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Autor: Roman van Genabith / 30. September 2015, 09:57 Uhr

Ein globaler Ozean auf Enceladus

Auf dem Saturnmond Enceladus vermuten Wissenschaftler bereits seit langem größere Vorkommen flüssigen Wassers unter der gefrorenen Oberfläche. Diese Annahme scheint sich nun zu bestätigen. Anzeichen deuten auf einen womöglich gar globalen Ozean hin.

Quelle: NASA
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NASA / JPL / Caltech

Bild vergrößernGlobaler Ozean auf Enceladus
(Bild: NASA / JPL / Caltech)
Der Mond Enceladus war in den vergangenen Jahren immer wieder ein aufmerksam beobachtetes Ziel der Sonde Cassini, die das Saturnsystem schon lange erforscht und erstmals erfolgreich einen Lander auf Saturns Mond Titan absetzte.

Seit 2005 wurde Enceladus immer wieder das Ziel wissenschaftlicher Beobachtungskampagnen der Sonde, die bereits recht schnell ein Magnetfeld und eine dünne Wasserdampfatmosphäre entdeckte, deren Existenz mangels ausreichender Schwerkraft schon früh auf eine Quelle auf dem Mond selbst zurückgeführt wurde.

Nun stießen Wissenschaftler der NASA in jüngst übertragenen Daten von Cassini auf ein Phänomen, das den Mond Enceladus noch ein Stück interessanter erscheinen lässt. Der Himmelskörper, unter dessen Eispanzer schon lange Wasser vermutet wird, Raumfahrer.net berichtete, könnte vielleicht einen globalen Ozean aufweisen. Zu diesem Schluss kamen die Forscher, nachdem sie die Bahn des Mondes um den Saturn untersuchten.

Nicht nur unter dem Südpol befindet sich eine größere Konzentration von Wasser, wie Peter Thomas vom Team von der Cornell University ausführt, sondern unter der Eiskruste erstrecke sich ein globaler Ozean.

Exkurs
Der Eismond Enceladus ist der sechst-größte Trabant des Saturn und wurde 1789 von dem Astronomen Wilhelm Herschel entdeckt. Wasser wird auf dem Mond sowohl im Bereich der kryovulkanischen Aktivitäten vermutet, die den E-Ring des Gasriesen speisen, als auch unter der gefrorenen Oberfläche in Form eines Ozeans.
Die Entfernung zum Schwerkraftzentrum des Saturn, den Enceladus auf einer fast prograden Umlaufbahn umkreist, beträgt im Mittel 237.948 km. Der Mond kreist somit rund 177.680 km über den äußersten Atmosphärenschichten des Planeten.
Bei annähernder Kugelform sind die Abmessungen des Mondes etwa 513,2 × 502,8 × 496,6 km. Die Oberflächentemperatur liegt, bedingt durch die hohe Reflexion der großteils gefrorenen Oberfläche, zumeist unter 200 Grad Celsius.

Aus den jüngsten Erkenntnissen der Forscher ergibt sich für Enceladus ein angenommener Aufbau aus einem, vermutlich silikatischen, Gesteinskern, der in einem Ozean schwimmt, der von einer Eiskruste umspannt wird. Somit handelt es sich bei Enceladus um einen differenziert aufgebauten Himmelskörper.

Die Forscher stützen ihre Annahme auf die Libration des Mondes auf seinem Saturnorbit. Die Amplitude dieser Schwingung müsste noch bedeutend schwächer ausfallen, würde es sich um einen massiven Himmelskörper handeln, in dessen Inneren sich lediglich vereinzelte Wasservorkommen bewegten. In diesem Fall wäre die Oberfläche mit dem Gesteinskern fest verbunden, so Matthew Tiscareno, ein am Cassini-Projekt beteiligter Wissenschaftler des SETI-Institute im kalifornischen Mountain View.

Die Kartografierung verschiedener Oberflächenstrukturen des Mondes auf hunderten von Cassinis Bildern ermöglichte die Bestimmung von Enceladus Rotation in neuer Präzision. „Das war eine schwierige Aufgabe, die Jahre harter Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen gefordert hat, aber wir sind optimistisch es jetzt herausgefunden zu haben“, sagte Peter Thomas, Projektwissenschaftler im Cassini Imaging Team an der Cornell University, Ithaca, New York.

Insgesamt wurden Bilder aus sieben Jahren analysiert, besonders Krater auf Enceladus waren bei der Auswertung hilfreich. Außer über die Libration lassen sich solch präzise Messungen auch über die Dopplerverschiebung in den Funksignalen einer Sonde vornehmen.

Über die Gründe, warum der Ozean nicht gefriert, gibt es verschiedene Annahmen. So könnten etwa gravitative Einflüsse im Saturnsystem ein höheres thermisches Potenzial im Inneren des Mondes erzeugen, als vermutet worden war.

Enceladus bleibt ein Überraschungsei
Der Mond Enceladus erregte in der Vergangenheit immer wieder das Interesse der Wissenschaftsgemeinde. So wurde nach der erstmaligen Entdeckung von Wasser unter seinem Südpol vergangenes Jahr auch über die theoretische Möglichkeit lebensfreundlicher Bedingungen im Wasser theoretisiert.

Deshalb wird Cassini in Kürze die Aufmerksamkeit seiner Instrumente erneut auf den Mond richten. Am 28. Oktober erfolgt ein Vorbeiflug, der die Sonde bis auf 49 km an die Mondoberfläche heranbringen wird.

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