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Autor: Ralph-Mirko Richter / 22. Dezember 2012, 16:40 Uhr

Der Saturn bei Nacht

Eine Mosaik-Aufnahme der Raumsonde Cassini zeigt den zweitgrößten Planeten unseres Sonnensystems unter ungewöhnlichen Beleuchtungsverhältnissen.

Quelle: CICLOPS, JPL
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NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute

Bild vergrößernEine Gegenlichtaufnahme des Saturn und seines Ringsystems. Die hierfür verwendeten 60 Einzelbilder wurden am 17. Oktober 2012 erstellt.
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute)
Bereits seit dem Sommer 2004 befindet sich die Raumsonde Cassini in einer Umlaufbahn um den Saturn und liefert den an der Mission beteiligten Wissenschaftlern eine Vielzahl an Daten, welche mit insgesamt 12 Instrumenten gesammelt werden. Die dabei angefertigten Bilder der aus einer Telekamera (NAC) und einer Weitwinkelkamera (WAC) bestehenden ISS-Kamera, welche in ihren Rohfassungen auf einer speziellen Internetseite frei einsehbar sind, begeistern seitdem nicht nur die wissenschaftliche Gemeinde, sondern vielmehr auch die interessierte Öffentlichkeit.

Zuweilen ergeben sich dabei auch einzigartige Aufnahmen, welche nicht nur von großem wissenschaftlichen Nutzen sind, sondern die zudem auch über einen einzigartigen ästhetischen Wert verfügen. Eine solche Aufnahme wurde am 18. Dezember 2012 von dem von Dr. Carolyn Porco geleiteten "Cassini Imaging Science Team", welches für die Auswertung der durch die Raumsonde Cassini angefertigten Aufnahmen verantwortlich ist, veröffentlicht.

Am 17. Oktober 2012 fertigte die Raumsonde Cassini während des Saturnorbits Nummer 174 diverse Aufnahmen von der Nachtseite des Ringplaneten an. Der wissenschaftliche Beweggrund für die Anfertigung der Aufnahmen bestand darin, dass die an der Mission beteiligten Wissenschaftler anhand der so erstellten Aufnahmen speziell die einzelnen Ringstrukturen und die oberen Atmosphärenschichten des Saturn im Detail untersuchen konnten. Der Saturn ist dabei aus einem Winkel von rund 19 Grad unterhalb der Ringebene aus einer Entfernung von etwa 800.000 Kilometern zu sehen, wobei sich die Sonne fast genau hinter dem Saturn befindet. Die im Rahmen dieser Gegenlichtaufnahmen erzeugten Bilder erreichte Bildauflösung liegt bei etwa 50 Kilometern pro Pixel.

Die so erzeugten Aufnahmen wurden anschließend zu einem Bildmosaik zusammengefügt, welches den zweitgrößten Planeten unseres Sonnensystems in einem aus dieser Perspektive selten sichtbaren Glanz wiedergibt. Das Mosaikbild wurde aus 60 Einzelbildern erstellt, welche unter der Verwendung von Infrarot-, Rot- und Violettfiltern angefertigt und anschließend zu einer kontrastverstärkten Falschfarbensicht kombiniert wurden.

Die zum Aufnahmezeitpunkt stark von hinten beleuchteten Ringe erscheinen zu beiden Seiten der Planetenscheibe sehr hell. In den Bereichen, wo sie allerdings lediglich als Silhouette vor dem Gasriesen zu sehen sind, erscheinen sie dagegen eher dunkel. Im Zentrum des Mosaiks reflektieren sie ein feines Licht auf die Wolkenoberfläche des Saturn, während der Saturn zugleich seinen eigenen Schatten auf die Ringe wirft.

Im linken unteren Viertel des Mosaiks sind zudem zwei der inneren Saturnmonde erkennbar. Der rund 504 Kilometer durchmessende Enceladus befindet sich dabei näher am Ringsystem. Weiter außerhalb ist der 1.062 Kilometer durchmessende Mond Tethys erkennbar.

Auf einer speziellen Internetseite des Cassini Imaging Central Laboratory for Operations (kurz "CICLOPS") stehen der interessierten Öffentlichkeit verschieden hoch aufgelöste Versionen des hier kurz vorgestellten Saturn-Mosaiks zur Betrachtung und zum eventuellen Download zur Verfügung.

Die Mission Cassini-Huygens ist ein Gemeinschaftsprojekt der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA, der europäischen Weltraumagentur ESA und der italienischen Weltraumagentur ASI. Das Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena/Kalifornien, eine Abteilung des California Institute of Technology (Caltech), leitet die Mission im Auftrag des Direktorats für wissenschaftliche Missionen der NASA in Washington, DC. Nach dem derzeitigen Planungsstand soll Cassini den Saturn noch bis zum Jahr 2017 erkunden und am 15. September 2017 aufgrund des dann aufgebrauchten Treibstoffvorrates kontrolliert in der Atmosphäre des Ringplaneten zum Absturz gebracht werden.

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