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Autor: Ralph-Mirko Richter / 01. März 2013, 16:05 Uhr

Curiosity befindet sich im Sicherheitsmodus

Der Marsrover Curiosity wurde am gestrigen Tag von seinem Kontrollteam auf sein Reservecomputersystem umgeschaltet. Der Grund hierfür ist ein vermutetes Speicherproblem bei dem bislang aktiven Computersystem. Aufgrund dieser Anomalie wurde der Rover zudem automatisch in einen sogenannten Sicherheitsmodus versetzt. Der Routinebetrieb soll aber in den kommenden Tagen wieder aufgenommen werden.

Quelle: JPL, USGS
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NASA, JPL-Caltech, Malin Space Science Systems

Bild vergrößernDiese am 20. Februar 2013 mit der MastCam, der Hauptkamera des Rovers, angefertigte Aufnahme zeigt eine in der Baggerschaufel des Rovers befindliche Bodenprobe. Die Schaufel verfügt über eine Breite von 4,5 Zentimetern.
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Malin Space Science Systems)
Der von der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA betriebene Marsrover Curiosity hat am vergangenen Mittwoch zu allen für die Kommunikation mit der Erde vorgesehenen Zeitpunkten erfolgreich Kontakt mit den im Marssorbit befindlichen Raumsonden und den erdbasierten Stationen des Deep Space Network (DSN) der NASA aufgenommen. Allerdings hat der Rover dabei nicht wie eigentlich geplant die zuvor gesammelten wissenschaftlichen Daten und neue Bildaufnahmen übermittelt, sondern lediglich aktuelle Statusinformationen und Telemetriewerte.

Aus diesen Daten konnten die für den Betrieb des Rovers verantwortlichen Techniker und Ingenieure ableiten, dass sich der Bordcomputer von Curiosity zuvor offenbar nicht zum vorgesehenen Zeitpunkt in seinen täglichen Ruhezustand versetzt hatte. Eine erste Fehlerdiagnose am Roverkontrollzentrum des Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena/Kalifornien ergab, dass dieses Problem vermutlich mit einem bisher nicht näher erläuterten Fehler in einem bestimmten Bereich des Speichers des A-Side-Computers in Verbindung steht.

Daraufhin wurden dem Rover neue Befehle übermittelt, welche beinhalteten, dass Curiosity vorsorglich von dem bisher verwendeten A-Side-Computer auf seinen redundanten B-Side-Computer wechselt. Wie fast alle Raumsonden verfügt auch der Marsrover Curiosity über zwei vollständig identische Hauptcomputersysteme. Durch diese redundante Ausstattung ist gewährleistet, dass Curiosity im Falle eines Versagens von einem der beiden Computer über ein Ersatzsystem verfügt, wodurch ein Weiterbetrieb der Mission möglich ist. Jeder Computer wiederum ist mit ebenfalls redundanten Untersystemen ausgestattet.

Die Techniker sprechen bei diesen beiden voneinander unabhängigen Systemen von einer "A-Side" und einer "B-Side". Gegenwärtig arbeitet Curiosity mit seinem B-Side-Computersystem, welches bereits vor der Landung des Rovers auf dem Mars erfolgreich und ohne auftretende Probleme zum Einsatz kam. Die von dem Kontrollteam veranlasste Umschaltung auf das zweite System erfolgte am gestrigen Tag um 11.30 Uhr MEZ.

Aufgrund des aufgetretenen Fehlers versetzte sich Curiosity zudem in einen sogenannten "Sicherheitsmodus". Hierbei handelt es sich um einen speziellen Betriebsmodus, in dem der Rover bis zur Erteilung weiterführender Kommandos lediglich seine wichtigsten Funktionen wie zum Beispiel regelmäßige Aufzeichnungen weiterer Telemetriewerte, die Aufrechterhaltung seines Thermalhaushaltes und die Kommunikation mit der Erde ausübt, jedoch keine weiteren wissenschaftlichen Analysen durchführt. In den kommenden Tagen will das für die Steuerung des Rovers verantwortliche Team allerdings wieder alle Funktionen von Curiosity in Betrieb nehmen und zugleich nach der Ursache der aufgetretenen Speicherprobleme suchen, welche diesen Wechsel der Computersysteme erforderlich gemacht haben.

"Wir haben die Computer gewechselt, um zunächst einen definierten Grundzustand herzustellen, von dem aus wir jetzt wieder die Routineoperationen aufnehmen können", so Richard Cook, der Projektmanager der Curiosity-Mission vom JPL.

"Während wir den Betrieb des Rovers unter der Verwendung der B-Side wieder aufnehmen, suchen wir auch nach einem bestmöglichen Weg, um die A-Side wieder als ein zuverlässiges Backupsystem herzustellen", ergänzt der JPL-Ingenieur Magdy Bareh, welcher das Team leitet, das für die Behebung von im Rahmen der Curiosity-Mission auftretenden technischen Problemen verantwortlich ist.

Ken Herkenhoff vom USGS: "Während des Missionstages Sol 200 (gemeint ist der 27. Februar 2013) konnten Daten nicht wie vorgesehen im Speicher des Bordcomputers abgelegt werden. Daraufhin unterbrach der Rover seine Arbeiten und wartet seitdem auf weitere Instruktionen. Das Problem klingt nicht allzu ernst, aber ich bin kein Ingenieur und kann nicht allzu viel über die Details sagen. Sobald weitere Telemetriedaten zur Verfügung stehen, werden die Experten wohl herausfinden, was dieses Problem verursachte und wie sich dieses in Zukunft vermeiden lässt."

Zuletzt war Curiosity damit beschäftigt, Teile einer zuvor gewonnenen Gesteinsprobe mit seinen Analyseinstrumenten CheMin und SAM zu untersuchen (Raumfahrer.net berichtete). Aufgrund der Aktivierung des "Safe Mode" mussten diese Arbeiten jetzt kurzfristig unterbrochen werden. Nach der Übermittlung der entsprechenden Kommandos wird der Rover diese Arbeiten jedoch fortsetzen.

Bis zum heutigen Tag, dem "Sol" 202 seiner Mission, hat der Marsrover Curiosity eine Distanz von etwa 746 Metern auf der Oberfläche unseres Nachbarplaneten zurückgelegt. In diesem Zeitraum haben die Kamerasysteme des Rovers mittlerweile 48.274 Bilder aufgenommen und an das Roverkontrollzentrum des Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Pasadena/Kalifornien übermittelt. Diese Aufnahmen sind für die interessierte Öffentlichkeit auf einer speziellen Internetseite des JPL einsehbar.

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