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Autor: Thomas Weyrauch / 04. September 2011, 08:48 Uhr

Orbital baut ICESat 2

Die Orbital Sciences Corporation (OSC) aus Dulles in den Vereinigten Staaten von Amerika hat den Auftrag zum Bau des Erdbeobachtungssatelliten ICESat 2 erhalten. Voraussichtlich ab 2016 soll das Raumfahrzeug der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA zur Erforschung der die Erde bedeckenden Eisflächen unseren Planeten umkreisen.

Quelle: NASA, OSC
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Orbital Sciences Corporation (OSC)

Bild vergrößernICESat 2 im All - Illustration
(Bild: Orbital Sciences Corporation (OSC))
Nach einer siebenjährigen Einsatzperiode war der Betrieb von NASAs Vorgängersatellit ICESat 1 im Februar 2010 nach dem Ausfall des letzten funktionsfähigen Lasers seiner wissenschaftlichen Nutzlast am 11. Oktober 2009 eingestellt worden. Nach einer Absenkung seiner Umlaufbahn trat der Satellit schließlich am 30. August 2010 über der Barentssee wieder in die Erdatmosphäre ein und wurde dabei zerstört.

Am 12. Januar 2003 hatte man ICESat 1 in den Weltraum transportiert, damit er anschließend regelmäßig Daten zu Zustand und Veränderung der Eisbedeckung Grönlands und der Antarktis an die Bodenstationen übermittelt. Seit dem Ende seiner Mission sichert eine unter anderem von Messstationen in Flugzeugen unterstützte Überbrückungsmission namens Icebridge die Datenkontinuität. Neue Daten zu den momentan an Dicke verlierenden Eisflächen aus dem Weltraum könnte eine in Planung befindliche weitere Satellitenmission liefern.

Diese soll mit einem gegenüber ICESat 1 weiterentwickelten und leistungsfähigeren mehrstrahligem Lidar-System als Hauptinstrument ausgerüstet werden. Lidar steht für light detection and ranging und verwendet Laserlicht zu Entfernungs- und Geschwindigkeitsmessung. Es lässt sich daher auch einsetzen, um Höhenveränderungen von Eisflächen genau zu messen. Mt Hilfe der Daten des vom Boden reflektierten Lichts können Karten mit Höhenangaben erstellt werden.

Am 31. August 2011 gab die NASA bekannt, dass OSC verantwortlich sein wird für Entwurf und Bau des raumflugtechnischen Teils (Bus) von ICESat 2, die Integration der von der US-Regierung bereitgestellten Instrumente mit dem Lidar-System, die Tests des Satelliten vor dem Start und nach dem Erreichen einer ersten Umlaufbahn, und die Mission in ihrem Verlauf mit Ingenieursleistungen unterstützen soll.

OSC will ICESat 2 im 2010 von General Dynamics Advanced Information Systems übernommenen Werk Gilbert im Bundesstaat Arizona auf Basis des Busses LEOStar 3 (bei Spectrum Astro bzw. General Dynamics SA-200HP genannt) aufbauen, der sich bereits beim Weltraumteleskop Fermi alias GLAST bewährt hat, und möchte 135 Millionen US-Dollar für die jetzt vereinbarten Leistungen berechnen.

Zieht ICESat 2 erst einmal auf einer annähenden, um 94 Grad gegen den Äquator geneigten Kreisbahn in rund 590 Kilometern Höhe um die Erde, hat er folgende Aufgaben zu erledigen:
  • Bestimmung des Einflusses der Eisbedeckung der Pole auf vergangene und aktuelle Änderungen des Meeresspiegels und von Einflüssen auf klimatische Bedingungen
  • Erfassung von Daten zur geänderten Eisbedeckung in bestimmten Regionen zur Beurteilung der Mechanismen, die bei den Änderungen wirken, Unterstützung von Vorhersagemodellen
  • Abschätzung der Dicke der Eisflächen auf dem Meer, die bei der Untersuchung des Austausch von Energie, Material und Feuchtigkeit zwischen Eisflächen, Ozean und Atmosphäre Relevanz besitzen
  • Messen der Pflanzenbewuchshöhe als Basis zur Abschätzung der Menge an Biomasse und wesentlicher Biomassemengenänderungen
  • Unterstützung anderer Erbeobachtungsmissionen durch ergänzende Messungen
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