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Autor: Mandy Kobs / 18. September 2010, 21:46 Uhr

Erster Erfolg mit Einstein at Home

Nach 5 Jahren Forschung gelingt dem Gemeinschaftsprojekt Einstein@Home mit zahlreicher Unterstützung aus der Öffentlichkeit die erste Entdeckung eines unbekannten kosmischen Himmelskörpers. Der Pulsar (Neutronenstern) befindet sich in ca. 17.000 Lichtjahren Entfernung innerhalb unserer Milchstraße.

Quelle: M.P.I., A.E.I., Einstein-Online
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AEI Hannover

Bild vergrößernDieser Screensaver zeigt den jeweiligen Sektor des Himmels an, der durchsucht wird und die violetten Punkte markieren die Positionen bereits bekannter Pulsare.
(Bild: AEI Hannover)
Am 19. Februar 2005 startete das Projekt Einstein@Home die Jagd nach Gravitationswellen. Aufgrund der besonderen Strahlung schnell rotierender Neutronensterne, erhoffen sich die Forscher, hier Gravitationswellensignale herausfiltern zu können. Das Jagdgebiet sind die aufgezeichneten Beobachtungsdaten großer Gravitationswellendetektoren (Geo600, LIGO). Die große Herausforderung liegt darin, dass man einem so außerordentlich kleinen Effekt auf die Spur kommen will, der ein so schwaches Signal hinterlässt, dass es einer monatelangen Beobachtung bedarf. Aus diesem langen Zeitraum wiederum ergibt sich erstens, dass die Erdrotation beachtet werden muss wie auch der Umlauf um die Sonne und zweitens eine Unmenge von anfallendem Datenmaterial.

Das Forschungsprojekt, das sich aus Wissenschaftlern der Universität Wisconsin-Millwaki (UWM) und des Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut/A.E.I.) Hannover zusammensetzt, bezieht aus diesem Grund von Beginn an die Öffentlichkeit in ihre Forschung mit ein. Man nutzt eine Software (BOINC), die u.a. ein Verwalten und Verteilen großer Datenmengen ermöglicht. Getreu des Projektnamens "Einstein zu Hause", können sich Privathaushalte oder Firmen am Projekt beteiligen und die Durchsuchung von Datenpaketen mit einem Teil der Kapazität ihres Computers unterstützen. Wenn der Computer nicht selbst benutzt wird, arbeitet ein Auswerteprogramm zugeteilte Datenpakete ab, während ein Bildschirmschoner den Himmelssektor anzeigt der gerade durchsucht wird.

AEI Hannover

Bild vergrößernSimulation PSR J2007+2722
(Bild: AEI Hannover)
Seit März 2009 werden so auch die Aufzeichnungen des Arecibo-Observatoriums in Puerto Rico ausgewertet. In den Daten dieses empfindlichsten und zweitgrößten Radioteleskops der Welt konnte das Signal eines unbekannten Pulsars aufgespürt werden. Der rotierende Neutronenstern befindet sich in etwa 17.000 Lichtjahren Entfernung innerhalb der Milchstraße, im Sternbild Fuchs (lateinisch Vulpecula) und trägt die Bezeichnung PSR J2007+2722. Höchstwahrscheinlich ist er ein sogenannter recycelter Pulsar, nahm also von einem einst engen Nachbarstern Masse und Drehimpuls auf und blieb letztlich als schnell rotierender Einzelgänger zurück. Heute rotiert der Neutronenstern binnen einer Sekunde 41 Mal um die eigene Achse.

AEI Hannover/N. Michalke

Bild vergrößernProf. Dr. Bruce Allen
(Bild: AEI Hannover/N. Michalke)
Die Entdeckung wurde vor allem möglich, weil mittlerweile mehr als 200.000 Menschen in 192 Ländern das Forschungsprojekt mit ihren Computern unterstützen. So steht heute eine Rechenleistung von etwa 48 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde (48 Teraflops) zur Verfügung. Prof. Dr. B. Allen, Leiter des Projekts Einstein@Home und Direktor am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut) sowie Adjunct Professor of Physics an der University of Wisconsin, Milwaukee: „Dies ist ein spannender Moment für Einstein@Home und unsere freiwilligen Teilnehmer. Es zeigt, dass durch die Beteiligung der Öffentlichkeit an der Wissenschaft neue Dinge in unserem Universum entdeckt werden können. Ich hoffe, dass sich nun noch mehr Leute begeistern lassen und uns dabei unterstützen, weitere Geheimnisse, die in den Daten verborgen liegen, aufzudecken.“

Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (A.E.I.):
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