Hubble Ultra Deep Field 2009

Mit neuer Technik wurde jetzt dieselbe Region des Universums erfasst, die bereits 2004 ein wichtiges Beobachtungsziel im Rahmen der Hubble-Ultra-Deep-Field-Kampagne war.

Ein Beitrag von Günther Glatzel. Quelle: NASA. Vertont von Peter Rittinger.

NASA, ESA, G. Illingworth (UCO/Lick Observatory and the University of California, Santa Cruz), R. Bouwens (UCO/Lick Observatory and Leiden University), and the HUDF09 Team
Hubble Ultra Deep Field 2009
(Bild: NASA, ESA, G. Illingworth (UCO/Lick Observatory and the University of California, Santa Cruz), R. Bouwens (UCO/Lick Observatory and Leiden University), and the HUDF09 Team)

Im Mai wurden mehrere optische Instrumente des Hubble Space Telescope während der Shuttle-Mission STS 125 erneuert. Dazu gehört auch die Wide Field Camera, die in verbesserter, dritter Version installiert wurde (WFC 3). Neben einer verbesserten Auflösung wurde auch ihr Aufnahmebereich ins nahe Infrarot erweitert.

Durch die anhaltende Ausdehnung des Universums werden Lichtwellenlängen vergrößert. Normales Licht, das vor Milliarden von Jahren ausgesandt wurde, kommt bei uns stark rotverschoben an. Mit der Erweiterung des Messbereichs auf infrarote Strahlung kann man nun mit der WFC 3 noch größere Rotverschiebungen erfassen, also noch weiter entfernte Objekte abbilden. Damit schaut man aber auch weiter in die Vergangenheit des Universums, bis etwa 600 Millionen Jahre nach dem Urknall. Seitdem sind mehr als 13 Milliarden Jahre vergangen.

Bisher konnten derart weit entfernte Objekte im nahen Infrarot noch nicht abgebildet werden. Galaxien wurden außerdem noch nie in einem so frühen Universum beobachtet. Zusätzlich bekommt man auch einen Einblick in Wachstum und Entwicklung früher Galaxien.

Die neue Aufnahme wurde Ende August gemacht, indem das Teleskop im Verlaufe von 4 Tagen insgesamt gut 48 Stunden lang auf dieselbe, von der Erde aus fast leer erscheinende Region des Weltraums gerichtet blieb. Aus der empfangenen Infrarotstrahlung wurde mittels dreier Filter (1050 nm, 1250 nm und 1600 nm) ein Bild im sichtbaren Licht zusammengesetzt. Rechnet man die Rotverschiebung nämlich mit ein, werden aus den drei Infrarotwellenlängen solche der Farben Rot, Grün und Blau. Damit konnte ein Bild gewonnen werden, das die weit entfernten Objekte in echten Farben zeigt.

Die neue Aufnahme zeigt übrigens dieselbe Region, die bereits 2004 im Rahmen des Hubble-Ultra-Deep-Field-Projekts anvisiert wurde. Zum Team 2009 gehörten Astronomen der Universitäten von Kalifornien, Colorado und Yale (USA), Leiden (Niederlande), des Carnegie Institute Washington (USA), der ETH Zürich (Schweiz) und des Space Telescope Science Institute (USA).

Die neue Wide Field Camera 3 ersetzte die 1993 in Hubble eingebaute Wide Field and Planetary Camera 2 (WFPC 2). Untersuchungsobjekte sind vergleichsweise großflächige Objekte wie Galaxien, Sterne in unserer Galaxis und Objekte in unserem Sonnensystem. Die Kamera verfügt dazu über zwei Beobachtungskanäle, UVis für Messungen im sichtbaren und im UV-Bereich sowie NIR für nahes Infrarot. Letzterer verfügt über einen hochempfindlichen 1-Megapixel-Halbleitersensor aus Quecksilber-Cadmium-Tellurid, der gekühlt wird und damit Wellenlängen von 850 bis 1.700 nm und darüber hinaus detektieren kann. Da man im Infrarotbereich auch durch Staubwolken blicken kann, erwartet man in Zukunft neue Erkenntnisse zur Entstehung und Entwicklung von Galaxien, Sternpopulationen sowie über Dunkle Energie und Dunkle Materie.

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