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Autor: Daniel Maurat / 02. Januar 2013, 15:43 Uhr

Was steckt hinter Nordkoreas Rakete?

Nach dem Start einer nordkoreanischen Unha-3-Rakete konnten südkoreanische Schiffe Teile der Rakete bergen und damit einen Einblick in Pjöngjangs Raketenprogramm erhalten.

Quelle: allthingsnuclear.org
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Nach dem erfolgreichen Start einer Unha-3 mit dem zweiten Modell des Satelliten Kwangmyongsong 3 Mitte Dezember (Raumfahrer.net berichtete) gelang es Einheiten der südkoreanischen Marine, Teile der im Gelben Meer nahe der südkoreanischen Küste niedergegangenen ersten Stufe der Rakete zu bergen und zu untersuchen. Damit bietet sich den westlichen Staaten ein einmaliger Einblick in den Entwicklungsstand des nordkoreanischen Raketen- und Raumfahrtprogramms.

allthingsnuclear.org / Norbert Brügge

Bild vergrößernDrei Mal die Unha-3-Erststufe: v.l.n.r.: gefundenes Bruchstück, die erste Stufe auf der Rampe, Zeichnung der Stufe
(Bild: allthingsnuclear.org / Norbert Brügge)
Bei der Bergungsaktion fand die südkoreanische Marine anscheinend vier große Trümmerteile, welche nahe beieinander gefunden wurden. Die Nähe der Bruchstücke zueinander und der Aufschlagort sprechen dafür, dass es sich dabei um Teile der ersten Stufe der Trägerrakete vom Typ Unha 3 handelt. Bisher ging man davon aus, dass vier Triebwerke einer verbesserten Version der Nodong-Kurzstreckenrakete (welche auf der russischen Scud-Rakete basiert) die Haupttriebwerke der Erststufe bildeten. Dies scheint sich nun zu bestätigen, wenn man sich die Bilder vom Start ansieht, bei dem vier einzelne Abgasstrahlen erkennbar sind, sowie der Fund eines Triebwerks, welches dem Triebwerk der Scud-Rakete ähnelt, aber doch größer dimensioniert ist. Das spricht dafür, dass man in Nordkorea auf Basis der ehemals sowjetischen Rakete eigene Lenksysteme, basierend auf Reverse Engineering, entwickelt hat.

Norbert Brügge

Bild vergrößernEin Vergleich der Triebwerke der russischen Scud und einem Triebwerk der Unha-3.
(Bild: Norbert Brügge)
Weitere interessante Einblicke finden sich in Form des größten Fundstückes, einem gut erhaltenen Tank der Erststufe. Es handelt sich dabei um den Oxidatortank der Stufe. So ist etwa seine Außenwand sehr dünn, was darauf hindeutet, dass er keine hohen Drücke aushalten muss, wie es bei einem Triebwerk mit Druckbeaufschlagung nötig ist. Stattdessen verwendet das Triebwerk eine Turbopumpe, wodurch die Treibstoffweiterleitung mittels Druck nicht notwendig ist. An den Tankinnenwänden findet man darüber hinaus Spuren von chemischer Korrosion, was auf einen aggressiven Oxidator hindeutet. Das Material der Tankaußenhaut ist zudem eine leichtgewichtige Aluminium-Magnesium-Legierung, welche die Nutzlast der Rakete steigert. Weitere Untersuchungen ergaben, dass es sich bei dem Oxidator um sogenannte rotrauchende Salpetersäure (kurz RFNA) handelt, welche aus 84 % Salpetersäure, 13 % Distickstofftetroxid und 3 % Wasser besteht. Dieser Treibstoff wurde in der Frühzeit der Raumfahrt in Oberstufen (etwa der Agena oder der Delta in den USA) oder in militärischen Raketen (etwa der Scud) eingesetzt und wird heutzutage fast nicht mehr verwendet, da es sich um einen sehr ineffizienten Treibstoff handelt.

KCNA

Bild vergrößernUnha-3-Start am 12. Dezember 2012
(Bild: KCNA)
Zudem wurden Teile des Brennstofftanks der Rakete gefunden. So wurde früher spekuliert, ob die Rakete Unsymmetrisches Dimethylhydrazin (UDMH) benutzt, welches auch heute noch in vielen Raketen Verwendung findet, etwa vielen russischen Interkontinentalraketen oder der Proton, in chinesischen Raketen des Typs Langer Marsch oder auch in vielen Oberstufen und Satelliten. Doch man fand im Tank keine Spuren von UDMH, weswegen man nun annimmt, dass man als Treibstoff Kerosin nimmt. Die Kombination aus Kerosin und RFNA wurde schon von der Scud verwendet und deutet weiter auf eine Entwicklung aus der russischen Rakete.

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