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Autor: Günther Glatzel / 02. April 2010, 12:32 Uhr

Hayabusa im Endanflug

Die japanische Asteroidensonde hat die vorläufige Zielbahn erreicht. Jetzt müssen nur noch Endkorrekturen vorgenommen werden, welche dafür sorgen, dass die geplante Landezone getroffen wird.

Quelle: JAXA, New Scientist, Raumcon
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JAXA

Hayabusa auf Kurs zur Erde
(Bild: JAXA)
Am 27. März 2010 wurde das letzte verbleibende Ionentriebwerk abgeschaltet. In den zurückliegenden Tagen wurde damit eine Beschleunigung der Sonde um 400 Meter pro Sekunde erreicht, um die Bahn aufzubiegen. So wechselte die Sonde von der Innenseite der Erdbahn auf deren Außenseite. Von hier aus soll Mitte Juni die Rückkehr einer Landkapsel zur Erde eingeleitet werden. Hayabusa selbst fliegt dabei auf einer Hyperbelbahn an der Erde vorbei.

Die japanische Sonde Hayabusa war am 9. Mai 2003 von der Erde aus zum Asteroiden Itokawa aufgebrochen und hatte diesen am 12. September 2005 erreicht. Eine kleine Landesonde verfehlte aufgrund ungenauer Ausrichtung ihr Ziel und ging im All verloren. Daraufhin näherte man Hayabusa selbst der Oberfläche des Asteroiden an und machte dabei Detailaufnahmen. Schließlich ließ man die Sonde aufsetzen, in der Hoffnung, dass geringe Mengen des dabei aufgewirbelten Staubs in einen kurz zuvor geöffneten Probenbehälter gelangen würden. Die eigentlich dafür vorgesehenden Tantalpellets, deren Explosion zum Aufwirbeln von Bodenmaterial führen sollten, zündeten nicht. Genau ließ sich aber auch bis heute nicht feststellen, ob sich Material im Probenbehälter befindet. Auf die Klärung dieser Frage sind die Wissenschaftler auf der Erde verständlicherweise besonders gespannt.

JAXA

Nach feuriger Abbremsung durch die Erdatmosphäre wird die Kapsel noch von einem kleinen Fallschirm verlangsamt.
(Bild: JAXA)
Während der Mission sind viele Systeme der Sonde ausgefallen. Zu kämpfen hatte man vor allem mit einem Treibstoffleck, einer defekten Batterie, einem mehrwöchigen Kommunikationsverlust, zwei ausgefallenen Lageregelungskreiseln und drei nicht verwendbaren Ionentriebwerken. Immer aber fand man einen Weg zurück zur Operabilität. Mit jahrelanger Verzögerung gelang schließlich der Rückstart zur Erde.

Aufgrund einer ungewöhnlichen Konfiguration des Antriebssystems, bei der die Triebwerke A und B laufen, A aber nur Elektronen zur Neutralisation des Ionenantriebsstrahls von B liefert, tritt eine geringfügige Varianz in der Antriebsstärke auf, deren Auswirkungen man nur schwer abschätzen und erst jetzt genauer vermessen kann. Bisherige Berechnungen zeigen, dass das geplante Swingby an der Erde im Juni etwas stärker ausfallen würde als geplant. Hilfe bei der genauen Bahnbestimmung bekommt man vom Deep Space Network der NASA. Mit den Daten sollen Kurskorrekturen errechnet werden, die ein Erreichen der vorgesehenen 100 x 15 Kilometer großen Aufschlagszone in der Nähe von Woomera in Südaustralien sichern.

JAXA

Noch am 23. März (rosa Linie) wäre Hayabusa auf der falschen Seite der Erde gewesen. Die gegenwärtige Bahn (dunkelblau), nach Daten vom 31. März, zeigt noch geringfügige Abweichungen zur Ideallinie (rot), die sich aber in Erdnähe auf den Landepunkt stark auswirken würden. (Bild: JAXA)

Beim Eintritt der 18 kg schweren und 40 cm durchmessenden Landekapsel mit etwa 12,2 Kilometern pro Sekunde (ca. 43.900 km/h) wird eine Leuchterscheinung ähnlich einer großen Sternschnuppe zu beobachten sein, die ein Helligkeitsmaximum von etwa -6,2 mag erreichen soll. Profis und Amateure weltweit arbeiten gegenwärtig daran, Vorbereitungen für die Aufzeichnung der Eintrittsspur zu treffen.

Hayabusa ist gegenwärtig noch etwa 20.000 km von der Erde entfernt, auf Parallelkurs zu ihr.

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