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Autor: Michael Stein / 01. Juli 2005, 13:30 Uhr

Discovery startet am 13. Juli

Der erste Start einer amerikanischen Raumfähre nach der Columbia-Katastrophe im Februar 2003 ist von der NASA auf den 13. Juli festgelegt worden. Ziel der Raumfähre Discovery wird die ISS sein.

NASA
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Die Raumfähre Discovery auf der Startplattform.
(Foto: NASA)
Trotz einiger noch nicht umgesetzter Empfehlungen der Columbia Accident Investigation Board (CAIB) genannten Kommission, die nach dem Verlust der Raumfähre Columbia am 1. Februar 2003 die Unglücksursache ermittelte und insgesamt 15 Verbesserungen an den Raumfähren vorschlug, hat sich der NASA-Administrator Michael Griffin wie erwartet gestern für die Wiederaufnahme der Space Shuttle-Flüge ausgesprochen. "Nach einer leidenschaftlichen, produktiven Diskussion ist unser Team zu einer Entscheidung gekommen: Wir sind bereit", so Griffin nach einem zweitägigen Flight Readiness Review mit führenden NASA-Managern im Kennedy Space Center. "Die letzten zweieinhalb Jahre haben signifikante Verbesserungen gebracht, die das Risiko für die Raumfähren deutlich gesenkt haben. Dennoch sollten wir nie die Tatsache vergessen, dass Raumfahrt mit Risiken verbunden ist."

Der Start der Raumfähre Discovery unter der Kommandantin Eileen Collins ist für 21:51 Uhr (MESZ) am 13. Juli geplant. Das Startfenster läuft bis zum 31. Juli, danach würde erst eine Wartezeit anstehen, bevor ein neuer Startversuch angestrebt werden könnte. Ein Grund für die eingeschränkten Startfenster sind neu aufgestellte Bedingungen für Shuttle-Starts, die unter anderem bestimmte Lichtverhältnisse beim Start von Raumfähren verlangen, damit eventuelle Probleme während des Startvorgangs zuverlässig registriert werden können. Die Mission der Discovery mit der Bezeichnung STS-114 ist als Testflug deklariert, in dem es in erster Linie um die Erprobung verschiedener neuer Sicherheitsmaßnahmen geht, die in den letzten zweieinhalb Jahren entwickelt worden sind.

Daneben fällt der kommenden Shuttle-Mission die wichtige Aufgabe zu, die seit dem Columbia-Unglück nur noch von russischen Progress-Transportern mit vergleichsweise geringer Nutzlastkapazität versorgte Internationale Raumstation (ISS) mit dringend benötigten Ersatzteilen und Versorgungsgütern zu beliefern. Die für die ISS bestimmte Nutzlast der Discovery umfasst insgesamt 15 Tonnen, die zum Großteil im Mehrzweck-Logistikmodul Raffaelo transportiert werden. Die Shuttle-Astronauten werden während ihres Aufenthalts drei Außeneinsätze unternehmen. Beim ersten Einsatz sollen Reparaturtechniken getestet werden, mit denen gelöste Hitzschutzkacheln bei Bedarf wieder an der Raumfähre befestigt werden können. Der zweite "Weltraumspaziergang" wird die Auswechselung eines defekten ISS-Gyroskops zum Inhalt haben. Diese rund 300 Kilogramm schweren und in der Größe mit einer Waschmaschine vergleichbaren Geräte dienen der Lageregelung der Raumstation im All. Während des dritten EVAs (= "Extra-Vehicular Activity", dt. "Außenbord-Aktivität") schließlich werden eine Kamera und Lampen an der Gitterstruktur der Raumstation befestigt; weiterhin werden verschiedene andere Geräte an der Außenseite der ISS angebracht und ausgetauscht.

Raumfahrer.net wird den ersten Flug einer Raumfähre nach dem Columbia-Unglück natürlich mit einer ausführlichen Berichterstattung begleiten.
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