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Autor: Thomas Weyrauch / 01. November 2015, 13:45 Uhr

Phobos fürchtet sich zu Recht

Der nach dem Sohn und Begleiter des Kriegsgottes Mars benannte Mars-Mond Phobos (griech. Furcht) ist in Gefahr. Mögliche erste Anzeichen seiner Zerstörung wurden bereits beobachtet.

Quelle: New Scientist
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 ESA/DLR/FU Berlin CC BY-SA IGO 3.0

Bild vergrößernPhobos von Mars Express aus gesehen
(Bild: ESA/DLR/FU Berlin CC BY-SA IGO 3.0)
Rätselhafte Rillen in der Oberfläche von Phobos lassen sich als Folge der Einwirkung der von Mars ausgehenden gravitativen Kräfte interpretieren.

Dass Phobos, der eine gebundene Rotation besitzt und damit Mars immer dieselbe Seite zuwendet, seiner Zerstörung schlussendlich nicht entkommen wird, ist schon länger bekannt. Der Mond umkreist Mars so niedrig, dass Gezeitenkräfte ihn in einigen zehn Millionen Jahren auseinanderreißen werden, noch bevor er mit Mars kollidieren könnte.

In den 1970ern hatten die Viking-Mars-Orbiter und die Sonde Mariner 9 lange, zwischen rund 100 und 200 Meter breite, parallel liegende, rund 10 bis 30 Meter tiefe Rillen auf Teilen der Oberfläche Phobos´ gefunden.

Als die bis zu 20 Kilometer langen Rillen entdeckt wurden, ging man davon aus, dass Phobos als homogener felsiger Körper einem heftigen Einschlag eines anderen Körpers ausgesetzt war. Alternativ hielt man es für möglich, dass die Rillen schlicht in Reihe liegende kleine Einschlagkrater sind, die von in den Raum geschleuderten Bruchstücken nach Einschlägen auf Mars verursacht worden waren.

ESA / Alex Lutkus

Bild vergrößernMars Express über dem Mars
(Bild: ESA / Alex Lutkus)
2008 jedoch ließen Daten der europäischen Mars-Sonde Mars Express den Schluss zu, dass Phobos ein körniger Körper ist, der von einer außen liegenden zwischen 50 und 100 Meter dicken Staubschicht bedeckt ist, welche ihn zusammenhält.

Mit diesem Model des von einer Staubschicht zusammengehaltenen körnigen Körpers arbeitete Terry Hurford vom Goddard Raumflugzentrum (GSFC) der US-amerikanischen Agentur für Luft- und Raumfahrt (NASA) im Bundesstaat Maryland.

Terry Hurord berechnete zusammen mit Kollegen, dass die meisten derjenigen Stellen, an der sich die ominösen Rillen auf Pbobos´ Oberfläche befinden, sehr gut mit den kalkulierten Bereichen der größten Belastung durch Tidenkräfte zusammenpassen.

Hurford glaubt, dass die Rillen ein deutliches erstes Anzeichen dafür sind, dass Phobos letztlich zerrissen wird. Das Magazin New Scientist meldete am 30. Oktober 2015 auf seiner Internetseite, dass Hurford am 4. November 2015 die neuen Forschungsergebnisse auf einer Veranstaltung der Geologischen Gesellschaft der Vereinigten Staaten von Amerika (der GSA 2015) vorstellen will.

Alexander Basilewski vom Wernadski Institut für Geo- und Analytische Chemie in Moskau ließ verlauten, dass er die bekannt gewordenen Berechnungen für sehr bemerkenswert halte und denke, dass die Rillen Verwerfungen sein könnten, wofür auch spreche, dass sie sich teilweise kreuz und quer überschneiden.

Phobos wird laut Hurford sicherlich nicht in Kürze aufhören zu existieren, mindestens einige Millionen Jahre könnte der Mars-Mond durchaus noch überdauern.

Wie gut die den Mond umhüllende Staubschicht den Körper tatsächlich zusammenhält, ist niemandem bekannt. Daten dazu könnte eine Landung auf Phobos liefern - ein wissenschaftlich sicher hochinteressantes Projekt.

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