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Autor: Thomas Weyrauch / 01. November 2008, 21:25 Uhr

Steuerung von Jason 2 an NOAA übergeben

Die US-amerikanische Behörde NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) hat nach vier Monaten mit Tests von Satellit und Bodensegment die Kontrolle des am 20. Juni 2008 gestarteten Satelliten Jason 2 am 29. Oktober 2008 von der CNES (Centre National d’Etudes Spatiales), der französischen Weltraumorganisation, übernommen.

EUMETSAT, NOAA, NASA
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(Bild: NASA)
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(Bild: NASA)
Der Ozeanüberwachungssatellit wird jetzt von NOAAs SOCC (Satellite Operations Control Center) in Suitland aus kontrolliert, meldete EUMETSAT am 31. Oktober 2008. Das Mission Operations Center der CNES war während Start und der ersten Zeit im Orbit, zusammen LEOP, Launch and Early Orbit Phase, genannt, und während der Tests im Orbit für die Steuerung und Überwachung des Raumfahrzeuges zuständig.

CNES wird während der Lebensdauer von Jason 2 aber weiter verantwortlich sein, wenn es um Aufgaben geht, die keine Routineangelegenheiten sind. Beispielsweise soll CNES eingreifen, sollte sich der Satellit in einen Sicherheitsmodus, den sogenannten "safehold mode", versetzen, wenn in den Systemen des Raumfahrzeuges irgendwelche Anomalien auftreten. Außerdem wird die CNES regelmäßig die Leistung des Poseidon-3-Radarhöhenmessers und des DORIS-Instruments (Doris = Doppler Orbitography and Radio-positioning Integrated by Satellite) überwachen und die Entwicklung des Orbits des Satelliten abschätzen und bewerten.

NASA wird regelmäßig die Leistung des GPS-Systems zur genauen Positionsbestimmung an Bord des Satelliten, sowie der Laser- und Radiometriegeräte (Laser Retroreflector Array - LRA und Advanced Microwave Radiometer - AMR) beobachten.

Ende November wird NOAA die Verarbeitung von empfangenen wissenschaftlichen Daten beginnen und die Daten den Nutzern zur Verfügung stellen.

Die europäische Organisation für Meteorologiesatelliten EUMETSAT wird über eine eigene Bodenstation in Usingen in Hessen ebenfalls Daten empfangen. Die Steuerung der Empfangsstation in Usingen kann vom NOAA-Kontrollzentrum in Suitland aus der Ferne erfolgen. EUMETSAT wird die empfangenden Daten eigenständig verarbeiten und ihren Nutzern bereitstellen.

Wie seine Vorgänger TOPEX/Poseidon und Jason 1 soll Jason 2 der Klimadatenerfassung dienen. Er wird Langzeitbeobachtungen der Erdozeane durchführen, Pegelmessungen vornehmen, Wellenhöhen und Windgeschwindigkeiten messen und die Entwicklung des Meeresanstiegs beobachten. Mit seinem Radarhöhenmesser kann der Jason 2 alle zehn Tage 95 Prozent der eisfreien Meeresfläche abtasten.

Zusätzlich soll der Satellit bei der Beobachtung von z. B. tropischen Stürmen und Hurrikanen helfen, um Prognosen über deren Entwicklung und Verlauf anstellen zu können. Der Einfluss des jeweilgen Meereszustandes auf die Stärke der Stürme soll untersucht werden. Dazu soll auch die im Wasser vorhandene Wärmemenge aufgezeichnet werden. Man hofft, die Genauigkeit bei der Vorhersage der Stärke eines Sturmes zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort weiter verbessern zu können, was letztlich zusätzliche Leben retten helfen wird.

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