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» Eine seltsame Schicht in der Venusatmosphäre
02.10.2012 - Die europäische Sonde Venus Express hat eine interessante Entdeckung gemacht: In einem bestimmten Bereich der Atmosphäre der Venus ist es so kalt, dass sich dort Eis und Schnee aus Kohlenstoffdioxid bilden könnte.
Bei der Untersuchung des Sonnenlichts, welches in der Region des Terminators, der Tag-Nacht-Grenze, die Venusatmosphäre passierte, wurde entdeckt, dass es in etwa 125 km über der Oberfläche eine Schicht gibt, welche bis zu -175°C kalt ist. Diese Temperatur ist niedriger als die kältesten Temperaturen in der Erdatmosphäre, was sehr ungewöhnlich ist, da die Venus sehr viel näher an der Sonne ist und unter anderem dafür bekannt ist, insgesamt sehr warm zu sein.
Die Kälte in der Atmosphäre würde dazu ausreichen, dass sich Eis und Schnee aus Kohlenstoffdioxid bilden kann, dem Hauptbestandteil der Schutzhülle unseres Nachbarplaneten. Aus den Eispartikeln könnten sich Wolken bilden, welche das Sonnenlicht stark reflektieren würden.
Bei den Untersuchungen wurde auch herausgefunden, dass die kalte Schicht am Terminator von für die Verhältnisse der Venus normalwarmen Schichten umgeben ist. Die Messungen konnten durch andere Datensätze von Venus Express bestätigt werden, dabei flossen auch Daten ein, die während des diesjährigen Venustransits gemessen wurden.
Håkan Svedhem, Projektwissenschaftler für Venus Express, sagte dazu „Die Entdeckung ist sehr neu und wir müssen noch darüber nachdenken und verstehen, was sie für Konsequenzen hat. Allerdings ist sie speziell, da wir an den Terminatoren in den Atmosphären von Erde und Mars, welche andere chemische Zusammensetzungen und andere Temperaturbedingungen haben, keine ähnlichen Temperaturprofile sehen.“
Venus Express wurde von der europäischen Weltraumagentur ESA finanziert und von EADS Astrium und anderen Unternehmen gebaut. Der Start erfolgte am 9. November 2005 an Bord einer Sojus-Fregat von Baikonur aus. Seit dem 11. April 2006 befindet sich die Sonde in einem Orbit um den inneren Nachbarplaneten der Erde.
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(Autor: Simon Plasger - Quelle: ESA)
» Der Kugelsternhaufen Messier 4
20.09.2012 - Eine kürzlich veröffentlichte Aufnahme des La-Silla-Observatoriums der Europäischen Südsternwarte (ESO) zeigt den Kugelsternhaufen Messier 4. Astronomen konnten in einem Stern dieses Haufens einen deutlich höheren Gehalt an Lithium nachweisen als eigentlich zu erwarten wäre.
Bei einem Kugelsternhaufen handelt es sich um eine Ansammlung von Sternen, welche durch Gravitationskräfte auf engstem Raum aneinander gebunden sind. Diese kugelförmigen Sternansammlungen verfügen über Durchmesser von mehreren Dutzend Lichtjahren und beherbergen teilweise deutlich mehr als 100.000 Sterne. Diese Sternhaufen sind dabei wiederum gravitativ an Galaxien gebunden, in deren Halo sie sich bewegen.
Bisher konnten Astronomen in der Umgebung unserer Heimatgalaxie mehr als 150 solcher Kugelsternhaufen entdecken. Die meisten dieser die Milchstraße umkreisenden Kugelsternhaufen befinden sich von unserem Sonnensystem aus gesehen in Richtung der zentralen Verdickung der Milchstraßenscheibe. Größere und entsprechend massereichere Galaxien können allerdings von noch deutlich mehr Kugelsternhaufen umkreist werden. Aus der Umgebung der Andromedagalaxie - auch bekannt unter der Bezeichnung Messier 31 - sind so zum Beispiel mehr als 500 dieser Sternhaufen bekannt. Die im Sternbild Jungfrau gelegenen Galaxie Messier 87 wird anscheinend sogar von bis zu 12.000 solcher Kugelsternhaufen umkreist.
Die Beobachtungen der Astronomen zeigen, dass sich die in einem Kugelsternhaufen konzentrierten Sterne alle zur gleichen Zeit und aus der gleichen Ansammlung von interstellaren Gaswolken gebildet haben. Allgemein geschah dies bereits vor mehr als 10 Milliarden Jahren. Dies datiert die Entstehungsphase dieser Sterne in ein kosmisches Zeitalter, in dem seit dem Urknall erst wenige Milliarden Jahre vergangen waren.
Dementsprechend setzen sich die in einem Kugelsternhaufen angesammelten Sterne hauptsächlich aus den beiden leichtesten im Universum enthaltenen Elementen - Wasserstoff und Helium - zusammen. Diese geringe Häufigkeit von schweren Elementen ist einer der Hauptunterschiede zwischen den in Kugelsternhaufen enthaltenen Sternen und den Sternen, welche erst zu einem späteren Zeitpunkt entstanden sind, wie zum Beispiel den in offenen Sternhaufen konzentrierten Sternen oder Einzelsternen wie unserer Sonne.
Die Sterne dieser jüngeren Sterngenerationen - die Sonne wurde zum Beispiel erst vor rund 4,6 Milliarden Jahren "geboren" - entstanden aus interstellaren Materiekonzentrationen, welche bereits mit schwereren Elementen angereichert waren, so dass diese eine höhere Metallizität aufweisen. Durch die Analyse der unterschiedlich alten Sterne können die Astrophysiker viele neue Erkenntnisse über die Entwicklungsgeschichte des Universums, der Entstehung und Evolution der Sterne sowie der dabei ablaufenden Prozesse gewinnen.
Bei einem der erdnächsten Kugelsternhaufen handelt es sich um den im Sternbild Skorpion (lat. Scorpius) gelegenen Sternhaufen Messier 4, welcher alternativ auch als M 4 beziehungsweise NGC 6121 bezeichnet wird. Er befindet sich in einer Entfernung von etwa 7.000 Lichtjahren zur Erde und verfügt bei einer Winkelausdehnung von etwa 36 Bogenminuten über einen Durchmesser von rund 75 Lichtjahren. Dem irdischen Betrachter erscheint er mit einer scheinbaren Helligkeit von 7,12 mag. Interessierte Amateurastronomen können dieses vergleichsweise helle Objekt bereits mit einem Fernglas in der Nähe des hellen, rötlich leuchtenden Sterns Antares betrachten. Einzelne Sterne des Kugelsternhaufens können bereits bei der Verwendung kleinerer Teleskope aufgelöst werden.
Aufgrund der relativ geringen Entfernung zur Erde erregt Messier 4 aber auch immer wieder das Interesse der Berufsastronomen. So richtete ein internationales Astronomenteam im Jahr 2010 den Wide Field Imager (WFI) am MPG-ESO-2,2-Meter-Teleskop am La-Silla-Observatorium der Europäischen Südsternwarte ESO auf M 4 aus, um die Farbspektren der Einzelsterne des Kugelsternhaufens im Rahmen einer Himmelsdurchmusterung zu untersuchen. Durch solche Untersuchungen können die chemische Zusammensetzung und das Alter der Sterne bestimmt werden. Entsprechend der bestehenden Entstehungsmodelle für Kugelsternhaufen zeigte sich dabei, dass die Sterne von M 4 über ein sehr hohes Alter und entsprechend nur über minimale Mengen an schwereren Elementen verfügen.
Einer der Sterne von M 4 fiel trotzdem aus der Reihe. Der betreffende Stern enthält deutlich größere Mengen des Elements Lithium als eigentlich zu erwarten ist. Die Herkunft des Lithiums ist den an der Untersuchung beteiligten Astronomen bisher allerdings noch ein Rätsel. Üblicherweise wird Lithium im Laufe der Milliarden von Jahren eines Sternenlebens nach und nach abgebaut. Dieser Stern scheint dagegen das Geheimnis der "ewigen Jugend" entdeckt zu haben. Entweder hat er es auf irgendeine bisher nicht bekannte Art und Weise bewerkstelligt, seinen ursprünglichen Vorrat an Lithium zu behalten, oder aber er hat einen effizienten Weg gefunden, sich mit Lithium-Nachschub aus der näheren Umgebung seiner kosmischen Heimat zu versorgen.
Die Forschungsergebnisse der Untersuchung werden demnächst in der Fachzeitschrift "Astronomy & Astrophysics" publiziert.
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Fachartikel von Monaco et al.:
(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: ESO, Wikipedia)
» Der Emissionsnebel NGC 2736
20.09.2012 - Eine bereits letzte Woche von der Europäischen Südsternwarte (ESO) veröffentlichte Aufnahme zeigt den Emissionsnebel NGC 2736. Hierbei handelt es sich um einen Teil eines ringförmigen Überrestes einer Supernovaexplosion, welche sich vor etwa 11.000 Jahren ereignete.
Trotz der stillen und scheinbar unveränderlichen Schönheit, welche der nächtliche Sternhimmel seinen Betrachtern vermittelt, ist das Universum alles andere als ein unveränderlicher Ort. In einem schier endlosen Kreislauf entstehen seit Jahrmilliarden immer wieder neue Sterne, welche sich anschließend über Zeiträume von Millionen und Milliarden Jahren entwickeln um schließlich wieder zu erlöschen. Unter bestimmten Voraussetzungen endet das "Leben" eines Sternes im Rahmen einer gigantischen Explosion - einer so genannten Supernova. Die Materie, welche im Rahmen einer solchen Supernova-Explosion in das umgebende Weltall geschleudert wird, erzeugt dabei für den irdischen Betrachter zeitweise wundervolle Beobachtungsobjekte. Eine Aufnahme eines solchen Objektes wurde von der Europäischen Südsternwarte (ESO) bereits in der letzten Woche veröffentlicht.
Diese neue Aufnahme, welche mit dem Wide Field Imager (WFI) des MPG/ESO-2,2-Meter-Teleskops am La-Silla-Observatorium der ESO in Chile angefertigt wurde, zeigt den "Bleistiftnebel" vor einem dichten Sternhintergrund. Diese seltsam geformte Wolke, welche offiziell auch die Katalogbezeichnung NGC 2736 trägt, wurde bereits am 1. März 1835 von dem britischen Astronomen John Herschel von Südafrika aus entdeckt. Herschel beschrieb ihn dabei als "einen außergewöhnlich langen und schmalen, aber äußerst schwachen Strahl aus Licht".
In Wirklichkeit handelt es sich bei NGC 2736 um einen Emissionsnebel, welcher einen Teil eines Supernovaüberrestes darstellt. Der Nebel befindet sich in einer Entfernung von etwa 815 Lichtjahren zu unserem Sonnensystem in dem nur von der südlichen Hemisphäre aus zu beobachtenden Sternbild "Segel des Schiffs" (lat. Vela) und verfügt über eine Winkelausdehnung von 30 x 7 Bogenminuten, was einem Durchmesser von etwa 0,75 Lichtjahren entspricht. Der hellste Teil des Nebels ähnelt in seinem Aussehen in der Tat einem Bleistift. Die gesamte Struktur erinnert dagegen vielmehr an eine Art "kosmischer Hexenbesen".
Dieser Emissionsnebel ist die sich immer noch ausdehnende Hülle einer Supernovaexplosion, der so genannten Vela-Supernova, welche sich vor etwa 11.000 Jahren ereignet hat. Ursprünglich bildete sich dabei bedingt durch die Explosion eines Sternes eine Stoßfront, welche anfangs mit einer Geschwindigkeit von mehreren Dutzend Millionen Kilometern pro Stunde durch das Weltall raste. Diese Stoßwelle traf dabei auf interstellare Gase, welche den Raum zwischen den Sternen ausfüllen. Trotz der äußerst geringen Konzentration solcher interstellarer Gase wurde die Stoßwelle durch die Kollisionen stark abgebremst und es bildete sich eine Schockfront, in welcher sich seltsam geformte Nebelfetzen bildeten.
Der Bleistiftnebel, welcher sich gegenwärtig immer noch mit einer Geschwindigkeit von rund 650.000 Kilometern pro Stunde durch das interstellare Medium bewegt, ist der hellste Teil der Überreste der Vela-Supernova. Die Geschwindigkeit, mit der er sich durch das Weltall bewegt, ist in Kombination mit der relativ geringen Entfernung zur Erde so groß, dass sich die Position des Nebels am Himmel im Vergleich zu den Hintergrundsternen während eines Menschenlebens wahrnehmbar verschiebt. Auch nach mittlerweile 11.000 Jahren verändert diese Supernovaexplosion somit immer noch das Antlitz des Nachthimmels.
Das von der ESO veröffentlichte Bild zeigt nicht nur lange, bogenförmige Filamente, sondern auch kleine, helle Knoten und Flecken aus diffusen Gasansammlungen. Sein hell leuchtendes Erscheinungsbild verdankt der Nebel dichteren Gasregionen, welche von der Schockwelle der Supernova regelrecht überrollt wurden. Wo diese Welle auf das interstellare Gaskonzentrationen traf, heizte sie diese auf Temperaturen von mehrere Millionen Grad Celsius auf. Obwohl sich die interstellaren Gase mittlerweile bereits wieder abkühlen, kann das so angeregte Leuchten immer noch auf fotografischen Abbildungen erkannt werden.
Die dabei sichtbaren unterschiedlichen Farben ermöglichen es den Astronomen, die Temperaturen der Gase innerhalb des Nebels zu kartieren. Einige Bereiche sind demzufolge nach wie vor noch so heiß, dass ihr Leuchten - in diesem Bild in blauen Farbtönen dargestellt - vornehmlich von ionisierten Sauerstoffatomen stammt. Kühlere Regionen lassen sich dagegen anhand ihres rötlich schimmernden Wasserstoffgases identifizieren.
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(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: ESO)
» 2 neue Beidou-Satelliten im All
20.09.2012 - Am Dienstag startete eine chinesische Langer Marsch 3B/E mit zwei Beidou-Navigationssatelliten in den Weltraum. Nun ist das chinesische Navigationssystem regional so gut wie einsatzbereit.
Der Start erfolgte am Mittwoch, dem 19.9.2012, um 3.10 Uhr Ortszeit (Dienstag, 21.10 Uhr MESZ) von der Startanlage 2 des chinesischen Weltraumbahnhofs Xichang im Süden der Provinz Sichuan. Der Start verlief nach chinesischen Angaben erfolgreich und die dreistufige Rakete, welche zur Startunterstützung über vier Booster verfügt, brachte ihre Nutzlasten auf einen mittleren Erdorbit (MEO) mit einem Perigäum bei etwa 21.500 km und einem Apogäum bei etwa 24.100 km mit einer Inklination von etwa 55 Grad.
Bei den beiden Nutzlasten handelt es sich um zwei weitere Satelliten des Compass-Navigationssystems der Chinesen, auch bekannt als Beidou. Die auf dem chinesischen Satellitenbus DFH-3, welche auch von chinesischen Kommunikationssatelliten benutzt wird, basierenden Satelliten verfügen über zwei Solarzellenpaneele zur Energieversorgung und über ein Haupttriebwerk mit einem Schub von 490 kN. Zwar ist die Masse der Satelliten nicht bekannt, doch wogen andere Satelliten, welche auf dem DFH-3-Bus basieren, in etwa 2,2 t.
Als Nutzlast verfügen die Satelliten, ähnlich wie andere Navigationssatelliten, wie etwa den amerikanischen GPS-Satelliten, Satelliten der russischen GloNaSS-Serie oder den europäischen Galileo-Satelliten über mehrere Sender, welche das Navigationssignal senden. Zudem verfügen die Satelliten über Atomuhren, da wegen relativistischer Effekte das Licht etwas Zeit bis zur Erde braucht und dadurch das Ergebnis der Navigation verfälscht werden kann. Der Satellit sendet deswegen die Zeit, welche die Atomuhr für sich ermittelt hat, mit zum Empfänger, der dann mit dem Signal mehrerer Satelliten seinen genauen Standort auf der Erde ermitteln kann.
Eine Besonderheit dieses Starts war, dass beide Satelliten zusammen gestartet wurden. Dafür verfügte die Rakete über eine Nutzlastverkleidung für Doppelstarts, ähnlich dem System SPELTRA, welches bei der europäischen Ariane eingesetzt wurde. Dazu wurde der erste Satellit auf seinen Nutzlastadapter, welcher auf der Drittstufe der Rakete befestigt war, montiert. Danach wurde ein Teil der Nutzlastverkleidung montiert, wobei auf seiner Spitze ein zweiter Nutzlastadapter war. Darauf wurde der zweite Satellit befestigt und schließlich wurde der Rest der Verkleidung montiert.
Dies war der insgesamt 12. Flug einer CZ 3B/E, sowie der 68. einer CZ 3 und der 164. im Langer Marsch-Programm. Zudem war dies der zwölfte Start der Chinesen dieses Jahr sowie der international 50. Start 2012.
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(Autor: Daniel Maurat - Quelle: Beidou Programm, NSF, SFN)
» Erster regulärer Dragon-Flug zur ISS am 8. Oktober
22.09.2012 - Der erste Flug eines Dragon-Raumschiffes der Firma Space Exploration Technologies (SpaceX) im Rahmen der Commercial Resupply Services (CRS) könnte am 8. Oktober (MESZ) starten.
Dies verkündete die NASA nach Feststellung der Flugbereitschaft sowie Abstimmung mit den ISS-Partnern. An Bord der Kapsel sollen sich etwa 450 kg Fracht befinden, darunter Materialien für die Durchführung von Experimenten während der ISS-Expedition 33. Auf dem Rückweg werden dann etwa 330 kg wissenschaftliche Materialien sowie 230 kg nicht mehr benötigter Stations-Hardware zur Erde transportiert.
Das Experimentiermaterial betrifft vor allem pflanzliche Zellbiologie, Human-Biotechnologie und verschiedene Materialuntersuchungen. So werden bei Micro 6 die Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf Hefekulturen der Gattung Candida albicans erforscht. Dieser Pilz kommt auf Schleimhäuten und auf der Haut des Menschen und vieler Warmblüter vor und kann Krankheiten auslösen.
Beim Experiment Resist Tubule hingegen wird untersucht, wie die Schwerelosigkeit die Bildung von Zellwänden der Pflanze Arabidopsis beeinflusst. Auf der Erde müssen Pflanzen etwa 50% ihrer Energie dafür aufbringen, um eine der Schwerkraft entgegenwirkende Struktur zu bilden. Beide Experimente sollen nach dem mehrwöchigen Flug Ende Oktober wieder zur Erde transportiert werden.
Im Mai hatte SpaceX einen ersten Demonstrationsflug eines kompletten Dragon-Raumschiffes bereits dazu genutzt, die Internationale Raumstation anzufliegen. Nach mehreren Halte- und Abbruchmanövern hatte Dragon unter der ISS Stellung bezogen und war mittels des Stationsmanipulators Canadarm2 "eingefangen" und angekoppelt worden. Nach erfolgreicher Mission kehrte die Kapsel zur Erde zurück und wasserte im Pazifischen Ozean.
Wie heute bekannt wurde, hat der Landedemonstrator Grasshopper, der für erste Versuche, die Erststufe der Falcon-9-Rakete nach erfolgreichem Start auf der Erde landen zu lassen, verwendet wird, einen ersten kleinen Hopser absolviert.
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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: NASA, SpaceX)
» INSAT 3E mit Problemen
23.09.2012 - Der indische Kommunikationssatellit INSAT 3E hat nach Angaben der Indischen Raumfahrforschungsorganisation (ISRO) am Morgen des 22. September 2012 seine Orientierung Richtung Erde verloren.
Die über INSAT 3E gesendeten Dienste wurden unterbrochen. Insbesondere betroffen war davon Indiens größter Telekommunikationsanbieter Bharat Sanchar Nigam Limited (BSNL). Ein Sprecher der ISRO gab an, üblicherweise hätte man in einem solchen Fall für BSNL Verbindungen über andere Satelliten geschaltet, was im aktuellen Fall aber unterblieb. Auch die Nutzer zahlreicher VSAT-Kommunikationsterminals waren von dem Ausfall betroffen. Das Ausbleiben der Zurverfügungstellung geeigneter Ersatzverbindungen kann als Resultat der besorgniserregenden Knappheit an nutzbaren Transpondern im System indischer geostationärer Satelliten gewertet werden.
Die über INSAT 3E etablierten Verbindungen brachen gegen 9:50 Uhr IST am 22. September 2012 ab (6:20 Uhr MESZ), als der Satellit seine Ausrichtung zur Erde nicht mehr ein hielt. Im MCF für Master Control Facility bezeichneten Satellitenkontrollzentrum im indischen Hassan begannen intensive Bemühungen, den Satelliten wieder in eine nützliche Betriebsposition zu bringen. Nach vielen Stunden konzentrierter Arbeit hatte sich die Situation am Abend des 22. September soweit normalisiert, das ab 20:45 Uhr IST (17:15 Uhr MESZ) die über INSAT 3E verbreiteten Dienste wieder bereitgestellt werden konnten.
INSAT 3E befindet sich seit dem 27. September 2003 im All, das er im Rahmen des Flugs Nr. 162 an Bord einer Ariane-V-Rakete erreichte. Der in Indien gebaute, auf dem Satellitenbus I-2K (I-2000) basierende Erdtrabant ist mit 24 Transpondern für das C-Band und 12 Transpondern für das erweiterte C-Band ausgestattet. Positioniert ist der Satellit mit einer Startmasse von ca. 2.750 kg im Geostationären Orbit bei 55 Grad Ost.
Hinsichtlich der Auslegungsbetriebsdauer von INSAT 3E gibt es unterschiedliche Informationen. Die ISRO gab im Oktober 2003 an, der Satellit besitze eine Auslegungsbetriebsdauer von mehr als 12 Jahren. In aktuellen Meldungen zum Ausfall am 22. September 2012 heißt es, der Satellit befände sich jetzt 9 Jahre im All und habe eine Auslegungsbetriebsdauer von 15 Jahren. Zusätzlich wurde verschiedentlich darauf hingewiesen, dass ISROs Satelliten ihre Auslegungsbetriebsdauer oft übertreffen. Das darf man angesichts der zahlreichen Schwierigkeiten, die es mit in Indien gebauten Kommunikationssatelliten gab und gibt, getrost als Marketingbehauptung auffassen.
INSAT 3E ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 27.951 bzw. als COSPAR-Objekt 2003-043E.
Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:
(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: ISRO, The Hindu)
» Zweifel an Boeings Motivation?
23.09.2012 - In der US-amerikanischen Raumfahrtpresse wird gegenwärtig über Äußerungen führender Boeing-Mitarbeiter diskutiert, man würde nur bei Garantie auf finanziellen Erfolg die Entwicklung der CST-100-Kapsel vorantreiben.
Im Rahmen eines Förderprogramms zur Entwicklung eines bemannten Raumschiffes für niedrige Erdumlaufbahnen (CCiCap) hat Boeing eine Zusage von 460 Millionen US-Dollar erhalten, wenn 19 zuvor festgelegte Entwicklungsabschnitte erreicht werden. Um daraus ein flugfähiges System zu machen, wären danach aber noch weitere 33 Meilensteine zu erreichen.
"Unser Geschäftsmodell basiert auf Transporten zur ISS bis 2020, sagte John Elbon, Boeings Vizepräsident in Sachen Weltraum. Um profitabel zu sein, benötige man aber mindestens zwei Flüge pro Jahr. Dies sei noch nicht vereinbart. "Bisher ist da nur die ISS, als eine Art Grundlage."
Damit drückt Boeing seine Sorge aus, die Entwicklung im Rahmen eines Wettbewerbs voranzutreiben und anschließend keine Abnehmer für ihr Produkt zu haben. Ohne weiteres Investment über das Ende des CCiCap-Zeitraumes hinaus werde man die Entwicklung der CST-100-Kapsel gegebenenfalls aufschieben. Neben den Fördergeldern sei es notwendig, zusätzliche Investitionen vorzunehmen und dies mit ungewissem Ausgang. Boeing denke in Puncto Investitionen aber konservativ.
Nun wirft man Boeing von verschiedenen Seiten Furcht vor Wettbewerb vor. Boeing habe sich, wie andere etablierte Firmen der Luft- und Raumfahrtbranche, in den letzten 30 Jahren an den leicht zu erreichenden Fleischtöpfen der Regierung bedient und unternehmerisches Risiko vermieden. Dabei habe man mit Bigelow Aerospace, die entfaltbare Raumstationen entwickeln und das Tourismus-Unternehmen Space Adventures doch Partner mit privaten Raumfahrtambitionen.
Verwandte Meldung bei Raumfahrer.net:
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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: FlightGlobal, Behind the Black)
» Der EPSC-Kongress 2012 in Madrid
24.09.2012 - Vom 23. bis 28. September 2012 lädt das europäische Forschungsnetzwerk Europlanet die weltweite Wissenschaftsgemeinde der Planetenforscher nach Madrid ein. Es werden bis zu 700 Teilnehmer erwartet, welche im Rahmen dieses internationalen Kongresses unter anderem den Vorträgen führender Projektwissenschaftler der ESA, der NASA und verschiedener in die planetare Forschung involvierter Institute und Universitäten freuen dürfen.
Immer mehr Raumsonden und Rover, welche mit hochauflösenden Kamerasystemen, hochmodernen Messinstrumenten, immer intelligenteren Sensoren und leistungsfähigeren Computersystemen und Softwareprogrammen ausgerüstet sind, dringen gegenwärtig immer tiefer in die Weiten unseres Sonnensystems vor. Sowohl verschiedene Weltraumteleskope wie zum Beispiel das Hubble Space Telescope, das Spitzer-Teleskop oder die Exoplaneten-Sucher Kepler und CoRoT als auch erdgestützte Groß-Teleskope liefern ständig neue Bilder und Daten über die Planeten, Monde, Kometen und Asteroiden unseres Heimatsystems und erfassen mit ihren innovativen Aufnahmetechniken mittlerweile auch bereits die Exoplaneten, welche fremde und oftmals viele hunderte von Lichtjahren entfernt gelegene Sterne umkreisen. Mittlerweile vergeht dabei keine Woche mehr, in welcher nicht neue Forschungsdaten, atemberaubende Bilder und sensationelle Erkenntnisse aus dem weiten Forschungsfeld der Planetologie veröffentlicht werden, welche sowohl die in die Planetenforschung involvierten Experten als auch die interessierte Öffentlichkeit begeistern.
Aus den gewonnenen Daten leiten die Wissenschaftler neue Erkenntnisse über die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte unseres Planetensystems und des Universums sowie über die physikalischen, chemischen und geologischen Eigenschaften der einzelnen planetaren Objekte ab. Gleichzeitig ergeben sich dabei aber mit jeder erhaltenen Antwort auch fast automatisch immer wieder neue Fragestellungen, welche durch weitere Forschungen und zukünftige Raummissionen beantwortet werden sollen. Vom 23. bis zum 28. September 2012 wird sich die weltweite Wissenschaftsgemeinde der Planetenforscher im Rahmen des diesjährigen "European Planetary Science Congress" (EPSC) neben der Präsentation weiterer neuer Forschungsergebnisse genau solchen neu aufgetretenen Fragen widmen.
Durch den von dem europäischen Forschungsnetzwerk "Europlanet" organisierten Kongress ergibt sich die Gelegenheit, Fachkräfte aus den verschiedensten Bereichen der Planetenforschung - Wissenschaftler, Techniker und Ingenieure der einzelnen gegenwärtig aktiven und für die Zukunft geplanten interplanetaren Missionen, Fachleute für bodengebundene astronomische Beobachtungen und überwiegend in den verschiedensten theoretischen Arbeitsbereichen tätige Forscher - an einem Ort zu einem gegenseitigen Wissens- und Gedankenaustausch zusammenzuführen.
Dem am 1. Januar 2005 gegründete Forschungsnetzwerk "Europlanet" gehören gegenwärtig 27 Forschungseinrichtungen und -gesellschaften an, welche aus 16 Ländern, 13 davon sind Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, stammen. Aus Deutschland sind derzeit das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), die Max-Planck-Gesellschaft, das Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg, das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau, die Technischen Universität in Berlin sowie das Institut für Raumfahrtsysteme der Universität Stuttgart vertreten. Weitere 70 Institute, welche zum Beispiel auch in den USA, Japan oder Brasilien ansässig sind, werden als assoziierte Partner geführt.
Die wichtigste Aufgabe von Europlanet besteht dabei darin, eine bisher einzigartige Forschungsinfrastruktur für die europäische Planetenforschung zu schaffen, welche Wissenschaftlern und Studenten Zugang zu hochmodernen Labor- und Feldforschungseinrichtungen sowie zu Modell- und Simulationsanlagen ermöglicht. Dabei, so die Zielsetzung, soll die Arbeit der europäischen Planetenwissenschaftler noch besser als bisher koordinieren und vernetzt werden. Neben der Abstimmung der einzelnen Aktivitäten sollen dabei Studien, Laborexperimente, Simulationen und Synergien zwischen den verschiedenen Forschungsansätzen erläutert und diskutiert werden. Durch diesen Erfahrungsaustausch soll eine bessere nationale und internationale Vernetzung der an den unterschiedlichen Aktivitäten und Forschungsprojekten beteiligten Wissenschaftler erreicht werden.
Des weiteren sollen durch die Aktivitäten von Europlanet bessere Möglichkeiten zur Datenauswertung bereitgestellt werden. Darunter fällt auch die Auswertung der Daten von Raumfahrtmissionen und erdgestützter Teleskope. Das dabei angestrebte Ziel ist es, aus den Forschungsaktivitäten der europäischen Raumfahrtmissionen und Bodenstationen einen optimalen wissenschaftlichen Nutzen zu ziehen. Aufbauend auf den Synergien von Diensten und gemeinsamen Forschungs- und Netzwerkaktivitäten bietet das Forschungsnetzwerk somit die idealen wissenschaftlichen und technischen Voraussetzungen für die Auswertung von Daten aus aktuellen und früheren Planetenerkundungsmissionen und bereitet zugleich die nächste Generation von planetaren Forschungsmissionen vor. Auf diese Weise trägt Europlanet aktiv dazu bei, die Rolle Europas bei der Erforschung von Planeten und der Durchführung der dafür erforderlichen Raumfahrtmissionen zu stärken.
Der EPSC ist der größte regelmäßig in Europa stattfindende Kongress der Planetenforscher. Für den EPSC-Kongress 2012, welcher in diesem Jahr auf dem Gelände des Messe- und Kongresszentrums IFEMA-Feria de Madrid in Spanien abgehalten wird, haben sich rund 700 Teilnehmer aus Europa und den USA, aber zum Beispiel auch aus Russland oder Japan angekündigt. Die von Montag bis Freitag stattfindende Tagung setzt sich aus über 50 verschiedenen Sessions sowie 16 verschiedenen, auf spezielle Themen ausgerichtete Splinter-Meetings und Wokshops zusammen, welche ein umfassendes Themenspektrum abdecken.
Die darin enthaltenen fast 1.000 Beiträge, welche in Form kurzer mündlicher Vorträge oder im Rahmen einer Posterpräsentation dargebracht werden, reichen vom Themenbereich der Gasplaneten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun, deren Ringsystemen, Atmosphären und Monden über die sogenannten terrestrischen (erdähnlichen) Planeten Merkur, Venus und Mars und über unseren Erdmond bis hin zu den kleinsten Objekten unseres Sonnensystems, den Asteroiden, Kometen und Meteoren. Besondere Höhepunkte dürften die Präsentationen der jüngsten Forschungsergebnisse der Raumsonden DAWN, welche sich bis vor wenigen Wochen in einem Orbit um den Asteroiden Vesta befand, und des Merkurorbiters Messenger sein. Und auch von der neuesten Rovermission der NASA, von dem Marsrover Curiosity, werden bereits erste Ergebnisse erwartet.
Aber auch neueste Erkenntnisse aus dem Themenbereich der Exoplanetenforschung, Forschungsergebnisse aus der Astrobiologie und diverse Feldforschungsstudien sollen vorgestellt und dabei im Rahmen der jeweiligen Vorträge kurz diskutiert werden. Ebenso werden die technischen Aspekte zukünftiger Raum-Missionen bei dem Kongress nicht außer Acht gelassen. Neben den technischen Erfahrungen der aktuellen Missionen wird im Rahmen mehrerer Workshops auch ein Austausch über zukünftige Raummissionen stattfinden. So werden die Wissenschaftler und Ingenieure zum Beispiel über die Zielsetzungen künftiger Missionen oder die technischen Möglichkeiten von Orbitern, Landern und Rovern bei der Erforschung fremder Planeten und Monde und die mit der Planung und Durchführung solcher Missionen verbundenen Probleme diskutieren.
Um die Gespräche und Diskussionen der Beteiligten in einer möglichst entspannten Atmosphäre zu ermöglichen, wurde für den diesjährigen Kongress - wie auch bereits in den Vorjahren - erneut ein vielfältiger Mix aus teilweise parallel stattfindenden Vorträgen, Workshops, Splinter-Meetings, Panels und Posterpräsentationen als Veranstaltungsform gewählt.
Ein spezieller Themenkomplex wird sich dabei erneut der Zusammenarbeit der professionellen Wissenschaftler mit der internationalen Gemeinde der Amateurastronomen und "Hobbyplanetologen" widmen. Diese Zusammenarbeit erwies sich in den vergangenen Jahren bereits als sehr erfolgreich und erstreckte sich dabei speziell auf die Beobachtung der Planeten Jupiter und Saturn, wo Amateurastronomen wertvolle Bilder über Kometen- und Asteroidenimpakte (Jupiter) oder das aktuelle Wettergeschehen (Saturn) liefern konnten, welche aufgrund der begrenzten Beobachtungszeiten in diesem Umfang nicht mit professionellen Instrumenten hätten angefertigt werden können. Aber auch bei der gezielten und regelmäßig erfolgenden Beobachtung des Mondes oder von Meteoren und der Bestimmung von deren Fallraten sind Amateurastronomen gefragt und werden aktiv in aktuelle Beobachtungsprogramme der Wissenschaftler eingebunden.
Diese Zusammenarbeit geht Hand in Hand mit einem weiteren erklärten Ziel von Europlanet. Durch die Arbeit des Forschungsnetzwerkes soll unter anderem auch das sogenannte "Public Outreach", die Verbreitung der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse und die gleichzeitig erfolgende Einbindung der interessierten Öffentlichkeit in die damit verbundenen Arbeiten der beteiligten Wissenschaftler der europäischen Forschungsinstitute verbessert werden. Durch eine innovative Öffentlichkeitsarbeit, so das Ziel, sollen die Aktivitäten der Planetenforscher bei den Bürgern, bei der Industrie und nicht zuletzt auch bei den für die Vergabe der benötigten Finanzmitteln verantwortlichen politischen Entscheidungsträgern mehr Beachtung finden. Entsprechend dieser Zielsetzung wird mittlerweile jährlich ein Preis für "Excellence in Public Engagement with Planetary Science" an Einzelpersonen, Gruppen oder Institute vergeben, welche sich im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit besonders engagiert haben.
Der European Planetary Science Congress 2013 findet im nächsten Jahr vom 8. bis zum 13. September am University College in London statt.
Verwandte Website:
(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: Europlanet, EPSC 2012)
» Das Wasser des Jupitermondes Europa
25.09.2012 - Bereits seit längerem wird vermutet, dass sich in 10 bis 20 Kilometern Tiefe unter der Oberfläche des Jupitermondes Europa ein gigantischer Ozean aus flüssigem Wasser befindet. Neuere Forschungsergebnisse legen nahe, dass Teile des Wassers sich zwar näher an der Oberfläche befinden, sich dort jedoch nicht lange halten können.
Mit einem Durchmesser von 3.121 Kilometern ist der Jupitermond Europa zwar der kleinste der vier Galileischen Monde, mit etwa 3 Gramm pro Kubikzentimeter verfügt er jedoch zugleich über eine ungewöhnlich hohe Dichte. Über einen Kern aus Eisen und Nickel, so die allgemein anerkannte Theorie über den inneren Aufbau dieses Mondes, befindet sich ein Mantel aus Silikatgestein. Die Oberfläche Europas wird dagegen von einem 15 bis 20 Kilometer dicken Panzer aus Wassereis gebildet, welcher aufgrund der sehr niedrigen Temperaturen auf der Mondoberfläche (-160 Grad Celsius am Äquator, bis zu -220 Grad Celsius in den Polarregionen) steinhart gefroren ist.
Detaillierte Aufnahmen der Jupitersonde Galileo zeigten, dass sich Teile des Eispanzers gegeneinander verschoben haben und zerbrochen sind, wobei ein Muster von Eisfeldern entstand. Die Bewegung der Kruste wird durch Gezeitenkräfte verursacht, welche die Oberfläche Europas um bis zu 30 Meter heben und senken. Die Eisfelder müssten aufgrund der gebundenen Rotation des Jupitermondes eigentlich ein bestimmtes, vorhersagbares Muster aufweisen. Die Galileo-Aufnahmen zeigen jedoch, dass lediglich die geologisch jüngsten Gebiete der Mondoberfläche über ein solches Muster verfügen.
Dieses Phänomen kann damit erklärt werden, dass sich die Oberfläche Europas geringfügig schneller bewegt, als der innerer Mantel und der Kern. Die Eiskruste ist dabei vom Mondinnern durch einen dazwischen liegenden Ozean mechanisch abgekoppelt und wird von den Gravitationskräften des Jupiters beeinflusst. Der unter der Eiskruste befindliche Ozean aus flüssigem Wasser könnte über eine Tiefe von bis zu 100 Kilometern verfügen, was bedeutet, dass sich auf Europa mehr als die doppelte Wassermenge des in den irdischen Ozeanen enthaltenen Wassers befindet.
Neuere Forschungen aus dem Jahr 2011 deuteten darauf hin, dass oberhalb dieses durch vulkanische Aktivitäten erwärmten Ozeans das Eis an der Basis des Eispnazers von Europa erwärmt wird, wobei es sich in Richtung Oberfläche ausdehnt. Im Rahmen diesesa Prozesses schmilzt das Eis und bildet lokal begrenzte Linsen aus Schmelzwasser, welche sich in Tiefen von bis zu etwa drei Kilometern unter der Oberfläche ansammeln können. (Raumfahrer.net berichtete).
Eine Gruppe von Planetenforschern um Klára Kalousová von der Charles-Universität in Prag dämpft jetzt jedoch die Erwartungen der Astrobiologen, welche über die Möglichkeit von Lebensformen unter der Oberfläche des Jupitermondes spekulieren. "Ein den gesamten Mond umspannender Ozean aus Wasser dürfte sich relativ weit unterhalb der Oberfläche - ab etwa 25 bis 50 Kilometer Tiefe - befinden. Ebenfalls könnte es Bereiche mit flüssigen Wasser in deutlich geringeren Tiefen bis zu etwa fünf Kilometern Tiefe geben. Diese Wassertaschen könnten sich dort jedoch lediglich über einen Zeitraum von einigen Zehntausend Jahren halten, bevor das Schmelzwasser sich einen Weg durch den Eispßanzer sucht und in die Tiefe absinkt."
Zukünftige Raummissionen zu dem Jupitermond Europa müssten demzufolge sehr tiefe Bohrungen durchführen, um Zugang zu dem unterirdischen Ozean zu erhalten und dort direkt nach außerirdischen Lebensformen zu suchen.
Für ihre Analysen benutzte das Team um Klára Kalousová mathematische Modelle, welche unterschiedliche Mischungsverhältnisse von flüssigem Wasser und Eis berücksichtigten. Abhängig von einer Vielzahl von Faktoren wie zum Beispiel der Mächtigkeit der Eisschicht, der Viskosität des Eises in unterschiedlichen Tiefen, der Temperatur und der Menge des Wassers sinkt das zuvor durch die freigesetzte Wärme geschmolzene Wasser innerhalb von wenigen Zehntausend Jahren in die Tiefe und erreicht schließlich den unterirdischen Ozean.
Für die Untersuchung anderer Objekte innerhalb unseres Sonnensystems, so Klára Kalousová, könnten die Untersuchung des Wasserkreislaufes unter Europas Oberfläche von großer Bedeutung sein. "Neben einem besseren Verständnis des Wasserzyklus auf Europa könnte diese Arbeit einen besseren Einblick in den inneren Aufbau und die Aktivitäten verschiedener Eismonde im äußeren Sonnensystem - zum Beispiel von dem geologisch aktiven Saturnmond Enceladus - geben."
Die hier kurz angerissene Forschungsarbeit von Klára Kalousová et al. wurden heute auf dem European Planetary Science Congress 2012, einer gegenwärtig in Madrid stattfindenden Fachtagung der Planetenforscher, vorgestellt.
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EPSC 2012:
(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: EPSC 2012)
» GOES 14 übernimmt für GOES 13
25.09.2012 - Der US-amerikanische geostationäre Wettersatellit GOES 14 übernimmt bis auf Weiteres die Aufgaben von GOES 13. Die Beobachtungsnutzlast von GOES 13 war nach dem Auftreten technischer Probleme am 22. September 2012 abgeschaltet worden.
GOES 13 hatte man schließlich in eine Art Standby-Modus versetzt, nachdem die von dem Wettersatelliten gesammelten Daten ab dem 12. September 2012 immer mehr Störkomponenten aufwiesen. Jetzt versuchen Techniker, die Ursache des Problems zu ergründen.
Nach Angaben der US-amerikanischen Wetterbehörde, der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA), kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht gesagt werden, wann GOES 13 wieder zur Wetterbeobachtung eingesetzt werden wird. Das von Boeing gebaute Raumfahrzeug befindet sich seit 2006 im Weltraum und löste im Jahr 2010 GOES 12 bei 75 Grad West im Geostationären Orbit ab.
Zwischenzeitlich arbeitete der bei 135 Grad West positionierte GOES 15, der vorher Bildmaterial von der Westküste der Vereinigten Staaten von Amerika geliefert hatte, als Ersatz für GOES 13 im sogenannten Full-Disk-Scan-Modus, bei dem die gesamte Erdscheibe abgebildet wird. GOES 15 war so in der Lage, die Vereinigten Staaten vollständig zu erfassen, allerdings mit verminderter Bildqualität im Bereich der Ostküste.
Jetzt nimmt GOES 14 die Aufgaben von GOES 13 war. Wenn die Probleme an Bord von GOES 13 nicht behoben werden können, wird man die Postion von GOES 14 im Geostationären Orbit über kurz oder lang anpassen. Im Augenblick steht GOES 14 bei 105 Grad West im Geostationären Orbit, nach einem Umzug würde er weiter östlich bei 75 Grad West zum Einsatz kommen, der aktuellen Position von GOES 13. Diese Position wird auch als GOES-East bezeichnet.
GOES 13 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 29.155 und als COSPAR-Objekt 2006-018A.
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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: NOAA)
» Red Bull Stratos - Der Countdown läuft
25.09.2012 - Zwar scheitert diese Mission daran, den Maßstab unserer Plattform bezüglich Raumfahrt zu erfüllen. Aber nur knapp. Denn was der Österreicher Felix Baumgartner am 8. Oktober 2012 vor hat, kann man sowohl kühn als auch waghalsig bezeichnen. Und erinnert an die riskanten Anfänge der Raumfahrt.
Mit der Ankündigung, die Schallmauer durchbrechen zu wollen, lockt man heute keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervor. Außer vielleicht, man versucht es wie Felix Baumgartner. Nämlich mit dem bloßen Körper als "Struktur", geschützt lediglich durch einen Raumanzug vor dem freien Fall aus 36km Höhe. Die Mission wird seit Jahren akribisch vorbereitet. Nichts wird dem Zufall überlassen. Denn der Sprung ist gefährlich, lebensgefährlich. Niemand weiß genau, was passiert, wenn der Mensch die Schallmauer durchbricht. Unkontrollierbare Schockwellen entstehen und destabilisieren möglicherweise die Flugbahn. Um das zu vermeiden wurden zahlreiche Übungssprünge aus geringeren Höhen absolviert und auch im Windkanal mussten Anzug und Körperhaltung beweisen, ob Sie das Zeug zum Überschall haben.
Bislang hält Joseph Kittinger den absoluten Rekord im Fallschirmsprung. Im Rahmen des Projektes Excelsior sprang er vor 53 Jahren aus mehr als 31 Kilometern und raste mehr als vier Minuten ungebremst auf die Erde zu. Er erreichte dabei schließlich eine Geschwindigkeit von 998km/h in 1.829 Metern Höhe. Das sind ca. 90% der Schallgeschwindigkeit. Nicht nur Felix Baumgartner arbeitete daran Projekt, diesen Rekord zu knacken. Mit Michel Fournier gab es lange ein spannendes Duell, wer es zuerst schafft. Das Rennen war entschieden, als auch der dritte Versuch fehl schlug und der Ballon aufgrund einer Fehlfunktion ohne die Kapsel aufstieg und verloren ging. Wegen Finanzierungsproblemen ist ein weiterer Versuch Fourniers auszuschließen.
"Ich fühle mich wie ein Tiger im Käfig der es kaum erwarten kann, herauszukommen", sagt Felix Baumgartner, 43, der durch waghalsige Basejumps von populären Gebäuden bekannt wurde. Mit Red Bull fand er schließlich einen finanzstarken Investor, der seine Vision hat Wirklichkeit werden lassen. Der Sprung am 8. Oktober wird selbstverständlich nur stattfinden können, wenn das Wetter mitspielt. Denn der 850.00 Kubikmeter fassende Helium-Ballon mit einer Außenhaut zehn mal dünner als ein handelsüblicher Gefrierbeutel ist extrem empfindlich. Ob es klappt, berichtet live der Red Bull eigene Sender Servus-TV aus Österreich. Wir drücken die Daumen!
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(Autor: Klaus Donath - Quelle: redbullstratos.com)
» Raumsonde DAWN: Wasserstoff auf Vesta
26.09.2012 - Während der letzten mehr als 13 Monate hat die Raumsonde DAWN den Asteroiden (4) Vesta umkreist und dabei mit der Instrumenten wissenschaftliche Daten gesammelt. Obwohl die an der Mission beteiligten Wissenschaftler noch Jahre benötigen werden, um diesen Datenschatz vollständig auszuwerten, werden immer mehr Details über Vesta bekannt.
Noch bis vor Kurzem wurde der Asteroid (4) Vesta von den Wissenschaftlern als ein Himmelskörper eingestuft, auf der sich so gut wie kein Wasser befinden kann. Neue Abbildungen der Vesta-Oberfläche und Messdaten der von der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA betriebenen Raumsonde DAWN zeigen jetzt jedoch, dass auf dem Asteroiden anscheinend deutlich mehr Wasserstoff enthalten ist als ursprünglich angenommen.
Ein Wissenschaftlerteam um Brett B. Denevi von der Johns Hopkins University in Laurel/US-Bundesstaat Maryland hat die Kameraaufnahmen der auf der Oberfläche von Vesta befindlichen Impaktkrater näher analysiert. Dabei stießen die Planetologen auf verschiedene ungewöhnliche, mit Einbrüchen durchzogene Geländeformationen. Diese unregelmäßig geformten Senken befinden sich in erster Linie in der unmittelbaren Umgebung verschiedener Impaktkrater in der Äquatorregion Vestas. Ähnliche Strukturen sind den Planetologen auch vom Mars her bekannt. Die Wissenschaftler gehen in beiden Fällen davon aus, dass diese Geländeformationen durch den schlagartig erfolgenden Abbau von flüchtigen chemischen Elementen entstehen, welche infolge der bei einem Impakt freigesetzten Hitze verdampfen. "Dies ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass zumindestens Teile der Asteroidenoberfläche einen relativ großen Anteil an flüchtigen Stoffen enthalten", so Brett Denevi.
Diese Annahme wird durch ein von Thomas H. Prettyman vom Planetary Science Institute in Tucson/USA geleitetes Team unterstützt. Die Wissenschaftler untersuchten die Verteilung und Zusammensetzung der auf der Asteroidenoberfläche befindlichen chemischen Verbindungen mittels des Gammastrahlen- und Neutronen-Spektrometers GRAND, einem der drei an Bord der Raumsonde befindlichen Instrumente. Grand kann die in den chemischen Verbindungen enthaltenen Elemente bis zu einer Tiefe von einigen Zentimetern nachweisen, indem es Gammastrahlen und Neutronen registriert, welche bei den erfolgenden Wechselwirkungen zwischen den geladenen Teilchen der kosmischen Strahlung und den unterschiedlichen Elementen auf der Asteroidenoberfläche erzeugt werden.
Laut den daraus resultierenden Ergebnissen enthält das auf der Oberfläche von Vesta befindliche Regolith einen substantiellen Anteil an Wasserstoff. Der höchste Wasserstoffgehalt konnte dabei in der Äquatorregion des Asteroiden nachgewiesen werden, wo sich zugleich auch die ältesten Oberflächenformationen befinden. Hier konnte regional ein Wasserstoffgehalt nachgewiesen werden, welcher einem Eisgehalt von rund sechs Kilogramm pro Kubikmeter entspricht.
Der geringste Wasserstoffgehalt findet sich dagegen im Bereich des am Südpol des Asteroiden gelegenen Impaktbeckens Rheasilvia, welches zugleich mit einem Alter von etwa einer Milliarde Jahren zu den jüngsten geologischen Strukturen auf Vesta zählt. Allgemein ergibt sich bei den Messungen die Tendenz, dass sich die Wasserstoffanteile in der Oberfläche umgekehrt proportional zur Albedo des Asteroiden verhalten. Je dunkler das Oberflächenmaterial erscheint, desto mehr Wasserstoff ist in ihm vorhanden. Der Wasserstoff liegt dabei aber nicht in molekularer Form vor, sondern ist vielmehr in so genannten hydratisierten Mineralen gebunden. Dieser in Mineralen gebundene Wasserstoff wäre dann identisch mit den "flüchtigen Stoffen", welche von dem Team um Brett Denevi postuliert wurden.
Nach den gegenwärtigen Theorien hat sich Vesta in der Frühphase der Entstehungsgeschichte unseres Sonnensystems innerhalb der so genannten "Schneegrenze" gebildet. Hierbei handelt es sich um einen Bereich des inneren Sonnensystems, welcher relativ nahe an der jungen Sonne gelegen war und in dem aufgrund der von der Sonne ausgehende Strahlung alle flüchtigen Substanzen - also auch Wassermoleküle und Eispartikel - verdampft sind. Wie konnte sich trotzdem Wassereis auf Vesta ablagern? "Unsere Messungen stehen in einem guten Einklang mit einer langsam erfolgenden Ansammlung von Wasserstoff, welcher durch eine permanent Zufuhr von kohligen Chondriten verursacht wurde. Bei den kohligen Chondriten handelt es sich um eine bestimmte Klasse von Meteoriten, welche über einen hohen Anteil an Wasser verfügen. Da kohlige Chondrite auch über einen hohen Anteil von Kohlenstoff verfügen - und somit sehr dunkel erscheinen - könnte dies auch erklären, warum der auf Vesta nachgewiesene Wasserstoff bevorzugt in den dunklen Regionen des Asteroiden auftritt.
Zu dem gleichen Ergebnis gelangte auch ein weiteres Team, welches von Maria Cristina De Sanctis vom Institute of Astrophysics and Space Planetology in Rom geleitet wird. Die Wissenschaftler werteten die Daten des Visible and Infrared Spektrometers (kurz "VIR") aus. Die Ergebnisse zeigen große, allerdings regional begrenzte Konzentrationen von Hydroxyl - einer chemischen Verbindung, bei der ein Wasserstoff- und ein Sauerstoffatom miteinander verbunden sind. Im Gegensatz zum Erdmond, wo sich Wasserstoff fast ausschließlich in den ewig im Schatten liegenden und somit dauerhaft besonders kalten Kratern an den Polen halten kann, ist die Verteilung des Wasserstoffes auf Vesta nicht abhängig von einer signifikanten Abschattung oder ungewöhnliche niedrigen Temperaturen.
Die hydroxylreichen Regionen auf Vesta sind auch laut den VIR-Analysen im Großen und Ganzen identisch mit den ältesten gebieten auf Vestas Oberfläche. Rund um relativ große und noch verhältnismäßig junge Impaktkrater oder im Bereich des Rheasilvia-Beckens am Südpol, welches über ein Alter von etwa einer Milliarde Jahre verfügt, sind Hydroxyl-Signaturen dagegen kaum oder gar nicht vorhanden. Dies wiederrum deutet darauf hin, dass es sich bei dem Transport von Hydroxyl auf die Oberfläche von Vesta nicht um einen kontinuierlich ablaufenden Prozess handelt.
Sollten sich diese Forschungsergebnisse bestätigen, so würden sich dadurch wertvolle Einblicke in die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte der terrestrischen Planeten in unserem Sonnensystem ergeben. Kohlige Chondriten und Asteroiden des C-Typs, welche sehr wahrscheinlich die Ursprungskörper dieser Meteoritenart sind, wären dann mit dafür verantwortlich, dass die im inneren Sonnensystem gelegenen Planeten trotz ihrer Entstehung innerhalb der Schneegrenze über einen hohen Anteil an Wasser verfügen.
Laut Maria Cristina De Sanctis wurde das Hydroxyl in erster Linie durch relativ kleine Partikel mit einem Durchmesser von weniger als eine Zentimeter und über einen relativ eng begrenzten Zeitraum auf den Asteroiden verfrachtet. Hierfür kommt die Periode des Late Heavy Bombardement in Frage, welches vor etwa 4,1 bis 3,8 Milliarden Jahren stattfand. Die Vielzahl der in dieser Zeit erfolgten Kollision von Asteroiden und Planetesimalen setzte eine erhebliche Menge an kleinen Partikeln frei, welche in der Folgezeit auf die Oberflächen der Planeten und Asteroiden "herabregnete".
Dies ist jedoch offensichtlich nicht die vollständige Geschichte der wasserhaltigen Materialien auf Vesta. Der relativ junge Krater Oppia weist zum Beispiel eine deutliche Konzentration von Hydroxyl auf, ist jedoch nicht mit dem Material bedeckt, aus dem sich die kohligen Chondriten zusammensetzen. Dies legt nahe, dass mehr als ein Mechanismus für den Hydroxylanteil auf Vesta verantwortlich ist. "Der Ursprung des Hydroxyls auf Vesta ist sicherlich komplex und möglicherweise nicht einzigartig im inneren Sonnensystem", so De Sanctis. Erst weitere Analysen werden hierüber Klarheit liefern.
Dies ist jedoch nicht alles, was die Planetenforscher in den vergangenen Monaten herausgefunden habe. Die Gammastrahlen- und Neutronenmessungen von GRAND zeigen zudem, dass Vesta aller Wahrscheinlich nach - wie bereits seit längerem vermutet - tatsächlich die Quelle der so genannten HED-Meteoriten ist. Diese Schlussfolgerung ergibt sich aus einem Vergleich der GRAND-Messdaten bezüglich der Zusammensetzung von Vesta mit der chemischen Zusammensetzung der auf der Erde aufgefundenen HED-Meteoriten, welche übrigens auch Bruchstücke von kohligen Chondriten enthalten. Dagegen konnten keine Anzeichen von vulkanischen Aktivitäten entdeckt werden. Sollte es auf Vesta einmal aktive Vulkane gegeben haben, so wurden deren Spuren in den folgenden Jahrmilliarden durch die Einschläge von Asteroiden verwischt.
Untersuchungen des Gravitationsfeldes erlauben erste Aussagen über den inneren Aufbau von Vesta. Der Asteroid verfügt demzufolge über einen Eisenkern mit einem Radius von 107 bis 113 Kilometern. Die Krustenstärke variiert stark, besitzt im Mittel jedoch eine Dicke von etwa 19 Kilometern. Verschiedene signifikante Mascons müssen noch näher analysiert werden.
Die in der Äquatorregion befindlichen Rillen und Gräben verlaufen parallel zu dem Impaktbecken Rheasilvia am Südpol und entstanden vermutlich infolge des verursachenden Impaktes. Dieser Impakt hat die gesamte Geomorphologie des Asteroiden verändert. und einen Großteil der älteren Krater und andere Geländeformen mit seinem Auswurfmaterial teilweise oder vollständig verdeckt. Hierbei war besonders die südliche Asteroidenhemisphäre betroffen. Das Gelände auf der Nordhälfte weist ein deutlich höheres Alter auf, obwohl auch in der Nordpolregion des Asteroiden verschiedene größere Impaktbecken entdeckt wurden. Während der letzten 3,5 Milliarden Jahre ereigneten sich über 900 größere Einschläge auf Vesta. Gegenwärtig arbeitet das DAWN-Team mit Hochdruck an der Erstellung einer topografischen Karte, welche fast die gesamte Oberfläche abdeckten wird. Lediglich ein kleiner Bereich am Nordpol konnte nicht mit der Framing Camera der Raumsonde erfasst werden.
Das VIR-Spektrometer hat über vier Millionen Spektren aufgenommen, welche mehr als 65 Prozent der Oberfläche mit hohen Auflösungen abdecken. Besonders die Südpolregion konnte dabei sehr gut erfasst werden. Besonders im Inneren der größeren Krater in der Äquatorregion befindet sich eine Regolithschicht, welche eine Stärke von bis zu einem Kilometer aufweist. Im Rheasilviabecken ist diese Schicht dagegen deutlich dünner. Analysen der Temperatur, der Wärmeleitfähigkeit und des Wärmeflusses ergaben, dass von Regolith bedecktes Wassereis auf Vesta auch über längere Zeiträume stabil sein könnte - allerdings nur dann, wenn es sich in hohen Breiten befindet und zudem an Hanglagen abgelagert ist, welche in die Richtung des jeweiligen Pols weisen.
Mit dem Abschluss der Erkundung von Vesta ist die Mission der Raumsonde DAWN aber noch längst nicht beendet. Nach einem rund zweieinhalbjährigen Flug durch den Haupt-Asteroidengürtels unseres Sonnensystems soll schließlich im Februar 2015 das zweite und letzte Ziel der Mission, der knapp 950 Kilometer durchmessende Zwergplanet Ceres, erreicht werden. Auch mit der Untersuchung dieses größten und massereichsten Objektes des Haupt-Asteroidengürtels, welche bis mindestens zum Juli 2015 andauern soll, wollen die Planetenforscher fundamentale Erkenntnisse über die früheste Entwicklungsphase unseres Sonnensystems gewinnen.
Die DAWN-Mission wird vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der amerikanischen Weltraumbehörde NASA geleitet. Das JPL ist eine Abteilung des California Institute of Technology in Pasadena/Kalifornien. Die University of California in Los Angeles ist für den wissenschaftlichen Bereich der Mission verantwortlich. Das Kamerasystem an Bord der Raumsonde wurde unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau in Zusammenarbeit mit dem Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin-Adlershof und dem Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze in Braunschweig entwickelt und gebaut. Das Kameraprojekt wird finanziell von der Max-Planck-Gesellschaft, dem DLR und der NASA (JPL) unterstützt.
Die hier kurz angerissenen Resultate der DAWN-Mission wurden heute auf dem European Planetary Science Congress 2012, einer gegenwärtig in Madrid stattfindenden Fachtagung der Planetenforscher, vorgestellt.
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(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: EPSC 2012, JPL, Science)
» Vesta: Ein differenzierter Protoplanet
27.09.2012 - Analysen der Rillensysteme, welche sich um den Äquator des Asteroiden (4) Vesta ziehen, lassen darauf schließen, dass Vesta nach der Entstehung komplett aufgeschmolzen ist und deshalb über einen differenzierten Schichtaufbau verfügt.
Mit einem Durchmesser von durchschnittlich 525 Kilometern und einer unregelmäßigen Form ist Vesta weder ein Zwergplanet, noch - streng betrachtet - ein Asteroid. Stattdessen wird Vesta von den Wissenschaftlern als ein "Protoplanet" bezeichnet, eine Art "Vorplanet", welcher vor etwa 4,5 Milliarden Jahren in einer frühen Phase seiner Entwicklung hin zu einem "vollwertigen" Planeten stecken geblieben ist.
Während der letzten mehr als 13 Monate hat die Raumsonde DAWN diesen im Hauptasteroidengürtel unseres Sonnensystem befindlichen Himmelskörper umkreist und dabei mit der drei an Bord befindlichen Instrumenten wissenschaftliche Daten gesammelt. Obwohl die an der Mission beteiligten Wissenschaftler noch viele Jahre benötigen werden, um diesen Datenschatz vollständig auszuwerten, werden mittlerweile immer mehr Details über Vesta bekannt.
Besonders überraschend für die an der Mission beteiligten Wissenschaftler war dabei die Entdeckung von einem weit gespannten System aus Gräben und Furchen, welche - wie mit einem gigantischen Pflug gezogen - parallel zum Äquator verlaufen. Der größte dieser Gräben, Divalia Fossae, übertrifft mit einer Länge von 465 Kilometern, einer Breite von 22 Kilometern und einer Tiefe von bis zu 5 Kilometern in seiner Ausdehnung sogar noch das größte Grabensystem auf der Erde, den Grand Canyon in den USA.
Schnell kamen die Planetenforscher zu dem Schluss, dass die Entstehung der Gräben durch ein oder mehrere Impaktereignisse ausgelöst wurden. Für die Entstehung dieser in ihrer Ausrichtung, Ausdehnung und Gestalt ungewöhnlichen Strukturen sind offensichtlich zwei gigantische, sich teilweise überlagernde Einschlagbecken verantwortlich, deren Zentren sich fast genau auf dem Südpol des Asteroiden befinden. Vermessungen der Oberfläche von Vesta ergaben, dass die Rillen parallel zu dem jüngeren dieser beiden Impaktbecken verlaufen. Dieses fast 500 Kilometer durchmessende Rheasilvia-Becken entstand vor etwa einer Milliarde Jahren und ist eine der jüngsten geologischen Formationen auf Vestas Oberfläche.
Allerdings weicht die Form der Gräben auf Vesta deutlich von dem ab, was Planetologen bisher von anderen kleinen Himmelskörpern wie dem Marsmond Phobos oder den Asteroiden Eros oder Lutetia kannten. Während die auf diesen nur wenige Kilometer durchmessenden Himmelskörpern vorhandenen Rillen eine V-Form aufweisen, sind die Gräben auf Vesta eher wie ein "U" geformt. Ein relativ ebener Boden wird an beiden Seiten von deutlich erkennbaren und steil aufsteigenden Wänden begrenzt. Diese Komplexität in der Morphologie der Gräben und der Grad der Fragmentierung von Vestas Oberfläche ließ die Vermutung aufkommen, dass es sich bei diesen Strukturen um regelrechte Grabenbruch-Systeme handeln muss.
Dies jedoch wäre laut Debra L. Buczkowski von der Johns Hopkins University in Laurel/US-Bundesstaat Maryland und ihren Kollegen ein deutliches Indiz dafür, dass es sich bei Vesta tatsächlich um einen differenzierten Himmelskörper handelt, welcher - vergleichbar mit dem inneren Aufbau der terrestrischen Planeten - über einen Kern, einen Mantel und eine Kruste verfügt. Kurz nach seiner Entstehung vor etwa 4,55 Milliarden Jahren muss der Asteroid vollkommen geschmolzen gewesen sein. In den folgenden etwa 50 Millionen Jahren kühlte Vesta ab und die Gesteine trennten sich nach ihrer unterschiedlichen Dichte, wobei das schwerere Material nach innen wanderte und sich im Kern des Asteroiden ablagerte.
"Jede der einzelnen Schichten verfügt über eine andere Zusammensetzung und - daraus resultierend - über eine andere Dichte. Dies hatte zur Folge, dass jede Schicht anders auf die durch den Impakt verursachten Schockwellen reagierte, was schließlich zur Bildung der Gräben in der Äquatorregion führten", so Debra L. Buczkowski.
Die DAWN-Mission wird vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der amerikanischen Weltraumbehörde NASA geleitet. Das JPL ist eine Abteilung des California Institute of Technology in Pasadena/Kalifornien. Die University of California in Los Angeles ist für den wissenschaftlichen Bereich der Mission verantwortlich. Das Kamerasystem an Bord der Raumsonde wurde unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau in Zusammenarbeit mit dem Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin-Adlershof und dem Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze in Braunschweig entwickelt und gebaut. Das Kameraprojekt wird finanziell von der Max-Planck-Gesellschaft, dem DLR und der NASA (JPL) unterstützt.
Die hier kurz angerissenen Resultate der DAWN-Mission wurden gestern auf dem European Planetary Science Congress 2012, einer gegenwärtig in Madrid stattfindenden Fachtagung der Planetenforscher, vorgestellt und werden in Kürze in der Fachzeitschrift "Geological Research Letters" publiziert.
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EPSC 2012:
Geological Research Letters (Abstract):
(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: EPSC 2012, JPL)
» Amateurastronom fotografiert Ganymed-Oberfläche
27.09.2012 - Aufgrund der sich in den letzten Jahren immer weiter verbessernden Technologie können Amateurastronomen mittlerweile in Regionen des Universums vordringen, welche bis vor kurzem nur den professionellen Astronomen mit ihren großen und entsprechend teuren Instrumenten vorbehalten waren. So ist es jetzt einem Amateurastronomen gelungen, mit einem vergleichsweise kleinen Teleskop eine Albedokarte des Jupitermondes Ganymed anzufertigen.
Der griechische Amateurastronom Emmanouil I. Kardasis von der "Hellenic Amateur Astronomy Association" hat mit einem handelsüblichen 28-Zenimeter-Teleskop, einer speziell für die Astrofotografie ausgelegten CCD-Kamera und einem Computerprogramm für die nötige Bildbearbeitung die erste von einem Hobbyastronomen hergestellte Albedokarte des Jupitermondes Ganymed angefertigt. Zur Herstellung der Karte montierte Emmanuel Kardasis eine CCD-Kamera an seinem Teleskop und fertigte damit ein Video des Jupitermondes an. Aus diesem Video suchte er die Bilder heraus, welche unter den besten Seeing-Bedingungen angefertigt wurden und somit die meisten Details des Mondes enthüllen. Diese Einzelaufnahmen wurden anschließend mit einer Bildbearbeitungssoftware gestackt und zu der besagten Albedokarte zusammengefügt.
Bei einer Albedokarte handelt es sich nicht um eine Karte, welche topografische Details einer Planeten- oder Mondoberfläche wiedergibt, sondern vielmehr um eine Karte, auf der das unterschiedliche Reflektionsvermögender Oberfläche - die Albedo - hervorgehoben wird, was wiederum Rückschlüsse auf die Gestalt und Zusammensetzung der das Licht reflektierenden Oberfläche gestattet.
Die von Emmanouil Kardasis produzierte Albedokarte erreicht eine Qualität, welche sich nicht hinter entsprechenden professionellen Karten von der Ganymed-Oberfläche verstecken muss. Auf ihr sind verschiedene Oberflächenformationen wie zum Beispiel die Phrygia Sulcus (eine Region aus Furchen und Grate mit einer Länge von 3.700 Kilometern Länge) und die Nicholson-Region (ein tiefliegender, dunkler Bereich auf Ganymeds Oberfläche) deutlich erkennbar. Dies ist lediglich eine weitere Demonstration von dem, wozu engagierte Amateurastronomen in der Gegenwart in der Lage sind.
"Von der Erde aus erscheint Ganymed lediglich als eine winzige Scheibe. Für das Erstellen von aussagekräftigen Bildern von Planeten benötigt man ein Teleskop mit einer Objektivöffnung von mindestens acht Zoll. Bei den Jupitermonden ist dagegen eine größere Öffnung nötig. Außerdem benötigen Sie ein stabiles Stativ, eine äußerst präzise Mechanik für die Nachführung des Teleskops, eine empfindliche Kamera, eine normalerweise frei verfügbare Software für die Bildbearbeitung, ein sehr gutes Seeing und sehr, sehr viel Geduld", so Kardasis. "Wenn wir die gleiche Methode auch bei anderen Welten wie zum Beispiel dem vulkanisch aktiven Jupitermond Io anwenden, dann können wir dort vielleicht sogar die aufgrund des Vulkanismus regelmäßig erfolgenden Veränderungen auf der Oberfläche dokumentieren."
Professionelle Teleskope können Albedokarten mit einer deutlich besseren Auflösung anfertigen. Allerdings ist die Anzahl der entsprechend ausgerüsteten Observatorien begrenzt, die Beobachtungszeiten sind limitiert und entsprechend teuer und Anträge auf Beobachtungskampagnen müssen mehrere Monate im Voraus eingereicht werden. Dies hat zur Folge, dass die professionellen Astronomen einzelne, speziell ausgewählte Objekte des Himmels nicht regelmäßig überwachen können und deshalb immer öfters auf die Unterstützung der Amateurastronomen angewiesen sind. In den vergangenen Jahren haben die sogenannten "Amateure" mehrfach wertvolle Informationen über Kometen- und Asteroidenimpakte (Jupiter) oder das aktuelle Wettergeschehen (Saturn) geliefert, welche anschließend durch professionelle erdgestützte Observatorien, durch das Weltraumteleskop Hubble oder durch den Saturnorbiter Cassini weiterverfolgt wurden.
Zukünftige Beobachtungsprogramme von Amateurastronomen könnten dazu dienen, Atmosphärenveränderungen auf Planeten wie Uranus und Neptun oder dem Saturnmond Titan zu dokumentieren. Basierend auf diesen Resultaten können dann professionelle Astronomen und Planetenforscher ganz gezielt weiterführende Beobachtungen durchführen.
"Ich hoffe, dass meine Arbeit alle an der Astronomie Interessierten, welche über die entsprechende Ausrüstung verfügen, dazu inspiriert, entsprechende Beobachtungskampagnen durchzuführen", so Emmanouil Kardasis.
Die gleichen Hoffnungen hegt auch G. S. Orton vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena/Kalifornien. Im Rahmen der Raummission JUNO, welche ab dem September 2016 den Jupiter für ein Jahr ausführlich untersuchen wird, erhofft sich der Wissenschaftler eine enge und produktive Zusammenarbeit mit der internationalen Gemeinschaft der Amateurastronomen, welche die wissenschaftlichen Beobachtungen des Jupiters und seiner Atmosphäre durch entsprechende Beobachtungsprogramme ungemein unterstützen können.
Die Ergebnisse der Arbeit von Emmanouil Kardasis und die damit verbundene Vorgehensweise wurde am heutigen Tag auf dem European Planetary Science Congress 2012, einer gegenwärtig in Madrid stattfindenden Fachtagung der Planetenforscher, vorgestellt.
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EPSC 2012:
(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: EPSC 2012)
» Hubbles tiefster Blick ins Universum veröffentlicht
27.09.2012 - Auch nach mehr als 22 Jahren im Weltraum ist Hubble immernoch für neue, faszinierende Einblicke in die tiefen des Universums gut. Denn die NASA hat jetzt den bislang tiefsten Blick ins Universum veröffentlicht. Das "eXtreme Deep Field" genannte Foto zeigt Galaxien, die zehn-milliarden Mal schwächer leuchten, als es das menschliche Auge sehen könnte.
Um das neue Foto zu produzieren, nutzen Astronomen Hubble-Aufnahmen der letzten zehn Jahre und setzen diese aufwändig zusammen. Aufgenommen wurden die Fotos im Zentrum des "Hubble Ultra Deep Field", dem bisher tiefsten Blick ins Universum im Sternbild "Chemischer Ofen", am Südhimmel. Das jetzt neu veröffentlichte Bild geht weiter und zeigt mehr als 5.500 Galaxien. Mit dabei sind Spiralgalaxien wie unsere Milchstraße, aber auch große rote, unscharfe, in denen die Entstehung von Sternen bereits aufgehört hat.
Hubble hat insgesamt 50 Tage ununterbrochen Licht aus dieser Gegend eingesammelt, verteilt über die letzte Dekade. Die daraus resultierenden 2000 Fotos wurden von den beiden Primärkameras aufgenommen, welche in dieser Zeit am Hubble montiert waren. Erst im Jahr 2009 wurde die bisher verwendete "Advanced Camera for Surveys" im Rahmen der Space Shuttle Mission STS-125 durch die "Wide Field Camera 3" ersetzt. Diese erlaubt auch einen Blick in das nahe infarote Spektrum des Lichts. "Das XDF ist der tiefste Blick ins Universum den wir je gewagt haben und offenbart die entferntesten Galaxien, die wir je gesehen haben. XDF erlaubt es uns weiter in die Vergangenheit zurückzuschauen, als jemals zuvor", sagt Garth Illingworth von der Universität von Kalifornien.
Das Universum ist 13,7 Milliarden Jahre alt und XDF lässt bereits Galaxien erkennen, die etwa 13.2 Milliarden Jahre alt sind. Die meisten Galaxien auf dem Bild sind sehr jung, klein und noch im Wachstum. Sie kollidieren oft und zeigen die dramatischen Ereignisse, die sich nach dem Urknall abgespielt haben. Die ersten Sterne dieser Galaxien waren oft blaue Sterne, sehr viel heller als unsere Sonne, aber auch sehr viel kurzlebiger. Das Licht dieser vergangenen Riesen erreichte uns erst jetzt. Damit ist das XDF ein Zeittunnel zurück in diese Vergangenheit.
Das Hubble-Weltraumteleskop (englisch Hubble Space Telescope, kurz HST) ist ein Weltraumteleskop für sichtbares Licht, Ultraviolett- und Infrarotstrahlung, das die Erde in einer Höhe von 575 Kilometern innerhalb von 96 Minuten einmal umkreist. Das Teleskop entstand aus der Zusammenarbeit der NASA und der ESA und wurde nach dem US-Astronomen Edwin Hubble benannt. Als Nachfolger ist im Moment das James Webb Space Telescope in Bau. Frühester Start wäre 2018.
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(Autor: Klaus Donath - Quelle: NASA)
» Ariane-5-Start mit zwei Kommunikationssatelliten
29.09.2012 - Pünktlich am 28. September 2012 um 23:18 Uhr MESZ startete vom Raumfahrtgelände Kourou in Französisch-Guayana eine Ariane-5-Trägerrakete mit zwei Satelliten an Bord. Die Erdtrabanten für die Indische Raumfahrtforschungsorganisation (ISRO) und den Kommunikationssatellitenbetreiber SES wurden nach rund einer halben Stunde Flug erfolgreich ausgesetzt.
Verwendet wurde eine Ariane-5-ECA, die von der Startrampe ELA-3 zum fünften Flug einer Ariane-5 im Jahr 2012 abhob. Transportiert wurden bei der Mission VA-209 der europäische Kommunikationssatellit Astra 2F (Masse beim Start circa 5,968 kg) und der indische Kommunikationssatellit GSAT 10 (Startmasse rund 3.400,5 kg). Beide Satelliten waren zusammen unter einer 17 Meter hohen Nutzlastverkleidung mit einem Durchmesser von 5,4 Metern untergebracht. Astra 2F wurde als erster der Satelliten etwa 27 Minuten nach dem Start ausgesetzt, er saß zuoberst auf der 6,4 Meter hohen Nutzlaststruktur SYLDA 5 A (SYLDA ist die Abkürzung von "Système de Lancement Double Ariane", Ariane-Doppelstartvorrichtung). Nach Abstoßen der SYLDA 5 A wurde GSAT 10 etwa 30 Minuten und 45 Sekunden nach dem Start freigegeben.
Die beiden Satelliten werden aus dem Geotransferorbit mit einem geplanten Perigäum von 249,7 km über der Erde (erreicht 249,7 km, Schätzung Arianespace) und einem geplanten Apogäum von 35.933 km über der Erde (erreicht 35.938 km, Schätzung Arianespace) mit eigenen Antrieben den Geostationären Orbit ansteuern. Die Antriebe müssen auch den Abbau der Rest-Inklination, der verblieben Neigung der Bahn gegen den Erdäquator, von rund 6 Grad bewerkstelligen. GSAT 10 beispielsweise soll laut Plan nach drei Brennphasen seines mit Monomethylhydrazin (MMH) und einer Mischung von Stickstoffoxiden (MON-3, Stickstofftetroxid mit 3% Stickstoffmonooxid) betriebenen, 440 Newton starken Apogäumsmotors 5 Tage nach dem Start den Geostationären Orbit erreichen.
Bei GSAT 10 handelt es sich um ein in Indien auf Basis des Satellitenbus I-3K entworfenes und gebautes Raumfahrzeug mit einer Leermasse von 1.498 kg, dessen Grundkörper Maße von rund 2,0 auf 1,77 auf 3,1 Metern aufweist. Der dreiachsstabilisierte Satellit ist dazu gedacht, den indischen Subkontinent von einer Position bei 83 Grad Ost im Geostationären Orbit, wo man ihn in Kolokation mit INSAT 4A und GSAT 12 betreiben will, mit einer Bandbreite von Kommunikationsdiensten zu versorgen. Dementsprechend ist die Kommunikationsnutzlast von GSAT 10 mit 18 C-Band- und 12 Ku-Band-Transpondern ausgestattet.
Neben der Kommunikationsnutzlast befinden sich auch Anlagen des indischen Systems zur Unterstützung von GPS im Bereich Indiens durch zusätzliche Korrektursignale, GAGAN für GPS Aided Geo Augmented Navigation genannt, an Bord von GSAT 10. Vom Einsatz der im C-Band- sowie im L1- und L5-Band-Bereich arbeitenden Navigationsnutzlast verspricht man sich in Indien insbesondere Vorteile für die zivile und die militärische Luftfahrt. Eine erste GAGAN-Nutzlast gelangte mit dem Schwestersatelliten von GSAT 10, GSAT 8 am 20. Mai 2011 in den Weltraum. Zur Ausstrahlung der Navigationssignale besitzen die beiden Satelliten 0,8 auf 0,8 Meter messende Antennenfelder mit je 16 Elementen.
Die Energieversorgung der Satellitensysteme von GSAT 10 erfolgt durch zwei Solarzellenausleger, die dem Raumfahrzeug eine Spannweite von rund 15,44 Metern geben. Am Ende der projektierten Einsatzdauer von 15 Jahren sollen die Solarzellenausleger von GSAT 10 noch rund 6.100 Watt elektrische Leistung bereitstellen können. Die maximal erzeugbare elektrische Leistung bei voller Sonneneinstrahlung liegt bei 6.474 Watt. Für die Stromspeicherung besitzt der Satellit zwei Lithlium-Ionen-Akkumulatorensätze mit einer Kapazität von jeweils 128 Ah.
Astra 2F ist eine Konstruktion von Astrium mit einer Leermasse von 2.660 kg und basiert auf der Satellitenplattform Eurostar E3000. Der Satellit wird vom europäischen Betreiber von Kommunikationssatelliten SES insbesondere zur Verbreitung von hochaufgelösten Fernsehprogrammen eingesetzt werden. Außerdem ist vorgesehen, mit Astra 2F VAST- und Breitbanddienste auszustrahlen. Astra 2F soll im geostationären Orbit eine Position bei 28,2 Grad Ost beziehen, um von dort Empfänger in Afrika, Europa und dem Mittleren Osten zu versorgen. Dafür ist er mit einer Anzahl von Ka- und Ku-Band-Transpondern ausgerüstet.
Mit elektrischer Energie versorgt wird die Kommunikationsnutzlast von Astra 2F von zwei Solarzellenauslegern mit Galliumarsenid-Zellen, die dem Raumfahrzeug zusammen eine Spannweite von insgesamt fast 40 Metern geben. Die vorgesehene Standzeit des dreiachsstabilisierten, mit Lithium-Ionen-Akkumulatoren ausgestatteten Satelliten im Orbit beträgt 15 Jahre. An deren Ende erwartet man von den beiden Solarzellenauslegern die Bereitstellung von immer noch 13 Kilowatt elektrischer Leistung.
Vor Astra 2F, der ursprünglich von einer russischen Proton-Rakete hätte befördert werden sollen, besorgte Arianespace den Transport von 35 anderen für Astra bzw. SES gebauten Satelliten in den Weltraum. GSAT 10 wurde zum 15. Satelliten der ISRO, der mit einer europäischen Ariane-Rakete ins All gelangte. VA-209 mit Astra 2F und GSAT 10 auf der Rakete L565 aus dem Produktionslos PB war beim 65. Start einer Ariane 5 die 51. erfolgreiche Ariane-5-Mission in Folge. Bei der Mission VA-209 wurde laut Arianespace bei einer Gesamtstartmasse von rund 780 Tonnen (laut Astrium rund 775 Tonnen beim Abheben) eine Gesamtnutzlast von 10.211 kg transportiert (laut Astrium 10.178,7 kg), von denen nach Angaben von Arianespace 9.401 kg auf die beiden Satelliten entfielen.
Astra 2F wird voraussichtlich katalogisiert mit der NORAD Nr. 38.778 bzw. als COSPAR-Objekt Nr. 2012-051A, GSAT 2 mit der NORAD Nr. 38.779 bzw. als COSPAR-Objekt Nr. 2012-051B.
(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Arianespace, Astrium, ESA, ISRO, SES)
» Venezuelas Erdbeobachtungssatellit VRSS 1 gestartet
29.09.2012 - Am 29. September 2012 brachte eine chinesische Trägerrakete des Typs Langer Marsch 2D den venezolanischen Erdbeobachtungssatelliten VRSS 1 in den Weltraum. Der Satellit soll für die Regierung von Venezuela zahlreiche wichtige Aufgaben zum Wohle der Bevölkerung des Landes erfüllen.
Circa 13 Minuten nach dem Start um 6:12 Uhr MESZ von der Rampe 603 des Startkomplexes 43 des chinesischen Raumfahrtzentrums Jiuquan in der Inneren Mongolei wurde VRSS-1 von der zweiten Stufe der Trägerrakete abgetrennt. Einige Minuten später entfalteten sich die beiden Solarzellenausleger des Satelliten.
Der erfolgreiche Start von VRSS 1 ist bisheriger Höhepunkt eines umgerechnet rund 140 Millionen US-Dollar teuren Programms, das China und Venezuela im Mai 2011 beschlossen hatten. Der Satellit mit einer Startmasse von 880 kg, welcher auf dem chinesischen Bus CAST2000 basiert, wurde nach einem Entwurf der chinesischen Akademie für Weltraumtechnik (China Academy of Space Technology, CAST) mit Unterstützung einer Arbeitsgruppe aus 54 Spezialisten aus Venezuela in China montiert. Der Grundkörper des Vehikels ohne die beiden Solarzellenausleger misst etwa 1,53 x 1,65 x 1,87 Meter.
Jetzt umkreist der Erdbeobachtungssatellit auf einer sonnensynchronen Bahn in rund 639 Kilometern über der Erde unseren Planeten. Die gewählte Bahn mit einer Neigung von rund 98 Grad gegen den Erdäquator gewährleistet, dass der Satellit alle 51 Tage die gleiche Stelle des Erdbodens überfliegt. Seine Beobachtungsnutzlast besteht aus zwei hochauflösenden Kameras mit einer Auflösung von 2,5 Metern im panchromatischen Modus und 10 Metern im multispektralen Modus. Außerdem an Bord befinden sich zwei Kameras mittlerer Auflösung. Ihre Auflösung liegt bei rund 16 Metern.
Der neue Erdtrabant soll nach seiner vollständigen Inbetriebnahme bei rund 14 Erdumrundungen pro Tag etwa 350 Bilder täglich zur Erde funken, und auf diese Weise mit erwarteten rund 127.750 Aufnahmen pro Jahr die Grundlage für eine vollständige Bestandsaufnahme des Territoriums Venezuelas liefern. Vom Satelliten verspricht man sich in Venezuela exakte Informationen zu Bereichen wie Sicherheit und Verteidigung, Bergbau und Erdöl, Landwirtschaft, Nahrungsmitteln, Gesundheit und Umwelt. Geplant ist, dass der Satellit 10 Tage nach dem Start die ersten Bilder erfasst.
Der Staatspräsident Venezuelas, Hugo Chávez, äußerte in der Landeshauptstadt Caracas nach dem Start des Satelliten, das Raumfahrzeug sei ein Teil der bedürfnisorientierten wissenschaftlichen und technologischen Entwicklung des Landes, und ein zukunftsorientierter Schritt.
Jorge Arreaza, Minister für Wissenschaft, Technologie und Innovation, teilte mit, der Satellit werde es dank seiner Fähigkeit, das Territorium Venezuelas genau zu beobachten, ermöglichen, hinsichtlich der unterschiedlichen Aktivitäten im Land künftig fundierte Entscheidungen zu treffen. VRSS 1 soll Bildmaterial für Kartierungsprojekte liefern sowie bei der Beurteilung von Böden, Bewuchs, Bioproduktion, Wasserflächen und Versteppung helfen, was der für die Landwirtschaft zuständige Minister Venezuelas, Elías José Jaua Milano, als einen bedeutenden Fortschritt bei der landwirtschaftlichen Entwicklung des Landes betrachtet.
Bei der Stadtplanung und der Entwicklung von Industrieansiedlungen erwartet man ebenfalls Hilfe durch den Satelliten. Außerdem soll er Daten zu natürlichen Ressourcen liefern sowie Informationen über Fischerei, Viehzucht und Artenvielfalt. Schließlich erhofft man sich von VRSS 1 Unterstützung bei der Katastrophenprävention und -Bewältigung. In Venezuela gilt es immer wieder, bei Erdbeben, Überschwemmungen, schweren Regenfällen und Flächenbränden zu bestehen. Zu guter Letzt ermöglicht es der Satellit auch, in Grenzen die Bewegungen militärischer Einheiten zu verfolgen.
Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Venezuelas (Agencia Venezolana de Noticias, AVN) wurde der Start des Satelliten im ganzen Land gefeiert. In Caracas trafen hunderte Menschen auf dem Museumsplatz zusammen, um einer Übertragung des Starts beizuwohnen. Vom staatlichen Fernsehen Venezuelas (Venezolana de Televisión, VTV) befragte Teilnehmer äußerten ihren Stolz auf den nach dem Kommunikationssatelliten Venesat 1 alias Simon Bolivar zweiten Satelliten Venezuelas und bezeichneten den Start als Anlass zum Feiern.
Man erwartet nach Informationen aus Venezuela und Angaben der chinesischen Exportorganisation für Raumfahrttechnik CGWIC, den Satelliten 5 Jahre lang einsetzen zu können. Dem Satellitenbus, auf dem VRSS 1 basiert, spricht der chinesische Lieferant eine Auslegungsbetriebsdauer von 3 Jahren zu.
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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: AVN, CGWIC, Raumfahrer.net, VTV)
» Heller Komet im November 2013
29.09.2012 - Die bisherigen Bahndaten des am 21. September entdeckten Kometen C/2012 S1 (ISON) geben Grund zu der Hoffnung, dass gegen Ende nächsten Jahres ein Komet kurzzeitig auch tagsüber zu sehen sein könnte.
Entdeckt wurde der Komet von Witali Newski und Artjom Nowitschonok auf Bildern, die mit einem automatischen Durchmusterungsteleskop des International Scientific Optical Network in der Nähe von Kislowodsk gewonnen wurden. Das Teleskop verfügt über einen 40 cm großen Hauptspiegel mit einer Brennweite von 1,20 m.
Aus diesen und weiteren Bildern konnten mittlerweile recht zuverlässige Bahndaten berechten werden. Demnach wird sich der Komet, der gegenwärtig noch 6,5 Astronomische Einheiten (980 Millionen km) von der Sonne entfernt ist und durch eine Magnitude von etwa 18 nur in größeren Teleskopen auffällt, im November 2013 auf bis zu 1,8 Millionen Kilometer unserem Zentralgestirn nähern und dabei immer heller werden.
Berechnungen, die auf Erfahrungswerten beruhen, ergeben eine Magnitude von -10,6 am 29. November 2013. Mit bloßem Auge dürfte der Komet von Anfang November bis Ende Dezember zu sehen sein, eine Sichtung am Tage dürfte aber nur um den 29. November herum gelingen. Seinen geringsten Abstand zur Erde erreicht C/2012 S1 mit etwa 0,4 AE (60 Millionen km) im Januar 2014.
Die Bahnberechnungen gelangen deshalb so schnell, da man das Objekt bei Nachforschungen auch auf Bildern vom Mount Lemmon Survey vom 28. Dezember 2011 und vom 1,8-Meter-Teleskop Pan-STARRS vom 28. Januar entdeckte. Demnach handelt es sich offenbar um einen Kometen aus der Oortschen Wolke, der auf extrem exzentrischer Bahn (e = 0,999999964) unterwegs ist und kurzzeitig in extreme Sonnennähe gelangt. Derartige Kometen bezeichnet man auch als Sonnenstreifer.
In der Weihnachtswoche 2011 sorgte auf der Südhalbkugel der Komet Lovejoy für Furore. Er war kurz vor Sonnenaufgang am Himmel deutlich zu sehen und wurde auch von Bord der ISS fotografiert (Raumfahrer.net berichtete).
In der Vergangenheit gab es hin und wieder helle Kometen. Zuletzt erfreuten uns Hyakutake (Helligkeitsmaximum im März 1996) und Hale-Bopp (April 1997) Astronomen und die interessierte Öffentlichkeit. Spektakulär waren auch die Armada von Raumsonden, die in den 1980er Jahren den Halleyschen Kometen ansteuerte und der Einschlag der Bruchstücke von Shoemaker-Levy 9 auf dem Jupiter im Jahre 1994.
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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Associatione Friulana di Astronomia i Meteorologia)