| | | Autor: Hans J. Kemm / 02. März 2010, 08:29 Uhr | Sternenhimmel im März 2010 Was gibt es am nächtlichen Märzhimmel zu beobachten?
| Quelle: Raumfahrer.net | | | Der März ist der dritte Monat des Jahres im gregorianischen Kalender und wurde nach dem römischen Kriegsgott Mars benannt. Der römische Kalender begann ursprünglich mit dem März als erstem Monat. Hieraus leiten sich auch die Namen der Monate September (lat. septem = sieben), Oktober (lat. octo = acht), November (lat. novem = neun) und Dezember (lat. decem = zehn) ab, jeweils benannt nach ihrer Position in der Abfolge der Monate.
Der nächtliche Sternenhimmel zeigt in diesem Monat, dass eine neue Jahreszeit anbricht. Das markante Wintersechseck geht nun im Westen unter und macht Platz für die Frühlingssternbilder Krebs, Löwe und Jungfrau.

 Zirkumpolare Sternbilder (Bild: CC, Wikipedia) | Der Nachthimmel ist zwar noch winterlich und lang, aber doch schon merklich kürzer als im Vormonat. Er beginnt am Monatsanfang gegen 19.50 Uhr, zur Monatsmitte gegen 20.20 Uhr und am Monatsende gegen 21.50 Uhr. Sonnenaufgang am 1. März ist um 7.05 Uhr, am 15. März geht die Sonne um 6.35 Uhr auf und am Monatsende um 6.55 Uhr.
Die winterliche Milchstraße erstreckt sich vom Südwesten bis in den Norden und liegt im Nordwesten etwa 45° über dem Horizont.
Das markante Wintersechseck geht abends früh im Westen unter und macht Platz für die Frühlingssternbilder. Im Norden zeigt der Abendhimmel die zirkumpolaren Sternbilder Drache, Kleiner Bär und Kepheus. Tief im Nordosten treten Bootes und die Nördliche Krone über dem Horizont auf. Im Osten geht die Jungfrau auf, das Haar der Berenike befindet sich bereits hoch über dem Horizont. Im Südosten findet man im März die Konstellationen Wasserschlange, Rabe und Becher. Der Kopf der Wasserschlange, Löwe und Krebs, mit dem offenen Sternhaufen Praesepe (M44 oder auch Krippe) überqueren den Meridian hoch im Süden. Sirius im Sternbild Großer Hund kann noch tief im Südwesten bestaunt werden. Die Sternbilder Orion und Stier gehen im Westen unter, darüber erkennt man die Zwillinge und den Fuhrmann. Im Nordwesten befinden sich Perseus, das Dreieck, Kassiopeia und Andromeda. In der Nähe des Zenits zeigen sich die Sternbilder Luchs und Großer Bär.
Für eine nächtliche Beobachtung lohnen sich die offenen Sternhaufen M 45 (Plejaden), Hyaden, M 35 im Sternbild Zwillinge, M 44 (Praesepe) und M 67, die Kugelsternhaufen M 3 und M 5, die Nebel M 1 (Krebsnebel) und M 42 (Orionnebel); sowie in Blickrichtung Norden die Galaxien M 31 (Andromedanebel), sowie M 81, M 82 und M 101 im Sternbild Großer Bär. Nicht zu vergessen ist Alkor, der freiäugig sichtbare Begleiter des hellen Sterns Mizar im Sternbild Großer Bär als Augenprüfer.
Die Planeten am 1. März
Venus wird ab Eintritt der bürgerlichen Abenddämmerung sichtbar und bleibt für rund 1 Stunde am Abendhimmel zu sehen. Unser heller Nachbar geht um 19.00 Uhr im Westen unter. Venus ist -3.9 mag hell und wandert durch das Sternbild Wassermann. Die Scheibe von Venus ist zu 98% beleuchtet und ihr Durchmesser beträgt 10".
Mars ist bereits am frühen Abend zu sehen. Er erreicht um 22.00 Uhr mit 64° seine größte Höhe und geht um 6.15 Uhr im Nordwesten unter. Mars hat eine Helligkeit von -0.6 mag.
Saturn geht am Abend um 19.45 Uhr im Osten auf und erreicht gegen 2.00 Uhr seine größte Höhe bei 41°. Saturn zeigt mit der Helligkeit von 0.6 mag seine Ringe bei 3.9° Erhebung. Die Planeten am 15. März
Venus wird ab 19.25 Uhr sichtbar. Anschließend ist sie für rund 1½ Stunden am Abendhimmel zu sehen. Um 19.45 Uhr macht sie sich im Westen unsichtbar. Ihre Helligkeit liegt weiterhin bei -3.9 mag. 

Der goldene Henkel (Bild: Eigenes Archiv) | Mars kann am frühen Abend beobachtet werden. Er erreicht um 21.00 Uhr bei 63° den höchsten Punkt seiner täglichen Bahn. Sein Untergang im Nordwesten findet um 5.45 Uhr statt. Im Fernrohr erscheint deutlich die Phasengestalt des Mars; die Scheibe ist zu 93% beleuchtet, seine Helligkeit beträgt aber nur noch +0,2 mag.
Saturn geht ungefähr bei Sonnenuntergang im Osten auf und bei Sonnenaufgang im Westen unter. Der Ringplanet erreicht eine Kulminationshöhe von 42° über Horizont bei einer Helligkeit von 0,5 mag. Der volle Mond geht am 1. März um 19.35 Uhr im Sternbild Jungfrau auf, erreicht um 1.30 Uhr im Süden seine maximale Höhe von 35° und verschwindet wieder bei Sonnenaufgang. Am 15. März ist um 22.01 Uhr Neumond. Der Mond steht zu nahe bei der Sonne und kann nicht gesehen werden.
Als besonders interessant sind für Spechtler diese Termine: Am 16. um 19.00 Uhr ist das jüngste Neulicht (erste Sichtbarkeit der zunehmenden Mondsichel) des Jahres zu sehen. 21 Stunden nach Neumond zeigt sich die extrem schmale Sichel knapp über dem Westhorizont. Am 25. ist ab der Abenddämmerung bis ~ 22.00 Uhr der Goldene Henkel auf dem Mond sichtbar. Am 26. erreicht der Komet C/2009 O2 (Catalina) mit 120,9 Mill. km (0,808 AE) seinen geringsten Abstand zur Erde (Helligkeit 9.0 mag).
Tagesaktuelle Termine und Ereignisse stehen im Astronomiekalender.
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