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Autor: Thomas Weyrauch / 01. September 2013, 12:58 Uhr

Start der indischen GSLV-D5 im Dezember 2013?

Die Indische Weltraumforschungsorganisation (ISRO) teilte am 29. August 2013 mit, dass sie ihre Rakete GSLV-D5 mit dem Kommunikationssatelliten GSAT 14 an Bord nun im Dezember 2013 starten möchte. Der Countdown für einen Start am 19. August 2013 musste wegen eines Treibstofflecks in der zweiten Stufe der Rakete abgebrochen werden.

Quelle: ISRO
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ISRO

Bild vergrößernGSLV-D5 mit GSAT 14 auf der Startrampe
(Bild: ISRO)
Zum Zeitpunkt des Abbruchs auf dem Gelände des Satish Dhawan Space Center (SDSC) auf Sriharikota an Indiens Südküste war die 49,13 Meter hohe Rakete mit rund 210 Tonnen flüssigen Treibstoffen betankt. Die zweite Stufe vom Typ GS2 war mit den flüssigen Treibstoffen UH25 (75% Unsymetrisches Dimethylhydrazin (UDMH) + 25% Hydrazinhydrat) und N2O4 (Distickstofftetroxid) beladen. Rund 750 Kilogramm UH25 sind laut ISRO aus der Stufe ausgetreten und verursachten eine Kontamination der Startanlage und ihrer Umgebung.

Die Verseuchung mit der gesundheitlich nicht unbenklichen Substantz (giftig, ätzend und krebserregend) machte Arbeiten erforderlich, die 6 Tage lang rund um die Uhr ausgeführt wurden, bis die UH25-Konzentration auf ein ungefährliches Maß gesunken war, berichtete die ISRO. Erst anschließend konnte die Rakete am Morgen des 26. August 2013 in ihr Integrationsgebäude zurück transportiert werden. Dort wurden die einzelnen Stufen der GSLV-D5 voneinander getrennt.

Eine Kommission zur Untersuchung der Ursache des Treibstofflecks und Ausarbeitung eines Plans für einen möglichst bald abzuwickelnden Start der GSLV-D5 unter dem Vorsitz von Shri K. Narayana konstituierte sich am 20. August 2013. Hinischtlich des Ortes der Undichtigkeit geht man derzeit von einem Problem mit dem unteren Teil des UH25-Tanks oder den Leitungen, die zu seiner Betankung verwendet werden, aus. Die Stufe mit dem Leck soll in ISROs Zentrum für Flüssigkeitsantriebe in Mahendragiri LPSC (Liquid Propulsion Systems Centre) umfänglich untersucht werden.

ISRO

Bild vergrößern2. Stufe GS2 für GSLV-D5 im Integrationsgebäude
(Bild: ISRO)
Um möchlichst bald eine flugfähige Rakete auf die Startrampe zu bekommen, lässt die ISRO eine andere GS2-Stufe vorbereiten. Die ebenfalls mit Flüssigkeitstriebwerken versehenen seitlichen Booster der GSLV-D5 vom Typ L40 will die ISRO auch durch neue ersetzen. Die zentrale Feststoffstufe vom Typ GS1 alias S139 gilt es zu überprüfen, durch das Mißgeschick gegebenenfalls beschädigte und im angelaufenen Startprozeß evtl. nur einmalig verwendbare Komponenten sind zu ersetzen. Die enttankte kryogene Oberstufe vom Typ GS3 alias CUS, das Naviagtionssystem der Rakete und der Satellit werden zwischenzeitlich unter definierten Bedingungen sicher gelagert.

Auf Basis der Verfügbarkeit von Baugruppen und Einzelteilen geht die ISRO derzeit davon aus, in der ersten Woche des Dezember 2013 eine neuerliche Montage und die zu wiederholenden anbschließenden Tests der GSLV-D5 im Integrationsgebäude beenden zu können. Gelingt dies, könnte der Start der Rakete im Dezember 2013 stattfinden.

Die Rakete, bei der in der kryogenen Oberstufe zum ersten Mal erfolgreich ein in Indien entwickeltes Triebwerk, das flüssigen Wasserstoff mit flüssigem Sauerstoff verbrennt, zum Einsatz kommen soll, hat die Aufgabe, den Kommunikationssatelliten GSAT 14 in den Weltraum zu transportieren. Das Raumfahrzeug mit einer Startmasse von rund 1.982 Kilogramm und einer Trockenmasse von 851 Kilogramm ist als Ersatz für GSAT 3 alias EDUSAT gedacht, der sich seit dem 20. September 2004 im All befindet, und für eine Positionierung bei 74 Grad Ost im Geostationären Orbit vorgesehen. Dort will man es in Kollokation mit INSAT 3C, INSAT 4CR und KALPANA-1 betreiben.

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