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Autor: Karl Urban / 12. Juli 2012, 16:48 Uhr

Pluto hat mindestens fünf Monde

Die NASA verkündet, dass der fünfte Mond des Zwergplaneten Pluto gefunden wurde. Indizien dafür gab es schon vorher.

Quelle: NASA / Hubblesite
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Mit dem Weltraumteleskop Hubble gelang es einem Team von US-Astronomen, den neuen Mond abzulichten. Er umkreist Pluto in einem Abstand von 93.000 Kilometern, ist irregulär geformt und besitzt einen Durchmesser zwischen zehn und 24 Kilometern.

NASA

Bild vergrößernDas Plutosystem mit den Monden Charon, Nix, Hydra, P4 und nun dem jetzt entdeckten Trabanten
(Bild: NASA)
Der Mond mit dem vorläufigen Namen S/2012 (134340) ist damit deutlich kleiner als die 2006 entdeckten Trabanten Nix und Hydra, umkreist den Zwergplaneten aber auf der gleichen Bahnebene. Neben dem größten Mond Charon (1200 Kilometer) war zuletzt 2011 in älteren Daten des Hubbleteleskops der vierte Plutomond entdeckt worden. Die Aufnahme des vergleichbar großen fünften Mondes gelang nun jedoch mit der verbesserten Wide Field Camera 3 des Hubbleteleskops, die mit der letzten Servicemission des Space Shuttles ins All gelangt war. Es war zu diesem Zweck erst vor wenigen Tagen auf Pluto gerichtet worden.

Völlig überraschend ist der aktuelle Fund nicht: Astronomen um die Brasilianerin Pryscilla Pires dos Santos hatten schon in früheren statistischen Auswertungen die Möglichkeit weiterer Monde angenommen. Viel mehr könnte es neben S/2012 (134340) sogar noch einen sechsten Mond geben. Wenn er existiert, dürfte er spätestens mit dem Vorbeiflug der NASA-Raumsonde New Horizons aufgespürt werden, die das Plutosystem am 14. Juli 2015 durchfliegen wird.

Der Fund beschäftigt das Missionsteam der NASA-Sonde jedoch auch, weil er ein weiteres Indiz für vielfältiges Gesteinsmaterial im Plutoumfeld darstellt. Das könnte auch eine Änderung der Flugroute von New Horizons notwendig machen, die vielleicht zu dicht an Pluto vorbeifliegt: Astronomen gehen davon aus, dass kleinere Einschläge sowohl im Kuipergürtel als auch auf Pluto häufig sind, bei denen feines Gesteinsmaterial herausgeschleudert wird. Die Anwesenheit mehrerer Trabanten könnte den Staub auf wenige feste Bahnen um den Zwergplaneten zwingen – und ein Ringsystem hervorrufen.

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