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Autor: Thomas Weyrauch / 05. Dezember 2015, 20:17 Uhr

Russland: Kanopus ST in Plessezk gestartet

Vom Startplatz 43/4 des Kosmodroms Plessezk aus brachte eine Sojus-2.1w-Trägerrakete am 5. Dezember 2015 einen neuen militärischen Erdbeobachtungssatelliten sowie eine Radarkalibrierungskugel in den Weltraum.

Quelle: function.mil.ru, Raumfahrer.net, RIAN, TASS, TsSKB Progress
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russisches Verteidigungsministerium

Bild vergrößernSojus-2.1w-Start am 5. Dezember 2015
(Bild: russisches Verteidigungsministerium)
Der 2. Start des Typs Sojus 2.1w (Союз-2.1в) überhaupt wurde von den russischen Raketentruppen durchgeführt und erfolgte unter der Leitung des Kommandeurs Generalmajor Alexander Golowko der Luft- und Weltraumverteidigungskräfte.

Die ausschließlich mit Flüssigkeitstriebwerken ausgestattete insgesamt dreistufige Sojus 2.1w mit dem Erzeugniscode 14A15 hob nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti um 17:09 Uhr Moskauer Zeit (15:09 Uhr MEZ) ab.

Unter der Nutzlastverkleidung mit dem Erzeugniscode 98KS befand sich der Erdbeobachtungssatellit Kanopus-ST (Канопус-СT) mit einer Masse von etwa 441 Kilogramm von PO Polyot aus Omsk, der mit einem Radiometer mit der Bezeichnung BIK-GYa-1 und einem Kamerasystem namens KMVD-E ausgerüstet sein soll.

TsSKB Progress

Orbitaleinheit aus Kanopus ST (oben), Wolga-Oberstufe (unten) und Radarkalibrierungskugel (Mitte links)
(Bild: TsSKB Progress)
Seitlich in einer Bucht am Nutzlastadapter reiste eine Radarkalibrierungskugel mit einer Masse von rund 15,8 Kilogramm und der Bezeichnung KYuA 1 (КЮА 1) mit, die vermutlich von Almaz-Antey, einem Hersteller aus dem Bereich der Flugzeug- und Raketenabwehr, für Systemtests verwendet werden wird.

Nach dem planmäßigen Verlassen der Startrampe 43/4 in Plessezk brachte die Kerosin mit flüssigem Sauerstoff verbrennenden, von TsSKB Progress aus Samara am Fluß Wolga gebaute erste, mit einem NK-33A-Einkammertriebwerk und einem Steuertriebwerksblock RD-0110R ausgestattete Raketenstufe das Projektil auf Geschwindigkeit und Höhe.

Das Kommando- und Messzentrum der russischen Weltraumstreitkräfte German Titow alias Golizyno 2 in Krasnoznamensk westlich von Moskau erfasste um 17:11 Uhr Moskauer Zeit die fliegende Rakete, meldete die russische Nachrichtenagentur TASS. Etwa zu diesem Zeitpunkt fand die Trennung zwischen erster und zweiter Raketenstufe statt.

Die zweite Stufe mit, Kerosin und flüssigen Sauerstoff verbrennendem, RD-0124-Triebwerk sorgte anschließend für einen zusätzlichen Gewinn an Geschwindigkeit und Flughöhe. Nach Brennschluss wurde die Orbitaleinheit, bestehend aus einer Oberstufe namens Wolga (Волга) - ebenfalls ein Erzeugnis von TsSKB Progress - Erzeugniscode 14S46 - und Nutzlast von der zweiten Stufe getrennt.

Danach war es die Aufgabe der Oberstufe, die Satelliten an Bord auf die geplanten Einschussbahnen zu bringen. Das Haupttriebwerk der Stufe wurde dabei mit unsymetrischem Dimethylhydrazin (UDMH) und N2O4 (Distickstofftetroxid) versorgt und hatte bis zum Aussetzen der Nutzlast zwei Brennphasen zu absolvieren.

Das russische Verteidigungsministerium berichtete, dass sämtliche Startvorbereitungen und der eigentliche Start erfolgten wie geplant. Die selbe Quelle ließ auch verlauten, dass sich die Oberstufe mit den beiden Satelliten für das Militär sauber zum vorgesehenen Zeitpunkt von der zweiten Stufe der Rakete abgetrennt hatte.

Der Oberstufe gelang es augenscheinlich, die von ihr transportierten Nutzlasten auf den geplanten annähernd polaren sonnensynchronen Bahnen in Höhen zwischen 680 und 700 Kilometern über der Erde abzusetzen.

Kanopus ST alias Kosmos 2.511 wird vermutlich katalogisiert mit der NORAD-Nr. 41.098 und als COSPAR-Objekt 2015-071A, KYuA 1 alias Kosmos 2.512 mit der NORAD-Nr. 41.099 und als COSPAR-Objekt 2015-071B. Die Wolga-Oberstufe wird vermutlich katalogisiert mit der NORAD-Nr. 41.110 und als COSPAR-Objekt 2015-071C.

Update:
Möglicherweise sind die vermuteten Katalogzuordnungen unzutreffend. Am 6. Dezember 2015 meldete die russische deutschsprachige Website Sputnik Deutschland, dass einer der beiden Militärsatelliten nicht von der Oberstufe abgetrennt worden sei.

Unter Hinweis auf inoffizielle Informationen aus Fachkreisen berichtete Sputnik Deutschland weiter, nach der Panne erwöge man den "Abstieg des Satelliten aus dem Orbit und seine anschließende Versenkung".

Update 2:
RIA Nowosti berichtete später im Verlauf des 6. Dezember 2015, dass eine ministerienübergreifende Kommission gebildet worden sei, um den Vorfall zu untersuchen. Welcher der beiden gestarteten Satelliten nicht von der Oberstufe abgetrennt wurde, wisse man nicht.

Allerdings schrieb RIA Nowosti auch, dass es Einschätzungen gäbe, dass von zwei Satelliten, die aus Gründen der Geheimhaltung nur als K und S bezeichnet würden, K derjenige sei, der noch mit der Wolga-Oberstufe verbunden wäre.

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