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Autor: Christian Klempsmann / 11. September 2014, 08:53 Uhr

Dr. Jekyll und Mr. Hyde: Die Venus-Zone

Astronomen der San Francisco State University haben gestern die Definition der "Venus-Zone", der Bereich um einen Stern, in dem ein potentieller Planet die venus-typischen Umweltbedingungen aufweisen müsste, vorgestellt.

Quelle: ScienceDaily, San Francisco State University
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NASA/JPL-Caltech/Ames

Bild vergrößernTrotz der ähnlichen Größe, haben Erde (rechte Bildhälfte) und Venus (linke Bildhälfte) sehr unterschiedliche Oberflächenzustände.
(Bild: NASA/JPL-Caltech/Ames)
Astronom Stephen Kane und sein Team von der San Francisco State University haben gestern die "Venus-Zone" vorgestellt. Definiert ist die "Venus-Zone" als der Bereich in einem Sonnensystem, in dem ein Planet die Bedingungen aufweist, wie sie für die Venus typisch ist und die den Planeten für den Menschen unbewohnbar machten.

Besonders hilfreich werden die vorliegenden Erkenntnisse bei der Unterstützung der Kepler-Mission der NASA sein. Das Kepler-Weltraumteleskop wurde im März 2009 gestartet, um nach Exoplaneten (extrasolare Planeten) zu suchen, wobei ein besonderes Augenmerk auf erdähnlichen Planeten in der habitablen Zone eines Sonnensystems lag. Kepler hat, auch wenn die Hauptmission wegen technischer Probleme mittlerweile beendet wurde, Hunderte von Planeten gefunden, darunter auch erdgroße Planeten. Für die Astronomen stellt sich dabei die besondere Schwierigkeit, erdähnliche Planeten wie die Venus, die sich am Rand der habitablen Zone bewegt von denen zu unterscheiden, die sich in der habitablen Zone befinden.

Nach Auffassung von Kane hatten Erde und Venus einen ähnlichen Beginn in der Evolution der Atmosphäre. Der Grund, warum sich danach unterschiedlich weiterentwickelt haben, ist die unterschiedliche Entfernung zur Sonne. Kane war unter anderem bei der Entdeckung des Exoplaneten Kepler-186f beteiligt, einem erdähnlichen Planeten, bei dem sich genau diese Fragestellung ergab. "Die Erde ist Dr. Jekyll und die Venus Mr. Hyde und man kann beide nicht nur auf Grundlage Ihrer Größe unterscheiden", brachte er das Thema auf den Punkt.

NASA Ames/SETI Institute/JPL-CalTech

Bild vergrößernDas vom Kepler-Teleskop entdeckte Planetensystem Kepler-186
(Bild: NASA Ames/SETI Institute/JPL-CalTech)
Zusammen mit Forschern der Penn State University definierte Kane die Venus-Zone anhand der Strahlungsenergie, die der Planet von seinem Mutterstern erhält. Als äußersten Rand wurde dabei der Bereich angenommen, in dem die Atmosphäre eines Planeten von Treibhausgaseffekten, wie wir sie von der Venus kennen, beherrscht wird, als inneren Rand der Bereich, an dem die Atmosphäre vom Strahlungsdruck zerstört wird.

Die von Kepler oder zukünftigen Teleskopen gefundenen Exoplaneten können nach dieser Methode als erd- oder venusähnlich klassifiziert werden.

Gleichzeitig sollen die Ergebnisse dazu dienen, die entwicklungsgeschichtlichen Unterschiede zwischen Erde und Venus besser zu verstehen.

Weitere Informationen:

Informationen zu Johannes Kepler, Namensgeber des Teleskops

Das System Kepler-186
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