Anomalie an Bord von SES-Satellit AMC 9
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Autor: Axel Orth / 05. März 2005, 23:55 Uhr

Rosetta sah die Erde wieder

Gestern brachte Rosetta ihren Erd-Vorbeiflug hinter sich und gewann dabei einen Geschwindigkeitsschub in ihrer 10 Jahre langen Reise. Im Juli soll die Sonde den Höhepunkt der Deep Impact-Mission mit verfolgen.

ESA
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Rosettas Geschwindigkeit relativ zur Erde betrug rasante 38.000 Kilometer pro Stunde. Noch interessanter war aber der äußerst geringe Abstand: Im Moment der größten Annäherung, um 22:09:14 MEZ, überflog Rosetta den Pazifik westlich von Mexiko in einer Höhe von nur 1.954,74 Kilometer! Es war der dichteste Erd-Vorbeiflug in den Annalen der ESA. Zur Verdeutlichung zwei Vergleiche: Geostationäre Satelliten umkreisen die Erde in viel höheren Bahnen von 36.000 Kilometer. Und Cassinis Vorbeiflüge am Titan sind in absoluten Zahlen zwar noch etwas näher, um die 1.200 Kilometer, aber Titan ist auch deutlich kleiner als die Erde. Relativ gesehen ist Rosetta also wesentlich dichter an der Erde vorbei geflogen als Cassini am Titan.

Zum Vergrößern anklicken

Rosettas Flugbahn um die Erde herum (zum Vergrößern anklicken).
(Bild: ESA)
Entsprechend stark änderte sich dabei die Bahn der Raumsonde: Die Gravitation der Erde schwang die drei Tonnen schwere Raumsonde annähernd im rechten Winkel um unseren Planeten herum Richtung Mars, wo sie ihren nächsten Vorbeiflug am 26. Februar 2007 haben wird. Von da kehrt sie noch zweimal zur Erde zurück. Mit dieser verwickelten Serie von Vorbeiflügen, bei denen sie jedesmal deutlich an Geschwindigkeit gewinnt, ohne auch nur einen Tropfen Treibstoff zu benötigen, holt Rosetta ordentlich Schwung, um auf das selbe Geschwindigkeitsniveau wie ihr Zielkomet 67P/Churyumov-Gerasimenko ("Churi") zu kommen. Anders wäre es nicht möglich, im Jahre 2014 in einen Orbit um den Kometen einzutreten und ihn gründlich zu untersuchen.



Amateuraufnahme von Rosetta am 4. März.
(Bild: R. Ligustri/CAST-Observatorium)
Die ESA hatte Amateur- und Profiobservatorien aufgerufen, Aufnahmen der vorbei ziehenden Sonde zu machen. Die Beobachtungs-Bedingungen waren nicht besonders gut, aber einige zur Verfügung gestellte Fotos und Animationen wurden bereits veröffentlicht (lange Ladezeit mit Modem). Auch das hier gezeigte Bild von R. Ligustri stammt von dieser Seite.

Der gestrige Vorbeiflug war auch eine willkommene Gelegenheit, einige Instrumente der Sonde zu kalibrieren. Indem sie den Erdmond als Asteroiden "missbrauchten", konnte das Rosetta-Team den "Asteroiden-Vorbeiflug"-Modus testen, als Generalprobe für die Rendezvous der Sonde mit den Asteroiden Steins 2008 und Lutetia 2010. Außerdem machten die Kameras eine Reihe von Bildern von Mond und Erde, die später heruntergeladen werden und wahrscheinlich am 8. März verfügbar sein werden.



So sah Rosetta den Mond.
(Bild: ESA)
Voraussichtlich am 11. März wird ESA TV Bilder des Erd-Vorbeiflugs ausstrahlen, zusammen mit einigen wissenschaftlichen Ergebnissen.

Und in fast genau drei Monaten, am 4. Juli, wird Rosetta in einer guten Position sein, um den spektakulären Auftritt der Konkurrenz zu beobachten: An diesem Tag wird das 380-Kilogramm-Projektil von Deep Impact in den Kometen "Tempel 1" einschlagen. Verschiedene Instrumente von Rosetta sollten in der Lage sein, wichtige Beiträge zu der amerikanischen Mission zu liefern.
 
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