InSpace Magazin #482 vom 24. Dezember 2012

InSpace Magazin
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Das Email-Magazin von Raumfahrer.net.

"InSpace" Magazin

Ausgabe #482
ISSN 1684-7407


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Updates / Umfrage

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Nachrichten der Woche

> Mars Aktuell:
Curiosity erreicht Yellowknife Bay

> Saturn Aktuell:
Ein Flussbett auf dem Titan

> ISS Aktuell:
Sojus-TMA 07M koppelt an Internationale Raumstation

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Disclaimer & Kontakt

Intro von Simon Plasger

Sehr verehrte Leserinnen und Leser,

in der letzen Ausgabe des InSpace-Magazins für 2012 wünsche ich Ihnen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2013.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich noch auf das letzte Gewinntürchen unseres Adventskalenders hinweisen. Gewinnen können Sie einen originalen Weltraumstift, den Raumfahrtjahresrückblick und Astronautenessen. Dafür müssen Sie nur beantworten, was auf dem Bild dort zu sehen ist.

Viel Spaß beim Lesen dieser Ausgabe wünscht Ihnen

Simon Plasger

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Updates / Umfrage

» InSound mobil: Der Podcast
Unser Podcast erscheint mehrmals die Woche und behandelt tagesaktuelle Themen unserer Newsredaktion. Hören Sie doch mal rein.

» Extrasolare Planeten
Extrasolare Planeten wurden das erste Mal 1995 entdeckt, ihre Erforschung ist eng mit der Frage verknüpft, ob es erdähnliche Planeten oder sogar extraterrestrisches Leben gibt.

» Mitarbeit bei Raumfahrer.net
Raumfahrer.net ist weiter auf der Suche nach neuen Mitarbeitern - hier erfahren Sie was Sie bei uns erwartet.

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News

• Ein neues Kapitel der privaten Raumfahrt? «mehr» «online»
• OTV-3 startet auf Atlas 5 «mehr» «online»
• Nordkorea gelingt erster Satellitenstart «mehr» «online»
• Hubble zeigt Galaxien kurz nach dem Urknall «mehr» «online»
• Mondmission GRAIL: Das Ende naht «mehr» «online»
• Chang`e 2 überträgt Bilder von Toutatis «mehr» «online»
• Jamal 402 hat Geostationären Orbit erreicht «mehr» «online»
• Europa reloaded «mehr» «online»
• Indien plant 10 Missionen 2013 «mehr» «online»
• Sojus-TMA 07M auf dem Weg zur Raumstation «mehr» «online»
• Ariane 5 - seit zehn Jahren erfolgreich «mehr» «online»
• Türkischer Aufklärungssatellit gestartet «mehr» «online»
• Eutelsat 21B im kommerziellen Einsatz «mehr» «online»
• Erdähnlicher Planet bei Tau Ceti? «mehr» «online»
• Erster Erfolg für einen nordkoreanischen Träger «mehr» «online»


» Ein neues Kapitel der privaten Raumfahrt?
11.12.2012 - Das neu gegründete US-amerikanische Raumfahrtunternehmen Golden Spike Company hat angekündigt, bis zum Jahre 2020 zahlungskräftigen Passagieren einen Spaziergang auf dem Mond zu ermöglichen. Dafür sollen die Fluggäste etwa 1,5 Milliarden US-Dollar bezahlen, bei anvisierten zwei Astronauten immerhin noch schlappe 750 Millionen Dollar pro Person.
Bei dem neuen Unternehmen Golden Spike haben einige ehemalige Mitglieder der NASA ihre Finger im Spiel: Gerry Griffin, ein ehemaliger Direktor des Apollo-Programms, Alan Stern, früher als NASA-Direktor für die Wissenschaftsmissionen der Behörde zuständig oder der ehemalige Space-Shuttle-Kommandant Jeff Ashby. Auf der Liste der Berater stehen auch so illustre Namen wie Newt Gingrich, ehemals republikanischer Präsidentschaftskandidat.

Und was will Golden Spike? Die Firma hat das Ziel, Menschen zum Mond zu befördern: Touristen, staatliche Astronauten, Astronauten von Unternehmen usw. Das Ganze soll finanziert werden über den Verkauf der Plätze an Bord des Raumschiffes, den Verkauf von Medienrechten oder den Verkauf von mitgebrachtem Mondgestein. Außerdem will man Frachtraum zur Verfügung stellen für Dinge, die von der Erde mitgenommen werden zum Mond.

Die Transporte sollen nach der Vorstellung der Firmengründer auf bereits erprobten Technologien beruhen. Doch während die Mondflüge der NASA auf einem Start beruhten, sieht Golden Spike für den Transport zum Mond gleich derer vier vor, bei denen Transportschiffe und Lander sowie die eigentliche Crew jeweils getrennt in den Erdorbit gebracht werden sollen. Ergänzt werden soll das Ganze durch mehrere Andockmanöver im Erd- und Mondorbit. Laut Aussagen der Gründer könnte der erste Mondflug bereits 2020 statt finden.

Inzwischen haben einige Experten das Mondflugprogramm der Firma angezweifelt. Dabei bezieht man sich weniger auf die technische Machbarkeit als vielmehr auf die Finanzierbarkeit, nicht zuletzt aufgrund der notwendigen Testflüge und weitere Sicherheitsmaßnahmen.

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(Autor: Hans Lammersen - Quelle: Welt.de, Spiegel online, Space.com, Golden Spike Company)


» OTV-3 startet auf Atlas 5
12.12.2012 - Gestern abend startete eine Trägerrakete des Typs Altas 5 vom Startkomplex 41 in Cape Canaveral. Unter der Nutzlastverkleidung trug sie ein wiederverwendbares Raumfahrzeug vom Typ X 37B ins All.
Der Start erfolgte gegen 19.03 Uhr MEZ. Die erste Stufe des Trägers arbeitete etwa viereinhalb Minuten und wurde anschließend abgeworfen. Die Centaur-Oberstufe brachte die Nutzlast innerhalb von 13 Minuten Brenndauer auf die vorgesehene Umlaufbahn und gab diese kurz darauf frei.

Die offizielle Bezeichnung der Mission lautet OTV 3, wobei dasselbe Fluggerät zum Einsatz kommt wie bei der ersten deratigen Mission im Jahre 2010. Damals startete das Raumfahrzeug am 22. April, kehrte am 3. Dezember zur Erde zurück und blieb damit gut 224 Tage im All. Die Landung erfolgte auf einer Bahn des Luftwaffenstützpunktes Edwards. Damals hatten Amateursatellitenbeobachter die Weltraumdrohne immer wieder aufgespürt, nachdem sie unangekündigte Bahnmanöver absolviert hatte.

Die X 37B ist knapp 9 Meter lang, viereinhalb Meter breit und hat eine Masse von etwa 5 t. Damit passt sie komplett unter eine Nutzlastverkleidung der Atlas-5-Trägerrakete und diese benötigt zum Start in einen erdnahen Orbit keine Feststoffbooster.

Das Projekt lief zunächst bei Boeing unter der Bezeichnung X 40, wurde später zu X 37 und 2004 von der NASA an die DARPA übergeben. Der unbemannte Transporter wird für die US-Luftwaffe entwickelt und erprobt, ist schnell einsatzbereit, kann nach einem Einsatz auch zügig auf den nächsten vorbereitet werden und ist obendrein zu vergleichsweise großen Bahnänderungen in der Lage. Die militärische Nutzlast beträgt bis zu 540 kg, das Vehikel ist für eine nominale Einsatzdauer von 270 Tage im All konzipiert.

Beim zweiten Einsatz eines X 37B wurde diese Aufenthaltsdauer mit gut 468 Tagen aber bereits deutlich überschritten. Wie lange der dritte Einsatz dauern wird, welche Nutzlast die Drohne trägt und welche Bahnmanöver sie ausführen wird, fällt genau wie die Kosten des militärischen Programms unter die Geheimhaltung.

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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: SpaceflightNow, Raumcon, Raumfahrer.net)


» Nordkorea gelingt erster Satellitenstart
12.12.2012 - Heute Nacht startete eine Trägerrakete des Typs Unha 3 vom Sohae Satellitenzentrum aus mit dem Satelliten Kwangmyŏngsŏng 3 an Bord und transportierte diesen ins All.
Damit gelang der Demokratischen Volksrepublik Korea der erste Satellitenstart von eigenem Boden und mit eigener Technik. Zuvor waren mehrere Versuche an verschiedenen Ursachen gescheitert, zuletzt im April dieses Jahres.

Kwangmyŏngsŏng 3 ist quaderförmig mit einer Höhe von 1,40 m, einer Breite von etwa 60 cm sowie einer Tiefe von ca. 70 cm und besitzt eine Masse von etwa 100 kg. Der Satellit ist an der Außenseite mit Solarzellen zur Energieversorgung versehen und verfügt über eine Kamera. Damit soll Erderkundung betrieben werden. Außerdem dient die gesamte Mission natürlich technischen Erprobungen.

Der Satellit erreichte nach Angaben verschiedener Quellen eine Umlaufbahn in einer Höhe von etwa 500 km bei einer Bahnneigung von 97,4 Grad. Auf diesem Orbit soll er etwa 2 Jahre lang Daten liefern.

Nordkorea ist damit das zehnte Land weltweit, was in der Lage ist, mit einer eigenen Trägerrakete Nutzlasten in eine Erdumlaufbahn zu befördern. Dies gelang zuvor nur der Sowjetunion 1957 (heute vor allem Russland), den USA (1958), Frankreich (1965), Japan (1970), China (1970), Großbritannien (1971), Indien (1980), Israel (1988) und dem Iran (2009). Seit 1979 verfügt auch die Europäische Weltraumorganisation ESA über geeignete Träger.

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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: NHK, Raumcon, NORAD, Skyrocket, SpaceflightNow)


» Hubble zeigt Galaxien kurz nach dem Urknall
13.12.2012 - Nachdem das Hubble-Team am 27. September das "eXtreme Deep Field" genannte Foto veröffentlichte, konnten nun erste wissenschaftliche Ergebnisse aus dem Bild gewonnen werden. Eine Galaxie darunter hat das Potential, die älteste jemals aufgenommene zu sein.
Wissenschaftler haben 7 Galaxien auf dem Foto genauer unter die Lupe genommen und deren Rotverschiebung gemessen. Je weiter der Ursprung des Lichtes entfernt ist, desto rotverschobener kommt es bei uns an. Eine der Galaxien besitzt eine Rotverschiebung von 11,9, was darauf hindeutet, dass die beobachtete Galaxie ihr Licht nur 380 Millionen Jahre nach dem Urknall ausgesandt hat und es auf Grund der Expansion des Universums und des Raumes erst jetzt bei uns eingetroffen ist. Da das Universum selbst etwa 13,7 Milliarden Jahre alt ist, war das ausgesendete Licht in einem Zeitalter entstanden, welches grade einmal 4% des aktuellen Alters entspricht. Sollten die Daten stimmen, wäre das mit einem Alter von 13,32 Milliarden Jahre die älteste je beobachtete Galaxie. Erst mit der neuen, auch im nahen Infraroten empfindlichen "Wide Field Camera 3" war diese Entdeckung möglich.

Astronomen sind bereits länger auf der Suche nach Energiequellen im frühen Universum, in dem sich die Materie des Universums wieder ionisierte und damit für Licht wieder durchlässig wurde. Diese Reionisierungsepoche beendete das dunkle Zeitalter des Universums. Allerdings ist, um Wasserstoff zu ionisieren, eine Energie von über 13,6 eV nötig. Wenn Protonen und Elektronen voneinander getrennt sind, können sie keine Energie in Form von Photonen aufnehmen. Photonen können zwar gestreut werden, allerdings ist die Streuung immer seltener bei einer geringen Dichte des Plasmas. Dadurch ist ein Universum mit ionisiertem Wasserstoff bei geringer Dichte relativ lichtdurchlässig, so wie unser heutiges Universum. Die Periode der Ionisierung dauerte etwa zwischen 150 Millionen und 1 Milliarde Jahre (Rotverschiebung zwischen 6 und 20) nach dem Urknall. Als Energiequelle kommen frühe Quasare und Galaxien in Betracht.

Die gewonnenen Daten bestätigen die Annahme, dass diese Reionisierung nicht in einem einzelnen, dramatischen Event passiert sein konnte. Stattdessen bildeten sich die Galaxien langsam über einen größeren Zeitraum und formten erste Sterne sowie chemische Elemente. Die beobachteten Galaxien passen genau in diese Epoche.

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(Autor: Klaus Donath - Quelle: NASA, wikipedia, universetoday.com)


» Mondmission GRAIL: Das Ende naht
15.12.2012 - Am kommenden Montag, dem 17. Dezember, sollen die beiden Satelliten der von der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA betriebenen Mondmission GRAIL gezielt auf der Mondoberfläche zum Absturz gebracht werden.
Die aus zwei Raumsonden bestehende Mondmission GRAIL wurde am 10. September 2011 an Bord einer Delta-7920H-10-Rakete gestartet. Nach einer dreieinhalbmonatigen Transferphase traten die beiden Satelliten Ebb (GRAIL-A) und Flow (GRAIL-B) am 31. Dezember 2011 beziehungsweise am 1. Januar 2012 in den Mondorbit ein. Das wissenschaftliche Ziel der Mission bestand in einer hochgenauen Vermessung des lunaren Schwerkraftfeldes sowie der dortigen Schwerkraftanomalien.

Zu diesem Zweck nahmen die beiden lediglich waschmaschinengroßen Raumsonden einen eng beieinanderliegenden, nahezu kreisförmig verlaufenden Orbit in einer Höhe von rund 55 Kilometern über der Mondoberfläche ein. Am 7. März 2012 begann die eigentliche Hauptmission der beiden Raumsonden. Im Rahmen einer Missionsverlängerung, welche offiziell am 30. August 2012 begann, wurden die Umlaufbahnen von Ebb und Flow schließlich auf eine Höhe von durchschnittlich nur noch 23 Kilometer abgesenkt. Seit dem 6. Dezember beträgt die Höhe der Umlaufbahnen sogar nur noch rund 11 Kilometer.

Die Daten über das Schwerkraftfeld des Mondes wurden durch das "Satellite-to-Satellite Tracking"-Prinzip gewonnen. Hierbei wurden mittels der Aussendung elektromagnetischer Wellen kontinuierlich die gegenseitige Distanz der beiden Raumsonden ermittelt. Sobald die beiden Mondorbiter eine Oberflächenregion überfolgen, wo die Gravitation höher oder niedriger ausfiel als normal, wurde dabei zuerst die eine Raumsonde minimal abgebremst beziehungsweise beschleunigt, dann die andere. Diese Geschwindigkeitsveränderungen resultierten zugleich in einer Variation des gegenseitigen Abstandes, welcher im Rahmen der Messungen mit einer Genauigkeit von wenigen Mikrometern ermittelt werden konnte.

Aus den so gewonnenen Daten konnten die an der Mission beteiligten Wissenschaftler im Laufe der letzten Monate wichtige Rückschlüsse über den inneren Aufbau des Mondes ableiten. Hieraus resultierte eine erst kürzlich von der NASA veröffentlichte hochpräzise Karte des Mondschwerefeldes und ein den gesamten Mond umspannender Überblick über die Dicke von dessen Kruste.

Um ihre extrem niedrigen und zugleich auch sehr präzise aufeinander abgestimmten Umlaufbahnen beizuhalten, mussten die Triebwerke der beiden Raumsonden seit dem Beginn des Jahres etwa drei mal pro Woche aktiviert werden. Mittlerweile sind die Treibstoffreserven der beiden Mondorbiter jedoch aufgebraucht. Aus diesem Grund hat sich die NASA dazu entschlossen, die beiden Raumsonden Ebb und Flow gezielt auf der Mondoberfläche zum Absturz zu bringen.

"Es wird uns schwer fallen, auf Wiedersehen zu sagen", so der Kommentar von Maria Zuber vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge/USA, die für die GRAIL-Mission hauptverantwortliche Wissenschaftlerin. "Unsere kleinen robotischen Zwillinge waren beispielhafte Mitglieder der GRAIL-Familie und die Planetenforschung konnte von ihren Erkenntnissen enorm profitieren."

Als Absturzort wählte die NASA einen Berghang in der Nähe des lunaren Nordpols, welcher sich in der Nähe des rund 115 Kilometer durchmessenden Impaktkraters Goldschmidt befindet. Dieser Ort wurde vom Kontrollteam der GRAIL-Mission bewusst ausgewählt.

Weder während ihrer letzten Orbits noch während des eigentlichen Absturzes sollten sich die Mondorbiter in der Nähe von "historischen Stätten" auf dem Mond befinden. So soll sichergestellt werden, dass zum Beispiel die Landeorte der bemannten Apollo-Missionen der NASA und der sowjetischen Luna-Missionen nicht durch Trümmerstücke beschädigt werden, sondern der Nachwelt erhalten bleiben.

Impakt am 17. Dezember gegen 23.30 Uhr MEZ


Der Einschlag der beiden Mondorbiter wird am kommenden Montag, dem 17. Dezember 2012, erfolgen. Zuerst wird dabei Ebb gegen 23:28:40 Uhr MEZ auf der Mondoberfläche aufprallen. Etwa 20 Sekunden später wird die Schwestersonde Flow folgen. Die Einschlagsgeschwindigkeit beider Raumsonden wird 1,7 Kilometer pro Sekunde betragen.

Würden beide Mondorbiter senkrecht auf der Oberfläche aufschlagen, so würden sie dabei zwei Krater mit Durchmessern von jeweils etwa drei bis vier Metern erzeugen. Allerdings werden beide Sonden den Berghang, welcher über eine Neigung von etwa 20 Grad verfügt, in einem sehr flachen Winkel treffen. Somit werden die demnächst neu entstehenden Mondkrater entsprechend kleiner ausfallen.

Mit ihrem in wenigen Stunden anstehenden Absturz ist die Untersuchung des Mondes durch Ebb und Flow allerdings keineswegs abgeschlossen. Nach dem Absturz soll der ebenfalls von der NASA betriebene Mondorbiter Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO), welcher bereits seit dem Juni 2009 den Erdmond untersucht, dazu eingesetzt werden, um die Absturzstelle im Detail abzubilden. Durch die Bestimmung der Größe, Tiefe und Form der neu entstandenen Krater sowie durch die Analyse der Verteilung der Trümmer über die Bergflanke erhoffen sich die Mondforscher nähere Informationen über die dort gegebene Beschaffenheit der Mondoberfläche.

Zur Vorbereitung des zielgerichteten Absturzes führten die beiden Mondorbiter am gestrigen Tag ein letztes Orbitmanöver aus, bei dem die letzten an Bord befindlichen Treibstoffreserven verbraucht wurden. Um 16.07 Uhr MEZ wurde das Haupttriebwerk von Ebb über einen Zeitraum von 55,8 Sekunden aktiviert. Nur 16 Sekunden später zündete das Triebwerk von Flow für einen Zeitraum von 55,4 Sekunden. Bei beiden Raumsonden wurde durch dieses Manöver die Fluggeschwindigkeit um 4,6 Meter pro Sekunde verändert.

Von der Erde aus wird der Absturz der beiden Raumsonden aller Wahrscheinlichkeit nicht zu beobachten sein, da die Absturzstelle während der Impakte im Dunkeln liegen wird. Auch fällt die Masse der beiden Orbiter zu gering aus, um dabei genügend Mondmaterial in die Höhe zu schleudern, welches dann von irdischen Teleskopen detektiert werden könnte. Eine direkte Beobachtung aus dem Mondorbit heraus soll aber durch den Lunar Reconnaissance Orbiter versucht werden, welcher sich während des Absturzes in Sichtweite zur Absturzregion befinden wird. Hierfür soll speziell das LAMP-Instrument des LRO eingesetzt werden.

Außerdem plant die NASA während des Absturzes eine etwa 35minütige Live-Berichterstattung aus dem Raumsonden-Kontrollzentrum des Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Pasadena/Kalifornien, welche im Internet übertragen werden soll, und bei der auch Mitarbeiter der GRAIL-Mission zu Wort kommen werden. Weitere Informationen hierzu finden Sie in einer entsprechenden Pressemitteilung des JPL.

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(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: JPL, The Planetary Society, Wikipedia)


» Chang`e 2 überträgt Bilder von Toutatis
15.12.2012 - Die 2010 eigentlich als Mondsonde gestartete Chang’e 2 hat vorgestern offenbar erfolgreich den 1989 entdeckten Asteroiden Toutatis passiert und dabei mehrere Nahaufnahmen zur Erde übertragen.
Dabei war die Sonde für eine solche Aufgabe niemals vorgesehen. Sie hatte eigentlich relativ gemächlich den Mond umrundet und dabei das Objektiv ihrer CCD-Kamera immer in Richtung Mond gewandt. Jetzt musste sie sich innerhalb kurzer Zeit äußerst präzise drehen, um den Kleinkörper während der nur 15 Sekunden währenden Aufnahmesequenz bei rund 11 km/s nicht aus dem Blick zu verlieren. Dies stellt außerordentlich hohe Anforderungen an die Genauigkeit der Manöver.

Dies ist den chinesischen Ingenieuren und Technikern offenbar mit Bravour gelunden, da sie eine ganze Bildserie vom Vorbeiflug vorgelegt haben. Dieser fand am Donnerstag in einer Entfernung von etwa 7 Millonen Kilometern von der Erde statt und dauerte nur wenige Minuten. Die geringste Distanz erreichte Chang’e 2 dabei gegen 9.30 Uhr MEZ. Die Sonde raste mit 38.600 Kilometern pro Stunde (10,73 km/s) in einem Abstand von minimal 3,2 Kilometern an Toutatis vorbei und fertigte Bilder mit einer besten Auflösung von etwa 10 Metern an, dies allerdings aus Abständen von 93 bis 240 Kilometern.

(4179) Toutatis gehört zur Gruppe der Apollo-Asteroiden, seine Bahn kreuzt die der Erde und beide Himmelskörper kommen sich in etwa Vierjahresabständen relativ nahe. Toutatis wurde im Januar 1989 entdeckt und nach einem keltischen Gott benannt. Von der Erde aus war der unregelmäßige Kleinkörper mit Abmessungen von 4,5 km Länge, 2,4 km Breite und 1,9 km Tiefe bisher nur mittels Radarmessungen genauer erfasst worden.

Chang’e 2 ist eine chinesische Mondsonde, die am 1. Oktober 2010 zum Erdtrabanten startete und am 6. Oktober in eine Mondumlaufbahn gelangte. Hier wurde die Oberfläche des Mondes zunächst aus einem Arbeitsorbit etwa 100 km über der Oberfläche komplett erfasst. Danach wurde die Bahn so korrigiert, dass der mondnächste Punkt nur noch etwa 15 km über der Oberfläche lag. Nach Erfüllung dieser Aufgabe hatte die Sonde noch ausreichend Treibstoffreserven, alle Systeme funktionierten gut. Daher wurde die Bahn des Mondsatelliten angehoben und die Sonde entfernte sich schließlich wieder vom Mond und steuerte den Lagrangepunkt L2 des Erde-Mond-Systems, etwa 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt an. Diesen Punkt umlief Chang’e 2 für mehrere Monate, wobei technische Systeme getestet und weitere Messungen, z.B. am Sonnenwind durchgeführt wurden. Im April 2012 schließlich verließ Chang’e 2 auch diese Position und nahm Kurs auf den Rendezvouspunkt mit Toutatis.

Damit konnte die Vielseitigkeit eines derartigen Raumfahrzeugs eindrucksvoll unter Beweis gestellt werden. China hatte bisher kaum Erfahrungen außerhalb des Erdorbits gemacht. Chang’e 2 wurde damit zur zweiten Mondsonde, zur ersten Raumsonde und zur ersten Asteroidensonde aus dem Reich der Mitte. Hier hat man sogar Russland etwas voraus. Für 2013 plant China den Start eines ersten unbemannten Mondlanders/rovers.

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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Xinhua, Unmanned Spaceflight, Planetary.org, Wikipedia, Raumcon)


» Jamal 402 hat Geostationären Orbit erreicht
15.12.2012 - Der am 8. Dezember gestartete Kommunikationssatellit hat nach 4 Bahnmanövern mit eigenen Triebwerken offenbar nun seine Zielbahn erreicht. Zuvor hatte sich das Oberstufentriebwerk aus noch unbekannter Ursache etwa 4 Minuten zu zeitig abgeschaltet.
Der von Thales Alenia Spazio gebaute Satellit ist mit 46 Ku-Band-Transpondern sowie mehreren Parabolantennen und Solarzellenpaneelen ausgestattet und kann eine Vielzahl von Fernsehprogrammen übertragen sowie weitere Kommunikationsverbindungen etablieren. Seine Reichweite umfasst Russland, Mittel- und Westeuropa, Nord- und Südafrika sowie den mittleren Osten. Der Satellit hatte beim Start eine Masse von etwa 4,5 t und sollte mehr als 15 Jahre im Geostationären funktionieren.

Durch den Einsatz eigenen Treibstoffes zum Erreichen der Zielbahn wird sich die Einsatzdauer nun voraussichtlich auf etwa 11 Jahre verkürzen. Er soll im Januar an den Eigentümer und Betreiber Gasprom - kosmische Systeme übergeben werden. Zunächst werden aber alle Systeme des Satelliten aktiviert und getestet.

Nach dem offenbar problemlosen Start mit einer Proton-Trägerrakete am vergangenen Samstag, hatte die Bris-M-Oberstufe die vierte und letzte Antriebsphase aus bisher unbekannter Ursache etwa 240 Sekunden vor dem geplanten Abschluss beendet und den Satelliten in einem falschen Orbit abgesetzt. Nach vier Korrekturmanövern, von denen das erste bereits wenige Stunden nach dem Start erfolgte, erreichte Jamal 402 nun den geplanten Zielorbit.

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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Wsgljad, Raumcon)


» Europa reloaded
16.12.2012 - Im Jahr 2012 stieg die NASA aus Kostengründen aus einem mit der ESA gemeinsam geplanten Projekt einer Tandemmission zum Jupitersystem aus. Die Europa Jupiter System Mission sollte u.a. die beiden Monde Europa und Ganymed erforschen. Die ESA hat ihren Part weiterentwickelt zur Mission JUICE. Nun scheint auch die NASA über eine Sonde zu den Monden des Jupiter nachzudenken. Und genau so wie bei der ESA handelt es sich um eine abgespeckte Version der früheren Planungen.
Bei einem Treffen der Amerikanischen Geophysikalischen Gesellschaft hat sich David Senske, Wissenschaftler am Jet Propulsion Laboratory, über Planungen bezüglich eines Fluges zum Jupitermond Europa geäußert. Senske, Befürworter des Vorhabens, sagte, dass es von Seiten der NASA durchaus positive Signale gebe.

Konkret geht es um die Entwicklung eines Raumfahrzeugs, welches unter der Marke von 2 Milliarden US-Dollar Entwicklungs- und Baukosten bleibt. Das Fahrzeug soll der Planung nach zwischen 2020 und 2022 starten und nach seiner Ankunft mehrere Male am Mond Europa vorbeifliegen und ihm dabei bis auf 25 Kilometer nahe kommen. Während der Vorbeiflüge soll die Dicke des Eisschildes, die Tiefe des Ozeans und sein Salzgehalt gemessen werden.

Der Mond Europa ist der der kleinste der nach Galilei benannten vier großen Monde des Jupiter. Außer ihm gehören dazu noch Io, Ganymed und Kallisto. Man kann diese Monde bereits mit einem einfachen Fernglas sehen und ihre Bahn rund um Jupiter verfolgen. Trotz einer Oberflächentemperatur von -160 °C (Äquator) bis zu – 220 °C (Pole) vermutet man unter der aus Wassereis bestehenden Oberfläche einen Ozean. Aufgrund von Gezeitenkräften durch den nahen Jupiter kann es zu einer Wärmeentwicklung kommen, die dafür sorgt, dass ab einer Tiefe von vielleicht 10 – 15 Kilometern ein riesiger Ozean liegt, der bis in eine Tiefe von 100 Kilometern hinab reicht und bei diesen Ausmaßen eine Wassermenge enthält, die mehr als das Doppelte der irdischen Ozeane ausmacht.

Durch das Vorkommen von Wasser gilt der Mond als einer der potenziellen Kandidaten für außerirdisches Leben in unserem Sonnensystem. Dabei berücksichtigen die Forscher, dass man in den letzten Jahrzehnten auf der Erde Leben in extremen Bereichen gefunden hat, in denen man es vorher nie vermutet hätte. Daher kann auch an anderen Stellen im Sonnensystem einfaches Leben existieren. Europa ist einer der Kandidaten dafür, ähnlich wie der Saturnmond Enceladus.

Die NASA hatte bereits zusammen mit der ESA eine Sonde zu Europa geplant, die 2020 starten sollte. Allerdings wurde dieses Projekt von Seiten der NASA begraben. Die ESA hat ihrerseits ihren Teil des Projekts weiterentwickelt und ihm den Namen JUICE gegeben (JUpiter ICy moon Explorer). Die Sonde wurde von der ESA als eine ihrer Large Class Missions ausgewählt und hat sich dabei gegen mehrere Konkurrenten durchgesetzt. Sie soll mit einer Ariane 5-Rakete im Jahr 2022 gestartet werden und 2030 am Jupiter eintreffen. Neben Kallisto wird sie auch Europa umkreisen, ehe sie, zumindest nach dem derzeitigen Stand der Planung, 2032 in eine Umlaufbahn um Ganymed eintreten soll.

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(Autor: Hans Lammersen - Quelle: space.com, discovery.com)


» Indien plant 10 Missionen 2013
16.12.2012 - Wie die Indische Weltraum-Forschungs-Organisation ISRO am Donnerstag mitteilte, plant man für 2013 insgesamt 10 Raumfahrtmissionen.
Darüber wurde das indische Parlament am Mittwoch in Kenntnis gesetzt. Acht Missionen sollen in den ersten 9 Monaten gestartet werden, zwei weitere zum Jahresende.

Zu den Nutzlasten zählen polar umlaufende Satelliten, die mit einer PSLV in einen Orbit gebracht würden, sowie geostationäre Raumfahrzeuge und eine Raumsonde. Auf dem Plan stehen unter anderem zwei Kommunikationssatelliten, ein Erderkundungssatellit mit dem Schwerpunkt Ozeanforschung, ein Wettersatellit und ein Navigationssatellit.

Letzterer soll den lokalen Empfang von Navigationssignalen verbessern. Das Indian Regional Navigation Satellite System (IRNSS) soll aus insgesamt 7 Satelliten bestehen, die zu GPS und Galileo kompatible Signale aussenden. 3 Satelliten sollen im Geostationären Orbit platziert werden, vier weitere sollen auf geosynchronen aber um 29 Grad gegen den Äquator geneigten Bahnen über dem indischen Subkontinent pendeln.

Ein weiteres Vorhaben ist der Start von AstroSat, einem wissenschaftlichen Mini-Observatorium zur Messung von Röntgenstrahlung, UV-Licht und geladenen Partikeln. Dafür befinden sich 4 Messinstrumente für weiche und harte Röntgenstrahlung im Bereich von 0,3 bis 100 keV (Kiloelektronenvolt), ein abbildendes Licht-und-Ultraviolett-Teleskop sowie ein Partikelzähler an Bord.

Im November will die ISRO zudem ihre erste Marssonde Mangalyaan auf den Weg bringen. Sie wird mit 7 Instrumenten ausgerüstet sein und soll ab 2014 den Mars umlaufen. Neben einer Kamera sind dies ein Infrarot-Spektroskop, eine Analyseeinrichtung zur Erforschung der Exosphäre des Roten Planeten, ein Gerät zur Messung der abgestrahlten Wärme, ein Methansensor, ein allgemeines Strahlungsspektrometer und ein Plasmaexperiment.

Für April ist der Start des Kommunikationssatelliten GSat 14 geplant. Bereits im Januar soll eine PSLV (Polar Satellite Launch Vehicle) sechs Kleinsatelliten für Indien, Frankreich, Kanada, Österreich und Dänemark auf Kurs bringen. Außerdem will man im Verlauf des Jahres weitere Nutzlasten für Indonesien und Frankreich in Erdumlaufbahnen transportieren.


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: ISRO, NASA)


» Sojus-TMA 07M auf dem Weg zur Raumstation
19.12.2012 - Heute mittag, gegen 13.12 Uhr MEZ, startete ein weiteres russisches Raumschiff mit einer dreiköpfigen, internationalen Besatzung ins All. Die Raumfahrer sollen in zwei Tagen an der Internationalen Raumstation ankoppeln.
An Bord befinden sich der Kanadier Chris Hadfield, der US-Amerikaner Thomas Marshburn und der Russe Roman Romanjenko, Kommandant der Sojus. Nach ihrem zweitägigen Flug zur ISS werden sie voraussichtlich bis Mitte Mai nächsten Jahres in der Raumstation arbeiten.

Auf dem Programm stehen etwa 200 Experimente, wobei ein großer Teil automatisch abläuft oder nur wenig Betreuung vonseiten der Raumfahrer erfordert. Forschungsgebiete sind Medizin, Biologie, Atmosphärenuntersuchungen, Astronomie, Physik, Materialkunde und Technologie.

Knapp 2 Minuten nach dem Start wurden die 4 Raketenblöcke der ersten Stufe abgeworfen, die zentrale, zweite Stufe lief noch einige Zeit weiter. Anschließend wurde auch das Rettungssystem planmäßig abgetrennt und schließlich folgte die Zündung der dritten Stufe.

Der Start erfolgte bei starkem Frost mit Temperaturen von etwa -20 °C und eisigem Wind, weshalb die Raumfahrer vor dem Einstieg mit zusätzlichen Umhängen geschützt waren.

Besondere Neuerungen gibt es bei Sojus-TMA 7 gegenüber den unmittelbaren Vorgängern nicht. Die nächsten größeren Änderungen sind bei den im Frühjahr 2013 folgenden Missionen zu erwarten. Zum einen will man erstmals bei bemannten Raumschiffen den schnellen Anflug versuchen, bei dem zwischen Start und Kopplung nur etwa 6 Stunden vergehen, zum zweiten werden Modifikationen am Kopplungssystem vorgenommen.

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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Roskosmos)


» Ariane 5 - seit zehn Jahren erfolgreich
20.12.2012 - Beim voraussichtlich letzten Raumfahrtstart des Jahres 2012 brachte eine Ariane-5-Trägerrakete erneut ein Satellitenpaar in die geplante Umlaufbahn.
Der Start erfolgte gestern Abend gegen 22.48 Uhr MEZ vom Startplatz Kourou in Französisch Guayana aus. Es handelte sich um den siebenten Start eine Ariane 5 in diesem Jahr und den zehnten von Kourou aus. Zwei Sojus-Träger und eine Vega komplettieren die diesjährige hundertprozentige Erfolgsbilanz.

Nutzlasten beim Start VA 211 waren zum einen der bei Astrium gebaute britische militärische Kommunikationssatellit Skynet 5D, zum anderen ein mexikanischer Kommunikationssatellit für das dortige Ministerium für Kommunikation und Transport, der von Orbital Sciences entworfen und gebaut wurde.

Skynet 5D hat eine Masse von etwa 4,6 t und basiert auf dem Bus Eurostar 3000S. Er ist mit zwei Solarzellenpaneelen ausgerüstet, die für wenigstens 15 Jahre ausreichend Energie liefern sollen. Stationiert wird das Raumfahrzeug im Geostationären Orbit.

Mexsat 3 trägt auch die Bezeichnung Bicentenario (zweihundertjährig oder zweihundertster Jahrestag) und ist mit jeweils 12 C- bzw. Ku-Band-Transpondern ausgestattet. Der 3,05 t leichte Satellit wird über Solarzellen mit etwa 3,5 kW elektrischer Leistung versorgt und soll damit sowie mit den Treibstoffvorräten etwa 15 Jahre lang in Funktion bleiben. Mexsat 3 wurde von Orbital auf der Basis des Star-2.4-Busses erstellt und ist damit deutlich kleiner als die beiden noch zu startenden Mexsat 1 und 2, die bei Boeing in Auftrag gegeben wurden, aber erst 2013 bzw. 2014 ins All transportiert werden sollen. Auch Mexsat 3 wird in der Geostationären Orbit gehoben und soll bei 114,9 Grad West Position beziehen.

Der gestrige Start war der 211. einer Ariane-Trägerrakete, der 67. einer Ariane 5, der 53. erfolgreiche Start in Folge, der 7. Arianestart in diesem Jahr und der 10. Start eines Trägers von Kourou aus 2012.

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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Arianespace, Orbital, Astrium, Skyrocket, Raumcon)


» Türkischer Aufklärungssatellit gestartet
20.12.2012 - Bereits am 18. Dezember wurde der Satellit Göktürk 2 an der Spitze einer chinesischen Trägerrakete vom Typ Langer Marsch 2D gestartet. Startort war Jiuquan, Startzeit 16.13 Uhr MEZ.
Bei Göktürk 2 handelt es sich um einen weitgehend in der Türkei entwickelten und gebauten Aufklärungs- und Überwachungssatelliten mit einer Masse von etwa 450 kg. Er umläuft die Erde auf einer sonnensynchronen Bahn zwischen 669 und 689 km Höhe bei einer Bahnneigung von etwa 98 Grad. Er wurde im Auftrag des türkischen Verteidigungsministeriums gebaut und soll etwa 5 Jahre lang Dienst tun. Die Kamera soll eine Auflösung von etwa 2,5 Metern haben und wurde in Südkorea gebaut.

Im Dezember 2008 hatten Telespazio und Thales Alenia Space, einen Vertrag mit dem türkischen Verteidigungsministerium zu Entwicklung und Bau eines Aufklärungssatelliten mit einer Auflösung unter 1 Meter geschlossen. Dabei sollte Telespazio lokale türkische Unternehmen in die Entwicklung der Systeme des Satelliten sowie eines Bodensegments einbeziehen. Ein Starttermin für Göktürk 1 wurde bisher offenbar noch nicht festgelegt. Stattdessen hat das Projekt Göktürk 2 das ältere überholt.

Als Zulieferer u.a. der Solarzellenpaneele wirkte auch die SpaceTech GmbH Immenstaad an Göktürk 2 mit. Zusätzlich zu den drei am Satelliten angebrachten Auslegern lieferte SpaceTech zuvor Qualifikationseinheiten zu Testzwecken. Die Solarzellen selbst stammen von der AZUR SPACE Solar Power GmbH aus Heilbronn und besitzen einen Wirkungsgrad von etwa 28%.

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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Raumcon, Skyrocket)


» Eutelsat 21B im kommerziellen Einsatz
22.12.2012 - Der europäische Kommunikationssatellitenbetreiber Eutelsat informierte am 18. Dezember 2012 darüber, dass der kommerzielle Einsatz von Eutelsat 21B begonnen hat.
Der beim Start rund 5.012 Kilogramm schwere, von Thales Alenia Space (TAS) gebaute Satellit war am 10. November 2012 in den Weltraum gebracht worden. Transportiert wurde Eutelsat 21B auf einer Ariane-5-Rakete in der Version ECA, welche von der Startplattform ELA-3 des europäischen Startzentrums Kourou in Französisch-Guayana aus zur Mission VA210 aufbrach.

Positioniert ist Eutelsat 21B, ursprünglich bestellt als Eutelsat W6A, bei 21,5 Grad Ost im Geostationären Orbit. Dort dient er mit 40 Ku-Band-Transpondern der Erneuerung und Ergänzung der Satellitenflotte von Eutelsat und ersetzt den seit 1999 im All befindlichen Eutelsat 21A (gestartet als Eutelsat W6).

Der Transfer der bisher über Eutelsat 21A ausgestrahlten Dienste auf Eutelsat 21B erfolgte in der Nacht vom 17. auf den 18. Dezember 2012. Via Eutelsat 21B werden jetzt Empfänger in Europa, weiten Bereichen Afrikas, dem Mittleren Osten und Zentralasien mit Video-, Daten- und Regierungsdiensten versorgt. Die geplante Einsatzzeit des Satelliten im All beträgt nach Angaben von Eutelsat mindestens 15 Jahre.

Konstruiert hatte TAS Eutelsat 21B auf Basis des Satellitenbusses Spacebus 4000 C3. Ohne Betriebsstoffe, also unbetankt, betrug seine Masse ca. 2.060 kg. Der Grundkörper des dreiachsstabilisierten Satelliten misst ca. 5,10 x 2,20 x 2,00 m. Die beiden Solarzellenausleger geben den Satelliten eine Spannweite von rund 37 m. Die Ausleger dienen der Versorgung der Satellitensysteme mit elektrischer Energie, am Ende der Auslegungsbetriebsdauer sollen sie noch 12 kW elektrische Leistung liefern können.

Eutelsat 21B ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 38.991 bzw. als Objekt 2012-062A.

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Eutelsat, TAS)


» Erdähnlicher Planet bei Tau Ceti?
22.12.2012 - Ein Wissenschaftlerteam der englischen University of Hertfordshire hat bei Probemessungen für eine neue Analysemethode wahrscheinlich mehrere Planeten um den Stern Tau im Sternbild Walfisch (Cetus) entdeckt. Dabei kann es nach Aussagen der Wissenschaftler durchaus sein, dass einer der Kandidaten in einer sogenannten habitablen Zone um seinen Stern kreist und über eine nur recht geringe Masse verfügt. Demnach wäre es möglich, dass er Leben beherbergen könnte.
Das Sternbild Walfisch ist im Herbst in unseren mitteleuropäischen Breiten im Süden zu sehen, wenn der Himmel nicht allzu lichtverschmutzt ist. Denn das Sternbild weist keine hellen, auffälligen Sterne auf und geht im Lichtermeer größerer Ballungsräume leicht unter. Der Stern τ (Tau) steht im unteren Bereich des Sternbilds, ist aber ebenfalls mit bloßem Auge zu sehen.

Die Gruppe um Mikko Tuomi hat insgesamt 6.000 Beobachtungen dieses Sterns analysiert und ist auf dieser Grundlage zu dem Ergebnis gekommen, dass der Stern von fünf Planeten umkreist wird (Tau Ceti b bis f). Die Massen der Planeten schwanken zwischen dem doppelten und dem siebenfachen der Masse der Erde. Einer dieser Planeten (Planet e) soll sich in der habitablen Zone des Systems befinden, in einer Region also, die das Vorhandensein von flüssigem Wasser erlaubt, was eine grundlegende Voraussetzung für die Existenz von Leben ist. Dieser Planet weist in etwa die fünffache Masse unserer Erde auf und ist damit der bisher kleinste entdeckte Planet in einer habitablen Zone um einen anderen Stern. Seine Entfernung von Tau Ceti gleicht der der Venus von der Sonne und seine Umlaufzeit beträgt 168 Tage.

Bei den Untersuchungen sollte es eigentlich darum gehen, das Grundrauschen eines Sterns zu messen, um damit eine Eichung für feinere Analysemethoden zu erlangen. Daher hatte sich die Gruppe Tau Ceti ausgesucht, da man der Meinung war, dort kein Planetensystem vorzufinden. Umso größer nun die Überraschung, dass man wohlmöglich gleich fünf Planeten gefunden hat. Die Wissenschaftler werten den Fund als ein weiteres Indiz dafür, dass Planetensysteme um nahezu jeden Stern existieren. Allerdings kann es ich bei den beobachteten Bahnstörungen, aus denen auf die Existenz der Planeten geschlossen wird, immer noch vom Stern Tau Ceti selbst verursachte Anomalien handeln, schränkten die Wissenschaftler ein.

Tau Ceti ist 11,9 Lichtjahre von der Erde entfernt. Er ist der nächste sonnenähnliche Einzelstern. Wegen seiner Ähnlichkeit zur Sonne und seiner relativen Nähe war er schon früher Ziel der Suche nach extraterrestrischer Intelligenz. Die Oberflächentemperatur ist etwas geringer als die der Sonne, aber er befindet sich wie sie in einer stabilen Phase seines Lebens, dem Wasserstoffbrennen, welches den Stern schon seit Milliarden Jahren erhält und ihm noch eine lange Lebensdauer garantiert; auch eine wichtige Voraussetzung für die Existenz von höherem Leben.

Das Portal zu Exoplaneten auf raumfahrer.net finden Sie hier:

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(Autor: Hans Lammersen - Quelle: Welt.de, University of Hertfordshire, fr-online.de)


» Erster Erfolg für einen nordkoreanischen Träger
24.12.2012 - Nordkorea gelingt nach mehreren vorangegangenen Fehlschlägen in den letzten Jahren am 12. Dezember um 10:05 Uhr Ortszeit der Bahneinschuss des Satelliten Kwangmyŏngsŏng-3 mit einer Trägerrakete des Typs Unha-3.
Laut verschiedener Pressemeldungen und Tracking-Daten befindet sich der Satellit zwölf Tage nach seinem Aussetzen weiterhin im Orbit. Kurz nach dem Start waren Zweifel an der Bahnstabilität von Kwangmyŏngsŏng-3 aufgekommen, nachdem erste Beobachtungen auf eine Taumelbewegung in der Flugbahn hinwiesen. Da entgegen nordkoreanischer Ankündigungen außerdem bis dato keine Sendeaktivität des Trabanten festgestellt werden konnte, scheint ein Defekt des Satelliten wahrscheinlich. Seine ursprüngliche Aufgabe wurde von offiziellen Stellen mit der Erdbeobachtung und Wettervorhersage angegeben.

Die nun erfolgreich gestartete Unha-3 Trägerrakete stellt eine Weiterentwicklung militärischer Langstreckenraketen ursprünglich sowjetischer Herkunft dar. Die auf drei Stufen erweiterte Trägervariante war dabei in den letzten Jahren explizit mit dem Ziel eines Satellitenstarts in Nordkorea optimiert worden. Frühere Startversuche mit ähnlichen Typen waren bereits 2006 und zuletzt auch im April diesen Jahres gescheitert. In beiden Fällen brachen die Raketen im Flug auseinander. Insofern stellt das Erreichen eines zumindest momentan stabilen Nutzlast-Orbits einen neuen Meilenstein in Nordkoreas Trägerprogramm dar.

Erste Fotos der in der letzten Woche von der südkoreanischen Marine geborgenen Unterstufe der Unha-3 weisen jedoch auf maßgebliche Mängel in der Konstruktion der Rakete hin. Von einer geregelten Produktions- und Startroutine für seine Träger scheint das international isolierte Nordkorea aktuell noch weit entfernt.

Die immer wieder ins Gespräch gebrachte Gefährdungslage durch weitreichende nordkoreanische Nuklearwaffen hat, auch vor diesem Hintergrund, keine neue Dimension erreicht. Die Bauweise der letzten gestarteten Unha-3 erlaubt aller Wahrscheinlichkeit nach keinen Transport eines entsprechenden Sprengkopfes mit interkontinentaler Reichweite. Dafür ist die Nutzlastkapazität der militärischen Variante der Rakete, Taepodong-2, mit wenigen hundert Kilogramm zu gering.

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(Autor: Michael Clormann - Quelle: 38north.org, globalsecurity.org, KNCA, n2yo.com, Raumcon, spiegel.de)



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Mars Aktuell: Curiosity erreicht Yellowknife Bay von Redaktion



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» Curiosity erreicht Yellowknife Bay
12.12.2012 - Der Marsrover Curiosity hat durch mehrere in den letzten Tagen erfolgte Fahrten den Rand einer mit dem Namen Yellowknife Bay belegten Oberflächenformation auf dem Mars erreicht. Hier soll in den kommenden Tagen erstmals der Gesteinsbohrer des Rovers benutzt werden, um weitere Bodenproben von der Marsoberfläche zu entnehmen.
Nach der Beendigung der Untersuchungen an der Oberflächenformation "Rocknest" und der Fortsetzung seiner Fahrt am 16. November 2012 (Raumfahrer.net berichtete), erreichte der von der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA betriebene Marsrover Curiosity am 6. Dezember, dem Sol 120 der Mission, eine weitere Stelle mit offen zutage liegenden, geschichteten Grundgestein.

Nach der Vollendung der an diesem Tag durchgeführten Fahrt wurde die MastCam - hierbei handelt es sich um eine der wissenschaftlichen Kameras des Rovers - dazu genutzt, um die einzelnen Gesteinsschichten dieser formell mit dem Namen "Shaler" belegten Gesteinsformation im Detail abzubilden. Außerdem wurde eines der Analyseinstrumente eingesetzt, um die chemische Zusammensetzung der dort befindlichen Gesteine zu ermitteln. Zu diesem Zweck "feuerte" die dafür verwendete ChemCam mehrere Laserpulse auf die Gesteinsformation ab. Das dabei verdampfte Oberflächenmaterial wurde anschließend durch ein in dieses Instrument integriertes Spektrometer analysiert.

Im Anschluss an diese Untersuchungen setzte Curiosity seine Fahrt bereits am darauffolgenden Tag fort, um sich weiter in Richtung auf die Oberflächenformation "Yellowknife Bay" zu bewegen. Hierbei wurde zunächst ein in die nordöstliche Richtung zielender Kurs eingeschlagen, welcher im Verlauf der anschließenden Fahrten in die nördliche Richtung verlagert wurde. Eine der dabei erfolgenden Fahrten, die Fahrt vom 10. Dezember (Sol 123), führte dabei über eine Entfernung von rund 19 Metern. Allerdings fiel sie damit um etwa 30 Prozent geringer aus als ursprünglich geplant.

Vor dem Beginn einer jeden Fahrt legen die für die Steuerung des Rovers verantwortlichen "Roverdriver" bestimmte Sicherheitsparameter fest. Welche maximale Neigung darf der Rover während einer Fahrt zum Beispiel aufweisen? Wie hoch darf der Schlupf der Räder bei dieser Fahrt ausfallen? Sobald die Navigationssoftware des Rovers erkennt, dass diese Vorgaben überschritten sind, wird der Fahrbetrieb automatisch eingestellt. Der am 10. Dezember erfolgte Fahrtabbruch kam dadurch zustande, dass der Rover im Rahmen seiner Fahrt aufgrund der Unebenheit des passierten Geländes eine größere Neigung einnahm als ursprünglich vorausberechnet.

"Der Rover bewegt sich gegenwärtig über ein Gelände, welches anders gestaltet ist als die zuvor überquerten Regionen", so Rick Welch, einer der Missionsmanager der Curiosity-Mission vom Jet Propulsion Laboratory der NASA in Pasadena/Kalifornien, von wo aus die Aktivitäten des Rovers gesteuert werden. "Dies hat zur Folge, dass der Rover dabei auch anders reagiert. Wir befinden uns immer noch in einer Lernphase und dies hat zur Folge, dass wir den Rover in diesem Terrain vorsichtiger und langsamer bewegen müssen als wir es uns eigentlich wünschen."

Mit veränderten Sicherheitsparametern, welche der Unebenheit des Geländes Rechnung trugen, konnte Curiosity seine Fahrt jedoch bereits am darauffolgenden Tag fortsetzen. Am Ende des gestrigen Tages stand der Rover dabei unmittelbar vor der Oberflächenformation "Yellowknife Bay". Im Verlauf einer am heutigen Tag,m dem Sol 125, erfolgten Fahrt konnte Curiosity erfolgreich den etwa 50 Zentimeter tiefen Abstieg zu Yellowknife Bay bewältigen.

In diesem Gebiet, so die aktuellen Planungen, soll noch vor den Weihnachtsfeiertagen erstmals der am Ende des Roboterarms des Rovers befestigte Gesteinsbohrer eingesetzt werden. Das "Powder Acquisition Drill System" (kurz "PADS") kann 1,6 Zentimeter durchmessende und bis zu fünf Zentimeter tiefe Löcher in die Marsoberfläche oder in die dort abgelagerten Gesteine bohren. Das im Rahmen eines solchen Bohrvorganges pulverisierte Marsgestein kann anschließend durch die verschiedenen Analyseinstrumente des Rovers eingehend untersucht werden.

Erst nach dem Abschluss dieses ersten PADS-Einsatzes und weiteren ausführlichen Untersuchungen der gegenwärtig erreichten Region wird sich Curiosity zu Beginn des Jahres 2013 in die südwestliche Richtung bewegen und sich dabei langsam der Basis des im Inneren des Gale-Kraters gelegenen Zentralberges annähern. Im Rahmen der weiteren Mission soll der Rover an diesem Berg Stück für Stück emporsteigen und dabei die dort beobachteten geschichteten Gesteinsablagerungen ausführlich untersuchen.

Bis zum heutigen Tag, dem Sol 125 der Mission, hat der Marsrover Curiosity eine Distanz von 622 Metern auf der Oberfläche unseres Nachbarplaneten zurückgelegt. Dabei haben die Kamerasysteme des Rovers mittlerweile über 29.700 Bilder aufgenommen und an das Roverkontrollzentrum des Jet Propulsion Laboratory (JPL) übermittelt. Diese Bilder sind für die interessierte Öffentlichkeit auf einer speziellen Internetseite des JPL einsehbar.

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(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: JPL, UMSF-Forum)


» Curiosity untersucht Yellowknife Bay
19.12.2012 - Im Verlauf der letzten Woche hat der Marsrover Curiosity die Untersuchung der Region Yellowknife Bay fortgesetzt.
Bereits am 12. Dezember 2012, dem Sol 125 der Mission, erreichte der von der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA betriebene Marsrover Curiosity die im Inneren des Gale-Kraters gelegene Region "Yellowknife Bay" (Raumfahrer.net berichtete). Hierbei handelt es sich um eine seicht ausfallende Vertiefung innerhalb des Gale-Kraters, welche von den an der Mission beteiligten Wissenschaftlern derzeit ausführlich untersucht wird.

Eine weitere Fahrt, welche am 14. Dezember erfolgte, führte über eine Distanz von 32,8 Metern. In den darauf folgenden Tagen wurden zwei der am Endpunkt dieser Fahrt befindliche Gesteinsablagerungen eingehend mit dem APX-Spektrometer und der Mikroskopkamera MAHLI untersucht.

Nach der Beendigung dieser Untersuchungen führte eine weitere Fahrt - diese erfolgte am 17. Dezember - über diesmal 5,6 Meter erneut in die nördliche Richtung. Hierbei erreichte Curiosity den nordwestlichen Rand von Yellowknife Bay. Eine weitere Fahrt ist für die kommenden Tage vorgesehen. Nach deren Ausführung wird das für die Steuerung des Rovers verantwortliche Team des Jet Propulsion Laboratory (JPL) zunächst erst einmal einen wohlverdienten "Weihnachtsurlaub" antreten. Obwohl für diesen Zeitraum keine weiteren Fahrten von Curiosity vorgesehen sind, wird der Rover seine Untersuchungen der Marsoberfläche aber trotzdem fortsetzen.

Hierfür wird dem Rover ein zu absolvierendes Programm übermittelt, welche er dabei Schritt für Schritt abarbeiten wird. Neben diversen Aufnahmen der verschiedenen Kamerasysteme sind dabei kontinuierlich erfolgende Messungen mit den Instrumenten REMS, RAD und DAN vorgesehen.

Das primäre wissenschaftliche Ziel der dabei vorgesehenen Beobachtungen besteht in der Suche und der anschließend durch die an der Mission beteiligten Wissenschaftler zu treffenden Auswahl einer Gesteinsformation, bei welcher erstmals ein am Ende des Roboterarms des Rovers befestigter Gesteinsbohrer eingesetzt werden soll. Dieses "Powder Acquisition Drill System" (kurz "PADS") kann 1,6 Zentimeter durchmessende und bis zu fünf Zentimeter tiefe Löcher in die Marsoberfläche oder in die dort befindlichen Gesteine bohren. Das im Rahmen eines solchen Bohrvorganges pulverisierte Marsgestein kann anschließend durch die verschiedenen Analyseinstrumente des Rovers eingehend untersucht werden.

Dieser erstmalige Einsatz des Bohrers ist mittlerweile für Anfang Januar 2013 geplant. Nach dem Abschluss dieses ersten PADS-Einsatzes, der daraus resultierenden Untersuchung des von der Marsoberfläche entnommenen Materials und weiteren ausführlichen Studien der gegenwärtig erreichten Region wird sich Curiosity während des Jahres 2013 vornehmlich in die südwestliche Richtung bewegen und sich dabei langsam der Basis des im Inneren des Gale-Kraters gelegenen Zentralberges annähern. Im Verlauf der weiteren Mission soll der Rover an diesem Berg Stück für Stück emporsteigen und dabei die dort zuvor von verschiedenen Marsorbitern beobachteten geschichteten Gesteinsablagerungen ausführlich untersuchen.

Bis zum heutigen Tag, dem Sol 132 der Mission, hat der Marsrover Curiosity eine Distanz von 677 Metern auf der Oberfläche unseres Nachbarplaneten zurückgelegt. Dabei haben die Kamerasysteme des Rovers mittlerweile 31.570 Bilder aufgenommen und an das Roverkontrollzentrum des Jet Propulsion Laboratory (JPL) übermittelt. Diese Aufnahmen sind für die interessierte Öffentlichkeit auf einer speziellen Internetseite des JPL einsehbar.

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(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: JPL, USGS)



 

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Saturn Aktuell: Ein Flussbett auf dem Titan von Redaktion



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» Ein Flussbett auf dem Titan
14.12.2012 - Die Raumsonde Cassini hat eine Radaraufnahme des Saturnmondes Titan zur Erde übermittelt, auf der Wissenschaftler ein etwa 400 Kilometer langes Flussbett entdecken konnten. Dieses Flussbett, welches eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Nil auf der Erde aufweist, ist offenbar mit flüssigen Kohlenwasserstoffverbindungen gefüllt.
Der 5.150 Kilometer durchmessende Mond Titan, der größte der derzeit 62 bekannten Monde des Saturn, ist von einer dichten Atmosphäre umgeben, welche sich mit einem Anteil von 98,4 Prozent fast ausschließlich aus Stickstoff zusammensetzt. Neben dem Edelgas Argon und der Kohlenwasserstoffverbindung Methan konnten dort in der Vergangenheit zudem mehr als ein Dutzend organischer Verbindungen wie zum Beispiel Ethin, Ethan, Propan und Cyanwasserstoff nachgewiesen werden.

Die eingehende Untersuchung der Titanatmosphäre und der gegenwärtig dort ablaufenden Prozesse ist einer der Forschungsschwerpunkte der Saturnmission Cassini, denn allgemein wird vermutet, dass die dort ablaufenden Prozesse den Vorgängen ähneln, welche sich vor mehreren Milliarden von Jahren in der Uratmosphäre der Erde abgespielt haben.

In den letzten Jahren haben sich die Hinweise darauf verdichtet, dass auf dem Titan ein regelrechter Flüssigkeitskreislauf stattfindet, welcher im Gegensatz zu dem vergleichbaren Kreislauf auf der Erde allerdings nicht auf Wasser basiert. Bei Temperaturen von etwa minus 180 Grad Celsius regnen Methan und Ethan aus den Wolken ab, welche sich anschließend in ausgedehnten Abflusssystemen sammeln, von wo aus diese flüssigen Kohlenwasserstoffverbindungen zu verschiedenen Seen transportiert werden. Derzeit sind den Planetenforschern etwa 400 Seen auf der Titanoberfläche bekannt, welche sich größtenteils auf der nördlichen Hemisphäre des Mondes befinden.

Während ihres Saturnorbits Nummer 173 passierte die Raumsonde Cassini am 26. September 2012 den Titan in einer Entfernung von lediglich 956 Kilometern. Zum Zeitpunkt der dichtesten Annäherung an den Mond wurde das RADAR-Instrument, hierbei handelt es sich um eines der 12 wissenschaftlichen Instrumente an Bord des Saturnorbiters, dazu eingesetzt, um Teilbereiche der Nordpolregion des Titan abzubilden (Raumfahrer.net berichtete).

Auf den dabei gewonnenen Radarbildern konnten die beteiligten Wissenschaftler eine Oberflächenstruktur identifizieren, welche sich wie eine verkleinerte extraterrestrische Ausgabe des längsten Flusses auf der Erde, des rund 6.800 Kilometer langen Nil präsentiert.

Der neu entdeckte Flusslauf auf dem Titan erstreckt sich von seinem Quellgebiet über eine Länge von rund 400 Kilometern und mündet schließlich in den Ligeia Mare.

Bei diesem etwa 500 Kilometer durchmessenden, bei 79 Grad nördlicher Breite und 248 Grad westlicher Länge gelegenen See handelt es sich um einen der drei größten Seen in der Nordpolregion des Titan. Dies, so die beteiligten Wissenschaftler, ist das erste Mal, dass ein solch großer Flusslauf außerhalb der Erde in einer so guten Auflösung dokumentiert werden konnte.

Die Planetenforscher gehen davon aus, dass der Flusslauf zum Aufnahmezeitpunkt mit flüssigen Kohlenwasserstoffen gefüllt war. Diese Schlussfolgerung ergibt sich aufgrund der Tatsache, dass der Fluss auf den hochaufgelösten Radaraufnahmen in seinem gesamten Verlauf sehr "dunkel" erscheint. Diese dunkle Färbung deutet auf eine extrem glatte Oberfläche hin, welche eigentlich nur durch das gegenwärtige Vorhandensein eine Flüssigkeit erklärt werden kann. Des Weiteren lässt der Verlauf des Flusses auf das Vorhandensein einer geologischen Störungszone in diesem Bereich der Titanoberfläche schließen.

"Es treten zwar einige lokal begrenzte mäanderförmig verlaufende Abweichungen auf, aber generell fließt dieser Fluss geradlinig. Dies lässt vermuten, dass der Fluss einer [geologischen] Störung auf der Titanoberfläche folgt", so Jani Radebaugh von der Bingham University/USA. "Solche Störungszonen müssen allerdings nicht unbedingt auf das Vorhandensein einer Plattentektonik hindeuten, wie wir sie von der Erde her kennen."

Hier kommt auch der von den Cassini-Wissenschaftlern angewandte Vergleich mit dem Nil in Ostafrika ins Spiel. Die Prozesse, welche einstmals zur Entstehung des Nils führten sind komplex. Allerdings sind für den Verlauf des Nil unter anderem auch verschiedene geologische Störungszonen verantwortlich.

"Neben der Erde ist der Titan der einzige Ort, auf dem ein geschlossener Flüssigkeitskreislauf stattfindet", so Steve Wall vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena/Kalifornien, der stellvertretende Team-Leiter des RADAR-Instrumentes an Bord der Raumsonde Cassini. "Dieses Bild zeigt uns eine Momentaufnahme von einer sich in Bewegung befindlichen Welt. Regen fällt auf die Oberfläche und wird durch Flüsse zu Seen und Meeren transportiert, wo der Kreislauf durch die dort erfolgende Verdunstung von Neuem beginnt."

"Erstmals konnten Hinweise auf einen solchen Flüssigkeitskreislauf auf den Bildern der von der ESA betriebenen Landesonde Huygens gesehen werden, welche im Jahr 2005 die Oberfläche des Titan erreichte und uns dabei Bilder von Kanälen und Rinnen übermittelte", so Nicolas Altobelli, Cassini-Projektwissenschaftler der ESA.

Die Mission Cassini-Huygens ist ein Gemeinschaftsprojekt der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA, der europäischen Weltraumagentur ESA und der italienischen Weltraumagentur ASI. Das Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena/Kalifornien, eine Abteilung des California Institute of Technology (Caltech), leitet die Mission im Auftrag des Direktorats für wissenschaftliche Missionen der NASA in Washington, DC. Nach dem derzeitigen Planungsstand soll Cassini den Saturn noch bis zum Jahr 2017 erkunden und am 15. September 2017 aufgrund des dann aufgebrauchten Treibstoffvorrates kontrolliert in der Atmosphäre des Ringplaneten zum Absturz gebracht werden.

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(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: JPL, ESA)


» Cassinis Saturnorbit Nummer 178 beginnt
16.12.2012 - In wenigen Stunden beginnt der 178. Umlauf der Raumsonde Cassini um den Saturn. Den wissenschaftlichen Höhepunkt dieses Orbits bildet ein am 22. Dezember erfolgender naher Vorbeiflug an dem Saturnmond Rhea.

Am heutigen 16. Dezember 2012 wird die Raumsonde Cassini auf ihrer elliptischen Umlaufbahn um den Saturn um 18:23 Uhr MEZ erneut die Apoapsis, den Punkt ihrer größten Entfernung zum zweitgrößten Planeten innerhalb unseres Sonnensystems erreichen. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich Cassini in einer Entfernung von rund 1,65 Millionen Kilometern zu der obersten Wolkenschicht des Saturn und beginnt damit zugleich ihren mittlerweile 178. Umlauf um den Ringplaneten. Aktuell verfügt die Raumsonde auf ihrer Saturnumlaufbahn immer noich über eine Inklination von 53 Grad. Bis Mitte des Jahres 2013 soll die Neigung der Cassini-Umlaufbahn im Rahmen verschiedener naher Vorbeiflüge an dem größten und massereichsten Saturnmond, dem Titan, in mehreren Schritten allerdings noch auf fast 62 Grad erhöht werden.

Für das aus einer Telekamera (NAC) und einer Weitwinkelkamera (WAC) bestehende ISS-Kameraexperiment, einem der insgesamt 12 wissenschaftlichen Instrumenten an Bord von Cassini, sind während dieses lediglich 13 Tage andauernden Orbits Nummer 178 insgesamt 24 Beobachtungskampagnen vorgesehen.

Die erste dieser Beobachtungskampagnen wird bereits am morgigen Tag den größten der 62 bisher bekannten Monde des Saturn, den 5.150 Kilometer durchmessenden Titan zum Ziel haben, welcher dabei aus einer Distanz von 1,1 Millionen Kilometern abgebildet werden soll. Die hierbei vorgesehenen Aufnahmen sind Teil der langfristig angelegten "Titan Monitoring Campaign" (kurz als "TMC" bezeichnet), mit der speziell die Wolkenformationen in der Titanatmosphäre abgebildet werden sollen. Deren Studium erlaubt den an der Mission beteiligten Wissenschaftlern Rückschlüsse auf das dortige gegenwärtige Wettergeschehen. Des weiteren sollen im Rahmen dieser regelmäßig stattfindenden TMC-Beobachtungen Veränderungen in der Verteilung von Aerosolen in den oberen Schichten der Mondatmosphäre dokumentiert werden.

Am 18. Dezember sollen mehrere der kleineren, inneren Saturnmonde im Rahmen sogenannter astrometrischer Beobachtungen abgebildet werden. Die Umlaufbahnen dieser kleinen und entsprechend massearmen Saturnmonde unterliegen einer permanenten gravitativen Beeinflussung durch den Saturn und dessen größeren Monden, was zu minimalen Veränderungen ihrer jeweiligen Umlaufbahnen führen kann. Das wissenschaftliche Ziel der anzufertigenden Aufnahmen der Monde besteht darin, die derzeit verfügbaren Daten über deren jeweilige Umlaufbahnen noch weiter zu präzisieren. Die entsprechenden Fotosequenzen werden allerdings durchweg aus größeren Distanzen angefertigt, so dass im Rahmen dieser Beobachtungen keine Oberflächendetails der jeweiligen Monde aufgelöst werden können. Weitere astrometrische Beobachtungskampagne sind für den 25. und 27. Dezember 2012 vorgesehen.

Ebenfalls am 18. Dezember soll dokumentiert werden, wie der Saturnmond Rhea den Stern Wega, den Hauptstern des Sternbildes Leier bedeckt. Neben der ISS-Kamera soll dabei auch eines der Spektrometer der Raumsonde, das Ultraviolet Imaging Spectrometer (UVIS), eingesetzt werden. Bevor der Stern vollständig von Rhea bedeckt wird muss sein Licht zuerst die extrem dünne Atmosphäre dieses Mondes durchdringen (Raumfahrer.net berichtete über die Entdeckung der dortigen Atmosphäre). Durch die sich dabei ergebende Lichtkurve, welche aus einer langsam erfolgenden Abschwächung des Sternenlichts resultiert, erhoffen sich die an der Cassini-Mission beteiligten Wissenschaftler weitere Erkenntnisse über die räumliche Ausdehnung, die Dichte und die Zusammensetzung der Rhea-Atmosphäre.

Im Anschluss an diese Beobachtungssequenz stehen die verschiedenen Ringe des Saturn im Mittelpunkt des wissenschaftlichen Interesses. Zuerst soll dabei der F-Ring des Saturn abgebildet werden. Mittels der geplanten Aufnahmen sollen erneut die diversen Wellen und Kanäle innerhalb der Ringstruktur untersucht werden, welche durch eine gravitative Interaktion mit dem Saturnmond Prometheus verursacht werden. Am 19. Dezember ist zudem eine Beobachtung des B-Ringes des Saturn vorgesehen. Hierbei sollen durch die WAC-Kamera des Saturnorbiters speziell die dort befindlichen Speichenformationen untersucht werden.

Am 22. Dezember wird sich die ISS-Kamera auf den kleinen, äußeren Saturnmond Surtur richten und in einem Zeitraum von etwa zehn Stunden fast 40 Aufnahmen von diesem Mond anfertigen. Außer den Daten von dessen Umlaufbahn um den Saturn und seinem Durchmesser von etwa sechs Kilometern ist über diesem erst im Jahr 2006 entdeckten Saturnmond bisher nur sehr wenig bekannt.

Anhand der Variationen in der sich bei der Beobachtung ergebenden Lichtkurve und einem Abgleich mit vorherigen Beobachtungen sollen anhand der Helligkeitsvariationen die sich daraus abzuleitende Rotationsperiode und die Ausrichtung der Rotationsachse näher bestimmt werden. Diese Beobachtungssequenz ist ein Bestandteil einer langfristig angelegten Kampagne, in deren Verlauf mehrere der kleinen, äußeren Saturnmonde unter verschiedenen Beleuchtungsverhältnissen aus jeweils mehreren Millionen Kilometern Entfernung abgebildet werden. Eine weitere Beobachtungskampagne von Surtur wird am 24. Dezember erfolgen und dabei 14 Stunden andauern.

Am 23. Dezember 2012 wird Cassini schließlich um 09:30 Uhr MEZ die Periapsis, den Punkt der größten Annäherung an den Saturn während des Orbits Nummer 178, erreichen. Zu diesem Zeitpunkt wird sich die Raumsonde 387.610 Kilometer über der obersten Wolkenschicht des Saturn befinden.

Bereits mehrere Stunden zuvor wird die Raumsonde den zweitgrößten der Saturnmonde, den etwa 1.528 Kilometer durchmessenden Mond Rhea, mit einer Geschwindigkeit von 9,1 Kilometern pro Sekunde passieren. Um 00:06 MEZ wird sich Cassini der Oberfläche von Rhea dabei bis auf eine Entfernung von rund 23.000 Kilometern nähern. In erster Linie sollen im Rahmen dieses Vorbeifluges diverse Aufnahmen von der Rhea-Oberfläche erstellt werden, welche anschließend zu drei Mosaikaufnahmen zusammengesetzt werden sollen und die zudem für die Erstellung einer nochmals verbesserten Oberflächenkarte des Mondes genutzt werden können. Die besten Aufnahmen der ISS-Kamera werden dabei eine Auflösung von etwa 140 Metern pro Pixel erreichen.

Ebenfalls für den 23. Dezember sind zudem Aufnahmen der Saturnmonde Enceladus und Dione geplant, welche dabei aus Entfernungen von 700.000 beziehungsweise 248.000 Kilometern erfolgen werden. Für die folgenden Tage sind verschiedene Beobachtungen des Titan und des Saturn vorgesehen. Diese Beobachtungen werden erneut dazu dienen, um das dortige aktuelle Wettergeschehen zu dokumentieren. Am 27. Dezember steht zudem der Mond Anthe auf dem Beobachtungsprogramm. Hierbei soll der diesen Mond umgebende Staubring im Rahmen einer zehnstündigen Beobachtungskampagne eingehend abgebildet werden.

Am 30. Dezember 2012 wird Cassini schließlich um 00:50 MEZ in einer Entfernung von rund 1,7 Millionen Kilometern zum Saturn erneut die Apoapsis erreichen und auch diesen 178. Orbit um den Ringplaneten beenden. Für den damit beginnenden Orbit Nummer 179 sind erneut diverse Beobachtungen des Ringsystems und der Atmosphärenschichten des Saturn vorgesehen.

Die Mission Cassini-Huygens ist ein Gemeinschaftsprojekt der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA, der europäischen Weltraumagentur ESA und der italienischen Weltraumagentur ASI. Das Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena/Kalifornien, eine Abteilung des California Institute of Technology (Caltech), leitet die Mission im Auftrag des Direktorats für wissenschaftliche Missionen der NASA in Washington, DC. Nach dem derzeitigen Planungsstand soll Cassini den Saturn noch bis zum Jahr 2017 erkunden und am 15. September 2017 aufgrund des dann aufgebrauchten Treibstoffvorrates kontrolliert in der Atmosphäre des Ringplaneten zum Absturz gebracht werden.

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(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: CICLOPS, JPL, The Planetary Society)


» Der Saturn bei Nacht
22.12.2012 - Eine Mosaik-Aufnahme der Raumsonde Cassini zeigt den zweitgrößten Planeten unseres Sonnensystems unter ungewöhnlichen Beleuchtungsverhältnissen.
Bereits seit dem Sommer 2004 befindet sich die Raumsonde Cassini in einer Umlaufbahn um den Saturn und liefert den an der Mission beteiligten Wissenschaftlern eine Vielzahl an Daten, welche mit insgesamt 12 Instrumenten gesammelt werden. Die dabei angefertigten Bilder der aus einer Telekamera (NAC) und einer Weitwinkelkamera (WAC) bestehenden ISS-Kamera, welche in ihren Rohfassungen auf einer speziellen Internetseite frei einsehbar sind, begeistern seitdem nicht nur die wissenschaftliche Gemeinde, sondern vielmehr auch die interessierte Öffentlichkeit.

Zuweilen ergeben sich dabei auch einzigartige Aufnahmen, welche nicht nur von großem wissenschaftlichen Nutzen sind, sondern die zudem auch über einen einzigartigen ästhetischen Wert verfügen. Eine solche Aufnahme wurde am 18. Dezember 2012 von dem von Dr. Carolyn Porco geleiteten "Cassini Imaging Science Team", welches für die Auswertung der durch die Raumsonde Cassini angefertigten Aufnahmen verantwortlich ist, veröffentlicht.

Am 17. Oktober 2012 fertigte die Raumsonde Cassini während des Saturnorbits Nummer 174 diverse Aufnahmen von der Nachtseite des Ringplaneten an. Der wissenschaftliche Beweggrund für die Anfertigung der Aufnahmen bestand darin, dass die an der Mission beteiligten Wissenschaftler anhand der so erstellten Aufnahmen speziell die einzelnen Ringstrukturen und die oberen Atmosphärenschichten des Saturn im Detail untersuchen konnten. Der Saturn ist dabei aus einem Winkel von rund 19 Grad unterhalb der Ringebene aus einer Entfernung von etwa 800.000 Kilometern zu sehen, wobei sich die Sonne fast genau hinter dem Saturn befindet. Die im Rahmen dieser Gegenlichtaufnahmen erzeugten Bilder erreichte Bildauflösung liegt bei etwa 50 Kilometern pro Pixel.

Die so erzeugten Aufnahmen wurden anschließend zu einem Bildmosaik zusammengefügt, welches den zweitgrößten Planeten unseres Sonnensystems in einem aus dieser Perspektive selten sichtbaren Glanz wiedergibt. Das Mosaikbild wurde aus 60 Einzelbildern erstellt, welche unter der Verwendung von Infrarot-, Rot- und Violettfiltern angefertigt und anschließend zu einer kontrastverstärkten Falschfarbensicht kombiniert wurden.

Die zum Aufnahmezeitpunkt stark von hinten beleuchteten Ringe erscheinen zu beiden Seiten der Planetenscheibe sehr hell. In den Bereichen, wo sie allerdings lediglich als Silhouette vor dem Gasriesen zu sehen sind, erscheinen sie dagegen eher dunkel. Im Zentrum des Mosaiks reflektieren sie ein feines Licht auf die Wolkenoberfläche des Saturn, während der Saturn zugleich seinen eigenen Schatten auf die Ringe wirft.

Im linken unteren Viertel des Mosaiks sind zudem zwei der inneren Saturnmonde erkennbar. Der rund 504 Kilometer durchmessende Enceladus befindet sich dabei näher am Ringsystem. Weiter außerhalb ist der 1.062 Kilometer durchmessende Mond Tethys erkennbar.

Auf einer speziellen Internetseite des Cassini Imaging Central Laboratory for Operations (kurz "CICLOPS") stehen der interessierten Öffentlichkeit verschieden hoch aufgelöste Versionen des hier kurz vorgestellten Saturn-Mosaiks zur Betrachtung und zum eventuellen Download zur Verfügung.

Die Mission Cassini-Huygens ist ein Gemeinschaftsprojekt der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA, der europäischen Weltraumagentur ESA und der italienischen Weltraumagentur ASI. Das Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena/Kalifornien, eine Abteilung des California Institute of Technology (Caltech), leitet die Mission im Auftrag des Direktorats für wissenschaftliche Missionen der NASA in Washington, DC. Nach dem derzeitigen Planungsstand soll Cassini den Saturn noch bis zum Jahr 2017 erkunden und am 15. September 2017 aufgrund des dann aufgebrauchten Treibstoffvorrates kontrolliert in der Atmosphäre des Ringplaneten zum Absturz gebracht werden.

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(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: CICLOPS, JPL)



 

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ISS Aktuell: Sojus-TMA 07M koppelt an Internationale Raumstation von Redaktion



• Sojus-TMA 07M koppelt an Internationale Raumstation «mehr» «online»
• Oka-T: Technisches Projekt für Experimentierplattform «mehr» «online»


» Sojus-TMA 07M koppelt an Internationale Raumstation
21.12.2012 - Heute nachmittag koppelte das vorgestern gestartete Raumschiff Sojus-TMA 07M am ISS-Modul Rasswjet an. Der Umstieg soll gegen 17.40 Uhr erfolgen.
Annäherung, Umflug, Station-Halten und Kopplung erfolgten im automatischen Modus, letzteres gegen 15.09 Uhr MEZ. An Bord der Raumschiffes befinden sich Roman Romanjenko, Chris Hadfield und Thomas Marshburn. Die drei Raumfahrer bilden den zweiten Teil der ISS-Expedition 34 und sollen bis Mitte Mai in der Station leben und arbeiten.

Bereits seit Oktober weilen Stationskommandant Kevin Ford sowie seine beiden Bordingenieure Oleg Nowizki und Jewgeni Tarelkin in der Station. Sie werden bis zu ihrer für März geplanten Rückkehr zur Erde gemeinsam umfangreiche Forschungs- und Wartungsaufgaben bewältigen. Danach übernimmt der Kanadier Hadfield für einige Wochen das Kommando über die ISS.

Zu den Forschungen der Expedition 34 gehören beispielsweise die Beobachtung der Entwicklung von Veränderungen in Skelett und Muskelbau bei halbdurchsichtigen Fischen der Art Medaka (Reisfische der Gattung Oryzias), die Erfassung eines breiten Spektrums der UV-Strahlung der Sonne mit SOLACE, die Erprobung eines neuartigen Messgerätes, mit dem per mehrfarbigem Lasersystem Zellen und komplexe Moleküle (Biomarker) im Blutstrom automatisch erkannt, gezählt und kategorisiert werden können (Fluss-Zellmesser/Sortierer) sowie die Untersuchung von Veränderungen in der 3D-Wahrnehmung im Verlaufe längerer Schwerelosigkeit mittels sogenannter reversibler Figuren. Dabei handelt es sich um bildliche 2-D-Darstellungen dreidimensionaler Objekte, bei denen man unterschiedliche Figuren erkennen kann, je nachdem, wie die Wahrnehmung im Kopf abläuft. Der Vordergrund wird zum Hintergrund und umgekehrt.

Bis Mitte Mai sollen außerdem fünf Raumschiffe die Station anfliegen, zwei Progress, ein Dragon und ein Cygnus sowie ein bemanntes Sojus-Raumschiff.

Die Internationale Raumstation ist das größte wissenschaftlich-technische Forschungsprojekt der Menschheit mit Beteiligung der USA, Russlands, Japans, der ESA und Kanadas. Ihr Aufbau begann 1998. Die Station soll mindestens bis 2020 in Betrieb bleiben. Gegenwärtig besteht die ISS (International Space Station) aus 15 bewohnbaren Modulen, einer großen Gitterstruktur, Solarzellen, Radiatoren, verschiedenen Plattformen, Außenlasten und Manipulatorsystemen. Für die nächsten Jahre sind weitere Module geplant, so 2013 Naúka, 2014 ein russischer Verbindungsknoten (UM) und 2016 ein Wissenschafts- und Energiemodul (NEM 1).

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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Roskosmos, RN)


» Oka-T: Technisches Projekt für Experimentierplattform
21.12.2012 - RKK Energija hat den Auftrag bekommen, eine frei fliegende Experimentierplattform für das Umfeld der Internationalen Raumstation zu entwickeln. Das technische Projekt soll bereits 2013 stehen, der Start könnte fünf Jahre später erfolgen.
Dabei handelt es sich um OKA-T-MKS, ein knapp 8 t schweres Raumfahrzeug, welches auf einer Sojus-Trägerrakete gestartet werden soll und in dem regelmäßig betreute Experimente unter besonders guter Mikrogravitation, besser als 10-6 g absolviert werden können. Autonom soll OKA-T 90 bis 180 Tage operieren und nach Abschluss der Experimente und Fixierung der Proben an der ISS (russisch MKS) ankoppeln.

Hier werden dann die Proben entnommen und können anschließend zur Erde transportiert werden. Außerdem werden Wartungsarbeiten vorgenommen, neue Proben oder Experimente eingebaut, aufgetankt und wieder abgekoppelt. Insgesamt soll OKA-T etwa 5 Jahre lang eingesetzt werden können.

Hauptanwendungsgebiet wird die Grundlagenforschung, vor allem in den Bereichen Nanotechnologie, Nanoelektronik, humane und sonstige Zellkulturen, Kristallzüchtung z.B. für neuartige Sensoren sowie Herstellung biologisch aktiver Substanzen und Medikamente. Über das Experimentierstadium hinaus sollen aber auch kleine Mengen besonderer Substanzen produziert werden können, so u.a. für Sensoren, die anschließend möglicherweise wieder in der Raumfahrt zum Einsatz kommen würden (z.B. Quecksilber-Cadmium-Tellur-Kristalle).

Nach Abschluss des technischen Projekts (2. Phase im russischen Entwickungsprozess) soll die Frage entschieden werden, ob das Raumfahrzeug, dass über einen zylindrisch geformten hermetischen Bereich mit etwa 18 Kubikmetern Rauminhalt sowie Solarzellen mit einer Gesamtleistung von etwa 3,5 kW verfügen soll, von Baikonur, Wostotschni oder Kourou aus gestartet werden soll. Ein Start von Kourou aus würde wegen der Äquatornähe eine größere Startmasse erlauben.

Eine Besonderheit stellt eine außenbords angebrachte Anlage zur Herstellung von Halbleiterkristallen mittels Molekularstrahlepitaxie dar. Dabei lagern sich neue Atome aus einem Strahl gezielt und regelmäßig an eine bereits bestehende Kristallstruktur an.

Energija hatte bereits Anfang des Monats eine Ausschreibung für ein Wissenschafts- und Energiemodul gegen Chrunitschew gewonnen. Bei OKA-T gab es allerdings nur einen einzigen Bewerber.

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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Energija, Roskosmos, Raumcon, Wikipedia)



 

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"InSpace" Magazin #482
ISSN 1684-7407


Erscheinungsdatum:
24. Dezember 2012
Auflage: 4805 Exemplare


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