InSpace Magazin #568 vom 20. April 2017

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"InSpace" Magazin

Ausgabe #568
ISSN 1684-7407


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Intro von Axel Orth

Liebe Leserinnen und Leser,

an diesem Wochenende verabschiedet sich die NASA-Raumsonde Cassini vom Titan, dem größten Mond des Sonnensystems, und von ihrer seit 13 Jahren geübten Routine, Vorbeiflüge an diesem Mond für Kurskorrekturen für ihre Umkreisungen von Saturn genutzt zu haben. Das Navigationsteam wird jetzt das sogenannte "Grand Finale" der Mission einleiten, mit über 20 Flügen zwischen Saturn und seinen Ringen hindurch. Von April bis September können wir uns auf Bilder von den Ringen aus bisher ungekannter Nähe freuen!

Am Ende wird Cassini in die Wolken des Saturn eintauchen. Sie wird sich mit permanent feuernden Navigationstriebwerken gegen die zerrenden Kräfte der Atmosphäre wehren, ihre Antenne auf die Erde ausgerichtet halten und einzigartige Bilder und Daten schicken, so lange es irgend geht. Irgendwann wird sie zu taumeln beginnen, sich überschlagen, in immer schnellere Rotation geraten, und nur wenige Sekunden später wird Cassini in der Atmosphäre verglühen.

Cassini war zusammen mit dem europäischen Titan-Lander Huygens eine Mission, die von Anfang bis Ende ohne große Fehler funktioniert hat, und kann als einer der größten Erfolge der NASA bezeichnet werden, meiner Ansicht nach gleich nach der legendären Voyager-Mission. Dass die Cassini-Mission jetzt - anders als übrigens Voyager - beendet wird, liegt auch nicht etwa an irgendwelchen Defekten, sondern schlicht daran, dass der Treibstoff der Sonde aufgebraucht ist und nur noch für eben diese letzten Manöver reicht, die in den Wolken des Saturn enden.

Bei Youtube gibt es ein Video über dieses Grand Finale. Wir betten hier absichtlich keinen vollständigen Link ein, damit diese Mail nicht in Ihrem Spam-Ordner endet, aber wenn Sie Youtube öffnen und dort nach der Zeichenfolge xrGAQCq9BMU suchen, oder auch nach dem Begriff "Cassini Grand Finale", sollten Sie das Video finden.

Axel Orth

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Updates / Umfrage

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News

• Hubble nimmt Nahaufnahmen von Jupiter auf «mehr» «online»
• Meteosat 7 nimmt Abschied «mehr» «online»
• Röntgenastronomie: XARM als Nachfolger für Hitomi «mehr» «online»
• China: Shijian 13 alias ChinaSat 16 gestartet «mehr» «online»
• Yuris Night 2017 in Wien – Eine Retrospektive «mehr» «online»
• Die Astronautin: Zwei Kandidatinnen ausgewählt «mehr» «online»
• China: Verbesserter FengYun 3 startet im Herbst «mehr» «online»
• Frühwarnsatellit SBIRS GEO 3 liefert erste Bilder «mehr» «online»
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• ISRO: Radarsatellit RISat 1 funktioniert normal «mehr» «online»
• Aufstieg und Rücksturz - all ok für SpaceX und SES «mehr» «online»


» Hubble nimmt Nahaufnahmen von Jupiter auf
08.04.2017 - Am 3. April 2017, als Jupiter seine nächste Annäherung in diesem Jahr an die Erde bevorstand, konnte das Hubble Weltraumteleskop den größten Planeten des Sonnensystems in seiner voller Schönheit aufnehmen.
In der Entfernung von 668 Millionen Kilometern zur Erde bot Jupiter die spektakuläre Ansichten seiner bunten Atmosphäre, den legendären "Great Red Spot", und den kleineren Begleiter weiter in den südlichen Breiten mit dem Namen "Red Spot Jr.".

Der riesige Planet Jupiter ist jetzt auf "Opposition" von der Erde direkt gegenüber der Sonne positioniert. Das bedeutet, dass die Sonne, die Erde und Jupiter in einer Linie stehen, wobei die Erde zwischen der Sonne und Jupiter steht. Die Opposition markiert auch Jupiters nächsten Punkt zur Erde, und der Planet erscheint heller im Nachthimmel als zu jeder anderen Zeit im Jahr.

Jupiters Positionierung erlaubte dem Team von Amy Simon von dem NASA Goddard Space Flight Center (GSFC) in Greenbelt, Maryland, Jupiter mit der Hubble Wide Field 3 Kamera zu beobachten. Hubble fotografierte exquisite Details, etwa in der Größe von 129 Kilometern, in Jupiters Atmosphäre.

Mit den unermesslichen und mächtigen Stürmen und Hunderten von kleineren Wirbeln ist die Atmosphäre des Jupiters in mehrere verschiedene, bunte Bänder, parallel zum Äquator, unterteilt. Diese Bänder mit abwechselnden Windbewegungen entstehen durch Unterschiede in Dicke und Höhe der Ammoniak-Eiswolken.

Die Bänder werden durch Gas erzeugt, das in verschiedenen Breiten in verschiedenen Richtungen fließt. Die leichteren Bänder, die farbigen Bereiche, sind Hochdruckgebiete, in denen die Atmosphäre aufsteigt. Dunklere Niederdruckbereiche werden als Gürtel (Belts) bezeichnet. Die leichteren Bänder steigen höher und haben dickere Wolken als die dunkleren Bänder.

Winde, die Geschwindigkeiten von bis zu 644 km pro Stunde erreichen können, trennen die Bänder. Deutlich kleinere Stürme erscheinen als weiße oder braun gefärbte Ovale. Solche Stürme können ein paar Stunden dauern oder sich seit Jahrhunderten ausdehnen.

Am besten ist der "Great Red Spot" auf Jupiter bekannt, ein Antizyklon, der seit mindestens 150 Jahren tobt. Dieser berühmte Sturm alleine ist größer als unsere Erde. Allerdings schrumpft der "Great Red Spot" langsam, was seit den späten 1800er Jahren beobachtet wird. Der Grund für dieses Phänomen ist noch unbekannt. Hubble wird Jupiter weiterhin mit der Hoffnung beobachten, dieses geheimnisvolle Rätsel lösen zu können.

Die Bilder sind Teil des Outer Planet Atmospheres Legacy (OPAL). Dieses Programm bietet Hubble jährliche globale Ansichten der äußeren Planeten, um nach Veränderungen in ihren Stürmen, Winden und Wolken zu suchen. Es begann im Jahr 2014 mit Uranus, Jupiter und Neptun werden seit 2015 studiert. Im Jahr 2018 soll Saturn im Rahmen von OPAL untersucht werden.

Das Team hat die Hubble-Beobachtung zeitlich darauf abgestimmt, dass sich die Raumsonde Juno in der Nähe ihres Jupiter nächstgelegenen Bahnpunktes befand, damit die Wissenschaftler gleichzeitige Beobachtungen durchführen konnten.



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(Autor: Gertrud Felber - Quelle: NASA)


» Meteosat 7 nimmt Abschied
08.04.2017 - Der ehemals geostationäre Wettersatellit Meteosat 7 wird außer Dienst gestellt. Einige Zündungen von Triebwerken an Bord sollen ihn in einen höher gelegenen Friedhofsorbit bringen.
Meteosat 7 ist der letzte aus der ersten Serie europäischer Wettersatelliten für den Geostationären Orbit (GEO) durchschnittlich 35.786 Kilometer über der Erde. Vor rund 40 Jahren gelangte Meteosat 1 ins All. Meteosat 7 befindet sich jetzt rund 20 Jahre im Weltraum. Er ist der europäische Wettersatellit, der die bis dato längste aktive Einsatzdauer hinter sich gebracht hat. In Kontrast dazu lag seine Auslegungsbetriebsdauer bei nur fünf Jahren.

Am 2. September 1997 war Meteosat 7 – Startmasse 696 Kilogramm – auf der Ariane-4-Rakete mit der Flugnummer V99 ins All transportiert worden. Ihm kam im Rahmen eines Meteosat Transition Programme (MTP) genannten Übergangsprogramms der Europäischen Raumfahrtagentur ESA und des Betreibers der europäischen Wettersatelliten EUMETSAT die wichtige Rolle zu, die Lücke zwischen den Satelliten des Meteosat Operational Programme (MOP) mit Meteosat 4 (MOP 1) bis Meteosat 6 (MOP 3) und dem ersten Satelliten der zweiten Meteosat-Generation, Meteosat 8, zu überbrücken. Meteosat 8 alias MSG 1 für Meteosat Second Generation 1 wurde schließlich am 28. August 2002 gestartet.

Positioniert bei 0 Grad im GEO hat Meteosat 7 vom 3. Juni 1998 an regelmäßig Bilder der von seiner Postion aus sichtbaren „Erdscheibe“ geliefert. In dieser Funktion wurde er am 16. Mai 2006 von Meteosat 8 abgelöst.

Am 11. Juli 2006 begannen Bahnmanöver, um Meteosat 7 umzupositionieren. Am 10. Oktober 2006 hatte der Satellit seine neue Einsatzposition über dem Indischen Ozean erreicht. Bei 57,5 Grad Ost im GEO war Meteosat 7 vom 5. Dezember 2006 bis zum 1. Februar 2017 primärer Lieferant von Wetterbildern im Rahmen des Indian Ocean Data Coverage (IODC) genannten Dienstes. Auch an dieser Position übernahm dann Meteosat 8 als Nachfolger.

Um Meteosat 7 nicht als unmittelbare Gefahr für andere Satelliten im GEO als unbeaufsichtigtes unnützes Überbleibsel zurück zu lassen, will man den Satelliten auf eine 500 bis 600 Kilometer über dem GEO liegende Umlaufbahn schicken.

Meteosat 7 auf eine so niedrige Umlaufbahn zu bringen, dass Restatmosphäre und Gravitation für eine baldige Zerstörung bei einem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre sorgen könnten, ist nicht möglich, da dafür die Treibstoffreserven an Bord nicht ausreichen. Satelliten für einen Einsatz im GEO werden bis dato regelmäßig nicht mit entsprechenden Treibstoffreserven ausgestattet – die Raumfahrzeuge müssten viel größer und schwerer sein.

Für eine Anhebung der Bahn des ausgedienten Satelliten wurde eine gewisse Treibstoffreserve vorgesehen. Mit ihrer Hilfe soll sich Meteosat 7 auf eine Bahn bringen lassen, die auf jeden Fall den Anforderungen der Internationalen Organisation für Normung (International Organisation for Standardisation, ISO) entspricht, nach der eine Friedhofs-Bahn mindestens 200 Kilometer über dem GEO erreicht werden muss. Mit drei Brennphasen in räumlich je einer halben Erdumrundung Abstand kann Meteosat 7 den derart geschützten Bereich des GEO verlassen.

Die erste der geplanten Brennphasen wurde am 3. April 2017 um 21: 26 Uhr MESZ gestartet, berichtete EUMETSAT. Weitere Brennphasen der Triebwerke von Meteosat 7 können etwaige Fehler korrigieren oder eine weitere Bahnanhebung bewirken. Maximal neun Brennphasen sind vorgesehen.

Metosat 7 ist ein spinnstabilisiertes Raumfahrzeug. Damit der Satellit mit einem Durchmesser von rund 2,1 Metern bei fortschreitender Alterung wegen der Zentrifugalkräfte nicht irgendwann beginnt, Teile – auch in Richtung des geschützten Bereichs des GEO - fortzuschleudern, will man die Rotation um seine Hochachse von üblicherweise rund 100 Umdrehungen pro Minute deutlich herabsetzen. Ein entsprechendes Vorgehen konnte schon bei den Außerdienststellungen von Meteosat 5 im Jahr 2007 und Meteosat 6 im Jahr 2011 demonstriert werden. Dabei war laut EUMETSAT in beiden Fällen kein maßgeblicher zusätzlicher Treibstoffverbrauch aufgetreten.

Befindet sich Meteosat 7 erst einmal auf seiner Friedhofsbahn, soll er laut Plan in einigen letzten Arbeitsschritten passiviert werden. Dies bedeutet, dass vor allem sämtlicher in Tanks und Leitungen verbliebener Treibstoff (Hydrazin) und Druckgase abgelassen werden, Akkumulatoren von ihrer Stromversorgung getrennt und entladen werden sowie vorher nicht benutzte redundante pyrotechnische Komponenten – das können zum Beispiel Ventile sein - ausgelöst werden.

Meteosat 7 alias MTP ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 24.932 und als COSPAR-Objekt 1997-049B.


(Autor: Axel Nantes - Quelle: EUMETSAT)


» Röntgenastronomie: XARM als Nachfolger für Hitomi
12.04.2017 - Nachfolger des 2016 gescheiterten Weltraumteleskops Hitomi alias Astro-H könnte XARM werden. Am Projekt beteiligte Partner aus Japan und den Vereinigten Staaten von Amerika warten derzeit auf die Genehmigung entsprechender finanzieller Mittel.
XARM steht für X-Ray Astronomy Recovery Mission und kennzeichnet damit die Fortsetzung der Bestrebungen zum Betrieb eines Röntgenastromiesatelliten unter anderem mit Instrumenten aus Japan und den USA. Das letzte derartige Projekt der japanischen Agentur für Luft- und Raumfahrtforschung (JAXA), das unter maßgeblicher Unterstützung durch die US-amerikanische Luft- und Raumfahrtagentur (NASA) realisiert wurde, scheiterte nur wenige Wochen nachdem der entsprechende Satellit, Astro-H oder Hitomi genannt, am 17. Februar 2016 in den Weltraum gebracht worden war.

Auf Grund von Schwierigkeiten mit dem Lageregelungssystems von Astro-H und in Folge eines inhaltlich fehlerhaften Datenupdates des Systems geriet das Weltraumteleskop in eine Flugsituation mit einer die Festigkeitsgrenzen der Konstruktion überschreitenden Rotation um die Hochachse. Solarzellenausleger und Anbauten an einem Instrumentenausleger brachen – dafür sprechen Beobachtungen des Raumfahrzeugs mit landgebundenen Teleskopen, Raumfahrer.net berichtete.

Astro-H versagte am 25. März 2016 gegen Ende seiner Inbetriebnahmephase, den sicheren Verlust des Teleskops erklärte die JAXA am 28. April 2016. Nur eine geringe Anzahl wissenschaftlich verwertbarer Aufnahmen entstanden, nachdem das Röntgenspektrometer SXS US-amerikanischer Herkunft an Bord von Astro-H für weiche Röntgenstrahlung ausreichend heruntergekühlt war. Für die Kühlung sorgte ein Kryostat ebenfalls US-amerikanischer Herkunft, dem eine gewisse Menge Helium als Kühlmittel zur Verfügung stand.

Wegen dem unplanmäßigen Verlust von Helium konnte das Beobachtungsprogramm des Vorgängers von Astro-H, Astro-EII alias Suzaku, nur unvollständig absolviert werden. Das ebenfalls in japanisch-US-amerikanischer Kooperation entstandene Röntgenteleskop war am 10. Juli 2005 als Ersatz für das bei einem Startversager am 10. Februar 2000 zerstörte Astro-E ins All gebracht worden.

Im Verlauf der Inbetriebnahmephase von Astro-EII stellte sich heraus, dass Helium in Folge eines Lecks nicht mehr zur Verfügung stand und eine bestimmungsgemäße Nutzung des US-amerikanischen X-ray Spektrometers (XRS) nicht möglich sein würde. Astro-EII wurde am 2. September 2015 endgültig deaktiviert, Raumfahrer.net berichtete.

Für XARM würde die NASA die gleiche Hardware zur Verfügung stellen, wie sie schon für Astro-H im Sinne einer „Recovery of Astro-E2/Suzaku-XRS science“ bereitgestellt worden war. Im Sommer 2016 wurden die Kosten für die Hardware für XARM auf einen Betrag zwischen 70 und 90 Millionen US-Dollar geschätzt, den man ab 2017 verteilt über einen Zeitraum von vier Jahren investieren könnte.

Im Juni 2017 soll im Rahmen eines Reviews verbindlich festgelegt werden, welche Aufgaben die NASA bei diesem Anlauf für ein gemeinsames Röntgenteleskop übernimmt. Innerhalb der NASA befürworten der NASA-Unterausschuss für Astrophysik, der NASA-Wissenschaftsausschuss und der NASA-Beirat das Projekt.

Auf japanischer Seite wurde XARM in das Budget für das Finanzjahr 2017 aufgenommen, das am 1. April 2017 begann. Die JAXA arbeitet derzeit auf einen Start des neuen Röntgenastronomiesatelliten am Ende des Finanzjahres 2020, also im Kalenderjahr 2021, hin.

In seiner Neujahrsansprache vom 4. Januar 2017 wies der Generaldirektor des Instituts für Weltraumwissenschaften und Astronautik (Institute of Space and Astronautical Science, ISAS) der JAXA, Saku Tsuneta, darauf hin, dass man nicht vergessen solle, dass die Unterstützung für XARM durch die Regierung Japans und durch die NASA auf der Annahme basiere, das ISAS werde ihre Prozesse bei der Entwicklung von Raumfahrzeugen und ihrem Betrieb drastischen Reformen unterwerfen.

Für Astrophysiker hat ein im All über einen längeren Zeitraum einsetzbares hoch-empfindliches Teleskop für weiche Röntgenstrahlung eine besondere Bedeutung. Vom Röntgenspektrometer SXS hat man eine rund dreißigfach höhere Empfindlichkeit gegenüber für Beobachtungen im selben Wellenlängenbereich bisher an Bord von Satelliten verwendeten Instrumenten erwartet. Es war für Strahlung im Bereich von 0,3 bis 12 keV geeignet. Als Energieauflösung, die kleinste Energiedifferenz, die das SXS auseinanderhalten könnte, nannte die JAXA <7 eV (volle Halbwertsbreite).

Rund drei Jahre hätte die Primärmission des SXS – begrenzt durch den Heliumvorrat zur Kühlung - an Bord von Astro-H dauern sollen. Den bisherigen und künftigen Beteiligten kann man nur wünschen, dass es ihnen im dann vierten Anlauf gelingt, reichlich Daten zu ihren Fragen zur Entwicklung großräumiger Strukturen im Universum, dem eventuellen Einfluss Dunkler Materie auf diese Entwicklung, der Bildung und Entwicklung Schwarzer Löcher und ihrem Einfluss auf die Entwicklung von Galaxien zu gewinnen.

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(Autor: Axel Nantes - Quelle: ISAS, JAXA, NASA)


» China: Shijian 13 alias ChinaSat 16 gestartet
14.04.2017 - Der chinesische Kommunikationssatellit Shijian 13 alias ChinaSat 16 gelangte am 12. April 2017 in den Weltraum. Der Start erfolgte vom Xichang Satellite Launch Center (XSLC) in der Provinz Sichuan.
Befördert wurde der Kommunikationssatellit von einer dreistufigen Rakete des Typs Langer Marsch 3B/G2 (LM-3B/G2) bzw. Chang Zheng-3B/G2 (CZ-3B/G2). Die Variante 3B/G2 absolvierte hier ihre 21. Mission.

Die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua spricht vom 246. Start einer Rakete mit dem Namensbestandteil Langer Marsch insgesamt. Im Jahr 2017 war es der vierte Start eines Raumfahrtträgers aus China. Verwendet wurde das Projektil mit der Seriennummer Y43.

Der Start erfolgte am 12. April 2017 um 19:04 Uhr und 4 Sekunden Pekinger Zeit, das ist 12:04 Uhr und 4 Sekunden MEZ, von der Rampe Nr. 2 des Satellitenstartzentrums Xichang. Letzteres befindet sich in rund 65 Kilometern Abstand von der Stadt Xichang.

Raketen der Varianten 3B wurden in der Vergangenheit zum Transport von Navigationssatelliten und geostationären Kommunikationssatelliten verwendet. Dem entsprechend wurde Shijian 13 auf einen Geotransferorbit (GTO) gebracht, wo er rund 26 Minuten nach dem Abheben ausgesetzt wurde.

Von der US-amerikanischen Weltraumüberwachung ermittelte Daten sprechen für eine Übergangsbahn mit einem Perigäum, dem der Erde nächsten Bahnpunkt, von rund 243 Kilometern über der Erde, einem Apogäum, dem erdfernsten Bahnpunkt, von rund 41.744 Kilometern und einer Neigung der Bahn gegen den Erdäquator von etwa 20,96 Grad. Die Oberstufe der Rakete wurde nach dem Start in einem Orbit mit einem Perigäum von rund 225 Kilometern, einem Apogäum von rund 40.522 Kilometern und einer Bahnneigung von ebenfalls etwa 20,96 Grad beobachtet.

Nach Angaben aus China handelt es sich bei Shijian 13 um einen experimentellen Kommunikationssatelliten. Die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua meldete, die Hauptaufgabe des Satelliten sei die Bereitstellung von Hochgeschwindigkeitsdatenverbindungen für hohen Durchsatz zur Nutzung bei der Reaktion auf Notfälle, in abgelegenen Landesteilen (u.a. für Bildung und Telemedizin), und durch Reisende auf Chinas wachsendem Hochgeschwindigkeitszugnetz sowie im chinesischen Luftraum.

Die Kommunikationsnutzlast des neuen Erdtrabanten kann im Ka-Band 26 unterschiedliche Ausleuchtzonen bedienen. Adressiert wird sowohl Festlandchina als auch die umgebenden Seegebiete. Der insgesamt mögliche Datendurchsatz soll sich im Bereich von 20 Gigabit pro Sekunde (Gbit/s bzw. Gbps) bewegen. Damit besitzt der Satellit alleine laut Xinhua eine höhere Kapazität als alle bisherigen chinesischen Kommunikationssatelliten zusammen.

Als weitere Neuheit befindet sich an Bord von Shijian 13 das erste chinesische Laserkommunikationsterminal (laser communications terminal, LCT) zum Einsatz auf einem längerfristig einsetzbaren Satelliten. 15 Jahre werden als Auslegungsbetriebsdauer von Shijian 13 genannt, während derer Tests von Verbindungen zwischen dem LCT an Bord des Satelliten und geeigneten Gegenstellen am Erdboden abgewickelt werden sollen.

Auch ein elektrisches Antriebssystem hat Shijian 13 spendiert bekommen. Es umfasst im Wesentlichen vier Xenon als Stützmasse ausstoßende Triebwerke des Typs LIPS-200 vom 1962 gegründeten Physikalischen Institut Lanzhou (Lanzhou Institute of Physics, LIP) in Lanzhou mit einem Durchmesser von rund 200 Millimetern, zwei redundante Stromversorgungseinheiten (power processing units, PPUs) und ein System zur Versorgung mit Xenon (xenon feed system, XFS). Der Nominalschub der paarweise auf kleinen Auslegern montierten LIPS-200-Triebwerke beträgt pro Triebwerk 40 Millinewton. Als Spezifischer Impuls werden 3.136 Sekunden angegeben, als Strombedarf 1.200 Watt im Betrieb.

Die Masse des elektrischen Antriebssystems von Shijian 13 beträgt ohne Xenon rund 36 Kilogramm. Getankt wurden 100 Kilogramm Xenon. Die elektrischen Triebwerke von Shijian 13 sollen primär zur Lagekorrektur in Nord-Süd-Richtung verwendet werden. Positioniert werden soll Shijian 13 bei 110,5 Grad Ost im Geostationären Orbit.

Die Startmasse von Shijian 13 lag bei rund 4.600 Kilogramm. Konstruiert wurde er von der chinesischen Akademie für Raumflugtechnik (China Academy of Space Technology, CAST) basierend auf dem chinesischen Satellitenbus DFH-3B. Entwickelt wurde der Satellit nach Angaben der China Satellite Communications Co., Ltd. (China Satcom) von der China Aerospace Science and Technology Corporation, dem China Space Technology Research Institute und der China Aerospace Science and Technology Corporation’s China Pacific Group Co., Ltd..

Die CAST und die China Satcom wollen den in chinesischen Medien auch als himmlischen Super-Router bezeichneten Satelliten zusammen betreiben. So begründen sich auch die beiden Bezeichnungen des Raumfahrzeugs: Shijian bedeutet auf Deutsch etwa soviel wie Übung und wird bei Satelliten eines chinesischen Programms zur Erprobung von Weltraumtechnik verwendet. Als ChinaSat werden Kommunikationssatelliten bezeichnet, die im Rahmen eines staatlichen Satellitenkommunikationsprogramms eingesetzt werden.

Die Realisierung des Satelliten erfolgte laut China Satcom unter gemeinsamer Ägide des Büros für Wissenschaft, Technik und Industrie zur Landesverteidigung aus Peking und der Partner aus Forschung und Industrie. Überwacht und gesteuert wird der Satellit vom auch als Basis 26 bekannten Satellitenkontrollzentrum Xi’an (China Xi’an Satellite Monitor and Control Center, CXSCC).

Shijian 13 (SJ 13) alias ChinaSat 16 (Zhongxing 16, ZX-16) ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 42.662 und als COSPAR-Objekt 2017-018A. Ein weiteres Objekt, die Oberstufe der Trägerrakete, ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 42.663 und als COSPAR-Objekt 2017-018B.

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(Autor: Axel Nantes - Quelle: CCTV/CGTN, China Daily, Chinanews.com, China Satcom, ScienceNet.cn, Xinhua)


» Yuris Night 2017 in Wien – Eine Retrospektive
19.04.2017 - Ein Gastbeitrag von Monika Fischer und Eugen Reichl mit Fotos von Karola Riegler.
Es war insgesamt schon die neunte „Yuris Night”, die der Förderkreis Astronomie und Raumfahrt „Der Orion” am 12. April in Wien ausrichtete. Zum zweiten Mal war sie dabei im Naturhistorischen Museum der Stadt Wien zu Gast. Yuris Night ist Teil einer weltumspannenden Veranstaltungsreihe mit – im letzten Jahr - 273 Veranstaltungen in 62 Ländern der Erde. Sie findet stets entweder genau am oder um den Jahrestag des ersten Weltraumflugs in der Geschichte der Menschheit statt: Juri Gagarins historischer Orbitalmission mit Wostok 1 vom 12. April 1961. Mit einer Zahl von 270 Besucherinnen und Besuchern war der Veranstaltungsraum des Naturhistorischen Museums bis auf den letzten Platz gefüllt, inklusive der kurzfristig noch aufgebauten Zusatzbestuhlung. Eine größere Anzahl weiterer Interessenten fand leider keinen Platz mehr. Die Moderation des Abends lag, wie in den Jahren zuvor, in den bewährten Händen von Monika Fischer vom „Verein Förderkreis Astronomie und Raumfahrt ‚Der Orion‘“. Begrüßt wurden die Weltraumbegeisterten von Dr. Franz Brandstätter dem (Direktor der Mineralogisch- Petrografischen Abteilung und Kurator der Meteoritensammlung des Museums.

Als erster Redner des Abends berichtete Andreas Weise aus Berlin über eine Verschwörungstheorie, die so alt ist wie die Geschichte der bemannten Raumfahrt. Es ist die Geschichte der sowjetischen Phantom-Kosmonauten, die angeblich schon vor Gagarin in den Weltraum geflogen und dabei allesamt ums Leben gekommen sein sollen. Andreas Weise nahm sich für seinen Vortrag beispielhaft eine dieser sagenumwobenen Gestalten vor: den Testpiloten und Ingenieur Pjotr Dolgow und analysierte dessen wirkliches Schicksal (das im Übrigen kaum weniger spektakulär war, wie das von Juri Gagarin). Das Fazit (die Zuschauer hatten es nicht anders erwartet): Gagarin war tatsächlich der erste Mensch im Weltraum.

Aktive und „pensionierte“ Astronauten und Kosmonauten waren Thema eines Film-Projektes der „fti remixed“ (kurz für Forschung, Technologie und Innovation) Initiative des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT), das Christa Bernert präsentierte. Im Rahmen des Projektes sprachen Jugendliche mit diesen Raumfahrern und gestalteten dabei kurze Filmbeiträge. Ein Ausschnitt gab einen guten Einblick in das dokumentarische Material, das dabei erarbeitet wurde. Die Zuschauer konnten sich die Filme in der Pause in voller Länge ansehen.

Ein sehr junges Gebiet der Weltraumforschung präsentierte danach Dr. Gudrun Wanner vom Max Planck Institut für Gravitationsforschung Hannover. Sie sprach über Gravitationswellen, die erstmals vor einem Jahr durch die US-amerikanische LIGO (die Abkürzung steht für Laser Interferometer Gravitational-Wave Observatory) Forschungseinrichtungen nachgewiesen werden konnten. Wanner führte ihr Publikum anschaulich und humorvoll durch dieses der Allgemeinheit wenig bekannte und doch äußerst spannende Forschungsgebiet. Sie erklärte die Ereignis der ersten Messung von Gravitationswellen und den theoretischen Hintergrund des Phänomens, das bereits von Einstein postuliert wurde. Gudrun Wanners mitreißender Vortrag löste zahlreiche Fragen im Publikum aus, die sie bis weit in die Pause hinein beantwortete.

Nach dieser Unterbrechung mit Schnittchen und Wein sprach Monika Fischer mit der italienischen ESA-Astronautin Samantha Cristoforetti, die sechs Monate an Bord der Internationalen Raumstation ISS verbrachte. Sie erzählte – übrigens in perfektem Deutsch - Anekdoten von der ISS und schilderte anschaulich und humorvoll das Leben und Arbeiten in der Schwerelosigkeit. Auch hier waren die Fragen des Publikums zu Auswahl, Ausbildung, Arbeit und Risiken der bemannten Raumfahrt schier unerschöpflich. Cristoforetti brachte ein besonderes Souvenir aus dem Weltraum mit: drei so genannte „Tiuterra Kristalle“, die der Kristall-Hersteller Swarovski im Auftrag des Österreichischen Weltraum Forums (ÖWF) aus irdischen Gesteinsproben und einem Marsmeteoriten gefertigt hatte. Sie waren im persönlichen Gepäck der Astronautin zur ISS geflogen, hatten die sechs Monate mit ihr im All verbracht und waren danach wieder mit ihr zur Erde zurück gereist. Nun erfolgte die feierliche Rückgabe an das ÖWF. Dabei schilderte Christian Nagele, Vizepräsident Produktentwicklung bei Swarovski, die Herausforderungen der Einbindung dieser exotischen Materialien in einen Swarovski Kristall. ÖWF-Vorstandsmitglied Dr. Norbert Frischauf nahm die Kristalle sodann entgegen.

Wie jedes Jahr verlieh auch heuer gegen Ende der Veranstaltung das ÖWF den „Polarsternpreis” des Jahres 2017. Dieser Preis geht an Menschen, die sich um die Verbreitung von Astronomie und Raumfahrt besonders verdient gemacht haben. In diesem Jahr wurde der Amateurastronom Johannes Stübler geehrt, der als Vorstand der Linzer Astronomischen Gemeinschaft „Johannes Kepler“ an der Errichtung der Kepler Sternwarte Linz wesentlich beteiligt war und als „Fellow of the Royal Astronomical Society of London” und als Botschafter und nationaler Koordinator der weltweiten Organisation „Astronomers without Borders“ seit vielen Jahren die internationale Zusammenarbeit von Astronomen fördert. Zum Ausklang des Abends öffnete das Naturhistorische Museum den Gästen exklusiv die Sonderschau „Wie alles begann“ über Urknall und Kosmische Hintergrundstrahlung und bot Vorführungen im neu errichteten digitalen Planetarium an.

Sollten Sie nach diesem Bericht Lust bekommen haben, die Yuris Night in Wien persönlich zu erleben (die Veranstaltung hat inzwischen auch viele deutsche Stammgäste) dann haben Sie im kommenden Jahr die nächste Gelegenheit dazu. Das Orion-Team um Maria Pflug-Hofmayr, Monika Fischer und Eugen Reichl schmiedet jedenfalls schon die Pläne für die Yuri‘s Night 2018. Das Programm und der Veranstaltungsort werden wie immer rechtzeitig auf www.der-orion.com bekannt gegeben.


(Autor: Raumfahrer.net Redaktion - Quelle: www.der-orion.com - mit freundlicher Genehmigung)


» Die Astronautin: Zwei Kandidatinnen ausgewählt
20.04.2017 - Pressemitteilung Die Astronautin: Zwei Kandidatinnen setzen sich im Auswahlverfahren durch.
Berlin, 19 April 2017 - Die Entscheidung ist gefallen: Nilcola Baumann, Eurofighter-Pilotin aus Köln, und Insa Thiele-Eich, Meteorologin aus Bonn, haben sich im Finale der Initiative „Die Astronautin“ gegen vier weitere Kandidatinnen durchgesetzt. Die zwei Frauen aus NRW überzeugten die Jury und sicherten sich damit die zwei begehrten Ausbildungsplätze zur Astronautin. Eine von ihnen soll noch vor 2020 als erste deutsche Astronautin zu einer Forschungsmission auf die ISS fliegen. Für den Job als erste deutsche Astronautin im All bewarben sich über 400 Frauen aus der ganzen Bundesrepublik.

Nicola Baumann und Insa Thiele-Eich haben sich für das Astronautentraining qualifiziert. Beide Frauen bestanden die medizinisch-psychologische Eignungsauswahl des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, die an die ESA-Standards zur Astronautenauswahl angelehnt ist. Damit sind sie aus fachlicher, medizinischer und psychologischer Sicht ideal für eine Forschungsmission auf der ISS geeignet. Zuletzt entschied sich eine Jury für die beiden Kandidatinnen. Die Jury gründete ihre Entscheidung auf einen acht Kriterien umfassenden Katalog, der ebenfalls an die Auswahlkriterien der vorherigen Astronautenauswahlen angelehnt ist.

Nicola Baumann, Jahrgang 1985, geboren in München, ist Eurofighter-Pilotin bei der Bundeswehr in Nörvenich bei Köln. Sie trägt den Dienstgrad „Major" und ist u. a. für die Luftraumüberwachung in Deutschland und befreundeten NATO-Nationen zuständig. Nach einer Offiziersausbildung machte die Münchnerin eine Ausbildung zur Kampfflugzeugpilotin und absolvierte ein Fernstudium in Maschinenbau. Geschwindigkeiten von mehr als 2.000 km/h gehören für sie seither zum Alltag.

Insa Thiele-Eich, Jahrgang 1983, geboren in Heidelberg, ist Meteorologin und wissenschaftliche Koordinatorin am Meteorologischen Institut der Universität Bonn. Sie betreibt Grundlagenforschung für eine verbesserte Wetter- und Klimavorhersage und untersucht z. B. den Wasser- oder Energieaustausch zwischen Boden, Vegetation und Atmosphäre. In ihrer Doktorarbeit analysiert sie die Auswirkungen des Klimawandels auf Bangladesch. Sie hat Meteorologie an der Universität in Bonn studiert.

Brigitte Zypries, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie und Koordinatorin der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt, zur Entscheidung: „Mit Insa Thiele-Eich und Nicola Baumann schickt Deutschland zwei hervorragende Frauen in die Ausbildung zur Astronautin. Ich bin mir sicher, sie werden viele Frauen und Mädchen ermutigen, ihren eigenen Weg zu gehen. Sie sind gute Vorbilder, um auch andere junge Frauen für technisch-naturwissenschaftliche Berufe zu begeistern. Unsere Wirtschaft braucht mehr hochqualifizierte Fachkräfte insbesondere in der Hochtechnologiebranche der Luft- und Raumfahrt, die so wichtig für den Standort Deutschland ist."

Claudia Kessler, Initiatorin von „Die Astronautin": „Als wir vorüber einem Jahr starteten, zweifelten viele, ob wir überhaupt eine geeignete Bewerberin finden würden. Heute kann ich sagen: Wir haben sogar zwei. Insa Thiele-Eich und Nicola Baumann sind zwei hochqualifizierte Frauen mit starken Persönlichkeiten und wir freuenuns auf die Ausbildung der beiden zu Astronautinnen. Damit kommen wir unserem gemeinsamen Traum von einer deutschen Astronautin einen großen Schritt näher."

Text: Pressemitteilung „Die Astronautin"
Fotos: Andreas Weise

Verwandte Meldung bei Raumfahrer.net:

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(Autor: Raumfahrer.net Redaktion - Quelle: Initiative „Die Astronautin“)


» China: Verbesserter FengYun 3 startet im Herbst
26.03.2017 - Die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, in der zweiten Hälfte des Jahres 2017 wolle China einen verbesserten Wettersatelliten aus der Serie FengYun 3 ins All bringen. In verfügbaren Startmanifesten ist der Start aktuell für September 2017 terminiert.
FengYun 3D wird voraussichtlich vom Satelltitenstartzentrum Taiyuan (Taiyuan Satellite Launch Center, TSLC) im Norden der Provinz Shanxi aus in den Weltraum transportiert werden. Als Trägerrakete ist eine vom Typ Langer Marsch 4C (Chang Zheng 4C, CZ-4C) vorgesehen. Anvisiert ist ein sonnensynchroner, annähernd polarer Orbit in durchschnittlich 836 Kilometer über der Erde, wo man den Satelliten nach Daten der Weltorganisation für Meteorologie (World Meteorological Organization, WMO) mindestens fünf Jahre nutzen möchte.

Laut Xinhua soll der Satellit nach Angaben der am Bau des Satelliten beteiligten China Aerospace Science and Technology Corporation (CASC) in der Lage sein, Nordlichter zu erfassen. Gemeint ist damit vermutlich, dass das neue Raumfahrzeug mit Sensoren für das Weltraumwetter und dessen Auswirkungen auf die verschiedenen Schichten der Erdatmosphäre ausgestattet sein wird.

Gegenüber den drei Vorgängersatelliten aus der FengYun-3-Serie soll sich FengYun 3D durch erhöhte Zuverlässigkeit und Stabilität sowie verbesserte Genauigkeit seiner Instrumente auszeichnen. Im Unterschied zu den älteren Satelliten wird der neue teilweise mit weiterentwickelten Instrumenten ausgerüstet, äußerte der CASC-Wissenschaftler Zhu Wei laut Xinhua.

In Zukunft sollen nach FengYun 3D weitere vier Raumfahrzeuge der Serie gestartet werden. Mit ihrer Hilfe will China die Zeit zwischen zwei Aktualisierungen der Wettervorhersage von etwa sechs auf rund vier Stunden verkürzen. Außerdem hofft man, die Frequenz von Warnungen vor Unwettern verdoppeln zu können.

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(Autor: Axel Nantes - Quelle: Xinhua)


» Frühwarnsatellit SBIRS GEO 3 liefert erste Bilder
27.03.2017 - Der US-amerikanische Frühwarnsatellit SBIRS GEO 3 hat nach Angaben seines Erbauers Lockheed Martin aus den USA erste Bilder erfolgreich zum Boden übertragen. Das Raumfahrzeug kreist seit dem 21. Januar 2017 um die Erde.
Lockheed Martin meldete mit Datum vom 22. März 2017, dass der neue über dem Äquator positionierte Satellit des weltraumgestützten Infrarotsystems (Space Based Infrared System, SBIRS) jüngst erste Bilder zur Erde gesandt habe, ein Vorgang, der in Fachkreisen „First Light“ genannt wird.

Der Satellit war auf der Atlas-V-Rakete mit der Baunummer AV-066 des Startanbieters United launch Alliance (ULA) als dritter einer Serie von Frühwarnsatelliten für geosynchrone Umlaufbahnen am 21. Januar 2017 in den Weltraum transportiert worden. Nachdem der Satellit den vorgesehenen Erdorbit erreicht hatte, konnten seine nachführbaren Solarzellenausleger, seine Antennenträger und Blenden zum Schutz vor störendem Lichteinfall erfolgreich entfaltet werden, berichtete Lockheed Martin.

Die US-amerikanische Luftwaffe (United States Air Force, USAF) will laut Lockheed Martin mit Hilfe der Satelliten frühzeitigere und genauere Informationen über Raketenstarts an zuständige Stellen in den Vereinigten Staaten von Amerika und bei verbündeten Staaten liefern. Die Genauigkeit bei der Ausrichtung der Vorgänger-Satelliten und die nutzbare Empfindlichkeit ihrer Sensorik lag, so Lockheed Martin, über den vorher festgelegten Mindestwerten, man hoffe, selbiges auch für das jetzt in Betrieb gesetzte Raumfahrzeug sicherstellen zu können.

Lockheed Martin Space Systems aus Sunnyvale fungiert als Hauptauftragsnehmer im SBIRS-Programm und steuert die Satellitenbusse vom Typ A2100 bei. Northrop Grumman Aerospace Systems aus Azusa in Kalifornien wird als Integrator der Beobachtungsnutzlasten der Satelliten genannt. Als Betreiber der SBIRS-Satellitenkonstellation fungiert laut Lockheed Martin das 460. Geschwader auf der Luftwaffenbasis Buckley in Kalifornien.

Der vierte SBIRS-Satellit für eine geosynchrone Umlaufbahn, SBIRS GEO 4, steht vor seiner Fertigstellung in Lockheed Martins Werk in Sunnyvale. Der Start dieses Satelliten soll dieses Jahr (2017) von der Rampe 41 der Luftwaffenstation Cape Canaveral (Cape Canaveral Air Force Station, CCAFS) erfolgen. Der 9. November 2017 wird derzeit als Startdatum gelistet.

Als Trägerrakete ist die Atlas-V-Rakete mit der Baunummer AV-078 vorgesehen. Im Unterschied zu SBIRS GEO 1 bis 3 soll die Atlas V dabei in der Version 411, also mit einer Nutzlastverkleidung mit rund vier Metern Durchmesser, einem seitlich montierten Feststoffbooster und einer Centaur-Oberstufe mit einem Triebwerk, benutzt werden. SBIRS GEO 1 bis 3 flogen auf Atlas-V-Raketen in der Version 401 ohne Feststoffbooster.

SBIRS GEO 3 trägt die Tarnbezeichnung USA 273 und ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 41.937 sowie als COSPAR-Objekt 2017-004A.


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(Autor: Axel Nantes - Quelle: Lockheed Martin, Raumfahrer.net, ULA, USAF)


» Kommentar: SES & SpaceX vor der Feuertaufe
29.03.2017 - SpaceX startet SES 10 auf einer Falcon 9, wobei die erste Stufe ihren zweiten Flug macht. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag geht es um die Zukunft des Raumtransports: Die Wiederverwendung.
Es geht um viel bei dem kommenden Start des Kommunikationssatelliten SES 10 auf einer Falcon-9-Rakete. SpaceX möchte zeigen, dass die Wiederverwendung nicht nur ein schöner Traum, sondern auch technisch durchführbar ist. Ein ökonomischer Vorteil kann sich natürlich nur langfristig zeigen. Er wird daher bei diesem Start nicht das große Thema sein.

SES hofft auf den erfolgreichen Start von SES 10. Langfristig setzt man bei SES auf niedrige Startpreise und vor allem auf eine schnellere Verfügbarkeit von Starts. Wenn eine bereits geflogenen Stufe irgendwo bereit liegt, kann man sie schneller flugbereit machen, als müsste sie erst gebaut werden. Dadurch soll es mehr Flexibilität im Startzeitplan geben.

Die US-Zeitung Florida Today berichtet von einer Pressekonferenz mit SES CTO Halliwell in Florida:

Halliwell sagte, dass man bei SES sehr zuversichtlich sei, dass der Start ein Erfolg werden wird. Ebenfalls bestätigt wurde, dass alle neun Triebwerke der Falcon 9 noch die Originaltriebwerke sind und nicht ausgetauscht wurden.

Es ist wieder eine Landung auf dem autonomen Drohnenschiff "Of course I still love you" im Atlantik geplant. Auch hier eine Innovation: Der autonome Roboter "Optimus Prime" (benannt nach der Transformers-Reihe) soll die Rakete nach der Landung sichern.

Aufgrund des schweren Satelliten (Masse ca. 5.300 kg) ist die Landung jedoch schwierig und wie der Start mit einem erhöhten Risiko behaftet. Sollte die Landung jedoch gelingen, bekommt SES einige Souvenirstücke aus der Rakete für die eigene Firmenzentrale.

SES plant drei weitere Satelliten mit SpaceX in diesem Jahr zu starten (SES 11, SES 14 & SES 16). Sollte der heutige Start ein Erfolg werden, überlegt man bis zu zwei von diesen Satelliten ebenfalls auf einer geborgenen Erststufe zu fliegen.

Die Versicherung war laut Halliwell nicht viel teurer als bei Verwendung einer fabrikneuen Rakete. SES hat dies jedoch nicht in erster Linie aus kurzfristiger finanzieller Sicht gemacht, sondern sieht sich auch in einer Art Early-Adopter-Rolle, wie man sie auch aus der Unterhaltungsindustrie kennt.

Eine kleine Anekdote hatte Halliwell auch noch parat: Der Chefingenieur eines konkurrierenden Startanbieters hatte Halliwell gesagt, dass selbst wenn Elon eine erste Stufe landen könnte, sich diese in einem demolierten Zustand befinden würde und niemals wieder fliegen könnte. Welchen Startanbieter Halliwell meinte, blieb unklar. Nicht ganz unwahrscheinlich allerdings, dass es sich um Arianespace handelte.

Der Weg zur Wiederverwendbarkeit war für SpaceX ein langer. Elon Musk hat seine Pläne für die Wiederverwendbarkeit im Jahre 2011 vorgestellt. In diesem Jahr war SpaceX kein einziges Mal gestartet, da gab es viel Häme im Netz. Das hat Musk offensichtlich nicht davon abgehalten, weiter an seinen Plänen festzuhalten. Jetzt schreiben wir das Jahr 2017, sechs Jahre später.

Ursprünglich sollte sogar die zweite Stufe der Falcon 9 wiederverwendbar werden, diese Pläne wurden inzwischen begraben. Doch die Wiederverwendung der ersten Stufe soll jetzt Ende der Woche demonstriert werden.

Seit dem Shuttle, bei dem sich die Hoffnungen nicht realisiert haben, galt die Wiederverwendbarkeit ersteinmal als tot, jetzt gibt es also eine neue Hoffnung. Neben SpaceX arbeitet auch die amerikanische Konkurrenzfirma Blue Origin an einer Wiederverwendbarkeit. Blue Origin wird von dem Amazon-Chef und Multimilliardär Jeff Bezos geleitet.

Doch jenseits von SpaceX & Blue Origin gibt es nur Lippenbekenntnisse. Die ULA macht offiziell SMART-Reuse ab 2024, aber dies scheint mehr PR als Realität zu sein. Der ULA-Mann für Innovationen, George Sowers, hat auch gerade seinen Ruhestand angekündigt.

Europa hat sich mit den Ministerratskonferenzen 2012, 2014 & 2016 auf die nicht-wiederverwendbare Rakete Ariane 6 festgelegt. In Anbetracht der langen Zeiträume, die jede Ariane-Rakete fliegt, scheint ein neues Konzept vor 2035 eher unwahrscheinlich. Die Ariane 5 fliegt seit 1996 und wird es noch bis mindestens 2021 tun, also insgesamt mindestens 25 Jahre.

Außerdem ist völlig unklar, wie eine wiederverwendbare Rakete ohne Feststoffbooster jemals Geo-Return-kompatibel sein wird. Was kann Italien dann noch groß beitragen, die Kompatibilität mit Vega etc.. etc.., nein in Europa ist die Hoffnung auf Wiederverwendbarkeit ersteinmal tot.

Russland hat die Angara entwickelt, China die Langer Marsch-Serie, aktuell die Langer-Marsch-5-Rakete. Diese Länder werden das nicht einfach über den Haufen werfen. SpaceX & Blue Origin sind die einzige zeitnahe Hoffnung auf einen Raumtransport mit Wiederverwendung.

Aber ein Produkt braucht nicht nur einen Hersteller sondern auch einen Kunden. Und als Europäer kann es einen nur mit dem größten Stolz erfüllen, dass der große europäische Satellitenbetreiber SES das Risiko eingeht und den SES-10-Satelliten auf die Rakete packen lässt. Fortschritt geht nicht ohne Risiko, wenigstens einer der großen "Player" in der europäischen Raumfahrt hat es begriffen.

GO Falcon 9! GO SES 10!


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(Autor: Tobias Willerding - Quelle: SpaceX, FloridaToday)


» ISRO: Radarsatellit RISat 1 funktioniert normal
30.03.2017 - Die indische Raumfahrtforschungsorganisation (Indian Space Research Organisation, ISRO) meldete in Reaktion auf Berichte über Schwierigkeiten mit dem Radarsatelliten RISat 1, das Raumfahrzeug funktioniere normal.
RISat 1, dessen Hauptnutzlast eine bei 5,35 GHz betriebene Radaranlage mit synthetischer Apertur ist, kreist seit dem 26. April 2012 um die Erde. Das Raumfahrzeug mit einer Startmasse von 1.858 Kilogramm und einer Auslegungsbetriebsdauer von fünf Jahren dient der wetterunabhängigen Abtastung der Erdoberfläche. Verschiedene Beobachter des indischen Raumfahrtprogramms unterstellen dem aktuell auf einer 95,6 Grad gegen den Erdäquator geneigten Bahn in Höhen zwischen 530 und 550 Kilometern operierenden Satelliten auch militärische Aufgaben.

Die US-amerikanische Weltraumüberwachung beobachtete im Herbst 2016 die Ablösung einzelner Objekte von RISat 1 und katalogisierte in der Folge mindestens zwölf Objekte mit unabhängigen Bahnparametern. Das Ereignis fand am 30. September 2016 vermutlich zwischen 2:00 und 6:00 Uhr UTC statt. Bei den abgelösten Objekten könnte es sich beispielsweise um Isolierfolien oder Matten handeln. Eines der Objekte (NORAD 41.797 / COSPAR 2012-017C) ist am 12. Oktober 2016 wieder in die Erdatmosphäre eingetreten, und wurde dabei mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zerstört.

Im November 2016 soll es an Bord des Satelliten eine (weitere) Anomalie gegeben haben, die zu einen zeitweiligen Ausfall führte. Nach Angaben des ISRO-Sprechers Deviprasad Karnik habe RISat 1 normal funktioniert – ISRO-Wissenschaftler hätten eine Anomalie korrigiert, diese stünde aber in keinem Zusammenhang mit den beobachteten Objektfreisetzungen. Details zur Anomalie übermittelten ISRO und ihr Sprecher nicht.

RISat 1 alias Radar Imaging Satellite 1 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 38.248 und als COSPAR-Objekt 2012-017A.


(Autor: Axel Nantes - Quelle: Deccan Chronicle, NASA ODQR Volume 20 Issue 4, Reddit, WMO)


» Aufstieg und Rücksturz - all ok für SpaceX und SES
31.03.2017 - SES 10 ist im All. Und die erste Stufe der verwendeten Trägerrakete von SpaceX schon zum zweiten Mal wieder gelandet.
Um 22:27 Uhr UTC am 30. März 2017 erfolgte der Start der Falcon-9-Rakete von SpaceX mit dem Kommunikationssatelliten SES 10, Startmasse rund 5.300 Kilogramm, an Bord. Der Flug begann von der Startrampe 39A auf Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida. Für den transportierten Satelliten endete er mit dem Aussetzen auf der vorgesehenen Transferbahn, für die erste Stufe mit der erfolgreichen Landung auf der Seeplattform "Of course I still love you".

Ob die neuartige Robotereinheit zur Sicherung der Raketenstufe zwischenzeitlich zum Einsatz kam, wurde bisher nicht bekannt. Das Gerät namens "Optimus Prime" hat die Aufgabe, sich unter der gelandeten Stufe zu positionieren und zwischen sich, der Stufe und dem Deck der Plattform eine belastbare Verbindung herzustellen.

Ebenfalls noch nicht offiziell bekannt wurde, ob eine Rückführung der beiden Hälften der Nutzlastverkleidung zur Erde gelang. In Expertenkreisen war darüber spekuliert worden, ob die Hälften mittels Kaltgastriebwerken und steuerbarer Fallschirme weitestgehend unbeschädigt auf dem Meer gelandet bzw. vorher von Hubschraubern eingefangen werden könnten.

SES hat in einer Presserklärung mit Datum vom 30. März 2017 bekannt gegeben, das der Start von SES 10 gelungen sei. Der für einen Position bei 67 Grad West im Geostationären Orbit (GEO) vorgesehene Satellit wurde von Airbus Defence and Space gebaut und basiert auf dem Satellitenbus Eurostar E3000. Seine Auslegungsbetriebsdauer beträgt nach Angaben seines Herstellers mindestens 15 Jahre.

Zum Abbau der nach dem Start verbliebenen Bahnneigung gegen den Erdäquator und dem Erreichen einer annähernden Kreisbahn auf dem Niveau des GEO war der Satellit mit einem chemischen Triebwerk als Apogäumsmotor ausgestattet worden. Für Bahnerhalt und Manöver im GEO ist insbesondere die Nutzung von elektrischen Halleffekt-Triebwerken (HET), die Xenon ausstoßen, vorgesehen. Außerdem an Bord sind 14 zehn Newton starke Zweistofftriebwerke vom Typ S10-21 von Airbus Defence and Space.

Die Nutzung der Position bei 67 Grad West wird durch eine Vereinbarung zwischen SES und den Staaten der Andengemeinschaft (Comunidad Andina de Naciones, CAN) in Südamerika - Bolivien, Kolumbien, Ecuador und Peru - ermöglicht. Nach seiner Inbetriebnahme soll SES 10 Empfänger in Zentral- und Südamerika, in Mexiko und in der Karibik mit direkt ausgestrahlten Fernsehprogrammen versorgen sowie Mobilfunkdienste und Verbindungen für international agierende Organisationen und Unternehmen zur Verfügung stellen.

Kommentar von Tobias Willerding zum Start bei Raumfahrer.net (von vor dem Start)


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(Autor: Axel Nantes - Quelle: Airbus Defence and Space, Raumfahrer.net, SES, SpaceX)



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ISS Aktuell: Sojus-MS 02 in Kasachstan gelandet von Redaktion



• Sojus-MS 02 in Kasachstan gelandet «mehr» «online»


» Sojus-MS 02 in Kasachstan gelandet
14.04.2017 - Am 10. April 2017 ist die Rückkehrkapsel des Raumschiffs Sojus-MS 02 mit ihrer dreiköpfigen Besatzung in Zentralkasachstan gelandet.

Mit der Landung mit den Russen Andrej Borissenko und Sergej Ryshikow sowie dem US-Amerikaner Shane Kimbrough an Bord gegen 13:20 Uhr MESZ (11:20 Uhr UTC) am 10. April 2017 im vorgesehenen Gebiet wurde die ISS-Expedition 50 endgültig erfolgreich abgeschlossen.

Die drei Raumfahrer waren am 19. Oktober 2016 mit Sojus-MS 02 zur Internationalen Raumstation (International Space Station, ISS) aufgebrochen, dockten am 21. Oktober 2016 um 10:52 Uhr MEZ (9:52 Uhr UTC) an und verbrachten zusammen 173 Tage im All. Der NASA-Astronaut übernahm am 30. Oktober 2016 das Kommando der Expedition 50, nachdem er zuvor als Bordingenieur im Rahmen der Expedition 49 tätig geworden war. Borissenko und Ryshikow arbeiteten als Bordingenieure.

Zusammen mit einem früheren Raumflug hat Borissenko jetzt 337 All-Tage absolviert. Kimbrough konnte mit seinem zweiten Raumflug seinen Erfahrungsschatz auf 189 Tage im All erweitern. Ryshikow kommt mit dem Abschluss seines ersten Einsatzes im Weltraum auf 173 Tage. Sojus-MS 02 und die drei Raumfahrer legten zusammen insgesamt rund 118 Millionen Flugkilometer zurück und absolvierten 2.768 Erdumrundungen.

Am Ende des Fluges legten die drei Raumfahrer schließlich wieder ihre Sokol-Fluganzüge an und bereiteten sich in der Besatzungskabine von Sojus-MS 02 auf die Landung vor. Die Luken zur ISS wurden am 10. April 2017 gegen 6:45 Uhr MESZ geschlossen. Nach der Überprüfung des hermetischen Abschlusses koppelte das Sojus-Raumschiff mit Sojus-Kommandant Ryshikow an den Kontrollen um 9:57 Uhr und 30 Sekunden MESZ vom Kopplungsstutzen am Forschungs- und Kopplungsmodul mit dem Eigennamen Poisk (russisch für Suche) am russischen Segment ab. Anschließend entfernte sich Sojus-MS 02 langsam von der Station. Die ISS befand sich während dieses Manövers im freien Flug, um den Ablegevorgang nicht durch automatische Lagekorrekturen zu stören.

Um 12:28 Uhr und 30 Sekunden MESZ begann eine vier Minuten und 38 Sekunden lange Brennphase des Antriebs am Heck bzw. am Servicemodul von Sojus-MS 02 zum Abbremsen. Das Raumschiff wurde dadurch soweit verlangsamt, dass der erdnächste Punkt seiner Umlaufbahn innerhalb der Erdatmosphäre lag. In rund 140 Kilometern Höhe wurden um 12:55 Uhr und 21 Sekunden anschließend Orbitalmodul, Landekapsel und Servicemodul voneinander getrennt.

Während Orbital- und Servicemodul beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre weitgehend verglühten, passierte dies mit der Landekapsel nicht, da sie an ihrer Unterseite mit einem Hitzeschild versehen worden war. Die Kapsel wurde durch den Luftwiderstand und danach durch einen kleinen Bremsfallschirm auf eine Geschwindigkeit von etwa 350 Kilometer pro Stunde abgebremst. Anschließend öffnete sich um 13:04 Uhr und 29 Sekunden MESZ der große Hauptfallschirm, der eine weitere Reduzierung der Geschwindigkeit auf etwa 21 Stundenkilometer bewirkte.

In rund sieben Kilometern Höhe über dem Boden wurde schließlich der Hitzeschild abgeworfen, um unter anderem den Einsatz der Landetriebwerke zu ermöglichen. Diese zündeten unmittelbar vor dem Aufsetzen. Die sechs Bremstriebwerke dämpften den Aufprall der Kapsel auf den Steppenboden, die Landegeschwindigkeit liegt bei diesem Verfahren im Bereich von rund 10 Kilometern pro Stunde. Nach der Landung um 13:20 Uhr und 35 Sekunden MESZ blieb die Besatzungskabine von Sojus-MS 02 nur kurz in aufrechter Position stehen, um dann vom durch Bodenwinde bewegten Fallschirm umgeworfen zu werden. Das Bergungsteam war innerhalb von drei Minuten an der Kapsel, und brachte sie in eine für den Ausstieg gut geeignete Lage.

Da die Landung im vorgesehenen Gebiet rund 147 Kilometer südöstlich der Stadt Schesqasghan in Zentralkasachstan erfolgte, waren die Bergungsmannschaften mit Hubschraubern vom Typ Mi-8 und Fahrzeugen schnell vor Ort. Rund vierzehn Minuten nach dem Aufsetzen hatten alle drei Besatzungsmitglieder die Kapsel verlassen und konnten die Steppenluft genießen. Eine erste Überprüfung verschiedener medizinischer Werte ergab, dass sich die Besatzung in guter gesundheitlicher Verfassung befindet.

Sojus-MS 02 wurde katalogisiert mit der NORAD-Nr. 41.820 und als COSPAR-Objekt 2016-063A.

Verwandte Meldung bei Raumfahrer.net:

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(Autor: Axel Nantes - Quelle: NASA, Roskosmos)



 

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"InSpace" Magazin #568
ISSN 1684-7407


Erscheinungsdatum:
20. April 2017
Auflage: 5606 Exemplare


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Redaktion InSpace Magazin:
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