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Autor: Günther Glatzel / 09. April 2013, 19:25 Uhr

Neuer Planetenjäger soll 2017 starten

Die NASA hat am Wochenende zwei Projekte im Explorer-Programm ausgewählt, die in den nächsten Jahren realisiert werden sollen. Eines davon ist der Planetenjäger TESS.

Quelle: Massachussetts Institute of Technologie (USA)
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MIT & the TESS team

TESS im All - Impression (Bild: MIT & the TESS team)
TESS steht für Transiting Exoplanet Survey Satellite (Transit-Exoplaneten Durchmusterungssatellit) und wird unter Federführung des Kavli Institute for Astrophysics and Space Research (MKI) am Massachussetts Institute of Technologie (MIT) entwickelt. Der Satellit soll 2017 gestartet und auf einer Bahn abgesetzt werden, auf der er weder Erde noch Mond zu nahe kommt und die für Jahrzehnte stabil sein soll.

In Erdferne bieten sich ideale Beobachtungsbedingungen, in Erdnähe aber noch oberhalb der irdischen Strahlungsgürtel wird Hochgeschwindigkeits-Datenübertragung auch mit verhältnismäßig geringem Aufwand möglich sein. Immerhin wird TESS mit geschätzten Kosten von etwa 200 Millionen US-Dollar und auch von der Masse her eher ein Leichtgewicht.

TESS wird wahrscheinlich mit 4 kleinen und schnellen Weitwinkelteleskopen ausgerüstet werden, die einen 400-fach größeren Himmelsbereich mit einem Mal erfassen können, als jedes vorherige derartige Projekt (CoRoT bzw. Kepler). Ursprünglich (2010) waren noch 6 Teleskope an Bord geplant. Hochentwickelte Sensoren erfassen dann das gesammelte Licht und werten es aus. In erster Linie geht es darum, periodische Verdunklungen von Sternen zu erfassen, die durch den Vorbeiflug von Planeten, die den jeweiligen Stern umlaufen, verursacht werden. Dazu müssen die Planeten allerdings die Sichtlinie von uns zum jeweiligen Stern durchlaufen und die Sterne bereits als Scheibchen auf den Sensoren registriert werden.

Bisher führendes Instrument für diese Aufgabe ist das NASA-Weltraumteleskop Kepler, welches sich seit 2009 in einer Sonnenumlaufbahn befindet und einen kleinen Himmelsausschnitt in den Sternbildern Schwan und Leier beobachtet. Hier befinden sich keine hellen Sterne, die mehr als 150.000 Lichtpünktchen im Blickfeld der zusammen 95 Megapixel umfassenden 42 Sensoren sind eher weit von uns entfernt. Mittlerweile hat man damit aber bereits mehr als 100 Planeten gefunden und weitere etwa 2.700 Kandidaten auf einer Liste.

Mit TESS sollen aber Planeten bei mehreren Millionen Sterne in relativer Nähe zur Erde, also in einem Umkreis von nur einigen Hundert Lichtjahren, aufgespürt werden können. Bei ihnen wäre dann auch die Untersuchung eventuell vorhandener Atmosphären möglich. Mit Hilfe anderer Methoden und weiterer Teleskope könnte sich auch die Masse der Planeten genauer bestimmen lassen, womit Aussagen über Dichte und Art der Planeten möglich wären.

Fortschritte in der Optoelektronik der letzten Jahre machen es jetzt offenbar möglich, derartige Sensoren zu entwickeln. Damit will man vor allem erdähnliche, kleine Gesteinsplaneten um sonnenähnliche Sterne finden, die obendrein diese in der sogenannten habitablen Zone umlaufen. Innerhalb dieser Zone ist es durch Sonneneinstrahlung sowie Dichte und Treibhauseffekt unterschiedlicher Atmosphären möglich, dass Wasser im flüssigen Aggregatzustand auftritt und damit Lebensprozesse begünstigt.

Projektleiter ist George Ricker vom MKI. Er betonte, dass durch den speziell ausgewählten Erdorbit die Geräte an Bord des Weltraumteleskops innerhalb eines stabilen Temperaturbereiches arbeiten können. Sara Sieger, Professorin für Planetenwissenschaften am MIT, blickt zuversichtlich in die Zukunft: "Die Auswahl des TESS-Projektes beschleunigt unsere Chancen, innerhalb des nächsten Jahrzehnts Leben auf einem fremden Planeten zu finden."

Am Projekt TESS beteiligt sind neben dem MIT Kavli Institute auch das Lincoln Laboratory, das Goddard Spaceflight Center der NASA, die Orbital Sciences Corporation (Start mit Pegasus XL), das NASA Ames Research Center, das Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics, die Aerospace Corporation und das Space Telescope Science Institute (STScI).

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