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Autor: Ralph-Mirko Richter / 05. Februar 2013, 12:41 Uhr

Curiosity bohrt

Der Marsrover Curiosity hat am vergangenen Wochenende erstmals seinen Gesteinsbohrer eingesetzt und zwei Löcher in die Marsoberfläche gebohrt. Weitere Bohrungen werden in den nächsten Tagen erfolgen.

Quelle: JPL, USGS
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NASA, JPL-Caltech, Malin Space Science Systems

Bild vergrößernDas durch die Bohrerspitze am 2. Februar 2013 erzeugte Loch in der Marsoberfläche wurde hier durch die Mikroskopkamera des Rovers abgebildet. Die Marsoberfläche ist von einer nur wenige Millimeter dicken Schicht aus rötlichem Staub bedeckt. Unter dieser Schicht befindet sich das eher grau erscheinende Grundgestein, welches durch den Bohrer freigelegt, pulverisiert und an die Oberfläche befördert wurde. Das Loch verfügt über eine Länge von 17 Millimetern.
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Malin Space Science Systems)
Nach dem Abschluss der entsprechenden vorbereitenden Tests (Raumfahrer.net berichtete) wurde in der vergangenen Woche erstmals der Gesteinsbohrer des von der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA betriebenen Marsrovers Curiosity eingesetzt. Bei diesem "drill-on-rock checkout" wurde allerdings ausschließlich der Schlagmechanismus des Bohrers zum Einsatz gebracht, ohne den Bohrer dabei in eine Rotationsbewegung zu versetzen. Bei dieser Vorgehensweise wollten die an der Mission beteiligten Ingenieure der NASA testen, ob die dabei erfolgenden Schlagbewegungen dazu führen, dass der Bohrer auch nach wiederholten Auf- und Abwärtsbewegungen die Oberfläche des Gesteins an dem gewünschten Punkt trifft.

Ein erster "drill-on-rock checkout" wurde am 31. Januar 2013, dem "Sol" 174 der Mission, vorzeitig automatisch abgebrochen, da die Telemetriewerte des Rovers während des Vorgangs eine nicht näher beschriebene Anomalie registrierten. Nach einer ausführlichen Analyse des Problems, welches sich dabei offensichtlich als nicht gravierend herausstellte, wurde der Vorgang zwei Tage später erfolgreich wiederholt. Im Rahmen der beiden Tests wurden zwei etwa 17 Millimeter lange und jeweils mehrere Millimeter tiefe Löcher erzeugt.

Bei einer weiteren, als "mini-drill" bezeichneten Bohrung soll der Bohrer jetzt zusätzlich auch erstmals in eine rotierende Bewegung versetzt werden und dabei ein bis zu zwei Zentimeter tiefes Loch erzeugen. Voraussichtlich wird dieser "mini-drill" bereits am heutigen Tag, dem Sol 179 der Mission, durchgeführt.

Das so freigelegte, pulverisierte Material aus der obersten Schicht der Marsoberfläche wird sich unmittelbar neben dem Bohrloch ablagern und soll anschließend durch verschiedene Analyseinstrumente näher untersucht werden. Besonders gut ist dieses Material bereits auf der nebenstehenden Aufnahme der Mikroskopkamera MAHLI zu erkennen, welche eines der Bohrlöcher nach dem "drill-on-rock checkout" am 2. Februar 2013 zeigt.

NASA, JPL-Caltech, Malin Space Science Systems

Bild vergrößernDiese Aufnahme des rechten Vorderrades von Curiosity fertigte die MAHLI-Kamera am 4. Februar 2013, dem Sol 177 der Mission, an.
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Malin Space Science Systems)
Im Anschluss an diese Mini-Bohrung soll der Bohrer seine Kapazitäten dann vollständig ausnutzen und ein bis zu fünf Zentimeter tiefes Loch bohren. Das dabei gewonnene Material soll anschließend den im Inneren des Rovers befindlichen Analyseinstrumenten CheMin und SAM zugeführt werden.

Bis zum heutigen Tag, dem Sol 179 der Mission, hat der Marsrover Curiosity eine Distanz von etwa 746 Metern auf der Oberfläche unseres Nachbarplaneten zurückgelegt. In diesem Zeitraum haben die Kamerasysteme des Rovers mittlerweile mehr als 43.100 Bilder aufgenommen und an das Roverkontrollzentrum des Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Pasadena/Kalifornien übermittelt. Diese Aufnahmen sind für die interessierte Öffentlichkeit auf einer speziellen Internetseite des JPL einsehbar.

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