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Autor: Thomas Weyrauch / 06. Februar 2009, 13:57 Uhr

NOAA-N Prime ist im Weltall

Am 6. Februar 2009 wurde der US-amerikanische Umweltsatellit NOAA-N Prime von der NASA für die National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) gestartet. Der Start erfolgte auf einer Delta-II-Rakete von der Startrampe SLC-2W der Vandenberg Air Force Base (VAFB) in Kalifornien um 11:22 Uhr MEZ.

NASA, NOAA, USAF, ULA
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NASA, NOAA

von oben: TIROS 1, TIROS-N, NOAA-N Prime
(Illustrationen: NASA, NOAA)
NOAA-N Prime soll Wetter-, Atmosphären- und Erdoberflächenbeobachtungsdaten vor allem für die NOAA sammeln. Außerdem ist eine Relaisnutzlast des Notrufmelde- und Weiterleitungssystems SARSAT (Search and Rescue Satellite Aided Tracking) an Bord. 1.419,8 Kilogramm schwer bringt es der von Lockheed Martin gebaute Satellit mit seinem Hauptkörper auf eine Länge von 4,20 Metern und eine maximal Breite von 1,88 Metern. Das 16,76 Quadratmeter große Solarpaneel misst 2,73 auf 6,14 Meter.

Der letzte Satellit in der TIROS-Serie (TIROS steht für Television Infrared Observation Satellite) ist NOAA-N Prime. Wie er wurden alle seine Vorgänger von Vandenberg aus gestartet. Der allererste Satellit dieser Reihe war der am 1. April 1960 gestartete TIROS 1 (NORAD Nr. 00029, Objekt 1960-002B), man hat also eine lange Tradition.

Das erste Raumfahrzeug mit der gleichen technischen Grundkonstruktion wie der von NOAA-N Prime war hingegen der am 13. Oktober 1978 gestartete TIROS-N (NORAD Nr. 11060, Objekt 1978-096A). Von da an wurden regelmäßig gleichartige Satelliten mit einer Grundlebenserwartung von zwei Jahren, beginnend mit NOAA-A alias NOAA-6 bis zu NOAA-N alias NOAA-18 gestartet. NOAA-N Prime wird ebenfalls eine weitere Bezeichnung erhalten, einmal erfolgreich im vorgesehen Orbit angekommen, wird er NOAA-19 genannt werden.

Die Namensgebung NOAA-N Prime ist der Tatsache geschuldet, dass es ursprünglich eine Planung für drei weitere Raumfahrzeuge unter den Bezeichnungen NOAA-O bis NOAA-Q gab, und der Satellit von diesen geplanten Satelliten von der Bezeichnung her unterscheidbar sein sollte. Die Satelliten ab NOAA-O werden nach aktuellem Planungsstand allerdings nicht verwirklicht, ein alternatives Satellitensystem soll im Jahre 2013 den Betrieb aufnehmen. Bis dahin soll das jetzige System der Satelliten in polaren Umlaufbahnen mit Unterstützung von NOAA-N Prime benutzt werden.

NOAA-N Primes Zielbahn ist ein runder Orbit in 870 Kilometern über der Erdoberfläche mit einer Neigung von 98,73 Grad gegen den Äquator. Ein Erdumlauf wird dort 102,14 Minuten dauern. Nach 65 Minuten Flug wurde NOAA-N Prime erfolgreich in einer passenden Umlaufbahn ausgesetzt.

Ausstattung des Satelliten:

Messinstrumente

NASA, NOAA

Bild vergrößernNOAA-N-Prime-Illustration
(Grafik: NASA, NOAA)
AMSU:
Hersteller der Advanced Microwave Sounding Unit (Fortgeschrittene Mikrowellenabtasteranlage) ist Northrop Grumman aus Azusa, Kalifornien, vormals Aerojet. Sie erfasst die thermische Mikrowellen-Emission aus der Atmosphäre, benutzt 15 Kanäle im Bereich zwischen 23 und 90 Gigahertz und besteht aus zwei Einheiten namens AMSU-A1 mit 13 Kanälen und AMSU-A2 mit zwei Kanälen.

HIRS/4:
Der High Resolution Infrared Radiation Sounder, ein hochauflösender Infrarotabtaster von International Telephone and Telegraph-A/CD aus Fort Wayne, Indiana arbeitet auf 19 Kanälen im Infrarotbereich zwischen 3,7 und 15 Mikrometern und einem zusätzlichen Kanal im sichtbaren Bereich (0,69 Mikrometer).

MHS:
Der Microwave Humuidity Sounder, ein Mikrowellen-Feuchtigkeits-Sensor, wurde von EADS Astrium gebaut. Mit 5 Kanälen und einem Blickfeld von 16 Kilometern Durchmesser arbeitet die Anlage im Frequenzbereich zwischen 89 und 190 Gigahertz. Sie kann neben dem Feuchtigkeitsgehalt auch den Anteil flüssigen Wassers bestimmen.

Mit AMSU, HIRS/4 und MHS können Daten über den Ozongehalt der Atmosphäre, die vertikale Temperatur- und Feutigkeitsschichtung, die Wolkenhöhe und Wolkenbedeckung sowie den Wassergehalt der Wolken, die Schneebedeckung, die Ozeaneiskonzentration und die Bodenfeuchte gewonnen werden.

AVHRR:
Das Advanced Very High Resultion Radiometer ist ein sehr hoch auflösendes fortgeschrittenes Radiometer vom Hersteller International Telephone and Telegraph-A/CD aus Fort Wayne, Indiana. Es tastet einen etwa 3.000 Kilometer breiten Ausschnitt ab und arbeitet im Wellenlängenbereich zwischen 0,58 und 12,50 Mikrometern mit sechs Kanälen.

SBUV:
Das Solar Backscatter Ultraviolet Spectral Radiometer von Ball Aerospace aus Boulder, Colorado misst von der Erde zurückgestrahlte Sonnenernergie im Wellenlängenbereich von 160 bis 400 Nanometern.

Beide Instrumente fangen zusammen abgestrahlte und reflektierte Strahlung im infraroten, sichtbaren und ultravioletten Bereich auf. Anhand der gewonnen Daten kann abgeschätzt werden, wieviel Sonnenenergie über die Zeit verteilt tatsächlich den Boden erreicht, wie sich die Ozonkonzentraton in der Atmosphäre entwickelt, und wie kleinste Mengen bestimmter Substanzen die Ozonschicht beeinflussen.

NASA/Carleton Bailie, ULA

Bild vergrößernStart von NOAA-N Prime 6. Februar 2009
(Bild: NASA/Carleton Bailie, ULA)
SEM:
Der Space Weather Monitor ist die Weltraumwetter-Beobachtungseinheit von NOAA-N Prime. Hersteller der Anlage war ursprünglich Panametrics aus Waltham, Massachusetts, jetzt Assurance Technology Corporation aus Carlisle, Massachusetts. SEM besteht aus drei Komponenten:

MEPED:
Der Medium Engery Proton and Electron Detector, ein Detektor für Protonen mittlerer Energie und für Elektronen kann Protonen, Elektronen und Ionen mit Energien zwischen 30 keV und 6,9 MeV feststellen.

TED:
Der Total Energy Detector als Gesamtenergiedetektor kann Partikel mit Energien zwischen 0,05 und 20 keV feststellen.

DPU:
Die Data Processing Unit ist die zugehörige Datenverarbeitungsanlage.

Die weltraumwetter-Beobachtungseinheit misst die Intensität der Strahlungsgürtel der Erde und die Häuftigkeit geladener Teilchen in Flughöhe des Satelliten.

Systeme zur Datensammlung und Aufzeichnung

ADCS:
Das Advanced Data Collection System, ein fortgeschrittenes Datensammelsystem wurde beigesteuert von der französischen CNES (Centre National d´Etudes Spatiales), Hersteller ist Thales. Das System dient der Sammlung von Daten, die von Bojen, Wetterstationen, Schiffen und mit Kleinstsendern ausgestatteten Tieren übermittelt werden. Diese Daten enthalten beispielsweise Informationen über den atmosphärischen Druck, die Temperatur der Meeresoberfläche, den Salzgehalt, Oberflächen- und unterseeische Strömungen, den Pegel von Flüssen und Meeren, Schiffspositionen oder die Aktivität von Tieren. Die entsprechenden Daten können einerseits in Echtzeit an Empfangsstellen weitergeleitet, und andererseits im Satelliten zwischengespeichert werden, um zu gegebener Zeit an Bodenstationen der NOAA übermittelt zu werden.

DDR:
Digital Data Recorder bzw. Digitale Datenrekorder vom Hersteller L-3 Communications sind an Bord dreifach vorhanden. Sie zeichnen ausgewählte Sensordaten pro Erdumlauf auf und speichern sie bis zur Übertragung an Bodensationen der NOAA und der EUMETSAT (European Organisation for ther Exploitation of Meteorological Satellites).

Systeme zum Notrufempfang und zur Notrufweiterleitung

NOAA

Bild vergrößerngrafische Darstellung des Meldeweges via SARSAT
(Grafik: NOAA)
SLA:
Die Search and Rescue Transmitting Antenna ist die Sendeantenne für den Search And Rescue Repeater SARR des Such- und Rettungssystems.

SRA:
Die Search and Rescue Receiving Antenna ist die Empfangsantenne für den Search And Rescue Processor SARP des Such- und Rettungssystems.

Wie seine Vorgänger seit NOAA-E alias NOAA-8 kann NOAA-N Prime Notrufsignale erfassen und an entsprechende Melde- und Rettungszentralen weiterleiten. Im Jahr 2008 haben laut NOAA SARSAT-Komponenten auf NOAA-Satelliten die Rettung von 283 Menschen in den USA und den umgebenden Gewässern unterstützt. Die entsprechenden Anlagen auf NOAA-N Prime stammen vom kanadischen Department of National Defense (SARR für Sendung an die Bodensationen) und der CNES aus Toulouse in Frankreich (SARP, Empfang und Verarbeitung der Notsignale im Satelliten).


Verwandte Meldung:
Raumcon:
Wikipedia:
Tracking der NOAA-Satelliten bei der NASA:
 
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