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Autor: Andreas Morlok / 05. Mai 2016, 18:00 Uhr

Tiefere Einblicke auf Ceres dank Kratern

Zwei Einschlagkrater auf Ceres erlauben einen Einblick in die tieferen Lagen des Kleinplaneten

Quelle: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA/PSI
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Die NASA Sonde Dawn hat sich auf ihre niedrigste (und wohl endgültige) Umlaufbahn um Ceres heruntergeschraubt, knapp 385 Kilometer über der Oberfläche. Das nennet sich Low Altitude Mapping Orbit (LAMO) und aus dieser Warte sind nochmals bessere Beobachtungen der Oberfläche des Beinahe-Planeten möglich, mit bis zu 40 Metern Auflösung pro Pixel.
NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA

Haulani Krater
(Bild: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA)


Die typische Oberflächenstruktur auf Ceres sind die zahlreichen Impakt-Krater. Die Oberfläche wurde also in ihrer Geschichte unzählige Male durch Einschläge aller Größenordnungen regelrecht umgewälzt. Will man also Einblicke in tiefere Schichten von Ceres erhalten, wäre ein frischer Krater nützlich, der nicht seinerseits von vielen Neuen Einschlägen und deren Auswurfsmassen überprägt worden ist.

Eine solche Gelegenheit bietet der Haulani Krater, mit soliden 34 Kilometern Durchmessern in etwa in der Größenordnung des irdischen Nördlinger Rieses. Woher weiß man, dass es sich um einen jungen Krater handelt? Für die Datierung von planetaren Oberflächen wird, da in der Regel keine Proben verfügbar sind, die Kraterdichte ermittelt. Je älter, desto mehr Impakte sollten stattgefunden haben, was dann durch eine erhöhte Dichte an Kratern erkennbar wäre. Und tatsächlich finden sich nur wenige kleinere Krater innerhalb des Kraterbeckens. Das ist schon mal ein gutes Zeichen. Und es lässt sich noch mehr Information aus dem auf den ersten Blick tristen Grau der Aufnahmen ziehen. So ist das Material des Kraters heller, deutet also auf einen Unterschied in der Zusammensetzung hin.

Weitere Informationen kommen aus Falschfarbenbildern. Hier werden die Farbtöne absichtlich geändert, so dass feine Unterschiede, die im Grau-in-Grau nicht so auffallen, sichtbar werden. Und so kann der ‚blaue‘ Farbton der Auswurfsmassen auch als weiteres Kennzeichen für die Identifikation junger Flächen auf Ceres verwendet werden.

Auch die Form des Kraters ist interessant – statt eines gewöhnlichen Kreises (mehr oder weniger…) sieht Haulani mehr wie ein Sechseck aus. Da scheinen Spannungen am Werk zu sein, die so an der Oberfläche nicht sichtbar sind. Sichtbar sind Erdrutsche, Zeichen dafür, das der Krater vielleicht noch recht instabil ist.

NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA/PSI

Der Oxo Krater auf Ceres
(Bild: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA/PSI)


Und dann gibt es noch den Oxo Krater. Der ist etwas kleiner, knapp 10 Kilometer im Durchmesser, wiederum mit nur geringer Überprägung durch spätere Ereignisse. Da er am 0-ten Längengrad liegt, wird er auf den Oberflächenkarten gerne übersehen. Eine interessante Eigenschaft: einer der hellen Spots, nämlich Nummer 5. Jetzt hat man sich ihn aber genauer angeschaut, und auch dieser Krater hat ein interessantes Innenleben. So scheint eine ganze Flanke des Kraters in einem gigantischen Ceresrutsch in das Kraterinnere gestürzt zu sein. Dadurch werden weitere Teile der Kruste von Ceres sichtbar, die vom Oberflächenschutt, dem Regolith, überlagert werden.

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