Pilzwachstum in der Schwerelosigkeit verändert, zum anderen wird die Anpassung einer Zebraspinne an die Schwerelosigkeit erforscht.
14 Minuten und 53 Sekunden nach dem Start wurde das erfolgreiche Aussetzen von Kounotori 3 auf der vorläufigen Bahn bestätigt. Die Ankopplung soll nach mehreren Korrektur- und Bahnanhebungsmanövern am kommenden Freitag erfolgen.
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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: JAXA, NASA, Raumcon)
» Sojus bringt Satellitenquintett ins All
22.07.2012 - Dabei handelt es sich um zwei Erderkundungs- und Kartierungssatelliten, einen Technologieerprobungsträger, einen Satelliten zur Schiffsroutenverfolgung sowie einen Atmosphären- und Klimaforschungssatelliten.
Zwei der Satelliten stammen dabei aus Russland, je einer aus Deutschland bzw. Kanada und einer wurde im Auftrag von Weißrussland gebaut. Sie werden von einem speziellen Träger in unterschiedlichen Erdumlaufbahnen abgesetzt. Dazu führt die Fregat-Oberstufe zwischenzeitlich Bahnmanöver durch. Der Start der Sojus-Trägerrakete erfolgte gegen 8.42 Uhr MESZ vom Startkomplex 31/6 des Kosmodroms Baikonur aus.
Die beiden etwa 400 kg schweren Raumfahrzeuge Kanopus-Vulkan 1 und Belka 2 (BKA) sind weitgehend baugleich und dienen der Erderkundung und der Datensammlung für verbessertes Kartenmaterial. Dazu verfügen sie über eine panchromatische Kamera, die fast im gesamten Lichtspektrum (500 bis 800 nm) gleichermaßen empfindlich ist, mit einer Auslösung von etwa 2,5 m und einer Schwadbreite von 20 Kilometern sowie ein multispektrales System mit einer Auflösung von 10,5 Metern. Ergänzt wird die Nutzlast durch einen multispektralscanner mit einer Schwadbreite von 250 Kilometern für Übersichtsbilder. Die erfassten Daten alles Systeme sollen neben der Kartierung vor allem der Erfassung und Entwicklung natürlicher Katastrophen und vom Menschen verursachter Veränderungen dienen. Außerdem können auch Feuer und Umweltverschmutzungen erfasst werden. Zusätzlich sollen ungewöhnliche physikalische Parameter zur Erdbebenvorhersage registriert werden. Die Daten sollen auch für Land-, Forst- und Wasserwirtschaft sowie für Geodatendienste verwendet werden. Hauptauftragnehmer ist die russische WNIIEM (ursprünglich: Allunionsweites Wissenschafts- und Forschungsinstitut für Elektromechanik), Avioniksysteme stammen von SSTL (Surrey Satellite Technology Ltd.) aus Großbritannien. Beide Satelliten sollen die Erde auf sonnensynchronen Bahnen in etwa 510 Kilometern Höhe umlaufen und mindestens 5 Jahre funktionieren.
TET 1 ist ein Satellit des Deutschen Zentrums für Raumfahrt (DLR) und wurde bei der Astro- und Feinwerktechnik Adlershof GmbH im Auftrag von Kayser-Threde hergestellt. Er basiert auf einem etwa 70 kg leichten Bus und ermöglicht eine Nutzlast von 50 kg. Dies ist ein vergleichsweise hogher Nutzlastanteil. TET 1 (für Technologie-Erprobungs-Träger 1) soll etwa 1 Jahr in einem sonnensynchronen Orbit in 520 Kilometern Höhe operieren und dabei Daten über verschiedene technische Systeme liefern. Diese werden im Weltraum getestet, bevor baugleiche Einheiten in Anwendungssatelliten verwendet werden. Dazu gehören neuartige Solarzellen, Navigations-Geräte, Batterien, Kameras, Kommunikationsausrüstungen, Satelliten-Antriebssysteme und Computer-Komponenten.
Mehr über TET 1
ExactView 1 ist ein Kleinsatellit zur Routenverfolgung von Seefahrzeugen mit dem automatischen Indentifikationssystem (AIS). Dabei handelt es sich um ein selbstorganisierendes Funksystem zur Identifizierung und Lokalisation von Fracht- und Passagierschiffen auf den Weltmeeren. Jedes dieser Schiffe ist mit entsprechenden Sendeeinrichtungen ausgestattet.
Fünfter im Bunde ist Sond-PP (MKA-FKI 1). Dieser Kleinsatellit besiert aus Lawotschkins Karat-Bus und soll mittels L-Band-Radiometer Boden- und Luftfeuchtigkeit in Waldgebieten sowie die Salzkonzentration von Gewässern messen sowie Daten über den Energiefluss zwischen Wasser, Land und Atmosphäre sammeln. Diese sollen zur Vorhersage langfristiger Klimaänderungen ausgewertet werden. Weitere Aufgaben sind das Studium biometrischer Merkmale der Vegetation, die Untersuchung von Gletscher- und Permafrostgebieten sowie geothermischer Aktivität.
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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Roskosmos, Skyrocket, Raumcon)
» Design-Gutachten für bemanntes Dragon-Raumschiff
22.07.2012 - Bereits Mitte Juni lieferte Space Exploration Technologies (SpaceX) bei der US-Raumfahrtagentur NASA ein Design-Gutachten über die in Entwicklung befindliche bemannte Version des Dragon-Raumschiffes ab, wie die NASA letzte Woche berichtete.
Dabei handelt es sich zunächst um das Basiskonzept für Raumschiff, Trägerrakete, Startanlage, Bodensysteme, Abbruchverfahren, Energieversorgung und Lebenserhaltungssystem. Laut NASA gehen die Angaben in vielen Fällen ins Detail.
Durchgerechnet wurden beispielsweise Masseangaben aller benötigten Systeme im Raumschiff sowie deren Energiebedarf. Vorgestellt wurden auch alle nach Meinung von SpaceX notwendigen Moduífikationen an der Startanlage, um bereits im Vorfeld des Starts Rettungsmöglichkeiten für die Besatzung zu besitzen. Danach soll ein System aus Rettungstriebwerken die Möglichkeit bieten, das Raumschiff möglichst rasch aus der Gefahrenzone zu bringen.
Sicherheit war ohnehin ein wichtiger Punkt während der Präsentation auf dem Firmengelände des SpaceX-Hauptsitzes in Hawthorne (USA). Das Entwicklerteam erläuterte, wie mittels der SuperDraco-Triebwerke im Notfall die Rettung während des Starts oder in der Aufstiegsphase ablaufen soll. Rettungsszenarien wurden auch für den Flug im Orbit sowie die Rückkehrphase vorgestellt.
"SpaceX hat einen entscheidenden Fortschritt in Hinblick auf bemannte Raumflüge gemacht", sagte NASA-Manager Ed Mango, zuständig für kommerzielle Raumfahrt. "Wir würdigen die Sorgfalt von SpaceX bei der Erfüllung ihrer CCDev-Ziele, zur Reifung der entsprechenden Technologie ...".
Elon Musk, CEO von SpaceX: "Der erfolgreiche Abschluss der Basiskonzeptprüfung zeigt, dass SpaceX genau dort angekommen ist, wo wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt sein wollen - bereit für die nächste Phase mit dem Ziel, Menschen in der Mitte dieses Jahrzehnts an Bord eines Dragon-Raumschiffs ins All zu fliegen."
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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: NASA, SpaceX)
» BepiColombo: Weitere Tests mit dem Strukturmodell
22.07.2012 - In Vorbereitung für den Bau des eigentlichen Raumschiffes wurden im ESTEC in den Niederlanden die Masseeigenschaften des Strukturmodells getestet. Dazu wurden alle vier Komponenten erstmals zusammengesetzt.
Nachdem im Juni bereits der MPO (Mercury Planetary Orbiter) ausgemessen wurde, folgte nun die gesamte Flugkonfiguration von BepiColombo, bestehend aus der Transferstufe (Mercury Transfer Module, MTM), dem MPO, dem MMO (Mercury Magnetospheric Orbiter) und dem Sonnenschild (Magnetospheric Orbiter Sunshield and Interface Structure, MOSIF). Dazu wurden alle vier Komponenten im Reinraum „Hydra“ im ESTEC (European Space Research and Technology Centre) zusammengesetzt und anschließend die gesamte Masse sowie Schwerpunkt und Trägheitsmoment für alle Achsen bestimmt.
Ein interessantes Detail war dabei, dass zuerst die drei Komponenten MTM, MPO und MMO verbunden und aufgerichtet wurden und anschließend das Sonnenschild angebracht wurde. Dies liegt daran, dass die gesamte Konstellation nur an den Greifpunkten am MPO hochgehoben werden kann, welche durch das Sonnenschild verdeckt werden. Die Punkte am MMO sind nur dafür ausgelegt, diesen alleine zu tragen.
Nach den abgeschlossenen Massenbestimmungen werden nun in den nächsten Wochen Vibrationstest mit der auch MCS (Mercury Composite Spacecraft) genannten Zusammensetzung durchgeführt. Diese sollen sicherstellen, dass BepiColombo die beim Start auftretenden Belastungen übersteht.
BepiColombo soll im August 2015 auf einer Ariane 5 in Richtung Merkur starten und im Januar 2022 dort ankommen. Dort sollen dann verschiedene, wissenschaftliche Untersuchungen ausgeführt werden. Die Mission ist ein Gemeinschaftsprojekt der Weltraumagenturen ESA (Europa) und JAXA (Japan).
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(Autor: Simon Plasger - Quelle: ESA)